Beiträge von Per-Oehr

    Dank Deiner Tipps habe ich mal gegoogelt:


    http://www.fcgundelfingen.de/Chronik/vereinsvaeter.htm


    "Die Fußballer fahren im September in die DDR zur BSG Traktor Groß-Lindow, einem ehemaligen Zweitligisten. (1986)"


    und


    "Im September kommen die DDR-Sportler aus Groß-Lindow zum Gegenbesuch nach Gundelfingen. (1987)"


    Zu Oberursel war nix auf deren Seite zu finden.


    Ist ja nun noch erstaunlicher, daß man die Bezirksligamannschaft
    Mitte der 80iger einfach so mal hat nach Bayern fahren lassen...


    Tät mich echt mal interessieren, wie das ablief und wie viele da wieder
    zurück kamen... =)


    Zitat

    Bei Aktivist Schwarze/Pumpe bin ich eher skeptisch ob das wirklich stimmt


    Pumpe hat in den Derbys gegen Brieske oder gegen Energie Cottbus
    (waren meist so 4-5.000 Zuschauer) oder gegen Stahl Riesa guten
    Besuch gehabt.
    Und da auch sonst so mir ein Schnitt von 1.500 Zuschauern in der
    Liga erinnerlich ist, kommt das schon hin.

    Zitat

    129 Traktor Groß-Lindow 1 700


    Ein echter Exot der DDR-Liga.


    Die haben in ihrer Ligasaison kein einziges Spiel gewonnen
    (glaube 1 oder 2 Remis).


    Kann mich nciht erinnern, daß es in den Jahren nochmal so
    eine magere Bilanz gab..


    Mannschaften mit 4,5 Punkten allerdings schon.


    (Bautzen, Torgelow, Schwarza)


    Übrigens habe ich gelesen, daß Traktor Gr.-Lindow in den 80igern sogar
    Freundschaftsspiele gegen "Westmannschaften" austrug, vielleicht
    kann da ein Kenner der regionalen Fußballszene mal was dazu sagen,
    finde ich außergewöhnlich.

    Zitat

    da waren wir auf Tour um die blöden Sachsen-Dynamos zu hauen wird auch mal wieder Zeit, wenn icke mir die "netten" Glückwünsche an den Ruhmreichen in deren Forum anschaue..


    Nich hauen...is ja alles relativ. Gab solche und solche Kommentare im
    Forum. Manche Meinung ist aufgrund des jugendlichen Alters und
    der fehlenden Reife & Erfahrung entschuldigt.


    Bei Älteren hast Du eigentlich nur wenige Extremisten, die absolut
    nicht und niemals verzeihen können. =)


    Ich kann Dir aber versichern, daß ich als Dynamofan niemals wieder
    einen Verein so sehr gehaßt und verachtet habe, wie den BFC in
    den Achtzigern.


    (Andererseits gab es auch keine andere Spielpaarung außer BFC gg. Dynamo Dresden,
    die mich emotionell je wieder so mitgerissen hat...ich will mich garnicht
    mehr an all die bösartigen, rassistischen, menschenverachtenden
    Sprechchöre, Gesänge und Zwischenrufe erinnern :D )


    Aber ich bin der Meinung ihr habt nicht nur genug gebüßt =) ,
    sondern es ist nicht zuletzt euch (den wahren Fans) zu verdanken,
    daß es den Verein noch gibt und man aus dem tiefsten Tal wieder
    raus ist. Und das verdient meinen Respekt. Punkt.Aus & Fertig.

    für Deine netten Worte. =)


    Zitat

    Da hast Du den Sender stumm geschaltet, weil tschechisch wohl nicht so Deinem Sprachgefühl entspricht


    Nö...der ging ohnehin nur ohne Ton zu empfangen, leider...
    Frag mich nicht warum, mein Vater war großer Spezialist und hat
    gigantische selbstgebastelte Antennen unterm Hausdach plaziert,
    aber Tschechen-Tv kam nur mit ohne Ton.


    Übrigens war ich zu DDR- Zeiten oft und gern in der CSSR im
    Urlaub (wo sollte man auch sonst großartig hin) und habe die
    Sprache ein wenig verstanden und auch einige wichtige Redewendungen draufgehabt.


