Beiträge von Per-Oehr

    Zu DDR-Zeiten habe ich einige Heimspiele von Stahl Thale und Stahl
    Blankenburg live erlebt (Verwandtschaft in Thale).


    Dabei fand ich die Zuschauerzahlen überdurchschnittlich, was den
    Schnitt in der DDR-Liga anbelangt.


    An größere Fanszenen, also sprich neudeutsch "Ultras" oder
    "Stimmungsmacher" kann ich mich nicht entsinnen.


    In Blankenburg war ich mal gegen Chemie Leipzig, da bestimmten
    die Grün-Weißen eindeutig die Szene.


    Dessau habe ich in Thale erlebt, aber ohne ersichtliche Auswärtsfans,
    ebenso mal zum Pokalspiel Dynamo Dresden-Vorwärts Dessau (3:0)
    in Dresden...


    ASP (Aktivist Schwarze Pumpe) habe ich mehrmals bei der FSV
    Lok Dresden spielen sehen, aber an eine Fanszene habe ich da auch
    keine Erinnerung, vielleicht waren paar Hanseln mit dabei, aber nichts
    auffälliges...


    Von den Zuschauerzahlen habe ich auch Altenburg absolut positiv im Gedächtnis.
    Schwerin eher weniger...Stralsund war Vorwärts und von daher schon
    ein bischen problematisch, alle Vorwärts-Mannschaften egal ob in
    Plauen, Dessau, Cottbus, Leipzig, Neubrandenburg und wo sie
    noch angesiedelt waren, incl. Frankfurt/O. in der Oberliga waren
    Zuschauerminimalisten, wo selbst bei Erfolg die Zahlen nicht erheblich
    nach oben gingen.


    Zittau weiß ich nicht, aber Görltz erinnere ich mich an Fans, welche
    sogar in der Bezirksliga mit unterwegs waren (bei Empor Tabak Dresden).


    Allgemein habe ich DDR-Liga-Spiele als unauffällig in Erinnerung.
    Ausnahmen waren Derbys, wie 1983(?) FSV Lok gegen Tabak Dresden,
    wo es richtig Stimmung gab...oder wenn Oberligaabsteiger wie
    Chemie, Union oder Hansa auftauchten, die auch größere Fantrupps
    mitbrachten.

    Zitat

    sogar DDR-Fahnen wurden gesehen, bei Fußballfans und nicht nur Linientreuen


    Ich habe in meinem ganzen DDR_Fußballfanleben niemals nie auch nur
    einen echten Fußballfan gesehen, der ohne Androhung von Gewalt,
    freiwillig (!!!) mit einer DDR-Fahne zum Fußballspiel gegangen wäre.


    Entweder wäre man ohne Utensilien zum Spiel gegangen oder hätte
    seine Vereinsfahne / Vereinsschal mitgenommen.


    DDR-Fahnen hatten nur linientreue oder geistig minderbemittelte
    Dorftrottel (evtl. noch ein armes von den Erziehungsberechtigten
    mißbrauchtes Kind) !


    Niemals ein echter Fußballfan.
    Denn selbst ein Fußballfan mit SED-Parteibuch in der Tasche, kannte ja
    durch seine regelmässigen Stadionbesuche das Umfeld und hätte gewußt,
    daß er bei seinen Mit-Fans geächtet gewesen wäre, wenn er es gewagt
    hätte mit dem Zonenlappen aufzukreuzen.

    Zitat

    Bin ja gespannt ob unsere Rechtsorgane mit dem selben Tatendrang ermittelt wie mit der Fahne aus Cottbus.


    Nichts genaues weiß man nicht.
    Dennoch liegt die Vermutung nahe, daß es sich um ein/mehrere
    "Verwirrte" aus dem Kreis Dynamospiele Besuchender kommt...


    Nun hat der Verein als solcher aber keine Hoheit über die ganze
    Stadt etc.und ist wohl kaum in der Lage irgendwelche Schmiere-
    reien zu verhindern, im Gegensatz zu den Dingen, welche im Stadion
    geschehen.


    Welche Strafe für Dynamo wäre dem geneigten Schreiber recht ?
    Auflösung des Vereins ? =)


    Wenn ich mal wieder in DD bin, kritzel ich irgendwo einen sinnigen
    Spruch gegen Dynamo hin und unterzeichne mit "DSC-die Macht
    in Dresden"...nur um mal die Sinnlosigkeit dieser Debatte klar zu machen. =)


    Zitat

    Und wenn zum Stadion fehlt ist es mir eigentlich auch egal, denn wer braucht in LIga 3 ein neues Stadion bei 4500 Zuschauern????


