Beiträge von ulibo

    Der "Offizielle" aus Babelsberg


    Es begab sich am 19 Tage des Augusts im Jahre des Herrn 2006, als sich wiedermals zwei Mannschaften im vom Fürsten Moldenhauer von und zu Nordostdeutschland ausgelobten Turniere um den Titel der besten Ball-ins-Tor-Mannschaft des Landes gegenüberstanden. In der vierten Runde des Tournaments waren es die tapferen Germanen aus der Ortschaft Schöneiche und die wackeren Knappen vom Berge Babels. Über 500 Burschen und Mägde waren erschienen, um sich am Spektakulum zu ergötzen und die Ihren lautstark zum Siege zu brüllen. Die Reise des Schreiberlings begann im Vorführraum für bewegte Bilder, benannt nach einer der Musen der griechischen Mythologie. Dort trafen man sich, um zusammen den beschwerlichen Weg nach dem fernen Schöneiche aufzunehmen. Obwohl zahlreich erschienen, fiel die Abwesendheit des Knechts Martin keinem auf. Hierfür bitte ich noch einmal um Vergebung. Aber widmen wir uns dem Kern des Pudels und legen der Nachwelt Zeugnis von dem großartigen Spiele mit der Lederkugel.
    Der Fronherr der Babelsberger, Graf Rastislav, konnte wiederholt auf die Besten der Seinen zurückgreifen. Den Hiesigen ging es leider nicht dergleichen. In Ihren Reihen fehlte der ein oder andere. Pünktlich zur 15. Stunde gaben der Abgesandte des Fürsten und seine beiden Handlanger die luftgefüllte Kuhblase frei. Die ersten 15 Zeigerumdrehungen nutzten die Protagonisten zum ritterlichen Austausche von Höflichkeiten. Keiner wollte dem anderen zu schnell Schmach zufügen. Als dann Babelsberg einen üngültigerweise ins Aus geschlagenen Ball zugesprochen bekam, nutzte der Edelmann Ben-Hatira die Unaufmerksamkeit des Gegners und zwirbelte die Blase von der rechten Seite in das Rechteck, welches im Abstand von 16-Meter, gemessen ab der äußeren Randmarkierung, die aus stabilen Eichenholz aufgerichtete, ebenfalls rechteckige Zielmarkierung umgab. Dort fand sich als Empfänger ein genauso in rotem Zwirn gekleideter Kumpan des Absenders: Sir Rene versuchte das Spielgerät trickreich aus der Bewegung direkt ins Ziele zu bugsieren. Leider rutschte ihm das Runde über den Pantoffel und schlug in der Rosenrabatte einer Nebenbewohnerin ein. Nur drei Sanduhrdurchläufe später stand der Anführer der Leute aus den Highlands an der Eckmarkierung. Vor ihm lag, ruhend, die Blase. Sein Blick streifte in den mit den Seinen und den Gegners Leuten gefüllten Rechteckraum vorm Zielkasten. Wie mit Adlerschwingen strich der Ball durch die Luft in Richtung Spielertraube. Aus dieser erhob sich wie seinerzeit Phoenix ein blonder Hüne. Es war Master Neubert, der sein Antlitz über allen anderen gegen den Ball presste und dessen Richtung nachhaltig veränderte. Zur Zielmarkierung fehlten jedoch einige Ellen. Das Fußvolk warf begeistert Hüte und Kappen in die Höhe. So kann sich das wohl gern fortsetzen. Von der Begeisterung scheinbar infiziert, ließen die Babelsberger weitere Kostproben ihrer Geschicklichkeit folgen. Ritter Yaw of Donkor wurde das Objekt der Begierde auf die untere Extremität gespielt. Behende führte er es weitere Meter in die Angriffsrichtung, um es dann, wie auf dem Reißbrett entworfen, seinem Weggefährten, dem bärtigen Jim, vor zu spielen. Dieser befand sich nun Aug-in-Aug gegenüber dem letzten der Schöneicher. Mit einer List versuchte er diesen zu foppen. Ein Schuß, der der Blase eine seitliche Drehung verlieh, sollte das Erfolgsrezept sein. Leider überquerte der Ball rechts neben dem Ziel die Grundmarkierung. Das Auditorium tauchte singend auf und nieder. Wie mag sich erst der Bauer Hagen gefühlt haben, als er Momente später einen über die Randmarkierung geflogenen Ball berühren durfte? Er, als Teil der gefeierten Helden.
    Ein Wort zu den Germanen? Es war bisher noch nicht viel, was man von Ihnen geboten bekam. Das war noch nicht die vielen Taler wert, die Ihre Anhänger heute in die Kollekte warfen. Justament nutzte der mit einer Vier auf dem Rücken markierte einen langen Flugball. Er zog die Stirne kraus und drückte diese gegen den herannahenden Ball. Das abgeprallte Spielgerät landete aber weit jenseits der Zielmarkierung.
    Unter den angereisten Gästen war eine aufkommende Unruhe merkbar. Bauer Hagen und der des Assekuranzschwindels angeklagte Hintze, seineszeichens ehemals Zweiter der Herbstmeisterschaften, labten sich noch schnell an einem frischen Met, um den Erfolg damit herauf zu beschwören. Fortuna muss dies wohlwollend aufgenommen haben, bescherte sie doch Sir Rene einen lichten Moment. Als der Edelmann Ben-Hatira einen vom bärtigen Jim geschossenen Pass aufnahm, ihn weiter zum Anführer der Babelsberger Prinz Patrick gab, welcher nach kurzem Innehalten Sir Rene erblickte und ihm das Spielgerät überließ, nahm dieser willensstark das Ziel ins Auge. Pfeilgleich strich sein Schuss in Richtung der rechten Randmarkierung des Ziels. Langsam, zu langsam bewegte sich Schöneiches Letzter zum Ball. Unserer Nachkommen werden so etwas wohl Bahnschranke nennen. Ein