    Es reichte zumindestens um die Sportzeitungen und das Rennprogramm
    auf der Pferderennbahn in Pardubice zu entziffern...


    Übrigens, wie erwähnt kommt der mütterliche Teil meiner Verwandtschaft
    aus Thale und so war meine Mutter auch in DD immer noch FCM-
    Fan oder Sympathisant, hat sich immer gefreut, wenn Magdeburg
    gewann (auch gegen Dynamo).
    Unsere (Vater & ich) endlose Güte und Toleranz reichte aber soweit, daß
    sie das ohne gesundheitliche Schäden ausleben durfte. :D


    Zitat

    "Tal der Ahnungslosen"


    Ist ja irgendwo sachlich richtig und stört mich nur insoweit,
    wenn in einer Diskussion damit schleichend unterstellt wird, daß
    man als Dresdner ein wenig hinterwäldlerisch und ohne Kenntnis von den
    Dingen, die in der Welt passierten war.


    In diesem Sinne, viele Grüße an die "Legende", vielleicht sieht
    man sich in der kommenden Regio-Saison.

    Zitat

    zuschauerdurchschnitt der ddr-ligisten von 75-90 hier rein ... ist ich glaube ne gute diskussionsgrundlage ...


    Allerdings gab es zu Zeiten der 5 Ligastaffeln nur 11 Heimspiele und
    wenn dann mal ein richtiger Kracher dabei war, hat das den Durchschnitt
    ganz schnell massiv beeinflußt.


    Oder Extrembeispiel: In der letzten Regionalligasaison des DSC hatte
    dieser 32.000 Zuschauer, ein Schnitt von knapp 2.000...klingt ganz
    gut, aber bedenkt man daß davon ca. 17.000 Dynamofans und knapp
    7.000 Auefans dabei waren (und ja der eine oder andere Gegner auch
    noch Gästefans mitbrachte), dann sieht die Statistik ja wieder ganz
    anders aus... oder der HSV Ama hatte allein im Spiel gegen Osnabrück die
    Hälfte seiner insgesamt 17.000 Heimzuschauer (und das waren gewiss
    keine 8.500 Hamburger)...


    Zitat

    ich glaube ne gute diskussionsgrundlage


    Aber das ist auf jeden fall eine gute Idee und man kann dann wieder
    in Erinnerungen kramen und labern. :idea:

    Zitat

    Ich glaube aber das sich das mit der Tradition spätestens Mitte der Achtziger erledigt hatte.


    Da stimme ich Dir zu. Ich war wieder mehr auf die 70iger fixiert...


    Zitat

    Mich würde mal interessieren wieviel Zuschauer bei sogenannten Derbys in Liga + Bezirkslga


    Mir fällt spontan das Bezirksligaderby Görlitz/Zittau ein, wo in der
    Weinau bzw. in Görlitz schon mal 3.500 bis 4.000 Leute kamen.


    In der Liga habe ich die Spiele FSV - Tabak Dresden gesehen
    (knapp 3.000 an der Pieschener Alle und etwa 2.000 im Rückspiel,
    in der Saison waren auch 3.600 bei Tabak an der Hepkestrasse
    und darunter ein starker Fanmob aus Zwickau...


    Harzderbys habe ich in Thale & Blankenburg gesehen
    (Blankenburg, Thale, Wernigerode,
    Halberstadt), ist aber zahlenmässig nicht mehr im Kopf. Aber die
    waren gut besucht und aufgrund der kurzen Wege waren auch
    Gästefans reichlich bei.


    Derbys in größeren Städten litten meist darunter, daß es entweder
    einen Oberligisten vor Ort gab (Berlin, Dresden, Rostock, Leipzig z.B.)
    oder daß einer der beiden beteiligten Mannschaften kaum über eigene
    Zuschauer verfügte.
    Beispiele dafür waren Spiele wie KWO - Bergmann Borsig Berlin,
    Schiffahrt/Hafen - TSG Bau Rostock, Dyn. Schwerin - ISG Schw.Süd,
    Vorwärts - Lok Ost Leipzig, Energie Cottbus - Vorwärts Cottbus...


