Beiträge von Oese

    "40 Jahr, und kaum Haar – so stand er vor mir"


    Wusstet ihr, das Vizes Mutter Brigitte in Wirklichkeit Martha heißt und Walter Eschweiler ein WM-Spiel pfiff (1982, Italien – Peru)?
    Ich dank des 10. Märzes jetzt auch. Wie es dazu kam, lest ihr hier:
    Im Vorfeld meines alljährlichen Geburtstagsausfluges wollte ich auf Nummer sicher gehen. Keine Reise mit dem Flugzeug (-> siehe
    AirBerlin-Streik März 2017, der), sondern einfach mit dem Auto in der Nähe bleiben. Da mir der Länderpunkt Polen noch fehlte, fiel die Wahl auf Stettin. Das Aufstehen gestaltete sich nach 3h Schlaf als äußerst schwierig, wurde ich doch am Vorabend von Freunden mit einer Überraschungsparty gefeiert. Glücklicherweise ging es den anderen vier Reisebegleitern nicht viel besser, als wir uns um 10h morgens in Hennings Auto zwängten. Ein Frühstücksbäuerchen später (Neffi: "Was riechten hier so lecker nach Boulette?" - Oese:
    "Das ist Hühnchen." - Neffi: "Puh, mach mal Fenster auf, binick allergisch gegen") wurde schon wieder um Ansehen und Stadionbiere gefussballquizt. Dank des VHMs weiß ich nun, dass Walter Eschweiler zur Verleihung des "Welt-Referee"-Titels einen Fön geschenkt bekam...oder war es doch Pierluigi Collina?


    Weit vor der Abreise hatte ich mich bei meinen Polenveteranen Zack und Ulli über die Gepflogenheiten im Nachbarland informiert: keinen Alk auf der Straße trinken, nicht bei Rot über die Straße gehen, keine 03-Klamotten tragen, keinen Alk auf der Straße trinken, min. 1,15h vor Spiel am Stadion sein (da Karten personalisiert werden müssen), kein Alk auf der Straße trinken, Haupttribünenplatz kaufen (Glowna trybuna, Strefa 1), nicht so viel und laut rumdeutschen und vor allem keinen Alk auf der Straße trinken. Dazu später mehr.


    Stettin empfing uns mit feuchtkühlem Grau und diversen Nazigraffitis an den Häuserwänden. Sofort musste ich an eine Kolumne aus der taz denken: In Chemnitz zu leben ist wie einer Pflaume beim Schimmeln zuzusehen hieß es da, in Stettin ist selbst von einer Pflaume wenig zu erahnen. Ja, dieser verdammte Krieg hat nicht viel Altstadtmaterial in der Stadt aus Westpommern übrig gelassen.
    Nichtsdestotrotz hat der polnischen Tourismusverband die West Pomerania Red Route in Stettin angelegt, eine sieben Kilometer lange Route mit 42 Sehenswürdigkeiten der Stadt. Vorbei an Hauptbahnhof, dem Gebäude der Versicherungsanstalt PZU „Życie” S.A. (Geburtshaus von Katharina der Großen) und Johanneskirche kann so die Metropole erkundet werden. Eine Metro findet der Pole allerdings nicht in Stettin, der öffentliche Nahverkehr wird durch Busse und Straßenbahnen bewältigt. Nach einem feudalem Mal, bestehend aus Piroggen, Schnitzel, Ente und Eisbein, ging es für die fünf Freunde zum Florian-Krygier-Stadion, die Karta Kibica für die Kiebitze musste ja besorgt werden. Für 40 Sloty gab es dann nach recht kurzer Wartezeit das Ticket für die Haupttribüne, es war noch genug Zeit bis zum Anpfiff. Diese wurde besonders von Neffi und Vize intensiv im Bus der Staatsmacht überbrückt, wurde doch auf mein "Ist das ne gute Idee, direkt vor den Bullen Bier zu trinken?" in Verbindung mit Zacks "kein Alk auf der Straße trinken" keine Rücksicht genommen. Knappe 30 Minuten dauerte das Verhör, in dem u.a. der Stammbaum der Familie als auch die politische Ausrichtung von Babelsberg 03 peinlichst unter die polnische Lupe genommen wurde. Vize verdrehte die Wahrheit wie ein Großer (siehe oben "Martha") und Neffi redete sich wie schon den Rest des Tages um Kopf und Kragen. Mit einigen Tagen Abstand tun mir die Herren der Policja leid, sie kennen jetzt nicht nur Neffis Eltern, sondern auch seine Tanten, Onkel, Lieblingsessen, Abifächer, Schuhgröße, Allergien (Huhn, schwarzer Pfeffer, Weizen, Garnelen) sowie erogenen Zonen.


    Das Spiel begann mit einem Paukenschlag der Gäste, welche übrigens ohne Fanunterstützung in das U-förmige Stadion an die Oder gereist waren. Nach einer Ecke von Helik reagierte Piatek am schnellsten und netzte für die Weichselelf ein (5.). Pogon, unterstützt von mehr als 6000 Fans, war unbeeindruckt, agierte aber vor dem gegnerischen Tor zu überhastet und ungenau. Folgerichtig kam Krakau nach einem schönen Kopfballtreffer von Dityatev zur beruhigenden Zweitoreführung (22.). Währenddessen lernte Neffi den neben ihm sitzenden Lukasz kennen und erklärte ihm in radebrechendem Dengpolish die Relativitätstheorie, das Phänomen um Schrödingers Katze und die Zutaten für ein richtig gutes Moussaka. Im Spiel war die Spannung weg...und dann auch Neffi:
    "Ich muss kurz pinkeln und würde dann Bier mitbringen". 35 Minuten später machte ich mir Sorgen: um den frierenden Henning neben mir, um den dürstenden VHM, um den skeptischen Aljoscha und dann auch um Neffi und begab mich auf die Suche. Schon aus der Ferne erkannte ich ein Maurerdekolleté im Verköstigungsbereich: "Ich hab ne Kippe über den Bieren versucht zu drehen, die sind jetzt alle voll mit Tabak, aber ich hab noch Sebastian und Daniel kennengelernt, die haben polnischen Wodka in ihren Socken (SOCKEN!) ins
    Stadion geschmuggelt, müssen wa mittrinken." Ich riskierte das Augenlicht und probierte, war okay. Mit etlichen Böllern sollte Pogon nochmal vorangerieben werden. Im Gegensatz zu Vizes Meinung, dass Polenböller in Stettin Deutschböller heissen müssten, habe ich kürzlich durch Poschi erfahren,dass die international anerkannte Böllerskala eine West-Oest-Richtung hat – sprich: in Frankreich heißen diese Dinger Deutschland-Kracher, in Polen also Russland-Knaller. Wieder was gelernt!


    Mit einem Eigentor von Drygas (89.) endete die Partie und wir stapften durch den Acker am Stadion gen Auto. Eine verpasste Autobahnabfahrt später ("Zurück, ich will noch neun Stangen Kippen kaufen") erreichten wir gegen 22 Uhr wieder heimische Gefilde. Ja, Stettin ist immer eine Abreise wert.


    Euer Oese


    Pogon: Zaluska – Rapa, Fojut, Dvali, Nunes (74. Rasmussen), Fraczczak, Piotrowski (65. Kort), Drygas, Delev, Listkowski (46. Matynia), Zwolinski


    Cracovia: Peskovic – Fink, Helik, Dityatev, Pestka (76. Siplak), Covilo, Dimun, Diego (68. Strozik), Hernandez, Culina (64. Dabrowski),
    Piatek


    Tore: 0:1 Piatek (5.) 0:2 Dityatev (22.) 0:3 Drygas (Eigentor, 89.)


    Zuschauer: 6.101


    Bier: Bosman Lager (8 Zloty, süffig)


    Wurst: Kiełbasa
    mit viel Fett (12 Zloty, zum Abpfiff genau richtig)


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    Schon bissel her...aber hier mal wieder ein Bericht von mir.



    Der Blick zurück - Maximale Flughöhe 21.360m



    Die Mjassischtschew M-17 Stratosfera (russisch Мясищев М-17 Стратосфера) ist ein sowjetisches Höhenflugzeug, das erstmals 1982 flog. Es wurde als Höhenaufklärer konzipiert und gilt leistungsmäßig als Gegenstück zur amerikanischen Lockheed U-2. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde die M-17 unter dem Namen M-55 „Geofisika“ zu wissenschaftlichen Zwecken eingesetzt.


    Im Winter 2005 hatte ich die etwas nervige Aufgabe, meine sich damals noch liebhabenden Eltern zu nachtschlafender Zeit zum Flughafen nach Leipzig zu fahren. Diesen Ausflug wollte sich mein mich ebenfalls damals schon liebhabender Freund Henner nicht entgehen lassen, zumal an diesem nasskalten Tag etliche Stadien für uns Hobby-Grundhopper zu besichtigen gewesen
    wären. Nach und nach wurden sowohl das Altherrenspiel von Markranstädt als auch das Jugendspiel von Victoria wegen
    Schneeregens und Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt. Nun gut, das Highligt des Abstecher in die sächsische Metropole stand ja noch bevor – das Testspiel Chemie Leipzig gegen Greuther Fürth II. Während des ersten Bieres im gemütlichen Vereinsheim "Sachsenstube" wurde es plötzlich hektisch unter den Anwesenden: "de Loggis greifen ornn". Unser Säschsich reichte aus um zu verstehen, um was es ging und was wir zu tun hatten: Füße in die Hand nehmen und Fersengeld geben...typisch für uns Schisser vom rp03.


    Mehr als eine Dekade später hatte ich nun die erneute Chance, dieses wunderschöne Stadion endlich im Livebetrieb zu bewundern. Aufgrund der Tatsache, dass ich mir die Autorückbank mit einem Ultra aus der Nordkurve teilte, ließ ich das Fussballquizbuch zu Hause und ersetzte es durch Flugzeugkarten. Chrischan und Schimmi auf den Sitzen in der ersten
    Reihe wurden Zeugen, wie mich der Jungspund gnadenlos abzog. Die Geophysica M-55 trennte hier die Spreu (Oese) vom Weizen (Keiper).


    Durch einen versteckten Waldweg, vorbei an irritiert schauende grün-weissen Fans, erreichten das Babelsberger Quartett um 13h den Heimeingang. Ausgestattet mit VIP-Bändchen betraten wir bei bestem Fußballwetter das wohl zweitschönste Stadion der Regionalliga Nordost, allein der Dammsitz ist ja ein absoluter Traum. Ich betrat die "Sachsenstube" und vernahm noch dezent den Angstschweiß, den Henner vor vielen vielen Monden dort verströmte. Mit einem lecker-kühlen Vollbier (erwähnenswert, Auflösung im Verlauf des Berichtes) vom freundlichen Tresenpersonal nahm ich neben Schimmi sehr vorsichtig
    auf einer Sitzschale Platz und wartete auf den Anpfiff, welcher sich um 15 Minuten aufgrund hohem Zuschaueraufkommens und gleichzeitigem Zusammenbruch des neuen Kassensystems verzögerte. Der Einlauf beider Mannschaften wurde mit einer feinen Blockfahne der Leutzscher Fans und Gesängen für meinen Sitznachbarn begleitet: "Schimmi forever!" Stolz wie Bolle war er, hatte er doch mit so einer unverhofften Lobhudelei nicht gerechnet.



    Das Spiel begann fahrig und fand größtenteils im Mittelfeld des holprigen Rasens des Alfred-Kunze-Sportparks statt; Chemie verstand es sehr gut, unsere Angriffsreihen komplett außer Gefecht zu setzen. Sowohl Hoffi als auch Andis standen größtenteils auf verlorenem Posten, Leipzig warf alles zwischen Mann und Maus – das sah nicht sonderlich gut aus, war aber effektiv und somit blieb die Partie jederzeit spannend. Erst nach ca. 23 Minuten gab es einen ersten Hoffnungsschimmer aus
    Gästesicht: der flinke Hoffmann entwischte der kompletten Leipziger Abwehr, aber Latendresse-Levesque, vom ewigen Rivalen Lok nach Leutzsch gewechselt, konnte seinen Schuss parieren. Kurz darauf hatte die Heimelf ihr erste Möglichkeit, nach einem Schmidt-Freistoß köpfte Karau knapp am Tor von Gladrow vorbei. Verletzungsbedingt musste kurz darauf Koch das Feld verlassen, für ihn kam nach einer knappen halben Stunde Knechtel.


    Den ersten Aufreger der Partie gab es allerdings wirklich erst um 14:38. Ein Telefonat aus dem Gästeblock erreichte mich: "Samma Oese, gibt es bei euch Bier? Das Bier bei uns ist total sauer, es ist auch nur Leichtbier und der Caterer meint, es seien sowieso die Reste vom Spiel gegen Lok...ett is ungenießbar". Schade, auch sonst bestach die Versorgung im Gästeblock wohl nicht mit Abwechslung (siehe Wohlfühlfaktor "Block").



