Tschechien: Liberec, Jihlava und Bohemka

  • FC SLOVAN LIBEREC - FK JABLONEC 1:1 (0:0)


    Derbyzeit an der Neiße. Kiwi, Matze, Finchen und ich diesmal mit der Idee "Da können wir ja mal mit der Bahn hin fahren". Euro-Neiße-Ticket gebucht, für 26 Euro zu viert machst du echt nüscht falsch. Entspannt mit polnischer Büchsensuppe stiegen wir 13:15 Uhr in die ODEG. Hinfahrt schön ruhig, der Fußweg vom Bahnhof bis zum "U Nisy" überraschend kurz. Im Stadion angekommen wurde natürlich die obligatorische Klobasa und ein kühles Blondes geordert, Finchen freute sich über ihre Kofola, da kommt immer Urlaubsgeschmack hoch.


    Geschätzt 5.500 bis 6.000 Zuschauer hatten sich eingefunden, ca. 150 vor allem sehr junge Gästefans, die mit Bahn und Überlandstrassenbahn (faszinierend) anreisen konnten. Stimmung war auf beiden Seiten gut, nach dem Schlusspfiff kam es im Gästesektor zu einigen Reibereien mit den Ordnern. Die sind da nicht fein, auch einen nach dem Spiel auf den Platz Geflitzten zeigten sie, dass sie körperlich in Box- und Kampfsport Erfahrung haben.


    Sportlich waren die Gäste die ersten 20 Minuten überlegen, hatten mit einem Lattentreffer auch die beste Torchance in der ersten Hälfte. Slovan mühte sich, bekam die Partie schwer und erst nach einer halben Stunde in den Griff. Milan Baros vorne als einziger Stürmer mühte sich immens, auch Ekpai hat mir gut gefallen. Zumindest in der ersten Hälfte. Torchancen blieben dennoch Mangelware. Die Partie bewegte sich höchstens auf deutschem unteren Zweitliganiveau. Die zweite Hälfte startete furios mit dem Heimtreffer durch Breite, gut herausgespielt, das Ding. In der Folgezeit hatte Slovan die Partie eigentlich im Griff, Jablonec hatte nur eine Chance, in der 93. Minute und die nutzten die auch. Ein blöder Treffer, nicht klar aus dem Strafraum geklärt und der kloppt ihn auf's und in's Tor. Natürlich lange Gesichter bei den Slovan-Fans, eigentlich auch unverdient.


    Trotzdem ein geiler Ausflug, "Oldscool" wie zu früheren Landesligaauswärtsfahrten. Kiwi wollten Jablonec-Fans auf dem Bahnhof noch hinterrücks den Schal klauen, da war die Policie aber auch schnell zur Stelle. Krass, wieviele Leute am Samstag zwischen Görlitz - Zittau - Liberec mit der Bahn fahren. Hätte ich nicht gedacht, die Züge waren immer gut gefüllt.

    Es gibt solche und solche Tage. Heute ist einer davon.

  • Gestern wieder mal im Stadion mit dem schönsten Blick aufs Erzgebirge gewesen:


    FK Teplice - Bohemians Praha 1 : 0 (1:0).


    Tor Jerabek per Kopf nach Ecke von links/41.


    Zu: 4585, davon etwa 250 Gäste. Ganz beachtlich, wenn man bedenkt, dass bis zum Anpfiff die Tschechen bei der Eishockey-WM im Einsatz waren.


    Meine SMS-Zusammenfassung lautete "1. HZ okay, 2. Hz naja". Das genügt eigentlich. Teplice machte in der ersten Hälfte ordentlich Druck und setzte immer wieder nach. Eine der vielen Flanken kam dann bei einem Eckball passgenau auf den Kopf von Jerabek.
    Danach schaltete der Gastgeber in den Verwaltungsmodus um und tat nicht mehr viel. Bohemians bemüht, aber spätestens am Strafraum mit dem Latein am Ende. Die erzielten einfach keine Torgefahr. So brachte Teplice das 1:0 doch relativ sicher ins Ziel, nahm dafür auch paar gelbe Karten in Kauf, wenn es notwendig war.


    Nächste Woche Mlada Boleslav gegen Slavia Praha - da geht es für Boleslav um Platz 4, für Slavia um den Titel. Teplice spielt noch in Jablonec und gegen Dukla. Zwei Siege sind Pflicht, um Boleslav noch zu überholen. Hinten ist Pribram so gut wie weg. Jihlava, Bohemians und Hradec Kralove sind noch gefährdet, da kenne ich die Ansetzungen jetzt nicht aus dem Kopf.


