Beiträge von rudiriot

    Auswärtspiiiitzenreiter! Die Serie hält.


    Berlin-Gesundbrunnen, kurz vor Zehn. Nachdem sich der Schreiberling lediglich 120 Minuten Schlafpause gönnte, ging es auch schon wieder los, schließlich gings via Regio mit dem NullDreiExpress ab in die Hansestadt Rostock zum erneuten Punkteklau. Nachdem ich also von insgesamt vier Weckern unsanft in die Realität zurückbefördert wurde ging es eiligen Schrittes Richtung S-Bahn, welche mich schnurstracks zum Regio des Vertrauens beförderte. Meine Reisebezugsgruppe bestand aus Bayer, Uli und Pavel, welche sich hervorragend um das Nichteinschlafen meinerseits kümmerten – etwa mit kühlem Sternburg. Nette Gespräche fanden statt, eine spontane Tipperrunde wurde durchgeführt, wo nur die Rostocker Studentenfraktion im hinteren Teil des Abteils völlig falsch liegen sollten (sie tippten tatsächlich auf einen Heimsieg!) und auch ein Zivilpolizist lief durch unseren friedlichen Mob, um unauffälligst die Zahl der Mitreisenden persönlich zu ermitteln. Ein Fan forderte diesen dann auch sofort auf, wenigstens aufzurunden. Sinn der Aktion war, dass direkt ab dem Rostocker Hauptbahnhof ein Shuttle-Service für unsere Nulldreier bereitgestellt wurde, um eine problemlose An- und Abfahrt zur DKB-Arena sicherzustellen. Nachdem also die knapp 60 Zugreisenden wohlbehütet am Stadion ankamen wurde eins klar: Die Ordner und die Polizeibeamten waren heute eindeutig in der Überzahl. Während wir knapp 120 Gäste insgesamt zustandebrachten, waren die Ordnungshüter sicher locker mit 150 Personen zur Stelle. Dennoch sei erwähnt, dass sie sich jederzeit freundlich und fair verhielten, was also insofern kein Problem war oder werden sollte. Bevor der Regen so richtig in Fahrt kommen konnte verzogen wir uns also auf die Nordseite des Stadions, um den ersehnten Anpfiff dann auch mitzubekommen.


    Dietmar Demuth konnte wieder auf seine Erfolgself aus den letzten beiden Spielen zurückgreifen und schickte diese in knallrot dann auch unverändert auf das heilige Grün. Und nach ein paar Minuten war die Marschroute eineindeutig, denn es marschierten nur unsere Kicker vom Babelsberg. Es gab zwar hin und wieder Chancen innerhalb der ersten zwanzig Spielminuten, allerdings konnten diese nicht konsequent ausgespielt werden. So sah der gemeine Zuschauer eine deutlich überlegene Gästemannschaft, welche sich nahezu im Minutentakt vor das Gehäuse der Hansa-Bubis spielte. Wenn dann gefährliche Chancen aufkamen, dann aber auch gleich mehrere auf einmal, so beispielsweise in Minute 23, als Frahni den Ball ans Gebälk brachte, Stürmerpartner Hebisch ebenso scheiterte und der anschließende Schuss auch keinen Erfolg brachte. Das Spielchen sollte sich dann über die gesamte erste Halbzeit durchziehen. Zwischendrin kam Mola vertrauensvoll bei mir vorbei und beschwerte sich, dass die “Suppen” so klein seien und fasste den Entschluss, sich einfach immer gleich zwei Bierchen in den Block mitzubringen. Nach einer halben Stunde kamen dann auch die Gastgeber mal vors Tor, der stramme Schuss aufs untere rechte Eck scheiterte aber an Marian Unger, der genau richtig zur Stelle war und den Ball weglenken konnte. Dann gings aber auch weiter mit dem Chancenbollwerk unserer Equipe, welches dann zum Ende der ersten Halbzeit dann auch endlich belohnt wurde: Nach Freistoß von Müller war es Frahni, welcher den Ball durch mehrere Beine ins Netz bringen konnte, Jubel und Erleichterung. Schließlich hatten sich unsere Mannen absolute Feldvorteile erspielt, die sich bislang “lediglich” in einem 0:1 spiegelten. Und im Anschluss verriet mir dann der Vizeherbstmeister von der AG AlteSchule das Erfolgsrezept des Ganzen:
    “Mehr konnte er nicht rausholen.”
    Dann: “Jetzt muss er nur noch das Tor machen” hin zum
    “Wir müssen jetzt alle die Daumen drücken!” !
    Ich muss sagen, das hat geholfen.


    Danach gabs erstmal eine Viertelstunde Pause für alle Akteure. Zeit, um ein paar Worte zum Ostseestadion zu vergeuden. Das Erste, was einem auffällt ist die deutliche Nichtunterscheidbarkeit zu Stadien wie beispielsweise in Magdeburg oder Cottbus. Irgendwie sehen die alle gleich aus, nur mit unterschiedlich bunten Sitzschalen. Es gab Vollbier (zwar für 2,90, aber lecker) sowie Würste, welche ich nicht probiert hatte. Auch kann man über fünf Euro Eintritt nichts sagen, lediglich das Stadionheft für einen halben Taler hatte qualitativ doch arge Mängel, sich ernsthaft mit dem “NULLDREI” messen zu können. Exil-Nulldreierin Sasse bestätigte dann auch mein Vorurteil, dass man in diesem Rund auf der anderen Seite gar nichts von den anderen Gesängen mitkriegen wurde, weil die Akustik alles bitterbös verschlucken würde. Aber bei insgesamt knapp 350 Zuschauern ist so eine Arena vielleicht auch ein klein wenig zu groß.


    Dann gings auch weiter auf dem Rasen. Aber gleich vorab, der zweite Durchgang war nicht der spannendste. Sichtlich überforderte Rostocker kämpften tapfer gegen die Niederlage, die zu jedem Zeitpunkt des Spiels hätte auch höher ausfallen dürfen. Jedoch bekam in Halbzeit Zwo unsere Mannschaft auch nicht mehr soviel auf die Reihe, sodass sich ein eher fader Kick bot. So erspielten sich die Hanseaten ein paar kleiner Chancen, die Marian Unger alle entschärfte. Bei unseren Blau-Weißen in Rot schlichen sich immer mehr kleinere Fehler ein, was Trainer Demuth sichtbaren Unmut verlieh, jedenfalls sahen wir ihn desöfteren motiviert vom Stuhl springen. Denn Hansa stand dicht und suchte die wenigen Möglichkeiten, die sich ihnen bieten sollten. Den Fanmob sollte erst erstmal wenig stören, es wurde lautstark durchgesungen und aufs erlösende 0:2 gebangt. Die Zeit verstrich im Fluge, so befinden wir uns an dieser Stelle in der 82. Spielminute, wo mein Diktiergerät (und auch der Liveticker) einen Lattenschuss von unserer Nummer 16 meldete, das Ganze nach Doppelpass mit dem eingewechselten Moritz. Und unsere Nummer 8 konnte dann zum Abpfiff mit einem Assist alles klarmachen, schließlich erreichte sein Pass Ümit Ergirdi, welcher ungefährdet die Murmel zum entscheidenden zweiten Tor einnetzte. Das versprach nicht nur beim Vizeherbstmeister gute Laune, denn er durfte nach Abpfiff den Endstand lauthals verkünden und gleichsamt dabei posen, dass er im Tippspiel 4 Punkte gemacht hätte. Ich vergess andauernd zu tippen, was solls. Die Mannschaft kam noch kurz zum feiern und dann gings auch wieder los mit dem Shuttlebus vom Stadion.


    An dieser Stelle sei nochmal auf die freundliche Behandlung durch die Ordnungskräfte in Grau und Grün hingewiesen und als Belohnung durfte man sogar noch im Rostocker Bahnhof Geld gegen Konsumgüter tauschen, ohne das sich der Zug verspätete. Ausgelassen wurde der Sieg auf der Rücktour gefeiert, so blieb ich meiner Reisegruppe treu, welche Unmengen Bier besaß, unterhielt mich mit User Mittellinie übers Schach spielen und orakelte über das Wort “krakelen” und ob dies positiv oder negativ sei. Ich fands positiv, jedenfalls hab ich das gegenüber nickpdm so im Runde vertreten.


    Sportlich wars dann auch eine Runde Sache, zwar könnte man jetzt an der Chancenausbeutung rumkratzen und meckern, allerdings bin ich überhaupt zufrieden, dass man den Gegner fast durchweg unter vollster Kontrolle hatte. Rostock steht mit dieser Leistung sicherlich nicht zu Unrecht im Tabellenkeller, dennoch wage ich es mal zu prophezeien, dass auch diese Mannschaft wieder mehr Erfolg haben wird, als jetzt. Jetzt kam aber gelegen, denn drei Punkte sind drei Punkte. Nämlich für den Nulldreipunktelaufstab, den ich an dieser Stelle Jens übergeben darf, welcher sicher etwas pünktlicher und sportlich ausführlicher über das Geschehen gegen Plauen berichten wird.


    Diese Liebe sollst du haben - Blau und Weiß sind unsere Farben, lalalalaaa....



    FC Hansa Rostock II:
    Kerner, Schumski (85. Becker), Götzl, Ehlers, Rahmig, Haufe, Pett, Rausch Albert, Pittwehn, Kroos (61. Kremer)


    SV Babelsberg 03:
    Unger, Danso-Weidlich, Laars, Surma, Rudolph, Civa, Prochnow (70. Moritz), Ergirdi, A. Müller, Frahn (86. Hartwig), Hebisch (65. Kocer)


    Tore:
    0:1 Frahn (42.)
    0:2 Ergirdi (90.)


    Gelb: Rahmig – Weidlich


    Nulldreier: ca. 120


    Besucher: 343


    rudiriot
    Quelle: www.babelsberg03.de

    Die berüchtigte “Drei-zu-Zwei-Situation”


    Spiele gegen unseren Nachbarn aus Kreuzberg waren irgendwie schon immer spannend. Meistens kamen knappe Resultate bei raus und infolgedessen blieb man sich auch diesmal treu. Die einen mögen solch einen Nervenkitzel lieben, andere Altern in Momenten wie diesen um ein vielfaches schneller, als die gewöhnliche Evolution es vermuten lässt. Irgendwo in der Mitte wars auch bei mir der Fall. Nach fünf Stunden Schlaf gings also ab in die Hauptstadt der SPD - also da, wo Wahlen noch gewonnen werden. Große Wahlwerbung gabs auch diesmal auf dem Cover unseres Stadionhefts NULLDREI zu bewundern. Mal wieder ein klarer Daumen nach oben für die Macher des netten Blättchens, welches stets in höchster Qualität zur Lektüre geboten wird.


    Unser Trainer Dietmar Demuth vertraute der Startelf vom vergangenen Wochenende, welche einen hübschen Kantersieg aus Norderstedt mitbrachten. Aber wie gegen die Hamburger Bubis sollte auch heute nicht alles sofort glatt laufen. Bereits nach drei Minuten hieß es wieder Mund abputzen und kämpfen. Nach einer Ecke gingen die Gäste in Führung. Keeper Unger sprang am Ball vorbei und irgendein Roter war zur Stelle und brachte die Murmel über die Linie. Naja, kennen wir schon. Unsere in weiß agierenden Nulldreier ließen sich glücklicherweise nicht beirren und spielten konsequent auf Torerfolge, wie beispielsweise in der zehnten Spielminuten, als der Ball lediglich noch vom linken Pfosten gestoppt werden konnte. Türkiyemspor verlagerte sich in dieser Phase wieder etwas auf die Defensive und wartete mit ungemütlichem Konterspiel auf, bei der Führung natürlich absolut nachvollziehbar. So wartete die Nummer 13 der Gäste nach einer Drei-zu-Zwei-Situation (weiter unten im Text wird noch eine solche beschrieben werden) mit einem Flachschuss auf, welcher glücklicherweise links vorbeihuschte. Dann aber wieder die Gastgeber am Drücker: Scheiterte eine aussichtsreiche Schussposition noch an den Beinen der Hintermannschaft der Roten, so konnte ein paar Minuten später ein schöner Angriff zum Ausgleichstreffer bestaunt werden. Pass auf rechts außen, der Ball wird in den Strafraum weitzergespielt und der finale Pass quer durch den Sechzehner landete bei Anton Müller, welcher durch vier Füße flach einnetzte. Und auch vier Minuten später ging Türkiye widerum in Führung, diesmal durch einen heftig umstrittenen Handelfmeter, den Florian Grossert cool und sicher ins rechte untere Eck einschieben durfte. Umstritten wohl deswegen, weil aus absoluter Nahdistanz (etwa ein Meter Abstand) der Ball scharf an den Oberarm unseres Nulldreier hopste und der Schiri ein Handspiel ahndete. Was solls, nennt man wohl Tatsachenentscheidung. Und im Anschluss drückten die Gäste weiter auf den Ausbau der Führung, drei kleinere Chancen konnten sich die Gäste infolgedessen erspielen. Dann erstmal der Pausenpfiff.


    Halbzeit Zwo begann dann wieder freudig für unsere Equipe. Leider kann ich an dieser Stelle keine genaue Beschreibung des zweiten Tores anbieten, da die Fahnen vor uns die Sicht arg einschränkten. Was ich aber weiß: Der Frahner hat wieder zugeschlagen und das nach einer Flanke. Das ist somit sein zehnter Streich in der abgelaufenen Spielzeit, Fortsetzung folgt sicher bald. Nämlich fast eine Minute später, denn Babelsberg hatte gleich zwei große Möglichkeiten. Nach Eckball von rechts köpfte Frahn ins linke Eck, allerdings blieb der Verteidiger von Türkiyemspor Sieger, indem er von der Grundlinie klärte. Und zu allem Pech tat er dies direkt im anschließenden Nachschuss noch einmal, bevor die Situation bereinigt werden konnte. So blieb aber wenigstens die Spannung aufrecht erhalten. Aber so langsam suchten beide Teams die Entscheidung. War es noch Türkiyemspor, welche wieder nach Konter blitzartig vorm Kasten von Marian Unger aufkreuzten, so war es auch dieser, welcher den schnellen Abschluss der Angreifer entschärfen konnte. Inzwischen hatte auch Coach Didi Demuth alle Wechselmöglichkeiten ausgeschöpft, mit Moritz, Kutschke und dem wieder spielberechtigten “Jimmy” Hartwig gabs auch nochmal drei offensive Akteure dazu. Leider war das Spiel in dieser Phase völlig aus den Fugen geraten, was sich durch die ruppige Spielart beider Teams auszeichnete und einem Schiedsrichtergespann, welche die Situation nicht mehr richtig unter Kontrolle zu haben schien. Kommen wir also zu der oben bereits angedeuteten Drei-zu-Zwei-Situation. Wir schreiben die 93. Minute des Spiels und es gibt nach wildem Anrennen der Nulldreier noch einmal eine Freistoßmöglichkeit für unsere Blau-Weißen. Zuvor wurde unsere Nummer Acht, Patrick Moritz sehr unsportlich umgetreten, was mit knallrot quittiert wurde. Zum Freistoß trat Anton Müller an. Anlauf, Schuss und Wiederholung und Gelb für einen Gast wegen Handspiels. Schiri Hösel winkte dann zur Wiederholung Patrick Moritz aufs heilige Grün um ihn ein paar Sekunden dann wieder an den Spielfeldrand zu zitieren, da dieser noch etwas Blut von der unschönen Aktion auf den Lippen hatte. Also machte es “Jimmy”. Kurzer Anlauf und es war vollbracht! Eisekalt knutschte die Murmel links oben das Gebälk, allerdings mit dem Ball in den Maschen der Kreuzberger. Ein herrlich getretener Ball, der unglaubliche Erleichterung und Siegestaumel auf dem Rasen wie den Traversen mit sich brachte. Und der etwas glücklose Schiri pfiff die Begegnung nichtmal wieder an, da die Nachspielzeit längst abgelaufen war. Der Stadionsprecher hatte es bereits nach dem Ausgleich angekündigt, das hier noch was gehen sollte und er sollte ein weitere Mal Recht behalten. So gabs mit dem Abpfiff lautstarken Jubel und für diejenigen, die dieses Ergebnis genauso mögen wie ich nochmal eine nachdrückliche Bestätigung. “Drei-zu-Zwei, Drei-zu-Zwei, ...” krakelten die geschafften Fans der Mannschaft entgegen, welche sich feiern lassen durfte und dies auch tat.


