Beiträge von Günni

    Aufstiegskampf war für Chemie Leipzig vor dieser Saison zunächst kein Thema: Schließlich war man erst zwei Jahre zuvor aus der Bezirksliga in die Landesliga aufgestiegen, hatte vorletzte Saison im Endspurt noch den direkten Durchmarsch in die Oberliga aus der Hand gegeben und sich letzte Saison nur hauchdünn vor drei weiteren Teams in der Sachsenliga durchgesetzt. Konsolidierung war also erst mal angesagt. Als Aufstiegsfavoriten konnte man eher Inter Leipzig und Bischofswerda sehen, die sich in der Vorsaison als Neulinge deutlich von der Restkonkurrenz absetzten, und natürlich Regionalligaabsteiger Halberstadt, welcher über die besten Rahmenbedingungen verfügt.
    Der Saison-Start verlief für alle Favoriten durchwachsen, so dass auch die Neulinge Chemie und Merseburg und das personell gut verstärkte Rudolstadt zunächst vorn mitmischten. Nach der Niederlage in Bischofswerda (0:1)am 2. Spieltag gelang den Leutzschern eine Serie von 6 Siegen und einem Remis. Besonders bemerkenwert waren sicher die Auswärtssiege bei den erstarkten Geraern (2:0)und bei Jena II (3:2 nach 0:2 Rückstand). Chemie wurde erst wieder Ende Oktober bei dem in Markranstädt ausgetragenen Nachholspiel im sog. "Derby" vom FC Inter geschlagen (0:1). Bald zeigte Regionalligaabsteiger Halberstadt, wer Herr im (Oberliga-)Haus ist: Nach zwei Unentschieden zum Auftakt gewann die Germania acht Spiele in Folge und lag nach einem Drittel der Saison deutlich an der Tabellenspitze.
    Bis zur Winterpause verpasste die Germania es dann aber mehrmals, sich vorentscheidend abzusetzen. Zunächst endete die Siegesserie mit einer überraschenden Heimniederlage gegen das auswärtsstarke Jena II, am vorletzten Spieltag der Hinrunde führte man nach deutlicher Überlegenheit beim ärgsten Verfolger Chemie bereits 2:0. Doch Chemie fightete sich mit enormen Kampfgeist zurück in dieses Spiel und rettete noch ein Remis. Das war den Leutzschern eine Woche zuvor noch nicht gelungen, als man in Plauen unglücklich mit 1:2 unterlag. Während für Chemie damit die Hinrunde wegen einer weiteren Spielverlegung bereits beendet war, schloss Germania die Herbstserie eine Woche später mit einem mageren 1:1 gegen Merseburg daheim ab, hatte somit fünf Punkte Vorsprung vor Chemie (welche bis zum Jahreswechsel allerdings ein Spiel weniger absolvierten) und sechs Zähler mehr als Bischofswerda. Der erheblich neuformierte Vorjahresdritte wiederum kam nach zähen Beginn immer besser in Schwung, verpasste aber durch zwei Remis zum Jahresende den unmittelbaren Anschluss an die Tabellenspitze bzw. den Sprung auf Platz 2.
    Chemische Zwischenbilanz zum Jahreswechsel: Platz 2 mit 29 Punkten aus 14 Spielen, damit hatte man sogar einen höheren "Schnitt" als in der abgelaufenen Saison als Sachsenliga-Meister (60 Punkte aus 30 Spielen)! "Nur" drei Niederlagen, bei Gegnern, wo man das eigentlich auch akzeptieren konnte, dem stand eine nie zu erwartende Anzahl von neun Siegen gegenüber. Patzer leistete man sich eigentlich nicht, vom mageren 1:1 zu Hause gegen Sandersdorf vielleicht mal abgesehen. Die wenigen Neuzugänge (Bury, Bunge, F.Schmidt) des nach der Vorsaison nicht wesentlich veränderten Kaders erwiesen sich als erhebliche Verstärkungen einer inzwischen eingespielten Truppe. War die Regionalliga in Leutzsch bis zum Herbst eigentlich kein Thema, wollte man nun im Fall der sich bietenden Gelegenheit seine Austiegschance nutzen. Auch personell sollte nachgelegt werden, da zudem Abwehrspieler F.Felke zunächst nicht mehr zur Verfügung stand.