    Nächste Besuch dann wieder irgendwann im Herbst - oder doch schon zur EL-Quali?

    "Der natürliche Grundzustand des Fußballfans ist bittere Enttäuschung - egal, wie es steht!"
    Nick Hornby

  • ...Finchen freute sich über ihre Kofola, da kommt immer Urlaubsgeschmack hoch. ...


    Bei Kofola kommt mir auch einiges hoch, allerdings kein Urlaubsgefühl. Ich kann echt nicht nachvolziehen, wie man das Zeug trinken kann...


    So langsam will ich mal die Koplettierung der beiden ersten Ligen angehen. Oben fehlt mir nur Karvina, in der 2. sind es noch 4 oder 5. Am Sonntag musste dann wieder einer dran glauben. Irgendwie dachte ich, dass auf dem Rückweg von Regensburg am Samstag doch Ceske Buejovice so einigermaßen am Weg liegt (ist nicht wirklich so, aber naja :lach: ).
    Also einen netten Landsgasthof im Bayrischen wald gesucht und unweit der Grenze übernachtet. Sonntag früh dann die A-Jugend von Cesky Krumlov im Stadion besucht - auch wenn ein Rundgang durch die tolle Altstadt sicher die bessere Alternative gewesen wäre.
    Als Lückenfüller noch eine Halbzeit eines Spiels des Okresni Prebor CB gesehen. Temelin B, mit kleiner Tribüne - von der hat man einen tollen Blick aufs AKW :thumbsup:


    SK Dynamo Ceske Budejovice - FC MAS Taborsko 1:1 (1:0)


    In Budweis dann ab etwa 45 min vor Anpfiff ein heftiger Wolkenbruch, war erst mit dem Anpfiff vorbei. Vielleicht lag es ja auch daran, dass nur 740 Zuschauer dem Derby gegen Taborsko beiwohnten. Darunter 8 Leute im Gästeblock, beim Tor haben dann noch 2-3 Dutzend auf der Gegengerade applaudiert. Praktischerweise kann man direkt am Drehkreuz vor der Gegengerade parken, vermutlich war das in Liga 1 noch anders. Das Spiel so lala, 1. HZ die Hausherren (in Gelb?!?) besser, danach die Gäste mit den besseren Gelegenheiten. Die Tore waren entsprechend verteilt, Budweis mit der Führung in der 20. min, der Ausgleich durch einen tollen Fernschuss in der 90. min.
    Die 8 Leute im Gästeblock machten durchgängig aber einfach Stimmung, auf Heimseite auch nur 14 Ultras. Diese etwas abwechslungsreicher und mit Trommel. An der angegeben Zuschauerzahl habe ich übrigens meine Zweifel hätte eher 500, maximal 600 gesagt.

    Dies ist nicht für RTL, ZDF und Premiere, ist nicht für die Sponsoren oder die Funktionäre, nicht für Medienmogule und Ölmilliardäre!

  • Slavia ist Meister, Liberec liefert mit nem 4:0 gegen Boleslav ne Steilvorlage - und Teplice vergeigt vor über 10000 Zuschauern mit 0:1 gegen Dukla (gut, dass ich hierzulande beim Amateurfußball unterwegs war, sonst hätte ich mich geärgert). Damit starten Slavia, Pilsen, Sparta, Boleslav und Zlin international. Ich weiß aber nicht genau, wer in welcher Quali-Runde anfängt.

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    Nick Hornby

  • Sommervorbereitung des FC Slovan Liberec


    Datum Anstosszeit Spielort >Gegner
    24. Juni 14.00 Uhr Zittau >Neugersdorf
    01. Juli 11.00 Uhr Hořice >Hradec Králové
    01. Juli 13.00 Uhr Hořice >Hradec Králové
    08. Juli 15.00 Uhr Oppach >Dynamo Dresden
    12. Juli offen Österreich >offen
    15. Juli offen Österreich >offen
    18. Juli offen Österreich >offen
    22. Juli 13.30 Uhr Cottbus >Energie Cottbus

  • 3. Spieltag FK Teplice - FK Jablonec 1 : 1 (0:0).


