Rasenballsport Leipzig

  • Hansestädter
    Du solltest Deinen Nick in Ostsee-Bulle ändern oder so ähnlich (allerspätestens, wenn du in der nächsten oder übernächsten Saison mit Bullen-Trikot zum Spiel RB gegen Hansa gehst). So sehr pro RB wie du hier in diesem Forum schreiben nicht mal die eingefleischten RB-Stammzuschauer in ihrem eigenen. Von einem "Hansestädter" erwarte ich sachdienliche Bericht über Hansa Rostock, aber keine ständige Lobpreisung von Herrn Mateschitz' gegenwärtigem Lieblingsspielzeug.


    Im Falle von Hoppenheim habe ich übrigens schon Jahre vor dem Aufstieg in die 2. Liga gewusst, wer dahintersteht und jedes Jahr gehofft, der Aufstieg möge nicht gelingen. Als Herr Hopp dann richtig Geld in die Hand nahm, war das Thema Nicht-Aufstieg erledigt. Soviel zur "breiten Öffentlichkeit", die Hoppenheim angeblich nciht kannte.
    Na klar, die Sorte Leute, die heute zu RB geht, kannte Hoppenheim vor 2008 wirklich nicht. Das ist ja auch die "breite Öffentlichkeit", die man dort erreichen will, dazu haben Mateaschitz, MDR und LVZ schon professionell vorgearbeitet.
    Im übrigen akzeptiere ich Deine Sichtweise auf den Fußball - aber es ist defintiv nicht meine und die von jb1, die wir uns schon vor Jahren auf den Plätzen der Sachsenliga kennengelernt haben und weiterhin der Basis des Fußballs treu bleiben - und nicht irgrendwelchen Geldgebern oder Medienhypes hinterherrennen. PS Hätte am Freitag Türkiyemspor gegen RB gespielt, wären statt 385 schätzungsweise 235 Zuschauer gekommen

    Abgesehen davon, das ich mich bei Absicht auschließlich oder vorrangig nur zu einem Verein äußern, zu wollen, hätte ich mich ohnehin nicht für ein thematisch breiter aufgestelltes Forum angemeldet, sondern würde als Plattform das entsprechende Vereinsforums nutzen.
    Mein Nick heißt übrigens Hansestädter und hat also erkennbar was mit dem Begriff Hanse zu tun, der schon immer für eine Blickweise weit über den eigenen Tellerand hinaus stand. Zwar ist die einstige Namenswahl des Rostocker Drittligisten auch vom Begriff Hanse abgeleitet.
    Wollte ich mich hier nur zu Hansa Rostock äußern, hätte ich mich, um Misverständnisse von vornherein vorzubeugen, nicht einmal Hansastädter nennen dürfen, denn Fussballvereine mit dem Namen Hansa gibt es neben Hansa Rostock mehrere wie z.B. auch Hansa Lüneburg, sogar auch im Fussball-Nordosten :D
    Wie man sieht, benötige ich für den Nick keinerlei Ratschläge Deinerseits!

    Wenn andere Mitdiskutanten mit ähnlicher Auffassung in einer sechstklassigen Spielklasse kennnengelernt haben interessiert hier nicht. Hier geht laut Namen des Unterforums um die Regionalliga, aber nicht um die Sachsenliga.