wahrhaftig prächtiges Tor. Und so schallte es von der Kanzel durchs weite Rund: Liebe Leute lasst euch sagen, das Null zu Eins ist eingeschlagen! Bis dahin war die Sanduhr 28 mal gedreht worden. Solch Erfolg schien die Gäste zu beflügeln. Elfenähnlich schwebten sie nun über das Geläuf, dominant beherrschten Sie die Kuhblase und den Gegner, meine Finger reichten nicht, um die Chancen zu zählen. Der nächste der es probierte war der starke Außenmann Baron von Mutschhausen. Sein Hebeschuss über den Zielwächter geriet aber zu kurz. Weitere glanzvolle Kombinationen folgten. Erwähnenswerte eine nach geschätzten 38 Sanduhrumdrehungen. Aus der letzten Reihe der Standhaften spielt Earl Björn den Ball zu Master Neubert, der schlägt das Runde viele Ellen nach vorn zum Edelmann Ben-Hatira. Momente später passt der zum Prinzen Patrick und dieser noch schneller zu Yaw of Donkor. Dieser nutze die ihm gewährte Freiheit und spielt den Ball von der rechten Außenmarkierung, 10 mal 10 Ellen über dem Boden in den Bereich vor dem Ziel. Dort bringt abermals Ben-Hatira sein Haupt an die Blase. Es fehlten nur wenige Fingerbreit zum neuerlichen Erfolg. Es ließen sich weitere Möglichkeiten aufzählen. Yaw of Donkor, Ben-Hatira als auch Prinz Patrick standen Erfolg versprechend in Zielnähe. Doch alle Male wehrte der Letzte der Schöneicher ab oder zielte man zu ungenau. So beendete der Handlanger des Fürsten die erste Hälfte bei Stande von Null zu Eins.
    Am Titel lässt sich erkennen, was nun mein Auge erblicken musste. So ideenreich und gewitzt das Spiel der Gäste Momente vorher noch war, so einfalls- und lustlos setzte es sich nun fort. Schöneiche beteiligte sich fortan eifriger am Spektakel. Ganz zum Missfallen des Grafen Rastislav. Schweigend und überrascht blickte er umher, „Mein Gott, mein Gott – wie wird die Welt so öde!“ wird er gedacht haben. Ähnliches Bild zeichnete sich auf den Rängen ab. Der Schwindler Hintze schickte seinen Vasallen Oesbert zum Metausschank, um sich im Rücken des Nichtsahnenden dessen Magd zu ermächtigen. Welch feiges, munkereskes Schauspiel. Ein Glück, dass der schwarze Ritter Lü im richtigen Moment das Visier öffnete und dem ganzen Einhalt gebot. Auf dem Feld der Ehre war kaum noch Pracht und Glanz erkennbar. Immer wieder tadelnswerte Pässe und zielverfehlende Schussversuche. Kamen die Schöneicher in die Nähe ihrer Zielmarkierung standen die letzten Aufrechten der Babelsberger so gut gestaffelt, dass sich eine wirkliche Möglichkeit nicht aufzeigte. Frei getretene Bälle vom Eckwimpel fing dann der Letzte, Schlosswächter Busch, in seiner souveränen Art weg. Mehr und mehr kennzeichneten nun aber Sticheleien und Nigglichkeiten das Spiel. Sir Rene wurde zurecht der gelb gefärbte Lumpen gezeigt. Ähnlich ging es seinem Gegenüber, der wütend aufgrund des begangenen Fouls, Sir Rene heimtückisch nieder stieß. Graf Rastistlav musste handeln. Leider aber anders als gewollt. Durch ein Foul geschwächt verließ der bärtige Jim das Spielfeld. Für ihn betrat der zugereiste Ritter Slawomir das Geläuf. Wenig später musste dann Master Neubert auf der Ruhebank Platz nehmen. Ein Loch in der Spielfläche ließ ihn unglücklich auftreten und schmerzerfüllt nieder sinken. Der junge Kavalier Littmann kam für ihn. Er besetzte die Position des Ehrenmanns Neumann, welcher wiederum Master Neuberts Position einnahm. Die verbleibende, gestattete Auswechselung brachte einen weiteren Heißsporn – Frauenschwarm Arsovic kam für Yaw of Donkor. Es muss aber erwähnt werden, dass keiner der Wechsel besonders belebende Momente mit sioch brachte. So möchte ich die Schilderung des weiteren Geschehens auf zwei Augenblicke beschränken. Nach 65 Sanduhrdurchläufen spielt Busch einen weiten Ball auf seinen Anführer, der lenkt die Kuhblase zu Ben-Hatira und dieser setzt seinen neuen Nebenmann in Szene. Arsovic schießt aus Nahdistanz aufs Tor, doch der Letzte der Schöneicher lenkt, wenn auch sehr mühevoll, den Ball zur Seite weg. 15 Durchläufe später bringt der starke Außenmann Earl Rudi von der linken Seitenbahn den Ball wie in Watte gebettet in Zielnähe. Ben-Hatira nutzt die Chance, steigt auf, trifft den Ball nahezu perfekt und drückt ihn zu Boden und fast auch über die Markierung. Doch zu dicht in die Nähe des Letzten Mannes. Der kann auch diesmal parieren.
    Mehr Positives gab es dann nicht zu vermelden. Zahlreiche Aufmunterungsversuche von Seiten der Unterstützer als auch von den Spielern selbst verhallten. Zum Ende des Spiel kam sogar noch einmal Angst unter den Unterstützern auf. Schöneiche konnte das Spielgeschehen zusehens in die Hälfte Babelsbergs verlagern. Doch zählenswertes sollte nicht mehr hinaus springen. Die Knappen vom Berge Babels sollte den Sieg davon tragen.
    Stolz vereinten sie sich zum Ting und feierten tanzend die drei Punkte. Zukünftig muss aber versucht werden, die anfangs gezeigte Leistung über eine komplette Spieldauer zu bieten und zum anderen nicht gar so leichtfertig mit den Möglichkeiten umzugehen.


