Leipzig raus

  • "Leipzigs Bewerbung um die Olympischen Spiele 2012 ist gescheitert. Das Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) verweigerte dem deutschen Bewerber am Dienstag in Lausanne die Anerkennung als Kandidaten-Stadt für die Sommerspiele in acht Jahren. In die Endauswahl sind die Städte London, Madrid, Moskau, New York und Paris gekommen. Neben Leipzig kippten Havanna, Istanbul und Rio de Janeiro aus dem Rennen."


    Schade eigentlich, aber die Übermacht der Riesenmetropolen war wohl doch zu groß. Dass Madrid wieder zugelassen wurde - nach Barcelona 1992 - finde ich befremdlich. Alles Gerede von "kleinen Spielen" war nur Schow.


    Paris wird am Ende das Rennen machen - die dritte Bewerbung in Folge muss wohl auch politisch klappen. Insofern vielleicht besser für Leipzig, dass es jetzt schon Klarheit hat.

  • Denke nicht, dass die Skandale irgendeinen Einfluss auf die Entscheidung hatten. Und ob Hamburg eine der 5 hätte verdrängen können, ist mehr als fraglich.


    "Leipzigs Olympia-Traum abrupt beendet
    Spiele 2012 werden zum Duell der Europa-Phalanx Paris, London, Madrid, Moskau gegen New York
    Von Günter Deister und Martin Kloth


    Der Leipziger Traum von den dritten Olympischen Spielen in Deutschland nach Berlin 1936 und München 1972 hat am Dienstag in Lausanne ein abruptes Ende gefunden. Dem deutschen Bewerber aus Sachsen bleibt am 6. Juli 2005 nur die Zuschauerrolle, wenn das Internationale Olympische Komitee (IOC) in Singapur unter Paris, London, Madrid, Moskau und dem US-Giganten New York die Stadt für die Olympischen Spiele 2012 auswählt.


    Mit Leipzig und seinem Segelpartner Rostock sortierte das IOC-Exekutivkomitee am Dienstag in Lausanne noch Rio de Janeiro, Istanbul und Havanna aus. Beim Duell der europäischen Phalanx gegen "Big Apple" New York gilt der zweimalige Olympia-Ausrichter Paris (1904 und 1924) mit einer auch technisch hochklassigen Bewerbung als Favorit.


    Mit Leipzigs frühzeitigem Scheitern erlebte der deutsche olympische Sport sein zweites Debakel innerhalb von elf Jahren. 1993 hatte das gerade wiedervereinigte Berlin in der Endwahl für die Spiele 2000 gerade einmal neun von 89 Stimmen erhalten und lag damit weit abgeschlagen hinter Sydney, Peking und Manchester. Wird ein Europa-Kandidat von der IOC-Vollversammlung zum Ausrichter der Spiele nach Athen und Peking (2008) gekürt, ergibt sich für eine weitere deutsche Bewerbung erst für 2024 eine realistische Chance, weil 2016 wohl Nordamerika und 2020 die Dritte Welt an der Reihe wären.


    NOK- Präsident Klaus Steinbach kündigte in Lausanne an, dass seine Organisation frühestens im November 2005 eine Grundsatzentscheidung über eine weitere Bewerbung treffen werde. Bei einem positiven Votum würde die Bewerbungsliste für alle interessierten Städte neu geöffnet.


    Als IOC-Präsident Jacques Rogge am Dienstag im Lausanner Kongresszentrum Palais de Beaulieu um 13.31. Uhr das Ergebnis der Ausscheidungsrunde verkündete, waren Leipzigs Chancen zuvor in der in Abgeschlossenheit tagenden Exekutive an den K.o.-Kriterien allgemeine Infrastruktur und Beherbergung zerbrochen. Der technische Bericht der IOC-Expertenkommission hob jene beiden Bereiche als Schwachpunkt hervor, die in der Bewertung von 11 untersuchten Themengruppen mit dem Faktor 5 die höchste Gewichtung hatten. Dieses Manko konnte Leipzig, mit 500000 Einwohnern der David unter den Goliaths, mit seinem Athleten freundlichen Kompaktmodell im Herzen der Stadt nicht wett machen.


