Beiträge von Schwarze Sau

    Nach einem Überstunden-Vorgeplänkel im Landespokal am letzten Montag ging es am gestrigen Sonntag zum zweiten Mal innerhalb einer Woche über 90 Minuten zwischen den aktuell führenden Teams der Köstritzer-Thüringen-Liga. Nachdem ich das erste Aufeinenandertreffen bereits verfolgen konnte, war ich nach dessen spektakulärem Ende natürlich neugierig, wie es wohl diesmal in Nordhausen ablaufen würde. Nach einer Verabredung mit einem Berliner Hopper-Kumpel ging´s dann um halb elf in der Hauptstadt los. Nach problemloser Anreise kamen wir gegen 13.40 Uhr im Albert-Kuntz-Spoprtpark an, der gut gefüllt war, aber einige bautechnische Besonderheiten aufwies.
    Zum einen war die Gegengerade zu zwei Dritteln gesperrt, da dort neue Stehplätze im Bau waren. Da sich dabei offensichtlich der Bauleiter verrechnet hatte und jede Menge Bauzäune zuviel geordert hatte wurden diese Teile kurzerhand an der restlichen Barriere vor den Zuschauern verteilt, so dass die Stehplatzbereiche nach Jahren zum ersten Mal wieder komplett hinter Gittern lagen. Hier nochmal der besondere Dank dafür an die Hirnis vom letzten Montag in Gera, die diese Maßnahme notwendig machten. :thumbdown: Ansonsten hat man ja dort immer einen sehr direkten Blick auf das Feld, da hierbei keine Laufbahn stört.
    Ich hoffe doch, dass im Zuge des Umbaus auch die restlichen beiden Seiten (Gegengerade und Gästeseite hinterm zweiten Tor) überdacht werden, denn zwei Dächer über vier Seiten sehen nun mal auch nach Jahren noch improvisiert aus. Außerden ist es definitiv unterm Dach lauter als oben ohne, was aber heute noch keine Rolle spielte.
    Auffallend war weiterhin das Fehlen der Geraer Fans, von denen niemand im Stadion erkennbar war. Der Gäste-"Käfig" war komplett leer, was an dem zunächst nur gerüchteweise bekannt gewordenen Boykott der Ultras Gera lag. Offensichtlich blieb es nicht beim Gerücht, warum auch immer. Wer Lust dazu hat, kann ja mal auf deren Seite nach den Ursachen forschen: http://ultras-gera99.de/blog/ Wie sich im Laufe des Spiel herausstellte, war der Boykott aus sporlicher Sicht jedoch ein voller Erfolg, da er den Jungs unnötigen Frust ersparte.
    Das Spiel selbst begann nach dem Motto von D. Stepanovic: "Erste Angriff, gleich Sch ... e!". Es waren keine fünf Minuten gespielt, da klingelte es zum ersten Mal im Norhäuser Kasten, 0:1 für die "Oranjes" von der Betriebssportgemeinschaft. Auch alle, die vom Pokalergebnis nichts mitbekommen hatten, wussten, dass ab sofort Wiedergutmachung angesagt war.
    Wacker gelang es langsam, aber sicher zu zeigen, dass das Team nicht zu unrecht an der Tabellenspitze steht. Es gab ein allmähliches Übergewicht an Spielanteilen, aber Gera hatte zunächst auch noch ein, zwei gute Gelegenheiten die Führung auszubauen. Aber wer sie vorne nicht macht ... , ... der kriegt eben nach einer halben Stunde den Ausgleich! Danach kam auch endlich sowas wie Support von Nordhäuser Seite zustande. Bis dahin gab es lediglich einiges Geraune und wohldosierte Pöbeleien, und das in einem Stadion ohne Gästefans! :gruebel:
    In der zweiten Hälfte zeigte sich, dass die Chancen für Gera aus der 1. HZ schon alles waren, was die Gäste an Torgefahr an diesem Tag dabeihatten. Ich habe selten eine derart harmlose Vostellung einer (laut Tabelle gleichwertigen) Mannschaft gesehen! Ganze 2 (in Worten: zwei!) Flankenbälle musste der Nordhäuser Keeper in der Hälfte runterholen! Null Torgefahr + null Kampfgeist = null Punkte! Irgendwie müssen das die Boykottierer geahnt haben. :thumbsup:
    Wacker begann jetzt, die kampflos überlassenen Räume auszunutzen und erspielte sich einige gute Gelegenheiten. Nach einer Stunde und zwei Toren war das Spiel gelaufen. Das 4:1 in der 85. Minute war nur noch Formsache, um das Ergebnis auch zahlenmäßig dem Spielverlauf anzunähern.
    Jetzt gab es auch angemessene Unterstützung von den Zuschauern, nicht zuletzt deswegen, weil es auch ziemlich schöne Tore waren, jetzt mal durch die Vereinsbrille gesehen.
    Damit steht Wacker jetzt mit sieben Punkten (!) Vorsprung an der Spitze und muss sich wohl oder übel mit dem Thema Oberliga-Aufstieg beschäftigen. Klingt erstmal gut, aber das liebe Geld wird wohl auch hier das letzte Wort haben.
    Nach kurzer Feier von Mannschaft und Fans ging es dann wieder zurück nach Hause. Beide Wege vor und nach dem Spiel blieben im und um das Stadion problemlos, Polizei war nur in kleiner Zahl und ohne das ganze Kriegsgerümpel präsent, Kontrollen gab es nur oberflächlich und Verpflegung gab es ebenfalls zügig. Schade, dass bei herrlichem Wetter nur(?) 820 Zuschauer dabeiwaren, mit der üblichen Handvoll Geraer hätte man sicher einen 1000er gehabt.