    Ein besonderer Dank geht noch an die Küchenmagd der Schöneicher. Eine so schmackhafte Tartar-Kugel hab ich selten verköstigen dürfen.

    pigwoodallstars
    nur für dich und dein wohlbefinden


    @all
    ich möchte nochmal auf ne andere sachen zu sprechen kommen. sagt mal lieber eberswalder, was ist mit eurer wurst los? ich maße mir an, aufgrund diverser tests ein ganz ausgefeiltes geschmacksempfinden für frische gegrillte bratlinge zu haben. und daher muß ich mich echt fragen, aus was für einem material euer konglomerat war. nichts gegen das brötchen, sehr schmackhaft, aber die wurst schmeckte, als ob sie schon geraume zeit rum lag. dies bestätigten mir auch die um mich stehenden, die ich per abbeißen am erlebnis teil haben ließ. hier besteht dringender handlungsbedarf.


    gruß

    Zitat

    Original von Ruppi


    Eva heißt die Gute - mehr wird nicht verraten...


    Nachtjacke
    Ein Detail hab ich dann doch noch. Sie küßt genau die Stelle des Pokals, an der unser Kapitän sein schwitziges T-Shirt rieb. Hat halt 'ne gewisse Sympathie für diesen.

    Zitat

    Original von Köpenigga
    komm der war doch lustig,



    und wenn du erlich bist konntest du dir ein Schmunzeln nicht verkneifen :D


    Ja und noch mal Ja. Ich geb's ja zu. Eure Marketing-Abteilung hat scheinbar 'nen Riecher für ganz besondere Aktionen. Wie kommt so 'ne Aktion eigentlich im Heimblock rüber? Darf der Typ sich überhaupt nochmal zu euch stellen?

    Kann sich jemand an die Halbzeiteinlage beim Spiel FCU gegen Tebe erinnern. Dieser Greis samt Fahne, der so lange auf Anweisung von Marschall Miehlke nicht zum Fußi durfte...jetzt wißt ihr, worauf ich in Halbzeitpausen stehe.


    Danke Oberschabe. Es macht mir auch jedesmal große Mühe, die richtigen Motive ins passende Licht zu setzen.

    Geschlagen und gestochen



    Vorab, der Autor entschuldigt sich für die kleine Verspätung. Er hatte Probleme, das Gesehene zu verkraften. Es gibt nämlich Spiele, in denen ist der Berichtschreiber der ärmste Tropf im weiten Rund. Er ist es, der den Daheim Gebliebenen und Interessierten die Leistung der eigenen Mannschaft so verkaufen muss, dass diese trotz Niederlage an der Hoffnung fest halten und weiter in das Können der Kicker vertrauen. Ganz schön schwierig nach dem Spiel vom Sonntag.


    Es ging gegen Yesilyurt. Neben dem BFC, eigentlich eine der größten Enttäuschungen der Saison. Selbst der Abstieg war noch nicht ganz abgewendet. Babelsberg dagegen musste sich nach dem Sieg von Union ebenso die drei Punkte sichern, um das Aufstiegsrennen offen zu halten. Nach der Leistung aus Eberswalde war zwar nicht mit einer Glanzvorstellung zu rechnen, aber über den Kampf sollte das schon gelingen. Coach Hodul stellt nur wenig um und spielte nahezu mit der Stammelf der vergangenen Wochen. Einzig Hartwig für Froese und Vukadin für Zenk tauschten die Plätze.


    Bei der Beschreibung einzelner Szenen des Spiels fängt das Problem des Schreiberlings richtig an. Das, was nämlich geboten wurde, war ganz schmale Kost. Auch wenn das folgende nach Chancen klingt…es waren kaum wirkliche dabei. In der fünften Minute setzt sich Yesilyurts 11er gegen Lukac durch, zieht ab, verfehlt aber deutlich das Tor. Ehrlich gesagt, trudelte der Ball kraftlos rechts am Tor vorbei. Kurz darauf bekam Nulldrei einen Freistoß zugesprochen. Eine gute Möglichkeit, die Laune und Tagesform des Kapitäns zu prüfen. Nun ja, es gab noch Hoffnung: Sein Schuss überwand die Mauer, landete aber in den Armen des Torwarts. In Minute zwölf der erste Aufreger. Fabiano verliert den Ball, dieser wird scharf herein gegeben und jetzt durfte jeder mal gegen hauen: Flipper spielen auf dem Großfeld. Letztendlich wurde der Ball geklärt. Kurz darauf die große Chance für unseren Brasilianer, wieder alles gut zu machen. Fricke schickt ihn steil auf rechts, er überläuft einen Abwehrspieler und steht frei vorm Tor. Anstatt nun den Abschluss zu suchen, passt er in die Mitte zu den Mitgelaufenen. Das war neben Fricke aber auch ein Yesilyurter, der den Ball problemlos blocken und weg schießen konnte. Das sollte eine der zwei wirklichen Babelsberger Chancen gewesen sein. Kam’s gefährlich rüber? Eigentlich standen noch 30 Minuten erste Halbzeit auf dem Plan. Einige wollten aber schon jetzt in die Pause und so gab es nur noch drei kleinere Gelegenheiten für die Heimmannschaft. Ein Kopfball nach einem Freistoß - Becker fängt; ein direkter Freistoß - weit daneben sowie einen Schuss von Gatti - ebenfalls von Becker entschärft. Tja, schon Halbzeit, so schnell kann’s gehen, wenn man gut unterhalten wird.
    In Halbzeit zwei kam Röver für Fabiano, es sah also nach mehr Offensive aus. Das schien auch nötig, da der bis dahin wirklich viel rennende Fricke zu oft auf sich allein gestellt war und gegen drei bis vier Abwehrspieler keinen Stich sah. Die erste Chance gehörte den Roten. Hartwig setzte sich allein durch und stürzte in den Strafraum. Sein Schuss war allerdings eine ganz sichere Beute des Goalies. Von nun an aber nur noch die Weddinger. Bei deren nächster Flanke kann Lässig-Laars per Kopf klären. Beim nächsten Schuss muss Becker sich schon ganz lang machen. Gatti war der Absender. Es fiel auf, dass die beiden Ex-Babelsberg Civa und Gatti das Spiel der Grünen immer wieder kreativ nach vorne trieben und den direkten Abschluss suchten. Das Babelsberger Spiel wirkte dagegen sehr monoton. Immer wieder wurden die Bälle nur hoch und weit nach vorn geprügelt. Hatte Hartwig in Hälfte eins noch versucht, eine Linie zu finden, so passte er sich jetzt ebenfalls den anderen an. So kam der Ball meist schneller zurück, als er geklärt worden war. Vermehrt in Bedrängnis, häuften sich auch die Fehler in der Hintermannschaft. Immer wieder musste man sich auch mit halb-legalen Mitteln helfen. Lukac war der erste, der sich Gelb abholte. Grossert machte es ihm wenig später nach. In Minute 64 stellte Becker, als bester Babelsberger in diesem Spiel, seine Fähigleiten unter Beweis. Einen Schuss von rechts, aus knapp 15 Metern klärt er bravourös. Kurz danach hatte Grossert dann wohl den Bogen überspannt. Zwei mal gelb macht bekanntlich rot. Ganz deutlich war die Szene nicht, es schien, als ob einzig der Liri ihm diese Karte gönnte und sich beim Schiri dafür stark machte. Unter Kumpels tat der ihm dann den Gefallen. Mit zehn Mann erlebte Nulldrei jetzt aber die stärkste Drangperiode. Man kam jetzt zwei, drei mal dichter an das Yesilyurter Gehäuse heran. Gefahr wurde bis dahin jedoch noch nicht ausgestrahlt. Auf der anderen Seite gab es nun auch vermehrt Platz zum Kontern. In Minute 77 setzte sich wieder einer der Grünen gut durch, der Ball kann ihm gerade noch so vom Fuß genommen werden. Anstatt nun aber richtig zu klären, sorgt ein Missverständnis der Abwehr für die erneute Schusschance. Aus zehn Metern verfehlt der Schütze jedoch das Eckige. Als nächstes kommt Wedemann für Vukadin und Moritz holt sich Gelb ab. Der geneigte Zuschauer hatte es nicht mehr für möglich gehalten, aber der SVB sollte noch einmal gefährlich vor dem Tor des Gegners auftauchen. Auf Grund der Entfernung, kann ich zu den einzelnen Protagonisten keine Namen liefern. Es gab in der 82. Minute eine Ecke. Diese kam auch sehr gefährlich in den Strafraum und fand einen Nulldreier als Abnehmer. Der schoss den Ball ordentlich aufs Tor, es stand jedoch ein Yesilyurter im Weg. Von diesem sprang der Ball über mehrere Beine und Köpfe anderer Spieler bis zum Scheitel von Froese. Der änderte die Flugrichtung abermals hin zum Tor, doch gerade noch so und auf der Linie konnte der Ball abgewehrt werden. Zum Zeitpunkt dieser Aktion befanden sich circa sieben oder acht Feldspieler der Roten im oder am 16-Meter-Raum. Das sollte Folgen haben. Vom klärenden Grünen ging’s nämlich anschließend sehr flott auf die andere Seite. Ein weiter Pass auf Türkkan, durch die Blau-Weiße Brille sehr abseitsverdächtig, schon standen Kindt und Lukac als verbliebene Sicherung im Duell 2 gegen 2. Lukac hatte seinen Mann, Kindt musste ihn noch erlaufen. Leider schaffte er das nicht mehr ganz und so kam der erwähnte Türkkan zum Abschluß. Sein sehr straffer Schuss überwand Becker und schlug zum 1:0 ein. Freude beim Heimpublikum, Frust auf der Gegengerade. Ich würde jetzt gerne vom aufopferungsvollen Kampf um den Ausgleich berichten. Lass ich lieber, soll ja nicht lügen. Die Weddinger behaupteten den knappen Erfolg und auf dem Rasen blieben saft- und kraftlose Nulldreier zurück. Einzelkritik ist bei einem Mannschaftssport immer etwas schwierig, drum halte ich mich auch hier damit zurück. Man kann es auf die anstrengenden englischen Wochen schieben, man kann sagen, dass es im Kopf nicht stimmt, aber so wie hier und heute, darf man sich eigentlich nicht präsentieren. Nur wenige Babelsberger zeigten eine ansprechende Leistung. Der Kollege von der PNN überspitzt es sicherlich, aber so ganz von der Hand zu weisen ist es nicht, wenn er feststellt, dass zuviel von der Verfassung weniger abhängt.
    Was bleibt ist die oben erwähnte Hoffnung auf das Können. Die Mannschaft kann es ja auch. Und nun, wo eine Mehrheit der Interessierten den Köpenicker Rivalen schon in der dritten Liga sieht, sollte doch auch der damit weichende mentale Druck, den Kopf und die Beine wieder frei geben und ein Spiel wie in der ersten Halbserie ermöglichen.