    Sinnloses Geplapper und ganz schlechtes Deutsch.
    Und wenn Du glaubst, daß es Deinem Verein besser geht, wenn es kein
    neues oder rekonstruiertes Stadion in DD gibt, tust Du mir nur
    leid...armes neidzerfressenes Würstchen.

    Zitat

    Täusch dich da mal nicht...


    Bin ich mir ziemlich sicher.


    Jena war sowohl in der DDR-Oberliga Spitze als auch
    nach der Wende zweitligamässig vertreten und hat
    niemals übermässigen Zuschauerzuspruch gehabt.


    Ausreißer waren absolute Topspiele, EC-Spiele und
    zuletzt Spiele mit hohem Gästeaufkommen (Jena-Dyn.Dresden).


    Über die Gründe kann man spekulieren: Jena hat bedeutend
    weniger Einwohner als Dresden, Leipzig, Magdeburg z.B.
    Mit dem RWE einen unmittelbaren regionalen Kontrahenten
    vor der Haustür, der früher ein gewisses Underdog-Klischee
    bediente und zuletzt gleichwertig bzw. hochklassiger spielte.
    Jena ist Studentenstadt (Studenten ist Fußball meist zu prollig).
    Fassungsvermögen des Stadions auch noch einkalkuliert.


    (hat aber zu DDR-Oberligazeiten auch zwischen 18-20.000
    Zuschauer gefasst und war eigentlich zu Oberligaspielen nie ausverkauft)


    Oder anders: wenn der FCM seine "alten" Zuschauermassen
    einigermassen wieder zieht (abzüglich derer, die nie mehr gehen,
    plus der "neuen" Fans), dann können locker 15-20.000 kommen.


    Die gleiche Rechnung in Jena bringt aber nur 5-8.000 Leute ins Stadion.


    So würde ich die Zahlenverhältnisse in etwa sehen.


    Was natürlich nicht heißt, daß nicht auch der FC CZ Jena traditionell
    auch Fans außerhalb Jenas und des Bundeslands hat (Fanclub Lauch´-
    hammer glaube ich mich zu erinnern), nur halt zahlenmässig nicht
    so massiv wie der FCM z.B.

    Zitat

    fantechnisch eher eine schwache Brust haben, keine Diskussion.


    Auch hier muß man fairerweise sagen: es fehlten einfach die Erfolge,
    Wema war zwar ziemlich beliebt, aber weitgehend nur Bezirksliga
    und zu Bezirksligaspielen verirrten sich nur wenige Zuschauer
    (ich stand bei einem Dresdner Bezirksligasspiel mit insgesamt
    offiziell 35 Zuschauern, weiß nicht mal mehr wer da spielte, ist zu
    lange her, aber war keine Resevemannschaft)...ja und Vorwärts
    Plauen war zwar über längere Zeit 2.Liga, doch wer wollte schon zu
    Vorwärts (Armeetruppe) gehen...diese Teams hatten allgemein in der
    DDR niedrigen Zuschauerschnitt.


    Und dann gab es ja rund um Plauen weiträumig massig Oberliga.

    Zitat

    Der Hammer für mich war aber, dass Streich Präsident bei Fortuna Magdeburg geworden ist, die ja bekanntlich Mitte der 90iger versucht haben, den FCM "kaputt" zu machen.


    Über die Fortuna-Geschichte bin ich nicht so gut informiert, aber
    ähnliche Konkurrenzprodukte mit dem Ziel den etablierten Verein
    "abzulösen" und die Vormachtstellung in der Stadt zu erreichen,
    gab es ja auch in Dresden mit dem DSC und in Halle mit dem VfL 96...


    Alles grandios gescheitert. Trotz zeitweilig massiver Unterstützung auch
    durch Stadt und Politik.


    Wird in MD nicht anders gewesen sein.


    War nicht der renommierte Schiri Heynemann auch "Fortune" ?


    Ansonsten ist es ja nach der Wende ohnehin drunter&drüber
    gegangen, Dynamo hatte da (noch) Glück. Einige etablierte
    Vereine haben aber den ultimativen Gnadenstoß erhalten, von
    dem sie sich nicht mehr (oder lange nicht mehr) erholt haben.