    Zitat von Hansestädter

    P.S.: Glückwunsch an SC Staaken (Meister der Berlinliga) und FC Eilenburg (Meister der Sachsenliga) zu Meisterschaft + Aufstieg :bia:


    .... und Lok Stendal, zwar noch nicht zur Meisterschaft, aber zum feststehenden Aufstieg. :thumbsup:

    Zitat von Hansestädter

    Zu den Folgen des Schöneicher Oberliga-Rückzuges schrieb am Montag die Berliner Fußball-Woche unter Berufung auf eine Anfrage ihrerseits an den NOFV, das unabhängig von Rückzügen der bereits feststehende Tabellenletzte aus Frankfurt absteigen müsse - Zitat: "ganz gleich, wieviele Klubs noch auf die tolle Idee kommen sollten, sich zurückzuziehen..."


    Komisch, diese Regeln des Nofv, irgendwie misst man hier mit zweierlei Maß: In der RL muss wegen den Rückzügen nicht mal der Letzte absteigen, in der Oberliga hingegen führt für den Letzten absolut kein Weg daran vorbei...

    Halberstadt hatte gestern Abend mit 2:1 in Bernburg vorgelegt, somit Chemie war weiterhin unter Siegzwang, wollte man Tabellenführer bleiben.
    Vor knapp 3000 ZS legte Chemie sofort los und schien schon nach 10 Minuten die Weichen stellen zu können: Florian Schmidt hatte sich unbemerkt an's rechte Strafraumeck schleichen können, ließ die Klugel von der Brust abtropfen und hämmerte sie ins untere rechte Eck. Jetzt waren die Leutzscher drauf und dran, den Sack frühzeitig zuzubinden, aber zwei Mal frei durch knapp das Ziel verfehlt- wer sie vorne nicht macht, kiegt sie hinten: Gerade noch vergab Bunge das 2:0, als im Gegenzug steil auf den Plauener Mack durchgesteckt wurde, der kann von der Straufraumgrenze aus den herauseilenden Chemie-Hüter Dölz überlupfen, erste Plauener Chance und schon der Ausgleich! Chemie vergibt vor der Pause noch zwei weitere Riesen, trotzdem gab es beim Pausengang Beifall für ein flottes Spiel. Gleich mit dem ersten Angriff der 2.Hz. schafft Chemie die verdiente Führung: Frühes Stören brachte einen Durchbruch über die rechte Angriffsseite, Flo Schmidt stocherte den Bal im Fallen über die Linie. Plauen steigerte sich und hatte dann Mitte der 2.Hz. eine Riesenchance zum Ausgleich, die besseren Möglichkeiten waren aber weiterhin bei Chemie, vor allem Alex Bury hatte immer wieder seine langen Gräten dazwischen und leitete damit Konter ein. Leider machten es die Chemiker vorm gegnerischen Tor zu kompliziert, im Gegensatz zu den letzten Spielen flatterten bei einigen doch etwas die Nerven. Plauen packte in der Schlussviertelstunde die Brechstange aus, Chemie-Trainer Demuth wechselte 3mal, u.a. den 36-jährigen Leutzscher Fussballgott Andy Müller ein, welcher das Zittern hätte beenden können: Doch leider traf auch er in der 89.Minute freistehend nicht- den Torwart ausspielend semmelte er das Leder haarscharf am rechten oberen Eck vorbei. Nach unendlichen 5 Minuten Nachspielzeit dann Riesenjubel in Leutzsch, Halberstadt kann sich über Plauen nicht beschweren, die haben ordentlich gegengehalten. Mehrere Chemiker lagen völlig platt auf dem Rasen, aber dann wurde noch lang und ausgiebig mit den Fans im Stadion gefeiert.
    Auch wenn ich bisher skeptisch war, jetzt lege ich mich fest: das war der Aufstieg für Chemie: Nichts gegen den letzten Gegner Schott Jena, aber die Chemiker sind in dieser Verfassung durch den Rang 14. nicht mehr zu stoppen!

    Die Option "freiwilliger Rückzug von Neustrelitz" hat sich erledigt, wie man auf www.tsg-neustrelitz.de nachlesen kann. Bei Chemie steht der Ehrgeiz im Vordergrund, den sensationellen Platz1 zu halten. Aufstieg ist "kann", nicht "muss" - anders sieht es diesbezüglich wohl bei Halberstadt aus. Jetzt freut man sich erst Mal auf den alten "ground" in Schkopau, wo Chemie in den 70ern und 80ern fast jährlich anzutreten hatte, seit der Wende allerdings nicht mehr, glaube ich. Es werden an die 1500 ZS dort sein, um die Chemiker zu unterstützen.