    Was es mit dem „Gestochen“ aus dem Titel auf sich hat? Nun, nicht nur, dass man mit einer Niederlage nach Hause muss. Daneben hat man auch noch die ersten Stiche des Sommers von Bremsen, Wespen, Bienen oder was da sonst noch rum flog einkassiert. Die Spieler wirkten nach 90 Minuten relativ ausgepowert, aber der Autor war über und über mit roten Saugmalen übersäht.


    SVB 03: Becker - Lukac, Laars, Grossert - Fabiano (46. Röver), Vukadin (79. Wedemann ), Tretschok, Kindt - Hartwig, Moritz - Fricke (74. Froese)


    Tore: 1:0 Türkkan, 83. min

    Wer das Spiel nochmal in Impressionen nachvollziehen will, der könnte beim rp03 das nötige Material finden. 25 Bilder aus den mehr oder minder trockenen Linsen des Grinsers.


    [Blockierte Grafik: http://rp03.de/img/spiele/0506torgelow2/thumb_1.jpg][Blockierte Grafik: http://rp03.de/img/spiele/0506torgelow2/thumb_4.jpg][Blockierte Grafik: http://rp03.de/img/spiele/0506torgelow2/thumb_6.jpg][Blockierte Grafik: http://rp03.de/img/spiele/0506torgelow2/thumb_11.jpg][Blockierte Grafik: http://rp03.de/img/spiele/0506torgelow2/thumb_16.jpg]


    rp03


    btw, im Kurzbericht des rbb konnte man beim ganz genauen Hinsehen noch erkennen, wie ein dunkelhaariger Typ nach dem Tor zum 3:2 in Richtung Tor läuft, den Ball holt und....tja, hier blendet der rbb leider aus.

    Zitat

    Original von parnitz
    Schöner Bericht.Wie immer vom guten ulibo.


    Vielen Dank.


    Zitat


    Aber!Die Mär von den unfairen MSV-Spielern wird nun schon seit einigen Jahren durch die 03er Berichte getragen.Läßt sich aber weder durch Statistiken noch durch subjektives Empfinden des geneigten Zusehers zur Wahrheit machen.


    Stimmt schon, is subjektiv. Geb ich ja gerne zu, dass das alles etwas blau-weiß gefärbt ist, also Babelsberger blau-weiß. Es sei aber zumindest eine Szene als Beweis angeführt:
    Mitte zweite Halbzeit wird einer eurer Spieler "rüde" von den Beinen geholt. Die "Aua"-Rufe aus Block C waren wirklich deplaziert. Nun gut, Schiri guckt sich das an, läßt den Sani kommen, welcher wiederum diverse Zeit an dem offenen Bruch rumoperiert. Dann, nach handgefühlten 60 Sekunden deutet der gute Mann in Gelb doch an, dass es jetzt Zeit wäre, diese Behandlung an der Seitenlinie fort zu setzen. Der Mann am Boden rappelt sich auf und humpelt schmerzverzerrt in Richtung Seitenlinie. Spannend wurde es, als der Gelbe ihm den Rücken zukehrt. Scheinbar hat der Sani geweihtes Wasser übers Schienbein gekippt, der Mann konnte wieder schmerzfrei gehen. Er erreichte die Seitenlinie und schon da ging seine Hand rasant nach oben, dem Unparteiischen signalisierend, er könne jetzt wieder. Der ließ ihn dann auch rein, bevor er das Spiel überhaupt wieder frei gegeben hatte.
    Es sei erwähnt, dass sich diese Szene beim Stand von 0:3 abspielte, wo kein Mensch mehr an ein Comeback der Blauen gedacht hatte, eine Spielverzögerung also doppelt unnötig gewesen ist.
    Liest sich lang? Genau so lang kam uns das auch vor!
    Geschildertes ist jetzt nicht exemplarisch für Neuruppin. Es kam halt in diesem Spiel neben einigen anderen "Auffälligkeiten" vor. Grundsätzlich ist es so, dass ich diese Art der Simulation unattraktiv finde. Leider habe ich erst einmal einen Schiri erlebt, der den Simulanten dann draußen hat zappeln lassen.