    Das ein noch so umstrittener Projekt wie das von RBL in einem bestimmten Landstrich besonders ärgert, kann man ja noch irgendwie nachvollziehen.
    Erfolge anderer, selbst solcher Vereine, sollte man trotzdem anerkennen und hat nichts mit unterstellter zu positiver Darstellung oder gar Lobpreisungen zu tun. Ob dieser Verein Lieblingsspielzeug von irgendjemand ist oder nicht ost in dabei vollig nebensächlich.
    Wer damit nicht klarkommt sollte sich sowieso lieber fragen, warum und wieso es überhaupt erst möglich wurde und auch warum zum Beispiel die Cottbusser, die Auer oder die Unioner heutzutage viel erfolgreicherr sind als beispielsweise das nur noch viertklassige Chemnitz.
    Egal wie man zu diesem Projekt steht, aufgrund der Gegenheiten kann nach menschlichen Ermessen auf lange Zeit neben Hertha (nach dem hoffentlich erfolgreichen Unternehmen Wiederaufstieg) höchstens ein solches Projekt sich in einigen Jahren ebenfalls in der Bundesliga dauerhaft etablieren und als ein zweiter Verein aus dem Bereich NOFV irgendwann auch international mitspielen.
    Wer das nicht will, soll es auch offen sagen und sich aber dann auch nicht über den Bedeutungsverlust dieser Fussballregion auf nationaler wie internationaler Ebene (BL, EL, CL oder irgendwann auch bei der Berücksichtigung der Region hinsichtlich Vergabe von Länderspielen) wundern! (Welche Langfristfolgen ein Bedeutungsverlust hat, zeigte z.B. eindrucksvoll die vor Jahren gescheiterte Leipziger Bewerbung zu Olympia 2012.)
    Aufgrund der ungünstige demografische Entwicklung in etlichen Regionen und zu erwartender weiterer Strukturreformen würde das irgendwann auch sehr negative Folgen für den Amateursport als Basis des Fussballs inclusive des dafür notwendigen weiteren Sponsorenengement haben.
    Andere Fussballregionen in Deutschland jedenfalls werden mit fehlenden Spitzenfussball im Osten auch künftig ganz gut leben können...
    Das Du schon früher über die Hintergründe von Hoffenheim Bescheid wusstes, mag ja sein. Nur überzeugt mich das bestimmt nicht vom Gegenteil meiner Annahme, das die breite Öffentlichkeit erst mit deren Bundesligaaufstieg davon Kenntnis nahm. MDR und LVZ sind im Gegensatz beispielsweise zum ZDF, Spiegel etc. keine für die breite bundesdeutsche Offentlichkeit bestimmten überregionalen Medien.
    Ebensowenig überzeugen mich absurde Spekulationen über mögliche Zuschauerzahlen eines Chemnitzer Gastauftrittes im Rahmen eines Public Viewing ausgerechnet anlässig eines Hamburger Stadtderbys. Sowas wird nie stattfinden.

  • Und heute waren es laut MDR Text sensationelle 180 Zuschauer beim 4:0 des Konstruktes in Oberneuland.

    "Sensationelle 180 Zuschauer" bei einem Match mit zwei 1 .Mannschaften in der Regionalliga und bei Großaspach gegen Spitzenreiter Kassel in der Südstaffel auch nur 450?
    Das sind ja eine wirklich "überzeugende" Argumentshilfen für den 2+1 - Vorschlag im Vorfeld des DFB-Bundestages :rofl:

  • Hansestädter
    Ich glaube du kannst hier schreiben was du willst. Die Herren aus Chemnitz etc. werden ihre Sichtweise nicht ändern.
    Meine persönliche Meinung ist, dass es Lok (für die ich immer noch Symphatien habe) und Sachsen Leipzig es nicht schaffen etwas auf die Beine zu stellen. Union Berlin hat das übrigens geschafft und die sind auch ein kleiner Verein.
    Daher finde ich es gut, dass das Leipziger Stadion nicht für irgendwelche Oberliga oder Regionalligaspiele missbraucht wird, sondern bald wieder höherklassiger Fußball in Leipzig geboten wird. Und an alle Neider, Traditionelle etc. > keine Sorge die Zuschauer werden kommen.


  • Fußball auf Erfolg und Misserfolg zu reduzieren, ist grundsätzlich falsch. Fußball ist für viele weit mehr, nämlich ein fester Bestandteil ihres Lebens.


    Klar gibt es auch Leute, für die Fußball das ist, was im Pay-TV gezeigt wird und was in PC-Spielen ala ‚FM10‘ abläuft. Manche streben auch nur danach, sich im Licht eines erfolgreichen Clubs sonnen zu können, um ihrem bedeutungslosen Leben endlich einen Sinn zu geben.


    Aber so ticken nun mal nicht alle. Es gibt tatsächlich noch Menschen, die ihren Verein auch bei Insolvenzen und mehrmaligen Abstiegen durch die Niederungen der Ligen begleiten. Die nicht nur Konsumenten sind, sondern selbst mit Hand anlegen, wenn Hilfe gebraucht wird. Für die Fußball nicht nur ein 90-minütiges Event ist, sondern die die ganze Woche für ihren Verein leben, sich ehrenamtlich in der Jugendarbeit, bei der Öffentlichkeitsarbeit, beim Stadionneubau, bei der Vorbereitung von Choreografien oder einfach nur beim Schneeschippen engagieren. Die samstags in den Zug steigen, um ihren Verein quer durch das Land zu begleiten und den Gästeblock mit Leben füllen. Die, auch wenn sie selbst nicht viel haben, Geld geben, wenn es bei der Etatdeckung eng wird. Und wenn Du Dich mal mit solchen Menschen unterhalten würdest, würde Deine Welt mit Sicherheit ganz kräftig ins Wanken kommen. Denn denen ist ziemlich egal, ob irgendein Verein aus dem NOFV-Gebiet international spielt, die wollen einfach nur, dass ihr Verein und ein Stück Fußballkultur weiterlebt.