    Dazu gab es noch "Derbys" in den Zeiten, wo die 2.Mannschaften in der
    DDR-Liga mitspielten, also Dyn.Dresden II.-FSV Lok, oder BFC II. -
    EAB Lichtenberg, Aue II. - Zwickau II. usw., natürlich alles nicht
    die Renner, weil die 2.Mannschaften wie auch heute unterirdische
    Zuschauerzahlen hatten.


    Ich könnte mich heute noch in den Allerwertesten beissen, daß ich
    nach der Wende meine seit 1970 gesammelten FUWOs bei meinen
    Eltern nicht abgeholt habe, die haben sie dann ins Altpapier entsorgt.
    Das wäre ein Fundus...und jeden Montag waren ausführliche Statistiken
    im "Sportecho" über die DDR-Liga mit Spielberichten von den Spitzenspielen...

    Zitat

    Also bei Aktivist Brieske/Senftenberg


    Aktivist Brieske hatte aber auch eine relativ lange Oberliga-
    tradition, immerhin war man von 1949 bis 1963 permanent
    in der DDR-Oberliga vertreten und hatte von daher einen
    gewissen Zuschauerstamm, der sich bis in die DDR-Ligazeiten
    auswirkte.


    In den 50igern war man mal 2. bzw. 3. in der Oberliga, aber da gab es
    keine Europacupteilnahme dafür...


    Dafür hat man mal bei der Stadioneröffnung der Glückaufkampfbahn
    35.000 Zuschauer gegen Torpedo Moskau gehabt.


    Akt. Schwarze Pumpe wurde ja erst irgendwann gegen Ende der
    50iger gegründet, arbeitete sich von untern nach oben, hatte aber
    m.M. nach in gemeinsamen Ligazeiten einen ähnlichen Besuch wie
    Brieske.


    Anfang der 70iger war Pumpe sogar mal Tabellenführer, hatte die
    Spitzenspiele schon gewonnen und wurde dann wegen Verstoß gg. die
    Amateurrichtlinien von der DDR-Sportführung disqualifiziert.

    Zitat

    Spielzeit 1977/78 erinnern als die FSV Lok Staffelsieger wurde, da kamen ...über4000 Fans beim Spiel gegen Energie Cottbus


    Das war aber auch das Spiel 1. gg. 2. wo eine Vorentscheidung fallen
    konnte.
    Das Jahr davor waren beim gleichen Spiel 1.100 Zuschauer und ein Jahr
    danach 1.000 Zuschauer...


    Insgesamt hatte man in der Staffelsiegersaison 15.500 Zuschauer, was
    bei 11 Heimspielen einen Schnitt von 1.400 Zuschauern ausmacht.
    Rechnet man das Spitzenspiel weg, waren es 1.100 Besucher in den
    restlichen Spielen, also wie immer...


    Das Jahr davor hatte man als 2.(!) hinter Böhlen 975 Zuschauer im
    Schnitt, da war übrigens trotz klarem Abstiegsplatz Motor Altenburg
    der absolute Krösus mit rund 4.500 Zs. im Schnitt, Chemie Böhlen hatte
    auch nur knapp über 1.000 Zs.,
    das Jahr nach dem Staffelsieg wurde man 3. und hatte nicht mal 700
    Zs. im Schnitt.


    Zitat

    Auch bei den Aufstiegspielen gab es relativ gute Zuschauerzahlen


    In vier Heimspielen 14.600 Zuschauer, Schnitt 3.600.
    Da hatte selbst die sportlich genauso bescheiden abschneidende
    Mannschaft von Vorwärts Neubrandenburg mit knapp 5.000 Zs.
    einen höheren Schnitt.
    Dazu kommt noch, daß allein zum ersten Heimspiel gg. Chemie Leipzig
    10.000 Zuschauer im Steyerstadion waren, darunter über
    1000 Leipziger (0:1), kannst Du Dir den
    Besuch der restlichen Spiele denken...