    Gruß

    Das könnte das Fazit des Spieltages für den SVB gewesen sein. Die deutliche 0:5 Packung besiegelte eine seit fast 3 Jahren bestehende Serie an ungeschlagenen Heimspielen und trotzdem verlor man gegen den einzig verbliebenen Konkurrenten im Aufstiegskampf nur einen Punkt. Gibt es sonst noch etwas Positives zu vermerken? Kaum und wenn, dann nur am Rande.
    1652 Zuschauer, abzüglich der kleinen Neuruppiner Reisegruppe, sind sicherlich mit ganz anderen Erwartungen an den echten Punktspielstart ins KarLi gekommen. Vielleicht hätte jemand den Spielern auch bescheid geben sollen, dass es sich diesmal nicht um eines von vierzehn Testspielen handelt. Aber immer der Reihe nach…
    Mit dem Blick auf den Aufstellungsbogen hatten sich die noch bestehenden Unsicherheiten bezüglich der Torwartposition auch aufgelöst. Norman Becker sollte heute seine Chance bekommen. Hartwig spielte wie angekündigt für Moritz und im Sturm stand Ersatzkapitän Röver neben Fricke. Es konnte losgehen.
    Beide Mannschaften ließen es sehr gemächlich angehen, zumindest die ersten 4 Minuten. Zuerst schießt Neuruppin einen unplatzierten Freistoß in Richtung Babelsberger Tor, danach wird eine zu kurze Fabiano-Flanke souverän geklärt. Der nächste Angriff des MSV wird zur Ecke geklärt und damit sollte das Debakel beginnen. Zschiesche bringt das Leder nach innen, 5 Köpfe recken sich danach ohne es zu erreichen, Nutznießer ist der vollkommen alleingelassene Neumann, der den Ball problemlos an Becker vorbei und über die Linie drückt. Alle wach? Scheinbar noch nicht. Nur drei Minuten später eine ähnliche Situation. Diesmal kommt ein Einwurf in den Babelsberger Strafraum, wieder fehlt die Zuordnung, Grossert kann jedoch noch knapp klären. Kurz später bot sich dann die 100-prozentige Chance, zum Ausgleich. Nach dem eine Ecke des SVB zu kurz geklärt wird, nimmt sich Fabiano den Ball, lässt auf rechts 2 Leute stehen und flankt von der Grundlinie zu Fricke. Unger war schon geschlagen, doch unser Stürmer schaffte es, den Ball aus 3 Metern an den linken Pfosten zu semmeln. Trotzdem schien Babelsberg jetzt etwas besser ins Spiel zu kommen. Sie bestimmten bis zur ca. 35 Minute jetzt das Spielgeschehen, wirkliche Dominanz und Gefährlichkeit fehlte jedoch. Der MSV wartete in der Abwehr gut postiert auf seine Konterchance. Was für die Blauen raus sprang waren zumeist Fernschüsse, so der von Hartwig in der 25. Spielminute. Versuchte man es per Kurzpassspiel in den MSV Strafraum, wurde der Ball jedes mal geklärt. Dann ging es zumeist auch sehr schnell und nur allzu oft kam die Babelsberger Abwehr in Bedrängnis oder man musste sich mit einem Foul behelfen. Prymula lief Kindt ein ums andere mal davon. Auch mit ruhenden Bällen konnte der SVB heute nichts anfangen. In Halbzeit Eins vergaben nacheinander Röver (28.) und Hartwig (32.) gute Positionen, einmal von rechts und einmal von links. Soweit mit der Babelsberger Herrlichkeit, kurz vor der Pause legte der MSV noch mal kurz den Hebel um und sorgte im Vorbeigehen für das 0:2. Cepni zeigt, wie man eine Freistoßflanke gefährlich vors Tor bringt, Tretsche steht zu weit von Biermann weg, der den Ball per Kopf ins Tor bugsiert. So langsam machte sich auf den Rängen Unmut breit. Noch hoffte man aber auf die zweite Halbzeit und eine ordentliche Kabinenpredigt vom Trainer.
    Nun, es ließ sich etwas besser an, so ab der 46. Minute. Babelsberg versuchte jetzt wirklichen Druck aufzubauen und den MSV zu Fehlern zu zwingen. Kurz nacheinander holten sich auch zwei Fontanestädter den Gelben Karton ab. Heraus sprangen dann zumeist Ecken und die waren heute nun wirklich nicht die Stärke des SVB. Handgezählte Eine von wirklich diversen kam wirklich gefährlich in den Strafraum. Alle anderen wurden vorher geklärt und führten des öfteren zu gefährlichen Kontern. Dann doch lieber gleich Abstoß MSV. Also holte Hartwig wieder den Hammer aus der Kiste und zog aus 20 Metern ab. Leider daneben. Der für Kindt eingewechselte Froese holt in seiner ersten Szene (55.) gleich einen Freistoß an der Strafraumgrenze heraus, aber das Thema mit den Standards hatten wir ja schon. Der nächste Angriff des MSV sorgte dann für die endgültige Entscheidung. Die Entstehung ist jedoch mehr als unsportlich. Zenk fängt einen langen Ball des MSV ab, wird dabei aber, für jeden im Stadion deutlich sichtbar, von einem MSV-Spieler mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. Der heute selten souverän wirkende Schiri Bley übersah dies großzügig und drei MSV-Spieler bewegten sich nun mit dem Ball Richtung Norman Becker. Nahezu alle 03er hatten mit einem Pfiff gerechnet und hörten auf, zu spielen. Einzig Laars stellte sich noch, doch gegen 2 Doppelpässe hat man allein keine Chance, Kukulies vollendet (58.). Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse. Wieder stand der Schiri im Mittelpunkt der Ereignisse. Neumann bekommt im eigenen Strafraum den Ball an die Hand, doch weder Liri noch Schiri wollen etwas gesehen haben. So etwas allein ist schon unschön, wenn man aber bedenkt, dass Herr Bley bis dahin jedes mal gepfiffen hat, wenn ein MSVler laut schluchzend über die eigenen Schnürsenkel gestolpert ist, gerade zuvor eine Tätlichkeit unbestraft ließ und jetzt wieder die Augen verschlossen hatte, kann man schon mal verärgert sein. Röver äußerte seinen Unmut wohl zu laut und bei der geschilderten Vorgeschichte, waren die folgenden 2 Karten fürs Meckern und anschließende Klatschen keine Überraschung (62.). An sich verständlich, darf aber trotzdem nicht passieren. 0:3 hinten und ein Mann weniger – sieht jetzt nicht erfolgsversprechend aus. Nulldrei versuchte es aber weiter offensiv. So über Fabiano, der sich rechts gut durch setzt, seinen Schuss jedoch verzieht. Der MSV machte es besser und nutze die Räume sehr clever. Cepni setzt sich in Minute 66 auf links gegen Lukac durch, geht nach innen und platziert den Ball ins lange Eck. Becker ohne Chance. Babelsberg versucht es immer noch mit dem Ehrentreffer. Die drei F’s versuchen es nacheinander, Fricke dribbelt sich fest, passt zu Froese, dessen Schuss geblockt wird und den Nachschuss setzt Fabiano übers Tor (68.). Dessen scheinbar überdrüssig und bei Hartwig abgeguckt, legt sich Zenk den Ball knappe 30 Meter vorm Tor zurecht und zieht ab – an den rechten Pfosten (69.). Jetzt kam noch die vorhin erwähnte eine gefährliche Ecke, die Hereingabe von Hartwig köpft Fricke in Richtung Tor, doch auf der Linie wird dieser Ball geklärt (71.). Einmal noch zeigte der MSV wie es besser geht, Kukulies besorgt nach schönem Solo das 0:5 (86.). Dann war es geschafft und die 90 Minuten um.
    Was bleibt zu konstatieren? Mit einer miserablen Leistung vergibt der SVB die Chance, sich weiter von Union abzusetzen. Ganz im Gegenteil, heute war man um einiges vom angestrebten Regionalliganiveau entfernt. Fehlende Abstimmung hinten, zu viel Klein-Klein vorne, keine Spannung, kein wirklicher Wille – oder können 11 Spieler alle mit dem falschen Fuß aufstehen? Neuruppin im Kopf frischer und auf den Beinen schneller. Nur das ständige Hinfallen und Rumlamentieren störte an der ansonsten guten Leistung. Beim SVB muss diese Darbietung gründlich analysiert werden und einiges an der Einstellung geändert werden. Dass man in der Lage ist, hat man in der Hinrunde schon bewiesen. Dieses Spielvermögen muss jetzt noch 14 mal plus 2 mal Pokal abgerufen werden. Achso, und Ecken müssen geübt werden.