    Allmählich verlagerte sich die Party von den Rängen in den Kiez. So saß noch Stunden nach Abpfiff eine gute Menschenmasse beim Fanladen, um sich mit kühlem Bier zu belohnen. Am Abend gings dann auch noch für mich weiter, nach dem zweistündigen Stop im Nowawes wurde u.a. der Ehrentag eines Stadionheftschreiberlings begossen. Bei sehr gutem Essen, netten Gesprächen und dem einen oder anderen alkoholischen Getränk wurde bis tief in die Nacht der Geburtstag von Lieb Knecht und Hans-Werner zelebriert, welche in die “Babelsberger Küche” eingeladen hatten. Und die freundliche Bedienung verriet sogar, dass ihr Sohnemann in der C-Jugend des SVB wirbelt. Beste Bedingungen also, um einen wunderbaren Abend ausklingen zu lassen und gegen 6 Uhr morgens ins Friedrichshainer Bettchen zu torkeln, nachdem in Schöneberg auch noch die etwas längere Ringbahn ausgesucht wurde.


    Summa summarum also mal wieder ein knapper, wenn auch verdienter Sieg unserer Mannschaft, welche sich damit schnurstracks hinter die Wölfe auf Platz zwei der Tabelle katapultierten. Halle und Magdeburg teilten wie Brüder die Punkte, Wolfsburg begnügte sich einen Tag später ebenso mit einem Punkt und schwupps, er ist vergessen, dieser wolkendurchzogene Saisonstart.


    Welcome to the hell of SVB!


    P.S. Den Nulldreipunktelaufstab behalte ich einfach mal selbst bis Rostock. An dieser Stelle noch eine Schlussanmerkung: Da bislang der Auswärtsbus noch nicht entgültig abgesichert zu sein scheint, möchte ich hier nur an alle Fans und UnterstützerInnen appellieren, sich die nächsten möglichen drei Zähler nicht entgehen zu lassen. Und mit dem Bus machts einfach am meisten Spaß, so er denn fährt. Ich fände es sehr bedauerlich, wenn dieser nicht fahren würde, aber da Leute auf Kosten sitzenbleiben würden, die sie dann privat behalten dürfen, ist diese unglaublich sympathische Reisemöglichkeit noch nicht dingfest. Dies kann man verhindern: Angemeldet und mitgefahren!



    SV Babelsberg 03:
    Unger, Surma, Laars, Danso-Weidlich, Rudolph, Civa, Prochnow, A. Müller, Ergirdi (68. Moritz), Frahn (84. Hartwig), Hebisch (81. Kutschke)


    Türkiyemspor 1978:
    Rothe, Grossert, Cabuk, Doymus, Schimmelpfennig (70. Zemlin), Lichte, Koc, Lemcke, Ergiligür (54. Cankaya), Steinwarth (82. Sabainski), Amachaibou


    Tore:
    0:1 Amachaibou (3.)
    1:1 Müller (25.)
    1:2 Grossert (29.)
    2:2 Frahn (48.)
    3:2 Hartwig (90. +4)


    Gelb: Rudolph, Prochnow – Grossert, Doymus, Lemcke, Amachaiboi, Cankaya


    Rot: Cabuk


    Gäste: etwa 20


    Besucher: 1.312


    rudiriot
    Quelle: www.babelsberg03.de

    Spiel ohne Überschrift. Passte alles.


    “Wenn elf Nulldreier zusammen kämpfen kam bisher oft was Gutes bei rum. Daran sollten wir anknüpfen! NULLDREI!”


    So endete mein Spielbericht gegen die Veilchen aus Charlottenburg. Und es sollte eine self-fulfilling-prophecy sein, jedenfalls wenn man an so etwas glaubt. Und ist euch schon aufgefallen, dass allein in der Headline dreimal Nulldrei in drei verschiedenen Codierungen auftritt? Mir jedenfalls ja, hat was. Warum nun also ein “Spiel ohne Überschrift”? Ganz einfach, ich habe dieses Mal das Vergnügen, mehrere Überschriften anbieten zu können und diese werden nach und nach in diesen Bericht eingebaut. Zum Beispiel bei der Abfahrt des Busses gegen halb zehn am Lutherplatz kamen folgende Formulierungen auf: “Ich würde gerne neben dir sitzen.”, was ein paar Minuten später dann in ein modifiziertes “Ich würde gern Arm in Arm neben dir einschlafen.” umgebaut wurde. Die beiden Protagonisten des zweiten Ausspruches saßen dann auch brav nebeneinander, weitere Details sind mir allerdings nicht bekannt. Unbeschadet kamen die knapp fünfzig Busfahrer dann überpünktlich in Zipsendorf an, was einen Besuch in der einheimischen “Bergmannsklause” nach sich zog. Bei Hamburger Schnitzel, Bauernfrühstück und einem guten Bier gabs eine spontane Tipperrunde, wo ich am Ende mit meinem waghalsigen Tipp doch am ehesten Recht behalten sollte. Nachdem der Schreiberling ein deutliches 2:5 für Babelsberg voraussagte, wurde er zwar von einem gewissen Frankfurter belächelt (“Sachma, watt nimmt denn der für Drogen?”), jedoch tippte dieser eine 2:1 Niederlage für unsere heute in rot agierende Equipe. Prädikat: “Böse, böse, böse, ...”


    Nachdem also Speis und Trank verzehrt und bezahlt waren (hier nochmal einen herzlichen Dank an die nette Bewirtung und den unkomplizierten Besuch an sich) gings dann endlich in den Gästeblock der kleinen, gemütlichen Bluechip-Arena. So versammelten sich etwa hundert Menschen im Gästeblock, davon knapp achtzig Supporter sowie zwanzig eigens Angereiste, die sich jedoch Singsangtechnisch komplett raushielten und lieber allein rumstanden.


    Unser Trainer, Dietmar Demuth, reagierte auf das enttäuschende Abschneiden gegen Tennis Borussia, für den gesperrten Surma rückte Rainer Müller in die Viererkette und vorne spielte Nicolas Hebisch von Anfang an. Und das sollte sich gut entwickeln. Die erste kleinere Möglichkeit des Spiels hatte unser Kopfballungeheuer Alme Civa nach einer Ecke, leider bekam er keinen richtigen Druck hinter die Murmel und so war die Aktion auch nur begrenzt gefährlich. Im Gegenzug dazu sollte gleich die nächste Möglichkeit zum Erfolg führen: Nachdem sich Ümit Ergirdi am Sechzehner langtastete, den Ball auf den besser stehenden Hebisch ablegte scheiterte dieser knapp am Keeper, aber Ümit setzte nach und konnte nach dem ungeschickten Foulspiel eines Meuselwitzer den Elfmeterpfiff erzwingen. Das alles in der siebten Spielminute, die gute Laune hob sich zusehends. Daniel Frahn trat an und verwandelte wie gewohnt eiskalt halbhoch ins rechte Eck. Jubel und Erleichterung nicht nur bei unseren Spielern, sondern auch auf den Rängen. Als sich im Anschluss der Vizeherbstmeister zur Verkündung des neuen Spielstandes anschickte wurden die Meuselwitzer fast zum Spielverderber, denn Bocek zog aus 18 Metern ab, glücklicherweise ging der gefährliche Aufsetzer knapp rechts neben die Kiste von Kapitän Unger. Aber nach wie vor marschierten die Nulldreier, ein ganz anderes Auftreten als in den vorherigen Begegnungen. Dennoch blieb Meuselwitz noch dran, mit ein wenig Glück hätte Bocek nach einem Eckball fast den Ausgleich markiert. Die nächste Aktion dann ein Freistoß für Nulldrei: Am Ball standen beide Müllers, den Schuss trug jedoch entgegen einiger Erwartung unsere Nummer 13, Rainer Müller vor und der Ball flog in bester Smakov-Manier stramm und nur knapp übers Netz. Das war der Beweis, dass er nicht nur unglaublich lange Einwürfe parat hat, sondern auch eine Freistoßalternative sein kann. In Minute 26 folgte dann die Vorentscheidung: Nach einem groben Abspielfehler der Gastgeber schlug erneut Ümit Ergirdi zu. Nach einem schnell und dribbelstarken Solo vorbei am letzten Mann schob er den Ball links am Keeper vorbei ins Netz und das aus einem recht spitzem Winkel. Zu schön um wahr zu sein, wie man vermuten könnte. Denn durch Pressing und frühes stören gabs den zweiten Treffer eigentlich aus dem Nichts heraus. Als der Jubel ein wenig abklingen sollte gabs dann eine Kopie der eben beschriebenen Szene. Kopie deswegen, weil das Original noch verschönert wurde. Wieder setzten unsere Nulldreier schnell nach und konnten den überforderten Meuselwitzer Verteidigern den Ball abluchsen. Ümit Ergirdi setzte wieder zum Spurt an, wieder halbrechts in den Strafraum und wieder versenkt... nein! Er versenkte nicht selbst, sondern bewies Profiübersicht und legte den Ball passgenau auf den mitgelaufenen Frahn, der dann alles klar machte und zum 0:3 einnetzte. Das war alles nach einer halben Stunde.


    An dieser Stelle des Berichts möchte ich auf Kritiker eingehen, die mir vorwerfen, dass ich ja kaum über Fussball schreiben würde, sondern mehr das Drumherum beschreibe. Dem möchte ich hier besonders Rechnung tragen und lasse das Sportliche damit auch nur noch etwas mitlaufen, da (auf dem Platz) alle Messen gesungen waren. Denn in den folgenden 75 Minuten bis zum Abpfiff gabs noch einige erfreuliche Dinge, die mindestens genauso erwähnenswert sind, wie das weitere Spiel. Nachdem sich also unsere Fanszene in einen Rausch singen durfte gabs ein paar Nettiquetten neben dem Spiel, zum Beispiel wurde in der Halbzeit der Reserve-Keeper der Gäste beim erwärmen angefeuert, welcher es wohl mit Humor nahm. Und auch das schräge Maskottchen der Meuselwitzer, “Zipfel” oder wie es hieß ließ sich bei unseren sangeswütigem Mob blicken und zog symbolisch den Hut vor unserer Kurve, faire und schöne Geste. Im zweiten Durchgang kam dann nach und nach die Ersatzbank unserer Nulldreier vor den Block und erwärmte sich gemeinsam bis zum Abpfiff, ebenso ein tolle Sache. Und mit Onur Bayram haben wir einen Spieler, der die Atmosphäre so genoß, das er glatt zum Zweitcapo avancierte, entsprechende Ultraaufnahmeanträge sind wohl bereits unterwegs. Irgendwann wurde dann auch abgepfiffen und neben dem üblichen Siegesabgesang gabs auch noch ein Ständchen für unsere Nummer 7 (oder auch liebevoll “Ruuuudiiii”). Auch an dieser Stelle alles Gute an den sympathischen Linksfuß mit Übersteigerqualitäten. Als kleine Überraschung für die Mannschaft wurden indes für alle 16 Kicker ein Bier geordert, was allerdings wohl zu spontan oder ungeplant ablief, was solls. Ein paar Bier gingen in den Block, ein paar in die Kabine. Und ich muss dem Kashmirhool irgendwann dafür noch die Zeche zahlen. Mal schaun, Stichwort unbezahltes Praktikum.


    Da ich mir nun erlaubt habe, sechzig Spielminuten aus dem Bericht wegzukürzen gibts diesmal dann auch zwei Fazits, das sportliche und das reisetechnische. Auf dem Feld war nach der deutlichen Führung etwas Ruhe eingekehrt, so versuchte sich Meuselwitz besonders im zweiten Durchgang noch desöfteren an unserer Nummer 1, Marian Unger, welcher letztendlich zwar in größerer Not retten musste, aber immer Sieger blieb. Im Gegenzug dazu schaltete Babelsberg zur zweiten Hälfte ein paar Gänge runter und besinnte sich etwas aufs Konterspiel, was auch ein paar Mal hübsch vorgetragen wurde, jedoch nicht verwertet werden konnte. Da dem ZFC auch nicht allzu viel einfiel, plätscherte die Partie langsam aber sicher Richtung Schlusspfiff. Sicher ein wichtiger Erfolg für die gesamte Mannschaft, besonders auch für unsere Offensivkräfte, denen bisher manchmal das Glück oder die Abgezocktheit fehlte. Nun gilts dem wiedererstarktem FCM einen Dämpfer im heimischen Karli zu verpassen und selbst in der Spur zu bleiben. Das angebotene Spiel machte auf jeden Fall Appetit auf mehr!


    Fantechnisch wars auch eine runde Sache. Es fuhr wieder ein gut gefüllter Bus, was sich hoffentlich in Zukunft wieder stabilisieren wird. Und trotz des mäßigen Auftakts waren immerhin hundert Gäste ins Altenburger Land getingelt. Dies wurde in der eingangs beschrieben Bergmannsklause so kommentiert: “Tja, Meuselwitz zieht nochmal.” Das hätte auch eine Überschrift werden können. Der Wohlfühlfaktor in Zipsendorf war angenehm hoch, die Polizeibeamten und Ordner waren sehr freundlich und wünschten uns sogar eine gute Heimfahrt, was sicherlich Schule machen darf. Dafür ein klarer Daum nach oben. Und auch die Verpflegung war lecker und bezahlbar, die Bedienenden fast schon zu freundlich um wahr zu sein. Guter Laune gings dann mit dem Bus Richtung Filmstadt (auch hier nochmal ein Dank an die Leute, die das immer auf die Beine stellen, mitsamt Brötchen und bester Musik), wo sich die Reisegruppe etwas auflöste bzw. Sich nochmal im Nowawes zum gemütlichen ausklingen traf. Ich beschloss auch noch ins Nowawes zu gehen und soviel Bier zu trinken, wie mir Frau Frech und der nette, aber am Ende entnervte Wirt (“Rudi, hier nimm!”) gaben und tingelte mit einer der letzten S-Bahnen gen Heimat. Abschließend übergebe ich hiermit den 03-Punktelaufstab an Kollege Ruppi, welcher hoffentlich über Nulldreipunkte gegen den FCM berichten wird.


