Türkiyemspor Berlin 2011/2012


  • Danke mal für den Blick hinter die Kulissen von einem der nah dran ist, bin kein Fachmann besteht aber nicht die Gefahr wenn man zulange mit der eröffnung der Insolvenz wartet das es eine Insolvenzverschleppung wird die ist glaube ich strafbar, und dann ist mir von unserer Insolvenz in Erinnerung das auch dort bis zu einem Stichtag eine nicht unerhebliche Summe zur Eröffnung der Insolvenz gebraucht wird, wurde sonst wären wir aus dem Vereinsregister gelöscht worden.


    Naja Trotzdem viel Glück.


    Sport Frei willy79er

    Menschen die sich einer Politischen Ideologie sowie einer Religion hingeben, stellen eines Tages das Denken ein und vergessen Mensch zu sein.vonT.M.V.W.

  • Involvenzverschleppung kann es ja nicht mehr geben, da diese ja bereits angemeldet wurde. Der Insolvenzverwalter wird sich nun in den kommenden Wochen einen kompletten Überblick verschaffen müssen und ich vermute, dass dies nicht so leicht werden wird...


    @ Guenther


    Mein größter Respekt gilt deinen offenen Ausführungen. Ich sehe es wie du: es bleibt zu hoffen, dass der Verein NICHT gänzlich von der Fußball-Landkarte verschwindet. Schlimm genug, dass Leute, die ggf. schon seit Jahren ehrenamtlich dem Verein die Treue halten dort ggf. mit runter gezogen werden. Aber auch ein Verein wie Tasmania oder Blau-Weiß 90 oder jetzt TeBe hat dieses Szenario durch gemacht resp. macht es durch, ohne gänzlich zu verschwinden. Das wird auch nicht passieren, zur Not gibt es eine Namensänderung inkl. neuen Verantwortlichen und vor allen Dingen die Chance in Zukunft alles - oder zumindest vieles - deutlich besser zu machen.


    Mir dennoch schleierhaft, wie man bis zuletzt so dem Größenwahn verfallen konnte und Unsummen vertraglich versprochen hat, ohne deren Deckung sicher gestellt zu wissen... :nein:


    Was mich nur interessieren würde ist (natürlich), ob tatsächlich die 1. Männermannschaft den Gang in die Berlin-Liga antreten muss oder aber die A-Jugend zwangsweise eine Klasse tiefer eingestuft wird. Wie ich darauf komme? Ich meine mich erinnern zu können, dass die Statuten vorgeben im Falle einer Insolvenz die klassenhöchste Mannschaft "zwangsabsteigen" zu lassen. Seinerzeit bei TeBe wurde die Frauen-Mannschaft "heruntergestuft", der "Verursacher", die 1. Männermannschaft, blieb "ungeschoren". Bei Türkiyem spielt die A-Jugend in der Regionalliga, die Männermannschaft hingegen "nur" Oberliga. Nun weiß ich leider nicht, inwieweit Jugend-Mannschaften hier außen vor sind, zumal, wenn der Verein (wie von Guenther beschrieben), die B- u. A-Jugend dem Geschäftsbereich der Männerabteilung zugeordnet hat...!!!

  • tja, so ganz unbekannt kommen einem die aussführungen von Dir @ Günther nicht vor. so wie Du die situation schilderst, kommt Ihr an einem Insolvenzverfahren kaum herum. hier stellt sich dann zunächst die frage, ob Ihr genug Masse habt, dass das Verfahren überhaupt eröffnet werden kann (allein die verfahrenskosten bewegen sich gut und gerne im fünfstelligen bereich); aufwandsentschädigungen für neue spieler(falls die alten alle weggehen) müssen wahrscheinlich für die restsasion vorab gezahlt/hinterlegt werden ( da haut die erhöhung der berufsgenossnschaft auf die vertragsuntergrenze von 250,00 € richtig rein /sofernich hier richtig lige). Da es Dir Günther primär um den Jugendbereich geht, würde ich an Eurer Stelle zur Sicherheit an einem Plan B (=Vereinsneugründung) arbeiten; ach ja, im Insolvenzverfahren können keine Mitgliedsbeiträge eingezogen werden - auch Geld das fehlt; freiwillige zahlungen der beiträge über das vereinskonto gehen in die insolvenzmasse... helfen also nicht, die laufenden kosten zu decken ( zukünftige sponsorenverträge im rahmen, eintrittsgelder etc. können demgegenüber für die laufenden kosten genutzt werden)


    deshalb bitten wir um spenden, die auf die offenen mitgliedsbeiträge angerechnet werden.


