Beiträge von Steffen

    Ich war heute in HohensteinErnstthal, nebenbei hektische Betriebsamkeit per SMS und im Internet. Rausgekommen ist folgendes:


    - Hoh. Ernstthal zittert sich zum Klassenerhalt in der Oberliga. Eine 17er Liga ist vom Tisch.

    - Freiberg freut sich auf Derbys gegen Lichtenberg in der Landesklasse.

    - Wilsdruff spielt Landesliga 19/20

    - der letzte Teilnehmer wird zwischen Handwerk Rabenstein u. Fortuna Chemnitz ermittelt. Rabenstein kann es aus eigener Kraft schaffen.

    - Wilsdruff, Neustadt/Spree und evtl. Rabenstein sind absolute Neulinge in der Liga.

    - zehn von 16 Teams kommen aus dem ehemaligen Bezirk Dresden (wobei ich Neustadt großzügig dazuzähle).

    Ergänzung: unter den Besuchern in Copitz auch der neue Bautzener Trainer Thomas Henschel, der die Liga in den "nuller Jahren" entscheidend mitgeprägt hat. Gegnerbeobachtung und Spielersuche, würde ich mal sagen...

    Stadtfest in der City, Flugplatzfest mit viel Lärm am "CIA" (=Copitz International Airport), wo sonst nur Segelflieger starten und landen - und dazwischen der VfL. Schwülheiß war es den ganzen Tag, dann begann es eine Viertelstunde vor Spielbeginn zu regnen. Einzelne Hagelschauer während der ersten Halbzeit, danach wieder schwülwarm. ich will mich nicht beklagen - in Pfaffendorf musste der Kultkreisligaklassiker zwischen Königstein und Bahratal/Berggießhübel wegen Gewitters und Überflutung des Platzes abgebrochen werden. Fotos dazu im Internet. Auch in Sebnitz und Neustadt muss es arg runtergekommen sein. Ich würde mir mal einen lang andauernden Landregen ohne Gewitter wünschen...


    Fußball gespielt wurde natürlich:


    VfL Pirna-Copitz - FV Eintracht Niesky 2 : 2 (1:2).


    0:1/18. Schneider. Der vielleicht schönste Angriffszug des Spiels über vier Stationen, linke Seite.

    0:2/32. Löper in seinem zweiten Landesligaspiel. Er nutzt einen kapitalen Abspielfehler unserer Nummer 13 und netzt aus 30 Metern ins leere Tor ein.

    1:2/41. Kärger per Elfmeter nach Foul an ihm selbst. Ich glaube, der erste Elfer für den VfL seit dem zweiten Spieltag.

    2:2/69. Scholz nach Vorarbeit Kärger über links.


    Vorm Spiel wurden Kärger, Nufer und Fischer im Regen verabschiedet. Zwei von den dreien gehören bekanntlich zu meinen Lieblingsspielern - aber die beiden bleiben der Landesliga erhalten.


    Anfangs kaum 40 Zuschauer, meist im Bierzelt. Ich hielt mich wiederum während großer Teile der ersten Halbzeit im Sprecherturm auf. Es wurden dann noch etwa 80, darunter ein paar Gäste und mindestens zwei groundhopper.


    Schiri Rohland konnte die (auch wetterbedingte) Hektik nie so ganz aus dem Spiel kriegen, war sehr diskussionsfreudig. Hätte vielleicht ein, zwei Karten mehr zücken sollen. Der Elfmeter berechtigt. In der zweiten Hälfte wollten beiden noch je einen Elfer. Insgesamt keine "runde" Leistung, aber er hat niemanden bevorzugt oder benachteiligt.


    Am Mittag war es noch heißer, da sah ich eine unnötige 1:2 (1:0)-Niederlage der B-Junioren in der Schlussphase gegen den SC Borea. Anfangs konnte Borea 2:0 oder 3:0 führen, aber der VfL machte das erste Tor. Von da an war das Spiel ausgeglichen, ehe in der Schlussphase doch noch die Wende kam. Der Siegtreffer entsprang einem Konter nach Copitzer Ecke, das sollte eigentlich nicht passieren. Aber die B- bleiben ebenso wie die A-Junioren sicher in der Landesliga, während die C in der kommenden Saison wieder eine Klasse tiefer spielen wird. Für die zweite Mannschaft sind die letzten beiden Spiele bedeutungslos, da es keine Absteiger aus der Landesklasse geben wird. Also weiterhin ein solider Unterbau für das Landesligateam.