    P.S.: Solange ich meine eigenen Bilder nicht einstellen kann, bitte den folgenden Link nutzen:
    https://picasaweb.google.com/1…eshow/5661503676653626674
    Die Spielszenen sind alle natürlich besser als meine Bilder, ein bisschen Drunherum folgt hoffentlich bald.

    Lietzen - FCS II 2 : 3 n. V. (1 : 1, 0 : 0)


    Srausberg gewinnt dank dreier Freistöße, wobei der erste nach oben abgeklatscht wurde und so zum Bumerang wurde. Die anderen beiden versenkten Ilausky und Brutschin unhaltbar. Lietzen mit starker kämpferischer Leistung, mannschaftlich geschlossen und mit zwei schön herausgespielten Toren. Beim ersten zeigte Müller seine Torgefahr,als er seine erste (und einzige) Einschussmöglichkeit nutzte. Beim zweiten Tor stand Schmidt am langen linken Pfosten goldrichtig und versenkte eine Hereingabe aus Nahdistanz. Das war ein starkes Comback nach dem frühen Rückstand in der Verlängerung.
    Insgesamt zeigte SRB schon das gefälligere Spiel und hatte auch einige gute Gelegenheiten, in denen der Lietzener Keeper stark reagierte. Beide Teams legten hohes Tempo vor und schenkten sich in den Zweikämpfen nichts (3 : 4 Gelbe), so dass es zahlreiche Fouls und die entsprechenden Freistöße gab. Dazu kam dank des engen Spielverlaufs einige Hektik auf und es gab viele unnötige Kommentare von beiden Seiten. Der geringe Abstand zwischen Zuschauern und Platz trug einiges dazu bei, besonders bei Fouls und Gemecker direkt vorm "Mob".
    In der heute gezeigten Form gehört Germania sicher weiter nach oben in der Tabelle, aber schließlich ist ja nicht jede Woche Pokal.

    Leute, es muss doch auch in dieser Frage niemand das Rad neu erfinden. Es gibt seit Jahrzehnten Einwanderer in Europa und sonstwo auf der Welt, die am regulären Spielbetrieb in den jeweiligen Ligen ihrer neuen Heimat teilnehmen. Ganz egal, ob nun im selbstgegründeten Verein oder in lokalen Vereinen. Überall gab oder gibt es das Problem der zu erlernenden Sprache der neuen Heimat, auch am Wochenende, wenn man auf dem Platz oder in der Halle antritt.
    Es wäre deshalb für mich mal interessant zu erfahren, ob und wie dieses Problem bei unseren europäischen Nachbarn und von deren Verbänden behandelt wird.
    Ich kann mich zumindest an einen Bekannten erinnern, der ein Austauschjahr in den USA verbracht hat und in den High-School- Mannschaften auf dem Feld nix außer Englisch sprechen durfte.
    Vielleicht kann der eine oder andere eine praktikable Lösung aus einem anderen Land beschreiben.