    Nach dem heute veröffentlichten "Zulassungsverfahren zur Oberliga Nordost 2017/18" melden RB Leipzig II und Schönberg weder für die RL noch für die Oberliga. Da der Thüringer FV wie im vorigen Jahr keinen Aufsteiger meldet, reduziert sích die Zahl der Absteiger aus der Oberliga von 5-9 aus der regulären Auf- und Abstiegsregel auf 2-6 Absteiger. Das heißt, dass (unter Berücksichtigung der aktuellen Situation in Liga 3) die beiden vorletzten jeder OL-Staffel gute Chancen haben, drin zu bleiben: Entweder einer über eine Relegation gegeneinander oder im günstigsten Fall (kein NOFV-Absteiger aus Liga 3, gleichzeitig steigt der NOFV-Meister auf) sogar beide. In dem Fall würde es auch (laut Zulassungsverfahren zur Reginalliga Nordost 2017/18 ) eine Relegation der beiden Staffelzweiten um einen weiteren Aufsteiger zur RLNO geben.

    Bleib ma locker, is doch nur'n Forum. Und da hier z.Z. sowieso ziemlich wenig los ist, kommt so mal bissel Leben in die Bude, zumal es um Chemie geht ;) Außerdem taugt "Kontra" gut als Stichwortgeber, da kann man trotzdem sachlich bleiben. Zu Steffens Meinung, dass Lok u. Chemie nur als 3.Ligist eine Zukunft haben, lässt sich folgendes entgegenhalten: Seit RB 2012quasi durch gestartet ist, haben sich Lok mit zwei Spielzeiten Oberliga und Chemie mit Abstieg in die Beziksliga und den auf den letzten Drücker verpassten OL-Aufstieg letztes Jahr nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Trotzdem war man in der Lage, diese Misserfolge zu kompensieren und soviel Zuschauer wie noch nie seit den Neugründungen anzulocken.
    Zur neuen Saison:
    Im Kampf um den Aufstieg erwarte ich ein Duell zwischen Inter und Halberstadt. Im Abstiegskampf sehe ich Merseburg, Gera, Schott Jena und Brandenburg, vlt. auch Halle, die hatten viele Abgänge. Chemie sehe ich im Mittelfeld, weil es an Kontinuität fehlen wird. Das letztjährige Problem, die zu dünne Spielerdecke, wurde m.E. nur unzureichend gelöst.

    Ich habe diesen "Beschluss des NOFV-Verbandsgerichts zum Az.09-2015/2016" vom 30.06.2016 gelesen und komme zu folgender Ansicht:
    Dem Verbandsgericht des NOFV fiel es m.E. aus folgenden Gründen relativ leicht, die Beschlüsse seines Spielausschusses bzw. Präsidiums als rechtmäßig zudeklarieren:
    Zum einen war der Spagat des SFC Stern 1900, aus der ursprünglichen Auf- und Abstiegsregel zu deuten, dass eigentlich ihm der letztlich an den 1.FC Frankfurt gegangene Oberliga-Platz zusteht, eindeutig zu groß und die Forderung nach einem direkten Tausch tatsächlich auch unzutreffend. Zum Anderen hat der SFC Stern sein Anliegen mit überflüssigen Forderungen (abgeleitet aus dem Insolvenzverfahren des 1.FC Neubrandenburg) verwässert, da diese den Verein SFC Stern gar nicht selbst betrafen.
    In diesen Punkten hatte das Verbandsgericht somit leider die Gelegenheit, seine berechtigten Argumente ("Mangel an Rechtschutzbedürfnis" und "Irrtum in der Rechtsfolge") ausführlich darzulegen und damit gleichzeitig die sehr fragwürdigen Äußerungen zu m.E. unberechtigten Maßnahmen zu übertünchen:


    Etwas seltsam ist für mich erst einmal, wie Spielausschuss/ Präsidium und letztlich das Verbandsgericht mit dem Einspruch zu "Ziffer 6 der Auf-und Abstiegsregel" (Aufstieg aus den Landesverbänden) umgehen:" Denn dort fehlt zu der vorhandenen Formulierung der "nächstplatzierten aufstiegsberechtigten Vereine" aus den Landesspielklassen die zusätzlichen Formulierung bzw. Vervollständigung "die Vereine desselben Landesverbandes".