    Das letzte Spiel der Oberliga, was ich sah (damals hieß sie aber schon
    NOFV-Oberliga) war gegen Magdeburg (1991/1:0), damals waren so 10.000
    Zuschauer dabei...ich war zu Besuch in DD und hatte vier Jahre
    Dynamo nicht mehr live daheim gesehen...war schon ein komisches
    Gefühl, das Stadion ziemlich leer und überhaupt...aber der FCM war an dem Tag ein
    hartnäckiger Kontrahent. =)

    Zitat

    als die Schachter noch in der RL waren hatten wir z.T. in der OL mehr Zuschauer..


    Wismut Aue hat aber unbestreitbar Tradition und trotz der geringen
    Einwohnerzahl und unmittelbarer Konkurrenz in DDR-Oberligazeiten
    auch viel Volk ins Stadion gebracht.


    In der Regionalliga waren dort m.M. nach auch immer 3.000 und mehr
    Zuschauer bei, so daß es sich wirklich nur um das eine oder andere
    ausgewählte einzelne Spiel mit hohem Gästeaufkommen gehen kann,
    wo Plauen mehr Zuschauer als Aue hatte.


    Daß mit dem Erfolg die Leute auch wieder (oder neu dazu) kommen, ist klar,
    bestreitet niemand, ist ja aber in Dresden auch nich anders...


    Und so eine richtige Zuschauerhochburg ist ja Plauen (weil hier explizit
    gegenüber Aue erwähnt) in den letzten Jahrzehnten weder mit Wema
    Aufbau noch mit Vorwärts und auch nicht mit dem VFC gewesen.


    (zu DDR-Zeiten hatte Wema allerdings in der Bezirksliga recht guten
    Zuspruch, aber halt auch nur in der Relation zu anderen Truppen,
    die grad mal 100-200 Leute zogen)

    Zitat

    Na dann mal los, Per!!!


    Vom FCM fallen mir ein: Schulze im Tor, Zapf (habe ich als Siegtorschütze
    im Pokal gg. Dynamo Dresden in Berlin unangenehm in Erinnerung ?),
    Pommerenke, Hoffmann, Seguin, Raugust, Tyll,Abraham,Sparwasser,
    Decker...
    Streich war damals noch bei Rostock...


    Bei Jena (war ja eher Anfang der 70iger) haben sich mir bleibend
    verinnerlicht: Blochwitz (später Grapenthin im Tor), die Ducke-Brüder
    Peter&Roland, Schlutter, Irmscher (vorher HFC ?), Kurbjuweit, Vogel,
    Scheitler, Rock, Weise, Bransch (1974? vom HFC geholt)...
    natürlich auch Pokalerinnerungen, in Leipzig schiesst Ducke Dynamo ab...
    und zwei Jahre später nochmal gegen Jena im Finale in der Verlängerung
    verkackt...


    Lok hatte ja auch ein paar tolle EC-Spiele in den 70igern:
    Friese (war glaub ich als 3.Torwart hinter Croy & Sprotte mit bei
    der WM), Löwe, Frenzel, Gröbner, Gießner, Matoul, Altmann, Sekora,
    Hammer, Moldt, Lisiewicz, Fritsche, Kühn ...
    Zumindest gegen die habe ich einen Pokalsieg in Berlin erlebt... ;-)



    Und Zwickau natürlich Supertorwart Croy, der mir ebenfalls "unangenehm"
    aufgefallen ist, als er im Pokalfinale mit dem Riesenausseiter im Elfmeter-
    schiessen Dyn. Dresden bezwang (ein Elfmeter selbst geschossen, einen
    gehalten), Blank mit seinen Toren gegen Glasgow...Stemmler,Leuschner,
    Schykowski(gabs gleich zwei davon), Nestler, Dietzsch, Bräutigam, Henschel...Alois Glaubitz, das
    Urgestein und ewiger Oberliga-
    rekordhalter an Einsätzen...


    Na ja mit viel Nachdenken käme mir noch der eine oder andere Name...


    Man darf ja nicht vergessen, damals veränderte sich das Gesicht einer
    Mannschaft kaum, Zu-&-Abgänge gab es nur wenige, spektakulär
    waren eher einzelne "Delegationen" wie Streich von Hansa zum FCM,
    Schnuphase (RWE zu Jena), Pilz (Zwickau zu Dyn.Dresden), Pastor
    (HFC zu BFC) z.B.