    Es ging ja nicht mehr um wahnsinnig viel - aber Niesky wollte Dritter bleiben und für den VfL war die Spanne der Möglichkeiten vor dem Spiel noch von 5 bis 9. Also gewinnen wollten beide, das merkte man den Mannschaften auch an. Bei den Gästen Robert Koch im Mittelfeld, der VfL im wesentlichen so wie in den letzten Wochen. Optisch und vom Ballbesitz während des ganzen Spieles Vorteile für Copitz, aber das deutlich konstruktivere Spiel kam zunächst von den Gästen. Schön herausgespielt das erste Tor, konsequent nachgesetzt beim zweiten. Ansonsten konnten sich beide Torhüter während des Spiels mehrfach auszeichnen. Der VfL blieb in der ersten Halbzeit meist an der gut postierten Gästedeckung hängen, wieder mal brachte die individuelle Klasse von Kärgi den wichtigen Anschlusstreffer.

    In Hälfte zwei dann klare Chancenvorteile für die Gastgeber, ohne dass das Spiel jemals einseitig war. Auf der rechten Angriffsseite sorgte der für den defensiveren Kemter eingewechselte Scykalka für mehr Wirbel. Nach dem vielumjubelten Ausgleichstreffer war Copitz dem Siegtor in jedem Fall näher. Es blieb aber dabei, dass der letzte Pass oder der letzte Abschluss dann oft zu ungenau waren. Insgesamt geht das Remis in Ordnung, weil beide Mannschaften je einer Halbzeit ihren Stempel aufdrücken konnten.

    Insgesamt kein hochklassiges, aber ein sehr einsatzfreudiges Spiel mit einigen Längen zwischendurch. Es war immer etwas Hektik im Spiel, was sicher auch daran lag, dass der Boden sehr rutschig war, nachdem sich die Akteure noch bei trockenem Untergrund aufgewärmt hatten. Deshalb war es auch nicht immer ganz einfach, die Zweikämpfe zu beurteilen. Einige Rutschpartien sahen schlimmer aus, als sie eigentlich waren - und wenn es (auch verbal) mal etwas ruppiger wurde, gab man sich nach kurzer Besinnung dann wieder die Hände und alles war gut.


    Niesky damit "nur" noch Vierter, aber die Mannschaft hat sich in der dritten Saison längst in der Liga etabliert (und wird ab August sogar einige kürzere Auswärtsreisen als bisher haben).

    Für den VfL bedeutete der eine Punkt die Sicherung des siebenten Platzes. Um den zu behaupten, muss am letzten Spieltag aber ein "Dreier" her! Nach oben geht definitiv nichts mehr.

    Bei den vorhandenen spielerischen Möglichkeiten wäre über die ganze Saison gesehen sicher der eine oder andere Punkt mehr drin gewesen - aber was solls, nach dem misslungenen Saisonstart stand der VfL während der ganzen Rückrunde sicher auf 7 und 8. Warum es zu mehr nicht reichte, zeigt ein Blick auf die Duelle gegen die sechs davor platzierten Mannschaften: aus diesen 12 Spielen holte der VfL nur 6 Punkte, der einzige Sieg gelang beim legendären 6:4 über Lößnitz. Das ist am Ende zu wenig. Vielleicht findet das Trainerteam in der Sommerpause heraus, warum der VfL in 11 dieser 12 Spiele mit 0:1 in Rückstand geriet...


    Die Abstiegsfrage ist nun endgültig geklärt, Markranstädt verlor auch das siebente Heimspiel der Rückrunde. Am Ende hätten auch die sechs verlorenen Punkte gegen Olbernhau nicht geholfen.


    Morgen fahre ich mit Lars nach Hohenstein-Ernstthal und drücke den Karl-May-Städtern die Daumen. Ich habe keine Lust auf eine 17er Liga in der nächsten Saison.


    Der VfL bestreitet noch zwei Saisonspiele: am Mittwoch in Limbach-Oberfrohna gegen den Chemnitzer FC (für den es die Saisoneröffnung 19/20 ist) sowie am Sonnabend bei den nun geretteten Tauchaern. Ich bin nicht dabei, das traditionelle lange Wochenende in Lübben mit den Kumpels vom Studium steht bevor. Darauf freue ich mich jetzt!