    Ich habe es immer genossen, bei den unzähligen Spielen, die ich in den vergangenen zwanzig Jahren miterleben durfte, immer wieder auf solche Menschen getroffen zu sein, ob es nun in Dresden, Schönberg, Jena, Halle oder gleich nebenan in Kreuzberg war und es war egal, ob es Kutten, Ultras, Offizielle oder bierbäuchige Fotografen waren. Es war immer wieder begeisternd, mit welcher Faszination diese Menschen vom Fußball und ihren Erlebnissen gesprochen haben.


    Nach den ganzen Fehlentwicklungen in den vergangen Jahren (besonders seit der WM im eigenen Land) habe ich aber mittlerweile ein ganzes Stück von meiner Fußball-Welt verloren und ich werde noch eine ganze Weile brauchen, um mit den Tiefschlägen umzugehen und wieder meinen Platz in der neuen Fußballwelt zu finden. Dann geht es aber wieder los, ob mit Auto oder Wochenendticket, Hauptsache wieder Basis-Fußball live im Stadion. Es gibt nichts besseres…

  • So, Hansestädter, paar Anmerkungen.
    Dass du das alles fast nur aus ökonomischer Sicht siehst, habe ich mittlerweile verstanden. Damit passt du gut zur BWL studierenden und FDP wählenden Klientel, die im RB-Forum den Ton angibt. Wie gesagt, hier haben wir völlig unterschiedliche Ansätze, die werden wir auch nicht ändern.
    Erstens mal, die Zuschauerdiskussion hast du angefangen. Es bleibt dabei: die 7100 in Hamburg kamen wegen dem Public Viewing und nicht wegen RBL. Die wären gegen Chemnitz, Havelse oder Braunschweig2 genauso gekommen.
    Du schreibst, „das ein umstrittenes Projekt wie RBL in einem bestimmten Landstrich besonders ärgert“. Mich stört nicht der Landstrich des Projektes, sondern die Vorgehensweise von Mateschitz an sich. Deshalb kann ich ja auch RB Salzburg nicht ab.
    Mir persönlich ist sch… egal, wie viele Mannschaften aus Neufünfland in der Buli spielen. Ich habe mich immer für Rostock gefreut, konnte und kann mit Cottbus nichts anfangen (das ist wieder eine persönliche Sache) und Hertha geht mir genauso am A… vorbei wie Schalke, Bielefeld, Erfurt oder Hintertupfingen.
    Es ist mir übrigens auch völlig egal, ob Deutschland Weltmeister wird oder in der Vorrunde ausscheidet – das ist der Fußball, den ich mir nebenbei anschaue, wenn ich Zeit habe und sein lasse, wenn es mir nicht in den Kram passt. Austragungsorte von Länderspielen interessieren mich auch nicht. Die letzten, die ich gesehen habe, fanden ausnahmslos in Teplice statt, und wenn ich Zeit habe, gehe ich mal nach Dresden zur Frauen-WM – wenn nicht, lasse ich es ein.
    Leipzig hätte auch mit einem Bundesligisten keine Chancen für Olympia 2012 gegen London und Paris gehabt, dies nur nebenbei. Selbst Hamburg wäre in diesem Rennen allenfalls „dritter Sieger“ geworden.
    Erfolge anderer erkenne ich grundsätzlich an, daher z.B. meine positive Meinung zu Aue. Aber Erfolge, die nur auf fremdem Geld basieren, kann ich nun mal nicht als sportliche Erfolge anerkennen. Und auf nichts anderem basiert der sportliche Erfolg von RBL. Womit wir wieder bei deinem Lieblingsthema wären, der Ökonomie. Davon verstehst du sicher mehr als ich. Ich gehe dafür gern zum Fußball. Gelegentlich nach Dresden, egal ob zweite, dritte, fünfte Liga, regelmäßig zur sechsten Liga und manchmal zur Gambrinus-Liga, weil das gleich um die Ecke ist. Von irgendwelchen Tabellenständen oder Marketing-Strategien mache ich meine Fußball-Besuche jedenfalls nicht abhängig. Achso, und die Stadtwerke Pirna, die Volksbank in Heidenau oder die Landskron-Brauerei Görlitz machen die Höhe ihres Engagements beim Amateursport garantiert nicht davon abhängig, in welcher Liga Leipzig, Dresden oder gar Cottbus gerade spielen. Negative Folgen für den Amateursport hat allenfalls das permanente Blockieren von Aufstiegsplätzen durch die zweite Mannschaft von RBL und ihre so genannten Kooperationsvereine.

