Schön, dass wir uns da mal einig sind. Die Geschichte mit Boateng war also "der eine oder andere Fehler" des Trainers (hört sich irgendwie schon wieder so verharmlosend an, aber egal). Schauen wir uns doch dann mal die Konsequenzen dieses Fehlers an und arbeiten uns ein Stückchen weiter voran (dann wird vielleicht auch deutlich, dass es doch ein größerer Fehler war).
Konsequenzen des Festhaltens an Boateng: Unsicherheit, Chaos und fehlende Abstimmung im Mittelfeld!
Wie soll sich denn bitte ein Mittelfeld aufeinander einspielen, wenn der Kopf desselbigen (Boateng nämlich) nur relativ unregelmäßig mitspielt und wenn er dann mal mitspielt, dann in der Regel am Rande des Platzverweises segelt und die Partien oft nicht zu Ende bringt!? Das ist unmöglich, insbesondere wenn mit einem völlig neu zusammengewürfelten Haufen gespielt wird.
Hier wäre es doch gerade wichtig gewesen, mit aller trainerlichen Macht so viel Kontinuität und Spielpraxis wie möglich herzustellen. Verlässlichere oder charakterstärkere Alternativen wären für diese Position auch vorhanden gewesen: Metin oder auch El-Moghrabi hätten diese (wichtige) Position gut spielen können. Aber was macht der Trainer? Er lässt Boateng sogar am Anfang der Saison Mannschaftskapitän werden! Und vor so manchem Spiel, wo Boateng offensichtlich wieder die rechtzeitige Abfahrt in Hamburg verpasst hatte, hieß es aus verantwortlichen Kreisen: "Wenn er jetzt noch von der Autobahn kommt, dann spielt er auch." Egal ob Sekunden vor dem Anpfiff oder gar erst zur zweiten Halbzeit.
Solche Aussagen kamen nicht nur vom Trainer sondern auch vom Vorstand, welcher sich offensichtlich und nicht nur hier der trainerlichen Meinung angeschlossen hatte.
Und damit zum nächsten großen Fehler (sozusagen Nr. 2 Die Fehleinschätzung von Boateng war kein Einzelfall, vielmehr hat der Trainer auch die Leistungsfähigkeit der gesamten Mannschaft und seines daraus geformten Teams krass falsch eingeschätzt.
Hier soll nun auch mal der Vorstand in den Blickpunkt der Kritik rücken. Ich denke auch, dass der fussballerische Fachverstand im Vorstand von TAS nicht gerade überrepräsentiert ist. Aber das muss ja auch nicht sein, denn der Vorstand hat ja in der Regel andere Aufgaben, als die sportliche Beurteilung der Lage (und diese anderen Aufgaben werden aus meiner Sicht ganz gut bearbeitet) . Vielmehr ist der Vorstand hier doch angewiesen auf die qualifizierten Einschätzungen des Trainerstabs. Und da war der TAS-Vorstand in dieser Saison wohl eher schlecht beraten.
Auf den Punkt gebracht: Ich denke, dass sowohl die Einschätzung von Wilde vor der Saison (irgendwas mit einstelligem Tabellenplatz), als auch die Einschätzung in der Winterpause (ohne Steinhauf oder Abou wird der Klassenerhalt schon zu schaffen sein) auf die Einflüsterungen seitens des Trainers zurückgehen. Denn auch hier (quasi in der Gesamtperspektive) war seitens des Trainers selten etwas von konkretem Problembewußtsein zu spüren, sondern vielmehr ein stetiges "es wird schon besser werden"-Schönwettergerede zu vernehmen. Höhepunkt dieser Arie von falschem Bewußtsein war eine Aussage in der Winterpause zur neu zusammengestellten Mannschaft:
Sinngemäß: "Hätten wir diese Mannschaft zu Saisonbeginn gehabt, dann hätten wir um den Aufstieg mitgespielt."
Insofern muss wohl der Fehler des Vorstandes, in der Winterpause keinen erfahrenen Mann fürs defensive Mittelfeld geholt zu haben, auch zum Teil den erneuten Fehleinschätzungen des Trainers angekreidet werden.
Und damit wären wir über einen kleinen Umweg bei Fehler Nr. 3 angelangt: Unterschätzung des Problemfalls defensives Mittelfeld oder warum der Abgang von Abou nie auch nur annähernd kompensiert wurde ..
Dazu aber erst später mehr, denn ich will es ja hier nicht übertreiben und lieber einen Dialog als einen Monolog führen. Vielleicht können wir uns ja also ersteinmal auf Fehler Nr. 2 einigen.
@ immerdabei
Der Fanclub ist wie schon am letzten Wochenende nicht beim Spiel der Herren anwesend, sondern vielmehr bei der A-Jugend. Die spielt am Sonntag um 13 Uhr in Babelsberg ein erstes Endspiel um den Klassenerhalt. Auch hier sind natürliche alle Freunde der Teufels herzlich eingeladen uns zu begleiten.