    Zur zweiten Hälfte brachte unser Trainer Hennig für Büyükdemir, am Spiel änderte sich nix. Die wenigen Annäherungen an das Tor der Leutzscher endeten entweder an einem grün-weißen Abwehrfuß oder in den Armen von Latendresse-Levesque. Ein Schuß von Hennig und ein verunglückter Fallrückzieher vom sonst komplett abgemeldeten Shala war alles, was unsere Equipe an Offensivkraft vorzuweisen hatte. Auf der Gegenseite hatte Weltpokalsiegerbesieger-Trainer und Ex-FC Bergedorf
    85-Schankwirt Dietmar Demuth ein glückliches Händchen: der eingewechselte Ludwig brachte nochmal neuen Schwung auf den Rasen. Zehn Minuten später rappelte es dann hinter Gladrow und vor der imposanten Hintertortribüne. Wajer, seines Zeichens eigentlich Torverhinderer, konnte von fünf Nulldreier nicht gestellt werden und zog trocken aus 16 Metern ab. Leutzsch stand Kopf....und unverdient waren der Treffer und ich nehme es vorweg, die ersten drei Punkte für die sympathischen Grün-Weißen nicht.


    Die Rückfahrt gestaltete sich trotz der rappelvollen A9 als entspannt und Schimmi auf dem Beifahrersitz summte leise all die Fanlieder, die heute zu seinen Ehren gesungen wurden. In diesem Sinne, Schimmi Leipzig allez!


    PS: Die BSG Chemie Leipzig entschuldigte sich zwei Tage nach dem Spiel für den Ausschank des Leichtbieres und versprach, beim nächsten Heimspiel gegen Babelsberg 100 Liter Freibier zu verteilen. Bleibt also nur zu hoffen, dass Babelsberg in dieser Saison den Aufstieg noch nicht schafft.



    BSG Chemie Leipzig: Latendresse-Levesque - Barth,
    Karau, Wajer, Trogrlic - F. Schmidt (90. Hey), Heinze, Wendt (70.
    Ludwig), L. Schmidt, Böttger - Kind (76. Hermann)


    SV Babelsberg 03: Gladrow - Wilton, Eglseder -
    Reimann (70. Beyazit), Koch (28. Knechtel), Büyükdemir (46.
    Hennig), Saalbach - Hoffmann, T. Schmidt, Shala, Okada


    Gelb: Schmidt,
    Wendt – Hoffmann, Saalbach


    Tor: 1:0 Wajer (80.)


    Zuschauer: 3.374 (ca. 290 Nulldrei-Fans)


    Wohlfühlfaktor (VIP-Bereich):


    Polizei/Ordner: nicht erkennbar
    Getränke/Grill: Freiberger (süffig und kühl), Buffet mit allerlei sächsischen Köstlichkeiten
    Gesamteindruck: Damm-wild!


    Wohlfühlfaktor Block (dank an Sany):


    Polizei/Ordner: locker bis ignorant-entspannt
    Getränke/Grill: getränketechnisch eine Katastrophe (siehe oben), sogar Wasser und Zitronenlimo wurden vertauscht, Bocki und Toast, später gab es Gratiseis (Spaghettieisbecher ohne Löffel)
    Gesamteindruck: trockener Beigeschmack

    „Bier schmeckt halt viel besser, wenn Oese nicht mittrinkt.“


    Märzzeit ist Reisezeit. Seit nunmehr drei Jahren machen sich ein paar Nulldreier um den Frauentag auf, neue Städte und Stadien zu besichtigen. Ging es 2013 ins wunderschöne Brüssel (Edmond Machtensstadion, FC Brussels - KV Oostende 1:2), 2014 nach Luxemburg (Stade Municipal, FC Déifferdeng 03 - CS Fola Esch 1:2), so waren in diesem Jahr gleich zwei Ziele geplant: das bezaubernde Zürich und das besinnliche Vaduz. Pünktlich zur Geisterstunde wurde ich von drei Kobolden abgeholt, die mich feistes Gespenst ins Auto warfen. Gut behütet mit Cowboykopfbedeckungen ging sie los, die wilde Hatz gen Südwesten. Einmal Anschlagen an den Rheinfällen von
    Schaffhausen, an denen schon die „Drei Männer in eine Boot“ mit Heinz Erhardt ihre Probleme hatten, weiter nach Uitikon. Dort hatte ein emsiger RP03er eine Unterkunft organisiert und dabei im wahrsten Sinne des Wortes zwar Mühen jedoch keine Kosten gescheut. Dennoch war es wohnlich und überaus ausreichend. Nach dem Auspacken und dem ersten Kochen ging es auf die Piste. Ein kurzer
    Uhrenvergleich brachte Gewissheit: „noch lange hin bis Anpfiff“. Also für schmale 6.60 Franken ein Einzelticket in die Innenstadt der größten Gemeinde der Eidgenossenschaft gebucht und erstmal geglotzt. Die Augen wurden groß und größer: 8.80 Franken (bzw. 6.30 Goten oder 7.60 Angelsachsen) das 0,4er Pils; zugeschlagen; exquisiter bekommt man es nun wirklich nicht mehr direkt am Zürichsee.
    Ansonsten ein bezauberndes Kleinod. Der Abend wiegte schon die Erde, als wir, gemeinsam mit einem Exilkleinmachnower, uns auf den Weg gen Letzigrund machten. Für lächerliche 30 CHF/Person (Umrechnungskurs am 7.3.2015 1,0554 zu 1) ergattern wir fünf Stehplatzkarten im nahezu leeren Rund. Das Leichtathletikstadion besticht durch kuriose Flutlichtmasten und eine interessante Dachkonstruktion sowie bundesdeutsch irritierende Preise. Das Pils für 5.50 CHF und die Bratwurst für 7.00 CHF erforderten ein Überdenken des Gesamtbudgets. Glücklicher- und überraschenderweise glänzte Tilly (à vergl. Exilkleinmachnower, der) mit Spendierhosen. Vielen Dank nochmal. Zum Spiel gibt es wenig bis nix zu berichten. Die Gäste aus Luzern wurden von ihren mitgereisten Fans mit einer ansehnlichen Pyroshow empfangen, es sollte nicht helfen. Beim Spiel Not gegen Elend gewann Not durch ein Tor von Caio César Alves dos Santos aus spitzem Winkel in Minute 40. Stimmung kam zu keiner Zeit auf, zu ausgestorben das
    Stadion, zu weitläufig das Gelände. Mit dem Abpfiff huschten wir noch in das Bonnie Prince Pub, um noch nen ordentlichen Batzen Fremddevisen unter das Volk zu bringen.


    07.03.2015, 17:45h, Letzigrund, Grasshopper Club Zürich vs FC Luzern 1:0 (1:0)


    Zuschauer: 4.500 (inkl. Henning, Henner, Neffi und Oese)


    Tor: 1:0 Caio César Alves dos Santos (40.)


    Grasshopper Club Zürich: Vasic, Grichting, Lang, Abrashi, Dabbur, Fedele (90. Vadocz), Ngamukol (18. Ravet),
    Wüthrich, Pavlovic, Caio (81. Ben Khalifa), Dingsdag


    FC Luzern: Zibung, Rogulj, Lustenberger, Hyka, Puljic, Thiesson, Schneuwly (83. Mobulu), Winter (46. Winter), Lezcano, Wiss, Freuler


    Bier (Carlsberg, 0,4l): 5.50 CHF


    Wurst: 7.00 CHF (Schweinsbratwurst)


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    Nach dem Aufwachen am folgenden internationalen Frauentag wurde sich zuerst zu selbigem gratuliert. Man lag sich in den Armen, herzte sich und wünschte sich das Beste, aber vor allem Gesundheit. Ein feudales Frühstück, bestehend aus Brötchen, Dinkelknäcke , dem günstigsten, was die Wurst- und Käseabteilungen zu bieten hatten sowie einem von unserem AirBnB Gastgeber Avi geliehenen Glas Schokocreme rundete diesen sonnigen Morgen ab. Doch wie mahnte schon Helge Schneider in „Praxis Dr. Hasenbein“ richtigerweise an: „Nur schnell keine Zeit verlieren“. Also wurde mit Siebenmeilenstiefeln Hennings Pferdchen „Insignia“ gesattelt und Kutscher Neffi brachte uns auf indirektem Weg gen Liechtenstein. Der sechstkleinste Staat der Welt, welcher neben Usbekistan der einzige Staat ist, der ausschließlich von Binnenstaaten umgeben ist, spielt mit seinem FC Vaduz ebenfalls in der Super League, am 23. Spieltag war der FC aus Zürich zu Gast in diesem wunderschönen Stadion. Dieses überzeugt durch extreme Nähe zum Spielfeld und wirkt, als ob es direkt in die Alpen reingeschlagen wurde. Ein Traum bei frühlingshaftem Wetter. Wir verhökerten die letzten Franken für ein Wasser, ein Bier und 4 Würste und begaben uns dann auf unsere Plätze. Ca. 1000 Schlachtenbummler aus dem 120km entfernten Zürich hatten ebenfalls die Reise in das Fürstentum angetreten, es entwickelte sich eine umkämpfte Partie mit guter
    Stimmung. Auf der Heimseite waren es ca. 15. Ultras, die versuchten, ihre vom Abstieg bedrohte Mannschaft nach vorn zu peitschen, gegen die Gästefans waren sie allerdings ohne Chance. Ohne Tore, aber mit etlichen Chancen (Neumayr, 2., Schürpf, 3., Djimsiti, 34.) auf beiden Seiten ging es zum Pausentee. Spätestens nach knapp einer Stunde klappten beide Mannschaften ihre Visiere runter, ein
    spannender Kick in wärmender Frühlingssonne nahm seinen Lauf. Verzogen erst Chermiti (58.) und Schönbächler (60.) war dann in der 74. Minute Nef zur Stelle, der unbedrängt einnicken konnte. Der eingewechselte Sutter traf vier Minuten darauf nur das linke Außennetz, doch Schürpf machte es besser. Nach feinem Pass von Niederhäusern hämmerte er die Kugel zum 1:1 unter die Latte
    (83.). Die Freude hielt aber nur drei Minuten, denn nach einem langen Ball von Koch auf Gavranovic begleitete Stahel den Schweizer Nationalstürmer und Ex-Schalker nur anstatt zu stören, es stand 1:2 (86.). Sollte es das für die abstiegsbedrohte Heimelf gewesen sein? Nein, denn nur eine Minute hatte das Geburtstagskind des Tages seinen Auftritt. Der am 8.3. 24 Jahre alt gewordene Manuel Sutter stocherte eine Neumayr-Flanke unter Mithilfe der Hand zum 2:2 Endstand über die Linie (87.). Schiedsrichter Stéphan Studer, bei welchem ich zum ersten Mal live und in Farbe den Gebrauch des Freistoßsprays erleben durfte, hatte dies übersehen. Vier Tore in 13 Minuten, sowas erlebt man ja auch nicht alle Tage, die Reisegruppe wirkte zufrieden. Das zweite Geburtstagskind kutschierte nach einem kurzen Abstecher zum Schloss Vaduz (privat, nicht zu besuchen, dafür gabs nen Nulldreiaufkleber angeleimt, bämm) die vier Freunde innerhalb weniger Minuten durch vier Länder (Liechtenstein – Schweiz – Österreich – Deutschland) und durfte erst um 19:24 zum ersten Mal am Pils nippen. Bier schmeckt halt viel besser, „wenn Oese nicht mittrinkt“.


    08.03.2015, 13:45h, Rheinpark Stadion, FC Vaduz vs FC Zürich 2:2 (0:0)


    Zuschauer: 4.216 (inkl. Henning, Henner, Neffi und Oese)


    Tore: 0:1 Nef (74.), 1:1 Schürpf (83.), 1:2 Gavranovic (86.), 2:2 Sutter (87.)


    FC Vaduz: Vaduz: Jehle; Von Niederhäusern, Stahel, Grippo, Aliji; Hasler, Muntwiler (80. Kuzmanovic), Ciccone: Schürpf, Neumayr (89. Burgmeier), Lang (68. Sutter)


    FC Zürich: Da Costa; Nef, Buff, Djimsiti; Rodriguez (83. Rikan), Kajevic, Schneuwly, Schönbächler; Chikhaoui, Chermiti (80. Gavranovic), Sadiku (68. Koch)


    Bier (Löwengarten, 0,4l): 5.00 CHF


    Wurst: 5.00 CHF (Cervelat), 6.00 CHF (Kalbsbratwurst)



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    „Wenn wir hier nicht gewinnen, gewinnen wir hier nicht“
    (lepetit, 25.10.2014, ca. 14:34h Halberstadt)





    Der Fußballsport hat große Meister der Lyrik hervorgebracht.
    Unvergessen sind solche Weisheiten wie „Ich lerne nicht extra französisch für
    die Spieler, wo diese Sprache nicht mächtig sind“ (Mario Basler), „Ein Drittel
    mehr Geld? Nee, ich will mindestens ein Viertel“ (Horst Szymaniak) oder „Wenn
    wir hier nicht gewinnen, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt“
    (Rolf Rüssmann). Niemand jedoch schafft es so eloquent, so präzise, so fuchsig
    den Nagel auf den Kopf zu treffen wie mein Freund lepetit. Auf „Freund“ lege
    ich großen Wert, ist er doch einer der verständnisvollsten und liebsten
    Nulldreier, der sich auch nicht davor scheut, bei verschlafenden Mitfahrerinnen
    (Guten Morgen, Nina!) persönlich vor der Tür zu stehen und sie in sein
    Auswärtsmobil nach Halberstadt zu verfrachten.