    MSV: Unger, Boden, Kukulies, Maik Neumann, Cepni (69. Weber), Seering, Neubert, Zschiesche, Biermann (87. Simic), Prymula, Krüber (80. Balke)


    Babelsberg: Becker; Lukac, Laars, Grossert; Fabiano, Zenk (75. Lücke), Tretschok, Kindt (54. Froese); Hartwig; Fricke, Röver.


    0:1 - 4.min. Neumann, 0:2 - 43. min. Biermann, 0:3 - 58. min. Kukulies, 0:4 – 66. min. Cepni, 0:5 – 87. min Kukulies


    Schiri: Bley, wahrlich nicht der Schuldige an der Niederlage, leistete sich aber zu viele Fehler und ließ sich zu oft beeindrucken

    Arbeits-, Kampf- und Pflichtsieg


    Das war doch mal wieder ein Pokalauswärtstrip, wie man ihn gerne hat. Die Fahrt war an Spaß und guter Laune kaum zu übertreffen und ganz nebenbei hatte das Spiel auch noch den richtigen Sieger.
    Alles begann am Morgen im Café unseres Vertrauens mit einem frisch Aufgebrühten. Eigentlich war dann auch bald ausgekaspert, wie man denn zum heutigen Zielsportplatz, dem Stadion am Vogelgesang in Rathenow, kommen sollte. Dies hatte aber nichts zu heißen, der Fahrer beugte sich den eindringlichen „Links, Links“-Rufen der Mitinsassen, wo es doch eigentlich hätte nach Rechts gehen sollen und unser zweiter PKW auch hin bog. Naja, Potsdamer Vororte haben auch ihren Charme. Letztendlich erwies sich das ganze doch als Glücksgriff, da es auf der anderen Strecke die eine oder andere Umleitung gab. Kurz hinter der Ortschaft Pessin traf man sich beim Vokabeltausch wieder (Der hat es in sich und wirkt erst später.).
    Über Kotzen und Stechow erreichte man pokaltypisch das Ziel mit knapper Verspätung. Jedoch noch gerade rechtzeitig, um die Rathenower Zuschauer das 1:0 ihrer Helden bejubeln zu hören. Da der Autor wie gesagt zum Zeitpunkt des Geschehens noch nicht im Stadion weilte, kann er zur Entstehungsgeschichte auch wenig sagen. Es soll ein strammer Flachschuss gewesen sein.
    Nach Einnahme einer guten Sichtposition konnte auch die merklich veränderte Aufstellung analysiert werden. Coach Hodul brachte Becker, Prochnow, Lücke und Bengs von Anfang an. Eine gute Chance, sich auch für Ligaauftritte zu empfehlen. Schaute man jedoch genauer hin, so war von Babelsberg noch nicht viel zu sehen. Zum einen hatte man hinten ganz gut zu tun, zum anderen verhedderte man sich im Spiel nach vorn immer wieder. Rathenow stand gut gestaffelte, hatte immer noch einen Fuß dazwischen und bot auch in der Offensive mehr, als so mancher Oberligist. Die Führung war nicht unverdient. Letztendlich war es ein glückliches Abstaubertor von Zenk, das uns den Ausgleich brachte. Optik bekam den Ball nicht aus dem Strafraum und aus dem Getümmel traf der 31er im Nachschuss. Mehr gab es aufgrund der geschilderten Umstände aus Hälfte Eins gar nicht zu berichten.
    In Hälfte Zwei spielte man dann in Windrichtung, was dem Spiel gleich etwas Tempo gab. Immer wieder konnte Nulldrei sich nun auf den Außenbahnen durchsetzen. Und wurden sie nicht durch häufig falsche Abseitspfiffe aufgehalten, kam auch ab und an ein Ball gut vors Tor. Doch die Innenverteidigung von Optik bugsierte noch Jeden aus der Gefahrenzone. Rathenow selbst kam nun nur noch mit Kontern in Richtung Norman Becker. Insgesamt entsprangen daraus jedoch nur 3 gefährlichere Schüsse. Zwei mal hielt die Nummer Eins und einmal ging er weit daneben. Zuordnungsprobleme waren jedoch nicht zu übersehen.
    Nach und nach konnte der SVB aber seine spielerische Überlegenheit in Feldvorteile ummünzen. Scheiterte der eingewechselte Röver noch nach Maß-Flanke Prochnow mit dem Kopf, nahm er die zweite Vorlage von Moritz nach schönem Steilpass vom ebenfalls eingewechselten Tretschok mit dem Fuß und schob zum 2:1 ein (79. min). Rathenow musste nun aufmachen und bekam prompt die Quittung. Innerhalb kürzester Zeit erhöhten Froese und nochmals Röver auf 4:1. Beide Male wurde wieder schön über außen gespielt.
    Ohne Nachspielzeit endete dieses gut anzuschauende Spiel und die SG Burg darf sich schon mal auf uns freuen. Der Autor möchte sich einbilden, gesehen zu haben, dass nicht wie vom Coach letztens noch vermittelt, 20 Spieler zur Verfügung stehen, die über ein gleiches Niveau verfügen. Nicht jeder hat heute seine Chance genutzt.
    Die Rückfahrt verlief ähnlich amüsant wie die Hintour. Es macht immer wieder Spaß, Leuten davon zu fahren, die nur mal kurz Pipi müssen.
    Den letzten Satz möchte der Autor noch nutzen, sich für die fehlenden Minutenangaben zu entschuldigen. Mangels Ausrüstung, war mehr als dieser Kurzbericht nicht möglich.