    All for goals and glory!


    ZFC Meuselwitz:
    Dix, Brendel, Feri, Baum, Müller, Mi. Rudolph (46. Weinert), Oswald, Pikl, Weis (46. Riese), Bocek, Gasch (73. Luck)


    SV Babelsberg 03: Unger, R. Müller, Laars, Danso-Weidlich, Ma. Rudolph, Civa, A. Müller (86. Bayram), Ergirdi, Hebisch (63. Kutschke), Frahn (74. Kilicaslan)


    Tore:
    0:1 Frahn (8. FE)
    0:2 Ergirdi (26.)
    0:3 Frahn (30.)


    Gelb: Weinert – Hebisch


    Gäste: knapp 100


    Besucher: 1.271


    rudiriot
    Quelle: www.babelsberg03.de

    "Babelsberg? Hervorragend gekämpft!"


    Diese Ansicht teile ich mit Jupp Heynckes, seines Zeichens Fußballlehrer und Trainer der Gästemannschaft. Aber wo jetzt anfangen? Vielleicht ganz am Anfang, nämlich erstmal mit dem Dank an Mannschaft und Trainerstab der letzten Saison, dass sie sich mehrfach über brandenburgische Dörfer quälten, um doch immer wieder als Sieger und letztendlich Gewinner des Landespokals nach Babelsberg zurückzukehren. Ohne diese Leistung dürfte ich nicht in den Genuss kommen, über dieses Spiel zu schreiben. Mit Bayer 04 beehrte uns also eins der absoluten Spitzenteams der Bundesliga, ehemaliger Sieger des Europapokals der Pokalsieger und ehemaliger Champions-League-Finalist. Und im Gepäck hatte man nahezu alles, was man sich nur wünschen kann: Eine beachtliche Anzahl an Nationalspielern, eine Anzahl junger Talente, von denen sicher in den nächsten zehn Jahren noch so einiges zu hören sein wird, einen Rudi Völler auf der Tribüne des Karlis, die eben schon angesprochene Trainerlegende Jupp Heynckes sowie ein paar hundert gut gelaunte und meiner Beobachtung nach freundliche und relaxte Gästefans. Dazu Flutlicht und die Premiere auf Sky – herrlich. Aber das soll jetzt nicht so klingen, als wenn die Party nur auf die Gäste zurückzuführen wäre, das wäre unfair. Zum einen standen für neunzig Minuten elf kämpfende Nulldreier auf dem heiligen Grün, zum anderen standen gute 6000 Zuschauer den elf Helden lautstark zur Seite. Und wenn ich schreibe lautstark, dann meine ich das auch so – dazu später mehr.


    Drei neue Gesichter gaben ihr Pflichtspüieldebut für unsere Babelsberger, nämlich Felix Dojahn, Anton Müller sowie Erkan Kilicaslan. “Kili” fiel mir schon letzte Saison unangenehm auf, schließlich besiegelte er mit seinem Treffer die damalige Niederlage in Bremen-Oberneuland. Was solls, stellt er ja seine Dienste jetzt dem SVB zur Verfügung. Und auch der neue Kapitän Marian Unger fiel unangenehm auf – jedenfalls für die heraneilenden Gäste, die es unermüdlich versuchten, ihm Arbeit zu verschaffen. An dieser Stelle kann ich auch die Brücke zum sportlichen Teil schlagen, denn so sah es über weite Teile des Spiels aus. Anrennende Rote gegen couragierte Weiße, die alles daransetzten, die Angriffe der so offensivstarken Leverkusener zu unterbinden. Nachdem sich in den ersten paar Minuten andeutete, wer das Zepter in der Hand halten würde ging es auch so langsam los mit der Angriffsmaschinerie. Beispielsweise in Minute Zehn, als sich Toni Kroos mal probierte. Ein schneller Doppelpass in den Strafraum, von links scharf abgezogen – Unger. Schön anzusehen war allerdings, wie dicht unsere Defensive stand, sodass es dem Bundesligisten keineswegs leicht gemacht wurde, sich einfach mal so Chancen zu erspielen. Aber die individuelle Klasse und die technische Überlegenheit zeigte sich zusehends. Wieder sieben Minuten später war es Gekas, welcher mit einem Kopfball nach präziser Flanke aufwartete, glücklicherweise strich der Ball über die Latte. Das sich dabei unsere Nulldreier nicht versteckten zeigte sich in der nächsten Szene: Nachdem Kilis Schussversuch in eine Ecke umgemünzt wurde, war es Alme Civa, welcher sich mit einem Kopfball an Nationalkeeper Adler versuchte. Ein deutliches Signal an alle im Rund, dass es nicht ausschließlich Einbahnstraßenfussball ist. Danach war jedoch erstmal wieder Leverkusen am marschieren. Zweimal scheiterte der etwas glücklose Gekas beim Abschluss, sonst wäre schon frühzeitiger Schlimmeres möglich gewesen. Und auch die letzte Chance im ersten Durchgang entstand durch die individuelle Klasse der Gäste: Nachdem Augusto nach starkem Solo und einem Doppelpass vor dem Kasten Ungers scheiterte war das aufatmen auf Seiten unserer Fans groß, denn man konnte sich mit einem 0:0 in die Halbzeit retten. Die Party auf den Rängen kam dann aber erst so richtig in Fahrt, schließlich hatte man dem haushohen Favouriten bereits eine Dreiviertelstunde standgehalten. So konnte es weitergehen.


    Halbzeit Zwo begann dann auch mit dem altbewährten Match Gekas gegen Unger. Die Hereingabe von rechts lieferte Schwaab, Kießling lässt den Ball durch und der landet bei Gekas, welcher wiederum sofort abzieht. Tja und das Ende dieser kleinen Episode heißt mal wieder Marian Unger. Wir nennen ihn wegen solcher Heldentaten auch gern “die Katze”: Völlig reflexartig war er mal wieder am Boden und konnte das Geschoss in höchster Not entschärfen und somit weiter die Spannung aufrecht erhalten. Parallel zum Spiel auf dem Platz wurde das Spiel auf den Rängen nun immer lauter. Besonders schön war das geschlossene und lautstarke Durchsingen der ganzen schönen Lieder, die uns seit Jahren in den Kopf eingebrannt wurden. Und nachdem Dojahn und Hartwig die wohl beste Babelsberger Möglichkeit produzierten brachen die Dämme in puncto Lautstärke. Unser Neuzugang mit der Nummer Elf flankte von rechts genau auf den Kopf von “Jimmy”, allerdings segelte der Ball leicht rechts neben die Kiste von René Adler. Was sich jedenfalls in den folgenden dreißig letzten Spielminuten auf den Rängen tat war schon einzigartig. A sphere, a sphere, an atmosphere! Besinnungsloses durchsingen nahezu aller Beteiligten – Prädikat Hexenkessel. Davor ziehe ich symbolisch den Hut! Vielleicht war es auch der Gesang, der Jupp Heynckes zum Wechsel veranlasste, man weiß es nicht. Sicherlich wird dies nicht der ausschlaggebende Grund gewesen sein, dennoch sollte der Gästetrainer noch ein As im Ärmel bzw. Auf der Bank haben. Er tauschte den couragierten, aber etwas glücklosen Gekas gegen den Neutzugang aus Basel, Derdiyok. Und exakt Bayer 04 Minuten später wurde dieser auch gleich zum Spielverderber. Im ersten Versuch fand er noch seinen Meister in Marian Unger, welcher das erste Geschoss noch abprallen lassen konnte, beim zweiten Versuch war unsere Nummer Eins dann doch geschlagen. Stramm und durch die Hosenträger hämmerte Heynckes' Joker die Murmel in die Maschen, 0:1. Was macht man da nun im Anschluss? Richtig – singen und weiterkämpfen. Denn das taten unsere Nulldreier auf dem Platz wie auf den Rängen. Auch Dietmar Demuth reagierte im Angesicht des Rückstandes und brachte mit Frahn, Moritz und Kutschke nach und nach weitere offensive Akteure um nochmal alles zu probieren. Patti hatte auch noch zwei gute Szenen, besonders in der letzten nennenswerten Aktion des Spiels konnte er sich nochmal präsentieren. Allerdings konnte die scharfe Hereingabe von ihm durch Adler unterbunden werden, der heraneilende Kutschke stand jedenfalls in den Startlöchern. Und irgendwann in dem leidenschaftlichen Anrennen unserer Equipe und dem wunderbar lautstarken Gesang ertönte der Schlusspfiff im Karli durch den unauffälligen Schiri Hartmann.
    Was der Party letztendlich auch keinen Abbruch tat, im Gegenteil. Frenetischer Applaus und ein würdiger Abgesang mit der Mannschaft rundete die starke kämpferische Leistung unserer Nulldreier ab. NullVier war im Endeffekt die überlegene Mannschaft, was angesichts des Klassenunterschiedes nicht groß verwundern dürfte. Dennoch hat man dem Bundesligisten, welcher sich das Ziel “Europapokalqualifikation” auf die Fahnen geschrieben hat, über neunzig Minuten einiges abverlangt und zu keiner Zeit aufgesteckt, daher auch an dieser Stelle ein großes Kompliment an die Spieler. Abschließend bleiben viele schöne Erinnerungen in den Köpfen der Spieler und der Fans, beispielsweise das tolle Spiel, die 44 leeren Bierkisten im Fanladen, eine Spielberichtsüberschrift, die mir ein kurz angebundener, aber sehr freundlicher Jupp Heynckes abnahm, ein bisher verschollenes Spielberichtsgästebuch, welches durch die Nordkurve zirkulierte sowie Oeses erfolgreicher Attacke auf Rudi Völler, welche sich als Gespräch so darstelle:


    “Herr Völler, haben sie nen Moment?"
    "Na klar."
    "Könnten sie hier reinschreiben?"
    "Gerne."
    "Na dann nochn schönes Spiel!"


    Forza 03!




    SV Babelsberg 03:
    Unger, Danso-Weidlich, Surma, Civa, Laars, Prochnow (72. Moritz), Dojahn, Müller, Hartwig, Ergirdi (79. Kutschke), Kilicaslan (66. Frahn)


    Bayer 04 Leverkusen:
    Adler, Schwaab, Friedrich, Hyypiä, Reinartz, Kadlec, Augusto, Kroos (90. Zdebel), Barnetta, Kießling (83. Rolfes), Gekas (63. Derdiyok)


    Tore: 0:1 Derdiyok (67.)


    Gelb: Ergirdi, Frahn, Müller


    Zuschauer: 6153 (davon etwa 400 Gäste)


    rudiriot

    03. Platz verteidigt!


    Das letzte Meisterschaftsspiel der laufenden Saison stand auf dem Plan. Bedauerlicherweise musste unsere Partie aufgrund der Überlappung mit Turbine Potsdam auf den Samstag verlegt werden, was zu einigen Irritationen in Verein und Fanszene führte. Sei´s drum, ich machte mich mit meinem Kumpel Alex ab Ostbahnhof via Wannsee, Babelsberg, Fanladen Babelsberg auf ins Karli, um nochmal einen gemütlichen Fussballnachmittag mitsamt netten Gesprächen zu genießen. Und so ist auch positiv zu vermerken, dass trotz des sportlichen wie wirtschaftlichen Abstiegs dennoch etwa 400 Gästefans den Weg in unser ehrwürdiges Schmuckstück fanden. Dafür mal einen dicken Daumen! Auf meine Frage hin, wie das Spiel denn enden würde, entgegnete mir Fräulein Wunder „Pünktlich und Schön.“ Na dann mal schaun.


    In der Anfangsphase konnten unsere Blau-Weißen mehr Spielanteile für sich verbuchen. Dies zeigte sich zwar beispielsweise im Spielaufbau zusehends, jedoch blieben auch im letzten Meisterschaftsspiel gewisse Mängel in der Offensive offensichtlich. Die erste richtige Chance der Partie hatten die Gäste aus der Messestadt. Nach passender Flanke von rechts segelte der Kopfball knapp links neben den Kasten von Marian Unger. Im Anschluss dann eine Schrecksekunde für die Leutzscher, nach flacher Hereingabe von links konnte Clemens Lange den Ball im Fallen noch als Form einer Bogenlampe aufs Gehäuse bringen, hier half dann die Latte kräftig mit. Auch der stramme Schuss, welcher übers Tor segelte, brachte nicht den gewünschten Führungstreffer. Das alles geschah in den ersten zwanzig Spielminuten. Und die darauffolgenden zwanzig sollten nicht von sonderlicher Spannung bürgen. Die Sachsen versuchten konsequent den Ball hinten wegzubekommen, konnten jedoch nach Vorne kaum Akzente setzen und unsere Equipe tat sich schwer, etwas Verwertbares ab dem 16-Meter-Raum zu fabrizieren. Dennoch sei an dieser Stelle Patrick Moritz gelobt, Alex und ich konnten eine nahezu optimale Zweikampfausbeute beobachten. Danach war dann auch Halbzeit. Und in dieser musste ich den Bauch unseres Vizeherbstmeisters sehen, weitere Kommentare erspare ich mir hier.


    Die erste Chance des zweiten Durchgangs sollte dann wieder Clemens Lange auf dem Kopf haben, seine Mühen konnten aber noch von der Linie zur Ecke gekratzt werden. Zwar konnten sich die Sachsen zu dieser Spielphase ab und an vor dem Babelsberger Tor blicken lassen, allerdings sprang auch nichts Zählbareres als ein Abseitstor heraus. Anders hingegen für Nulldrei in der 66. Spielminute. Der stark agierende Moritz schickt Ümit Ergirdi auf rechts, dieser nimmt den Ball mit zur Grundlinie, stellt einen Abwehrmann der Grün-Weißen und kann den Ball gekonnt zum eingewechselten Baba auflegen, welcher den Bauch hinhält und Danke sagt. 1:0 für die Guten, wenigstens wurden die Mühen im Spielaufbau in dieser Szene mit einem Treffer belohnt. Danach gabs dann auch nicht mehr viel zu bestaunen bis zum Abpfiff, zwei Möglichkeiten blieben noch aufgespart für die restlichen 25 Minuten der laufenden Saison. Die eine davon war ein wildes Anschießen unserer Truppe, wovon auch nach drei Versuchen der Ball nicht im Netz zappeln sollte. Und die letzte Chance war eine Koproduktion von Denis Danso-Weidlich (welcher seine Einwechslung durch eine starke Leistung rechtfertigte) und Ümit Ergirdi. Denis schickte unsere Nummer 19, der brachte den Ball auf Baba, dessen Schuss allerdings leider nur am Außennetz zappelte. Und kurz im Anschluss an diese Szene pfiff der unauffällige Schiri die Begegnung auch ab.


