Tragen Fussballvereine bald Unternehmensnamen?

  • Wie war das eigentlich in der ehemaligen DDR ... ? Stahl Brandenburg oder Wismut Aue oder viele andere Vereine sind doch typische Unternehmensvereine gewesen, hätten sonst garnicht überleben können.


    Sollte z. B. Stahl Brandenburg in die Pleite gehen und abgewickelt werden müssen, würde man doch sicher auch nach einem Strohhalm wie Red Bull Brandenburg greifen ... oder? "Bluten für den Verein" kann Fußball nicht mehr retten.


    Und ich glaube kaum, daß z. B. adidas mit seinem Anteil beim FC Bayern nicht auch in die Vereinspolitik eingreifen kann - ohne einen Vereinsnamen wie adidas München. Großsponsoren werden schon jetzt in allen Vereinen in den notwendigen Gremien sitzen.


    Ich denke, es geht hier nur um einen Feigenblattbeschluss, um langam aber sicher die Realität auch offen zu zeigen. Fußball ist nun mal ein Wirtschaftsfaktor und da darf (muß?) man das Kind beim Namen nennen. Die Großzügigkeit des DFB, einen Millionenbetrag von Nike zu Gunsten von adidas auszuschlagen, kann sich kaum ein Verein leisten.


    Mit der jetzt vorgesehenen Beschränkung auf den Bereich unterhalb der fünften Liga wird einfach nur gestartet. Änderungen nach oben sind garantiert - wenn das mit dem Namen dann im Aufstiegsfall vor einem ordentlichen Gericht geklärt werden muß, ziehen der DFB oder die DFL sicherlich leise weinend den Schwanz ein!

    Es gibt keinen besseren Grund, höflich zu sein, als die Überlegenheit.
    (M. von Ebner-Eschenbach)
    Höflichkeit ist der Versuch, Menschenkenntnis durch gute Manieren zu mildern.
    (Jean Gabin)

  • Das ist richtig, aber das hat mit dem Thema an sich ja nichts zu tun. Welcher Verein der oberen Ligen wäre überhaupt ohne Sponsoren dort, wo er jetzt steht.


    Ansonsten Zustimmung zum Beitrag vom talent. Sowas könnte ich mir vorstellen, und in der Art ist es ja längst üblich.

    komisch nur das er alleine Sponsor ist. soweit ich weiß. Oder wer bezahlte denn die brasilianer die noch nachgekauft wurden.

  • Ich denke, es wird so kommen. Wir gewöhnen uns an Stadionnahmen und werden uns auch an neue Vereinsnahmen gewöhnen.


    Das Beispiel mit Stahl Brandenburg stimmt schon. Ich war übrigens zu BSV-Zeiten selten im Stadion und würde es unter einem anderen Namen wieder sein. Mich verbindet halt etwas mit dem Namen. Dieser Verein wurde unter diesem Namen gegründet und soll ihn auch behalten, Werkself hin oder her. Vielleicht haben wir ja Glück und ein Stahlkonzern sponsert uns. Dann müssen wir uns vielleicht nicht ganz an einen neuen Namen gewöhnen: FC Riva-Stahl Brandenburg z.B.

  • In dem Zusammenhang: Hat sich einer mal das fette Schreiben des DFB (die Anträge für den Bundestag) reingezogen? Ist da die Rede von dem Versuch, die 51%-Regelung für die Anteile zu kippen?


    Ich hoffe ich begebe mich jetzt juristisch nicht auf`s Glatteis.
    Möglich, das diese Regelung sowieso rechtlich anfechtbar ist, man kann keiner AG vorschreiben so und soviele Aktien einzubehalten ("freier Kapitalverkehr"), aber dann wäre jeder Verein der mehr als 50,05 % bzw 51% Anteile verkauft selber schuld wenns nach hinten losgeht.
    Man ist allerdings nicht gezwungen seine Anteile zu veräußern bzw. so und so viele auf den Markt zu werfen und da kann kein Gesetz was machen = Eigentumsrecht. Ich denke hier sollte dann jeder Verein sich selber was auf die Fahne schreiben um den Vereinsnamen auch für die Zukunft zu sichern.

