36. Spieltag Regionalliga Nord: SV Babelsberg 03 - Rot-Weiß Oberhausen 1:4 (0:3)

  • Ein Hoch auf den Wahnsinn oder: Sieg auf den Traversen


    Gut gelaunt ging es heute ins Karli, um dem Aufstiegsaspiranten aus Oberhausen mächtig ein Bein zu stellen. Das sollte teilweise gelingen, aber dazu später ausführlicheres. Ich positionierte ich direkt vor Fräulein Wunder und hatte somit abermals den besten Platz im Rund ergattert. Ein bekannter Besucher des Block C meinte vor dem Spiel, dass RWO „sehr offensiv in die Begegnung geht und gegen sone Mannschaften sahen wir immer sehr gut aus“. Ein knapper Sieg wurde dem Schreiberling also vor der Partie schmackhaft gemacht. Dann durfte es nach der mittlerweile tradiertem Hymne auch endlich losgehen. Busch und der RWO-Keeper haben sich vor dem Anpfiff im Mittelkreis nochmal gegenseitig etwas warmgeschossen, dann der Anpfiff.
    RWO begann wie erwartet offensiv und konnte die ersten Akzente im Spiel setzen, jedoch blieben die beiden Ecken und der verfehlte Schuss erstmal noch recht harmlos.
    Nulldrei spielte in der Anfangsphase durchaus mit und konnte in der zwölften Minute einen schönen Konter fahren, welcher über drei Stationen lief, allerdings blieb es auch dabei, am Strafraum der Rot-Weißen war dann Sense.
    Dann nach Ecke 03 fuhr dann der RWO einen Konter, 2 gegen 2 Situation und da war es Robben, welcher sich rechts durchsetzte und Keeper Busch zum ersten Mal bezwingen konnte. Der Ball wurde ins linke Eck versenkt, 0:1 in Minute 13.
    Kurz danach Verwirrung im weiten Stadionrund: Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff bekam der RWO kurz vor der eigenen Mittellinie einen Freistoß zugesprochen. Der ausführende Kaya fackelte nicht lange und schlug den Ball direkt auf das Tor unserer Equipe. Fatalerweise, da keiner damit gerechnet hatte und Keeper Busch ein paar Meter aus dem Kasten kam und völlig verdutzt mitansehen musste, wie dieser Kunstschuss passgenau den rechten Innenpfosten knutscht und im Netz liegt. 0:2...
    Als wenn das alles nicht genug wäre folgte dann noch ein wunderschöner Treffer für den Aufstiegsaspiranten: Nach Freistoß aus etwa 24 Metern ist es Schlieter, welcher wunderschön zum Fallrückzieher ansetzt und die Murmel etwas abgefälscht in unser Netz beförderte. Abermals war unsere Nummer 1 machtlos und somit war das Spiel binnen 5 Minuten entschieden. 20 Spielminuten waren absolviert und es sah richtig nach Nulldrei aus.


    Anschließend wurde es deutlich lustiger im Heimblock. Hatte man sich schon ein bisschen mit dem Gedanken angefreundet, in den nächsten siebzig Minütchen wohl ein tristes Bild auf dem Feld zu sehn, wurde die Nordkurve immer aktiver. Dazu aber später mehr. Oberhausen schaltete nun ein paar Gänge runter und ließ das Spiel ein wenig vor sich hinplätschern. Bis zur dreißigsten Minute also keine weitere Torgefahr, bis Nulldrei mal wieder etwas nennenswertes zustande brachte: Nach einer Ecke kam der Ball rüber und wurde als Dropkick abgenommen, leider neben das Tor.


    Dann sollten aber alle Dämme brechen: Der Wahnsinn infizierte die Nordkurve, nachdem es Marco Küntzel war, der unsere Mannschaft in Führung bringen sollte. Was sich hier womöglicherweise etwas absurd liest entspricht jedoch absolut den Tatsachen, mehrere hundert Anhänger des geliebten SVB konnten das erste Mal einen Torjubel zelebrieren und sind demnach auch meine Zeugen. Mit viel Raum ausgestattet war es die Nummer 30 der Blauen, welcher unhaltbar aus 45m abzog und den Ball im linken Dreiangel versenkte. Man durfte also wieder hoffen(heim). In diesem Sinne also, 1:0 für die Nordkurve.


    Symptomatisch für unser Spiel die eine Situation kurz vor der Halbzeit: Jonelat und Rudolph spielen sich auf links mindestens viermal den Ball hin und her, da keiner der Blauen sp richtig anspielbereit ist. Nachdem Rudi es alleine über links versuchte war der Ball weg und die Oberhausener konnten wieder seelenruhig die Zeit verstreichen lassen. Nennenswert vor der Pause waren noch zwei kleiner Chancen für unseren Käpt´n, beide Male wurde er beflankt, jedoch blieb ein Torerfolg versagt. Im Anschluss ging noch ein Fallrückzieherversuch des geliebten SVB in die Wolken, dann war auch schon Kabinenzeit.