    Fazit des Ganzen: Nach der schwachen Vorstellung in Plauen konnte unsere Mannschaft den dritten Tabellenrang dingfest machen, was sich abschließend betrachtet doch sehr wohlgefällig liest. Hätte man vor der Saison einen dritten Rang vorausgesagt, wären sicherlich alle zufrieden gewesen, zumal unser Team stark verjüngt war und dennoch recht schnell eine stabile Einheit bildete. Und das diese Mannschaft bis kurz vor Saisonfinish noch um den Aufstieg spielte, ist mehr als beachtlich. Denn das macht Laune auf mehr, besonders in der kommenden Saison. Ich möchte an dieser Stelle mit einer etwas alternativen Statistik schließen und freue mich auf die nächste Saison!


    SV Babelsberg 03 mit:
    Marian Unger, Daniel Zacher, Dirk Jonelat, Ronny Surma, Denis Danso-Weidlich, Matthias Rudolph, Christopher Kolm, Joan Oumari, Bastian Zenk, Björn Laars, Patrick Moritz, Sven Hartig, Rainer Müller, Hassan Oumari, Julian Prochnow, Ümit Ergirdi, Almedin Civa, Clemens Lange, Daniel Frahn, Stefan Kutschke, Babacar N´Diaye, Dietmar Demuth, Jens Härtel, Sebastian Rauch, Detlef Bielefeld, Matthias May, Markus Oetsch, Matthias Pefestorff, allen Mitgliedern sowie deren Vertreter, Fans und Sympathisanten.


    Tore: 46 (zu viele, um alle aufzuzählen)


    Karten: Hab keine gesehen.


    Zuschauer: bisschen mehr als 27.000


    rudiriot

    Realität siegt über Wunschdenken



    Am Samstag war es mal wieder so weit, für unsere Blau-Weißen ging es diesmal in die Hansestadt Bremen, genauer gesagt in den Vorort Oberneuland. Ich beschloss indes, schon am Mittwoch anzureisen und den etwas ärmeren Vorort Kattenturm mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei bestem Regenwetter fanden sich knapp 400 Zuschauer am Sportpark Vinnenweg ein, darunter auch ca. 100 Nulldreier, die auf eine Fortsetzung der „kleinen Serie“ aus den letzten drei Spielen hofften. Nach kurzem tsching-tschang-tschong mit Oese war ich derjenige, welcher diesen Bericht schreiben durfte, da alle anderen Schreiberlinge privat verhindert waren. Ein Glücksgriff – allerdings nur für Oese, welcher heldenhaft seine Regenbekleidung an seine Karli-Charts-Assistentin abtrat, um dann nach 20 Minuten völlig durchgeweicht dem Vizeherbstmeister und Lieb Knecht Bier zu besorgen.


    Zum Spiel braucht man eigentlich nicht sonderlich viel sagen, ich hab einfach wieder mal Pech gehabt. Das lag daran, dass die Leistung unserer Equipe nicht annähernd an vorangehende Begegnungen anknüpfen konnte. Bereits nach vier Minuten deutete sich an, das dies hier wohl ein hartes Stück Arbeit werden würde, denn unser Keeper Marian Unger durfte da bereits das erste Mal in großer Not zur Ecke retten. Die erste kleine Möglichkeit dann im Anschluss für unsere Blauen, Prochnow wird sehr schön bedient, aber traut sich nicht, einfach mal von der Strafraumgrenze abzuziehen und vertendelt den Ball, schade. Dann ist erstmal auch nicht viel los gewesen, es plätscherte Regen ins weite Rund und größere Chancen blieben den Zuschauern verwehrt. In dieser Phase des Spiels versuchten beide Teams Akzente zu setzen, allerdings gelang dies keiner Mannschaft sonderlich gut, wobei die Gastgeber etwas spritziger und gefährlicher wirkten. Hier und da kleine Chancen auf beiden Seiten, jedoch nicht weiter nennenswert, da keine echte Gefahr aufkommen sollte. Erst um die 40. Spielminute dann wieder etwas mehr Aufregung: Moritz zieht ab, der Ball prallt zurück, Clemens Lange kommt nicht zum ersehnten Schuss, dafür aber Jule Prochnow, allerdings bleibt der Keeper der Bremer Sieger. Im Gegenzug dann Schrecksekunde für alle Nulldreier: Schiri Heltmann zeigt auf den Punkt, es gab Elfmeter für den FCO. Ich konnte die Situation leider nicht wirklich sehen, da der romantische Bauzaun die Sicht arg behinderte, jedoch soll Unger den heraneilenden Sembolo von den Füßen geholt haben. Sei´s drum, dieser tritt selbst an und schießt goldrichtig in die Mitte – aus unserer Sicht, denn unsere Nummer 1 führte das Elfmetermärchen gegen die Oberneuländer weiter. Bereits im Hinspiel blieb er in der Nachspielzeit Sieger, was uns damals einen schmeichelhaften 1:0 Sieg bescherte. Im Anschluss drückte zwar der FCO nochmal gewaltig, allerdings konnten sich unsere Mannen in die Pause retten.


    Während der Halbzeit beschloss der Wirt meines Vertrauens die Sanitäranlagen aufzusuchen, allerdings dauerte dies bis in die zweite Hälfte hinein, da wohl die Tür hartnäckiger verschlossen war, als es Fan sich wünscht. Nach einem Befreiungsschlag konnte er sich jedoch wieder ins weite Rund einfinden. Ich unterhielt mich locker mit dem sehr freundlichen Caterer Manfred, welcher Bouletten, Bratwurst und Krakauer für die hungrige Nulldreiseele bereithielt und einige interessante Ausführungen über den Stadtteil für mich parat hatte. So wurde erst in den letzten sechs Jahren Oberneuland zu einem Nobelviertel, als sich dort die ganzen Neureichen mit ihren Protzbauten niederließen und das alte Bauernviertel nachhaltig veränderten. Auch die Helferin Carlotta wusste einiges zu berichten, ich unterhielt mich über den Wiederanpfiff hinaus noch weiter mit den Beiden.


    Das war auch kein Nachteil, denn was unsere Mannschaft in der zweiten Halbzeit anbot, war leider sehr erschreckend. So gibt zwar der Liveticker ein paar Chancen an, jedoch muss ich bedauerlicherweise zugeben, dass ich nur eine einzige Nulldreier Chance als nennenswert erachte. Der Gastgeber kam nun mutiger ins Spiel und blieb der Marschroute treu, gegen uns die drei Pünktchen einzufahren. Nach sechzig Spielminuten war der FCO nun absolut feldüberlegen, läuferisch wie spielerisch. So kann sich unsere Truppe bei Ronny Surma, Denis Danso-Weidlich und Marian Unger bedanken, dass der erste Gegentreffer nach zahlreichen Chancen erst in der 83. Spielminute fiel. Nach einer präzisen Flanke von der linken Seite war es Pekrul, welcher den Kopfball via Bogenlampe ins rechte Eck einnetzte, Keeper Unger streckte sich wie irre – es reichte nicht. 1:0 und leider auch hochverdient. Tja und wenn man (logischerweise) nun aufmacht, um evtl. noch einen Punkt zu retten, dann passiert eben das, worauf führende Teams meistens spekulieren: Konter. Und davon gabs einige, den entscheidenden Knockout dabei in Minute 88: Völlig allein gelassen wird Kilicaslan im Sechzehner auf rechts bedient, der schaut kurz und schiebt den Ball gemütlich ins linke Eck am chancenlosen Unger ein. Das wars und leider kommt die vorhin angekündigte Chance erst jetzt, Frahni bekommt den Ball durchgesteckt und zieht ab, der Keeper jedoch ist rechts unten zur Stelle und rettete zur Ecke. Diese wird nicht mehr ausgeführt, da der Schiri die Begegnung abpfiff.


    Das Fazit kann ich heute sehr kurz halten, der Sieg für Oberneuland geht vollkommen in Ordnung angesichts der groben Harmlosigkeit unserer Blauen. Und da Kiel gewann braucht man auch nicht mehr über dieses seltsame „A-Wort“ sprechen, sondern jetzt Fussball genießen. An dieser Stelle ein freudiges „Welcome back“ an den Zenker, der das erste Mal nach seiner Verletzung wieder auflaufen konnte. Und auch ein Dank für die lustige Busfahrt zurück an alle Beteiligten. Allez les Bleus!



    FC Oberneuland:
    Fargiryar, Fossi, Pekrul, Yücel, F. Muzzicato, Wemmer, Kilicaslan (89. Behrens), Bobrowski (89. Puttkammer), B. Muzzicato, Cornelius, Sembolo


    SV Babelsberg 03:
    Unger, Müller, Surma, Weidlich, J. Oumari (74. Zenk), Prochnow (71. N´Diaye), Civa, Moritz, Ergirdi, Hartwig, Lange (80. Frahn)


    Tore:
    0:1 Pekrul (83.)
    0:2 Kilicaslan (88.)


    Gelb: Hartwig


    Zuschauer: 400 (ca. 100 Gäste)



    rudiriot
    quelle: www.babelsberg03.de

    Punkt mit Kampf und Dusel


    Berlin Alexanderplatz, kurz vor 10 Uhr. Strahlender Sonnenschein sollte den Schreiberling auf seinem Trip nach Magdeburg begleiten. Pünktlich zum Märzbeginn verwöhnte uns die Sonne mit dem unsäglichen Gefühl von Wärme, was in Anbetracht der letzten Woche und dem dazugehörigen Eisboden im Karli und anderswo doch wenig erwartbar schien. Guter Dinge gings dann ab nach Babelsberg, dort standen zwei Busse bereit, die Meute sicher und unterhaltsam in die Hauptstadt Sachsen-Anhalts zu befördern. Darauf werde ich aber später noch kurz eingehen.


    Der Wettergott überdachte seine Strategie ziemlich jäh, nachdem sich der Bus in Bewegung gesetzt hatte. Die Sonne verschwand und ein leichter Nieselregen mit bedecktem Himmel zog auf. Störte ja niemanden – Babelsberger Wetter! Pünktlich angekommen gings dann zügig und problemlos ins weite Rund, an dieser Stelle gleich mal ein Lob an die sehr freundlichen Ordner der Gastgeber, es kommt selten vor, das man sich beim abtasten nett unterhält, ein Späßchen macht und ohne irgendwelche Schikanierungen schnell ins Stadion kommt. Dafür einen Daumen nach oben!
    Unser Coach Dietmar Demuth entschied sich für eine defensive Ausrichtung gegen den Tabellenzweiten. Zwar liefen mit Frahni und Baba zwei Stürmer von Anfang an auf, jedoch konnte man schnell durchschauen, dass diese wohl vorrangig erstmal mit nach hinten arbeiten müssen. Denn die Magdeburger legten druckvoll und gefährlich los. Bereits in der vierten Spielminute entstand die erste Gefahrensituation vor dem Kasten Marian Ungers, der sich heute noch desöfteren lang machen durfte. Nach Flanke von rechts verpasste Braham den Ball in der Mitte freistehend, der Gewaltnachschuss von Brendel endete beim entgegenspringenden Nulldreier, der somit die Situation entschärfen konnte. Und weil Fortuna heute mit uns war, hatten unsere Mannen in der nachfolgenden Szene noch mehr Dusel: Nach Freistoß von Racanel wurde der Ball auf Watzka verlängert, welcher den Fuß nur hinhalten musste und die Murmel lag im Netz. Und dennoch: Abseits! Was war los? Das Schiedsrichtergespann beging einen kapitalen Schnitzer und verwehrte den glasklaren Treffer, weil angenommen wurde, der Ball wäre durch mithilfe eines Magdeburger auf Watzka verlängert worden, was sich als gravierender Fehler herausstellte. Tatsächlich war es unser Neuzugung Babacar N´Diaye, welcher den Ball weiterleitete. Weiter 0:0, tiefes durchatmen bei den gut 400 mitgereisten Nulldreiern, die ihre Mannschaft tatkräftig unterstützten. Weiter gings mit einem Freistoß von Vujanovic, welcher allerdings nur den Pfosten knutschte. Nach einer halben Stunde bleibt damit zu resümieren, dass die Magdeburger immer wieder anrannten und sich gute Tormöglichkeiten erspielten, jedoch blieb Unger, der Pfosten oder das Abseits Sieger. Von unserer Equipe bislang wenig nach vorne zu sehen, lediglich ein paar Entlastungsangriffe ließen unserer Hintermannschaft mal ein paar Sekunden, um zu verschnaufen. Bis zur Halbzeit änderte sich dieses Bild auch nicht sonderlich, außer das nun weniger externes Glück einsetzte, sondern unsere Nummer 1, Oli U. zur Höchstform auflief. Erst parierte er mit einer coolen Beinbewegung einen Kopfball von Watzka, im Anschluss blieb Unger auch standhaft bei dessen Gewaltschuss. Und danach war erstmal ein Glück Halbzeit. Das Halbzeitresümee dürfte klar sein, deswegen bedarf es keiner weiteren Worte.


    So hatten auch die Leute im Block eine kurze Verschnaufpause. Meinem Nebenmann Liebknecht und mir fiel besonders die Lautsprecheranlage des FCM auf: Unsere Vermutung besteht darin, dass man im ganzen Stadion den Stadionsprecher nicht verstehen konnte. Das liegt an der eigenartigen Akustik, welche im Magdeburger Betonkasten (neudeutsch: Fussballtempel) vorherrscht. Während man im Gästeblock (400 Leute) fast ausschließlich den eigenen Gesang hörte wird es den 12000 Heimfans wohl ähnlich ergangen sein. Und in der Mitte dann der Stadionsprecher, den eh keiner hört. Dafür wohl die Anzeigetafel, um das zu kaschieren. Dann sollte es auch bald weitergehen, allerdings irritierte mich und Liebknecht abermals die Soundabteilung des Gastgebers: Zum Wiederanpfiff ertönte die Musik fast eine ganze Minute weiter und auch im zweiten Durchgang kamen immer wiederkehrend irgendwelche Einspieler oder Sounds, die an neue DB-Bahnhöfe erinnern.