    Mir doch egal wer dein Vater ist, wenn ich hier angle wird nicht über`s Wasser gelaufen !

  • Wie war das eigentlich in der ehemaligen DDR ... ? Stahl Brandenburg oder Wismut Aue oder viele andere Vereine sind doch typische Unternehmensvereine gewesen, hätten sonst garnicht überleben können.


    Naja, das Beispiel hinkt ein wenig, wie halt viele Beispiele. Ein bißchen Unterscheid ist (war?) schon zwischen einer BSG und einen Unternehmensverein. Aber es waren ja auch andere Zeiten und Fußball in der DDR war kein Profisport :rolleyes:


    Ansonsten hat es das Talent ja exakt auf den Punkt gebracht. Mitbestimmung oder Alleinbestimmung durch den Sponsor, der dann Eigentümer ist, wird es wohl häufiger geben. Namensgebung wohl eher nicht, weil das u.a. dem Sponsor auch gar nicht so viel bringt. Jedenfalls in den Ligen, in denen "viel Geld in die Hand genommen" wird, kam es m.E. nicht zu Umbenennungen. Österreich dürfte insoweit vernachlässigbar sein.

  • Ich hoffe ich begebe mich jetzt juristisch nicht auf`s Glatteis.
    Möglich, das diese Regelung sowieso rechtlich anfechtbar ist, man kann keiner AG vorschreiben so und soviele Aktien einzubehalten ("freier Kapitalverkehr"), aber dann wäre jeder Verein der mehr als 50,05 % bzw 51% Anteile verkauft selber schuld wenns nach hinten losgeht.
    Man ist allerdings nicht gezwungen seine Anteile zu veräußern bzw. so und so viele auf den Markt zu werfen und da kann kein Gesetz was machen = Eigentumsrecht. Ich denke hier sollte dann jeder Verein sich selber was auf die Fahne schreiben um den Vereinsnamen auch für die Zukunft zu sichern.


    Mola aber wenn es eine Lizenzbedingung ist, dann kannst du dir quasi aussuchen, ob du lieber mehr als 50% abgibst oder in einer oberklassigen Liga spielst. Weeste wie? Der DFB zwingt ja keinen, in Liga 1, 2 oder 3 zu spielen! ;)

  • Das Beispiel Stahl oder Wismut hinkt schon gewaltig. Das kannste eher mit Bayer Leverkusen vergleichen. Betriebssport halt. Übrigens hatte jeder, wirklich jeder DDR-Verein offiziell einen "Trägerbetrieb", auch die so genannten Schwerpunktclubs. Profisport gab es in der DDR offiziell nicht, die Spieler waren offiziell Angestellte des Vereins.


    Davon abgesehen: Ohne Sponsoren könnte auch heute kein Verein überleben. Ob man das nun "Trägerbetrieb" oder "Sponsor" nennt.


    Und zum Thema "Red Bull Brandenburg": Das glaube ich nicht. Dann könnte man auch einer Fusion zustimmen, was ja von der lokalen Politik angeregt wird. Der Name soll erhalten bleiben. Gegen eine Stadionumbenennung beispielsweise hätte ich weniger. "Stahl-Stadion" heißt es ja eh nicht mehr. Und ob es nun nach einem Ortsteil oder einem Sponsor benannt wird - was solls, der Preis entscheidet drüber. Und wenn es dem Verein hilft, müsste man eben in den Apfel beissen.


    @ Löwe: Hopp alleiniger Sponsor in Hoffenheim? Einfach mal informieren...


  • Du meinst, sie waren Angestellte der Betriebe und Träger. So hatten die meisten Spieler in FFO bsp. Dienstgrade...


    Der Gedanke mit der Fusion ging mir auch durch den Sinn. Trotzdem ist es doch so, dass sich selbt in Brandenburg viele in absehbarer Zeit an einen Fusionsverein gewöhnt hätten, auch wenn sie heute noch so dagegen sind...


  • Davon abgesehen: Ohne Sponsoren könnte auch heute kein Verein überleben. ...