    Und damals habe ich kein Heimspiel verpasst und war auswärts oft dabei.

    Zitat

    Schließlich war es eine Bezirksauswahl, die den Weltstars vom AC Milan die Stirn geboten hat.


    Damals war wohl ohnehin die beste Zeit des DDR-Fußballs, so Anfang
    bis Mitte der 70iger...der FCM hatte eine Klassemannschaft, Jena,
    Lok und natürlich Dynamo...die Nationalmannschaft fuhr zur WM und
    gewann Olympia-Gold (1976), Zwickau sorgte beim EC-Auftritt für
    gigantische Euphorie und überraschende Ergebnisse...


    Die besten Spieler dieser Mannschaften habe ich namentlich alle noch im
    Kopf...

    Zitat

    babelsberg kann nicht so der maßstab sein


    Mir ging es hier nur darum, daß der FCM ein großes Potential hat.
    Daß viele Faktoren mit reinspielen: Tradition, Erfolge, Größe der Stadt, Umland,
    Stadiongröße, Stadionkomfort, sonstige Freizeitmöglichkeiten vor Ort...is klar...


    Von daher ist die Zuschauerzahl bei Aue z.B. absolut bemerkenswert.


    Der FCM zählt für mich zu den Vereinen, die bei entsprechender Leistung
    und Erfolg durchaus zuschauermässig ganz vorn dabei sein können.
    Da ruht das Potential zur Zeit nur...und daß man einen
    Zuschauerschnitt von Cottbus bei Erreichen der Liga 2 locker toppen
    kann, sollte außer Frage stehen.

    Zitat

    Ist Lok nicht bis ins Finale vorgedrungen 1988?


    Lok war im Mai 87 in Athen gegen Ajax Amsterdam (0:1).
    Ajax hatte damals eine Supertruppe.


    FCM - das Finale habe ich über Kofferradio verfolgt, gehört zu den
    "Radiohighlights" wie auch das 1:1 der Zwickauer in Glasgow.


    Und wenn man die Fans nach Düssledorf gelassen hätte, wäre das
    Finale gegen Tiblissi ja ein absolutes Heimspiel für Jena gewesen...


    So war es eine trostlose Atmossphäre vor 9.000 Leuten im weiten
    Rund des weitgehend leeren Stadions.


    Das FCM-Finalspiel in Rotterdam sahen ja auch nur 5.000 Zs., wenn
    mich meine Erinnerung nicht trügt. Damals war es wohl noch nicht so
    mit Reisen zu Auswärtsspielen, (daß kaum Magdeburger dabei waren
    is klar), denn viele Milan-Fans können ja auch nicht dabei gewesen sein ?

    Zitat

    Wir hatten eine AG Fußball-Geschichte an unserer Schule, da gehörten die Kicker-Jahreshefte zum Bestand.


    Und das in der DDR ? Schon eine AG Fußball-Geschichte klingt
    für DDR-Verhältnisse unglaublich...


    Bei uns gab es maximal sowas wie AG Photo (noch so mit schwarz-weiß-Bilder
    von Hand entwickeln) =)


    Zitat

    Jenas 4:0 gegen Rom war das schönste Stadionerlebnis


    Am Fernseher erlebt, war einfach geil, verbindet sich bei mir mit den
    Namen Bielau...
    Andererseits verbindet sich bei mir mit EC und Jena auch die bittere
    Enttäuschung über die Finalniederlage gegen Tiblissi, wo wir mit
    einem Dutzend Leute vor dem TV sassen und danach niemanden mehr nach
    Party war...

    Zitat

    in Kiew berichtete mir ein Kumpel, der vor Ort war, von heißen Tänzen mit den Russen (Ukrainern). Dass die deutschen Fans dabei als Faschisten beschimpft wurden


    So einen Kiewer Fußballkunden kenne ich auch.
    Mitte 20, aber von glühendem Hass auf die Deutschen beseelt.


    Ich habe dort (Ukraine) aber auch genauso ganz gegenteilige
    Erfahrungen gemacht. Nicht nur, daß die Deutschen ziemlich
    hoch angesehen sind, sondern auch Sprüche wie "Schade, daß ihr den
    Krieg nicht gewonnen habt..."


    Ähnlich sind auch meine Erfahrungen in der Tschechei gewesen.


    Irgendwie immer zwischen zwei Extremen.