    Aber nun weiter im Text: Paul Linz, seines Zeichens Trainer der Gastgeber wechselte und brachte für Probst Zander auf dem Platz, Didi Demuth setzte weiterhin ohne Wechsel auf sein Team. Das Bild blieb aber erstmal das Gewohnte: Magdeburg marschiert auf diue Führung und das sollte sich fünf Minuten nach Wiederanpfiff endlich auszahlen. Nach Ecke von Racanel bekommt keiner die Kugel richtig vom Sechzehner weg, dafür kam Brendel mit dem nächsten Kracher. Und der saß wie Bombe. Aus knapp 18 Metern nahm er das Leder Dropkick mit vollem Risiko, Wolken oder Traumtor? Es war ein Traumtor, leider zu Ungunsten unserer Babelsberger. 1:0 für die Blauen.
    Im Anschluss erholten sich dann unsere Nulldreier ein wenig, allerdings immer noch kaum nennenswert in puncto Torchancen, was unseren Coach zum Doppelwechsel ermutigte. Mit Hartwig und Lange kamen zwei frische Akteure aufs Feld. Und prompt spielte Nulldrei gleich etwas gefährlicher aufs Tor. Zum Beispiel Patrick Moritz hatte viel Raum und entschied sich goldrichtig für das Duell im Sechzehner. Er verlor, allerdings mit dem süßen Bonbons des Elfmeterpfiffes, da der Magdeburger Verteidiger sehr ungestüm reingrätschte und den fälligen Pfiff erzeugte. Unsere Nummer 8 ging selbst an den Punkt und wieder goldrichtig konnte er den Ball versenken. Leider auch dieses Mal mit einem Nachspiel: Ich glaube Baba rannte zu früh in den Strafraum, die Schiris haben es gesehen und ließen den Elfer wiederholen. Und umso ärgerlicher, das Keeper Beer die Ecke ahnte und den zweiten Ball parieren konnte. Unschön. Aber was swolls, alle guten Dinge sind drei dachte sich auch Rainer Müller, der in Minute 81 den Ball weit in den Strafraum warf und wieder wurde ein Nulldreier gelegt, allerdings sehr undurchsichtig, dennoch gabs wieder einen Ball auf den Punkt. Wie meinte doch der Vizeherbstmeister? 8+8 = 16! Und Frahn verwandelte auch sicher. 1:1, noch gute 8 Minuten zu spielen, jetzt bloß nichts anbrennen lassen. Im Übrigen sei an dieser Stelle mal unser Support gelobt, auch bei Rückstand und gerade nach dem Ausgleich versuchten nahezu alle Mitgereisten lautstark, wenigstens den einen Punkt aus Magdeburg zu retten. Das sollte auch gelingen, denn kurz vor Schluss half unser Pfosten noch einmal kräftig mit, den Punktgewinn zu besiegeln, als Vujanovic sich durchwursteln konnte. Alles bangen und Zittern hatte ein Ende, der Abpfiff ertönte und die einzigen, die dann noch jubelten waren wohl wir und die Mannschaft samt Trainerstab.


    Zusammenfassend kann von einem glücklichen Punktgewinn gesprochen werden, da man das Spiel auch gut und gerne 3:0 verlieren kann. Das soll uns im Nachhinein allerdings nicht großartig belasten. Dementsprechend ausgelassen war auch die Rückfahrt in beiden Bussen, gabs doch den einen oder anderen Feiernden, der sich mit Stadtflucht und Punktgewinn wohlzufrieden das eine oder andere Kaltgetränk gönnte. Und als der Bus in Babelsberg ankam, endete der Abend irgendwann – auch für mich – in den tiefen leeren Gläsern des Nowawes. Forza 03 - oh Babelsberg Nulldrei!



    1. FC Magdeburg:
    Beer, Rosin, Wejsfelt, Probst (46. Zander), Bankert, Bauer, Watzka, Racanel, Brendel (78. Matthias), Vujanovic, Braham


    SV Babelsberg 03:
    Unger, Surma (j. Oumari), Danso-Weidlich, Laars, Müller, Ergirdi (60. Hartwig), Civa, Prochnow (60. Lange), Moritz, Frahn, N´Diaye


    Tore: 1:0 Brendel (51.)
    1:1 Frahn (FE. 81)


    Gelb: Wejsfelt, Braham – Ergirdi, N´Diaye


    Zuschauer: 12042 (davon ca. 400 Gäste)


    rudiriot
    Quelle: www.babelsberg03.de

    Und solls mal in die Hose geeehn, sind wir alle frustriert. Komm´ wa doch immer wiiiieeeder, weil Nulldrei nie verliert!


    Auch heute sollte mal wieder nicht alles reibungslos ablaufen. Ich machte mich etwas früher davon, um natürlich überpünktlich am Fanladen anzukommen. Nämlich so ca. Wannsee, als mir mal so nebenher einfiel, dass ich mein Ticket samt Diktiergerät nicht eingepackt hatte. Prima Start ins Spitzenspiel. So durfte ich also gezwungenermaßen mal die Einlasschecks unter einer anderen Perspektive betrachten, wird man doch mit Saisonkarte schneller durchgewunken als diejenigen, welche sich erst noch ein Ticket kaufen müssen. Und dennoch, es folgte eine angemessene, zügige und freundliche Kontrolle ohne größere Ärgernisse, wie man es auswärts desöfteren erleben muss. Hierfür ein klaren Daumen nach oben.


    Im Stadion dann angekommen erblickte man den nett gefüllten Gästeblock sowie dem Bewusstsein, dass das heute ein ganz kaltes Spiel werden würde. Der Wettergott hatte sich irgendwo zwischen Plus und Minus ziemlich exakt die Waage gehalten, was für Spielberichtsschreiber ohne Hilfsmittelchen immer besonders unangenehm ist. Jedenfalls gestern – für mich. Die Nordkurve begrüßte den Rest des Stadionrunds zum Anpfiff mit einer riesigen Blockfahne, welche dem 2500. Spiel unserer Mannschaft zu Ehren kam. Auf die nächsten 2500! Aber genug der Vorrede, zur Partie:


    Es entwickelte sich von Anfang an eine muntere Partie, die zu jeder Minute des Spiels durchaus ansehnlich war. Zwar war der heilige Rasen des Karlis völlig unter Frost und leicht mit Schneetau bedeckt, jedoch bot sich überraschenderweise ab dem Anpfiff ein durch Taktik und Schnelligkeit geprägtes Spiel. Die Gäste aus der Saalestadt konnte in den ersten fünf Minuten erste Akzente setzen, allerdings mit wenig nennenswerten Chancen. Die offensiv ausgerichteten Teams beackerten sich intensivst und meistens fern der Sechzehner. Die Phase des Spiels blieb in dieser Phase recht ausgeglichen, Nulldrei optisch etwas präsenter, jedoch die Hallenser mit einem Abwehrbollwerk und den schnellen und zielstrebigen Angreifern. Die Chemiker konnten nach gut zwanzig Minuten einen Eckenvorsprung für sich verbuchen, die Nulldreier etwas mehr Spielanteile und ein ansehnlicher Spielaufbau. Weiter im Text, genauer gesagt zur Minute 23: Nachdem ein Freistoß von Nulldrei abgefangen wurde ging auch alles ganz schnell. Die Rot-Weißen passten schnell und direkt auf links außen, die Flanke kam auf den kurzen Pfosten und unsere Abwehr zu spät. Auch Marian Unger war es nicht vergönnt, Ronny Hebestreits Kopfball ins linkere untere Eck zu entschärfen. 0:1 für die bisher beste Auswärtsmannschaft der Liga. Das einzig gute an dem Treffer war, dass die partie nun richtig weiterging, aber auch mit etwas mehr Torgefahr als in den ersten 25 Minuten. Die Antwort gab Jimmy Hartwig, welcher einfach mal aus 18 Metern abzog, leider knapp links vorbei. Und weitere fünf Minuten später zeigte sich dann schon langsam eine leichte Überlegenheit der Nulldreier, wieder unsere Nummer 10 mit einem Schuss, den der Keeper aber noch wegbekam. Auch den darauffolgenden Seitfallzieher von Jimmy konnte er entschärfen. Schon jetzt an dieser Stelle: Starke Leistung der Nummer 1 von Halle, der hat hier mind. die Führung allein in die Pause gebraccht. Denn auch in der letzten großen Chance von Nulldrei vor dem Pausentee leistete er wieder spektakuläres: Nach präzisem Kopfball von Air Kutschke kratzte er die Murmel irgendwie mit seinen Armen von der Linie, großer Sport von beiden Akteuren!


    Nach dem Wiederanpfiff dann Nulldrei deutlich überlegener und nahezu über die gesamte zweite Hälfte engagierter und bemüht, den Ausgleich zu erzielen. Trainer Demuth setzte ein Zeichen und brachte für Ergirdi Lange, also eine zweite Spitze neben den bemühten Stefan Kutschke. Und es ging auch gleich los wie die Feuerwehr, bereits nach fünf Minuten mussten die Gäste zweimal zittern, einmal scheiterte Lange knapp und gleich im Anschluss auch Kutschke, der nur Millimeter verpasste und den Ball nicht mehr erreichte. Die Marschroute war aber klar und sie ging geschlossen in Richtung Gästetor. Nach einer guten Stunde kamen die Gäste dann auch wieder besser ins Spiel, allerdings blieb es bei wenigen Entlastungsangriffen und beinharter Verteidigung. Beinhart ist hier wörtlich zu nehmen, manchmal wäre es etwas netter gewesen, nicht die halbe Partie von hinten in die Beine unserer Mannen zu gehen. Aber gut, das ist Sport und der Schiri manchmal etwas großzügig in der Auslegung, was aber nicht abwerten soll. Dann sollte Clemens Lange die nächste Chance einläuten, aber auch sein Schuss konnte vom Torwart abgewehrt werden. Und während sich in der Nordkurve langsam eine gewisse Ungeduld auf den Ausgleich breitmachte, war es immer wieder Horvart, der Schlussmann, der die gelungene Vorstellung unserer Nulldreier sabotierte. So wie ein weiteres Mal in Minute 65, als er Kutschkes Schuss abermals siegreich pariert. Das Spielchen ging eigentlich bis zum Ende so weiter. Zwar konnte Halle in en letzten zehn Minuten wieder mehr Akzente setzen, jedoch war es ein geschlossenes Anrennen der Nulldreier, mitterweile auch mit dem dritten Stürmer Frahn, jedoch ohne dabei Zählbares zu erreichen. Und da unsere Equipe nun komplett aufmachte, konnten die Hallenser immer wieder schnelle Gegenzüge ausspielen. Also entweder 1:1 oder 0:2, das Spiel war ziemlich eindeutig darauf ausgelegt. Leider traf das Ungewollte ein, denn Neubert machte drei Minuten vor dem Abpfiff alles klar. Wieder sah unsere Abwehr nicht gut aus bei dem Gegenstoß und der Angreifer hatte Platz und Zeit, den Ball von halbrechts links an Marian Unger vorbeizubefördern. Der Gästeblock feierte, das Spiel war gelaufen. Kurz darauf pfiff dann der Schiri die Begegnung auch ab.


    Was nicht so schön war, bei aller verständlicher Freude der Gästefans ist die Leuchtrakete, die bewusst in unseren Block abgeschossen wurde, jedoch „nur“ das Dach unseres Bierstandes traf, ohne das jemand zu Schaden kam. Es gibt einen Unterschied zwischen kontrolliertem Abbrennen für visuelle Effekte und dem Wunsch, Heimfans bewusst verletzen zu wollen. Möge dies eine Ausnahme gewesen sein, aber es gibt ja auch noch ein Rückspiel. Sportlich kann man unserer Elf nichts vorwerfen, die Platzbedingungen waren widrig und der Mannschaft war anzusehen, dass sie die gesamte Spielzeit konsequent nach vorn arbeiteten, um einen Erfolg zu erzielen. Dies sollte heute am Bollwerk Horvat und den Spielern scheitern, die immer den Ball in letzter Sekunde wegjagten. Halle hat absolut clever gespielt und bewiesen, warum sie die beste Auswärtsmannschaft der Liga sind. Zwei Chancen, zwei Treffer und dann noch ein paar kleinere Möglchkeiten, aber die entscheidenden eiskalt reingemacht. Da es bislang die erste Saisonniederlage ist, braucht man keineswegs in Unruhe verfallen. Jetzt konzentriert auf Plauen vorbereiten und den verlorenen Boden wieder gutmachen.



    SV Babelsberg 03:
    Unger, Surma (85. Rudolph), Laars, Civa, Kolm, Müller, Hartwig, Ergirdi (46. Lange), Prochnow (65.Frahn), Moritz, Kutschke


    Hallescher FC:
    Horvart, Lachheb, Schubert, Kamalle, Benes, Kunze (88. Beck), Görke, Finke, Kanitz (80. Stark), Hebestreit (46. Kittler), Neubert


    Tore:
    0:1 Hebestreit (23.)
    0:2 Neubert (89.)


    Gelb: Frahn, Görke


    Schiedsrichter: Gräfe


    Zuschauer: 1888 (davon gute 300 Gäste)


    rudiriot
    Quelle: www.babelsberg03.de

    Ein Punkt in einem Spiel ohne ein einziges Tor



    Bremen, 9:30 in irgendeiner Platte im achten Stock: Der Schreiberling erwacht nach fünf Stunden Schlaf und besinnt sich auf seine Reise in die Hansestadt Hamburg. Frohlockend über die günstigen Tarife der Bahn (Bremen über Hamburg nach Norderstedt; 34,75 Euro) kam ich samt meinem in Hamburg bestellten Helfer Matzetias in Garstedt an. Nun erstmal fröhlich durch das Norderstedter Nichts zum Edmund Plambeck Stadion. Kurz bevor wir das Stadion betraten dann noch der Bus aus Babelsberg, alles gut, wir sind nicht zu spät und freuen uns über die nicht vorhandenen Schlangen am Einlass. Nach fünfminütigem Check was denn so alles in meinem Rucksack sei, durfte ich dann auch passieren. Und damit wohl gleich zum erfreulichsten Part des gesamten Stadionbesuchs: Die Currywurst! Unglaublich lecker, ich habe noch nie so eine leckere Wurst im Stadion bekommen, summa cum laude!


    Damit aber zu den unerfreulicheren Aspekten dieses Ausflugs, womit ich dann anschließend auch zum sportlichen Teil kommen werde. Nachdem Bier und Wurst erworben wurden, dämmerte uns beiden so langsam, dass hier irgendwas nicht stimmen sollte. Und tatsächlich, wir sind im falschen Areal des Runds gelandet, bei den HSV-Sympathisanten. Und man konnte nicht einfach rüber in den Gästeblock, das würde nur neuen Eintritt und Rucksackkontrolle Nummer Zwei nach sich ziehen, dann lieber erstmal ausharren. Wobei wir bei den Eintrittspreisen wären: Wir haben ermäßigte Karten bekommen und zwar für vier Euro das Stück. Warum es keine ermäßigten Karten für Gästefans (von insgesamt 480 Zuschauern) gab wird wohl das Geheimnis der Hamburger Schatzmeister bleiben. Ich nenn es mal dezent „dreiste Schikane“, zumal dank der Hansestädter Internetmoralpolizei auch keine Transpis oder andere Fanutensilien zugelassen wurden. Dazu ein romantischer Käfig für die Spieler und tadaaaa, da ist er, der moderne Fussball.