    Fairerweise muß man aber sagen, daß die Aufstiegsrunde relativ illusionslos
    angegangen wurde und auch ganz unglücklich begann, so daß nach zwei
    Spieltagen der Käs schon gegessen war...Potential wäre schon da
    gewesen, wie die 10.000 im ersten Heimspiel bewiesen.


    An den Zuschauerzahlenjongleur aus Halle:


    Zitat

    Der Hfc hatte immer die meisten.Im Schnitt 7500-in der 2. Liga.[In einem Spiel gegen B.Schkopau da gings um den Aufstieg am vorletzten Spieltag waren es sogar mal 32000.Auch vorm Stadion war alles voll,Leute wurden nicht mehr reingelassen.Wir hatten teils in der 2. Liga mehr Zuschauer als Lok,der FCM oder Chämie in der Oberliga.


    Also in der 2.Ligasaison des HFC 73/74 hatte der FCM 16.000 Zuschauer im
    Schnitt, Lok 14.000 und Chemie als Absteiger 12.500.


    Daß die HFC-Spiele in der 2.Liga gut besucht waren, habe ich auch
    in Erinnerung, allerdings nun nicht so, daß man die oben genannten
    Zahlen der Oberligisten übertraf.


    Rein von der Logik: wenn gg. Buna 32.000 im Stadion waren und der Schnitt
    bei 7.500 lag, ergibt das bei 11 Heimspielen 82.500 Zuschauer...
    jetzt ziehe ich die 32.000 des Bunaspiels ab und erhalte für die
    restlichen 10 Spiele einen Schnitt von 5.000 Besuchern...also
    nix mit mehr Zuschauer als FCM,Lok oder Chemie Leipzig...


    In der Zweitligasaison 84/85 hatte der HFC 5.000 Zuschauer im
    Schnitt...ein Jahr später waren es rund 2.500 im Schnitt...im Folge-
    jahr gelang dann der Aufstieg, da habe ich keine Zahlen, aber es ergibt sich
    zwangsläufig, daß nun plötzlich nicht die gigantischen Massen kamen,
    da man in den Vorjahren bei sinkenden Zahlen auch immerhin Zweiter
    war und allgemein bei eigentlich allen Vereinen die Zahlen klar
    zurück gingen.

    Zitat

    Wann gab es schon mal Länderspiele in Dresden?


    Allzu viele waren es nicht, was u.a. damit zu begründen ist, daß
    sich in Dresden Zuschauerzuspruch, Respekt und Huldigung für die
    Nationalmannschaft ein bischen in Grenzen hielt.


    Zu meiner Zeit war:
    Ende 1970 vor 35.000 gegen Holland vor 35.000, 1972 gg. Finnland
    vor 16.000, 1974 gg. die CSSR vor 13.000, 1976 gg. die Türkei
    vor 18.000 (da standen 8 Dynamospieler in der Mannschaft und es war
    EM-Quali, trotzdem nur ein halbvolles Stadion), 1983 gg. Griechenland
    vor 8.000 (da wurde Bodo Eierkopf permanent ausgebuht) und
    1989 gg. Finnland vor 14.000 (das Spiel sah ich nicht, kann also zu
    diesem Spiel keine Aussage treffen)


    Ich selbst habe dazu noch Länderspiele in Leipzig (Zentralstadion) gesehen.


    Zitat

    dass es tatsächlich Leute mit DDR-Fahnen auftauchten.


    Ich habe nicht behauptet, daß es diese Leute nicht gab.
    Ich habe nur (und "Kille" stimmte mir zu) gesagt, daß kein echter
    Fußballfan
    (also einer, der auch sonst so regelmässig zu Spielen
    seines Vereins ging) mit der Zonenfahne ins Stadion ging.


    Zitat

    Vielleicht kamen sie aber auch aus einer Region, wo man nicht den Fernsehsender des imperialistischen Feindes sehen konnte, z. B.im Tal der Ahnungslosen


    Das ist unter Deinem Niveau, billig und unsachlich.


    Ich weiß nicht, was Du damit aussagen willst ?
    Daß es in DD mehr Linientreue gab ? Daß in DD die Menschen von
    Natur aus dümmer waren (sind) ? Daß man in DD null Ahnung von
    der Welt außerhalb der DDR hatte ?