    Mit einem fröhlichen Hupen fuhr er gen Harz an mir vorbei,
    während ich zur Tramhaltestelle schlenderte, war ich doch einem anderen Mobil
    zugeteilt worden. Nahezu alle Reisewilligen erschienen pünktlich am
    vereinbarten Treffpunkt, nur von Hagen war weit und breit nichts zu sehen. Die Erklärung
    für sein Fernbleiben war absolut plausibel: „Da das
    Finanzamt mich kürzlich an Paragraf 18 EStG erinnnerte und mich somit
    freundlich aber mit Nachdruck bat, doch endlich meine Steuererklärung für 2013
    nachzureichen und ich solch unliebsame Angelegenheiten stets erfolgreich
    verdränge, muss ich nun leider passen und kann nicht mit.“ Auch so lässt sich
    ein herbstlicher Samstagnachmittag verbringen. Ich hoffe, lieber Hagen, Du hast
    alles erfolgreich geschafft und kannst noch in den Spiegel schauen, ohne Dir
    bewusst zu sein, dass Du den ersten Auswärtsdreier der Saison verpasst hast.
    Viel Erfolg dabei.





    Die Fahrt mit dem ölprinzen, einem
    Kamerakind, einem FIler, einem Zujezogenen, einem Munker und einem
    Rotationsprinzipler verlief ohne größere Pöbeleien, Schlägereien oder gar
    Meucheleien, sogar das beliebte Fußballquiz konnte die geglätteten Wogen nicht
    aufpeitschen. Nur kurz kam Hektik auf, die Frage „wie lange dauern
    Spielzeithälften?“ wurde mit einem Veto von „45 Minuten“ noch in die
    hanebüchene Antwort „17 Spiele“ abgeändert. Zujezogen03 untermalte in dieser
    Situation mal wieder seinen Ruf als Fanclub mit dem allergrößten
    Fußballsachverstand.





    Überpünktlich erreichten wir bei nahezu
    sommerlichen Temperaturen das Friedensstadion im Harzvorland, vom angesagten
    Regen oder gar Schnee war nichts zu sehen. Von Kapitän Schönwälder leider auch
    nicht, den verletzten Abwehrchef ersetzte Jonas Schmidt. Zum Spiel gibt es
    nicht viel zu sagen, Halbstadt war trotz dreier Siege in Serie äußerst harmlos,
    Babelsberg legte sich Gegner und Ball immer wieder gefällig zurecht. Ersatzkapitän
    Albrecht netzte nach ansehnlicher Kombination über Cubukcu und Zimmer von links
    ins lange Eck ein (20.). Nur vier Minuten später hämmerte Sindik einen zu kurz
    abgewehrten Ball mit Schmackes in den linken Dreiangel (24.). Von diesem
    Doppelschlag erholten sich die Halberstädter das gesamte Spiel nicht
    mehr, zur Pause hätte es nach weiteren Möglichkeiten, u.a. von Cubukcu, 0:3
    oder 0:4 stehen müssen. Auch in der zweiten Spielzeithälfte (vergl. obige Fussballquizfrage,
    die) waren unsere Nulldreier tonangebend. Lediglich einen schwachen Kopfball
    von Meier nach Ecke verzeichnete der Berichtschreiber. Auf der anderen Seite
    hätte Albrecht den Sack zu machen können, es reicht auch so. Völlig verdient
    fuhren unsere Babelsberger den ersten Auswärtssieg seit dem 2. April 2014 (0:1
    in Leipzig) ein.





    Die Rückfahrt gestaltete sich gewohnt
    angenehm, noch einmal wurde gequizzt, dieses Mal jedoch ohne gröbere Aussetzer.
    Im gemütlichen „Nowawes“ klang der Abend für mich mit dem Clasico Real
    vs Barca aus. Das dort Gesehene unterscheid sich wahrlich nicht sonderlich von
    dem Livespektakel ein paar Stunden zuvor in Sachsen-Anhalt. Danke Nulldrei.





    Germania: P.Nagel - Schlitte, Meier, Nennhuber, Dervishaj,
    Schubert, Wersig (46. Labisch), J.Nagel (54. Eggert), Teixeira (46. Fraus),
    Beil, Ristovski





    Nulldrei: Gladrow - Mihm, Schmidt, Prochnow, Cepni, Sindik,
    Hellwig, Zimmer (54. Grundler), Cubukcu, Albrecht (80. Soine), Makangu (71.
    Petrik)





    Tore: 0:1 Albrecht (20.), 0:2 Sindik (24.)





    gelb: Schlitte





    Zuschauer: 635

    Was haben Lars Kampf, Björn Laars, Patrick Moritz, Georg Froese, Andreas Fricke, Julian Prochnow, Severin Mihm und Tobias Grundler
    gemeinsam? Der geneigte 03er und geknickte Unioner wissen sofort, um was es geht: 18.08.2001, 19.11.2005, 18.10.2014, Daten, die sich sowohl in blauweisse als auch eiserne Herzen einbrannten. Alle genannten dürfen sich rühmen, bei einem 3:2 mindestens einmal getroffen zu haben. Wieder wurde der Nachbar aus Köpenick mit dem schönsten aller Ergebnisse aus dem Stadion verabschiedet. War
    es Anfang und Mitte der 200er noch die erste Mannschaft der Ostberliner, musste am 10. Spieltag der Regionalligasaison 2014/2015 die Zweitvertretung aus der Wuhlheide dran glauben.


    Der komplette Spieltag im Karl Liebknecht Stadion stand unter dem Motto „Refugees welcome“; Konzerte von RADIO HAVANNA, Pyro One sowie Irie Révoltés rundeten eine komplett gelungene Veranstaltung inklusive eines Freundschaftsspiels der Teams von Welcome United 03 vs. FC Lampedusa Hamburg ab. Doch bevor das Beatknie zucken konnte, zuckten erstmal die Mundwinkel des Berichteschreibers nach oben: zu schön, zu sicher, zu eindeutig prangte nach knapp einer Stunde das 3:0 an der
    Anzeigetafel. Doch es wurde nochmal spannend…ich beginne mal vorn.


    Der Wecker klingelte, ich tappte ins Bad, im Spiegel sah mich ein hefeteigähnliches Gesicht an, geschwollene Augenringe wie geplatzte
    Traktorreifen zeugten von einer kurzen Nacht. Eine Katzenwäsche und Tramfahrt später betrat ich kurz vor Anpfiff mit 2341 anderen Zuschauern (darunter 187 Refugees) das schönste Stadion zwischen der Allee nach Glienicke und der Behringstrasse, ein Blick auf die Startaufstellung machte Mut – Schönwälder wieder dabei. Die ersten Minuten wurden nervös von den Hausherren geführt, ein ums
    andere Mal spielten die Unioner Bubis Katz und Maus im Mittelfeld. „Katz und Maus im Walzertakt“ aus der Reihe „Tom und Jerry“ gewann übrigens 1953 den Oscar in der Kategorie „Bester animierter Kurzfilm“. Nicht gerade einen Oscar, aber dennoch definitiv einen Preis hätte auch das 1:0 von Jule Prochnow nach einer Viertelstunde verdient. Cepni holte eine Ecke heraus, Cubukcus ruhenden
    Ball konnte Mihm nicht verwerten, den abprallenden Ball netzte unser Urgestein Jule jedoch per Kopf ein. Die Bezeichnung „Urgestein“ wird im übertragenen Sinn – als Metapher – verwendet: Urgestein kann auf (abstrakte) Dinge, Institutionen oder Personen (hier besonders in Sport und Politik bezogen werden und bedeutet dann, dass etwas oder jemand bereits ganz am Anfang eines Vorganges zugegen war und/oder dass sich sehr früh erfolgte Vorgänge darauf gründen. Im Falle von Personen kann es als pathetisch verstanden werden. Seit 2005 schnürt der Blondschopf mit der Rückennummer 17 schon die Töppen für den Kiezverein.


    Kurz nach dem Führungstreffer kam Union mit wütenden Angriffen vor das Tor der BlauWeissen. Gladrow rettete mit einer Parade gegen Eglseders Kopfball die knappe Führung (17.). Wedemann traf in der 24. Minute nur die Latte, durchschnaufen war angesagt. Aber wenn man Kopfball kann, kann man halt Kopfball (O-Ton Vizeherbstmeister), nach guten Pass von Albrecht scheiterte
    Zimmer am linken Pfosten, doch Mihm hiellt die Stirn genau richtig hin und es stand nach dem zweiten Abprallertor 2:0 (30.). Kurz drauf nochmal Union, aber die Babelsberger Abwehr warf sich in die Schüsse der Berliner, eine starke kämpferische Leistung (40.).


    Nachdem in der Halbzeitpause von unserem Sponsor LONDSDALE Trainingsanzüge an das Refugees Team überreicht wurden, ging es personell unverändert in die zweiten 45 Minuten. Den zweiten Durchgang eröffnete dann Albrecht mit zwei Distanzschüssen, die Union-Keeper Sebastian Patzler aber vor wenig Probleme stellten. Gladrow war zur Stelle, als er Uznas Kopfball entschärfte (54.). Dann
    die 63. Minute: einen langen Ball hatte Patzler eigentlich schon sicher, patzte aber nach dem Nachsetzen des für Makangu gekommenen Grundler und dieser netzte mit einem schönen, butterweichen Schlenzer ein (63.). Die Olsenbande ertönte zum dritten Mal nach dem Patzler-Patzer, die Messe war gesungen? Mitnichten! Nulldrei wollte nun den komfortablen Vorsprung verwalten, hatte die Rechnung aber ohne den Wirt gemacht. Wer nix wird, wird Wirt und wer nicht konsequent verteidigt, bekommt ne Bude eingeschenkt. Der eingewechselte Istvanic war es, der eine Konfusion in der Nulldreier Abwehr ausnutzte (75.); ich war zu diesem Zeitpunkt
    schninkeln. Zwei Minuten später, das Schweigen des Schiris Lämmchen hatte ein Ende, ein Pfiff ertönte im Rund. Elfmeter für Unions Bubis, 2:0 durch Hollwitz (77.); ich war zu diesem Zeitpunkt immer noch schninkeln (Pionierblase – einmal bereit, immer bereit). Puh, nochmal zittern. Trainer Efe brachte nach langer Verletzungspause Uzun für Albrecht, der vorne die Bälle halten sollte. Noch
    einige Schrecksekunden wurden überstanden und dann erklang endlich der Abpfiff. Große Freude und Erleichterung im Karli und einem wunderbaren Feierabend im Stadion stand nichts mehr im Weg. Vielen Dank an die Organisatoren, Bands, Standbetreuern, Teams, Helfern, Unterstützern, Fans für dieses großartige Fest.


    Nulldrei grüßt vom Platz an der Sonne der Heimtabelle.


    03: Gladrow - Mihm, Prochnow, Schönwälder, Cepni - Sindik, Hellwig - Zimmer (57. Hecko), Cubukcu, Albrecht (78. Uzun) - Makangu (54. Grundler)


    Union: Patzler – Wiebach (83. Yesilli), Eglseder, Hollwitz, Brenneisen – Koch – Henning (63. Istvanic), Oschmann, Giese – Wedemann, Uzan


    Tore: 1:0 Prochnow (15.), 2:0 Mihm (30.), 3:0 Grundler (63.), 3:1 Istvanic (75.), 3:2 Hollwitz (77., Foulelfmeter)


    Gelb: Gladrow, Cepni, Sindik, Uzun – Koch, Oschmann


    Zuschauer: 2342


    Schiedsrichter: Lämmchen

    Auch das kurze Aufbäumen zu Ende des Spiels reichte für Nulldrei leider nicht mehr zur Punkteteilung. Die Gäste, bei denen drei Nationalspieler auf der Bank saßen, waren mittels aggressiverer Spielanlage und konsequenterer Chancenverwertung durch Hornuss (14.) und Hadji (72.) mit 0:2 zur Freude der mitgereisten Schlachtenbummler in Führung gegangen, dem eingewechselten Sinani
    gelang kurz vor Ultimo vor 1010 Zuschauern nur noch der Anschlusstreffer (89.). Der FC Differdingen 03 bleibt damit auf dem 3. Tabellenplatz der 1. Luxemburgischen Liga, der letzjährige Meister Fola Esch grüßt weiterhin von der Tabellenspitze.
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    45 Stunden zuvor betrat ich gemeinsam mit mehr als 2100 Zuschauern das Rosa Luxemburg „Karli“, Flutlichtspiel gegen den Berliner AK. Die Hauptstädter reisten mit sechs Niederlagen in Folge im Gepäck an, Babelsberg empfing mit magerer Torausbeute – für den Vizeherbstmeister und mich war klar, das Spiel endet 1:0 durch ein Eigentor der Berliner.


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    Trainer Cem Efe schickte Uzun von Beginn an auf das Feld,beim BAK erstaunte etwas, dass Niendorf statt Höttecke das Tor hütete.