    Zum Spiel: Nachdem ich letztes Jahr in Hamburg schreiben durfte (0:0), war ich guter Dinge, diesmal dem sportlichen Teil mehr Spannung abgewinnen zu dürfen. Auch das sollte mir nicht vergönnt sein. Allerdings kann ich mich dank des neuen Livetickerformats auf wesentliche Aspekte beschränken, kurz: Es war so ein ganz klassischer Grottenkick. Naja, so ganz stimmte das nun auch wieder nicht. Trotz widriger Bedingungen (eiskalter Wind und immer wieder kräftiger Regenfall) agierten beide Teams nach kurzem Abtasten recht munter. Die in blau spielenden Nulldreier erwischten einen leicht besseren Start und konnten in der ersten Halbzeit mehr Akzente setzen als die U 23 der Gastgeber. So kam in Minute 11 erstmalig Gefahr vor dem HSV-Keeper auf, als nach Flanke von der rechten Seite Freund und Feind die Murmel verpassen. Bevor Müller dann einen Freistoß aus etwa 25 Metern knapp rübersemmelte versuchte sich Jimmy mit einem Schussversuch, nachdem er bedient wurde. Es half aber alles nichts, kein Torerfolg und nach einer halben Stunde kamen dann auch die Hamburger besser ins Spiel. Nachdem unser Keeper mal wieder die Kohlen aus dem Feuer holen musste, indem er den von rechts heraneilenden Stürmer mit einer starken Parade stoppte, war dann erstmal auch wieder Ebbe an der Elbe, zumindestens chancentechnisch. Bis auf einen Schuss von Änis Ben-Hatira, einem Abseitstor und der verletzungsbedingten Auswechslung Rainer Müllers (gute Genese!) gibt’s nichts zu vermelden, daher mache ich hier auch Halbzeit.


    Wir beschlossen indes, doch den Block zu wechseln, da ab der Halbzeit freier Eintritt gewährt wurde. Beim Erblicken der Bratbude dann gleich die nächste Erkenntnis: Hier fehlte die eingangs beschriebene Currywurst, den Gästen gönnte man jedoch großzügigerweise eine in Fett schwimmende Bratwurst. Kurzes Meet and Greet mit bekannten Gesichtern und da lief sie dann auch schon, die zweite Runde auf dem Platz. Erstmal passierte wieder nicht viel, außer das sich der Regen wieder eindrucksvoll zurückmeldete und allen Beteiligten die Show versüßte. Der HSV nach dem Anpfiff spritziger und deutlich gefährlicher als unsere Mannen. Das zeigte sich bereits nach zehn gespielten Minuten, als der HSV zwei Chancen zu vermelden hatte, Nulldrei im Gegenzug eher eine halbe. Und die Folgeminuten bestätigten dieses Bild, der HSV immer wieder mit Möglichkeiten und dem Zug zum Tor, während sich der SVB großteilig auf das verteidigen konzentrierte. Echte Gefahr bestand beispielsweise bei der Ecke des HSV, wo Unger vorbeisegelte und der Ball glücklicherweise nicht im sondern neben dem Netz lag. Und auch in Minute 63 wieder Riesendusel für unsere Equipe. Nachdem erst die Abwehr ausgetanzt wurde und auch unser Keeper umspielt war konnte der Ball doch noch irgendwie kurz vor der Linie weggekratzt werden, sonst wäre es das mit Sicherheit gewesen. Durchatmen und weitermachen! Jetzt sollte der eiskalte Wind sich auch weiter aufs Spiel auswirken, denn bis auf gelegentliche Angriffe seitens der Hamburger und einer couragierten Leistung des SVB in den letzten Minuten wars dann auch vom sportlichen Teil dieses Ausflugs. Schiri Seemann pfiff ab und da war es wieder, dieses „Ich hab in Hamburg Spielbericht und es ist wieder ein 0:0“.


    Abschließend bleibt festzustellen, dass Spiel, Wetter und Freundlichkeit der Gastgeber in irgendeinem negativen Zusammenhang stehen. Es war zu kalt, das Spiel weitgehend höhepunktlos und der Wohlfühlfaktor bei „nicht bestanden“. Beide Hamburger Fangruppierungen (HSV-Fans und die St. Paulianer in unserm Block) blamierten sich gegenseitig mit Pöbelei und Peinlichkeiten, auf beide kann ich ganz getrost verzichten. Und nachdem man ein Wegbier zum entfernten hundert Meter entfernten Bus erworben wurde, ging sie langsam zuende, die Fahrt durch fünf Bundesländern in anderthalb Tagen. Nachdem die Reise Berlin – Neuruppin – Berlin – Neuruppin – Bremen – Hamburg – Norderstedt wieder in Berlin endete, bleibt abschließend zu resümieren, dass An- und Abfahrt richtig Spaß brachten, man durchaus zufrieden mit dem Punktgewinn sein darf/muss und das wir 13 Spiele ungeschlagen sind. Jetzt gilts, die blöden Herthaner wegzuschießen. All for goals and glory! ;)



    Statistik:


    HSV II: Hesl, Unversucht (Grove 91.), Haas, Schulz, Gorka, Keita, Ofoe, Ben-Hatira, Schahin (Hahn 74.), Kazior, Olumide


    03: Unger – Müller (40. Rudolph), Surma, Laars, Weidlich – Prochnow, Jonelat – Ergirdi (83. H. Oumari), Moritz, Hartwig – Frahn (75. Lange)


    Tore: Gab eh keine Anzeige


    Gelb: Schulz


    Zuschauer: 480 (ca. 150 Gäste)


    rudiriot
    Quelle: www.babelsberg03.de

    Beide Serien halten - fast.


    Helles Flutlicht, leuchtende Bengalos! Nunja, die Bengalos gab es in diesem Falle nicht, jedoch ein höchst unpopulärer Beschluss seitens des Vorstands. Ein Bannerverbot für Flutlichtspiele zu erlassen zieht nunmal Unmut auf sich, so durfte Fan sich auf eine singfreie erste Hälfte einstellen. Die mitgereisten Hannoveraner machten zwar ein wenig Stimmung, aber weitestgehend war das akustisch ein Trauerspiel. Passend dazu auch die erste Hälfte.


    Die bot nicht viel spannendes, es war jedoch ein intensiver Fight beider Teams. Den Chancenreigen eröffnete in Minute 6 Daniel Frahn für die in weiß agierenden Nulldreier. Völlig alleinstehend konnte er die gute Position nicht nutzen, der Schuss blieb harmlos. Die Gäste aus Hannover boten einen gepfegten Ball, technisch durchaus auf hohem Niveau. Babelsberg hingegen versuchte durch solides Zerstören der Angriffsbemühungen ins Spiel zu finden, das sollte sich erst im zweiten Durchgang deutlich bessern. Aber Dank guter Abwehrarbeit gibt es erst nach knapp zwanzig Minütchen einen Schuss auf den Kasten Marian Ungers zu berichten. Die Murmel kam schwarf, aber zu hoch und flog ins Fannetz der Hannoveraner. Durchatmen. So blieben weitere Chancen eher Mangelware, Hannover optisch jedoch deutlich gefährlicher als unsere Equipe. Unser Schlussmann klärte auch mal mit dem Kopf, als es brenzlig wurde, ansonsten: tote Hose. Dafür etwas mehr Spannung zum Ende der Hälfte, nachdem sich Nulldrei erst mit einem Kopfball versuchte. Andersrum dann wieder Hannover, nach einer Ecke von Nulldrei schalteten die Gäste fix und brachten Unger wieder zu einer seiner vielfach geliebten Paraden. Danach war ein Glück auch Halbzeit, der Trainer konnte nochmal auf die Mannschaft einwirken.


    Das gelang anscheinend, ganz anders präsentierten sich unsere Mannen in Durchgang 2. Die Marschroute war wieder das gegnerische Tor. Der insgesamt sehr souverän agierende Danso-Weidlich bedoiente gleich mal nach zwei Minuten Frahni, welcher den Ball nur knapp über die Latte setzte. Auch der halbwegs wiedererwachte Block gab nun weitestgehend die Stimmungsblockade auf und versuchte unser Team zum Sieg zu peitschen. Und weiter ging es mit echten Torszenen, als nächster durfte sich der rackernde Jimmy Hartwig versuchen. Nach einem Freistoß aus gut 20 Metern brachte er den Ball scharf aufs Tor, der Keeper der Niedersachsen verhinderte schlimmeres. Widerum zwei Minuten später, wir befinden uns jetzt bereits in Minute 57: Nach einer Ecke von Nulldrei ist im Strafraum niemand s richtig in der lage, die Kugel rauszuballern, dafür nutzt unsere Nummer 16 den Abwehrschnitzer diesmal eiskalt. Frahn trifft, die Party ging weiter. Leider ließ Nulldrei sich dann wieder zurückfallen in das gleiche Zerstörerspiel wie in der ersten Halbzeit. Und so kamen die Gäste, mutiger und entschlossen. Erste Gefahr entstand, als Unger am Ball vorbeisegelte, das wilde Anschießen endete glücklich mit Fußabwehr kurz vor der Torlinie. Für etwas Entlastung sorgte nur noch selten unser Angriff, in Minute 72 bediente Civa sehenswert Frahn, dieser scheiterte jedoch. Tja und dann wurde ich zum Siegerbier holen geschickt und was passiert? Man kriegt nichts mit und es steht 1:1. Und nichtmal akustisch war das mitzukriegen. Wie mir meine Adleraugen berichteten, gab es mal wieder ein wildes Anschießen, diesmal nur mit einem Hannoveraner Sieger. Nunja, wenigstens gaben unsere Mannen wieder das Zerstören auf und versuchten wieder, offensiv Akzente zu setzen. Das sollte jedoch alles nicht mehr belohnt werden, im Gegenteil kann man von etwas Dusel sprechen, dass der alleingelassene Hannoveraner vor Unger Nerven zeigte und dieser den Punkt rettete. Der Schiedsrichter pfiff dann auch überpünktlich ab und da war sie die erste Punkteteilung im heimischen Karli.


    Es bleibt zu resümieren, das wir eine sehr couragierte zweite Hälfte genießen durften, wo Babelsberg deutlich machte, wer Herr im Hause war, allerdings kann man mit dem gewonnen Punkt absolut zufrieden sein, zumal unser härtester Verfolger die Punkte netterweise in Rostock ließ. Technisch gute Hannoveraner waren wohl bislang das stärkste Gästeteam diese Saison, dieser Punkt ist keineswegs verschenkt und auch deren Serie auswärts Punkte mitzubringen hält an. Auf nach Kiel und Punkteklau! Forza Nulldrei!


    SV Babelsberg 03:
    Unger, Danso-Weidlich, Laars, Surma, Mauersberger (86. Rudolph), Prochnow, Civa, Hartwig (86. Müller), Ergirdi, Frahn, Lange (76. Kutschke)


    Hannover 96 II
    Maluck, Ibelherr, Balogun, Hofmann (66. Yigitusagi), Herrmann, Schmiedebach, Hahne, Ernst, Moslehe (72. Hilker), Zizzo, Proschwitz (89. Biank)


    Tore:
    1:0 Frahn (57.)
    1:1 Ernst (74.)


    Gelb: Frahn, Ergirdi – Hahne


    Schiedsrichter: Steffen Bornhöft


    Zuschauer: 1908 (davon etwa 40 Gäste)


    rudiriot, www.babelsberg03.de

    Ein Punkt für die Moral


    Mittwoch, 12 Uhr in Babelsberg: Knapp 40 Anhänger des geliebten SVB trafen sich bereits zu solch früher Stunde, um auch beim ersten Auswärtsspiel unserer Equipe mächtig Stimmung zu machen und womöglich auch die erste Tabellenführung zu besingen. Grund dafür lieferte der DFB, welcher diesen wunderbaren Mittwoch zum nachholen auserkoren hatte. Mitten in der Woche und das bei der längsten Auswärtsfahrt der Saison. Wenigstens konnte man sich auf eins der wenigen Flutlichtspiele in dieser Saison freuen. Trainer Demuth veränderte nach dem Sieg gegen Magdeburg lediglich zwei Positionen, für Hartwig spielte zunächst Rainer Müller und für den Neu-Papa Björn Laars (Alles Gute an dieser Stelle für deine Familie und das neue Lebensglück) durfte Joan Oumari in die Startelf nachrücken.


    Die Partie begann recht munter, die Hausherren zeigten ab der ersten Minute gleich, warum auch die ersten beiden Spiele mit satten vier Punkten Ausbeute erfolgreich gestaltet wurden. Der SVW spielte frech und frei gegen anfangs sehr verhaltene Nulldreier auf und konnte damit auch die ersten kleineren Gefahren für unser Team entfachen. Die erste nennenswerte Gefahr ging dann von unserer Nummer 16, Frahn aus. In gemeinsamer Sache schafften es der Schiedsrichter und der Torhüter des SVW den heraneilenden Stürmer vom Ball zu trennen: Erst Halilovic mit einer rüden Attacke an der Strafraumgrenze, der Schiri mit der konsequenten Geste „Weiter, war doch nichts!“. Einige Nulldreier sahen es anders, aber es half alles nichts, kein Elfer, kein Freistoß, aber Ballbesitz Wilhelmshaven. Und es wurde im Anschluss danach nicht gerade besser: Nachdem der Ball das Babelsberger Mittelfeld schnell durch zwei Pässe durchlief, erreichte die Kugel nach Ableger Kowalczyk, der mit einem strammen Schuss (18. Minute aus 18 Metern) die Führung für den Gastgeber sicherstellen konnte und somit das erste Saisongegentor für Nulldrei besiegelte. Hatten sich die Jadestädter in den ersten Minuten mit mehr Aggressivität und Einsatz präsentiert, so war die Führung keineswegs unverdient. Nach dem Treffer wurde das Spiel deutlich zerfahrener, es entwickelte sich ein Mix aus Fehlpassfest im Mittelfeld, die gelbe Karten-Kollektion für Nulldrei (Kolm, Frahn, Prochnow, Civa) und wenig echte Torchancen. In der 33. Spielminute dann mal eine kleine Chance für die Gäste: Nach langem und hohen Ball von Danso-Weidlich konnte Clemens Lange einen Kopfball vortragen, allerdings stand die Nummer 1 des SVW absolut richtig und hatte keine größeren Schwierigkeiten, den Angriff zu entschärfen. Nur zwei Minuten später wiederum Danso-Weidlich, der es diesmal selbst aus 35 Metern probierte. Dann ging auch pünktlich zur 36. Minute das Flutlicht im Jadestadion an. Den Schlusspunkt der ersten Halbzeit lieferte wieder Schiri Thielert, der mal wieder der Meinung war, dass kein Foul im Strafraum begangen worden sei. Nach Freistoß von Nulldrei wurde Jule Prochnow unsanft von den Beinen geholt, allerdings blieb der Pfiff abermals aus.