    Dann lass Dir gesagt sein, daß das fehlende "Westfernsehen" die
    Menschen zu anderen Alternativen der Informationsbeschaffung
    brachte.
    So haben wir (und das war auch unter Freunden & Bekannten normal)
    verstärkt Radio gehört (Radio hatte damals ohnehin noch einen viel
    höheren Stellenwert und war noch kein "Dudelfunk" wie heute),
    Sender wie Deutschlandfunk, Radio Luxemburg, Europawelle Saar
    gehörten zu meinem Standardprogramm und die abendlichen, ausführlichen
    Nachrichten waren üblich.

    Viele Menschen hatten "West"verwandtschaft, auch von da kamen Infos und der "Kicker" z.B.


    Meine Mutter z.B. arbeitete eine Zeitlang bei der Post und so kamen
    Zeitungen der "Kommunisten" aus Österreich "Volksstimme" und ein
    ähnlichers Blatt aus Westberlin in den Haushalt...da standen auch Artikel
    drin, die die Weltpolitik aus einem etwas anderen Blickwinkel als die
    offizielle SED-Politik betrachteten.


    Und selbst so kuriose Sender wie "Radio Tirana" sendeten einmal in der
    Woche auf Deutsch und brachten ganz andere Infos, als im "Neuen
    Deutschland" standen...


    Sportliche Fernsehhighlights gab es auch auf dem in DD empfangbaren
    CSSR-Fernsehsender, der einen viel weiteren Blickwinkel, als die
    DDR-Sportsendungen hatten (da habe ich z.B. das EC-Spiel Banik
    Ostrava gg. Bayern München gesehen).


    Deine Arroganz mir gegenüber ist unangebracht.
    Der Nicht-Konsum des "Westfernsehens" (zumal ich es ja auch u.a.bei
    meinen Verwandten in Thale gesehen habe) hat aus mir keinen
    dümmeren Menschen gemacht.

    Zitat

    Nanu, ich finde zur Zeit scheint die 2. Buli für euch auch ne Nummer zu groß!!


    Jaja...wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. =)


    Sportlich magst Du momentan Recht haben, aber generell ist die
    2.Liga m.M. nach für DD schon die passende Umgebung, d.h.
    machbar...während 1.BuLi eine Nummer zu groß ist.


    Zitat

    wenn in DD ein neues Stadion entstehen würde und der Erfolg nicht ausbleibt denke ich mal wäre in DD etliches möglich


    Ändert sich ein Parameter (Eventtaugliches Stadion mit Vollkomfort =)
    oder ein superreicher Sponsor a la Chelsea), dann ist natürlich die
    Ausgangslage eine andere.


    Aber ob das dem gemeinen Fußballfan sooo sehr zusagen würde ?


    Wenn ich dann z.B. sehe, was für ein "Publikum" in Stuttgart die
    Bundesliga konsumiert, wo schon mal nach 20 Minuten die eigene
    Mannschaft ausgepfiffen wird, weil es nicht so läuft...dann stehe ich
    lieber mit 10.000 (oder weniger) Verrückten in der 2.Liga im kalten
    Dynamostadion...aber ist natürlich nur meine Ansicht, andere sehen das
    wieder anders.

    Zitat

    Meine Meinung hierzu dürfte wenn überhaupt das nur DD schaffen


    Zuschauerzahlen wie z.B. Dortmund, Bayern, Schalke wären auch in DD
    völlig utopisch.


    Bayern lebt vom Erfolg und Dortmund hatte selbst zu Zeiten der
    2.Bundesliga Zuschauerzahlen, die z.T. weit über 20.000 gingen.
    (und da war der Schnitt 2.Buli bei 4.000-6.000 Zuschauer)


    Mittlerweile hat sich da auch eine Generation Eventzuschauer
    gebildet, die mit den ursprünglichen Fußballfreaks nicht mehr viel
    gemein hat.


    Das sind einfach zwei paar Schuhe, kann man nicht vergleichen.
    Einzugsgebiet, traditioneller Wert des Fußballs, traditionelle
    Bedeutung der Bundesliga im Vergleich zur DDR-Oberliga, internationales
    Renomme, Wirtschaftskraft der Region etc.


