Landesliga Sachsen 2022/23 - die 33. Spielzeit

  • "Unverhofft kommt oft" oder "Wenn man glaubt es geht nicht mehr, ..."

    VfL Pirna-Copitz 07 - FSV Motor Marienberg 5:3 (2:2)


    Vor dem Spiel wurden acht VfL-Spieler verabschiedet, darunter auch der in der Rückrunde verletzt pausierende Stammtorhüter Ron Wochnik und Mannschaftskapitän Sebastian Scholz und Marcel Reck. Schiedsrichter Christian Meisel tritt ebenfalls ab, machte in seinem letzten Spiel keine entscheidenden Fehler. Zum Abschluss gab es zumindest noch einmal eine versöhnliche Kulisse von über 100 Zuschauern (offiziell: 101), die ihr kommen nicht bereut haben dürften, es sei denn sie waren Gästefans. Doch auch denen wird die Niederlage keine besonders schlaflosen Nächte bereiten, können sie sich doch mit dem bereits seit vergangenem Wochenende feststehenden Oberliga-Aufstieg trösten.


    Tore:
    0:1 06. Maximilian Schreiter
    1:1 09. Oscar Haustein
    1:2 11. Kevin Werner
    2:2 31. Tom Grellmann
    3:2 63. Oscar Haustein
    4:2 67. Tom Grellmann
    4:3 80. Kilian Gerlach
    5:3 83. Tom Grellmann


    Das Spiel begann wie befürchtet, die klar favorisierten Gäste gingen bereits in der 6. Minute durch Schreiter in Führung. Man musste Schlimmstes befürchten, doch ausgerechnet Oscar Haustein, der bisher noch keinen Treffer auf seinem Konto hatte, machte dem bereits drei Minuten später ein Ende. Doch die Berg- und Talfahrt der Gefühle hatte noch längst nicht ihr Ende erreicht. Kaum hatte man richtig zu jubeln angefangen, so folgte gleich die nächste kalte Dusche. Der Torjäger der Gäste und seit gestern auch offizielle Besitzer der Torjägerkrone der Sachsenliga 2022/23, Kevin Werner, machte gleich 2 Minuten später sein 23. und letztes Tor der Sachsenliga-Saison. Doch in diesem Spiel war er nicht der "König". Tom "Grelli" Grellmann glich diesmal lange 20 Minuten später wieder aus. Das war dann auch der Halbzeitstand von 2:2. Erneut war es Oscar Haustein (63.), der ein weiteres wichtiges Tor schoss. Zum ersten Mal ging der VfL in Führung. Bereits vier Minuten später baute "Grelli" diese aus, doch die Erzgebirger gaben sich nicht auf. Für die bereits ausgewechselten Torschützen Maximilian Schreiter (bis 44.) und Kevin Werner (75.) sprang Kilian Gerlach (80.) in die Bresche und verkürzte auf 3:4. Nun ging das Zittern kurzzeitig wieder los, denn die Oderwitzer führten im Fernwettkampf in Lößnitz bereits mit 5:0 und hätten nur noch drei Tore gebraucht, um den VfL in die Landesklasse zu schicken, falls dem FSV Motor noch der Ausgleich gelungen wäre. Doch dazu kam es nicht. "Grelli" machte 3 Minuten später sein drittes Tor und damit den 5:3-Endstand perfekt. Oderwitz half auch ein 6:0-Auswärtssieg bei den bereits vor dem Spieltag geretteten Lößnitzern nichts, es geht nach einer Sachsenliga-Spielzeit zurück in die Landesklasse Ost. Wir werden ihnen keine Tränen nachweinen, immerhin besiegten sie uns zwei Mal, aus Oderwitz schickten sie uns mit einer 5:1-Klatsche nach Hause und auch in Copitz gewannen sie mit 2:0. Doch am Ende hat der VfL die Nase vorn! :bindafür::lach:

    Glückwunsch dem VfL für die couragierte Leistung zum Schluss, die man sich gern auch öfter gewünscht hätte! Die Gäste haben jedenfalls noch eine Menge zu tun, wenn sie nicht nach einem Jahr wieder in der Sachsenliga aufschlagen wollen. Denn der VfL war keinesfalls überlegen, was man auch nach dieser verkorksten Saison auch nicht erwarten konnte, doch Marienberg hatte in der Defensive mehr Schwächen, als man hätte annehmen sollen. Der VfL brachte sie zwar öfter als gewünscht mit Fehlpässen wieder ins Spiel, doch das vermochten sie - glücklicherweise - nicht zu nutzen.