    Zitat

    war ich mir damals ganz sicher, dass der Elfer für Rapid (0:1?) nach einem Schubser von Krankl gegen den eigenen Mann gepfiffen wurde...


    Aber ich fand folgendes:



    "...wobei ihnen beim Foulstrafstoß zum 1:0 allerdings Schiedsrichter Delmer unfreiwillig Pate stand, der einen Sturz Pacults im Strafraum der Dynamo-Abwehr ankreidete, obwohl Krankl der Schuldige war. Doch obwohl Dynamo in der 12. Minute durch Minge die Möglichkeit zum Ausgleich hatte, war schon hier nicht zu übersehen, daß die Dresdner an diesem Abend mehr mit ihren Nerven zu kämpfen hatten, als für den Verlauf des Spielesgut sein konnte."


    Quelle : www.fanlager.de


    Torsten:


    Das letzte mal als man mir mit der Ost-West-Schei##e so richtig auf
    die Nerven ging, war während meiner NVA-Zeit 82/83...da wurden
    alle "Westkontakte" strikt verboten und Pakete & Post (sowohl ankommende
    als auch rausgehende) zumindest stichprobenartig kontrolliert und
    Gnade Gott da war was prowestliches dabei.


    Und wenn bloß so ein Naivling über seine Eltern viele Grüße an Onkel
    Horst in Dortmund ausrichtete...gab massiv Ärger...


    Und "Politunterricht" gab es bei der NVA, der war von so unterirdisch
    dämlichen Niveau, daß ich mehrmals mein Maul nicht halten konnte und
    von diesem regelmässigen Politunterricht suspendiert wurde.
    (was für mich persönlich natürlich kein Vorteil war, da es in dieser
    Zeit Strafdienste für mich gab)


    Später dann auf Arbeit war es diesbezüglich ruhig, nur die welche einen
    Ausreiseantrag laufen hatten, wurden massiv schikaniert.
    Gegen Mitte der Achtziger wurden es aber auch so viele Leute, daß
    man selbst im Rechenzentrum nicht mehr auf die Fachkräfte verzichten
    konnte, die durften dann nur an sicherheitsrelevante Daten nich ran....

    Zitat

    Die Antwort zum Selberbauen für jedermann:


    Ich denke schon, daß Magdeburg ein wenig aus der Reihe fällt:
    Sollte es der FCM in die Liga 2 schaffen, dazu mit dem Hinter-
    grund des neuen Stadions, dann glaube ich, daß sie leicht vom
    Zuschauerzuspruch die Zahlen anderer Zweitligisten (früher/heute)
    wie Cottbus, Babelsberg, Union oder Aue in den Schatten stellen würden.


    Was ich z.B. bei Jena oder Chemnitz (nur so als Beispiele) nicht
    erwarten würde.


    Wie schon erwähnt hat der FCM ein Potential weit über die Grenzen Magdeburgs und auch Sachsen-Anhalts hinaus.

    Zitat

    Ähm SGD,da war doch noch was gegen Wien...??? 3:0/0:5..........


    Aber dieses Spiel hat bei mir nicht die gleiche Wirkung wie
    das Uerdingenspiel hinterlassen.
    Da war von Anfang an der Wurm drin, schon kurz nach Spielbeginn
    fiel das 0:1 und nach ner Viertelstunde stand es 2:0...und zur Halbzeit
    war das 3:0 bereits egalisiert und ich fügte mich bei der Pausenzigarette
    bereits in das unvermeidliche Schicksal, holte noch ein paar Frustbiere
    aus dem Keller und hatte eigentlich null Illusionen, daß hier noch was
    gedreht wird.


    Uerdingen war anders.

    Zitat

    dass jens ramme in der oberliga sogar mal ein spiel als feldspieler (!) bestritten hat. kann das jemand bestätigen ?


    Also ich kann mich nur an Jakubowski als Feldspieler erinnern.
    Muß gegen Austria Wien gewesen sein, als er irgendwann in der
    zweiten Hälfte als Stürmernotlösung gebracht wurde.


    Kuhl hat m.M. nach nur ein Oberligaspiel für DD gemacht und
    Ramme auch ganz wenige, an die ich mich nicht erinnere, lag wohl
    primär in der Zeit um 1987, als ich der DDR den Rücken kehrte.


    An das Uerdingenspiel habe ich ähnliche Erinnerungen wie FCM-Knolle,
    zur Halbzeit schon reichlich mit Siegesbier abgefüllt (was sollte nach
    einem 2:0 und einer 3:1-Halbzeitführung schon noch schiefgehen),
    habe ich dem Geschehen nur noch mit völliger Fassungslosigkeit
    folgen können.