    In den europäischen Quali-Spielen bekamen die HET-Ligisten (jedes Jahr ein anderer Sponsor - naja, es sitzt ja auch jedes Jahr ein anderer Funktionär im Knast...) mal wieder ihre Grenzen aufgezeigt. Jetzt geht es für die Verbliebenen in den Duellen mit Zypern um die Teilnahme an der Gruppenphase und das Sammeln von wenigstens noch ein paar Pünktchen für die Länderwertung.
    Gestern zwei interessante Spiele in Grenznähe, ich habe mich für das nordböhmische Derby zwischen der alten Kurstadt Teplitz und der alten Glasmacherstadt Gablonz entschieden. Kurz vor Spielbeginn ein paar Regenschauer, die einige undichte Stellen im mittlerweile etwa 20 Jahre alten Dach des "Na Stinadlech" offenbarten. Offiziell 4315 Zuschauer, darunter vielleicht 25 bis 30 Leute im Gästeblock. Geschätzt waren es maximal 3500 Anwesende. Immerhin sollen ja über 2000 Dauerkarten verkauft worden sein.
    Die alte Eishalle neben dem Stadion ist nun endgültig abgerissen. Wo früher die Halle stand und jahrelang eine Skelettruine vor sich hinvegetierte, ist nun also eine größere Brache. Sieht auch nicht besser aus. Wahrscheinlich ist Teplice derzeit die einzige tschechische Stadt ohne eine halbwegs brauchbare Eishalle - und das in einem Land, wo Eishockey Nationalsport ist.
    Das Spiel erfüllte die Erwartungen, die man an einen Besuch in Teplice so hat: das Niveau überschaubar, aber hin und wieder doch Anzeichen von Erstligafußball. Dafür sorgten speziell in der ersten Hälfte die mobileren Gäste. Nach der Pause dann Teplice etwas aktiver, aber die Zahl der Torchancen weiterhin an den Fingern einer Hand abzählbar. Unsere Tipps vorm Spiel waren bescheiden (mein Kumpel Lars 0:0, ich 1:0), doch dann wurde es sogar noch beinahe torreich! In der 80. Minute marschierte Mihalik ungestört auf der linken Seite durch die Teplitzer Hälfte und zog an der Strafraumgrenze einfach mal ab - 0:1! Zu dem Zeitpunkt eher überraschend, übers ganze Spiel gesehen nicht mal unverdient. Doch vier Minuten später beging ausgerechnet Routinier Hübschmann im eigenen 16er ein derart offensichtliches Trikotvergehen, dass der Schiri auf den Punkt zeigen musste. Hübschmann sah dafür die einzige Verwarnung des Spiels, das der Schiri gut im Griff hatte - aber 2, 3 klar gelbwürdige Szenen gab es durchaus noch. Den Elfer setzte Fillo genau in die Mitte des Tores. Drei weiter Minuten später klatschte der Ball bei einem Fernschuss an die Latte des Teplitzer Gehäuses, da stand Grigar wohl etwas zu weit draußen. Es blieb beim 1:1, mit dem die Gastgeber am Ende sogar sehr zufrieden sein mussten. Macht in der Tabelle nach 3 Spielen 4 Punkte für Teplice bzw. 2 Punkte für Jablonec - ausbaufähig, würde ich mal sagen.
    Bei 4 Punkten steht auch Slovan Liberec, das immerhin ein 1:1 gegen Sparta Prag erreichte.

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    Nick Hornby

    Einmal editiert, zuletzt von Steffen ()

  • Langfristige Planung duldet keine Änderungen, auch wenn es bitter kalt ist! Also gestern Abend (Anstoß 18:30 Uhr) frierend im "Na Stinadlech" gesessen und leider das übliche geboten bekommen:


    FK Teplice - Banik Ostrava 0 : 0.


    Das ganze vor 2072 meist frierenden Zuschauern. Da wir diesmal auf Höhe der Mittellinie saßen, konnte ich den Gästeblock nicht einsehen, es waren wohl 200 bis 250, die sich mit Bengalos etwas aufwärmten. Ich bin bekanntlich kein Freund davon, aber solange das alles im Block bleibt, sollen sie machen. In den ersten zehn Minuten machte Teplice Druck, danach das Niveau überschaubar wie eigentlich immer. Insgesamt hatte Ostrava dann sogar mehr Torchancen, aber im gegnerischen Strafraum waren beide irgendwie mit ihrem Latein am Ende. Ein Unterschied zwischen der Mittelfeldmannschaft per excellence (jetzt je 6 Siege, Remis und Niederlagen) sowie dem Tabellenletzten war jedenfalls nicht auszumachen. Für Ostrava ist die Tabellensituation trotz des Auswärtspunktes bedrohlich. Ich fragte mich nach dem Spiel, wieso das Hinspiel 3:3 ausgehen konnte. Da wurden wohl hinten die Fehler gemacht, die es gestern vorn gab.