    Das Verbandsgericht gesteht dem SFC Stern diese Feststellung zu, begründet danach jedoch ausführlich, warum es darauf gar nicht ankäme. Es folgt eine wikepedia-artige Abhandlung zu Historie und organisationtechnischen Aufbau der NOFV-Oberliga, Verweise auf die SPO usw., aus dem hergeleitet wird, dass einem zweiten Verein eines Landesverbandes schlichtweg kein Aufstiegsrecht zusteht, auch wenn, wie im konkret vorliegenden Fall, nur fünf der sechs Landesmeister die Oberliga-Zulassung beantragten und als Aufsteiger ermittelt wurden.
    Diese Sichtweise kann man im jetzigen "Status Quo" gerade so akzeptieren, aber es wird durch das Verbandsgericht anderseits mit keiner Silbe darauf eingegangen, dass die gleichen Bestimmungen und aktuellen Auf- und Abstiegsregeln (Punkt 7!) einen verringerten Abstieg aus o.g. Anlass ebenfalls nicht vorsehen.
    Folgt man der Interpretation des Spielausschuss/Präsidium, muss man also feststellen, das nach bis dahin geltender Auf- und Abstiegsregel nur 31 Mannschaften statt der vorgesehenen 32 Mannschaften für die Oberliga-Saison 2016/17 qualifiziert waren! Untermauert wir das durch die Ergänzung zur "Auf- und Abstiegsregel" vom 17.05.2016, für die es sonst gar keinen Anlass gegeben hätte. Diese Sichtweise wird durch das Verbandsgericht in seinem Beschluss auch vollauf bestätigt.
    Hier nun beginnt aber die haarstäubende Rechtfertigung dieser Ergänzung vom 17.05.2016, in deren Folge es zum verringerten Abstieg, letzlich zugunsten des 1.FC Frankfurt, kam. Die Rechtmäßigkeit dieser Ergänzung hatte der SFC Stern in seiner Beschwerde ebenfalls in Abrede gestellt, (Zitat) "da besondere Ereignisse i.S. der Ziffer 11 der Auf- und Abstiegsregelungen nicht vorlagen..." -
    Dazu als Entgegnung das Zitat aus dem Beschluss des Verbandsgerichts vom 30.06.2016:"Nach Auffassung des Verbandsgerichts war das Präsidium des NOFV auf Grund der zum 17.05.2016 bekannten Rückzüge bzw. der Nichtmeldung..., des anhängigen Insolvenzverfahrens des 1.FC Neubrandenburg sowie der erstmaligen Nichtmeldung eines Aufsteigers aus dem Thüringer Fußball-Verband unter Anwendung der in Ziffer 11 der Auf- und Abstiegsregelungen für ddas Spieljahr 2015/2016 geregelten Ermächtigungsgrundlage legitimiert, am 17.05.2016 die Auf- und Abstiegsregelung der Herren-Oberliga für das Spieljahr 2015/2016 zu ergänzen."
    Nun, zuerst muss man mal bemerken, dass Rückzüge, Nichtmeldungen(von OL-Vereinen) und Insolvenzverfahren mit dieser Sache gar nichts zu tun haben, sie sind in der bestehenden Auf- und Abstiegsregel bzw. SPO bereits geregelt und haben keinen Einfluss auf den konkreten Sachverhalt.
    Tatsächlichen Anlass zur Ergänzung vom 17.05.2016 gibt jedoch nur die "erstmalige Nichtmeldung eines Aufsteigers aus dem Thüringer Fußball-Verband".
    Dann wird an anderer Stelle in dem Beschluss des Verbandgerichts behauptet, dass die Ergänzungen "...am 17.05.2016 unter Hinweis auf Ziffer 11 der Auf- und Abstiegsregelungen der Herren-Oberliga 2015/2016..." durch das Präsidium beschlossen wurden.
    Das ist gelogen, diesen Hinweis gab es nachweislich nicht, wie man auf der Homepage des NOFV nachlesen kann!
    Das Entscheidende zu dieser Ziffer 11 ist aber außerdem: Es müssen Ereignisse vorliegen, die "...bei der Feststellung der Auf- und Abstiegsregelungen nicht berücksichtigt werden konnten,..." !!!
    Unglaublich aber wahr, das Präsidium des NOFV nimmt also für sich in Anspruch ( nun durch das Verbandsgericht legitimiert), dass sie gar nicht wissen konnten, dass durch die Nichtmeldung aller Vereine eines Landesverbandes ein veringerter Aufstieg entstehen würde und deshalb eine entsprechende Regelung in der ursprünglichen und fristgemäßen Auf- und Abstiegsregel fehlt.
    Die Ausmaße dieser Scheuklappen sind nicht zu überbieten!
    In anderen Regionalverbänden, ja sogar in untergeordneten Verbänden des NOFV gibt es seit Jahren Regelungen für diesen imaginären und kongruenten Fall! Der SFV z.B. hat in seinen Auf- und Abstiegsregelungen längst konkrete Festlegung für parallele Ereignisse getroffen. Wie kann man da noch von einem "Ereignis, das nicht berücksichtigt werden konnte" sprechen?
    Weiterhin muss man sich fragen, ob dem Spielausschuss des NOFV jegliche vorrausschauende Denkweise abhanden gekommen war: Erst in der letzten Saison stand Thüringens Landesverband fast ohne Aufsteiger da. Wismut Gera hatte sich 2015 als einziger Verein Thüringens für die Oberliga beworben, dabei aber erklärt, nur als Meister das Aufstiegsrecht wahrzunehmen. Als "Vize" mussten sie dann nachträglich zum Aufstieg fast genötigt oder gebettelt werden. Der NOFV war also bereits vor einem Jahr wochenlang mit der konkreten Möglichkeit konfrontiert, dass aus einem Landesverband gar kein Aufsteiger kommen könnte! In der abgelaufenen Saison der Thüringer Verbandsliga waren logischerweise nur noch Mannschaften am Start, die sich zuvor n i c h t für die Oberliga beworben hatten. Und trotzdem war die gleiche Handlung aller Thüringer Vereine in dieser Frage für "die Organe des NOFV" nicht zu berücksichtigen ???


