Wer oder was ist oder war denn bitte das Herz?
Die Spieler, die gegangen (worden) sind, hatten jedenfalls alle dafür Gründe (gesetzt). Es ist ein Märchen, daran zu glauben, dass Mannschaften ewig halten. Alles ist Bewegung, auch wenn das Ergebnis im Eilenburger Fussball gegenwärtig alles andere als befriedigt.
Woran wird die Mannschaft aber gemessen? Am dritten Platz der letzten Saison?
Der damalige Höhenflug hatte viele Ursachen. Eine davon war der Trainer, eine andere das Können der Spieler und eine noch ganz andere die mannschaftliche Geschlossenheit. Etliches kommt noch dazu und kann und soll hier nicht ausführlich analysiert werden.
Aber: Der Trainer ist lange genug im Geschäft um zu wissen, dass er nicht fehlerlos ist. Zum ersten Mal seit dem Hundespiel vor einem Jahr in Dessau ist er wieder einer kritischen Situation ausgesetzt an deren Bewältigung er gemessen wird.
Gleiches gilt für unsere Spieler. Sie sind gut, keine Frage. Sie haben im letzten Jahr auch erstmals geschafft, nicht nur gefühlter sondern auch tatsächlich Dritter zu werden. Ihnen muss jedoch bewusst sein, dass nichts unwichtiger ist als der Schnee von gestern und Qualität stets aufs neue zu bestätigen ist. Klar ist es ärgerlich, dass es gegen Pößneck und Meuselwitz ganz unglückliche Punktverluste gab. Man kann auch über Sinn und Unsinn der Roten Karte für Norman Becker streiten.
Gerade das Spiel gegen Gera, das ganz verdient verloren wurde, hat gezeigt, dass es mit der sonntäglichen Überheblichkeit gegen vermeintlich Kleine wahrscheinlich noch öfter Haue geben wird. Es wird auch nicht leichter, wenn man bedenkt, dass mit Florian Korb am Wochenende noch der gegenwärtig "Stärkste der Schwachen" in der Abwehr sich die Ampel geholt hat.
Gerade die Stützen des letzten Jahres wanken und das ist weniger der Entkernung durch den Coach als wohl eher einem noch nicht abgeschlossenen Selbstfindungsprozess nach einer überraschend erfolgreichen Saison zuzuschreiben. Mit Schmidti muß das finale Gespräch darüber geführt werden, dass der Titel "Chancentod" seine Lebensleistung nicht hinreichend würdigt. Ein sicherer Daniel Baude, ein reaktionsschneller Acki, ein selbstbewußter Kapitän, ein kurzentschlossener Haufe - die Welt könnte schön sein, zumal auch die Neuzugänge alle mannschaftstauglich sind und Fussball spielen können. Für Linkert, Ferl, Nolde und Kilz gilt noch die 100Tage- Regel, Gasch und Seífert haben in den Spielen schon ab und an das aufblitzen lassen, wofür sie geholt worden sind. Das Ergebnis kann zwar nicht befriedigen, aber am Ende wird abgerechnet.
Ob also Kopf, Herz oder Seele der Mannschaft fehlt oder nicht, wird man in Auerbach sehen. Die nächsten Wochen werden dann zeigen, ob die von mir erhoffte Trotzreaktion eine Basis für etwas Stabiles ist oder nicht.
Das Gute wird siegen. Venceremos.