    Achso, der im Bericht darüber erwähnte Martin Fillo lief gestern für Banik Ostrava auf.


    Um das Stadion herum wird fleißig gebaut (sowohl am Standort der alten Eishalle als auch zwischen dem ersten Nebenplatz und der Sporthalle). Wenn es schon fußballerisch keine Gründe gibt, ist also die Betrachtung des Baufortschritts ein Grund, im Herbst mal wieder in der Kurstadt vorbeizuschauen.


    Außentemperaturen auf der Rückfahrt gegen 21:00 Uhr: -11,5 Grad zwischen Nollendorf und Peterswald, "nur" -8 Grad in der Stadt des Doppelolympiasiegers Fracesco Friedrich. Zum Glück war es in meiner Wohnung dann etwas wärmer...

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    Nick Hornby

  • meine persönliche Pflichtspielpremiere 2018/19 fand im "U Nisy" von Liberec statt:


    Slovan Liberec - MFK Karvina 1 : 0 (0:0).


    Tor: 1:0 Pazler (85.), der gerade eingewechselte Spieler verlängert einen Freistoß von halblinks per Kopf.


    Zuschauer: geschätzt 3500, angesagt 45xx, darunter 20 Gäste.


    Volles Tagesprogramm im alten Reichenberg. Mit dem absoluten Zoo-Fan Lars etwa dreieinhalb Stunden dort verbracht. Mir hatte es der "Pascha" von den Pavianen besonders angetan, die weißen Tiger waren etwas träge. Spätes Mittagessen am Markt und dann ging es zum eigentlichen Zweck unserer Fahrt. Vor dem Stadion haben wir den Stand der Sonne kontrolliert und uns für die Neiße-Tribüne, gegen die Haupttribüne entschieden. Diese stand während des Spiels fast komplett in der Sonne, das brauchten wir nun wirklich nicht.

    Um es vorwegzunehmen: wir hatten keine besonders hohen Erwartungen an das Spiel und so kam es dann auch. Liberec hatte anfangs etwas Probleme, sich zu sortieren, und so kamen die Gäste in den ersten zehn Minuten ein paarmal gefährlich Richtung Strafraum. Dann folgte Mitte der ersten Hälfte eine längere Druckphase der Gastgeber ohne zählbares Ergebnis. Es wurde durchaus versucht, schnell nach vorn zu spielen, allerdings fehlte es da etwas an der Präzision. Die Fehlpassquote auf beiden Seiten sehr hoch, was sicher nicht nur am ersten Spieltag lag. Tenor nach etwa 30 Minuten: "wir haben in Tschechien schon schlechtere Fußballspiele gesehen", Tenor zur Halbzeit: "Hintenraus wurde es schlechter statt besser".

    Mit Beginn der zweiten Halbzeit stellte der Fast-Absteiger der Vorsaison jegliche Versuche, Fußball zu spielen, endgültig ein. Das Spielgeschehen nun fast ausschließlich in der Hälfte der Gäste. Da wir im Block C saßen, also größtenteils vor unseren Augen. Bei allem Bemühen wirkten die Versuche der "Blauen" gegen den dichten Abwehrriegel doch recht statisch und einfallslos. Das penetrante Zeitspiel der Gäste wurde mit einigen gelben Karten "belohnt". Wirkliche Torchancen blieben absolute Mangelware. Etwa in der 80. Minuten hatten die Gäste sogar die eine Möglichkeit, den Spielverlauf vollends auf den Kopf zu stellen, zielten aber weit vorbei.