    Fazit:
    Meines Erachtens beging das Präsidium des NOFV mit der "Ergänzung zur Auf- und Abstiegsregel vom 17.05.2016" einen klaren Verstoß gegen die Spielordung des NOFV, die eindeutig vorsieht, dass Auf- und Abstiegsregelungen vor Beginn der Saison festzustehen haben. Das Verbandsgericht hätte erkennen müssen, das es weder für einen zusätzlichen Aufstieg, noch für einen verringerten Abstieg eine rechtliche Grundlage gibt, tatsächlich hätte es feststellen müssen, dass das Präsidium die Ergänzung der Auf- und Abstiegsregelungen vom 17.05.2016 nicht hätte beschließen dürfen - aus den beiden oben genannten sachlichen Gründen und aus formellen Gründen (Nichtnennung der Ermächtigungsgrundlage bei der Veröffentlichung).
    Somit entstehen mehrere gleichberechtigte Anwärter auf den trotzdem vergebenen 32.Oberliga-Platz in der Saison 2016/17:
    Der "beste" Absteiger (1.FC Frankfurt) und die "besten Nichtaufsteiger" (alle Verbands-/Landesliga "Vize", sofern für die Oberliga beworben). Von diesen hat nur der SFC Stern 1900 seine Ansprüche geltend gemacht.
    Da zum Termin der Verbandsentscheidung (bzw. zu dessen Bekanntgabe am 01.07.2016) bereits ein "Vertrauensschutz" für den eigentlich unrechtmäßig in die Oberliga eingeordneten 1.FC Frankfurt bestand und seine Oberliga-Teilnahme nicht mehr rückgängig zu machen war, hätte der gleichberechtigte SFC Stern als 17. Mannschaft einer Oberliga-Staffel zugeordnet werden müssen!


    Dem Verfahrensantrag des SFC Stern auf eine mündliche Durchführung des Verfahrens wurde übrigens nicht stattgegeben, man denke sich seinen Teil.

    Traurig für Neubrandenburg (kann das als Chemiker nachempfinden), aber so hat wenigstens Straußberg Sicherheit und "nur" noch dem 1.FC Frankfurt und SFC Stern bleibt die Ungewissheit der Liga-Zugehörigkeit.

    Nun ja, was soll ich sagen..........


    Hurrraaahh, Schämiiee is wieder daaa....


    Eine äußerst spannende Sachsenliga-Saison mit drei punktgleichen Mannschaften(Chemie,Kamenz,Grimma) an der Spitze, und Riesa mit nur drei Punkten Rückstand, ist zu Ende. Der letzte (auf sportlichen Weg) ermittelte Oberliga-Teilnehmer steht fest.
    Nun heißt es leider abwarten, was die Entscheidung vorm Insolvenz- Sportgericht etc. noch bringen.

    Eine verbandsgerichtliche Entscheidung aufgrund einer Klage seitens von Stern 1900, bei negativen Ausgang auch noch vor einem odentlichen Gericht bis zum 30.Juni?
    Da ist Skepsis angesagt! Im Übrigen, alle bestätigten Teilnehmer genießen ab 01.Juli Vertrauensschutz bezüglich zugesagter Teilnahme am Spielbetrieb der Oberliga für die Saison 2016/2017.