    Erst einmal:

    :schal1: Glückwunsch dem VfL Pirna-Copitz 07 zum Klassenerhalt! :schal1:


    Doch das nächste Jahr wird sicher nicht viel besser, gibt es doch wieder einmal einen Umbruch in der Mannschaft nach den bereits am Anfang erwähnten Abgängen. Man hofft, dass sie auch nur annähernd gleichwertig ersetzt werden können!



  • Ui, was sind denn das für Töne.

    Wir werden ihnen keine Tränen nachweinen

    Klingt als würde Oderwitz, im ersten Jahr in der Liga, ein Angstgegner für Pirna zu sein. :lach:

    Oderwitz verspielte schon 5 Punkte am Anfang der Saison. Da wurde mir schon bange.

    Vielleicht kam der Trainerwechsel zu spät. Der Wegfall von Abwehrchef-Grittner konnte nie kompensiert werden.

    Ich weine der Liga keine Träne nach. Freue mich da schon auf Derbys mit Neusalz, Niesky und WSW.

    Auch die Fans vom DSC waren super lustig drauf.

    Na dann, viele weitere quälende Spiele in der Liga.

    Lieber ein Ende mit Schrecken(Oderwitz) als ein Schrecken ohne Ende(Pirna).

    :rofl:


  • Hartl, was ist nun!? Denke du bist hier zugelassen.

    Oder haste die Eignungsfragen nicht beantworten können. :lach:


    Spielbericht FC 1910 Lößnitz - FSV Oderwitz

    Der FSV Oderwitz siegt am letzten Spieltag der Landesliga Sachsen souverän mit 6:0 in Lößnitz, steigt aber trotzdem in die Landesklasse ab, da vom FSV Marienberg keine Schützenhilfe kam. Die Marienberger verloren ihr letztes Spiel beim direkten Abstiegskonkurrenten VfL Pirna-Copitz mit 3:5. Bis zur 65. Minute waren alle Hoffnungen für den Klassenerhalt der Oderwitzer intakt, denn in Pirna stand es zu diesem Zeitpunkt 2:2. Als aber Haustein für die Copitzer auf 3:2 stellte, war der Abstieg für die Oderwitzer so gut wie besiegelt.

    Die Oderwitzer Jungs lieferten hingegen bis zum Schluss eine tolle Leistung ab. Bereits zur Halbzeitpause führten die Oderwitzer mit 3:0. Bernhard, Kern und Monik schossen den FSV bereits frühzeitig auf die Siegerstraße( 10., 28 und 45. Minute. ). Die Gastgeber dezimierten sich frühzeitig selbst, denn bereits in der 36. Minute wurde der Lößnitzer Weiße nach einer gelbroten Karte des Feldes verwiesen.

    Auch nach der Halbzeit machten die Oderwitzer weiter mächtig Betrieb und schraubten durch drei weitere Treffer das Ergebnis bis auf 6:0 in die Höhe. Wieckiewicz in der 73. Minute, Bernhard in Minute 77 und noch mal Wieckiewicz in der Nachspielzeit waren die Torschützen für den FSV.

    Der Oderwitzer verabschieden sich somit erhobenen Hauptes nach einem Jahr aus Sachsens höchster Spielklasse und treten in der nächsten Saison wieder in der Landesklasse an.

    Verfasser: Hartmut1410

  • Vor dem Spiel wurden acht VfL-Spieler verabschiedet, ...

    Schiedsrichter Christian Meisel tritt ebenfalls ab, ...

    eine versöhnliche Kulisse von über 100 Zuschauern (offiziell: 101), ...



    Euer Stadionsprecher hat sich doch auch verabschiedet, oder?

    Von der Gegengerade gegen die Sonne grob durchgezählt in der 2. HZ waren ca. 170, darunter sicher 30 - 40 Gäste.

    Dies ist nicht für RTL, ZDF und Premiere, ist nicht für die Sponsoren oder die Funktionäre, nicht für Medienmogule und Ölmilliardäre!

  • Ach, Du hast das doch immer so schön geteilt. Jetzt musste mir nur noch sagen, wer Du bist, denn einen Zobak kenne ich nicht.