    Im Gegensatz zum letzten Heimspiel gegen Auerbach begannen die Nulldreier wesentlich couragierter und entschlossener, der quirlige Enes Uzun zog aus 25 Metern knapp rechts vorbei (8.). Nach einer Viertelstunde hatte Zimmer nach ruhendem Ball die Möglichkeit zur Führung, seinen Freistoß konnte Niendorf parieren (16.). Kurz darauf der BAK mit zwei Möglichkeiten, diese wurden jedoch eher kläglich vergeben. Huch, was war denn plötzlich das? Ein Frankenwechsel von Mihm auf Uzun gelangt zu Zimmer, der legt aus dem Lauf per Hacke zurück auf Uzun, dessen Flanke kann Niendorf gerade noch aus der Luft pflücken. Halbzeit: 0-0


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    Zur zweiten Hälfte kam Maaß für den erkältungsgeschwächten Albrecht, der BAK unverändert. Knappe fünf Minuten waren vorbei und endlich rappelte es mal wieder im Karton. Der offensivstarke Mihm tankte sich per Doppelpass mit Becker in den Strafraum, das Leder gelangte zu Uzun, der zog ab, trifft noch einen Moabiter Spieler und dieser fälscht unhaltbar ab (51.). Der AK wachte nun auf, einen Schuß von der halblinken Seite konnte Gladrow mit den Fingerspitzen noch zur Ecke klären (60.). Die Kraft hätte er sich sparen
    können, der frisch eingewechselte Kruschke stand völlig frei und köpfte den Eckball in die Maschen (61.). Doch Nulldrei steckte nicht auf, einen klasse Pass von Maaß auf Makangu kann dieser aufgrund zu kurzer Fussspitzen leider nicht verwerten (71.). Zwei Minuten später die erneute Führung für unsere Nulldreier: einen langen Ball von Mihm vollstreckt der Rückkehrer Dennis Lemke gekonnt
    (73.). Die Berliner warfen nun alles nach vorn, Cem Efe brachte Defensivmann Rode für den völlig ausgepowerten Makangu, um die Abwehr zu stabilisieren. Alles sehnte den Abpfiff herbei, die Minuten verronnen wie feuchter Sand in einer Sanduhr. In der Schlussminute hatte Lemke gegen die weitaufgerückten Berliner die Entscheidung auf dem Fuß, sein Heber nach Konter ging über das Gästegehäuse (90.). Dann pfiff Schiri Lämmchen endlich ab und es wurde nur noch gefeiert…und zwar noch über viele Stunden, ging es doch um kurz Mitternacht mit dem Geburtstagsmobil nach Luxemburg. Diese wunderschöne Stadt war Ziel der diesjährigen Frauentagsreise von vier Babelsberger Fussballfans. Stadtbesichtigung ab halb acht, das erste Cider um neun, herrlich war es. Nach einem angenehmen Kneipenabend klang der internationale Frauentag in der O-Bar aus. Ein lieber Gruß an den netten Kellner, welcher ein wenig irritiert über unseren 1 ½ Tagestrip in das Großherzogtum war, reichen doch seiner Meinung nach zwei Drittel dieser
    Zeit locker aus, um die Stadt komplett zu erkunden. Mit oben erwähnten Nulldrei-Spiel gegen den Spitzenreiter aus Esch endete diese nette Tour: vielen Dank an Henning, Neffi und Henner für diesen schönen Ausflug.



    …und ich hab jetzt endlich meine BeNeLux-Länderpunkte.


    03: Gladrow - Zimmer,Hebib, Prochnow, Mihm, Sindik, Schwarz, Uzun, Becker (68. Lemke), Albrecht (46. Maaß), Makangu (80. Rode)


    BAK: Niendorf - Russow, Siemund, Lemke (70. Lemke), Cepni, Gündüzer, Turan, Boachie (57. Kruschke), Malinowski (66. Hartmann), Cubukcu, Soltanpour


    Tore: 1:0 Uzun (51.) 1:1 Kruschke (61.) 2:1 Lemke (73.)


    Gelb: Lemke, Maaß, Hebib - Popov, Gündüzer



    Zuschauer: 2113

    Es gibt Tage, die fetzen urst ein: Sommer, Sonne, ein 1:0 gegen Bielefeld und der gesicherte Klassenerhalt. Dann gibt es Tage, die
    rocken lediglich tierst: Herbst, Nieselregen und ein 2:2 in Plauen. Tja,und dann gibt es Tage, die sind übelst blöde. Zu diesen gehört zum Beispiel eine Niederlage beim Tabellenletzten aus Charlottenburg. Wenn so eine Niederlage dazu noch das Prädikat „Klatsche“ verdient, ist man als Nulldreier noch bedienter. Bedient war ich das erste Mal, als ich am Bahnhof meinem zukünftigen Ex-Freund Poschi von meinem bisherigen Wochenende berichten wollte, hatte ich doch u.a. mit einer bezaubernden Frau das ehemalige KGB-Gefängnis in der Leistikowstraße besucht, bei Bezzerwizzer (mit Henner im Team) gegen eine bezaubernde Frau +
    Henners Madame gewonnen und zusammen mit schon zweifach erwähnter bezaubernder Frau Christian Näthes (Glückwunsch zum Hauskauf) letzten Film gesehen. „Du trinkst grad Dein erstes Bier seit sechs Tagen, warum soll ich mir Dein Wochenende anhören? Was haste denn gemacht? Untersetzer gehäkelt?“ Tja, nun erfährt der Genosse Trinkeviel mein Wochenende aus diesem Spielbericht. Minder gut gelaunt ging es auf die kurze Reise gen Olympiagelände Berlin. Dort war vieles blau-weiss. Allerdings weder in dem sympathischen Dunkelblau des Babelsberger Sportvereins noch im blassen Hellblau der Mannen aus dem Westend; der Schutzmann war zahlreich mit Hundeunterstützung zugegen und verhinderte in Person eines einzigen Beamten die „Stürmung“ des Gästeblocks durch
    ca. 30 Berliner Sitzplatzproleten. Ein beherzter Fingerzeig in Richtung Heimeingang reichte aus und der Mob fügte sich ohne Murren. Für 8 bzw. 5 Euro ging es in die Eisschüssel Amateurstadion. Noch rasch wurden die anscheinend vom Vortag (BSC – Leverkusen 0:1) übriggebliebenen Bratwurstimitate in Augenschein genommen, ein Becherchen Bier gekauft und schon ging es los. Babelsberg ohne Prochnow, Schwarz (verletzt) sowie Zimmer (Rotsperre) hatte es u.a. mit den aus dem Profikader in dieReserve dazugestoßenen Brooks, Holland, Ndjeng und Perdedaj zu tun, welche Ante Covic, der den Ex-Nulldreier und Sympathieträger Jörg
    Schwanke unter der Woche beerbt hatte, aufgestellt hatte.


    Das 1:0 durch Holland fiel schneller (4.), als das Bierbecherchen angerührt war, auch beim 2:0 war das Plastiktrinkgefäß noch nahezu
    jungfräulich (Stephan, 6.). Ein Schuss aus 25 Metern und ein Kopfball nach Freistoß brachen 03 früh das Genick. Doch auch mit gebrochenen Wirbeln kann man noch wirbeln (vergl. Trautmann, Bert; der), was Babelsberg in der Folgezeit auch zaghaft probierte. Blazynski scheiterte am starken Heimkeeper Sprint (11.), Koc konnte eine Unachtsamkeit in der Heimabwehr nicht nutzen (23.). Zehn Minuten später macht es unser wohl scheidender Mittelfeldmotor besser, seine flache Hereingabe von der rechten Seite vollendete Albrecht unhaltbar (34.). Die Hoffnung währte genauso lang wie der Schreiber benötigte, sein zweites und gleichzeitig
    vorletztes Getränk zu verköstigen – drei Minuten. Mihms zu kurz geratenen Klärungsversuch versenkte Obst und stellte den Zweitoreabstand wieder her (37.).
    Mit diesem Ergebis ging es auch in die Pause, welche ohne Wechsel ablief. Zehn Minuten waren absolviert, als der auch als Ölmaler weit über die Grenzen Charlottenburg bekannte Andreas Neuendorf den Platz betrat – für ihn wich Zingu. Der zeckige Methusalem trieb seine Schützlinge, von denen er teilweise der Vater hätte sein können, weiter nach vorn und diese taten, wie ihnen aufgetragen wurde: Päng, voll in die Fresse – das 4:1 durch Brooks Kopfball bedeutete die Entscheidung (77.). Makangus schönes Tor kurz darauf ließ nochmal ein wenig Hoffnung aufkommen (81.) aber mit den Westberlinern war nicht gut Kirschen essen, Fiegen versenkte Selbige zum 5:2 Endstand.


    Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Schreiberling bereits außerhalb des Stadions und muss beim Nachlesen der Presse grad feststellen, dass er zumindest mit dem frühzeitigen Verlassen des Stadions vielleicht nicht alles richtig, aber auch wenig falsch gemacht hat. Auf geht’s ihr Blauen, Heimsieg gegen Meuselwitz.


    BSC II: Sprint – Regäsel, Syhre, Brooks, Holland, Perdedaj, Andrich (62. Fiegen), Ndjeng, Obst (69. Ntsin), Zingu (55. Neuendorf), Stephan


    Babelsberg: Gladrow - Mihm (78. Makangu), Hebib, von Piechowski , Maaß (83. Rode), Sindik, Moral (69. Druschky), Koc,
    Becker, Blazynski , Albrecht


    Tore: 1:0 Holland (4.), 2:0 Stephan (6.), 2:1 Albrecht (34.), 3:1 Obst (37.), 4:1 Brooks (77.), 4:2 Makangu (81.), 5:2 Fiegen (84.)


    Gelbe Karten: Andrich, Sprint – Becker, Sindik


    Schiedsrichter: Patrick Kluge

    Eine Fahrt nach Plauen sollte die Generalprobe für zukünftige
    Bürotage werden, war ich doch wegen eines vereiterten Steißbeins sechs
    Wochen krankgeschrieben und hatte in dieser Zeit eher Steher- und
    Liegerqualitäten bewiesen. Nun also sitzen…direkt neben meinem lieben
    Freund Thoralf im kleinen Bus des kleinen Dribbelkönigs vom kleinen
    Fanclub Stehplatz ermäßigt. Nach 50 Zentimetern Fahrstrecke war der
    erste Verlust zu vermelden: ein unbekannter Handtelefondealer aus
    Babelsberg hatte bei seiner anscheinend ersten Auswärtsfahrt die
    glorreiche Idee, Weißbier und ein adäquates Glas mitzunehmen: Tür auf,
    Beutel abgestellt, Tür zu, Anfahrt, Glasbruch. Ohne weitere Scherben
    ging es noch vor dem Fanbus auf die A9, stand doch ein Besuch eines
    Restaurants auf dem Wunschzettel des Fahrers ganz oben. Thüringen ist
    bekannt für seine exzellente Küche: Klöße, Rostbrätel, Mutzbraten – das
    Wasser lief mir im Mund zusammen, als wir nach Schleiz abbogen und die
    knarrende Tür des Lokals „Drei Schwäne“ öffneten. Herzlich Willkommen im
    Jahr 1986! Im ersten Augenblick vermutete ich ein Museumslokal, aber
    nein, das dort war alles ernst gemeint. Ernst schaute auch der Wirt des
    Etablissements, der mit sechs Gästen nicht gerechnet hatte.
    Normalerweise würde man sonntags nur mit Vorbestellung servieren, die
    Rouladen seien aus, auch Rostbrätel seien nicht mehr da und nur mit
    etwas Glück noch Entenbrust. Als drei weitere Babelsberger die Kneipe
    betraten, wurde es noch leerer im Gesicht des Kellners und wohl auch im
    Kühlschrank der Gaststättenküche – leider seien auch die Salzkartoffeln
    aus, einen Salatteller gäbe es auch nicht mehr. Ich entschied mich nach
    reiflicher Überlegung gegen das Seelachsfilet mit Mayonnaisensalat
    (bitte was???) und für ein Bauernfrühstückchenchenchen. „Acht Schekel
    für die Erdknollen“ – verwundert hätte diese Rechnung nicht. Ich wünsche
    dem „Drei Schwäne“ das Beste und hoffe, dass die Betreiber in der
    Zukunft werben können: „Jetzt neu im Sortiment – Salzkartoffeln“.


    Pappsatt ging es über die Landstraße nach Plauen ins mit 1.000
    Zuschauern zu einem Sechzehntel gefüllte Vogtlandstadion. Nulldrei besaß
    die erste Möglichkeit, Fusters Schuss ging aber direkt in die Arme von
    Ebersbach (3.). Auch in der Folgezeit war die Babelsberger die bessere
    zweier träge agierender Mannschaften. Schön anzusehen war die erste
    halbe Stunde wahrlich nicht. Zimmer schickte Koc und dieser zwang
    Ebersbach zu einer Fußabwehr (32.). Der VFC war nur kurz über die bis
    dahin beste Chance des Spiels verunsichert, einen schönen Pass von
    Schindler nahm Girth mit der Brust an und schloss sehenswert per
    Seitfallzieher ab, Feber war chancenlos (38.).


