Einer der Hauptgründe für das vergleichsweise attraktive Spiel der deutschen Mannschaft ist aber nunmal auch die offensichtliche Schwäche der "großen" Gegner. Bei F, E, I, BRA, HOL, POR war vor allem aktive Regeneration in den ersten Spielen angesagt. Schonung um jeden Preis, bloß nicht zu viel Kraft investieren und gar noch ein 2:0 erzielen. Die Stars sind ausgepumpt von ihren langen Spielzeiten (20er Ligen, Play-Offs, nationale Cups, hohe EC-Belastung teils bis in den Mai). Und das ist nicht nur eine Frage der Physis, sondern vor allem auch der Psyche und Motivation.
Wenn man sich hingegen die am häufigsten eingesetzten deutschen Stammspieler im Feld mal so ansieht, konnten sich viele aufgrund von geringerer Einsatzzeit (Schweins, Metzelder, Huth), leichteren Verletzungen im Laufe der Rückrunde (Ballack, Lahm) oder weils im Klub zeitig um nichts mehr ging (Poldi, Mertesacker, Neuville) voll und ganz auf das Turnier vorbereiten.
An Klinsmanns Trainingsmethoden gab es doch nie wirklich was zu zweifeln. Ich persönlich fand nur die Kahn-Entscheidung falsch (ist immer noch meine Meinung) und seine mangelnde Präsenz im WM-Jahr hier unglücklich, da hätte man unnötigen Zoff vermeiden können.