    "Der natürliche Grundzustand des Fußballfans ist bittere Enttäuschung - egal, wie es steht!"
    Nick Hornby

  • Ähnlich sehe ich es auch. Für mich ist Fussball Herzenssache unabhängig
    vom Erfolg. Natürlich wünsche ich diesen auch meinem Club, allerdings
    wäre ich wäre nie auf die Idee gekommen bei ausbleibendem Erfolg auf
    den nächstbesseren Vereinszug aufzuspringen nur um höherklassigeren
    Fussball zu sehen. Meine beiden schwarzgelben Vereine begleiten mich
    seit 23 Jahren und ich sie durch alle Höhen und Tiefen.
    Dieses Gelechze nach Bundesligafussball als wäre es ein gottgegebenes Recht,
    diesen in der eigenen Stadt zu sehen, ist mir vollkommen zuwieder.
    Dabei ist mir auch vollkommen Wurst ob ein solches Konstrukt statt in
    Leipzig in Magdeburg, Berlin oder Düsseldorf entstanden wäre.
    Ich kann solche Leute, mal abgesehen von wirklichen Fussballfrischlingen und "Ersttätern",
    nicht als wahre Fussballfans (nach meinem Verständnis) ernstnehmen.
    Auch wenns hart klingt, für mich sind das einfach nur rückgratlose Wendehälse
    (passt gerade ganz gut zu 20 Jahre Einheit). Gestern ging man z.B.zu LOK, weil sie so erfolgreich waren,
    heute zu RB und morgen vielleicht zu Verein XY weil dieser eine
    noch bessere Perspektive bietet, einfach nur zum k...tzen.
    Vereinsliebe ist für mich kein Produkt, dass ich tauschen gehe, wenn es mir nicht
    mehr gefällt, kleine Fehler aufweist oder ein besseres auf den Markt kommt.
    Auch ich bin stiller Mitleser im RB Forum (wie übrigens bei vielen anderen Vereinen auch)
    und rege mich jedesmal darüber auf, welche Grundeinstellung dort
    vermittelt wird. Kritikloses Hinnehmen der RB Politik und dauerhaftes
    Vorbeten irgendwelcher BWL Thesen gepaart mit völliger
    Selbstüberschätzung und Arroganz lassen einen daran zweifeln sich in
    einem Fussballforum zu befinden. Wenige Ausnahmen bestätigen da leider
    die Regel.
    Mit solchen Menschen werden Fans wie Steffen, Allesfahrer
    und meinereiner wohl nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen, weil
    unsere Überzeugungen einfach zu weit auseinander klaffen.

  • (Welche Langfristfolgen ein Bedeutungsverlust hat, zeigte z.B. eindrucksvoll die vor Jahren gescheiterte Leipziger Bewerbung zu Olympia 2012.)


    Damit darf ich dir zum besten Apfel-Birnen-Vergleich des Jahres gratulieren. Also den Bogen von RB zu Olympia 2012 zu spannen, ist in der Form sicher noch nie gelungen. Übrigens war damals die Euphorie um ein vielfaches größer obwohl noch nichts an sportlichen Wettbewerben zu sehen gab. Diese Begeisterung die damals aufkam kann ein Fußballverein wie RB nie erreichen - und das nicht nur weil er RB heißt.


    Zitat

    Manche streben auch nur danach, sich im Licht eines erfolgreichen Clubs sonnen zu können, um ihrem bedeutungslosen Leben endlich einen Sinn zu geben.


    Schön gesagt. :ja:



    Ich finde es bemerkenswert das es einen kleinen (öffentlich nicht wahrnehmbaren) Trend dazu gibt, auch die reinen Amateurliga zu bereisen. Inzwischen gehen nicht nur die Dorfältesten, Spielerfrauen und Hardchore-Groundhopper in die 6./7./8.Liga, sondern man kann dort wirklich noch ungestört Fußball gucken. Dieses Event-Gehabe, Insolvenz-Gespenster, Stadionbau-Luftschlösser usw. machen den Fußballsport kaputt. Für mich stehen 90 Minuten Fußball im Vordergrund und mehr will und brauch ich nicht unbedingt (abgesehen vielleicht von nem Bier und ner Bratwurst). Bindung hab ich sowieso nur zu Vereinen aus der Region die ich kenne, bzw. wo ich wiederum Leute kenne. Von daher kann ich zu RB eigentlich keine Bindung aufbauen.