  • FV DD 06 Laubegast - Markranstädt 0:0


    Das letzte Saisonspiel stand an. Die Gäste standen vorher als Meister fest. Ihr Ziel war es nicht zu verlieren. Der Torwart hielt den Ball teilweise eine Minute am Fuß, bis er angelaufen wurde. Beim 0:0 in der 20. min...

    So war es ein klassischer lauer Sommerkick. Körperlich ging es noch ein paar Mal zur Sache.

    Das Verhalten einiger Gäste bestätigte den Eindruck der letzten Jahre. Bei einigen scheint zwischen den Ohren doch reichlich Platz zu sein. Mit dem Verhalten unwürdiger Meister. Von den Ergebnissen und der Konstanz alle mal. Glückwunsch dazu.


    Als Fazit für die blau gelbe Saison (meine persönliche Sicht):

    Viel Licht und Schatten und der Fakt, dass man keinen klaren Plan entwickelt hat, wie man Fußball spielt. Die individuelle Qualität haben aber für eine entspannte Saison gereicht. In der es ab der Rückrunde gefühlt um nichts mehr ging. Das immer wieder wechselnde Personal bzw. das Aufstellungswürfeln hat ein Einspielen leider selten möglich gemacht. Aber wen interessiert das in einer Woche noch.


    Als Fazit für die Landesliga (meine persönliche Sicht):

    Die Rückzüge von Inter und Kamenz sind eine Frechheit gewesen, der von Großenhain zwar konsequent und die Saison wurde zu Ende gespielt, aber wie schon vor einer Woche geschrieben, eigentlich Schade, was man mit dem Geld der letzten Jahre alles hätte machen können.

    Mit diesen Rückzügen, Marienberg, und den auf dem Papier außer Borea eher unattraktiven Aufsteigern wird die LaLi nicht wirklich attraktiver. Immerhin scheint Neugersdorf anzutreten, mal sehen wie lange.

    Copitz sehe ich ähnlich wie Zobi, den kann auch gut und gerne eine Striesensaison bevorstehen. Diverse Abgänge, keine Zweite, kaum ein Spieler will hin. Das kann ein schlimmeres Jahr werden, als das Vergangene.

    Bei einigen anderen Vereinen wird sicher wieder abzuwarten sein, was das liebe Geld macht.

    Vorne werden wohl die ähnlichen Truppen stehen, wie dieses Jahr und mal sehen was Neugersdorf noch so macht.


    Für mich persönlich endet das Thema Landesliga hier und es wird auch mein letzter Spielbericht zum FVL sein. Ich werde sicher in einem anderen Thread wieder auftauchen und mir ab und mal ein Spiel anschauen. In der Landesliga wird das aber wohl maximal noch Borea bei einem guten Gegner sein.


    Allen, die es mit einem Verein aus der Landesliga halten, viel Glück und Spaß beim supporten!

  • Eine Woche nach Saisonschluss ein paar abschließende Bemerkungen zum abgelaufenen Spieljahr. So nebenbei läuft Frankreich gegen Ukraine im TV.

    Nach zweieinhalb Jahren Corona hofften alle Fußballfans wieder auf eine normale Saison. So ganz ist das nicht gelungen, aber immerhin gibt es eine sportliche Abschlusstabelle mit Hin- und Rückspielen von 16 der 18 angetretenen Mannschaften.

    Mit Inter Leipzig und Einheit Kamenz gaben zwei Vereine unterwegs auf, zumindest im Falle der Leipziger ein strukturelles Problem und keine Spätfolge von Corona. Ansonsten haben alle vorausgesagt, dass Corona nicht ohne Folgen bleiben wird. Die tieferen Ursachen für den Kamenzer Rückzug bis in die Kreisliga müssen letztlich vor Ort geklärt werden und sind hier kein Thema. Zumal ich den Spruch mit dem Glashaus und den Steinen kenne. Im Falle meines Vereins erfolgte kurz vor Saisonbeginn ziemlich überhastet das "Aus" für die zweite Mannschaft wegen Spielermangels. Ärgerlich vor allem deshalb, weil derzeit richtig gute A-Jugend-Jahrgänge beim VfL unterwegs sind.

    Also, die Liga startete im August mit 18 Mannschaften. Ich hatte mir einiges vorgenommen, aber letztlich nur 24 der 30 gewerteten Copitzer Punktspiele gesehen, meist lag es am gleichzeitigen Dynamospiel - wo ich wiederum auch einige Spiele verpasst habe (Dynamo sollte wieder aufsteigen, da gibt es weniger Überschneidungen). Außerdem war ich bei zwei weiteren Spielen in Laubegast, also insgesamt bei 26 Begegnungen live vor Ort.

