so, dann schreiben wir mal. Dass ich an einem Wochenende drei Spiele sehe, ohne die Stadtgrenze Pirnas zu überschreiten, war wohl eine Premiere.
Gestern, 11. April
VfL Pirna-Copitz gg. Handwerk Rabenstein 1 : 3 (0:2).
0:1/3. Schaltonat von halbrechts sehenswert ins linke Eck
0:2/40. Schirmeister aus 16 Metern
1:2/69. Liebing. Foul an Meister, Freistoß von der linken Seitenlinie. Liebing wird eingewechselt und köpft den von Kärger getretenen Ball mit der ersten Ballberührung ins Netz.
1:3/84. Meitzner auf der anderen Seite. Wenigstens hab ich gestern mal drei Tore von nahem gesehen!
65 zahlende Zuschauer, etwa ein Dutzend Gäste darunter.
Schiri Hamzehian hatte mir in Thalheim gar nicht gefallen. Gestern ohne größere Probleme. Naja, Lukas Meister bekam nicht jeden Freistoß, den es hätte geben müssen. Kurz vorm Anschlusstor wollte Rabenstein einen Elfmeter.
Über die Tabelle und den verdienten Sieg des 24-Stunden-Spitzenreiters aus dem Chemnitzer Westen brauche ich keine Worte zu verlieren. Auch nicht über die allgemeime Situation beim VfL. Viktor Löwe soll es vorerst richten. Die Planung für die Landesklasse muss jetzt beginnen!
Gestern war ich von 13 bis 15 Uhr im Dynamo-Modus, die gute Laune fürs Wochenende beizeiten gesichert. Die Zuschauer "strömten" einzeln ins "Willy", da fiel jede(r) auf. Etwas verwundert grüßte ich meine Hausärztin. Dann fragte mich Stadionsprecher Marko, ob ich Franz Rothenburger kenne, was ich verneinte. Die Aufklärung folgte kurz darauf: der 18jährige Franz ist der Sohn meiner Hausärztin und bestritt gestern sein erstes Landesligaspiel. Hinweis an mich selbst: gehe mal wieder zur A-Jugend, da siehst du sowas eher! Franz bildete die Doppelspitze mit Lukas Meister und erspielte sich eine Torchance. Ob eine Fortsetzung folgt, werden wir sehen.
Vorn also "Jugend forscht", hinten setzte der neue Trainer auf Routine. Nun, die Routiniers um Glöß und Fischer konnten das schnelle 0:1 nicht verhindern. Nach zehn gespielten Minuten dachte ich mit Grausen an das 0:5 in der vorletzten Saison gegen den gleichen Gegner, so klar war die anfängliche Überlegenheit. Das Foto von Tippners Parade auf meiner facebook-Seite stammt aus dieser Startphase.
Aber peu a peu fand der VfL ins Spiel. Hier ein gewonnener Zweikampf, da ein Torschuss. Eigentlich Gleichwertigkeit - und genau in dieser Phase schlug das Spitzenteam aus Rabenstein wieder zu. 0:2 zur Pause.
Nach dem Wechsel zunächst das gleiche Bild: Copitz bemüht, Rabenstein kontrolliert das Geschehen. Tom Tippner mit einigen guten Paraden, vorn ein paar Halbchancen. Dann kam Liebing für Rothenburger, sah Kärgers Freistoßflanke und traf durch die Beine des Keepers zum Anschlusstor. Und plötzlich wurden die bis dahin so selbstsicheren Handwerker nervös. Es gab gleich zwei Ecken für Copitz, von denen die erste gefährlich hereinschwebte. Allein zum Ausgleich reichte es nicht. Dafür fiel das Tor auf der anderen Seite - und die Art des Jubels zeigte, dass sich die Gäste diese Zitter-Viertelstunde gern erspart hätten.
Damit war der Drops gelutscht, mit der letzten Aktion des Spiels hämmerte Elias Krause den Ball auf die Lattenoberkante.
Kein Grund, sauer zu sein. Das 1:3 spiegelte die Leistungen beider Mannschaften korrekt wider.
Zu Fuß nach Copitz und zurück, danach zu Fuß auf den Sonnenstein und zurück. Also auch selber bewegt. Gar nicht gut bewegt haben sich die Handballer von Lok Pirna, die völlig neben sich standen und eine 29:39-Klatsche gegen Wittenberg kassierten. Die abstiegsbedrohten Lutherstädter siegten ausgerechnet in der Geburtsstadt Johann Tetzels. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet!
Die Berichte beider Spiele sind mittlerweile auf Pirna TV zu sehen.
Heute, 12. April
Dynamo Dresden U23 gg. Stahl Riesa 2 : 0 (1:0).
1:0/17. Wuchrer per Lupfer.
2:0/83. Künzel - der perfekte Konter@
598 zahlende Zuschauer, vielleicht 100 Riesaer darunter. Schwer zu schätzen.
Vor Ort hab ich viele Bekannte getroffen und mit ihnen geschwätzt. Es war deutlich kühler als gestern, dazu leichter Nieselregen. Ich war wohl falsch angezogen und hab mich deshalb sofort nach dem Schlusspfiff verdrückt.
Schwarzgelbe Prominenz: Niklas Kreuzer und Paul Milde auf dem Rasen, Benny Kirsten als Co-Trainer und mein Altersgenosse Heiko Scholz lief mir in der Halbzeitpause übern Weg.
Das Spiel wird standuhr wie gewohnt akribisch aufarbeiten. Es war am Ende ein vollkommen verdienter Sieg. Dynamo spielerisch besser, mit Schnelligkeitsvorteilen, ohne dass das nun ein Riesenunterschied war. Riesa setzte vor allem auf Einsatz und taktische Disziplin. Klares Chancenplus für die in weiß spielenden Dynamos. Teilweise wurden diese leichtfertig vergeben - so hielt die Spannung beim Stand von 1:0 lange an. Sehenswert der Konter zum 2:0, allein der entscheidende Pass war das Eintrittsgeld wert! Der zuletzt mehrfach erwähnte "Herrmann" wurde bei Riesa erneut eingewechselt und kam zu zwei Torabschlüssen. Aber insgesamt war das in keiner Phase zwingend.
Ich bin mir sicher, den künftigen Sachsenmeister an diesem Wochenende gesehen zu haben. Vieles spricht für Dynamo, aber bei Punktgleichheit und neun ausstehenden Spielen ist noch alles drin!
Für den VfL und mich geht es am Donnerstag im Steyerstadion weiter. Nächster Versuch eines Punktgewinnes gegen den Sportclub. Prominent geleitet wird die Partie von Lars Albert, den ich lieber in höheren Ligen sehe. Was hat der mich vor 20 Jahren zur Weißglut gebracht! Nun denn, in dieser Saison sehe ich das entspannt...