    Die 1.BuLi wäre für DD fast eine Nummer zu groß, von den Grundvor-
    aussetzungen (Einwohnerzahl, Wirtschaftskraft, Stadion u.a.) wäre
    man nur ein um den Abstieg zitternder Underdog...so ne Art
    zweites Bielefeld oder so.


    Alles andere ist illusorisch.

    Zitat

    Verwunderlich war, dass der FSV Lok Dresden keine Fanszene hatte, als Ligaspitzenmannschaft und Nachfolger des DSC


    Da ich auch einer von denen war :


    Zitat

    damals symathisierten noch etliche SGDer für den damaligen kleinen Bruder


    kann ich bestätigen, daß bei der FSV Lok nicht der Bär gesteppt hat, meist
    waren es so um die 1.000 bis 1.500 Zuschauer, je nach Gegner und
    Wetter.


    Allerdings kommen folgende Faktoren erschwerend dazu:


    -die DDR-Liga war insbesondere nach der Aufsplittung in 5 Staffeln
    sportlich relativ schwach auf der Brust, was man auch an einigen dörflichen
    Exoten sah, die sich da immer wieder mal einschmuggelten, extremes
    Beispiel: Rotes Banner Trinwillershagen, die z.T. vor gut 100 Zuschauern
    spielten.


    -die FSV spielte völlig im Schatten von der zu dieser Zeit erfolgreichen
    SGD


    - der Platz an der Pieschener Allee war das Letzte, was man sich als
    "Stadion" in Liga 2 vorstellen kann: völlig ohne alles gewissermassen,
    ein paar Stufen an den Seiten und nen Erdwall hinterm Tor.
    Dazu auf einem völlig offenem Gelände, wo Wind und Wetter sich
    austoben konnten...dazu noch relativ weit zu laufen bevor man von
    der Straba-Haltestelle zum Sportplatz kam.


    -FSV war meist Sonntag und da spielten auch die Amateurklassen,
    und da gab es auch ein paar Vereine, die Zuschauer zogen; wie
    Empor Löbtau, Tabak oder Pentacon (heute Laubegast).


    -Auswärtsfans bei der FSV gab es nennenswert kaum, Ausnahme Riesa oder
    Cottbus...


    Als man allerdings die Aufstiegsrunde erreichte, deutete sich durchaus an,
    daß eine größere Zuschauerzahl zu mobilisieren wäre...

    Zitat

    Chemie - SGD1983 1 : 1
    17.500 Zuschauer, davon 300 SGDer, im Heutigen Gästeblock standen ja auch zu 90% Chemie-Fans, bzw. -zuschauer. Nach dem Spiel von Dresden gar nichts mehr zu sehen, hatten sich in Luft aufgelöst.
    Die nachfolgende Saison,wurde der SGD-Anhang vor dem Spiel gestürmt, dann formierten sich vielleicht 100 Leutchen im Gästeblock.
    Ich war zwischen 79 - 83 des öfteren mal Lok, war damals nichts unnormales, dort mal vorbeizuschauen, umgekehrt genauso, und Dresden war immer spärlich vertreten, nach dem sie 76 auf den Kopf bekommen haben.


    Ich war 1979 beim 4:1(?) von DD bei Chemie und wenn ich es recht
    erinnere waren da 19.000 Zuschauer und der Gästeblock so voll,
    daß man uns kurz vor Spielbeginn nicht mehr reinließ.
    Waren sicher alles Chemiker...schwarz-gelb getarnt, die sind
    dann auch mit dem Zug nach DD zurück gefahren. =)


    Iin der Saison hatte DD einen Zuschauerschnitt
    von rund 25.000, auf Platz 2 übrigens der HFC mit ca. 18.000 und
    3.Union mit ca. 16.000.


    1983 fehlt mir einfach die Erinnerung, aber Stadion war recht gut
    gefüllt, daß da nur 300 aus DD waren glaube ich einfach nicht.