    Zu selten spielte Liberec über die Flügel - und wenn, dann wich der schwarze Stürmer Elvis oft dahin aus. Dabei ist der vom Typ her doch der klassische Mittelstürmer. Irgendwie war klar, es bleibt beim 0:0 oder ein Standard geht rein. Genauso kam es dann auch. Ein Freistoß aus etwa 30 Metern segelte in den Strafraum und der gerade eingewechselte Spieler mit der Nummer 8 gab dem Ball die entscheidende Richtungsänderung ins Eck. Hochverdient, keine Frage. In der Schlussphase hatten die Gäste dann auch nicht ansatzweise die Chance auf den Ausgleich, die wertvollen Punkte wurden sicher nach Hause geschaukelt.


    Auch keine Überraschung bei meinem zweiten Lieblingsverein - der FK Teplice spielte beim Aufsteiger Pribram 1:1 nach Pausenrückstand. Ich sag jetzt schon mal voraus, am Saisonende landet Liberec im oberen Mittelfeld und Teplice irgendwo genau in der Mitte.


    Organisatorisch hat alles wunderbar geklappt, die gute Zugeverbindung von Dresden nach Liberec könnte man öfter nutzen, vielleicht auch mal für ein Spiel in Jablonec. Das eine oder andere Spiel werde ich diese Saison noch sehen, aber bald haben Copitz und Dynamo natürlich wieder Priorität!

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    Nick Hornby

  • Sieh an: wir haben Mitte März und Tschechien ist im Europapokal noch genauso vertreten wie die Bundesliga.


    Ich war am Freitag nach längerer Zeit wieder mal auf dem Teplitzer Galgenberg und habe es nicht bereut!


    FK Teplice - Viktoria Plzen 2 : 1 (2:0).


    1:0/5. Hora

    2:0/31. Moulis

    2:1/62. Rosovsky


    Offiziell 3138 Zuschauer (geschätzt 2500), darunter vielleicht 80 Gäste.


    Das Wetter wie angekündigt. Die Heimat meiner Vorfahren mütterlicherseits begrüßte uns hinter Peterswald mit einer dicken Nebelsuppe und Nieselregen. Während des Spiels störte das nicht, denn das Dach hielt dicht. Auf dem Heimweg schüttete es wie aus Kannen, während wir den Nollendorfer Pass hinauffuhren - aber sammy hat mich und Lars wohlbehalten nach Hause gebracht.


    Bei Teplice stimmten endlich mal wieder Kampf und Einsatz! Schon nach 20 Sekunden die erste Ecke (es blieb fast die einzige und sie wurde kläglich ausgeführt - aber immerhin), der dritte Angriff führte in der fünften Minute zum Führungstor. Bis dahin waren die Gäste gar nicht auf dem Platz. Doch von nun an übernahmen sie das Kommando und erspielten sich reihenweise Torchancen. Das Verhältnis am Ende irgendwo zwischen 3:12 und 4:15. Aber im Fußball zählen Tore. In der ersten Halbzeit waren die Pilsener in Strafraumnähe zu verspielt, dazu verhinderte Torwart Grigar so manchen möglichen Gästetreffer. Nach der Pause schossen die Bierstädter regelmäßig rechts vorbei, links vorbei oder drüber. Und in der 95. Minute war nochmals Grigar auf dem Pfosten. Dann pfiff der Schiri ab, obwohl zwei Spieler noch nicht genug hatten und sich einen energischen Zweikampf mit Ball von der Mittellinie bis zur Eckfahne lieferten - wohlgemerkt lange nach dem Schlusspfiff. Sie hatten ihn einfach nicht gehört, so laut wie am Freitag in den letzten Minuten war es im Stinadlech wohl schon lange nicht mehr!

    Nachzutragen: Teplice nutzte einen blitzschnell ausgeführten Freistoß zum 2:0 und die Gäste Mitte der zweiten Hälfte wenigstens eine ihrer klaren Chancen. Für eine Spitzenmannschaft war das aber eindeutig zu ineffektiv, deshalb wird der neue Meister wohl Slavia Praha heißen.

    Die Halbzeitstatistik wurde an der Anzeigetafel geliefert: 3:10 Torschüsse, davon 2:7 aufs Tor. Außerdem 45 zu 55 Prozent Ballbesitz - in Hälfte zwei dürfte das noch extremer ausgefallen sein. Doch das einzig zählende Resultat lautete nun mal 2:1!


    Die Fortuna-Liga spielt ja in dieser Saison über den 30. Spieltag hinaus und wird hinter Platz 6 bzw. 10 geteilt. Für Teplice sollte die "Zwischenrunde" 7-10 jetzt drin sein. Und ich bin ganz froh, eines der besseren Spiele im Stinadlech erwischt zu haben!