    http://www.tebe.de/artikel2685.html


    wünsche Euch viel Erfolg, dass Ihr die Kurve kriegt (ist ne scheiß kräftezährende arbeit)


    celeon: ich glaube nicht, dass die Jugendmannschaften mitzählen; als wir die zweite Insolvenz anmeldeten war m.E. eine der jugendmannschaften in der Bundesliga; allerdings sind die Männer (wie seinerzeit die Damen) regulär abgestiegen, so dass das evtl. keine Rolle spielte - die Frage ist allerdings, ob sich Türkiyem die Reisekosten dann noch leisten kann


    alles gefährliches halbwissen hier von mir

    ich war TeBe - ich bin TeBe - ich werde TeBe sein


    Der Internationalismus hört am Strafraum auf

    Einmal editiert, zuletzt von ping-pong-alex ()

  • Was mich nur interessieren würde ist (natürlich), ob tatsächlich die 1. Männermannschaft den Gang in die Berlin-Liga antreten muss oder aber die A-Jugend zwangsweise eine Klasse tiefer eingestuft wird. Wie ich darauf komme? Ich meine mich erinnern zu können, dass die Statuten vorgeben im Falle einer Insolvenz die klassenhöchste Mannschaft "zwangsabsteigen" zu lassen. Seinerzeit bei TeBe wurde die Frauen-Mannschaft "heruntergestuft", der "Verursacher", die 1. Männermannschaft, blieb "ungeschoren". Bei Türkiyem spielt die A-Jugend in der Regionalliga, die Männermannschaft hingegen "nur" Oberliga. Nun weiß ich leider nicht, inwieweit Jugend-Mannschaften hier außen vor sind, zumal, wenn der Verein (wie von Guenther beschrieben), die B- u. A-Jugend dem Geschäftsbereich der Männerabteilung zugeordnet hat...!!!


    Wenn, dann müsste die 1. Männermannschaft absteigen. Ich habe diese Frage (grundsätzlich, nicht in Bezug auf Türkiyem) auch bereits mit verschiedenen Personen diskutiert. Angeblich soll es irgendeine Gewichtung der einzelnen Spielklassen geben mit deutlicher Betonung der Männerspielklasse. Irgendein Dokument diesbezüglich habe ich aber auch noch nicht gezeigt bekommen.


    Alles Gute - Türkiyem!

    Alte Försterei seit 1920 :
    nie fünftklassig - nie in Insolvenz - keine Namens- oder Emblemänderung seit Vereins(wieder)gründung

  • Wenn, dann müsste die 1. Männermannschaft absteigen. Ich habe diese Frage (grundsätzlich, nicht in Bezug auf Türkiyem) auch bereits mit verschiedenen Personen diskutiert. Angeblich soll es irgendeine Gewichtung der einzelnen Spielklassen geben mit deutlicher Betonung der Männerspielklasse. Irgendein Dokument diesbezüglich habe ich aber auch noch nicht gezeigt bekommen.

    Der Zwangsabstieg der klassenhöchsten Herren-Mannschaft eines Vereins in Insolvenz ergibt sich aus § 6 der DFB-Spielordnung.
    Ausnahme: Bei insolventen Vereinen, dessen klassenhöchste Herren-Mannschaft unterhalb der 5. Spielklassenebene, also bei Herren-Mannschaften aus dem NOFV-Bereich unterhalb der NOFV-Oberliga spielt und dieser Verein gleichzeitig mit einer Frauen-Mannschaft in der Bundesliga, 2.Bundesliga oder Regionalliga vertreten ist, muß nicht die klassenhöchste Herren-Mannschaft absteigen, sondern die klassenhöchste Frauen-Mannschaft


    §6
    Verein/Kapitalgesellschaft in Insolvenz


    1. Die klassenhöchste Herren-Mannschaft eines Vereins, über dessen Vermögen das Insolvenzverfahren eröffnet oder bei dem die Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse abgelehnt wird, gilt als Absteiger in die nächste Spielklasse und rückt insoweit am Ende des Spieljahres an den Schluss der Tabelle. Nimmt diese Mannschaft an den Spielen einer Spielklasse unterhalb der 5. Spielklassenebene teil und verfügt der Verein über eine Frauen-Mannschaft, die in der Bundesliga, 2. Frauen-Bundesliga oder
    Regionalliga spielt, so gilt die klassenhöchste Frauen-Mannschaft als Absteiger.
    Die Anzahl der aus sportlichen Gründen absteigenden Mannschaften vermindert sich entsprechend.
    2. Die von einer solchen Mannschaft ausgetragenen oder noch auszutragenden Spiele werden nicht gewertet.
    Dies gilt nicht, wenn die Entscheidung über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder seine Ablehnung nach dem letzten Spieltag, aber vor Ende des Spieljahres (30.6.), getroffen wird...