    Der Einwand ist gerechtfertigt.Vor allem der Hinweis auf den "Vertrauensschutz ab 1.Juli" ist wichtig, woraus sich also, aus meiner Sicht, diese drei Möglichkeiten ergeben (kann gern ergänzt werden):


    1.Der NOFV gibt seine beiden Fehler zu (unvollständige Auf- u. Abstiegsregel u.deren nachträgliche, u. deshalb rechtlich nicht gedeckte, Änderung v. 17.05.16), und belässt die OL bei 31 MS entsprechend der eigentlich gültigen und rechtlich
    gesicherten Auf- u. Abstiegsregel.
    Vorteil: Damit ist die Sache "klagefest"(eine Klage des SFC Stern und/oder anderer Vereine - weitere LL/VL-Vize, aber auch Straußberg oder FFO - hätten in dieser Situation m.E. sehr geringe Chancen) Die betroffenen Vereine u. Landesverbände
    hätten endlich Planungssicherheit.
    Nachteil: Schade um den vergeudeten OL-Platz bei doch noch recht zahlreichen Bewerbern. Eine schnelle Entscheidung (bis spätestens 30.06.) ist erforderlich, sonst tritt dieser "Vertrauensschutz" ein und man wäre defacto bei meiner "Möglichkeit 3".


    2.Der NOFV gibt seine beiden Fehler zu, lässt aber dem eigtl.Oberligabsteiger den nachträglich zugestanden Platz in der OL, erkennt aber auch gleichzeitig an, dass das gleiche Recht auch für zusätzliche Aufsteiger aus den Landesligen (ich schreibe absichtlich in der Mehrzahl!*) gilt!
    Vorteil: Damit würde man einer Klage höchstwahrscheinlich aus dem Wege gehen, die betroffenen Vereine u. Landesverbände hätten endlich Planungssicherheit, wenn hier nicht ewig gezögert wird.
    Nachteil: Die OL könnte sich ziemlich "aufblähen", evtl sogar zu 18'er Staffeln, die Festlegung einer hohen Absteiger-Anzahl wäre dann wohl die Folge.


    3.Der NOFV zeigt sich weiter ignorant belässt es beim jetzigen"Status Quo"(darauf läuft es wohl laut diesem FuPa-Artikel auch hinaus) und riskiert eine Klage des SFC Stern u. evtl. weiterer Vereine* (Waltersdorf, Greifswald, IMO Merseburg, Grimma/Chemie).
    Somit kommt es wohl (mindestens) zu dem von Hansestädter vermuteten Scenario.
    Vorteil: ? (darf gern ergänzt werden, mir fällt dazu erst mal nichts ein) - Die Hoffnung auf vorgesehene Staffelstärke von je 16 MS in der OL dürfte sich nur erfüllen, wenn doch niemand klagt.
    Nachteil: Die Endgültige Festlegung der Oberliga-Zusammensetzung wird sich ewig verzögern, das betrifft nicht nur die auf OL-Teilnahme hoffenden Vereine, sondern auch die Landesverbände bzw.Spielklassen bis hinunter in die KK! (Die betroffenen
    Landesverbände wären deshalb wohl gut beraten, wenn sie jetzt ähnliche Festlegungen träfen wie die von Hansestädter o.angeführten Festlegung des LFV M.-V.)
    Die Klage des SFC Stern u. evtl. weiterer Vereine (s.o.u.u.) hätte in dieser Situation, so wie ich das sehe, gute Chancen - letztendlich wäre auch hier eine "aufgeblähte" OL gut möglich!


    *Paradox wäre es, wenn sich der SFC Stern (m.E. mit Recht)
    -einerseits darauf beruft, dass die auf Basis des nachträglich in die Auf- u. Abstiegsregel eingefügten "Punkt 12" getroffene Entscheidung "verringerter Abstieg aus der OL" nicht gültig sein kann
    - andererseits der SFC Stern aber gleichzeitig auf ein "Vorrecht" vor den anderen Vizemeistern der Verbände besteht:
    Dieses "Vorrecht" würde lediglich auf dem zusammen mit "Punkt 12"verabschiedeten "Punkt 13" der ominösen Auf- u. Abstiegsregel-"Ergänzung" beruhen, also in gleicher Weise gültig, bzw. eher ungültig, sein!
    Wenn sich von den anderen "Vize" aber keiner rührt (klagt), haben diese Vereine wohl ggfs eben Pech (oder
    kein wirkliches Interesse an der OL)...hier dürfte gelten:"Jeder stirbt für sich allein"

    Wie auch immer, es bleibt spannend :D


    Ja, leider, muss man in diesem Fall wohl sagen.


    1. Zunächst halte ich für kritikwürdig, das eben diese nicht bereits Bestandteil der bereits bestehenden Auf- und Abstiegsregelung Herren-Oberliga für das Spieljahr 2015/2016 war.