    Zwei Anmerkungen:

    - Sollte HE die Relegation gegen Wismar gewinnen, wird wohl Ludwigsfelde in die Nordstaffel wechseln.

    - Habe gelesen, dass IMO Merseburg mit dem SV Merseburg zum 1. FC Merseburg fusioniert. Dann wäre also wieder ein 1. FCM in der Oberliga...

    Habe mich gestern auf dem Heimweg von der Arbeit ziemlich spontan entschieden, in Dresden-Mitte auszusteigen. Pünktlich zum Anpfiff befand ich mich unterhalb der Steintribüne des HSS, wo ich gleich ein paar Bekannte traf. Grund für unsere Anwesenheit war der Stadtliga-Nachholer


    Dresdner SC gegen TSV Cossebaude 5 : 1 (4:1).


    Man musste auch als Zuschauer von der ersten Minute an hellwach sein: die erste klare Torchance hatten die Gäste bereits in der vierten Minute, doch zwei Minuten später stand es 2:0. Damit waren die Unterschiede zwischen dem Aufsteiger und einer soliden Mittelfeldmannschaft früh geklärt. Die erste Halbzeit bot phasenweise sehenswerten offensiven Fußball, wobei der DSC imner wieder mit langen Pässen seine Stürmer in Szene setzte. Natürlich kam nicht jeder Pass an, aber auf Dauer wirkte die grüne Defensive doch etwas überfordert. Nach vorn war für Cossebaude sicher mehr drin als der Anschlusstreffer - eine realistische Chance, hier zu punkten, hatten sie aber nicht. Zur Pause stand es 4:1 unter den Augen von geschätzten 140 Zuschauern in einem gutklassigen Match.

    Nach der Pause verflachte die Partie, Cossebaude nun vorrangig um Schadensbegrenzung bemüht. Dazu waren sie alsbald in Unterzahl, weil sich der einzige bereits verwarnte Spieler ein weiteres Foul leistete und vorzeitig duschen gehen nusste. Regeltechnisch wohl eine korrekte Karte, aber in einem absolut fair geführten Duell hätte es eine letzte Ermahnung auch getan. Den fälligen Freistoß aus knapp 30 Metern setzte der DSC an den Pfosten. Nach einem weiteren Pfostentreffer lag der Ball dann noch einmal im Netz. Aber die Luft war längst raus aus dem Spiel, das insgesamt trotzdem gute Unterhaltung bot.

    Im komnenden Jahr wird sich zeigen, ob der DSC den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft erfolgreich widerlegen kann...

    Sonst? Grimma schrammte haarscharf an einer Heimniederlage vorbei. Das Oberlausitzer Duo "N&N" punktete auswärts, während die Kickers erneut verloren. Vorentscheidung im Abstiegskampf zugunsten Tauchas. Falls der "Strich" am Ende unter Platz 12 gezogen wird, wird es wohl Rapid u. Markrans erwischen. Alles mit Vorsicht zu genießen...

    Rechnerisch steht noch kein Aufsteiger fest, aber BW Leipzig, Freiberg u. NeustadtSpree werden sich ihre ersten Plätze nicht mehr nehmen lassen. Spannend bleibt es zwischen Rabenstein u. Fortuna Chemnitz, die heute beide klar gewannen.

    Kurz und bündig:


    Copitz - Riesa 1 : 3 (0:1).


    0:1/41. Spindler.

    0:2/50. Schröter.

    1:2/62. Prentki.

    1:3/89. Schröter.


    Gut 150 Zuschauer bei hochsommerlichen Temperaturen. Etwa 60 Gäste darunter. War nicht leicht auszumachen, da viele mitten unter uns standen...


    SR Köber und seine Assistenten Nixdorf/ Gärtner ohne jede Probleme.


    Hoffentlich ist der Monatswechsel kein Beginn einer neuen Serie: im April hat der VfL dreimal verloren, im Mai 10 Punkte aus 4 Spielen geholt, im Juni stehen nach der heutigen Niederlage noch zwei Spiele aus. Auch wenn es nur noch um die Goldene Ananas geht: die Hoffnung auf Platz 6 ist dahin, jetzt sollte wenigstens Platz 7 behauptet werden!