    Zur sportlichen Situation: Hab zwar lange vor der Saison todesmutig nen Kasten Bier auf Kiel gegen RB gesetzt, aber sehe wenig Chancen, da RB die Rückrunde wohl durchmarschieren wird.

    R.I.P. Fußball: TeBe Berlin, SSV Reutlingen, Eintr. Bamberg, RW Essen, Bonner SC, Waldhof Mannheim, SpVgg Weiden, SSV Ulm, 1.FC Kleve, LR Ahlen, Sa. Leipzig, Germania Windeck, TuS Koblenz, VfL Kirchheim, Borea Dresden, GW Wolfen, Türkiyemspor, Kickers Emden, 1.FC Gera, Eintr. Nordhorn, RW Kemberg, Germania Schöneiche, VfB Lübeck, OFC Kickers, Wuppertaler SV, FC Oberneuland, MSV Duisburg... [to be continued]

  • Damit darf ich dir zum besten Apfel-Birnen-Vergleich des Jahres gratulieren. Also den Bogen von RB zu Olympia 2012 zu spannen, ist in der Form sicher noch nie gelungen. Übrigens war damals die Euphorie um ein vielfaches größer obwohl noch nichts an sportlichen Wettbewerben zu sehen gab.


    Kein Apfel-Birnen-Vergleich, wenn ich auf den Bedeutungsverlust einer ganzen Region aufmerksam mache.
    Die Euphorie in Leipzig für eine Zuschlag zu Olympia 2012 mag auch angesichts der knappen Entscheidung gegen mehrere deutsche Mitwettbewerber im Vorfeld groß gewesen sein, das glaube ich gerne. Vor dem Hintergrund der gescheiterten Berliner Bewerbung von 1993 für Olympia 2000 (9 von 89 Stimmen). gab es dafür eigentlich nur wenig Anlass! Im Gegensatz zur Berliner Bewerbung schaffte es Leipzig nicht mal in die engere Auswahl.
    Dieses 2. Debakel für deutsche Olympiabewerbungen innerhalb von nur 11 Jahren hätte Leipzig sich und anderen ruhig ersparen können.

  • So, Hansestädter, paar Anmerkungen..


    Zu Deinen Anmerkungen. Ich sehe nicht fast alles nur aus ökonomischer Sichtweisem sonst würde ich mich zu bestimmten Themen hier garnicht äußern. Allerdings lässt sich sowas seriös vielfach bei aktuellen Ereignissen eben nie ganz ausblenden, wenn man über den Fussball ab einer bestimmten Ebene diskutiert. Sei es, warum ein erfolgreicher Oberligist sich plötzlich zurückzieht, sei es, warum Verein sowieso trotz miserabler Abschlussplatzierung plötzlich wieder Hoffnung schöpft etc.
    Was die Klientel von RBL betrifft, das es eine solche Klientel in dieser Stadt gibt, wie Du schreibst wundert mich allerdings auch nicht. Kann es vielleicht sein, das es sich dabei hauptsächlich um Leipziger Neubürger handelt, die weder was mit einem der vielen heimischen Vereinen vor Ort was anfangen können (oder wollen) und auch nicht ihre traditionelle Fanbindung mitbringen?


  • Zu Deinen Anmerkungen. Ich sehe nicht fast alles nur aus ökonomischer Sichtweisem sonst würde ich mich zu bestimmten Themen hier garnicht äußern. Allerdings lässt sich sowas seriös vielfach bei aktuellen Ereignissen eben nie ganz ausblenden, wenn man über den Fussball ab einer bestimmten Ebene diskutiert. Sei es, warum ein erfolgreicher Oberligist sich plötzlich zurückzieht, sei es, warum Verein sowieso trotz miserabler Abschlussplatzierung plötzlich wieder Hoffnung schöpft etc.
    Was die Klientel von RBL betrifft, das es eine solche Klientel in dieser Stadt gibt, wie Du schreibst wundert mich allerdings auch nicht. Kann es vielleicht sein, das es sich dabei hauptsächlich um Leipziger Neubürger handelt, die weder was mit einem der vielen heimischen Vereinen vor Ort was anfangen können (oder wollen) und auch nicht ihre traditionelle Fanbindung mitbringen?