    Und zum Thema "Red Bull Brandenburg": Das glaube ich nicht. Dann könnte man auch einer Fusion zustimmen, was ja von der lokalen Politik angeregt wird. Der Name soll erhalten bleiben. Gegen eine Stadionumbenennung beispielsweise hätte ich weniger. "Stahl-Stadion" heißt es ja eh nicht mehr. Und ob es nun nach einem Ortsteil oder einem Sponsor benannt wird - was solls, der Preis entscheidet drüber. Und wenn es dem Verein hilft, müsste man eben in den Apfel beissen.


    Es geht hier nicht um Red Bull Brandenburg, sondern um die Fakten an sich und daher um den Verein, egal welchen Namen er trägt. Wenn morgen Stahl als Verein von der Landkarte verschwinden würde und als Alternative für einen Erhalt des Verein' nur die Namensänderung ansteht ... was macht man da wohl?


    Denn worum geht es? Um die Tradition oder den notwendigen Erhalt einer Sozialstruktur. Unabhängig von den wirtschaftlichen Interessen eines Sponsors. Es ist doch wohl keine Frage, daß Sport ein soziale Verantwortung hat, die von unserer Gesellschaft ohne Gelder aus der Wirtschaft nicht mehr zu stemmen ist.


    Von daher halte ich Diskussionen vor dem Hintergrund Namensänderung? Niemals! für realitätsfern.

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  • Nun, der Fehler, den Namen Stahl zu streichen, wurde bei uns schon einmal gemacht und am Ende war das nen riesengroßer Fehler. Das macht man kein zweites Mal. Der Name wird immer erhalten bleiben.


    Ich könnte mir vorstellen, dass es die von Dir geschilderten Überlegungen gäbe, wenn ein Sponsorenname zusätzlich mit aufgenommen werden würde, der alte aber daneben bestehen bleibt. Mehr nicht. Alles andere wäre ein Beispiel Salzburg.


    PS: Ich glaube, die soziale Verantwortung von Sport brauchst Du mir nicht erklären. Nichtsdestotrotz liegt die Entscheidung über so etwas immer bei den Mitgliedern. Und trotz aller sozialen Verantwortung soll es noch Vereine mit mündigen Mitgliedern geben, die nicht allem zustimmen.

  • Weil es grad hier rein passt:




    http://www.der-betze-brennt.de…espiegel.php?artikel=3170

  • Wenn ich in diesem Brief, in diesem Zusammenhang schon "Tradition" lese ... kann Hoffenheim mit wenigen Fans nicht genauso eine Tradition aufgebaut haben wie Kaiserslautern mit 100.000 bzw. zukünftig aufbauen? Die Weitergabe von Wissen und Werten kann auch mit 5 Leuten funtionieren...
    Den Konkurrenten Dorfverein nennen, und nur 20.000 Einwohner mehr im eigenen Ort zu haben...zumindestens wird der so titulierte Dorfverein nicht wie einer geführt.


    Tradition wird doch immer nur vorgeholt, wenn einem die (sportlichen) Argumente ausgehen. In diesem Fall überkommt die Lauterer doch nur die nackte Angst, dass es traurigerweise am Ende dieser Saison Richtung 3.Liga gehen könnte. Und dann wird es dummerweise Wirklichkeit, dass Hoffenheim einen Platz im Profifußball "wegnimmt", nämlich ihren. Nur dummerweise liegt das gar nicht an Hoffenheim, sondern an Mißwirtschaft und Inkompetenz im eigenen Verein.
    Dass zudem noch "Werte und Ideale" angesprochen werden, empfinde ich schon als Hohn. Gerade der FCK hat jahrelang gezeigt, dass diese beiden Wertvorstellungen nicht wirklich zu ihrem Verein bzw zur Vereinsführung passen, wenn man allein an die Neunziger denkt, wo durch den Großsponsor Rheinland-Pfalz gerade noch einiges sehr fragwürdiges ausgebügelt werden konnte.


    Aber das soll ja hier jetzt nicht in eine Diskussion über Lautern ausarten.

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