    Der VfL will die zweite Mannschaft unbedingt in der Landesklasse halten und delegierte die Youngster Henschel, Löwe und Scykalka dahin. Ich enthalte mich dazu jeden Kommentars, sportlich hat es geholfen mit einem 3:2-Sieg in Gröditz. Entsprechend dünn besetzt war die Ersatzbank der "Ersten".


    Fußballfans sind ja bekanntlich überhaupt nicht abergläubisch. Mir hat schon der kurzfristige Austausch von Schiri Lars Taugerbeck nicht gefallen, mit dem Copitz meist gewonnen hat (um hier nochmals klarzustellen: John Köber hatte nichts, aber auch gar nichts mit dem Ausgang des Spiels zu tun!). Dann stand Standuhr das ganze Spiel neben mir, was bisher immer mit einer VfL-Niederlage endete, zuletzt in Großenhain. Zudem ging auch noch die Seitenwahl schief, Copitz begann in Richtung Kiosk, also "falsch" herum. Auf gut deutsch hätte man bei diesen Temperaturen gar nicht erst anzupfeifen brauchen. Aber schließlich wollten die doch recht zahlreichen Zuschauer etwas sehen für ihr Eintrittsgeld und der Umsatz am Kiosk war vor und während der 90 Minuten auch ordentlich!


    Eine tiefgreifende Analyse erspare ich mir. Wenn im Kopf irgendwie "Sommerfußball" programmiert ist, kriegt man das nicht raus. Nicht, dass irgendwer absichtlich schlecht spielt oder weniger läuft - aber man hatte immer den Eindruck, der VfL gibt nur 95 Prozent. Das reicht eben nicht gegen eine Mannschaft, die zwar keinen begnadeten Fußball zelebriert, aber irgendwie befreiter aufspielte, nachdem der Klassenerhalt schon vor dem Spiel perfekt war. Der VfL versuchte von Beginn an, sein ballbesitzorientiertes Spiel aufzuziehen - aber das gelang heute nur höchst ungenügend, weil die Fehlpassquote während der gesamten Spieldauer einfach zu hoch war. Lange Zeit waren die Gäste darin ebenbürtig, aber denen gelang es etwas öfter, sich in Richtung des gegnerischen Strafraums durchzutanken. Spätestens dort war dann aber meist Endstation. Bis zur 40. Minute registrierte ich eine Torchance für Riesa und eine halbe für Copitz (Fallrückzieher Scholz), eigentlich ein typisches 0:0-Spiel. Doch als die Riesaer wieder mal über die Mittellinie kamen, liefen die VfL-Spieler nur nebenher und Sportkamerad Spindler sagte freistehend "danke!".

    Ein entscheidender Unterschied war, dass dem VfL seine Fehler oft in der eigenen Hälfte passierten und Ballverluste damit oft gleich mit Gefahr verbunden waren. Eine stärkere Mannschaft als Riesa hätte daraus eigentlich mehr Torchancen erzwingen müssen. Aber wozu? Sowohl beim zweiten als auch beim dritten Gegentreffer machte je ein Copitzer Abwehrspieler (Namen tun nichts zur Sache) den Weg frei und ein Philipp Schröter weiß natürlich, wo das gegnerische Tor steht. Dass das Spiel bis kurz vor Schluss noch nicht entschieden war, lag an Prentkis Freistoß, der nicht unhaltbar im linken unteren Eck einschlug. Auch in ein, zwei anderen Szenen machte Torwart Goldammer nicht die allerglücklichste Figur. Insgesamt hatte die Defensive der Gäste aber alles im Griff und ließ kaum wirkliche Torchancen zu. Das lag aber auch daran, dass sich Kärger oft in Einzelaktionen aufrieb und andere Offensivkräfte eben in Gröditz im Einsatz waren. Persönlich konnte ich auch die Wechsel des Trainers nicht nachvollziehen - da ich nicht nachgefragt habe, lasse ich es dabei bewenden.

    Somit sind Copitz und Riesa mindestens bis morgen Tabellennachbarn. Und auch wenn die direkte Bilanz gegen Stahl weiterhin sehr negativ aussieht, können wir den Tabellenplatz vor den Riesaern hoffentlich bis zum Saisonende behaupten...