    Ah , ja, späte Erkenntnis :D , Mitte April (siehe Seiten 1 u.2 im Thema) warste noch bissel anderer Meinung dazu...na sei's drum..
    Das einzig Gute ist: Da es nicht ausreichte, den NOFV mit der Nase auf die Problematik zu stupsen (damit meine ich den "Fall" Wismut Gera/Thüringenliga im vergangenen Jahr), wird der NOFV spätestens mit der Klages des SV Stern mit der ganzen Fresse in die Torte gedrückt und präsentiert uns dann endlich zur neuen Saison eine vollständige Auf- u.Abstiegsregel (hoffe ich mal).
    Die zwar "unelegante", aber einzig rechtlich "wasserdichte" Lösung bei "Ausbleiben" eines Aufsteigers wäre gewesen, die kommende Saison mit 31 MS in der Oberliga zu spielen. Wahrscheinlich hat man sich aber beim NOFV vor den Nörglern gefürchtet ("oohhr, so viele OL-Bewerber, und dann lassen die von vorn herein einfach einen Platz ungenutzt...") und man hat gleichzeitig gehofft, den Fauxpax merkt so keiner, wenn man diesen freien Platz noch irgendwie vergibt.


    2. Die Beschwerde von Stern ist ja nur möglich, weil in der oben verlinkten Ergänzung der Auf- und Abstiegsregelung Herren-Oberliga für das Spieljahr 2015/2016 vom Verband unverständlicherweise festgelegt wurde, das zusätzliche Aufstieger sich nach der Reihenfolge der seniorenmitgliedsstärksten Landesverbänden laut DFB-Mitgliederstatistik 2015 richtet


    Nein, das ist so nicht korrekt:
    Laut SPO ist die Auf- u. Abstiegsregel v o r Beginn der Saison festzulegen. Also gelten für die Oberliga nur die Punkte 1-11 der Auf- und Abstiegsregel. Die erst am 17.Mai 2016 beschlossenen Punkte 12 und 13 sind deswegen rechtlich anfechtbar und werden ggfs. einer Klage nicht stand halten.
    Einen rechtlichen Anspruch auf den Aufstieg ergibt sich für den SV Stern daraus trotzdem nicht, das geben die Punkte 1-11 nicht her. Ich vermute mal, dass sich Sterns Fischer auf den Punkt 6:"Die sechs Landesmeister bzw. nächstplazierten Vereine steigen bei entsprechender Meldung gemäß Punkt 10 in die Oberliga auf" beziehen wird.
    Dieser Punkt 6 ist in der Tat sehr unvollständig:
    Interpretiert man ihn so, wie das der NOFV defacto mit seinen nachträglichen Punkten 12 und 13 tut, hätte zudem ein Zusatz ähnlich wie in Punkt 5 ("....so geht das Aufstiegsrecht auf den nächstplazierten Verein der jeweiligen Staffel über." - bzw. hier in Punkt 6 müsste es dann heißen: - ...des jeweiligen Landesverbandes über.-) in diesem Satz stehen müssen.
    Für eine Interpretation des Punktes 6 im Sinne des SV Stern fehlt allerdings auch eine grundlegende Vorraussetzung:
    Der Modus für die Vergabe eines weiteren Aufstiegsplatzes unter den verbliebenen Bewerbern der anderen Landesverbände.
    Von Relegationsspielen bis zur Festlegung wie in "Punkt 13" ist ja vieles möglich, aber dieses "wie" muss gleichfalls schon v o r der Saison festgelegt sein!
    Theoretisch haben derzeit also nicht nur FFO/Strausberg und der SV Stern, sondern auch alle anderen Landesliga-Vize (sofern beworben) das gleiche Anrecht auf den freine OL-Platz! Mit einer Klage dürfte der SV Stern wohl nur erreichen, dass die Vergabe des Zusatzplatzes an einen Oberligisten wieder rückgängig gemacht wird.


    Da nun die Staffeleinteilung bereits erfolgt ist und Neubrandenburg sportlich den Klassenerhalt geschafft hat sowie offensichtlich seine Bewerbung für die Teilnahme am Spielbetrieb der kommenden Oberligasaison bis zu dem Zeitpunkt auch nicht zurückgezogen hat und obendrein auch keine Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bis zur Staffeleinteilung der Oberliga erfolgte, hätten die Frankfurter Mannschaft laut den geltenden Regularien eigentlich absteigen müssen!
    Hintergrund: Laut Spielordnung kann ein Verzicht kann nur bis zum Termin der Staffelbestäigung durch das Präsidium für das neue
    Spieljahr erklärt werden...