    Bundesinnenminister Otto Schily und Leipzigs Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee haben vergeblich darauf gehofft, IOC-Präsident Jacques Rogge würde in seiner Politik der Begrenzung von Olympischen Spielen dem Leipziger Modell der Bescheidenheit und Überschaubarkeit eine zu den Mega-Städten alternative Chance eröffnen. "Man muss deshalb nicht den Mut verlieren", erklärte Schily, "wir können stolz auf diese Bewerbung sein. Wir lassen uns jetzt nicht in eine negativ Stimmung hinein manövrieren."


    Die elf stimmberechtigten Mitglieder der Exekutive hielten sich mit ihrer Entscheidung bei der Auswahl der ersten vier Städte streng an den Expertenbericht. Er sah in dem "brutal harten" Konkurrenzkampf (IOC-Vizepräsident Thomas Bach) Paris, London, New York und Madrid deutlich vor den von Moskau angeführten Mitbewerbern. So entsprang die 4-plus-1-Lösung mit der Hinzunahme von Moskau wohl auch aus politischem Kalkül und nahm Rücksicht auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin, der sich hinter den Kulissen für seine Hauptstadt eingesetzt hatte und dem ein Scheitern auch in der Konkurrenz mit New York wohl nicht zugemutet werden sollte.


    Havanna hatte von vornherein keine Chance. Dauerkandidat Istanbul, der sich zum vierten Male hintereinander bewarb, wurde ebenfalls wegen seiner problematischen Infrastruktur und dazu wegen Sicherheitsdefiziten abgewiesen. Dies gilt auch für Rio de Janeiro. Doch Brasiliens Metropole kann das verschmerzen. Sie trägt 2007 die Panamerikanischen Spiele aus und wird wohl Hauptschauplatz der WM 2014 sein, die der Fußball-Weltverband FIFA an Brasilien vergeben will."

  • Schade!


    Glaube nicht, dass die Skandale dafür verantworlich waren. Die gab es anderswo ja auch, zumal man in den letzten Monaten den Laden in Leipzig wieder ganz gut in den Griff bekam.


    Man hatte wohl nie eine echte Chance. Darum besser heute die klare Entscheidung als erst in einem Jahr.

  • Hätten se mal Riesa nicht aus`m Boot gekegelt. :???:
    Nee, is schon sehr schade.
    Wenn man die Investitionen sieht die der Region jetzt durch die Lappen gehn und die damit verbundenen Arbeitsplätze, oh weh :sad: :sad:.


    Ciao Marek !

  • Die offizielle Begründung (Infrastruktur und Beherbergung) stand auch so auf mdr.de.


    Ich meine auch nicht, daß HH besser gewesen wäre. Ist aber Weltstadt und hat enorm gegen Leipzig gewettert (Wahlkampf eines niveaulosen Hamburger OB). Deshalb ist dort Schadenfreude angesagt. :naja:

  • Zitat

    Original von Frank_VFC
    In die Endauswahl sind die Städte London, Madrid, Moskau, New York und Paris gekommen.


    Wer hat denn wirklich daran geglaubt , dass Leipzig mit diesen Metropolen mithalten kann ? Das war doch vorher schon klar das Leipzig rausfliegt !!!

  • Ich denk mal das IOC hat Leipzig die Ausrichtung von Anfang an nicht zugetraut.Die ham sich dann auf ihre alten bekannten verlassen!!
    Olympia bei uns wäre sicher wirtschaftlich absolut wichtig gewesen!
    Aber es kommt halt immer anders!!

  • Mich stört es nicht :biggrin:
    War eh nie für ein Olympia in Leipzig, besonders nachdem solche Nachtwächter wie Tiefensee oder Köhler da am Ruder waren/sind.
    Drum *ich mich freue* :lach: Zudem sah ich auch nie auch nur ein Fünkchen Chance für Leipzig gegen solche Metropolen.


    Bis 2024 :ja:


    MfG TSVler


    Ps. wegen wirtschaft...das hätte auch nur eine kurze weile aufschwung gegeben....