    Morgen und am Pfingstsonnabend bin ich ein bisschen hoppen, in vierzehn Tagen erwarte ich gegen Niesky eine Steigerung!

    Die BSG Chemie kann erstaunliche Wirtschaftszahlen für eine Oberligasaison vorweisen. Das Jahr weiter unten hat ihnen scheinbar gut getan. 8)

    https://www.sportbuzzer.de/art…umsatz-375-000-euro-gewi/

    Zum einen hat Chemie ungefähr genausoviele Zuschauer wie die 15 anderen zusammen, zum anderen gehören zwei DFBPokalspiele natürlich nicht zum Standard von Oberligisten. Da hat man nachträglich gesehen in der vorangegangenen Abstiegssaison die richtigen Spiele gewonnen. Wenn man dann noch mit dem eingenommenen Geld ordentlich umgeht, wäre das eine neue Qualität.

    Und hier noch mal die aktuelle Tabelle, da sie ja immer noch nicht bei fussball.de steht:


    1. Grimma 25/61

    2. Kamen 26/48

    3. Niesky 25/45

    4. Lößnitz 25/41

    5. Neusalza 25/40

    6. Großenhain 25/39

    7. Copitz 25/37

    8. Markkleeberg 25/32

    9. Mittweida 25/32

    10. Riesa 25/31

    11. Radebeul 26/30

    12. Taucha 25/24

    13. Rapid 26/23

    14. Markrans 25/22

    15. Glauchau 25/18


    Danke an den Computer von sammy für die Vorarbeit, da brauchte ich nur abzuschreiben.

    Wieder zuhause, noch ein paar Worte zum Aufsteiger. Mit dem FC Grimma verlässt der Verein die Liga, der nach Copitz die meisten Spielzeiten in ihr absolviert hat. Von 1990 bis 1997 sowie von 2006 bis 2019 waren die Muldestädter insgesamt 20 Jahre dabei. Man kann also sagen, in Grimma gibt es öfter Hochwasser als Auf- oder Abstiege...

    Zwischendurch spielten sie neun Jahre lang in der damals viel attraktiveren Oberliga. Grimma schlug dort alles, was regional Rang und Namen hat, mindestens einmal: Lok u. Chemie Leipzig (als VfB u. Sachsen), Halle u. Magdeburg, Carl Zeiss Jena u. Dynamo Dresden.

    Ob die neue Spielklasse und die neue Spielstätte den Zuschauerschnitt von den in sächsischen Kleinstädten üblichen gut 100 treuen Unentwegten sonderlich anheben werden, ist zu bezweifeln. Zumal beim Muldederby gegen Eilenburg wohl der größte Andrang herrschen wird.

    In den letzten Jahren standen die Grimmaer in der Abschlusstabelle immer weit vorn, meist auf den dritten Platz. Der Trainerwechsel im letzten Sommer und der Stadionneubau deuteten schon vor der Saison darauf hin, dass man es diesmal wissen will. Zielstellung klar erfüllt, im Herbst oft mit Ergebnisfußball, im Frühjahr souverän. Da kann man es auch verschmerzen, dass die 13 erzielten Tore gegen Olbernhau noch aus der Wertung fallen werden.

    Jetzt wünsche ich den Grimmaern noch zwei Heimsiege - dann hat Copitz in dieser Saison als einzige Gastmannschaft an der Mulde gepunktet.

    Im nächsten Jahr kommen also Union Sandersdorf, der VfB Krieschow oder immerhin der VFC Plauen an die Mulde. Attraktiver als Markkleeberg, Riesa oder Mittweida klingt das auch nicht. Aber die generelle Zukunft der Oberliga ist wieder ein anderes Thema...

    Für Grimma ist sportlich zunächst die Frage, ob man sich eher wie der FC Eilenburg oder wie Hohenstein-Ernstthal schlägt. Und nach ein, zwei Jahren weiß man auch, ob es wirtschaftlich Sinn macht.

