Union Fürstenwalde II - Blau-Weiß Briesen 1:3 (1:0)
Ein Spiel mit zwei völlig verschiedenen Halbzeiten sahen die 225 Derby-Zuschauer am Freitagabend im Fürstenwalder Stadion.
Die erste HZ war von der Vorsicht beider Teams bestimmt, so dass Torchancen Mangelware blieben. Hier machten zunächst die jungen Unionen den agileren Eindruck, so dass das Führungstor nach schöner Einzelleistung von M. Bayat folgerichtig war. Brenzliger Höhepunkt war danach jedoch eine Aktion mit dem Briesener Bukowski und dem Torschützen, bei der Bukowski den bereits entwischten Bayat deutlich unsportlich am Trikot festhielt. Bayat riss sich los und schlug dabei mit dem Ellenbogen in Richtung des Gegners, der mit Verzögerung zu Boden ging. Für den Schiri war das gelbwürdig für beide, wobei sich Bayat auch über Rot nicht hätte beklagen können.
Nach kurzer Aufregung und einer weiteren Gelben für Briesen ging es in die Pause.
In der zweiten HZ gab es jedoch eine erhebliche Zuspitzung der Ereignisse, so dass die Zuschauer zumindest im Hinblick auf das gebotene Spektakel auf ihre Kosten kamen. Zunächst unterlief der bis dahin fehlerfreie TW Petzold eine Briesener Ecke von links, so dass R. Anke keine Mühe hatte am langen Pfosten einzunicken. Nur 4 Minuten später sicherte Kapitän Klein einen Einwurf im Strafraum und drehte sich um seinen Gegner, der ihn über sein Bein abrollen ließ. Von außen war das eher ein 50:50 - Zweikampf, aber Schiri Muhme entschied auf Elfmeter für Briesen. Klein verwandelte sicher, so dass die Blau-Weißen das Spiel innerhalb von sieben Minuten gedreht hatten.
In der Folgezeit versuchten die jungen Unioner verstärkt den Ausgleich zu erzwingen. Dabei wurde jedoch deutlich, dass die Briesener die abgezockteren Methoden zur Ergebnissicherung anwandten. Deutlich wurde das beispielhaft beim 1:3, als der aufgerückte Keeper Petzold von Krüger aus mehr als 30 m mit einem exakten Heber überwunden wurde.
Inzwischen war dann auch deutlich mehr Gift in den Zweikämpfen, bei denen erkennbar wurde, dass die Briesener es immer wieder schafften, Fürstenwalde mit Nickligkeiten aus dem Konzept zu bringen. Der Schiri behielt seine konsequente Linie bei, so dass im Zuge der zahlreichen Unsportlichkeiten und Fouls schließlich B. Zickerow für sein heftiges Einsteigen mit der 2. Gelben vom Platz musste (83.).
Die übrige Spielzeit zeigte dann das "normale" Runterspielen auf Briesener Seite mit all den dazugehörigen kleinen und großen Zeitspiel-Varianten sowie das erfolglose Anrennen der Fürstenwalder. Bezeichnend in dem Zusammenhang war die Tatsache, dass die Unioner ihre beste Chance der 2. HZ hatten, als nach einem Freistoß der Ball von Kapitän Klein über den eigenen TW verlängert wurde und erst von einem Briesener Verteidiger auf der Linie geklärt werden konnte (75.).
Insgesamt war es ein in der 2. HZ spannendes und hart umkämpftes Spiel, bei dem die 12+1 (!) Gelben die "Melodie" des Spiels bestimmten. Für die Betrachter bot es sicher gute Unterhaltung und eine Menge Diskussionsstoff bei jedoch in der Schlussphase grenzwertigen Lichtverhältnissen.