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    Nick Hornby

  • Die neue Saison läuft und eigentlich wollte ich den frühen Start für ein, zwei Besuche nutzen. Aber sowohl Jablonec (gestern) als auch Liberec (nä. Woche) starten mit einem Freitagheimspiel. Teplice spielt nächsten Sonntag Abend gegen Slavia, da hab ich noch keine Heimfahrtgelegenheit.

    Gespielt wurde bisher dreimal. Jablonec gewann gestern 2:0 gegen Bohemians, Pribram u. Teplice trennten sich heute wie im Vorjahr 1:1. Liberec gelang mit einem späten 2:1 in Ostrava ein Traumstart.

    Ich hoffe, demnächst einen Spielbericht liefern zu können.

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    Nick Hornby

  • Mal noch eine interessante Anmerkung (da dieses Thema ja auch hier gelegentlich diskutiert wird):


    In CZ wurde vor einigen Jahren die "Juniorska Liga" eingeführt, eine Liga mit zwei Staffeln, in der die U23 Teams der Spitzenclubs (im Wesnentlichen aus 1. + 2. Liga) spielten. Die waren vorher normal im Ligabetrieb und wurden sozusagen "ausgegliedert".

    In dieser Saison der Schritt zurück: die II./U23 Teams werden wieder in die normale Ligenstruktur eingegliedert. Dazu wird die dritte Liga (Böhmen) bzw. 4. Liga (Mähren/Schlesien) um jeweils eine Staffel aufgestockt (vermutlich übergangsweise, aber da habe ich nicht weiter nachgelesen).

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  • FK Teplice - SK Slavia Prag 1:5 (0:3)


    Wenn der Meister kommt zieht es die Massen an. 13.112 Zuschauer, beim nächsten Heimspiel werden es deutlich weniger werden. In meiner SMS hab ich 2.000 Gästefans geschrieben, beim Heimweg um das Stadion kamen aber viele Slavia-Anhänger aus den anderen Blöcken. Waren wohl einige mehr.

    Sportlich war es eine klare Angelegenheit. Die erste Chance des Spiels hatten zwar die Hausherren. Bei einem Fernschuss musste sich der Slavia-Torhüter ziemlich strecken. Danach zeigte sich Prag aber eiskalt und machte aus drei Chancen drei Tore. Besonders das 0:2 (nach feinen Pass und per Lupfer vollendet) und das 0:3 (straffer Schuss ins obere lange Ecke) waren sehenswert. Die zweite Hälfte beginnt dann gleich mit einer Gelb-Roten Karte für Teplice. Sechs Minuten nach dem Platzverweis trifft Teplice zum 1:3. Bei einer zu kurzen Rückgabe ist Vondrasek hellwach und behält allein vor dem Tor die Nerven. Kurz darauf liegt der Ball wieder in Netz von Slavia, doch der Schiri hatte vorher schon abgepfiffen und auf Freistoß für Teplice entschieden. Fehlentscheidung aus meiner Sicht, da hätte er ruhig Vorteil laufen lassen können. Die restliche Spielzeit legt Prag nochmal an Tempo zu und trifft noch zweimal zum 1:5 Endstand.


    Ein wirklich ansehnliches Spiel bei perfekten Wetter zum Sonntagabend ! Teplice konnte nur kämpferisch dagegenhalten, aber der Ausgang des Spiels war vorher ja schon klar .... trotzdem muss man das erstmal so souverän runterspielen wie es Slavia gemacht hat.


    Marco

  • Was für ein verkorkster Saisonstart für mich persönlich! Auch mein drittes Pflichtspiel 2019/20 endete mit einer 0:1-Heimniederlage:


    Slovan Liberec - Sigma Olomouc 0 : 1 (0:0).


    Das einzige Tor durch Plsek fiel in der 40. Minute nach einem mustergültigen Konter über mehrere Stationen.


    3942 Zuschauer. Im Gästeblock standen vor der Pause genau 5 Leute, in der zweiten Halbzeit etwa 15.


    Gestern mit anderen Bekannten unterwegs, darunter einem Rentner aus Eibau mit Jahreskarte sowohl bei Dynamo als auch in Liberec - er hat in der letzten Woche genau dieselben drei 0:1-Spiele gesehen wie ich. Also ist die Schuldfrage noch offen *g*


    Während der Zugfahrt durch die Oberlausitz ins Böhmische fand irgendein Spiel in Karlsruhe statt, welches für eine halbe Minute auch 0:1 stand. Der Rest gehört ins Kapitel "Pleiten, Pech und Pannen". Ich befürchte, diese Rubrik wird sich weiter fortsetzen...