    Der zweite Durchgang entwickelte sich zusehends positiver für unsere Mannen. Es wurde wieder wie in den beiden ersten siegreichen Spielen konsequent und zielstrebig nach vorn gearbeitet, was den gemeinen Zuschauer nun wieder hoffen lassen durfte, allerdings sollten vorerst auch weitere echte Torchancen Mangelware sein. Mit dem einsetzenden Regen ab der 55 Spielminute wurden auch die Witterungsbedingungen für attraktiven Offensivfussball schlechter. Trainer Demuth wechselte in den Folgeminuten zweimal, erst durfte Jimmy Hartwig auf den Platz, ein paar Minuten später dann unsere Nummer 8, Patrick Moritz. Die Ausrichtung war eindeutig, es musste zumindestens ein Treffer her, um nicht mit leeren Händen wieder nach Babelsberg reisen zu müssen. Doch dann erst noch einmal die Wilhelmshavener mit einer gefährlichen Aktion bei der Keeper Unger wieder seine ganze Klasse auffahren musste, um Schlimmeres zu verhindern. Dann aber endlich die Erlösung in der 77. Minute: Nachdem Daniel Frahn den Ball auf den links lauernden Jimmy Hartwig ablegen konnte bedankte dieser sich mit dem Ausgleichstreffer. Und Nulldrei drückte weiter, der sichtlich taumelnde Gastgeber wehrte sich nun mit allen Kräften gegen eine mögliche Niederlage in den letzten Minuten. Begünstigt durch Schiedsrichter Thielert konnte aber das Remis dann doch über die Zeit gebracht werden. Hatte dieser nämlich schon zwei sehr umstrittene Pfiffe ausgelassen, so stellte er kurz vor Abpfiff Denis Danso-Weidlich mit Knallrot vom Feld? Was war passiert? Denis foulte nachdem er den Ball nicht erreichen konnte ganz klassisch und taktisch geprägt seinen Gegenspieler an der Mittelllinie, was der Schiedsrichter sofort mit dem roten Karton ahndete. Frechheit, aber was will man machen, Tatsachenentscheidung...


    Am Ende waren allerdings alle Beteiligten zumindestens mit dem Punktgewinn zufrieden. Hatte der SVB die ersten 35 Minuten des Spiels etwas verschlafen, konnten am Ende des zweiten Durchgangs eher die Gastgeber mit dem Punktgewinn zufrieden sein, da Nulldrei das Spiel ab Halbzeit Zwo doch deutlich an sich riss. Abschließend bleibt zu resümieren, dass nur drei Tage nach dem schweren Sieg gegen Magdeburg dennoch eine Leistungssteigerung nach Rückstand möglich ist, besonders im zweiten Durchgang beweisen die Kicker von Trainer Demuth immer wieder aufs Neue mehr Spritzigkeit und Kampfstärke als das gegnerische Team. Man darf nun beruhigt das Landespokalwochenende in Angriff nehmen um dann in der nächsten Woche weitere Punkte aus Cottbus zu entführen.


    Stimmen zum Spiel:
    Dietmar Demuth (Trainer SV Babelsberg 03):
    „Man hat gesehen, dass wir am letzten Sonntag gegen Magdeburg viel Kraft gelassen haben und daß wir heute bereits seit 7.00 Uhr unterwegs waren. In der zweiten Halbzeit zeigten wir unser wahres Gesicht, und Wilhelmshaven wackelte. Aus meiner Sicht hat der Schiedsrichter sehr einseitig gepfiffen. In der ersten Halbzeit wäre ein Strafstoß durchaus angebracht gewesen. Mit dem Unentschieden muss ich am Ende zufrieden sein“.


    Christopher Kolm (Babelsberger Abwehrspieler):
    „In der ersten halben Stunde waren wir in Schwierigkeiten. Nach dem Führungstreffer für Wilhelmshaven ging einige Zeit nichts mehr bei uns. Aufgrund der zweiten Halbzeit war am Ende sogar noch mehr als ein Unentschieden für uns möglich.



    SV Wilhelmshaven:
    Halilovic, Gaebler, Suchy, Zinke, Conrad, Nimptsch, Beyer (78. Azizi), Bourgault (75. Madureira), Pollok (84. Peters), Kowalczyk, Storey


    SV Babelsberg 03:
    Unger, Surma, Danso-Weidlich, Kolm, J. Oumari, Civa, Prochnow (61. Moritz), Müller (55.) Hartwig), Ergirdi, Frahn, Lange (84. Kutschke)


    Tore:
    1:0 Kowalczyk (18.)
    1:1 Hartwig (77.)


    Gelb: Kolm, Frahn, Civa, Prochnow, Danso.Weidlich, J. Oumari – Madureira


    Rot: Danso-Weidlich (88.)


    Schiedsrichter: Thielert


    Besucher: 591 (ca. 76 handgezählte Gäste)

    Kleine Korrektur, wie kann man hier editieren???


    Erster Absatz ist leicht geändert. :)


    Unbeschadet nach Wilhelmshaven fahren


    Der heutige Sonntag versprach mitsamt des wunderbaren Wetters einen wunderschönen Fussballnachmittag zu bieten. Beim Betreten des Stadions konnte man einen gut gefüllten Gästeblock erblicken sowie insgesamt eine recht ansehnliche Kulisse. Die 3715 zahlenden Zuschauer sollten einen würdigen Rahmen für dieses wichtige und frühe Spiel gegen die favorisierten Gäste bieten. Auch die Choreographie dieser konnte sich sehen lassen, ein Meer aus bunten Luftballons hatten die Anhänger des FCM in die Luft befördert. Freudigerweise konnte Fan auch zur Kenntnis nehmen, dass unser neuer Caterer auf Feedback der Fanszene die Preise anglich, sodass auch dem leiblichen Wohl keine Grenzen gesetzt waren. Das Steak mit dem niedlichen Brötchen ist in jedem Fall empfehlenswert! Zum Spiel:

    Unbeschadet nach Wilhelmshaven fahren


    Der heutige Sonntag versprach mitsamt des wunderbaren Wetters einen wunderschönen Fussballnachmittag zu bieten. Beim Betreten des Stadions konnte man einen gut gefüllten Gästeblock erblicken sowie insgesamt eine recht ansehnliche Kulisse. Die 3715 zahlenden Zuschauer sollten einen würdigen Rahmen für dieses wichtige und frühe Spiel gegen die favorisierten Gäste bieten. Auch die Choreographie dieser konnte sich sehen lassen, ein Meer aus bunten Luftballons hatten die Anhänger des FCM in die Luft befördert. Freudigerweise konnte Fan auch zur Kenntnis nehmen, dass unser neuer Caterer auf Feedback der Fanszene die Preise anglich, sodass auch dem leiblichen Wohl keine Grenzen gesetzt waren. Das Steak mit dem niedlichen Brötchen ist in jedem Fall empfehlenswert! Zum Spiel:


    Trainer Demuth begann wieder mit nur einer echten Spitze und zwei Abräumern vor der Abwehr, sein Kollege Linz hingegen verzichtete zur Überraschung Einiger auf Braham. Und das Spiel sollte munter starten, in der 4. Minute Rückpass der Magdeburger, welcher beinahe zur Gefahr der in weiß agierenden Gäste wurde. Im Anschluss versuchten sich unsere Nulldreier mit zwei Distanzschüssen (erst Ergidi, dann Danso-Weidlich), welche allerdings beide den Kasten knapp verfehlten. Die Anfangsphase des Spiels war gekennzeichnet durch eine kompakte Babelsberger Mannschaft, die eng am Gegner steht und munter versucht, nach vorne zu agieren. Coach Demuth fasste das anschließend in der Pressekonferenz so zusammen: „Ich muss sagen, dass waren zwei Mannschaften mit offenem Visier (...).“


    Nulldrei versuchte sich in dieser Phase des Spiels oftmals mit langen Bällen, was allerdings nur wenig nennenswerten Erfolg mit sich brachte. Das Spiel plätscherte ein wenig dahin, viele Bälle wurden im Mittelfeld erkämpft und verloren, allerdings schenkten sich beide Teams nichts, wobei Babelsberg optisch etwas mehr investierten. Besonders auffällig dabei ist die fast fehlerlose Abwehrleistung unseres Teams, mit großer Sicherheit werden die Angriffsbemühungen der Magdeburger zunichte gemacht. Eine schöne Chance bot sich in der 42. Minute für unsere Mannen: Nach Freistoß von Civa landet der Ball bei Clemens Lange, der nur knapp ausgebremst werden konnte. Die anschließende Ecke kam wiederum von Alme Civa, Beer sprang vorbei und Ronny Surma konnte den Ball scharf auf Lange ablegen, jedoch war die Magdeburger Nummer 1 sicher zur Stelle und pflückte den Ball weg.
    Im Anschluss vor dem Halbzeitpfiff dann Flipper vor dem Kasten Marian Ungers: Rechts konnte sich Reimann durchsetzen und legte den Ball in die Mitte ab, danach folgte ein wildes Anschießen der Magdeburger mit etwas Dusel für unsere Mannschaft, dass der Ball nicht im Netz lag, sondern es nur eine Ecke wurde, die dann keine Gefahr mehr darstellen sollte.


    Nach dem Halbzeitpfiff gingen zunächst die Gäste etwas entschlossener zur Sache, nach Wiederanpfiff konnte eine Ecke erspielt werden, wo im Anschluss Freund und Feind verpassten. Im Laufe der angebrochenen zweiten Halbzeit wurde dann aber die in blau spielende Equipe immer stärker. Ümit Ergidi konnte beispielsweise Frahn schön auf rechts bedienen, dessen Direktabnahme scheiterte jedoch am rechten Tornetz des Magdeburger Kastens. Kurz darauf eine ähnliche Situation, wieder der quirlige Ergidi, der den Ball aus der Zentralen rechts durchstecken kann, die Flanke kam scharf in den Sechzehner - nur konnte die akrobatische Direktabnahme nicht für die nötige Restgefahr sorgen. Nach gut gespielten sechzig Minuten konnte jetzt aber schon von einer optischen Überlegenheit unserer Blau-Weißen gesprochen werden, die Torchancen häuften sich zunehmends, während die Magdeburger Bemühungen doch eher nach Befreiungsversuchen ausschauten. Dann aber die 78. Spielminute: Wieder mal ein langer Ball von Marian Unger weit in die Hälfte der Magdeburger, dann der entscheidende Fehler. Während Daniel Frahn durchlief leisteten sich die beiden Innenverteidiger einen kapitalen Schnitzer in der Verteidigung und unsere Nummer 16 hatte alle Zeit der Welt, den Ball mit einem Aufsetzer im Netz unterzubringen. 1:0 für die Mannschaft ohne Gegentor! Erleichterung pur auf dem Platz sowie den Rängen, ein jubelnder Marian Unger streckte die Faust in die Höhe Richtung Nordkurve und symbolisierte damit „Die knacken wir heute!“. Hatte sich der Spielverlauf in den letzten zwanzig Minuten bereits stark in die Magdeburger Hälfte verlegt fiel dieser Treffer absolut folgerichtig – wenn auch mit etwas mithilfe der Hintermannschaft der Anhaltiner. Und es sollte noch besser werden: Wieder kam ein langer Ball von Unger bei einem Babelsberger an, welcher wieder den auffälligen Lange bediente, dessen Schuss sollte nur knapp scheitern.
    Dann vor Schluss fiel dann aber auch verdient die entgültige Entscheidung: Nach einer hochgeschlagenen Ecke von Ergidi köpfte Prochnow scharf auf Beer, der bekam noch blitzschnell die Faust hoch allerdings hatte er beim Nachschuss von Clemens Lange keine Chance mehr, da der Ball verdeckt mit Seitfallzieher in die rechte Ecke bugsiert wurde. Nun stand alles Kopf, die Spieler samt Stadion waren außer sich vor Freude. Spielerisch gabs danach auch nichts mehr zu bewundern, eine Schrecksekunde in der 89. Minute, als Unger kurzzeitig nach Zusammenprall liegen blieb, er konnte jedoch die Partie beenden und war auch nach dem Abpfiff der erste, der vor der Nordkurve rumhüpfte und sich wunderschön freute, seinen alten Club besiegt zu haben. Selten sah ich solch eine pure Freude über die gewonnen 3 Punkte.
    Pikant auch die Reaktion der Magdeburger Anhänger: Als die Spieler zur Kurve kamen drehte sich fast der gesamte Block um und stand mit dem Rücken zu den eigenen Spielern. Und das am 3. Spieltag der so hochgehandelten Gäste von der Börde.


    Seinen Unmut bestätigte auch FCM-Coach Paul Linz, der zehn Minuten zu spät die Pressekonferenz mit einem trockenen „Tag“ betrat. Ausschlaggebender Grund war wohl die kleine Ansprache gewesen, die seine Spieler direkt nach Abpfiff genießen durften. Seltsamerweise skandierte der Coach allerdings viele Durchhalteparolen, was einer gewissen Ratlosigkeit zu Gesichte stand. Dietmar Demuth kommentierte das Spiel als offenen Schlagabtausch mit vielen Fehlern beider Teams, besonders im Mittelfeld. Unverdient war dieser Sieg keineswegs, da Babelsberg in weiten Teilen des Spiels mehr investierte als die Gäste und den entscheidenden Fehler eiskalt bestrafte. Das 2:0 spiegelte für unseren Coach nicht den kompletten Spielverlauf dar, aber da war man schon auf der Siegerstraße. Besonders hervorheben möchte ich heute keinen Akteur, sondern die geschlossene Mannschaftsleistung und den Willen über 90 Minuten hier gewinnen zu wollen. Mittwoch geht’s schon weiter in Wilhelmshaven, man darf beruhigt an die Nordsee reisen. Forza 03!



    SV Babelsberg 03:
    Unger, Surma, Danso-Weidlich, Laars, Kolm, Civa, Prochnow, Hartwig (65. Müller), Ergidi (86. J. Oumari), Frahn, Lange (89. Mauersberger)


    1.FC Magdeburg:
    Beer, Prest, Bankert, Probst (75. Braham), Watzka, Neumann, Rosin, Gewelke (82. Dragusha), Racanel, Reimann, Vujanovic


    Tore:
    1:0 Frahn (78.)
    2:0 Lange (85.)