    Und so sehr man dir hier Kontra gibt, so sehr muss ich Dir in dieser Zeile zustimmen. Ab einer bestimmten Linie zählen nun mal auch Begriffe wie Fremdkapital/Schulden, Cash-Flow-Marge, Eigenkapital, Jahresüberschüsse etc. Das muss man akzeptieren. Selbst wenn wir in die Regionalliga schauen, begleitet uns das Thema schon wieder. Was mir in Leipzig missfiel war die Art und Weise, wie Red Bull sich engagiert, nicht, dass sie es generell tun.
    Und wenn hier gesagt wird, dass sie Erfolge, die durch "fremdes Geld" enstanden sind, sind anerkennen wollen, dann sollten Sie sich mal die "großen im europäischen Fußball" anschauen. Der FC Barcelona z. B. hat seinen Betrieb gerade durch einen monströsen Kredit von einem relativ populären Kreditinstuitut erst sichern können. Fremdkapital wirst du in vielen Vereien vorfindenen.


    Bevor es hier Stigmatisierungen gibt: Nein, ich bin nicht erst seit 2009 auf mit Union-Virus infiziert. Ich habe schon ein paar Jährchen auf dem Bucken was das angeht und würde die Liebe zu diesem Verein ebenfalls nicht von der Kassenlage abhängig machen.

    Seien wir realistisch, fordern wir das Unmögliche!
    CHE GUEVARA

  • Es gibt tatsächlich noch Menschen, die ihren Verein auch bei Insolvenzen und mehrmaligen Abstiegen durch die Niederungen der Ligen begleiten.


    Hab ich gemacht. Abstieg aus der Bundeliga runter in die OL. Zwei Insolvenzen, die zweite endete in der Löschung aus dem Vereinsregister nach der Saison 03/04. Von daher finde ich es nicht verwerflich, neben meinem Kleinstadtverein (lange vor der RB-Story) auch das neue Team in Leipzig zu verfolgen.


    Zitat

    Die nicht nur Konsumenten sind, sondern selbst mit Hand anlegen, wenn Hilfe gebraucht wird. Für die Fußball nicht nur ein 90-minütiges Event ist, sondern die die ganze Woche für ihren Verein leben, sich ehrenamtlich in der Jugendarbeit, bei der Öffentlichkeitsarbeit, beim Stadionneubau, bei der Vorbereitung von Choreografien oder einfach nur beim Schneeschippen engagieren. Die samstags in den Zug steigen, um ihren Verein quer durch das Land zu begleiten und den Gästeblock mit Leben füllen. Die, auch wenn sie selbst nicht viel haben, Geld geben, wenn es bei der Etatdeckung eng wird. Und wenn Du Dich mal mit solchen Menschen unterhalten würdest, würde Deine Welt mit Sicherheit ganz kräftig ins Wanken kommen. Denn denen ist ziemlich egal, ob irgendein Verein aus dem NOFV-Gebiet international spielt, die wollen einfach nur, dass ihr Verein und ein Stück Fußballkultur weiterlebt.


    Kommt mir alles sehr bekannt vor. Nur mit dem Unterschied,, dass ich nach dem Untergang meines Fussballvereins die Energie lieber in das Thema Eishockey gesteckt hab. Homepage, Stadionheft, Fanprojekt, Liveticker - das ganze Programm.


    Nach der dritten Insolvenz innerhalb von fünf Jahren dort war die Etablierung von RB mit Spielort Zentralstadion so schlecht nicht. Immerhin gibt es damit endlich einen Verein, der seine Zukunft in diesem Stadion und seinen Potentialen sieht. Ein Pfund, mit dem die Etablierten der Stadt nicht wirklich wucherten. Zumindest, wenn man die vorherrschenden Meinungen der Anhängerschaft betrachtet.


    Ich finde es äußerst spannend, dass innerhalb von zehn Jahren zum zweiten Mal eine neue Fanszene im Mannschaftssport in Leipzig entsteht. Schnittmengen sind dabei fast nicht vorhanden, die Entwicklungen aber sehr ähnlich. Von daher erlaube ich mir zu behaupten, dass in den nächsten zwei bis drei Jahren auch bei RB eine echte breit aufgestellte Anhängerschaft wachsen wird. Den Auslöser und Geldgeber mögen hier viele verdammen. Unabhängig davon werden sich die neuen Fans kaum von Zuschauern bei Vereinen unterscheiden, die 50 oder 100 Jahre im Geschäft sind.