    Lokspiele habe ich von 75 an ausw. besucht und mir ist besonders das 2:2
    im Plache in Erinnerung, sollte 76(?) gewesen sein.
    Da waren Massen aus DD dabei, auch sonst sind 100 Leutchen in
    Leipzig ein Witz.


    In den Jahren hatte DD einen Schnitt von rund 30.000 Zuschauern und
    da ist schon der eine oder andere auswärts mitgefahren.


    Union, Magdeburg waren auswärts auch immer stark vertreten.
    Auch der BFC hatte immer einen guten Mob dabei, wobei beim
    BFC das kuriose ist, daß in den 70igern die Zuschauerzahlen höher
    waren (z.T. Schnitt 15.000 1976) als später, wo man die großen
    Erfolge feierte.
    Natürlich auch Chemie, die auch ein Zuschauermagnet waren, trotz
    geringer sportlicher Erfolge.(72/73 hatte Chemie knapp 16.000 Zs. (Schnitt)
    und war damit 2.hinter DD.
    Am Ende der Fahnenstange fand man eigentlich immer Vorwärts Frank-
    furt, die mir auch von den Auswärtsfahrern in DD nur ein Fragezeichen im
    Kopf erzeugen...waren nie viele.



    Aber vielleicht gibt es den einen oder anderen Oldie, der noch was
    dazu sagen kann. Oder jemand hat noch alte Fuwos/SZ/LVZ-Artikel...


    Im DDR-Fernsehen kam sogar mal eine Reportage über eine Auswärtsfahrt
    von DD-Fans (Aue), da war ein Fernsehteam dabei...



    Zitat

    nach dem sie 76 auf den Kopf bekommen haben


    Dazu kann ich nicht viel sagen. Haue hat mich nie interessiert und
    ich habe immer versucht dem aus den Weg zu gehen.
    Zweimal bin ich arg in die Schei##e geraten (Jena 77 und beim BFC im Pokal),
    aber ging glimpflich aus...
    Der BFC-Mob ist mir als besonders knallhart in Erinnerung, aber da schon eher in
    den 80igern, die haben sogar in Dresden sich hart in Szene gesetzt.


    PS: Es war meine absolute Fanzeit mit DD und mir geht es nicht
    darum, wer hat den Längsten (sollte aus meinen bisherigen
    Diskussionsbeiträgen hervorgehen), aber gegen 100 Leutchen
    in L muß ich mich verwahren :nein:

    Zitat

    Diese Fans sind doch einfach wunderbar.


    Daß man Quantität nicht mit Qualität gleichsetzen kann, weiß ich selbst.


    Zitat

    Da freut man sich aufs Spiel gegen Dünämö.


    Idioten gibt es überall...wie Du aber sicher auch in diesem
    Forum lesen kannst, gibt es auch andere.


    Und ich halte mich in aller Bescheidenheit zu den "Guten". =)


    Es ging ja nur um die erwähnten geringen Zahlen dynamischer
    Auswärtsfahrer, was ich anders sehe. Zudem ging es wohl
    primär um die alten DDR-Zeiten auf die sich die Statistik bezog.
    Und da hatte DD wahrlich noch nicht diesen negativen Ruf,
    was die Fans anbelangt.


    PS: an Chemiker66:
    Deine Zahlen können nicht stimmen, da ich selbst Ende der 70iger
    Anfang 80iger mit DD unterwegs war.
    Natürlich kann man immer schwer schätzen, wie viele es nun sind,
    zumal in einem fremden Stadion, aber bei Lok waren es mit Sicherheit
    weit über 1.000 und bei Chemie habe ich damals im Gästeblock keinen
    Einlass mehr gefunden, weil voll. (sehr spät gekommen)
    Mußten damals unter den Chemikern
    auf der Hintertorseite stehen, was kurioserweise ohne Blessuren
    abging...wir waren auch friedlich... =)

    Zitat

    das die meisten HFC-Fans direkt aus dem Umland von Halle kamen, also mal eben so 'auf die Schnelle' zum Heimspiel gehen konnten, wärend für viele FCM-Fans die Anreise zum Heimspiel der zu einem Auswärtsspiel gleichkam.


    und:


    Zitat

    während Heimzuschauerkönig Dresden z.B. im Vergleich relativ harmlose Zahlen an Auswärtsfans hatte.