    Zweimal Sachsenliga am Wochenende - zwei Tage keine Zeit im Büro, was zu schreiben. Also fasse ich mich mal etwas kürzer als sonst:


    Zum Sonnabendspiel hat saxsophon eigentlich alles geschrieben, deshalb nur punktuelle Ergänzungen. Kamenz hat speziell in der ersten Halbzeit richtig guten Fußball gespielt - dabei allerdings etwas den Zweck des Spieles vergessen, Tore zu erzielen. Bei herrlichstem Fußballwetter waren gut 150 Zuschauer anwesend, darunter etwa 25 Gäste. Einige davon im blauen Meistertrikot. Neben und hinter mir saßen und standen noch einige groundhopper. Einer davon stellte schon bei der Startaufstellung fest: "Kamenz spielt im 4-4-2!" Da wollte ich mich nicht lumpen lassen und schaute mir mal die Grimmaer Startformation etwas genauer an. Die Gäste hatten Anstoß und standen im 1-3-7: ein Torwart hinten, drei Leute auf einer Linie in der eigenen Hälfte sowie sieben Spieler aufgeschnürt an der Mittellinie. Interessante Formation! Der Anstoß wurde nach hinten gespielt, und prompt verstolperte einer der drei den Ball. Zwei Kamenzer reagierten blitzschnell und so ergab sich eine Angriffssituation zwei gegen zwei. Allerdings brachten beide Kamenzer den Ball nicht im Tor unter. Erst scheiterte die Nummer 8 am Torhüter, dann schoss Sobe freistehend am Tor vorbei.

    Einige Grimmaer wirkten geistig noch etwas angeschlagen von der Meisterfeier, trotzdem kamen die Gäste zu wenigen, aber hochkarätigen Chancen. Die erste nach knapp zehn Minuten und einem Missverständnis in der Kamenzer Abwehr. Die zweite Chance nutzte Torjäger Jackisch zur Führung, der sich nach einem langen Ball gegen zwei Gegenspieler durchsetzen konnte und einnetzte. Das entsprach zwar dem Tabellenstand, aber nicht dem Spielverlauf. Wenig später konnte Franz Häfner ausgleichen, eigentlich hätte es zu dem Zeitpunkt aber schon mindestens 3:1 stehen müssen.

    Nach dem Wechsel war das Spiel dann ausgeglichener, der Grimmaer Trainer muss in der Kabine wohl doch etwas laut geworden sein. Dennoch weiterhin Vorteile für Kamenz, aber wieder zwei Riesen für Grimma: einmal vertändelte Kamenz den Ball in der eigenen Hälfte, später kam es zu oben erwähnter Freistoßsituation. Damit ein paar Worte zu Schiri Markowitz. Anfangs wollte er die Spieler in einer durchgängig männlich geführten Partie wohl etwas an der langen Leine lassen, ließ einige Freistoßpfiffs aus und verzichtete auch auf die eine oder andere gelbe Karte. Aber eine einheitliche Linie brachte er nicht so richtig rein. Dazu waren einige Kamenzer Zuschauer ebenso wie der Grimmaer Trainer verbal aber mal so richtig in Form und kommentierten jeden zweiten Pfiff lautstark. Mindestens einmal waren die Kamenzer Proteste klar berechtigt: Sobe wurde in der 83. Minute genau auf meiner Höhe klar von den Beinen geholt, das muss Elfmeter geben. Im Gegenzug entstand dann die Freistoßsituation, die ich gar nicht so genau mitbekommen habe. Jedenfalls war es gut, dass Grimma das Spiel nicht noch gewonnen hat - das wäre wirklich unverdient gewesen. Andererseits spricht es für den Spitzenreiter, wenn er auch mit einer etwas rumpeligen Leistung beim Tabellenzweiten ein Remis holt.

    Ich wünsche den Grimmaern viel Erfolg in der Oberliga. Vielleicht hole ich mir mal den Ground, wenn das neue Stadion fertig ist. In unserer Gegend spielen sie ja vorerst nicht mehr - aber man wird sich irgendwann wiedersehen...


    Einen Tag später dann in Markranstädt. Nirgends hat der VfL in der Landesliga so oft gewonnen, allein sechsmal in den acht Jahren von 2000 bis 2007 - jedesmal mit einem Tor Unterschied! Diese Tradition wurde nun nach einiger Unterbrechung fortgesetzt:


    SSV Markranstädt - VfL Pirna-Copitz 0 : 1 (0:1).