    Schiedsrichter: Grudzinski


    Gelb: Gewelke


    Besucher: 3.715


    Quelle: www.babelsberg03.de
    rudiriot

    Ein Hoch auf den Wahnsinn oder: Sieg auf den Traversen


    Gut gelaunt ging es heute ins Karli, um dem Aufstiegsaspiranten aus Oberhausen mächtig ein Bein zu stellen. Das sollte teilweise gelingen, aber dazu später ausführlicheres. Ich positionierte ich direkt vor Fräulein Wunder und hatte somit abermals den besten Platz im Rund ergattert. Ein bekannter Besucher des Block C meinte vor dem Spiel, dass RWO „sehr offensiv in die Begegnung geht und gegen sone Mannschaften sahen wir immer sehr gut aus“. Ein knapper Sieg wurde dem Schreiberling also vor der Partie schmackhaft gemacht. Dann durfte es nach der mittlerweile tradiertem Hymne auch endlich losgehen. Busch und der RWO-Keeper haben sich vor dem Anpfiff im Mittelkreis nochmal gegenseitig etwas warmgeschossen, dann der Anpfiff.
    RWO begann wie erwartet offensiv und konnte die ersten Akzente im Spiel setzen, jedoch blieben die beiden Ecken und der verfehlte Schuss erstmal noch recht harmlos.
    Nulldrei spielte in der Anfangsphase durchaus mit und konnte in der zwölften Minute einen schönen Konter fahren, welcher über drei Stationen lief, allerdings blieb es auch dabei, am Strafraum der Rot-Weißen war dann Sense.
    Dann nach Ecke 03 fuhr dann der RWO einen Konter, 2 gegen 2 Situation und da war es Robben, welcher sich rechts durchsetzte und Keeper Busch zum ersten Mal bezwingen konnte. Der Ball wurde ins linke Eck versenkt, 0:1 in Minute 13.
    Kurz danach Verwirrung im weiten Stadionrund: Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff bekam der RWO kurz vor der eigenen Mittellinie einen Freistoß zugesprochen. Der ausführende Kaya fackelte nicht lange und schlug den Ball direkt auf das Tor unserer Equipe. Fatalerweise, da keiner damit gerechnet hatte und Keeper Busch ein paar Meter aus dem Kasten kam und völlig verdutzt mitansehen musste, wie dieser Kunstschuss passgenau den rechten Innenpfosten knutscht und im Netz liegt. 0:2...
    Als wenn das alles nicht genug wäre folgte dann noch ein wunderschöner Treffer für den Aufstiegsaspiranten: Nach Freistoß aus etwa 24 Metern ist es Schlieter, welcher wunderschön zum Fallrückzieher ansetzt und die Murmel etwas abgefälscht in unser Netz beförderte. Abermals war unsere Nummer 1 machtlos und somit war das Spiel binnen 5 Minuten entschieden. 20 Spielminuten waren absolviert und es sah richtig nach Nulldrei aus.


    Anschließend wurde es deutlich lustiger im Heimblock. Hatte man sich schon ein bisschen mit dem Gedanken angefreundet, in den nächsten siebzig Minütchen wohl ein tristes Bild auf dem Feld zu sehn, wurde die Nordkurve immer aktiver. Dazu aber später mehr. Oberhausen schaltete nun ein paar Gänge runter und ließ das Spiel ein wenig vor sich hinplätschern. Bis zur dreißigsten Minute also keine weitere Torgefahr, bis Nulldrei mal wieder etwas nennenswertes zustande brachte: Nach einer Ecke kam der Ball rüber und wurde als Dropkick abgenommen, leider neben das Tor.


    Dann sollten aber alle Dämme brechen: Der Wahnsinn infizierte die Nordkurve, nachdem es Marco Küntzel war, der unsere Mannschaft in Führung bringen sollte. Was sich hier womöglicherweise etwas absurd liest entspricht jedoch absolut den Tatsachen, mehrere hundert Anhänger des geliebten SVB konnten das erste Mal einen Torjubel zelebrieren und sind demnach auch meine Zeugen. Mit viel Raum ausgestattet war es die Nummer 30 der Blauen, welcher unhaltbar aus 45m abzog und den Ball im linken Dreiangel versenkte. Man durfte also wieder hoffen(heim). In diesem Sinne also, 1:0 für die Nordkurve.


    Symptomatisch für unser Spiel die eine Situation kurz vor der Halbzeit: Jonelat und Rudolph spielen sich auf links mindestens viermal den Ball hin und her, da keiner der Blauen sp richtig anspielbereit ist. Nachdem Rudi es alleine über links versuchte war der Ball weg und die Oberhausener konnten wieder seelenruhig die Zeit verstreichen lassen. Nennenswert vor der Pause waren noch zwei kleiner Chancen für unseren Käpt´n, beide Male wurde er beflankt, jedoch blieb ein Torerfolg versagt. Im Anschluss ging noch ein Fallrückzieherversuch des geliebten SVB in die Wolken, dann war auch schon Kabinenzeit.


    Unverändert gingen beide Teams dann auch in Durchgang Zwei. Gleich zu Beginn konnte sich Slavo Lukac auf rechts durchsetzen und die im Strafraum ankommende Flanke wurde beinahe von einem Oberhausener Verteidiger selbst verwertet, der Keeper verhindete Schlimmeres. Sichtlich humorvoll fiel dann parallel auch das 2:0 für unsere Nordkurve. Nach herrlichem Solo von der Grundlinie war es der geliebte Slavo Chalaskiewicz, der unsere Mannen weiter in Front brachte. Die Nordkurve flippte abermals aus und besangen den nahenden Sieg lautstark und voller Vorfreude. Chali – Chala – Chalaskiewicz!


    Jetzt aber mal wieder was vom Spiel, denn da konnte Oberhausen in Führung gehen. Nach wunderschönem Schuss ins rechte Dreiangel stand es 0:4 für den Zweitligaaspiranten. Wiederum Robben, welcher mit einem unhaltbaren Sonntagsschuss das Schicksal unserer Mannschaft besiegelte. Sonntagsschuss ist übrigens in diesem Fall ernstgemeint, es war ja auch Sonntag. Unhaltbar für unseren Keeper und nun war entgültig alles aus, 0:4 nach 57 Minuten. Außer auf den Rängen, da sollte noch einiges gehen. Im Anschluss versuchte Oberhausen lediglich das Spiel zu verwalten, in der 62. Spielminute war Keeper Busch dieses Mal allerdings sicher zu Stelle und konnte die Blamage verhindern. So plätscherte das Spiel weiter bis in Minute 71, wo es dann noch einmal einen echten Jubelschrei zu berichten gibt. Nach Gewusel im Strafraum war es Daniel Frahn, welcher den Ball nicht aufs Tor bekam aufgrund mehrerer Rot-Weißen vor sich, dafür aber Jimmy Hartwig. Der Ball wurde im 16er herumgestochert und mit aller Entschlossenheit nahm er den Ball via Dropkick ab und netzte souverän ein. Ein wenig verdient war dieser Treffer allemal, da Babelsberg trotz aussichtlosem Zwischenstandes dennoch Chancen suchte und den RWO zumindestens die letzten Minuten des Spiels ordentlich in die eigenen Hälfte drängte. Das alles brachte jedoch auch nichts mehr, der Schiedsrichter pfiff pünktlich die entschiedene Partie ab. Was die Oberhausener nicht wussten: Weitere Tore durch Gatti und Trainerlegende Andreev hatten en Heimblock völlig zum überkochen gebracht und so stands auch verdientermaßen 5:4 für Nulldrei, was für ein Spiel!


    Abschließend äußerte sich Oberhausens Trainer hochzufrieden über den gemeisterten Auswärtssieg und als Belohnung gibt’s 4 Punkte Vorsprung in der Tabelle und damit höchst aussichtsreiche Ambitionen auf den Zweitligaexpress. Dietmar Demuth konnte sich seinem Vorredner anschließen und gratulierte mit dem Wink, dass man heute wohl einen Zweitligisten gesehn habe. Unzufrieden äußerte sich der Coach über die Chancenverwertung seines Teams und machte auch den Klassenunterschied beider Mannschaften daran deutlich. Wenn man eben wie Oberhausen 4 Dinger macht, welche allesamt wunderschöne Tore waren, dann steht man eben auf Platz 2 anstatt Platz 15. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Mannschaft jetzt nochmal für die beiden letzten Ligapartien motivieren kann und vielleicht doch noch den ein oder anderen Punkt ergattern kann.



    SV Babelsberg 03:
    Busch, Jonelat, Rudolph, Lukac, Ahmetcik (83. Neubert), Civa, Laars, Moritz, Stiefel (30. Mauersberger), Hartwig, Frahn (70. Fofie)


    Rot-Weiß Oberhausen:
    Semmler, Embers, Pappas, Aksoy (60. Lüttmann), Müller, Landers, Robben (63. Reichert), Schlieter, Terranova (80. Celik), Kruse, Kaya


    Tore:
    0:1 Robben (13.)
    0:2 Kaya (15.)
    0:3 Schlieter (21.)
    0:4 Robben (57.)
    1:4 Hartwig (72.)


    Gelb: Hartwig


    Zuschauer: 1750 (ca. 150 Gäste)


    Schiedsrichter: Kampka


    rudiriot
    Quelle: www.babelsberg03.de

    "Hey, Hey Nulldrei is here! All forgot the glory, All forgot the glory"


    Auswärts fahren lohnt sich eben auch, wenn es um nichts mehr geht. Tatort Verl: Gut 50 Anhänger des geliebten SVB machten sich zu frühster Stunde auf in die kleine, verschlafene Gemeinde Verl. Kurz nach 7 Uhr ging es ab dem Lutherplatz mit dem Bus los, reichlich früh also, sodass unser übersichtlicher Mob erstmal noch bei dem Wirt des Vertrauens ein Bierchen genießen durfte. Der gute Mann samt Gattin war sich anfangs nicht unserer Gastfreundschaft gewiss, allerdings konnten wir ihn davon überzeugen und am Ende gabs sogar Schnitzel für eine Teilnehmerin. Also gings in lockerer Atmosphäre in das Stadion an der Poststraße. Das alles hatte so eine ruhige, entspannte Oberligastimmung. Bier im Stadion, völlig entspannte Beamte in übersichtlicher und angemessener Quantität sowie ein Top-Catering. Danke nochmals für die Wurstpappen und das Freibier, ein Lob an Versorger!


    Sportlich brachte Trainer Demuth wieder eine neue Formation auf den Platz, die drei eingewechselten Lukac, Jonelat und Rudolph standen neben Jimmy Hartwig wieder in der Startelf. Nach der unglücklichen Niederlage gegen die Dynamos aus Dresden hoffte man auf einen entspannten Auswärtssieg bei bestem Wetter. Jedoch sollte anfangs nicht alles reibungslos verlaufen. gehen wir in die vierte Minute. Aus knappen 22m kann ein Verler den Ball auf den halblinks freistehenden Mainka durchstecken, der bedankt sich mit einem Schuss unten rechts in die Maschen des machtlosen Carsten Busch. 1:0, Mist. Solche Spielbeginne sind meistens unschön und drücken die Stimmung. Da hatte wohl aber keiner der Nulldreier Lust drauf, weder Fans noch Spieler. So bleibt als Reaktion von den Rängen lautstarke Singerei und auf dem Platz ein Team, welches keineswegs aufsteckte und munter mitspielte. Das sollte auch belohnt werden, denn bereits fünf Minuten später war es Daniel Frahn, welcher auf links bedient wurde. In bester Stürmermanier konnte unsere Nummer 16 den Ball geschickt am heraneilenden Keeper vorbeizirkeln und der Ball blieb wunderschön rechts im Netz der Verler hängen, Ausgleich! Und darauf ruhte sich unser Team keineswegs aus, weitere Torgefahr wurde in den Folgeminuten noch nicht belohnt. Aber da Tore schön sind gehen wir weiter in die 22. Spielminute. Nulldrei konnte den Druck weiter erhöhen und erkämpfte sich einen Eckball. Nach maßgeschneiderter Flanke unseres Käptn´s war es ein lässiger Typ, der den Ball am zweiten Pfosten einnicken durfte. Da unsere Nummer 33 ziemlich allein gelassen wurde bedankte er sich vorbildlich mit dem Führungstreffer, welcher auf den Rängen die zweite Jubelwelle bedeutete. Ein Stadionsprechermitglied ließ es sich nicht nehmen, die Tore nochmals deutlich an alle Anwesenden zu richten.


    Anschließend wurde es deutlich ereignisloser. Nulldrei bewies große Moral und kämpfte aufopferungsvoll, Verl hingegen recht einfalls- und harmlos. So bleibt bis zum Halbzeitpfiff zu konstatieren, dass zwar auch die Verler ihre Möglichkeiten suchten, jedoch absolut harmlos blieben. Aber was solls, wenn auf dem Platze nichts ging, so jedoch auf den Rängen, denn der Babelsberger Support war durchgängig, laut und kreativ. Die Verler Fans schauten sich das Oberliganiveau ruhig und supporttechnisch stimmungslos an, die Nulldreier erprobten trotz weniger Auswärtsfahrer sogar Wechselgesänge zwischen Gästeblock und Tribüne. Das Bild sollte sich nicht sonderlich ändern, auch nicht im zweiten Durchgang.Verl wechselte zur Halbzeit das erste Mal, jedoch blieb beim Gesamtbild alles beim Alten: Keine Gefahr, keine echten Torchancen. Beim Schreiben der Notizen wurde ich stark entlastet, was jedoch auch dazu führt, das es kaum berichtenswertes aus dem zweiten Durchgang gibt. Hier mal ein Verler aufbäumen mit Ende am Strafraum, da mal ein vielversprechender Fehlpass mitten ins Nirvana. Das Glück blieb dann auch den Verlern bei ihrer einzigen echten Torchance fern. Nach Eckball konnte ein Spieler des SCV den Ball akrobatisch mit der Hacke abnehmen, der Torerfolg blieb Zentimeter verwehrt. So plätscherte das Spiel weiter Richtung Abpfiff, jedoch gabs dann in der 90. Minute dann doch nochmal Torgefahr und Torerfolg. Die Verler warfen alles nach vorne und so konnte unsere Equipe mustergültig zum Auskontern ansetzen. Nach Doppelpass von Moritz und Frahn war es wiederum unsere Nummer 16, welcher den Ball sicher im Tor unterbringen kann und somit alles klar machte. Der unauffällige Schiri pfiff kurz danach den Kick ab.


    Fazit: Ein toller Auswärtstrip, wo es für beide Teams eigentlich um nichts mehr ging. Unsere Mannen jedoch deutlich engagierter und konsequenter im Abschluss und von daher ging dieser Auswärtssieg auch so vollkommen in Ordnung. Es war gewiss kein fussballerischer Leckerbissen, aber Einstellung des Teams und der Support haben absolut gestimmt und auch so kann man nur schöne Grüße an die netten Verler Gastgeber senden. Moralisch war dieser Sieg denke ich sehr wertvoll, wollen wir doch bereits am Mittwoch ein paar Magedeburger in die vierte Liga mitnehmen. Auf ein schönes Flutlichtspiel und 03-Punkte.


    SC Verl:
    Kallntas, Cinar, Rogowski, Saur, Koberstein (59. Ullacan), Hagedorn, Mainka, Dayangan (78. Bamba), Pagano (46. Remmert), , Krause, N´Diaye


    SV Babelsberg 03:
    Busch, Rudolph, Lukac, Jonelat, Laars, Prochnow, Hartwig, Stiefel (59. Vukadin), Moritz, Civa (88. Mauersberger), Frahn


    Tore: 1:0 Mainka (4.)
    1:1 Frahn (9.)
    1:2 Laars (22.)
    1:3 Frahn (90.)


    Gelbe Karten: Remmert – Hartwig, Prochnow, Lukac


    Zuschauer: ca. 330 (50-60 Gäste)


    Schiedsrichter: Bauer
    Besucher: 330


    rudiriot
    Quelle: www.babelsberg03.de