    Tore: 1:0 Kellner (3. min), 1:1 Zenk (20. min), 1:2 Röver (79. min), 1:3 Froese (84. min), 1:4 Röver (90. min)


    Schiri: erschreckend schwach, schien, zeitweise auf Zuruf zu pfeifen

    Der offizielle aus Babelsberg durch die blau-weiße Brille.
    Vorab, ich bin mir bei dem Torgelower Torschützen nicht so sicher. Wenn falsch, dann bitte monieren.



    Das Ziel am 10. Spieltag hieß Torgelow, wo der dort ansässige SV Greif auf die Kicker vom Kiez wartete. Da dieses Gastspiel beim Aufsteiger für viele Fans Neuland und damit einen Ground bedeutete, machten sich ca. 200 Babelsberger auf den Weg in den Norden. Ich entschied mich mit meinem Spezi Herrn O. gegen den organisierten Fanbus und für das Blossi-Mobil. [Insidermodus=on]Hier waren wir mit Chrischan, Lüschi und eben Blossi „Unter uns“. [Insidermodus=off]. Hauptgrund für die Entscheidung war die Hoffnung auf interessante Infos zur Landschaft und Geschichte der zu durchfahrenden Orte durch den erwiesenen Fachmann Herrn L.. Leider gab dessen Ortsalmanach „Meck-Pomm“ bis auf ein paar Anekdoten zu König Gustav Adolf von Schweden nicht all zu viel her und wir verbrachten die Hinfahrt doch eher singenderweise.
    Nebenbei war noch ein kurzer Abstecher ins nahe liegende Polen geplant. Hat man nun davon, wenn man als Nichtraucher mit vier Rauchern unterwegs ist. Auf der anderen Seite wundert man sich als derselbe, wie viele Freunde man denn auf einmal hat, denn auch als Nichtraucher darf man ja schließlich eine Stange Rauchware mit zurück in die Heimat nehmen.
    Gegen halb zwei trudelte man dann am Spartakus-Stadion ein und begab sich in Richtung Gästeeingang. Da die Dame an der Kasse mir nicht abnahm, gerade 12 Jahre alt geworden zu sein, löhnte ich die trotzdem fairen 4 Euro Vollzahlergebühr und unterwarf mich der sehr intensiven Körperkontrolle der hiesigen Ordnungskräfte. Es war noch etwas Zeit bis zum Anpfiff, was mir die Möglichkeit verschaffte, die lokalen Spezereien zu testen. Es bleibt festzuhalten: Das gastronomische Angebot hat sich wirklich Spitzennoten verdient, insbesondere der Meerrettich-Senf hat es mir angetan. Nach und nach nahm man seine Plätze ein und lauschte noch etwas den Klängen der Musik-Anlage und den dumpfen Geräuschen der angrenzenden Schießbahn.
    Justament als Schiri Gunnar Melms aus Osterburg anpfiff, gab mein elektro-akkustisches Aufzeichnungsgerät den Geist auf. Nun kam mir zu Gute, dass der Herr L. neben Fußball auch noch anderer Kultur fröhnt und mir freundlicherweise das Eintrittsbillet seines letzten Theaterbesuches überließ, auf dessen Rückseite ich die ein oder andere Szene kurz notieren konnte.
    Die erste derer ereignete sich in der 2. Spielminute als Moritz von halb-rechts aus ca. 25 Metern mal drauf hielt. Achtung, böses Wortspiel: Keeper Markiewicz konnte sich den Ball aber „Greif“-en. Beide Abwehrreihen brauchten einige Minuten, um ihre Ordnung zu finden und so ergaben sich neben dieser Schusschance weitere hüben und drüben. In Minute 7 wurde Basti Rauch aus der Ferne das erste mal geprüft. Fabiano bekommt 4 Minuten später den Ball zu gespielt. Er entledigt sich seines Gegners und passt zu dem heute wieder von Anfang an spielenden Röver, doch der kommt einen Schritt zu spät. Nun wieder Torgelow, die zwar hinten sehr massiv standen, aber anders als viele andere Mannschaften, die mit 10 Mann in der Defensive agieren, auch ihr Glück in der Offensive suchten. Im direkten Gegenangriff kam einer der ihren zum Schuss und dieser klatschte laut hörbar gegen das seitliche Aluminium. Der ähnlich gefährliche Nachschuss landete dann um Zentimeter neben dem Tor. Nun sollte aber jeder Blaue wissen, dass man die drei angepeilten Punkte nicht auf dem Silbertablett übereicht bekommen sollte. Fabiano probierte es als nächster. Doch seine Mischung aus Torschuss und Flanke fing der Torgelower Schlussmann weg. Dann noch einmal Röver, doch auch bei seinem Kopfball war Markiewicz zur Stelle. In Minute 21 fing die Hausherren einen Babelsberger Angriff kurz hinter der Mittellinie ab und stürmten zu dritt auf Basti Rauch zu. Der ballführende Latzkow wurde dabei nicht angegriffen und so nahm er sich 25 Meter vor dem Tor ein Herz und zog satt ab, direkt in die rechte, untere Ecke des Tores. 1:0 Torgelow. Sollte hier etwa Schlimmeres drohen? Mitnichten. Nur zwei Babelsberger Ecken später markierte Tretschock nach Hereingabe von Moritz per Kopf das 1:1. Diesmal blieb der Keeper wie hypnotisiert auf der Linie stehen und schien mit seiner kurzen Lethargie seine Mannschaftskollegen angesteckt zu haben. So frei steht man nur selten im Strafraum. Aus der ersten Hälfte kann ich leider nur noch von zwei weiteren Szenen berichten. Zum einen setzte Moritz in der 28. Minute einen Freistoss knapp neben den Kasten und zum anderen hielt Torgelows Nummer 1 einen Schuss Fricke’s in der 39. Minute. Der Grund für diese abgekürzte Berichterstattung liegt in dem Besuch, den die grüne Ordnungsmacht dem Babelsberger Block abstattete. Polizei im Mecklenburgischen? Da war doch mal was. Ausgewertet werden soll dies aber besser an anderer Stelle. Sowohl bei uns, aber auch der gastgebende Verein sollte seine Handlungsweise noch einmal gründlich hinterfragen. Zu den Grünen besser kein Wort. Statt dessen weiter mit Halbzeit zwei.