    Gleich zu Saisonbeginn sah ich zwei meiner Mitfavoriten gegen den VfL. In Großenhain verlor der VfL bei strömendem Regen ehrenvoll mit 0:1, die Röderstädter sollten noch eine mitentscheidende Rolle für uns spielen. Kurz darauf gewann Copitz völlig überraschend dank 100%iger Chancenverwertung mit 2:1 in Laubegast, die ich weiter vorn erwartet hatte und ihr Potenzial insgesamt wohl nicht ausschöpfen konnten. Zu diesem Zeitpunkt war beim VfL punktemäßig noch alles in Ordnung, aber der erste große Paukenschlag mit dem Rücktritt von Trainer Kessler (von dem ich bei einem Stadtrundgang in Trier erfuhr) schon passiert. Diese latente Unruhe verfolgte den Verein während der ganzen Saison. Unter Andre Heinisch ging es punktemäßig bergab und in der Rückrunde folgte mit Nico Däbritz der dritte Trainer. Dazu kam ein unglaubliches Verletzungspech. Bei einem ohnehin kleinen Kader fehlten bis zu 8 Spieler gleichzeitig, darunter Kemter, Glöß, Wochnik, Reichl und Unger monatelang. Das kann einfach nicht ersetzt werden! Trotzdem sah es nach 17 gewerteten Spielen ganz gut aus, weil Großenhain drei Tage nach einem Pokalkrimi gegen Grimma kräftemäßig am Limit war und 2:1 bezwungen werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt, im Februar, hatten sich Kamenz und Inter bereits zurückgezogen und mit Striesen stand der erste sportliche Absteiger frühzeitig fest. Die Lage war also noch halbwegs übersichtlich.

    Vorn schälten sich mit Markranstädt, Taucha, Großenhain und Marienberg im Laufe der Hinrunde vier Kandidaten für den Meistertitel heraus. Als zwei davon für die Oberliga meldeten, schien dieses Thema durch zu sein. Was folgte, war die bekannte unendliche Geschichte mit M&M. Am Ende wurde Markranstädt Meister und der SFV kreativ, so dass Marienberg aufsteigen darf. Der Meldetermin 30.4. sollte aber auch in wirtschaftlich schweren Zeiten für alle einzuhalten sein! Zum Aufsteiger kann ich sonst nichts sagen, ich habe keines der beiden Spiele gegen Copitz gesehen.

    Im März und April spielte Copitz u.a. gegen alle Mitkonkurrenten im unteren Tabellendrittel. In diesen Spielen hoffte ich auf die nötigen Punkte, es folgte stattdessen eine in der Vereinsgeschichte einmalige Serie von neun Niederlagen in Folge. Ein paarmal war der VfL chancenlos, aber fünfmal war es eng. Allein drei Niederlagen setzte es in der Nachspielzeit, beim Rückspiel gegen Laubegast hatten wir Pech mit dem SRA. Anfang Mai schien der Abstieg besiegelt, dann halfen uns "G&G": Grimma schaffte mit einem tollen Schlussspurt den Klassenerhalt in der Oberliga und Großenhain erklärte den Rückzug zum Saisonende. Aber vor allem halfen wir uns selber. Irgendwie wurden drei der letzten vier Spiele gewonnen und nach einem spektakulären letzten Match stand der VfL über dem Strich. Gerade bei diesem denkwürdigen Spiel war ich nicht dabei - aber unser jährliches Treffen in Lübben ist mir wichtiger als jedes Fußballspiel!

    Ende gut, alles gut? Eher nicht - die Klasse wurde gehalten, die Probleme bleiben dieselben. Zunächst brauchen wir einen ligatauglichen Kader für die neue Saison. Alles dazu dann im neuen Fred.

    Nach den Coronajahren spielen Oberliga und Sachsenliga 23/24 wieder in "Sollstärke", was dann hoffentlich zu übersichtlichen Auf- und Abstiegssituationen führt. Ich denke mal, für den VfL geht es wieder nur ums "Drinbleiben"!

    "Der natürliche Grundzustand des Fußballfans ist bittere Enttäuschung - egal, wie es steht!"
    Nick Hornby

    Einmal editiert, zuletzt von Steffen ()