  • ... und wenn Red Bull sein Marketingkonzept ändert, und die Sportförderung einstellt, dann erlebst du die nächste Insolvenz.

  • Und wenn schon, dass schreckt mich nicht. Ich glaube viel zu wenigen Zuschauern im Sport ist bewusst, dass sie lediglich im hier und jetzt leben. Geschichte ist lediglich ein schönes Beiwerk und Zukunft kann niemand garantieren. Von daher kann ich jedem nur empfehlen, jedes Spiel ehrlich zu genießen. Wer weiß schon, was die Zukunft bringt.

  • Zitat

    ... und wenn Red Bull sein Marketingkonzept ändert, und die Sportförderung einstellt, dann erlebst du die nächste Insolvenz.


    ... und der besagte geldgeber würde, in diesem falle wirtschaftlich betrachtet, eingestehen, dass es doch nur ein experiment war. dem ist aber nicht so! das ziel bundesliga ist in realer nähe, wird dies erreicht, wenn auch mit evtl. verzögerung, und anschliessender kleverer vermarktung, werden sich die kosten langfristig egalisieren. abgesehen vom allgemeinen imagegewinn, ob negativ oder positiv - es wird über den sponsor gelabert, er ist in fussballkreisen present, die marke ist in aller munde, wenn auch nicht mit geschmacklichen begleiterscheinungen. man muss nicht alles schlucken, was einem vorgesetzt wird, nur sollte man zur kenntnis nehmen, dass sich im fussball viel ändert, und auch viel ändern wird!


    ein hoch auf die wahre basis des fussballs!

  • ... und der besagte geldgeber würde, in diesem falle wirtschaftlich betrachtet, eingestehen, dass es doch nur ein experiment war. dem ist aber nicht so! das ziel bundesliga ist in realer nähe, wird dies erreicht, wenn auch mit evtl. verzögerung, und anschliessender kleverer vermarktung, werden sich die kosten langfristig egalisieren. abgesehen vom allgemeinen imagegewinn, ob negativ oder positiv - es wird über den sponsor gelabert, er ist in fussballkreisen present, die marke ist in aller munde, wenn auch nicht mit geschmacklichen begleiterscheinungen. man muss nicht alles schlucken, was einem vorgesetzt wird, nur sollte man zur kenntnis nehmen, dass sich im fussball viel ändert, und auch viel ändern wird!


    ein hoch auf die wahre basis des fussballs!



    Ick lach mir nen Ast, wenn Kacke Sky in 2-3 a (eine neuere Kapitalerhöhung ist laut Inhaber nicht mehr vorgesehen) platt geht....



    und tun mir erst die Retortenclubs und AGs Leid......


    :D

  • Unabhängig davon werden sich die neuen Fans kaum von Zuschauern bei Vereinen unterscheiden, die 50 oder 100 Jahre im Geschäft sind.


    Falsch. Ganz einfach deswegen, weil RB so gut wie keine FANS hat und auch nie haben wird! Dort gibt es Zuschauer, die bei weiteren Aufstiegen sicher die Schüssel füllen werden. Aber sollte der Aufwärtstrend mal nicht weitergehen oder sich gar umkehren (z.B. Abstieg von Liga 1 in 2) wird es dort ganz schnell mit der Zuschauerzahl nach unten gehen, und zwar schneller und drastischer als bei jedem "normalem" Verein. Und genau deshalb werden sich ZUSCHAUER bei Riesen Bullshit oder Hoppenheim immer von FANS anderer Vereine unterscheiden.


    das ziel bundesliga ist in realer nähe, wird dies erreicht, wenn auch mit evtl. verzögerung, und anschliessender kleverer vermarktung, werden sich die kosten langfristig egalisieren.


    Also "reale Nähe" ist ja wohl deutlich übertrieben. Und zu deiner Kostentheorie: frag mal bei VW und Bayer nach, ob sich die Investitionen mit dem (dort ja schon langfristigen) Erfolg wieder armortisieren. Die lachen dich aus - und hinterher heulen sie, weil sie jedes Jahr mehr Kohle ausgeben müssen als sie mal geplant hatten.

    Dies ist nicht für RTL, ZDF und Premiere, ist nicht für die Sponsoren oder die Funktionäre, nicht für Medienmogule und Ölmilliardäre!