    In den nun folgenden 45 Minuten sollten die Babelsberger ihre Favoritenrolle besser ausfüllen und die Heimmannschaft über lange Strecken in ihrer Hälfte binden. Zudem kam Froese für Röver. Eröffnet wurde der Reigen der Offensivaktionen mit einem Schuss des äußerst agilen Fricke’s in Minute 47. Knapp vorbei. Minute 52, mal wieder Ecke für Nulldrei. Moritz versucht’s direkt und hat fast Erfolg: Den Keeper gefoppt, aber der Mann am kurzen Pfosten klärt auf der Linie. Dann noch einmal Moritz in der 55. Sein Schuss aus 20 Metern verfehlt jedoch das Gehäuse. Coach Hodul brachte nun Hartwig für den zwar engagierten aber etwas erfolglosen Lukac und beorderte Zenk weiter in die Defensive. In Minute 63 einer der wenigen Torgelower Vorstöße. Den mit dem Ball Enteilten konnte Laars aber noch rechtzeitig stellen und am Abschluss hindern. Ganz schön mobil unser Libero. Kurz darauf eine weniger schöne Szene. Nachdem Fabiano diverse male rüde vom Gegner angegangen wurde, der Schiri dies aber ausdauernd ignorierte, monierte unser Brasilianer wohl zu laut und bekam Gelb gezeigt. Fingerspitzengefühl und Objektivität sehen anders aus.
    Es ging weiter in Richtung Torgelower Gehäuse. Eine Traumkombination über Hartwig nach rechts außen auf Moritz und der butterweich auf den zentral frei stehenden Froese konnte dieser nicht wie erhofft erfolgreich abschließen. Sein Kopfball ging knapp über die Latte. Besser machte es sein kongenialer Partner in Minute 74. Diesmal geht Fabiano auf rechts, schaut, flankt, Fricke nimmt Maß und drückt den Ball per Kopf in das rechte Dreiangel. Spiel gedreht.
    Torgelow war nun gezwungen, mehr für die Offensive zu tun. Dies brachte aber auch Platz zum Kontern. Nur 3 Minuten nach dem 1:2 legte Hartwig sich den Ball 25 Meter halb-rechts vor dem Tor zurecht und zog ab. Dank dem Kondensstreifen war zu erkennen, dass der Ball links oben im Tor eingeschlagen war. 1:3, die Entscheidung? Könnte man annehmen. Vor allem angesichts des weiterhin druckvollen Spiels der Babelsberger. In der 80. Minute setzte sich Kindt links im Strafraum durch, verstolpert aber im letzten Moment und kann nicht mehr abschließen.
    Mittlerweile war mein Zettel voll und meine Erinnerung ist nun 30 Stunden nach dem Spiel auch schon etwas getrübt. Wenn ich mich recht erinnere, bekam Froese kurz vorm Ende den Ball in Höhe des Strafraums zugespielt. Sein technisch einbahnfreier Drehschuss landete jedoch nur am linken Pfosten. Um die 88. Minute startete Torgelow dann seinen letzten Angriff. Auf links stürmte man in den Strafraum, wurde zwar attackiert, schaffte es dennoch abzuschließen, Rauch hält, es gibt ein undurchsichtiges Gewusel á la „Nimm du ihn, ich hab ihn sicher“, Sikorski sagt „Danke“ und schiebt aus 3 Metern ein. Nur noch 2:3.
    Gott sei Dank wird bei Familie Melms zeitig gegessen, so beschränkte der Schiri die Nachspielzeit auf ein Minimum und pfiff nach 91 Minuten ab.
    Babelsberg war zwar überlegen, brachte aber nicht die Leistung, zu der man fähig ist. Das sah auch Coach Hodul so, der seine Enttäuschung ob der spielerischen Darbietung in der Pressekonferenz nicht verbarg. Zufrieden war er über das Ergebnis und dass der heute beste Mann, Rene Tretschock, bei 4 Gelben bleibt und gegen Yesilyurt dabei sein kann.
    Torgelows Trainer Ehrke gratulierte zum verdienten Sieg, machte aber seiner Mannschaft ein Kompliment, dass man trotz der begrenzten Möglichkeiten versucht hat, offensive Akzente zu setzen.
    Während sich die einen schon auf den grün-bewachten Weg zum Bahnhof machten, die beiden Herrn L. noch versuchten, von den Veranstaltungsverantwortlichen Hintergründe für den übermotivierten Einsatz der Obrigkeit zu erfahren, begutachteten mein Spezi und ich noch einmal das architektonisch beeindruckende Stadion. Ganz ehrlich, die Reise lohnte sich nicht nur wegen der gewonnenen drei Punkte.
    Da auch die Zweite ihr Gastspiel in Velten erfolgreich gestalten konnte, gab es auf der Heimfahrt nur Grund zum Singen, was man auch ausgiebig tat.


    Torgelow: folgt


    Babelsberg: Rauch – Laars, Grossert, Lukac (60. Hartwig), Kindt, Zenk, Tretschock (78. Prochnow), Moritz, Fabiano, Röver (46. Froese), Fricke


    Tore: 1:0 Latzkow (21. min), 1:1 Tretschock (23. min), 1:2 Fricke (74. min), 1:3 Hartwig (77. min), 2:3 Sikorski (88. min)


    Gelb: Fabiano


    Zuschauer: 1020, davon ca. 200 Babelsberger