    Nein, auch hier irrst du: Entscheidend ist diesbezüglich erstmal die SPO, § 6, Abs. 3 und 4. Das heißt, wenn bis zum 30.06.(Saisonende) das Insolvenzverfahren gegen Neubrandenburg eröffnet werden sollte, rücken sie auf einen Abstiegsplatz. Wird es später eröffnet, steigt FFO ab (bzw. in diesem Fall u n d einer erfolgreicher Klage des SV Stern wären Strausberg, FFO und Hürktürkel die Absteiger der OL Nord).


    Meiner Meinung nach der aussichtsreichte Kandidat in diesem ganzen Hickhack: BSC Süd Brandenburg - :D
    Sollten die sich aus Frust über die Versetzung in die Staffel Süd zu einer ähnlichen Klage wie der SV Stern entschließen, wird es wohl zu einer Staffel Süd mit 15 MS und zu einer Staffel Nord mit dem BSC Süd kommen...

    Egal ob Beibehaltung der NOFV-Oberliga als einstaffelige Oberliga oder Komplettabschaffung, 6 Absteiger in einer 18-Liga sind durchaus machbar, wie die Beispiele Oberliga Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz-Saar zeigen.
    Das bei Nichtaufstieg eines NOFV-Vertreters und gleichzeitigen Abstieg von mehr als einem nordostdeutschen Drittligisten sich die Zahl der Absteiger erhöhen oder die Sollstärke der betroffenen Spielklasse vorübergehend erhöht werden müßte, überseh ich dabei nicht.
    Jedenfalls dürfte bei Umsetzung die Zeit von fehlenden Aufstiegsinteresse in obersten Spielklassen einzelner Landesverbände selbst der Vergangenheit angehören und letztere selbst wieder an Attraktivität gewinnen!


    Hansestädter, leider hinkt dein Beispiel:
    Diese beiden Oberligen haben jeweils nur den "Unterbau" von 3 Verbandsligen - die Anzahl der Absteiger ist dort u.U. so relativ hoch, weil man sich den "Luxus" gönnt, in einer Relegation unter den Verbandsliga - "Vize einen vierten Aufsteiger zu ermitteln.
    Außerdem ist die Anzahl der Absteiger aus der Oberliga RPS auf max. fünf begrenzt (dieses Jahr steigend dort vier Mannschaften aus der OL ab). Die OL Ba.Wü. hat in diesem Jahr nur deshalb so viel Absteiger (insg. sechs), weil man aus der RL Südwest gleich vier! ! Absteiger aufnehmen muss !
    Ich persönlich halte eine Regionalliga oder Oberliga mit dem "Unterbau" 6 Landesligen für sehr ungünstig, auch wenn ich dem zustimmen muss, dass die aktuelle Ligeneinteilung so nicht bleiben sollte. Aber, wie du schon anderweitig richtig bemerkt hast, ist eine Diskussion hier ein wenig fehl am Platz, den alten Thread dazu können wir ja bei Bedarf ja wieder aufmachen.

    Rein sportliche Entscheidungen wären
    ja auch der Idealfal,l nur läuft das in relativ vielen unterklassigenLigen eben anders. Aufstiegsverzicht, Nichtmeldung , Punktabzüge
    sind keine Seltenheit. Einheitliche Fristen wären da schon wichtig,zumal man sich dann nicht dem Vorwurf der Ungleichbehandlung
    aussetzen müsste.

    Ja, bei den Vereinen bei mir "vor der Haustür" kommt der "Rattenschwanz" auch an:
    Sollte Taucha aus der LL absteigen, muss nach aktuellem Stand der Dinge Roter Stern Leipzig aus der Landesklasse in die Stadtliga - und die drücken dann jeweils einen zusätzlichen Absteiger aus Stadtliga, Stadtklasse, 1.KK und 2.KK nach unten.
    Sollte Görlitz auf die Landesliga verzichten, bliebe uns dieses Scenario erspart - eine sehr späte Entscheidung dazu wäre bei diesen Abhängigkeiten in der Tat sehr ärgerlich.
    Trotzdem freue ich mich, dass der NFV drin bleibt. So eine große Stadt muss mindestens Landesliga-Fußball haben, außerdem ist der NFV einer der wenigen Vereine in der Liga, der halbwegs ordentliche Zuschauerzahlen hat.

    Viel Erfolg im Aufstiegsrennen!

    Vielen Dank. Ein erneutes Scheitern so kurz vor knapp wäre schon sehr hart, aber wir können schon froh sein, nochmal eine Chance bekommen zu haben.