    Sitzplatz diesmal hinter dem Tor, wo auch der Liberecer Fanblock ist. Immerhin sahen wir da die beiden wichtigsten Szenen des Spiels aus der Nähe.

    Der erwähnte Günther aus Eibau meinte schon vor dem Spiel, Slovan ist schwächer besetzt als vorige Saison und wird Mühe haben, Platz 10 zu erreichen und damit die Abstiegsrunde zu vermeiden. So nebenbei erwähnte er, dass Lokalrivale Jablonec einen wesentlich besseren Fußball spielt (trotz des Aus im Europacup). Die Ergebnisse der Woche zeigen aber auch, wie weit die tschechische Liga mittlerweile vom Niveau etwa der Jahre um 2000 entfernt ist. Apropos Europa: Mlada Boleslav ist als einzige Mannschaft erfolgreich geblieben, hat aber eine Rückreise aus Mittelasien hinter sich, die eher an Homers "Odyssee" erinnert. Deshalb findet das für heute angesetzte Punktspiel in Teplice nicht statt (ich hatte es ohnehin nicht auf dem Schirm).


    Zurück zum Spiel. Die erste Viertelstunde gehörte ganz klar den Gästen. Beste Chance nach einem Fallrückzieher/8. Liberec musste sich hinten erst mal sortieren, nach etwa einer Viertelstunde wurde es ausgeglichen und dann folgte die beste Phase der Gastgeber. Zwei-, dreimal kam man gefährlich bis in den gegnerischen Strafraum, dann war Endstation. So führte ein mustergültiger Konter zum in dieser Phase eher unerwarteten 0:1.


    Jetzt spielte Liberec zum eigenen Fanblock und die Zuschauer erwarteten natürlich einen Sturmlauf. Den gab es in keiner Phase, dazu reichten einfach die individuellen und spielerischen Fähigkeiten nicht aus. Ich hatte immer den Eindruck, die spielen entweder schnell oder genau - schnell und genau war Fehlanzeige! So hatte trotz optischer Liberecer Überlegenheit der Gast aus Mähren die klareren Chancen. Zwei, dreimal kann/ muss es klingeln, dann wäre der Drops gelutscht gewesen.

    Liberec nahm früh alle drei Wechsel. Aus wenigen Standards entstand keine Gefahr. Gegen Ende passierte dann das, was bei solchen Spielständen normal ist: man holte die Brechstange raus und das Spiel fand fast vollständig zwischen Mittellinie und 16-Meter-Raum statt. Darin war der Gästetorhüter Reichl der absolute Herrscher, eine gelbe Karte wegen seines permanenten Zeitspiels nahm er lächelnd in Kauf. Insgesamt verteilte mir der Schiri ein paar Karten zuviel, machte aber nichts Entscheidendes falsch.


    Die eine Chance, auf die man dann als Fan und Spieler sehnsüchtig wartet, hatten die Blauen dann doch noch: in der 87. Minute landete der Ball nach einem strammen Schuss aus etwa zehn Metern Entfernung an der Lattenunterkante, setzte aber deutlich davor wieder auf. Da fehlten Zentimeter am Ausgleich, der aufgrund des kämpferischen Einsatzes nicht unverdient gewesen wäre. Auch vier Minuten Nachspielzeit brachten nichts mehr ein. Fußballerisch gesehen war Olomouc über 90 Minuten die etwas bessere Mannschaft und nahm somit alle Punkte mit nach Hause.


    Mir bleibt die Hoffnung auf bessere Spiele und Ergebnisse, demnächst wieder vorzugsweise mit Pirna-Copitz.


    Ergänzung off topic: wer sich für böhmische Geschichte (speziell des 19. und 20. Jahrhunderts) in unterhaltsamer Form interessiert, dem sei Jaroslav Rudis empfohlen: "Winterbergs letzte Reise". Da spielt Reichenberg als Heimatstadt des Romanhelden auch eine ganz wichtige Rolle.

    "Der natürliche Grundzustand des Fußballfans ist bittere Enttäuschung - egal, wie es steht!"
    Nick Hornby

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