    Tor: Kärgi wird in der 33. Minute halblinks angespielt, läuft an der 16er Linie zur Mitte, wobei er mindestens zwei Gegenspieler stehen lässt und vollendet dann aus etwa 14 Metern ins von ihm aus gesehen rechte Eck.


    Etwa 80 bis 90 anwesende Zuschauer, darunter genau 11 Gäste.


    Schiri Fiebig nicht immer einheitlich, aber ohne entscheidende Fehler.


    Die Bratwurst wie immer lecker - mal sehen, in welcher Spielklasse es die nächste Saison geben wird.


    Beim VfL fehlte Trainer Paulus, Enni Mühle vertrat den "Chef" und der leicht verletzte Stefan Höer gab den "Co". Wie schon bei Rapid Chemnitz verschlief der VfL die erste Viertelstunde komplett und konnte sich bei Ron Wochnik bedanken, der dreimal großartig parierte. Danach war die Partie bis zum Schluss eigentlich ausgeglichen und nicht besonders hochklassig. Markranstädt wollte unbedingt, konnte aber nicht so richtig. Beim VfL stabilisierte sich die Deckung und vorn hoffte man auf Einzelaktionen. Das hat am Ende geholfen, nicht zum ersten Mal in dieser Saison machte Kärgi den "Unterschied" aus. Das ist wichtig, aber zum Sieg trug vor allem eine ab der 15. Minute weitgehend konzentrierte Defensivleistung bei. Das Chancenverhältnis am Ende dann doch etwa 8:2 (5:1) für die Gastgeber, den zweiten "Riesen" für Copitz hatte Basti Scholz auf dem Fuß. Markranstädt scheiterte am Ende an sich selbst und stand auch im sechsten Heimspiel des Jahres 2019 ohne Punkt da.


    Endlich wieder ein Auswärtssieg, der auch in der Tabelle zählt! Trotzdem warte ich im Jahr 2019 noch auf einen wirklich überzeugenden Auswärtsauftritt (vom 3:0 in Pockau abgesehen, aber da war der Gegner auch nicht so stark). Nach den klaren Niederlagen bei starken Gegnern in Großenhain und Kamenz offenbarte der VfL auch in Chemnitz und Markrans große Probleme - aber weder Rapid noch Markrans hatten die Klasse, dies auszunutzen. Und in beiden Spielen biss sich die Mannschaft förmlich ins Spiel, wofür sie dann auch mit Punkt(en) belohnt wurde.


    Auswärts sehe ich den VfL in dieser Saison nicht mehr. Ich freue mich auf zwei interessante Heimspiele gegen Riesa und Niesky, bevor es am letzten Spieltag ohne mich nach Taucha geht. Das Drama im Abstiegskampf schauen wir uns von einem sicheren 7. Platz aus an. Geschenke werden aber weiterhin nicht verteilt!

    Saxsophon

    Ich kriege es nicht hin, dir ne PN zu schreiben. Bin morgen in Kamenz. Vielleicht können wir ja mal ein bissel schwätzen. Ich werde erst mal dort stehen, wo wir auch gegen Copitz gestanden haben, also am Cola- und Bratwurststand. Bin eher ein unauffälliger Durchschnittstyp: mittelgroß, mittelalt (geschmeichelt), jeansbekleidet, Brille, Bauchansatz...

    Was ich nicht verstehe: sowohl Bautzen als auch Neugersdorf haben zu Beginn der Rückrunde noch den Trainer gewechselt. Das macht man doch nur, wenn nan unbedingt die Klasse halten will. Und zumindest im Fall Bautzen dürfte der Trainerwechsel auch ordentlich Geld gekostet haben.

    In Sachsen ist der Termin für Verzichtserklärungen der 30. April. Das halte ich für ausreichend, aber auch notwendig in Sachen Planungssicherheit. Trotzden gab es auch hier schon Rückzüge weit danach und zuletzt dreumal in Folge während der laufenden Landesligasaison. Den Königsweg gibt es wohl nicht...

    Viel Chaos, viel Spekulationen. Es kann nicht sein, dass sich Vereine nach Saisonschluss überlegen, wo sie denn ab August spielen wollen.

    Mal sehen, was noch kommt. Ziemlich sicher dürfte Ludwigsfelde in die Nordstaffel wechseln - worüber man dort ganz gewiss nicht traurig ist.

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