    Mit Becker für Mihm ging es in die zweiten 45 Minuten, der MDR-Ticker
    schrieb in Minute 52 „Die Gäste kamen bisher zu zwei harmlosen Ecken.“
    Tja, wer Wind sät… doch bevor Sturm geerntet werden konnte, musste
    Prochnow auf der Linie klären. Doch dann Ecke für Nulldrei, ich
    klammerte mich an lepetit, Becker schlug das Leder in den Strafraum und
    Hebib köpfte freistehend ein (59.). Und weil’s so schön war, nahm ich
    lepetit bei der nächsten Becker-Ecke wieder in den Arm; lieber Trainer,
    nix zu danken, dafür sind wir ja da; es klappte wieder, diesmal war es
    Prochnow, der Ebersbach übertrumpfte (65.). Plauen war nun die nächsten
    Minuten völlig von der Rolle, Nulldrei verwaltete in der Folgezeit
    leider nur. Dies wäre eine Viertelstunde vor Abpfiff beinahe schief
    gegangen, Sajbidors Schuss aus acht Metern strich am Gehäuse von Feber
    vorbei (74.). Dann kam die blöde Nachspielzeit, die Nulldreier bekamen
    das Leder nicht aus der Gefahrenzone, der eingewechselte Hager legte zum
    eingewechselten Sajbidor ab und der netzte ein (90.). Ausgleich,
    Abpfiff, zwei Punkte weg. Vor dem Spiel wäre ich mit einem Punkt
    zufrieden gewesen, so war’s natürlich etwas doof. Trotzdem wurde auf dem
    Gästeparkplatz zu Vengaboys- Rhythmen gefeiert und ich grüße hiermit
    ganz lieb Christiane und Peter, welche unseren Bus noch mit Palmbräu
    versorgten, was für ein leckeres Gesöff.



    Plauen: Ebersbach;
    Landgraf, Grossert, Thönelt, Lietz; Rupf, Schindler (62. Sajbidor);
    Knoll (85. Hager), Schubert, Wild; Girth (46. Wagner).


    Babelsberg: Feber;
    Zimmer, Hebib, Rode (56. Druschky), Mihm (46. Becker); Prochnow,
    Sindik; Koc, Moral Fuster (85. von Piechowski), Schwarz; Albrecht.


    Tore: 1:0 Girth (38.) 1:1 Hebib (59.) 1:2 Prochnow (65.) 2:2 Sajbidor (90. +1)


    Gelb: Zimmer – Girth, Sajbidor


    Zuschauer: 1.016


    03er: ca 100
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    Knackpunkt Molly oder „Gelati Gelati – wenn der Eisverkäufer anrollt“






    Wenn am Donnerstag Abend mit reichlich Bier und Prosecco gegrillt wird,
    kommt man auf die abstrusesten und am weitesten hergeholten Ideen:
    „Molly, willste morgen nicht mit ins Stadion kommen? Ich kümmer mich um
    die Karte und Getränke und in der Halbzeit kannste zu mir hoch auf den
    Technikturm kommen und ich zeige Dir, wie ich die Karlicharts abspiele“.
    Man, ich fühlte mich in diesem Moment so cool, gönnerhaft und stark
    und gar nicht mehr unbedeutend, dick und haupthaarlos vor meiner
    Freundin. Mit ihrer Reaktion hatte ich allerdings auch nicht gerechnet:
    „Joar, wieso eigentlich nicht? Ich kann ja die Karlicharts mit „Hallo,
    liebe Freunde der Beatmusik, heute für Sie im Repertoire…“ ankündigen
    und dann verschwinde ich wieder in die Nordkurve.“ Getrunken, getan:
    Pünktlich für meine Verhältnisse (18:35h), überpünktlich für ihre
    Verhältnisse (19:06h) betraten wir das Karli, welches mit knapp 2300
    Zuschauern, darunter ca. 25 Zusehern aus Halwerstidde, wie wir
    plattdeutsch sprechenden Plattetragenden sagen dürfen, für einen Freitag
    Abend ordentlich gefüllt war.



    Nulldrei, mit Feber für den gesperrten Gladrow, begann wie schon in den
    letzten Heimspielen enorm druckvoll, Halberstadt wartete ab. Rückkehrer
    Hebib hatte die erste Gelegenheit, sein Kopfball strich knapp über das
    Gebälk. Kurz darauf prüfte Albrecht Pascal Nagel; und der
    Germania-Torhüter stand auch gleich darauf wieder im Mittelpunkt des
    Geschehens, der Freistoß von Becker verfehlte aber knapp das Tor.
    Weiter nur die Babelsberger im Vorwärtsgang, nach Sindik-Pass verzieht
    Koc nur knapp. In der 23. Minute dann die bis dahin größte Chance für
    die wilden Jungspunde vom Park, Schwarz ballert die Pille an die Latte.
    So verstrich Minute um Minute, Chance um Chance und spätestens nach 43
    Minuten hätte es 1:0 stehen müssen – nach Beckers Pass auf Albrecht
    schob dieser in Bedrängnis zu Koc, der das Tor nur äußerst knapp
    verfehlte.


    0:0 zur Pause, keine Tore und keine Molly zu sehen. Mahala
    Rai Banda mit „Mahalageasca“ und Noir Desir mit „Le Vent Nous Portera“
    anzukündigen, fielen wohl plötzlich ohne Billigschaumwein im Kopf etwas
    schwerer.




    Wir springen in Minute 51: der Ex-96er, TeBe’er, Dortmunder, Aachener,
    60er, Koblenzer, Oberhausener, Hachinger und aktuelle Halberstädter
    Wandervogel Krontiris netzte nach Bolivard-Pass zur Führung ein. Doch
    wie schon häufiger in Testspielen und Pflichtspielen beobachtet, mimte
    Mihm einen Mittelstürmer und Nulldrei kam durch unseren blonden
    Abwehrrecken zum Ausgleich (55.). Nach einem hineingestreichelten
    Koc-Freistoß hat dieser den Kopf als Erster am Ball bzw. den Ball als
    Erster am Kopf und netzte recht ein. Nun gut, ich hatte 3:1 getippt, es
    fehlten also nur noch zwei läppische Tore. Diese fielen auch relativ
    prompt, allerdings auf der Soll- statt Habenseite. Malick Bolivard, der
    Malick Bolivard, der in Babelsberg nicht glücklich wurde (die Gazetten
    schrieben „Die Freundin ruft - und Bolivard verlässt 03“) bekam den Ball
    kurz vor der eigenen Strafraumgrenze und lief los: es sind noch 65
    Meter bis der gegnerischen Torauslinie, er lässt Albrecht stehen, es
    sind noch 30 Meter bis zur Torauslinie, er lässt sich von Zimmer nicht
    stören, es sind noch 15 Meter bis zur Torauslinie, Zimmer grätscht ins
    Leere, es sind noch 20 Zentimeter bis zur Torauslinie und Bolivard passt
    von links in den Strafraum – und das passt: Krontiris ist wieder zu
    Stelle und Feber hat keine Chance bei diesem schönen Kopfball nach
    ebenso wunderschöner Vorarbeit (60.). Wow..und Respekt. Wer nun dachte,
    das Kontingent an ansehnlichen Toren wäre aufgebraucht, der täuschte
    sich. Rico Steinhauer dachte sich in Minute 67. wahrscheinlich, so ein
    Tor des Monats liest sich bestimmt gut im Lebenslauf bei
    transfermarkt.de, mach ich das doch einfach mal. Er machte es großartig –
    nach einem Eckball von der rechten Seite ließ er unserem Ersatzkeeper
    mit seinem Fallrückzieher keine Möglichkeit zum reagieren. Genug der
    schönen Tore? Mitnichten! Der eingewechselte Druschky ballerte eine
    Flanke von Koc per Direktabnahme ins Netz der Gäste, das Tor eines
    gewissen Lothar M. von Bayern M. gegen, B. Leverkusen am 21.11.1992
    erschien dagegen wie ein Witz, was ist denn hier los (78.)? 2:3 und noch
    mehr als zehn Minuten zu spielen. Babelsberg versuchte, Babelsberg
    ackerte, Babelsberg flankte…Babelsberg foulte – leider in der letzten
    Minute im eigenen Strafraum. Den fälligen Strafstroß versenkte Schubert
    unhaltbar für den an allen Toren unschuldigen Feber im Netz (90.).






    Und was hat der Spielberichtstitel mit dem soeben gelesenen zu tun?
    Nichts. Wirklich nichts. Der Herbst hat meteorologisch heute (1.9.)
    begonnen und auch für Nulldrei ist nach etlichen Spieltagen in der
    Sommerlaune der graue Herbstalltag „Regionalliga“ Wirklichkeit geworden.
    Hoffentlich zeigt sich die Sonne am 15. September gegen die Reserve der
    Unioner wieder für die jungen Wildspunde in blau und weiß. Allez les
    bleus.






    …und der Eisverkäufer rollt im nächsten Frühling wieder vor, versprochen.






    PS: Hätte Molly die Karlicharts angesagt, hätten wir gewonnen…DANKE SCHATZ.






    Nulldrei: Feber -Zimmer, Hebib,
    Prochnow, Mihm, Blazynski (83. Schmidt), Sindik (69. Druschky), Koc,
    Becker, Schwarz (76. Rode), Albrecht



    Halberstadt: P. Nagel - Georgi
    (83. Neef), Mörck, Steinhauer, Schulze, Schubert, Wersig, J. Nagel,
    Krontiris, Bolivard (63. Djan-Okai), Büchler (73.Seitz)



    Tore: 0:1 Krontiris (51.) 1:1 Mihm (55.) 1:2 Krontiris (60.) 1:3 Steinhauer (67.) 2:3 Druschky (78.) 2:4 Schubert (90., Elfmeter)



    gelbe Karten: Blazynski, Koc - Schulze, J. Nagel, Büchler



    Zuschauer: 2297

    Am lieben Gott kommt niemand vorbei


    Mann, was bin ich bedient! Es hätte so ein schöner Ausflug ins Schwabenland werden können. Ein Sieg hätte ein so schönes
    Geburtstagsgeschenk für Alme sein können, der Kater heute hätte nicht ganz so schlimm geschmerzt, aber hätte hätte liegt im Bette, es kam leider anders. Doch beginnen wir von vorn.
    Es ist regnerisch, es ist diesig, es ist Samstagmorgen um sechs, Potsdam erwacht langsam. Auch der Berichtschreiber quält sich aus dem Bett, steht doch eine gemütliche Tour nach Stuttgart auf dem Plan. Am Luisenplatz wurden noch Poschi und Chrischan eingesackt und dort stand er dann auch schon, der bequeme Kleinbus vom Ölprinzen. Zu dritt enterten wir die Rückbank, die vorderen Plätze waren schon bekannten Gesichtern (Öli, VHM, Sixer, Lieb Knecht) bzw. Knackpos besetzt.


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    Nachdem wir in Rodaborn von“ Wisag Facility Management – Gebäudetechnik – Gebäudereinigung – Sicherheit & Service sowie Catering“ (haha) – Mitarbeitern der Toilette verwiesen wurden, startete um 9 Uhr 40 das beliebte Fußballquiz. Um 11 Uhr 05 hatte sich herauskristallisiert, dass die „Backseat Boys“ einen grandiosen Sieg errungen hatten. Chrischan überraschte mit „Huch, ich dachte immer, der heißt Stanley Buda, so wegen Stanley Cup.“ „Alles oder nix!“ hallte es von vorn, doch auch das zweite Spiel wurden souverän gegen die Mittelreihe (vergl. Loser, die) von der Rückbank (vergl. „so sehen Sieger aus“, die) gewonnen. Zehn Minuten vor Anpfiff erreichten wir das Gazi-Stadion, in das sich mit uns knapp 100 Nulldreier_innen verirrt hatten. Hier sah es genauso aus wie
    in Potsdam – regnerisch und diesig. Das Wetter passte zum Abstiegskampf.


    [Blockierte Grafik: http://www.bbg03.de/sites/default/files/spielbilder/1213_erste/kickers03.JPG]


    Alme Civa brachte an seinem 42. Geburtstag Prochnow und Müller für Touré und Kreuels, welcher wegen seiner 10. Gelben Karte gesperrt war. Die erste Chance des Spiels hatten die in Rot spielenden Babelsberger. Nach einer Ecke zog Christian Essig verdeckt ab, Markus Krauss im Kickers-Tor hielt mit einer Glanzparade die Null und war auch beim folgenden Eckball auf dem Posten (5.). Kurz darauf wurde Grüttner im Fünfmeterraum umgerissen, etliche Stuttgarter verlangten den Elfmeterpfiff, doch Schiri Jablonkis Spielgerät blieb stumm. In der Folgezeit war nur noch Nulldrei am Drücker, nach 17 Minuten zählte ich schon fünf Ecken für unsere Helden. Raunen ging durch den Gästeblock als Kocs Schuss in der 23. Minute an den rechten Pfosten des Kickers-Tores krachte. Die Heimelf war nun wach gerüttelt. Kurz vor Abpfiff der ersten Hälfte lenkte Löhe einen Freistoß von Engelbrecht um den Pfosten (45.).