    Link zum DFB

  • Jetzt ist es amtlich: Türkiyemspor hat am Donnerstag den Antrag auf ein Insolvenzverfahren gestellt.
    Der Insolvenzverwalter hat heute die Verantwortlichen und die Interessierten unseres Vereins über den weiteren Ablauf unterrichtet (Eröffnung des Insolvenzverfahrens Ende des Monats, Erstellung eines Rettungsplanes für den Verein, Jugend bleibt vom Insolvenzverfahren unberührt usw.).
    Wahrscheinlich hatten die Männer heute ihr letztes Punktspiel (2:4 gegen Torgelow), denn die Vereinsverantwortlichen wollen in der Rückrunde die Männer aus der Oberliga zurückziehen.


    Ich halte die Einleitung des Insolvenzverfahrens für einen nötigen Schritt und die einzige Möglichkeit, den Verein Türkiyemspor zu entschulden und ihn somit in seiner Gesamtheit zu erhalten.


    :schal1: :support: :schal1: :support: :schal1: :support: :schal1:


  • Das scheint ein besonderes Insolvenzverfahren zu werden, ich würde es mal als politisches bezeichnen. Was hat das alles mit dem fünfzigsten "Jahrestag" zu tun?


    Man nutzt halt jeden Strohhalm ... und unterm Strich bleibt wieder eines: Der Fußball lst natürlich nicht politisch.


    Der Verein ist an sich selbst gescheitert, an jenen Personen, die den Verein seit Jahren missbraucht haben und die ihn in den Abgrund führten. Aufgeblasene Quotenvorstände mit Posten für jeden Selbstdarsteller machen jeden Verein kaputt. Die Jungs ganz oben bei Türkiyem hat doch nur der Posten interessiert und für ein paar Euro, die öffentlichkeitswirksam verteilt wurden, haben sie sich als VIP-Sponsor gefühlt.


    Wichtig waren die Pressemeldungen zu einem Bus, den man schnell verscherbelte, um an Geld zu kommen. Aber aufs Bild musste jeder mit drauf ...


    Wobei es jetzt sicher einfach ist zu sagen 'Jaja, die Türken - die haben es nicht drauf, die sind so!' ... manch' deutscher Verein agiert nicht anders!

    Es gibt keinen besseren Grund, höflich zu sein, als die Überlegenheit.
    (M. von Ebner-Eschenbach)
    Höflichkeit ist der Versuch, Menschenkenntnis durch gute Manieren zu mildern.
    (Jean Gabin)

  • Hat doch nix mit Türken zu tun. Es ist einfach nicht rechtens mit Scheinen zu winken, die man gar nicht hat. Für dieses Verhalten gehört der Club anständig aus der Liga geschmissen. Die Pressemitteilung liest sich auch wieder göttlich, widrige Umstände, alles schmeißen sie den armen Türken Steine in den Weg, immer sinds die anderen.

  • Hat doch nix mit Türken zu tun. Es ist einfach nicht rechtens mit Scheinen zu winken, die man gar nicht hat. Für dieses Verhalten gehört der Club anständig aus der Liga geschmissen. Die Pressemitteilung liest sich auch wieder göttlich, widrige Umstände, alles schmeißen sie den armen Türken Steine in den Weg, immer sinds die anderen.


    So in etwa meinte ich es auch.

