1. FC Union kalkuliert 2005/2006 mit 1,6 Mio Euro

  • Ich muss leider auf meinem Statement beharren. Nachwuchsarbeit bedeutet nämlich für mich eben nicht, dass man Einzelspieler hervorbringt, sondern das eine gesunde Basis gelegt wird, die es Spielern des eigenen Nachwuchses ermöglicht, den Sprung in die erste Männermannschaft des eigenen Vereins zu schaffen.


    Und wenn wir da Marko Rehmer & Martin Pieckenhagen, die für mich noch die letzten Ergebnisse der Vorwendenachwuchsarbeit sind, herausnehmen, bleiben:


    Huth, Patschinski, Tredup, Bergner, Heller, Müller (Reihenfolge mal ganz subjektiv nach Qualität)


    Huth ist für mich ein absoluter Ausreißer, für einen Verein unserer Größe praktisch ein Jahrhunderttalent. Zum Profispieler, ja selbst zum Junioren wurde er aber nicht bei uns geformt, er war meiner Meinung nach 16, als er uns verließ.


    Patschinski - gebe ich dir recht. So sollte es mehr oder minder sein, nur dass WIR ihn an einen Ligakonkurrenten abgegeben haben und nicht an einen höherklassigen Verein, wie es sich gehört.


    Marko Tredup hat später keine Gelegenheit ausgelassen, sich über die arg sparsame Anteilnahme des 1.FC Union an seiner Leistungsentwicklung auszulassen. Auch Tredup verließ den Verein schon als Nachwuchstalent und kam erst später als mehr oder minder gestandenener Profi zurück.


    David Berger wurde als Jungprofi vom Hof gejagt, ging dann einmal Bundesliga und zurück. Seit seiner Rückkehr hat die Anzahl der Befürworter der damaligen Entscheidung von Fritz Fuchs sehr zugenommen.


    Heller - schönes Beispiel, hat man so lange neue Leute vor die Nase gekauft, bis er sein Glück woanders versucht hat. Ich habe anscheinend einfach eine andere Vorstellung von Nachwuchsarbeit.


    Gert Müller ist wieder ein Punkt für dich. Der hat alle Chancen bekommen und sich nicht durchgebissen.



    Das alles ginge aber zugegebenermaßenfür die obere Kategorie noch an, aber danach kommt, vor allem in den später 90er Jahren, gar nichts mehr. Da haben wir Leute wie Nevoigt und Struck (gegen die ich absolut nichts sagen will) von anderen Vereinen geholt, weil sie besser waren als all die Hein (2x), Owoyomi, Woting, Möwe undwiesieallehießen.


    Aber jetzt wird alles besser...

  • Das geht mir dann doch zu sehr ins Detail, so daß wir das Thema vielleicht wirklich mal persönlich besprechen könnten.


    Hier nur soviel :


    Sicherlich hast Du Recht, wenn Du meinst, dass gute Nachwuchsarbeit nicht mit der A-Jugend abschließt, sondern den Junioren den Übergang zu den Senioren vermittelt.


    Dazu sind aber andere Voraussetzungen nötig als diejenigen, die eine gute Nachwuchsarbeit im Sinne von Ausbildung der fußballerischen Fähigkeiten erfordert.


    Gerade bei einem Verein wie dem 1. FC Union, der in der Vorkölmel-Periode permant um den maximalen sportlichen Erfolg (= Meisterschaft und Aufstieg) kämpfen mußte, um die Existenz zu sichern, konnte man nur sehr schwer die Voraussetzungen schaffen, die nötig sind, um den Übergang von A-Jugend zu Seniorenbereich zu ermöglichen.


    Lars Heller war z.B. damals noch nicht soweit, daß man mit ihm um den, für den 1. FC Union damals aber existentiellen, Aufstieg hätte mitspielen können. Die zweite Mannschaft, wenn denn eine zweite Mannschaft überhaupt sinnvoll ist, bot damals noch nicht die Qualität und Spielklasse, ihm die nötige Zeit zu geben, um sich noch entwickeln zu können. Also mußte er zu einem Verein, der sich damals im sportlichen Niemandsland der Tabelle befand und einen jungen, veranlagten Linksaußen, der aber noch Fehler machen wird (und muß), aufbieten konnte, ohne das dies das Saisonziel gefährdete.


    Ich bleibe dabei, wenn ein Verein im Vollprofibereich jedes zweite Jahr einen Spieler aus dem eigenen Nachwuchs hervorbringt, der den Ligaanforderungen auch langfristig gewachsen ist, dann muß man von einer guten Nachwuchsarbeit sprechen.

    Alte Försterei seit 1920 :
    nie fünftklassig - nie in Insolvenz - keine Namens- oder Emblemänderung seit Vereins(wieder)gründung