    Unverändert gingen beide Teams dann auch in Durchgang Zwei. Gleich zu Beginn konnte sich Slavo Lukac auf rechts durchsetzen und die im Strafraum ankommende Flanke wurde beinahe von einem Oberhausener Verteidiger selbst verwertet, der Keeper verhindete Schlimmeres. Sichtlich humorvoll fiel dann parallel auch das 2:0 für unsere Nordkurve. Nach herrlichem Solo von der Grundlinie war es der geliebte Slavo Chalaskiewicz, der unsere Mannen weiter in Front brachte. Die Nordkurve flippte abermals aus und besangen den nahenden Sieg lautstark und voller Vorfreude. Chali – Chala – Chalaskiewicz!


    Jetzt aber mal wieder was vom Spiel, denn da konnte Oberhausen in Führung gehen. Nach wunderschönem Schuss ins rechte Dreiangel stand es 0:4 für den Zweitligaaspiranten. Wiederum Robben, welcher mit einem unhaltbaren Sonntagsschuss das Schicksal unserer Mannschaft besiegelte. Sonntagsschuss ist übrigens in diesem Fall ernstgemeint, es war ja auch Sonntag. Unhaltbar für unseren Keeper und nun war entgültig alles aus, 0:4 nach 57 Minuten. Außer auf den Rängen, da sollte noch einiges gehen. Im Anschluss versuchte Oberhausen lediglich das Spiel zu verwalten, in der 62. Spielminute war Keeper Busch dieses Mal allerdings sicher zu Stelle und konnte die Blamage verhindern. So plätscherte das Spiel weiter bis in Minute 71, wo es dann noch einmal einen echten Jubelschrei zu berichten gibt. Nach Gewusel im Strafraum war es Daniel Frahn, welcher den Ball nicht aufs Tor bekam aufgrund mehrerer Rot-Weißen vor sich, dafür aber Jimmy Hartwig. Der Ball wurde im 16er herumgestochert und mit aller Entschlossenheit nahm er den Ball via Dropkick ab und netzte souverän ein. Ein wenig verdient war dieser Treffer allemal, da Babelsberg trotz aussichtlosem Zwischenstandes dennoch Chancen suchte und den RWO zumindestens die letzten Minuten des Spiels ordentlich in die eigenen Hälfte drängte. Das alles brachte jedoch auch nichts mehr, der Schiedsrichter pfiff pünktlich die entschiedene Partie ab. Was die Oberhausener nicht wussten: Weitere Tore durch Gatti und Trainerlegende Andreev hatten en Heimblock völlig zum überkochen gebracht und so stands auch verdientermaßen 5:4 für Nulldrei, was für ein Spiel!


    Abschließend äußerte sich Oberhausens Trainer hochzufrieden über den gemeisterten Auswärtssieg und als Belohnung gibt’s 4 Punkte Vorsprung in der Tabelle und damit höchst aussichtsreiche Ambitionen auf den Zweitligaexpress. Dietmar Demuth konnte sich seinem Vorredner anschließen und gratulierte mit dem Wink, dass man heute wohl einen Zweitligisten gesehn habe. Unzufrieden äußerte sich der Coach über die Chancenverwertung seines Teams und machte auch den Klassenunterschied beider Mannschaften daran deutlich. Wenn man eben wie Oberhausen 4 Dinger macht, welche allesamt wunderschöne Tore waren, dann steht man eben auf Platz 2 anstatt Platz 15. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Mannschaft jetzt nochmal für die beiden letzten Ligapartien motivieren kann und vielleicht doch noch den ein oder anderen Punkt ergattern kann.



    SV Babelsberg 03:
    Busch, Jonelat, Rudolph, Lukac, Ahmetcik (83. Neubert), Civa, Laars, Moritz, Stiefel (30. Mauersberger), Hartwig, Frahn (70. Fofie)


    Rot-Weiß Oberhausen:
    Semmler, Embers, Pappas, Aksoy (60. Lüttmann), Müller, Landers, Robben (63. Reichert), Schlieter, Terranova (80. Celik), Kruse, Kaya


    Tore:
    0:1 Robben (13.)
    0:2 Kaya (15.)
    0:3 Schlieter (21.)
    0:4 Robben (57.)
    1:4 Hartwig (72.)


    Gelb: Hartwig


    Zuschauer: 1750 (ca. 150 Gäste)


    Schiedsrichter: Kampka


    rudiriot
    Quelle: www.babelsberg03.de