  • Interessanterweise sehen auch die weitaus meisten Menschen, die mehr oder weniger mit Türkiyemspor zu tun haben, es so. Auch wenn der zitierte Absatz aus der Pressmitteilung
    Finanziell war Türkiyemspor nie auf Rosen gebettet. Fast ausschließlich
    von Geschäftsleuten aus der türkischen Community Berlins getragen,
    wurden sportliche Erfolge in Kreuzberg gefeiert. Doch Sponsoren aus der
    Mehrheitsgesellschaft konnten sich nicht für den Multi-Kulti
    Vorzeigeclub erwärmen. Zudem litt Türkiyemspor unter institutioneller
    Benachteiligung. Fehlende feste Sportplätze für den Trainingsbetrieb,
    als auch eine fehlende sportliche Heimstätte stellten eine permanente
    Bedrohung des Spielbetriebes dar.
    von der Aussagekraft her nicht falsch ist, verquickt er aber Dinge miteinander, die nur nebensächlich mit der jetzigen Situation zu tun haben. Die Ursachen für das wirtschaftliche Scheitern unseres Vereins sind hauptsächlich in dem fehlerhaften Agieren unserer Vereinsführungen der vergangenen Jahren zu suchen und zu finden. Und diese Fehler beginnen schon Ende der 80er Jahre, als Türkiyemspor Tausende faszinierte und in das Katzbachstadion lockte, die Sponsoren sich um Werbung bei Türkiyemspor rissen und somit sehr viel Geld bei relativ geringen Kosten (z. B. gab es keine Reisekosten in der Westberliner Oberliga) in die Kassen gespült wurde. Statt diese Finanzmittel zum Ausbau der Vereinsstrukturen, die damals schon nicht besonders gut waren, zu verwenden, kann man heute sehr viele Gerüchte von sehr vielen alten und enttäuschten Türkiyemspor-Anhängern hören, wie das Geld tatsächlich verwendet wurde (wie bemerkt: es sind Gerüchte!). Jedenfalls hätte man Anfang der 90er Jahre für wenig Geld Sportplätze im Ostteil der Stadt (z. B. dem benachbarten Treptow) erwerben und herrichten können, um zumindest für die Leistungsteam anständige Trainingsbedingungen und Vereinsräume zu schaffen.
    Sehr viel später war so etwas viel schwieriger zu bewerkstelligen, da sich da schon weit traditionsreichere Vereine die Plätze gesichert hatten.
    Und auch die letzten 5 Jahre waren alles andere als Jahre, in denen sauber gewirtschaftet wurde. Gerade die drei Regionalliga-Jahre waren bei unseren Vereinsführungen geprägt von Größenwahn und der Auffassung, die Fussball-Verbände (vom BFV über NOFV bis hin zum DFB) haben sich nach uns zu richten und nicht wir nach ihnen bzw. ihren Statuten. Der jetzige Schuldenstand ist in diesen Jahren entstanden.
    Ich halte nichts davon, dass jetzt in der Pressemitteilung auf Begriffe wie Multi-Kulti und Mehrheitsgesellschaft zurückgegriffen wird. Wenn ein Verein Pleite ist, hat das nichts mit der wie auch immer aussehenden Zusammensetzung seiner Akteure zu tun sondern mit der Arbeit der Vereinsführungen. Die ursprüngliche Pressemitteilung, die uns am Sonntag vom Aufsichtsratsvorsitzenden und dem vorläufigen Insolvenverwalter übergeben und dann von ihnen erläutert wurde, enthielt den zitierten Absatz übrigens genauso wenig wie den letzten Satz mit dem Hinweis auf 50 Jahre Abwerbeabkommen. Diese Verquickungen wurden später von unserem Mediateam eingefügt, sind aber in dieser Form mit Sicherheit eine Position, die im Verein so nicht mehrheitsfähig ist und dem Verein auch schadet, wie wir hier an den Reaktionen von einigen Foristen auch erkennen können.


    :schal1: :support: :schal1: :support: :schal1: :support: :schal1:


  • Danke!

  • Steht Türkiyemspor nun als Absteiger fest??? :gruebel:

    Zwar wurde laut Medienberichten der Antrag heute vor einer Woche gestellt, sodaß der NOFV als zustandiger Verband, soweit noch nicht geschehen, spätestens zum Wochende darüber informiert sein müsste.


    Als Absteiger nur aufgrund eines beantragten IV kann aber keine Mannschaft als Absteiger feststehen.
    (Was ich auch völlig richtig finde, denn ansonsten würde Sportfeinden Tür und Tor zur Manipulation mittels gefakter IV-Anträge, insbesondere bei in Rundenspiele (Spiele – bei denen jeder gegen jeden in Vor- und Rückspiel bei wechselseitigem Platzvorteil anzutreten hat) ausgetragene Meisterschaften gegeben.)


    Erst mit Eroffnung des IV bzw. dessen Ablehnung mangels Masse steht dieser Oberligist als Absteiger fest.
    Dies ist offensichtlich nicht bzw. noch nicht geschehen.


    Dazu ist im § 6 der Spielordnung des NOFV Link zum Dokument Folgendes festgelegt:
    "Insolvenz


    1. Der Verein ist verpflichtet, den NOFV über die Geschäftsstelle binnen einer Frist von zehn Tagen von der Antragstellung auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bzw. die Rücknahme eines solchen Antrages schriftlich zu informieren.


    2. Der Verein ist verpflichtet, den NOFV binnen einer Frist von drei Tagen nach Zustellung des Beschlusses zur Eröffnung bzw. Ablehnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse unter Beilegung einer beglaubigten Abschrift des Amtsgerichtsbescheids schriftlich in Kenntnis zu setzen.


    3. Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens gemäß Nr. 2. dieses Paragrafen ist die spielklassenhöchste Herren- oder Frauenmannschaft des Vereins sofortiger Absteiger und beendet den Spielbetrieb mit dieser Mannschaft nach Präsidiumsbeschluss..."