    Wenn ich den ersten Vergleich (FCM/HFC) richtig verstehe, würde
    das bedeuten, daß viele FCM-Fans von außerhalb kamen (weite Anreise).
    Und deshalb konnten sie oft beim Spiel nicht dabei sein...
    Also so eine Art "Bayern-München-Syndrom" ?
    "Wir sind "FCM-Fans" weil die immer so viel gewinnen, aber zum Spiel
    können wir nur kommen wenn der FCM in unserer Stadt spielt und es
    noch nicht dunkel ist und das Wetter einigermassen mitspielt.." =)


    Die harmlosen Auswärtszahlen von Dynamo kann ich so garnicht nachvoll-
    ziehen. Ich habe mich bei den Auswärtsspielen eigentlich immer wie
    "zu Hause" gefühlt, eben weil es solche Massen waren, die mit Dynamo
    unterwegs waren.

    Zitat

    Hast du Dynamo eigentlich schon mal spielen sehen, ich meine LIVE und nicht im Fernsehen!!!


    Zum ersten Mal war das Anfang der 70iger Jahre.
    Seitdem habe ich Dynamo am Anfang regelmässig live zu Hause
    gesehen, zwischen 87-90 nicht, dann wieder öfters... =)
    Von daher kann ich sagen, daß ich nicht nur im Laufe der
    Jahrzehnte einiges mit Dynamo "erlebt" habe, sondern daß sich auch
    am baulichen Zustand des Stadions seit meinem ersten Besuch
    nicht so massig viel getan hat...und wie das halt so ist, wird die
    Bausubstanz im Laufe der Zeit nicht besser.


    Daß die sportlichen Leistungen momentan nicht unbedingt
    zufriedenstellend sind, weiß ich auch, wobei ich heute fand
    daß durchaus ein Remis in Freiburg drin war.


    Fakt ist doch nun mal eins: das Stadion entspricht in keinster
    Weise unserer Zeit.
    Es sollte zumindestens mal generalüberholt werden.
    Ein ganz klein wenig Komfort könnte natürlich nicht schaden...


    Ansonsten sehe ich schwarz für die Zukunft, egal in welcher Liga.


    Ich möchte nicht so ein Ende wie mit dem Steyerstadion erleben,
    wo letztlich nur noch 25% des Stadionbereichs für Zuschauer
    zugelassen ist.


    Abgesehen davon gab (und würde es auch wieder geben) es auch
    in der Regionalliga Spiele mit bedeutend mehr als 4.500 Zuschauern.

    Zitat

    dass dieser "Zonenlappen" nach der Wende verstärkt in Vereinsstadien auftaucht.


    Soll wohl auch eine Art Statement sein....NOstalgie...politische
    Ablehnung der "BRD"...Sehnsucht nach "alten DDR-Werten"...?


    Für mich schwer nachvollziehbar. Hat was von selbst auferlegter Verlierer-
    mentalität. Genauso wenn ich Leute in den braunen NVA-Trainings-
    anzügen sehe. Die konnte man nach der NVA ja mit nach Hause nehmen,
    aber ich kannte niemanden, der das tat...alle haben den Schei##
    schnellstens entsorgt und wollten nie wieder an die Dreckszeit erinnert
    werden.

    eenergy


    Zitat

    Bin ja gespannt ob unsere Rechtsorgane mit dem selben Tatendrang ermittelt wie mit der Fahne aus Cottbus.


    Zitat war von "Moppel", sorry wenn es falsch rüberkam.
    Du schriebst ja selbst was von "irrelevant" und Dich habe ich
    wirklich nicht gemeint.


    Außerdem "kenne" ich Dich nicht zuletzt aus dem DSC-Forum und so
    wäre eine Ansprache meinerseits an Dich viel freundlicher ausgefallen. =)


    "Moppel" habe ich aber schon so verstanden, daß er eine harte Strafe
    gegen den Verein fordert und zudem in seinem Statement unterstellt,
    daß sich in diesem Falle niemand von staatlicher Seite kümmert,
    weil es gegen Dynamo geht.


    Und das is Schrott.