    Stahl Riesa
    78 Spiele ungeschlagen = Deutscher Rekordhalter
    vom 31. August 2003 bis 23. September 2006

  • Na ja jetzt ist das passiert, was viele erwartet haben!


    Ich hoffe nur mal, daß jetzt diese ganzen Showmaster welche ich heute (im TV) auf der Leipziger Bühne gesehen habe: Stolpe, Milbradt, sich endlich wieder um wirkliche Politik kümmern! Vor allem auch in meiner Oberlausitzer Heimat (B178 Neu), das diese Gegend mal weg kommt vom Arsch der Welt - hin zur Mitte Europas, in der sich diese Herren noch vor zwei Wochen feiern lassen haben ....
    ... und sicherlich auch noch andere wichtigere Projekte!!!

  • Natürlich ist heute Feiertag für die "Ätschi-Bätschi"- und "Ich hab's doch schon immer gewußt"-Fraktionen. Das gehört zur Niederlage halt dazu. Der sechste Platz ist erstmal achtbar, immerhin hat sich Leipzig gegen sogenannte Weltmetropolen wie Istanbul und Rio durchgesetzt und ist relativ knapp an Moskau gescheitert.


    Leipzig war zwar der Sieger der deutschen Vorausscheidung, nie aber wirklich der Kanditat Deutschlands. Zu tief hat der Frust der Unterlegenen gesessen, gerade gegen die Zonis verloren zu haben. Mit einer Niederlage untereinander hätte man sich wohl abgefunden.


    Hamburg der bessere Kanditat? Wer nicht mal die Mehrheit der Stimmen seines NOK hinter sich bringen kann, wer sich nicht mal gegen nationale Konkurrenz durchsetzt, wie soll der international bestehen, wenn dann auch noch die Unterstützung aus dem Hause BLÖD keine Rolle mehr spielt?


    Besser heute Klarheit als noch ein Jahr sinnlos Geld ausgeben, was in der Mehrheit eh keine wirklichen Investitionen sondern "Gefälligkeiten" gewesen wären.


    Ansonsten sollte man es sportlich nehmen. Am Ende kann es nur einer werden, die anderen waren halt (noch) besser.

  • @ aka: Volle Zustimmung. Jetzt den Dingen hinterherzutrauern, die eventuell mal hätten geschehen können bringt auch nichts. Wenn Leipzig jetzt schon rausgeflogen ist, hatte sie keine realen Chancen auf die Vergabe der Spiele. Man stelle sich vor, Leipzig wäre eine Runde weiergekommen und das NOK hätte noch mehr Geld in die ganze Bewerbungsgeschicht gesteckt. Wäre total sinnlose Verschwendung gewesen.

    SCHWARZ und ROT bis in den TOD!!!


    ALLES FÜR DEN L-O-K!!!

  • Ich habe mir gerade mal die Zahlen angeschaut, es war verdammt knapp. In 8 von 11 Kriterien lag Leipzig unter den besten 5, 6 mal konnte sogar ein Spitzenplatz (1-3) erreicht werden.

    Code
    1. Wichtung Kriterium Leipzig-------------------------------------------------------------5 Generelle Infrastruktur 6. Platz5 Unterkünfte 8. Platz4 Olympisches Dorf 3. Platz4 Wettkampfstätten 4. Platz4 Transportsystem 3. Platz3 Gesamtkonzept 5. Platz3 Finanzen 1. Platz3 Sicherheit 3. Platz2 Erfahrung mit Großveranstaltungen 6. Platz2 Umweltkriterien 1. Platz1 Unterstützung Politik und Öffentlichkeit 2. Platz


    Die Endplatzierung:

    Code
    1. 1. Paris 7,6 bis 8,5 Punkte
    2. 2. Madrid 7,4 bis 8,3 Punkte
    3. 3. London 6,6 bis 7,7 Punkte
    4. 4. New York 6,4 bis 7,5 Punkte
    5. 5. Moskau 5,5 bis 6,5 Punkte
    6. 6. Leipzig 5,2 bis 6,0 Punkte
    7. 7. Rio 4,3 bis 5,2 Punkte
    8. 8. Istanbul 4,0 bis 4,8 Punkte
    9. 9. Havanna 2,8 bis 3,6 Punkte