  • Ich hatte letzten Sonntag die Gelegenheit zu unserem Gastspiel bei den Steigbügelhaltern von RB in Makranstädt auf beide Welten zu treffen.Auf der einen Seite das absolut symphatische SSV-Mitglied das uns am Nebeneingang des vom Brausepulver gepimpten Stadion am Bad empfing,auf der Anderen der auf der Tribüne neben mir Sitzende und ab dem 0:2 für uns nur noch absolut überheblich,dümmlich und arrogant Kommentare abgab.Aber dieses etwas füllige und trotz des Dauerregens Sonnenbrille tragende Individuum war dann,hoffe ich,auch nur die Ausnahme.

    Es gibt solche und solche Tage. Heute ist einer davon.

  • Ich glaube viel zu wenigen Zuschauern im Sport ist bewusst, dass sie lediglich im hier und jetzt leben. Geschichte ist lediglich ein schönes Beiwerk und Zukunft kann niemand garantieren. Von daher kann ich jedem nur empfehlen, jedes Spiel ehrlich zu genießen. Wer weiß schon, was die Zukunft bringt.



    Du schreibst von Zuschauern,der Fußball lebt aber insgesamt nicht von Zuschauern.Er lebt hauptsächlich von Fans,die ihre Vergangenheit und Tradition immer weiter tragen.Niemals würden sich genug VIP-Logen verkaufen lassen,wenn nicht der Großteil des Stadions durch bedingungslose Unterstützung einer Fankultur darstellen würde.Geschichte ist also kein "schönes Beiwerk" sondern der Grundstein der Zukunft,die weiter getragen wird.Würde man nur im hier und jetzt leben,wären nicht nur ganze Vereine bereits ausgestorben,sondern ganze Sportarten.Gäbe es im z.B. im Reitsport nicht diese, über viele Jahrzehnte lange gewachsene Tradition und Erfolge,würde es im heutigen Zeitalter kaum noch einen interessieren welches Pferd am höchsten springt oder am schönsten / schnellsten galoppieren kann.Ich glaube eher das dir nicht bewußt ist,wie man mit Geschichte umgeht.





    Hab ich gemacht. Abstieg aus der Bundeliga runter in die OL. Zwei Insolvenzen, die zweite endete in der Löschung aus dem Vereinsregister nach der Saison 03/04. Von daher finde ich es nicht verwerflich, neben meinem Kleinstadtverein (lange vor der RB-Story) auch das neue Team in Leipzig zu verfolgen.

    Du fängst ja gleich hoch mit der Bundesliga an vom VfB,sehr interessant.Wie viel haste denn vorher und danach mitgemacht? Und wie kommst du darauf, das die OL die Niederungen der Ligen sind,stimmt doch gar nicht ! ? Da hast du die Kreis - und Bezirksklassen wohl ausgelassen oder nicht mehr mitgemacht unter anderem neuen Namen?Denn wenn du dann gleich von deinem Kleinstadtverein Markranstädt schreibst,das "neue" Team verfolgst,kann deine damalige "Liebe" ja nicht besonders wertvoll für dich gewesen sein. Oder von welcher Mannschaft reden wir jetzt eigentlich?Von Bundesliga zu Markrans zum "neuen" paßt eben nicht ganz.Da fehlt mir ein Stück in deinem Text.Kannste auflösen?


    Es gibt tatsächlich noch Menschen, die ihren Verein auch bei Insolvenzen und mehrmaligen Abstiegen durch die Niederungen der Ligen begleiten. Die nicht nur Konsumenten sind, sondern selbst mit Hand anlegen, wenn Hilfe gebraucht wird. Für die Fußball nicht nur ein 90-minütiges Event ist, sondern die die ganze Woche für ihren Verein leben, sich ehrenamtlich in der Jugendarbeit, bei der Öffentlichkeitsarbeit, beim Stadionneubau, bei der Vorbereitung von Choreografien oder einfach nur beim Schneeschippen engagieren. Die samstags in den Zug steigen, um ihren Verein quer durch das Land zu begleiten und den Gästeblock mit Leben füllen. Die, auch wenn sie selbst nicht viel haben, Geld geben, wenn es bei der Etatdeckung eng wird. Und wenn Du Dich mal mit solchen Menschen unterhalten würdest, würde Deine Welt mit Sicherheit ganz kräftig ins Wanken kommen. Denn denen ist ziemlich egal, ob irgendein Verein aus dem NOFV-Gebiet international spielt, die wollen einfach nur, dass ihr Verein und ein Stück Fußballkultur weiterlebt.




    Sehr gut beschrieben von Stephan.Ein dickes Danke für diese Zeilen.

    In dieser schönen Stadt, ist kein Platz, für nullende Bullen aus Österreich !

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