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    Ohne Wechsel kamen beide Truppen aus der Kabine, Nulldrei war sofort wieder auf zack. Nach schöner Doppelpassstafette von Müller und Evljuskin netzte unser Mittelfeldmotor mit herrlichem Schlenzer ein (51.). Die riesige Freude über diese wichtige Führung hielt genau zwei Schluck Dinkelacker und drei Züge der noch glimmenden „Tor-kommt-Kippe“. Daniel Engelbrecht tankt sich durch das Babelsberger Mittelfeld und zieht aus 25 Metern ab, der Ball setzt auf dem feuchten Rasen auf und Löhe hat keine Chance zur Abwehr (53.). Mist! Civa reagierte und brachte Touré für Essig und später noch Albrecht für den angeschlagenen Kragl. Die Kickers witterten Morgenluft, von Nulldrei kam nun kaum noch Gefährliches. Erst acht Minuten vor Ultimo war es Groß, der die Möglichkeit zur erneuten Gästeführung hatte, seinen Schuss kann der eingewechselte Marcos Alvarez auf der Linie klären.


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    Als man sich schon auf den Auswärtspunkt eingestellt hatte, ertönte ein Pfiff. Schiedsrichter Jablonki zeigt Abstoß an, sein Liri hatte
    allerdings eine andere Meinung zur vorangegangenen Situation. Tourés Wegspitzeln des Balles hatte dieser als elfmeterwürdig eingeschätzt, Marchese ließ sich dieses Geschenk nicht nehmen und verwandelte sicher (89.). Nulldrei kam nicht mehr zurück und hatte noch Glück, dass ein Konter über Alvarez und Savranlioglu nicht eingenetzt wurde (90+2). Dann war Schluss und Alme resümierte später: „Wir haben heute zwei verschiedene Halbzeiten gesehen. In Halbzeit eins waren wir klar besser und hatten alles im Griff. Nach der Pause machen wir alles richtig, gehen in Führung – und fallen dann um. Wir kamen mit der aggressiven Spielweise der Kickers nicht klar und bekommen dann zwei dumme Tore. Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen. Es ist schon ärgerlich, insbesondere wegen der Elfmeterentscheidung. Aber so ist eben Fußball.“


    Die Rückfahrt verzögerte sich etwas – unser Auto war durch zwei Plastikbarken blockiert. Poschi rückte die erste zur Seite, dadurch fiel
    die zweite um, was wiederum die Staatsmacht auf den Plan rief. „Halt, bleim se stehn, sie wurden gesehn, beim Autos aufschließen und
    Plastebarke wegnehm“ würden Fettes Brot singen, Poschi muss jetzt wahrscheinlich ins Gefängnis wegen Barkenzerkratzung. Schade, es hatte trotz des Ergebnisses viel Spaß mit ihm gemacht. Auf geht’s Nulldrei!


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    Stuttgarter Kickers: Krauss – Gerster, Köpf, Auracher, Baumgärtel – Leutenecker (54. Alvarez), Marchese (C), Gondorf (Jatta 85.) – Engelbrecht, Grütter, Savranlioglu (Braun 90. +1)


    SV Babelsberg: Löhe – Kühne, Reiche (C), Hebib, Kragl (Albrecht 77.) – Evljuskin, Prochnow – Koc, Groß, Essig (Touré 63.)


    Tore: 0:1 Evljuskin (51.), 1:1 Engelbrecht (53.), 2:1 Marchese (89.)


    Gelbe Karten: Auracher, Köpf, Alvarez / Evljuskin


    Zuschauer: 3600


    Nulldreier: ca. 100

    Auf der Couch in der Nähes des Wildparks




    Während die eine oder der andere sich bereits um 3:45 in einen bequemen
    Bussessel lümmeln durften, mussten andere sich in das Hoyerswerda
    Potsdams (à vergl. Schlaatz, der) begeben, um dort der Nutzlosen Partei
    Deutschlands zu zeigen, was man von ihr hält. Bevor jetzt erboste
    Meldungen aus Sachsen kommen – ich habe nichts gegen Hoyerswerda, es hat
    sicher auch schöne Ecken (à vergl. Ortsausgangsschild, das). Ein Anruf
    in den Bus nach dem Auftritt der Deppenparade versetzte mich ins
    Staunen: „Oese, ich mach grad mein erstes Bier auf“. Es war 11:28
    Uhr.Der VHM überrascht immer wieder. Nach einer Runde mit den
    Vierbeinern, die seit einem Jahr mein Leben rui….bereichern, begab ich
    mich zu Neffi, dem SWR-Livestream sei Dank. In der Nähe von Wildpark
    West, also direkt neben dem Karlsruher Wildparkstadion, sitzen wir jetzt
    grad zu siebent und genießen das ruckelnde Bild der Konferenzschaltung.



    Die erste Möglichkeit besaßen die Gastgeber in Minute sieben, der
    Kopfball von van der Biezen ging knapp vorbei. Zwei Minuten später war
    es Markus Müller, sein Schuss kann aber von Routinier Orlishausen
    pariert werden. Auf den Rängen derweil hitzige Diskussionen zwischen
    Henner und Chrischan, Perle mümmelte gedankenverloren Spinatpizza mit
    viel Knoblauch, Neffi versuchte Abseits zu verstehen, Gitte spielte auf
    dem Smartphone und Aljoscha holte sich ein Glas warme Potsdamer
    Rohrperle. Ab gings zum Spiel Osnabrück gegen Heidenheim. Da fiel ein
    Tor…naja.


    Mehr als 24 Minuten waren vorbei, da zwitschte der Livestream wieder auf
    die Partie KSC-03. Zu sehen war die zweite Möglichkeit der Hausherren,
    Klingmann zieht mit links ab, sein Schuß geht knapp vorbei. Eine Minute
    später ein direkter Freistoß von Alibaz, welcher am Kasten von Löhe
    vorbeistrich. Wäre doch der Livestream wieder zu Osnabrück gegen
    Heidenheim gesprungen, aber ne, die vollbesetzten Ränge auf Neffis Couch
    sahen einen hohen Ball von links, Hennings lässt den Ball eher
    unfreiwillig mit dem Oberschenkel abtropfen, Peitz zieht ab, sein Schuss
    wird von Hebib unhaltbar abgefälscht (37.). Mist…„hier regiert der KSC“
    schallte es durchs Wildparkstadion, „hier regiert die doofe Laune“
    schallte es zurück von Neffis Ecksofa. Essig holte sich zu recht noch
    den Karton in der Farbe des Neides ab und dann war Halbzeit. Fazit: das
    etwas bessere Team führt mit einem Tor.


    Zur zweiten Hälfte wurde gewechselt, Kragl und Jule kamen für Touré und
    Berzel im Wildparkstadion, leere gegen volle Biere in der
    Wildparkwest-Loge. In den ersten Minuten geschah auf beiden Seiten nicht
    viel, insgesamt viel Stückwerk. In der Loge wurden ab Minute 56 Chips
    gereicht, den Nulldreiern in Karlsruhe wurde Magerkost serviert. Kurz
    zeigte der SWR ein Foul von Hennings an Kragl, schon war wieder
    Osnabrück-Heidenheim parat. Ich konnte mir nur denken, was die Zuschauer
    in Karlsruhe zu sehen bekamen, wahrscheinlich nicht viel Besseres als
    das, was meinen Augen geboten wurde: riechende Knaben. Laut Ticker fiel
    in Minute 55 ein Abseitstor des KSC, mehr passierte nicht…Zitat: „Das
    Spiel lebt von seiner Langeweile“. Also noch ne Kippe, während sich bei
    strahlendem Sonnenschein Göttel warm machte und Peitz das zweite
    Abseitstor für den KSC erzielte (77.). TOR IN KARLSRUHE brüllte der
    Moderator in das Osnabrückspiel und Henner maulte, „wenn der sich so
    freut, wirds für den KSC sein“….das Bild springt ins andere Spiel und
    ich sehe einen jubelnden Touré. Ein Konter nach KSC-Ecke, über Reiche
    geht rechts raus auf Kreuels, der zieht ab und ballert das Ding in die
    Maschen (79.). 1:1 - Jubel auf der Wildparkwestcouch, Jubel im
    Gästeblock, Jubel hier zu lesen. Fünf Minuten später schon wieder die
    Ernüchterung. Nach einer Ecke geht der Ball zum Spieler am rechten
    Pfosten, der legte ab in die Mitte und dort ließ Dullek Löhe keine
    Chance (84.).Vier Minuten Nachspielzeit und die Blase drückte. Diese
    Zeit überbrückten der KSC und ich auch noch, ich geh pullern. Allez les
    bleus.






    KSC: Orlishausen - Klingmann , Gordon , Mauersberger ,Kempe - Peitz ,
    Varnhagen (67. Schwertfeger) - Calhanoglu (87. Krebs) , Alibaz - van der
    Biezen (67. Dullek) , Hennings




    Nulldrei: Löhe - M. Kühne , Berzel (46. Kragl), Reiche , Touré (46.
    Prochnow) ,Evljuskin , Hebib – Essig (83. Göttel) , Kreuels , C. Groß -
    Mar. Müller




    Tore: 1:0 Peitz (37.) 1:1 Kreuels (79.), 2:1 Dullek (84.)




    Gelb: van der Biezen - Essig, Prochnow, Hebib




    Zuschauer: 12102




    Nulldreier: 73 (sieben bei Neffi)

    „Weißt Du noch, vor 35 Jahren kam ein Baby angefahren, ohne Hemdchen ohne Schuh -


    Moppel-Oese, das warst Du.“




    In so einem Alter setzen sich die Ersten zu Ruh, genießen ihre Rente
    oder machen eine Weltreise. Ganz so weit sollte es für mich nicht gehen,
    aber zu fünft in nem PKW kommt eine Reise nach Belgien auch einer
    Weltreise nah. Um kurz nach Sieben schellte an meinem Ehrentag der
    Wecker. Ein Quartett entfernter Bekannter erwartete mich bereits am
    blauen Fabia-Blitz. Fabia kommt im Übrigen aus dem Lateinischen und
    bedeutet Bohne. Nomen est omen? Nachdem sich unser Fahrer bei Dr. Herber
    noch den Rücken einrenken ließ, ging es schon mit halber
    Sputnik-Geschwindigkeit Richtung Brüssel.




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    Bei Fussball-, Brandenburg-und Musikquiz verging die Zeit wie im
    Steigflug von Felix Baumgartner. Zusätzlich gab es Cowboy-Melodien für
    die Cowboy-behutete Truppe. Brüssel erwartete uns mit sagenhaften 17
    Grad: Fritten raus, is' Sommer! Nach einer Stärkung mit den
    überbewerteten Kartoffelstäbchen und einem Abstecher zum wahnsinnig
    imposanten Grote Markt inkl. "Manneken Pis" machten sich die fünf
    Freunde Julian (Henner), Dick (Oese) und Anne (Neffi), Georg (Henning)
    und Timmy der Hund (Perle) zum Stadion des FC Brüssel auf, das
    Abendspiel der zweiten belgischen Liga stand auf dem Plan.




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    Für 15 Euro durfte das marode, aber mit morbidem Charme gesegnete
    Edmond-Machtens-Stadion ohne jegliche Kontrolle betreten werden. Auf den
    Tribünen in Belgien sind Getränke und Essen verboten, so hielt man sich
    teilweise in den Katakomben des Betonwerks auf. Die Qualität auf dem
    Platz ließ zu wünschen übrig und Oostende führte nach 70 Minuten mit
    0:2, ehe kurz vor Schluss Aalhoul mit seinem 5. Saisontor verkürzen
    konnte. Der Pöbel auf der Heimseite feuerte die junge Truppe nochmals
    an, es blieb aber beim knappen Auswärtssieg für die Jungs von der Küste.
    Nomen est omen – Part II?



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    Nachdem Neffi die allerletzte Frage bei seinem „Wer wird
    Millionär?“-Spiel beantwortet hatte und danach mit dem Zustellbett
    zusammengebrochen war, sanken wir in einen kurzen Schlaf, wartete doch
    Aachen auf uns.


    Überpünktlich, da es in Brüssel kein adäquates Café gab, erreichten wir
    das Prunkstadion der Dritten Liga – den neugebauten Tivoli. Für 50 Mio.
    Euro wurde dort ein echtes Schmuckstück aus dem Boden gestampft, der
    allerdings in keinem Verhältnis zur sportlichen und finanziellen
    Situation der Alemannia steht. 1,7 Mio Euro Miete pro Saison kann sich
    nicht jeder Drittligist leisten. Dank unserer Lounge-Tickets genossen
    wir leckere westfälische Spezialitäten und hatten einen wunderbaren
    Blick auf Spielfeld und Gästeblock, welcher sich nach kurzer
    Kartenpreisnachlassdiskussion mit ca. 100 Nulldreier_innen gefüllt
    hatte.