    Jens Ramme war für mich schon der Hauptschuldige, er hielt grottig,
    aber natürlich war dann die ganze Mannschaft mit dem Virus der Angst
    infiziert und so kam eins zum anderen...


    Daß es Absicht von Seiten der Uerdinger war, bezweifel ich mal.
    Denn wer sollte im Vorfeld wissen (ahnen), daß der Ersatzkeeper
    so epochal danebengreift ?

    Zitat

    Wenn man aber bedenkt das Dynamo große Konkurrenz in Sachen "Traditionsvereine" in Sachsen hat, also.....Hut ab DD. Auf jedenfall großes Potential.


    Fairerweise muß man aber auch sagen, daß die Rostocker zwar in
    McPomm keine unmittelbare Konkurrenz haben, aber ist das Land
    auch ziemlich bevölkerungsarm und nach Norden gesehen gibt es kein
    Umland, sondern nur die Ostsee.


    Durch die fussballerische Vergangenheit hat DD den Vorteil auch
    weit über die Grenzen von Dresden hinaus Fans zu haben, teilweise
    sogar in Städten, welche selbst Oberligavereine hatten.


    Das trifft (wenn auch vielleicht nicht in dieser Größenordnung) z.B. auch
    auf den FCM und Jena zu, die Fans auch jenseits ihrer Bundesländer
    hatten und haben.


    Und wenn Rostock in der DDR-Oberliga spielte hatten sie nach DD eigent-
    lich immer die höchste Zuschauerzahl. Das ist schon bemerkenswert.

    Zitat

    Gab natürlich oft Konflikte in der Schule, wenn man offiziell zur BRD stand


    Zu meiner Schulzeit (besonders in der ersten Jahren) war es absolut
    undenkbar, sich auf irgendeine Art pro-BRD, pro BRD-Sportler & Vereine
    auf egal welche Art zu artikulieren.


    In den ersten Klassen war es durchaus üblich, daß mitten im Unterricht
    eine Ranzenkontrolle stattfand. Immer auf der Suche nach "subversiven"
    Material, wie Fix&Foxi-Comic-Hefte oder Kaugummibilder, Fußballsammelbildchen
    aus Schokoladentafeln etc.


    Das Tragen von offensichtlich aus dem "Westen" stammender Kleidung
    hatte meist auch Belehrungen über die Ausbeutung der versklavten
    Arbeiter in der BRD zur Folge bzw. war ganz verboten (Westjeans).


    Ebenso verpönt und verboten waren "Einkaufstüten" mit Westreklame.


    Das ging soweit, daß Lehrer im Unterricht (Unterstufe!) die Kinder
    scheinheilig fragten, was sie so zu Hause für Musik hören...worauf
    auch meine Eltern in der Schule antanzen durften, denn natürlich
    war mir die gesamte Schlagerszene über Drafi Deutscher, Heintje,
    Alexandra, Roy Black sowie die "härteren" Sachen wie T´Rex, Stones
    etc. geläufig...DDR-Musik lief bei uns nicht...und wie soll man als 8-jähriges
    Kind ahnen, daß diese Musik "böööhse" ist ?


    Irgendwann Mitte der 70iger wurde es dann etwas lockerer, aber einen
    "Kicker" mit in die Schule bringen, hätte immer noch Mordsärger bedeutet...


    Kann natürlich sein, daß es in anderen Städten nicht so extrem war,
    aber ich habe als Kind sehr schnell gelernt, was man in der Schule
    sagen darf und was ich offiziell denken soll.


    Und so war ich ein perfekt dem System angepasster Heuchler, dem
    es nicht schwer fiel, in Staatsbürgerkunde die Note 1 zu ergattern...


    Heute denke ich manchmal, die Lehrer können doch garnicht sooooo
    blöd gewesen sein, diese angepasste Heuchelei (von der Masse der
    Schüler) muß doch durchschaubar gewesen sein ?


    Und so hat man sich außerhalb von Schule, Lehre, NVA, Arbeitsstelle
    "ausgetobt" und der Fußball war auch ein Ventil der politischen Unkorrektheit.


    Für manche Sprechchöre auf dem Fußballplatz gäbe es heute noch
    Stadionverbot oder einen Prozess wegen Volksverhetzung... =)