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    Zum Spiel: Unsere Babelsberger Truppe begann forsch. Schon nach drei
    Minuten konnte Aachens Keeper Flekken gerade so noch vor Heil klären.
    Auf der Gegenseite schnibbelte Schumacher einen Freistoß weit über das
    Tor von Sascha Studer, der den rot gesperrten Freddy Löhe gut ersetzte.
    Eventuell hätte er in der 8. Minute lauter „LEO“ rufen müssen: Touré
    netzte nach einer Aachen-Ecke relativ unbedrängt in den eigenen Kasten
    ein. Scheiße! Wer aber nun dachte, dass unsere in Rot gekleideten Jungs
    den Kopf in den sandigen Rasen stecken würde, wurde eines Besseren
    belehrt. Nur eine Minute später kam Müller nach einer Flanke von der
    linken Seite zu einer riesigen Möglichkeit, doch sein Kopfball ging
    knapp links vorbei (9.). Die nächste gute Gelegenheit hatten allerdings
    wieder die Gastgeber: Marquets Freistoß flatterte knapp an Studers
    Kasten vorbei (17.). Oliver Heil hätte nach zwanzig Minuten den
    Ausgleich besorgen können, doch Flekken parierte. Zehn Minuten vor Ende
    der ersten Hälfte hatte Kreuels das 1:1 auf dem Fuß, doch wieder findet
    ein Nulldreier in Flekken seinen Meister (35.). Nur sechzig Sekunden
    später verzog Heil knapp. Das Remis wäre jetzt mehr als verdient
    gewesen, denn von Aachen kam in der Phase spielerisch nichts. Auch von
    den Rängen des Tivolis kam wenig Anfeuerndes: Der Aachener Anhang beließ
    es bei Pöbelgesängen und öden Schmähungen – peinlicher, homophober
    Dreck. Dass ich ein Hurensohn bin, verneinte meine Mutter beim gestrigen
    Telefonat, diesen Karriereweg hatte sie zum Unwissen der kreativen
    Aachener Fans nicht eingeschlagen.




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    Keine sieben Minuten waren im zweiten Abschnitt gespielt und es stand
    endlich 1:1 – nach einem Kreuels-Freistoß netzte nun Murakami
    unnachahmlich ins eigene Tor ein (52.). Aachen war mehr als geschockt,
    die Babelsberger Führung lag in der Folgezeit in der Luft: Kragl tauchte
    frei vor Flekken auf, aber der beste Alemanne verhinderte Schlimmeres
    (54.). Zwanzig Minuten vor Ende der Partie zappelte das Leder plötzlich
    in Studers Kasten, ich rief „Scheiße“ und gleich darauf „JA“ – der
    Schiedsrichter hatte eine Abseitsstellung erkannt – guter Mann.
    „JAAAA!!“ konnte ich nach endlosen Schlussminuten, in denen die Aachener
    nochmals aufdrehten und zu diversen Möglichkeiten kamen, doch noch
    einmal brüllen: In der 89. Minute zirkelte der eingewechselte Essig
    einen Freistoß traumhaft ins linke Eck. Riesiger Jubel im Gästeblock,
    riesiger Jubel bei fünf Exil-Logenplatzguckern (vergl. Bonzen, die) und
    ganz, ganz viele Aachener mit Flunsch.




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    Vielen Dank an die Jungs, mit denen ich diesen tollen Kurztrip machen
    durfte, an unsere Kellnerin Lena aus dem Tivoli, an die Mannschaft und
    an meine Eltern, ohne die dieser 35. Geburtstag nicht möglich gewesen
    wäre. Euer Oese



    Alemannia Aachen: Flekken, Wilschrey, Brauer,
    Murakami, Strujic, Drevina, Heller, Schumacher (87. Pozder), Andersen
    (14. Garcia; 66. Kefkir), Marquet, Thiele



    SV Babelsberg 03: Studer, Touré, Berzel (75. Koc), Reiche, Groß (86. Mihm), Kragl (83. Essig), Hebib, Evljuskin, Kreuels, Müller, Heil



    Tore: 1:0 Eigentor Touré (8.), 1:1 Eigentor Murakami (52.), 1:2 Essig (89.)



    Gelb: Brauer, Schumacher



    Zuschauer: 8711



    03er: ca. 100

    Es ging um die Wurst
    „Ich hab ein ganz ganz tolles Weihnachtsgeschenk für Dich…“ *kicher
    kicher* gluckste mein Freund Neffi schon den ganzen Dezember, „…das
    kannst Du auch mal mit zur Auswärtsfahrt nehmen, wenn Du keine Lust auf
    Fussballquiz haben solltest.“ Seit dem Heiligabend 2012 bin ich nun im
    Besitz des „Scheiße-Quartett – dem Kackspiel für die ganze Familie“.
    Neben der Schaum-Knister-Wurst mit Stinkfaktor 6, dem Super-U mit einer
    Spülbarkeit von 7 findet man in diesem Sammelsurium der Ausscheidungen
    auch die glückliche Robbe, deren künstlerischer Aspekt bei respektablen
    9,2 Wertungspunkten liegt. Stehplatz-ermäßigt Mitglied lepetit konnte
    man mit diesem Kartenspiel nicht hinterm Ofen hervorlocken: „Oese, ich
    arbeite in der Hauskrankenpflege, ich habe 80% Eurer Spielkarten in der
    letzten Woche live erlebt“. Die erste Partie verlor ich mit Anstand und
    Würgereiz, aber ich hatte auch wirklich Kackkarten.


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    Zwei Busse hatten sich aus Babelsberg aufgemacht, ein weiterer Bus
    aus Berlin wurde während der dritten Rast bei Köckern in den Konvoi
    integriert. Meine Sitznachbarin Jenny präsentierte während der ersten
    Kilometer ihr Auswärtsbeutelchen: eine Thermoskanne Tee, eine Flasche
    Eistee, Salat, vegetarische Wurst, Stullen, Kekse und ein Medizinpaket
    hatte sie dabei – ja, die wilde Hatz ging schließlich durch die halbe
    Republik nach Halle. Nach 150, bisweilen nicht enden wollenden
    Kilometern, erreichten wir trotzdem überpünktlich den erdgas Sportpark
    zu Halle. Ins alte Kurt-Wabbel-Stadion integriert erweist sich dieses
    Stadion als kleinerer Abklatsch bekannter und DFB-bewährter Spielorte
    wie man sie aus Magdeburg, Rostock oder Dresden kennt.


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    Der marode Charme vergangener Tage ließ sich für mich leider nicht
    mehr ausmachen, dafür gibt es dort jetzt aber endlich normale Toiletten
    und ein Überangebot an überteuerten Fressalien. Vielleicht hätte ich
    statt die neutral schmeckende Rostbratwurst zu wählen doch auf die
    Krakauer setzen sollen, naja, man kann nicht immer richtig liegen.


    [Blockierte Grafik: http://www.bbg03.de/sites/default/files/spielbilder/1213_erste/halle03.JPG]


    Zum Spiel: Geplagt von Sorgen in der Abwehr stellte diese sich mit
    Unterstützung aus dem Mittelfeld fast selber auf, nach der roten Karte
    für Matthias Kühne dürfte Nulldrei in Darmstadt mit 7:6 gewinnen.
    Nulldrei begann mutig , nach vier Minuten wurde Koc grade noch am
    Torschuss gehindert. Heimkeeper Horvat wirkte beim Schuss von Kragl
    nicht sicher, auch in der Folgezeit war er ein ständiger
    Unsicherheitsfaktor im Spiel der Anhaltiner (11.). Nach vierzehn Minuten
    die erste Schrecksekunde: Kragl wurde vom Ex-Nulldreier Anton Müller
    böse gefoult, Schiedsrichter Schmidt beließ es bei einer Verwarnung.
    Der folgende Freistoß von Koc wird von der Mauer abgefälscht und landet
    im Aus (15.). Kurz darauf war es Albrecht, der in Horvart seinen
    Meister fand. Nulldrei war in der ersten halben Stunde das bessere Team
    und drängte auf die Führung, Halle wirkte nach dem Sieg gegen
    Unterhaching eigenartigerweise verunsichert.


    Umso überraschender für alle dann die Führung der Gastgeber: nach
    einer Ziebig-Flanke von links trifft Kanitz eher verunglückt mit dem
    linken Schlappen und netzt ein (30.). Danach geschah auf dem Rasen nicht
    mehr viel die zweite Hälfte begann ohne personelle Veränderungen.


    Diese trat aber nur zwei Zeigerumrundungen später ein, nach einem
    rüden Foul an Eismann stellte der Unparteiische unseren Verteidiger mit
    Rot vom Platz (47.) – vertretbar. Trotz der Unterzahl Nulldrei am
    Drücker, nach einer Kragl-Ecke lässt Horvart die Pille fallen, nervös
    war sie, die Heimelf (56.). Auffallend war, dass unserer Babelsberger
    auch in der Folgezeit sich nicht aufgaben, die Dezimierung war nicht
    spürbar – der eingewechselte Essig biss sich quasi in Tornähe, wurde
    dann aber gestoppt (76.). Göttels Schuss nach Kragl-Pass verfehlte nur
    knapp rechts unten (77.) und Trainer Benbennek brachte Kaplan für
    Prochnow. Fünf Minuten vor Ultimo passt der Eingewechselte butterweich
    auf Essig, der nimmt den Ball in Bedrängnis an, Eismann bekommt im
    allerletzten Moment den Fuß vor den Ball und verhindert Schlimmeres für
    die Heimelf / Schöneres für unsere Equipe. Mit offenem Visier verloren
    unsere Blau-Weißen am Ende mit dem niedrigsten aller Ergebnisse und sind
    nun wieder mittendrin im Abstiegskampf.


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    Frustriert, konsterniert und an den Füßen etwas abgefriert (merke,
    keine Turnschuhe zu Auswärtsfahrten im Winter!) ging es mit unserem Bus
    direkt in die dreckig-arme Vorstadt von Potsdam, wo es erst leckerste
    Pizza gab, bevor es für die einen noch zu Banda Bassotti ins SO36 (die
    Glücklicheren) und die anderen ins Nowawes und später zu den Hunden (z.B. mich) ging.


    [Blockierte Grafik: http://www.bbg03.de/sites/default/files/spielbilder/1213_erste/halle05.JPG]


    In Darmstadt wird der Bock umgestoßen…wieso auch nicht. Von daher,
    gebt Euch nen Ruck, gebt Euch zwei Rücke – ich leih Euch auch mein
    Quartett für die Tour.


    Halle: Horvat - Eismann, Kojola, Ruprecht, Ziebig - M. Hartmann, A.
    Müller (74. Pichinot), Kanitz (58. Lindenhahn), Ziegenbein (88. Hauk),
    Mast, Furuholm.


    Nulldrei: Löhe - Kühne, Evljuskin, Reiche, Albrecht (46. Göttel),
    Groß, L. Hartmann (52. Essig), Koc, Kreuels, Kragl, Prochnow (77.
    Kaplan)


    Tor: 1:0 Kanitz (30., Vorarbeit Ziebig).


    Gelbe Karten: Müller, Eismann Ziebig - Groß, Kreuels, Kragl


    Rote Karte: Kühne (47.)


    Zuschauer: 6.256


    Nulldreier_innen: ca. 450

    Freitag Abend, Haching, Gästeblock – drei Parameter, die gegen einen Ansturm an den Kassen sprechen. Knapp sechzig Leute waren es dann doch, die sich zum Abendspiel südlich von München eingefunden hatten. Später mehr dazu, denn die Planung dieser Auswärtsfahrt gestaltete sich als äußerst zäh. Ein Neuner mit Reisewütigen befand sich bereits seit Tagen in Plzeň, ein zweiter Neuner wurde ständig umverplant: „Ja, ich komme mit“ – „Oh, Kai ist krank“ – „Mist, ich bekomme keinen Urlaub“ – „Ich will lieber abends GZSZ gucken“…Ausreden über Ausreden. Ich entschied mich, zusammen mit Chrischan, einen PKW zu nutzen, Etzels Mutti hatte ihrem Stammhalter ihren fahrbaren Untersatz zur Verfügung gestellt und zusammen mit Patti ging die Tour pünktlich um kurz vor halb zwölf los. Vielen Dank an Pilot und Co-Pilot an dieser Stelle. Mit glänzenden Augen und triefenden Mundwinkeln berichtete Chrischan von der ältesten Raststätte Deutschland, wo die Schweine noch durch Streicheln geschlachtet werden, die Wurst mit Liebe gegrillt und im Körbchen über den Zaun serviert wird – Rodaborn ist immer einen Zwischenstopp wert. Culture Club liefen grade, als das Abfahrtsschild zur Ferkelmatschkantine am Rand der A9 auftauchte…durchgestrichen, gesperrt,zu! „Do you really want to make me cry?“…ja, es liefen hungrige Tränen über meine feisten Bäckchen. Der Rest der Fahrt ist schnell erzählt…frustiert erreichten wir gegen 17:30h das Stadion des in meinen Augen überraschenden Tabellenvierten. Ein Kader, vorranging mit A-Jugendlichen und Spielern der Zweiten Mannschaft bestückt, versetzt die ganze dritte Liga in Erstaunen. Auch für mich stand Unterhaching vor der Saison als erster Absteiger fest. „Haching geht kraching“ versprach ich meinem Freund Ölprinz vor der Partie, „die verlieren heute und gewinnen dann nix mehr und steigen Ende der Saison ab“ schrieb ich ihm gefühlsduselig vor den Anpfiff, hach, wäre dies ein schönes Geschenk für Trainer Benbennek zum 40. Geburtstag. Nachdem die anderen Kleinbusbesatzungen und etliche Exil-Nulldreier begrüßt worden waren, begab ich mich auf die Traversen um mir anzusehen, wen unser Mann an der Linie gegen den bayrischen Favoriten aufgeboten hatte. Berzel und Hartmann standen von Beginn an auf dem Platz, Müller musste weichen und Kreuels fehlte aufgrund seiner Rotsperre


    [Blockierte Grafik: http://www.bbg03.de/sites/default/files/spielbilder/1213_erste/haching01.jpg]


    Haching begann forsch und hatte bereits nach 120 Sekunden zwei dicke Chancen, doch sowohl Niederlachner als auch Yilmaz verpassten knapp. Löhe musste all sein Können aufbieten, als nach einem Freistoß Hebib unseren Keeper einem Kopfball prüfte. Der Knackpunkt des Spiels dann schon in Minute 25. Der Sprint des wieselflinken Koc kann an der Mittellinie von Drum nur mit dem gestreckten Bein gestoppt werden, Schiri Kunzmann zückte sofort Rot. Kurz vor der Pause klingelte es dann im Kasten der Spielvereinigung: nach einer geklärten Ecke zieht Groß aus der Distanz ab, Reiche hält die Rübe hin und köpft zum 0:1 ein (41.). Jubel bei den sechzig Nulldreier/innen, Schweigen bei den 1700 auf der Gegenseite.


    [Blockierte Grafik: http://www.bbg03.de/sites/default/files/spielbilder/1213_erste/haching02.jpg]


    Die zweite Hälfte ist recht schnell runtergerasselt, Haching hielt zwar die Partie offen, aber die Babelsberger Defensive stand bombensicher, selten wurde es gefährlich für Keeper Löhe. In der 61. Minute war es plötzlich noch stiller im Sportpark – Welzmüller hatte sich bei einem Luftduell verletzt und lag etliche Momente bewegungslos auf dem Spielfeld. Trainer Benbennek brachte in der Folgezeit Prochnow für Berzel, das Spiel blieb zerfahren. In Minute 81. die erste Chance der zweiten Hälfte, welche durch viele Fouls und Nicklichkeiten bestimmt war, Voglsammers Schussversuch kullerte links vorbei. „WO SIND DIE FANS DER SPIELVEREINIGUNG UNTERHACHING?“ nervte der Stadionsprecher mehrfach, die Frage konnte ich ihm leider auch nicht beantworten. Mit einer roten Karte für Toure (85.) nach Foul an Schwabl und einer gelb-roten Karten für Thee (89., Unsportlichkeit) endete der knapp 1200 Kilometer lange Ausflug hinter die Tore Münchens. Trainer Benbenneck durfte sich zu Recht noch sein Geburtstagsständchen abholen und wir brannten mit spritsparenden 115 km/h unseren Gummi in die A9 Richtung Potsdam, welches wir gegen 3 Uhr erreichten


    [Blockierte Grafik: http://www.bbg03.de/sites/default/files/spielbilder/1213_erste/haching03.jpg]


    PS: und so wird dank eines Tores aus „hurt“ ein „heart“, Danke Culture Club, danke Nulldrei.


    Unterhaching: Riederer; Schwabl, Hummels, Drum, Odak; Thee, Welzmüller (61. Moll), Yilmaz, Willsch (76. Voglsammer); Rohracker, Niederlechner (67. Fischer).


    Babelsberg: Löhe; Kühne, Hebib, Reiche, Touré; Berzel (63. Prochnow); Groß, Hartmann, Evljuskin, Essig (55. Kragl); Koc (88. Opper)


    Tor: 0:1 Reiche (41.)


    Gelb: Moll – Essig, Groß, Hebib


    Gelb-Rot: Thee (89.)


    Rot: Drum (25.) – Toure (85.)


    Nulldreier: 60


    Zuschauer: 1750


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    “I love Big Bird but I’m not going to keep spending money on things [and] to borrow money from China to pay for it.” - kaum hatte der republikanische Multimillionär diese Worte über meinen Sesamstraßenonkel Bibo beim Rededuell gegen US-Präsident Obama verlauten lassen, war für mich klar, ich muss dieses Land verlassen. Zu groß war die Angst, als Handmuff oder ausgestopftes Spielzeug für dicke Fastfood-Kinder zu enden.


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    Ich entschloß mich, schnell über den großen Teich zu meinen Verwandten in die Schweiz zu verschwinden. Behände überflog ich alle Antiterror-Sicherheitsschleusen an der Westküste und machte mich auf die lange Reise nach Oberägeri. Mein gefiederter Cousin Federico und seine bezaubernde Legehenne Heidi betreiben dort das bekannte Hotel Eierhals. Toller Name, der passt ja wie die Faust aufs Auge – neuer Name, neue Identität. Mit nahezu doppelter Sputnikgeschwindigkeit landete ich bei den beiden auf dem Heuschober und wurde in den folgenden Wochen nahezu stopfgemästet. Eine großartige Zeit war das. Doch ewig wollte ich meinen Verwandten nicht auf den Flügeln liegen, ich entschied mich auf eine Reise gen Süden. Rom, die ewige Stadt, Stadt der Museen, der alten Bauten, der Denkmäler…sicherlich wäre dort noch ein Statuenkopf noch nicht vogelgekackt worden – mein Ziel. Doch es kam mal wieder anders als man denkt. Versehentlich landete ich in einem Souvenirgeschäft und kurz darauf schon in den riesigen Pranken eines rübennasigen Deutschen, welcher zu der neben ihm stehenden Grazie meinte: “Ditt Vieh nehm ick Ulli mit, der freut sich über so nen Dreck”. Mir standen die Federn zu Berge: “No no, nononono, nono there’s no limit” entfleuchte es meinem Schnabel, doch es war zu spät. Vom Regen in die Reisetasche fand ich mich zwischen diverser abstruser Reiseliteratur und alten schwarzen Kapuzen wieder und erwachte erst in einer miefigen, dunklen Höhle. “Nowawes” stand in vergilbten Lettern über der Tür; sollte dies meine neue Heimat sein? Nur zaghaft traute ich mich auf die angeschmuddelte Hühnerleiter, vom rundlichen Mensch dahinter “Tresen” genannt. “Hahahaha, danke Mende, watten ditt fürn Eierhals?” “Nanu “dachte ich, “woher kennt der meinen Namen und wieso lacht er über meinen Hals, ich hab wenigstens einen.” Jedoch hatte mich der plumpe Ersteindruck getäuscht, Ulli entpuppte sich als liebevoller Ziehvater und verwöhnte mich mit skurrilen Köstlichkeiten wie “Lech vom Hahn” (vom Hahn, igitt) und abgelaufenen Erdnüssen. “Du kommst mit” schallte es eines Nachtens durch die rauchige Kaschemme und ehe ich noch mein “nono nonono” anstimmen konnte, wurde ich auch schon am Hals gepackt und in einen sogenannten Reisebus gesteckt – als Maskottchen sollte ich eine Schar vom Leben gezeichneter in eine Stadt namens Offenbach zum Fußball begleiten.




    Nun gut, wenigstens gab es Frischluft und was zum Gucken. Mit Ulli paukte ich während der langen Fahrt alle Spielregeln des Fußballsportes und lernte die Mannschaftsnamen auswendig. Das Abenteuer Auswärtsfahrt konnte für mich beginnen. Ohne Toilette, dafür aber mit ganzen sechs Litern Selters an Bord setzte sich der Bus um kurz nach 5 in Bewegung. Die Hintour war aufregend; neben den Paukereien über Fußball wurde ich ständig neuen Leuten vorgestellt, die mir dauernd an den Hals packten. Komisches Volk, diese Nulldreier…erinnerte sie doch mein ängstliches Gegacker an einen: “hammergeilen Eurodancetrack von 2 Unlimited”. Keine Ahnung, was gemeint war, auf jeden Fall waren wir überpünktlich vor Ort und die hungrige Meute stürzte sich an den Trog, gefüllt mit leckerstem Eintopf, zum Glück vegetarisch. Auch ich pickte ein, zwei Mal mit dem Schnabel ins heiße Bräu, schmackhaft. Vielen Dank an den Koch Roman, mit dem ich auch heute noch eine innige Freundschaft pflege, schließlich rettete er mir mehrfach auf der Fahrt den Hals. Gesättigt und gutgelaunt wurde der Gästeblock im betonierten Käfig betreten und ich schaffte mir erst einmal ein wenig Durchblick.


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    Gästetrainer Benbenneck brachte die beiden Kampfhähne Groß und Essig, dafür blieben Heil und Evljuskin im Stall. Die Babelsberger begannen wie die Wanderfalken und gingen durch ihre erste Chance in Führung, Essig setzte sich auf der linken Seite schön durch, Heimkeeper Wulnikowski konnte den straffen Ball nicht festhalten und Oliver Kragt netzte in bester Labbadiamanier ein (3.). Offenbach wirkte geschockt, erst nach einer knappen Viertelstunde kamen sie in die Nähe von Frederic Löhe, Rathgebers Schuß kann dieser aber klären. Kurz darauf wurde ich erstmals auf den Gockel Reinhardt aufmerksam, schlug der doch eine butterweiche Flanke auf den Kopf von Fetsch, welcher aus zehn Meter einköpfte (16.). Doch das weiße Schwanenballett zeigte sich nicht geschockt, ganz im Gegenteil. Nach einem Kopfball von Husterer leitete Löhe den Konter ein, Groß ist schneller als die Offenbacher Defensive und netzte zur erneuten Führung ein (21.). Kurz darauf fast das nächste Tor für die auftrumpfenden Babelsberger, Essig setzte sich gegen Husterer und Stadel durch, doch Wulnikowski steht goldrichtig und fängt das Leder. Auch auf den Rängen spürte man den Zwischenstand – die knapp 70 Auswärtsfans übertönten die 6000 Offenbacher des Öfteren. Zehn Minuten vor der Pause geschah dann einer der Knackpunkte der Partie. Der in etlichen Situationen nicht souverän wirkende Schiedsrichter Heft zeigte Assimiou Toure nach vermeintlichem Foulspiel die gelbe Karte, dabei trat Hahn mit seinen Sporen in den Rasen. Kreuels hätte den Sack zumachen müssen, doch Wulnikowski hievte seine Röhrenknochen noch vor den Ball (41.) Bis zur Pause tat sich nicht mehr viel,. Babelsberg agierte sicher gegen nervöse Kickers und führte hochverdient.


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    Die zweite Hälfte begann wie die erste, Müllers Kopfball strich um eine Flügelbreite am gegnerischen Kasten vorbei. Im Gegenzug war es Ahlschwede, der an Kreuels auf der Linie scheiterte (51.) Nachdem Toure vom Schiedsrichter angezählt wurde, musste ihn Trainer Benbennek durch Rudolph ersetzen (55.). Nachdem Koc für Kragl auf Babelsberger Seite den Rasen betreten hatte, stellte Arie van Lent seine Kickers auf ein 4-4-2 um und diese hatten mit der zehnten Ecke Erfolg. Nach Reinhardts Hereingabe köpfte Husterer ein (67.). Nun brachen bei den Blau-Weissen die defensiven Dämme. Reinhardt, immer wieder schlug Reinhardt Flanken wie Brandbomben, die von Rathgeber (76.) und Husterer (84.) jeweils per Kopf verwertet wurden. Doch es kam noch bitterer, der Spielverderber vom Bieberer Berg krönte seine Glanzleistung mit einem direkten Freistoßtor (86.).


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    Abpfiff und rein in den Bus, eine Träne tropfte mir auf den Schnabel. Fast siebzig Minuten eine sehr gute Leistung reichen wohl in dieser Liga nicht aus, um blassen Offenbacher nicht doch noch ein Schützenfest zu ermöglichen. Um kurz vor Mitternacht erreichte ich dann mit meinen neuen Freunden das liebgewonnene Nowawes. Den Kopf in den Sand stecken tue ich trotzdem nicht, bin ja kein Strauss. Allez les bleus




    Kickers Offenbach: Wulnikowski; Stein, Husterer, Stadel, Ahlschwede; Reinhardt (88. Bender), Mehic (58. Vogler), Feldhahn, Hahn; Rathgeber, Fetsch (85. Kleinheismann).


    SV Babelsberg 03: Löhe; Kühne, Hebib, Berzel, Touré (55. Rudolf); Kragl (62. Koc), Reiche, Groß, Essig (67. Schulz); Kreuels; Müller.


    Tore: 0:1 Krag (2.), 1:1 Fetsch (16.), 1:2 Groß (21.), 2:2 Husterer 3:2 (67.), Rathgeber 4:2 (76.), Husterer 5:2 (84.) Reinhardt (86.)


    Gelb: Hahn - Toure, Kragl, Reiche


    Nulldreier: 70


    Zuschauer: 6252


    Oese

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