    Im Zuge eines „Heimat-Urlaubs“ gab es für mich in diesem Jahr zum ersten Mal wieder die Gelegenheit, ein Spiel in Thüringen zu besuchen. Am Montag, dem 3. 10. gab es vier von acht Pokalspielen im Landespokal, darunter das Thüringenliga-Spitzenspiel zwischen Verfolger Wismut Gera (2.) und Wacker Nordhausen (1.). Bis nach Gera ging´s zunächst recht flott voran, auch mit dem Auto gab es in Stadionnähe kein Parkplatz-Problem, da der Nebenplatz dafür freigegeben war. Zugang zum Stadion und die erste HZ hinterm Wacker-Mob waren ebenfalls entspannt, der Preis für ein Bier (0,4l) mit 2,- auch im üblichen Rahmen. Sitzplätze gibt es im Stadion Am Steg nur auf der Haupttribüne hinter den Trainerbänken, der Rest des Runds besteht aus grasbewachsenen Erdwällen, die durch eine niedrige Barriere von der alten Laufbahn abgetrennt werden.

    Beide Fanlager waren zunächst noch rege mit ihren Gesängen beschäftigt, bei Wacker fand ich die immer wiederkehrenden „H ... söhne!“ – Schmähungen eher einfallslos und peinlich, die Geraer waren zahlenmäßig überlegen und daher auch lautstärker zu vernehmen.



    Auf dem Platz tat sich zunächst noch nicht viel, der gegenseitige Respekt war beiden Teams anzumerken. Wacker trat dabei spielerisch besser in Erscheinung, ohne jedoch große Torgefahr zu erzeugen. Bei Gera gab es hin und wieder Fouls, die bei schnellen Spielzügen erzwungen wirkten, da der eine oder andere mit dem vorgelegten Tempo überfordert wirkte.



    Mit der Halbzeit wechselte ich die Seite und postierte mich zwischen den Trainerbänken etwa in Höhe der Mittelinie. Hier fiel mit dem Wiederanpfiff auf, dass der Nordhäuser Trainer Goslar erstaunlich unsouverän mit dem Spielgeschehen umging. Es gab von seiner Seite aus bei jedem Foul einen mittleren Wutanfall und bei entsprechender Antwort vom Geraer Kollegen auch weiteren Thrash-Talk mit der anderen Bank. Verschärfend kam dabei hinzu, dass sich die Auswechselspieler hinter den Toren auf der jeweils entfernteren Seite warmmachten und vor jeder Auswechselung der Trainer-Assi durch die generische Coachingzone lief, was die gerade beendeten Dissereien wieder aufflackern ließ. Das Ganze fand natürlich unter reger Anteilnahme der unmittelbar dahinter sitzenden Zuschauer statt, die sich mit dem entsprechenden Gepöbel auch nicht lange bitten ließen.



    Auf dem Platz ging´s derweil munter auf und ab, ohne dass einem der Teams was Nennenswertes gelang. Torchancen blieben rar, bis schließlich do Amaral auf Nordhäuser Seite kurz und trocken von der Strafraumgrenze abzog und flach links einschoss. Der Nordhäuser Mob hatte danach natürlich sofort Oberwasser, was mit den einschlägigen Handbewegungen in Richtung der Geraer Ultras bedacht wurde. Eine Aufforderung zum Tanz, über die zu späterer Zeit noch zu reden sein wird.


    Wismut fiel auch daraufhin nichts Zwingendes ein, so dass nach den wenigen vergebenen Chancen ein so genannter 50:50 – Elfer in der 82. Minute für den Ausgleich herhalten musste.



    Verständliche Freude bei den Geraern, Frust bei Wacker, das zu diesem Zeitpunkt schon den Angriff ausgewechselt hatte und nun in die Verlängerung musste. Hier zeigte sich ein leichtes Chancen-Übergewicht für Gera, das jedoch eindrucksvoll bestätigte, dass ohne Elfer heute an Tore nicht zu denken war. Symptomatisch für das Geraer Abwehrverhalten war ein Befreiungsschlag eine Verteidigers über Freund, Feind, Stadionzaun und Uferweg hinweg in die Elster, die dann das gute 120-Euro-Spielgerät sanft aus den Wellen flussabwärts aus der hektischen Schlussphase entführte.



    Es gab ein, zwei Fouls der Sorte, die den Schiri offensichtlich zu dem Entschluss brachten, heute nicht durch zu viele Karten das Spiel entscheiden zu wollen. Mit anderen Worten: In einem normalen Spiel wären dafür sicher einer oder zwei Leute vom Platz geflogen, aber der Kollege hatte offensichtlich Beißhemmung.



    Ein solcher Zweikampf direkt vorm Wacker-Mob war es dann auch, der die Situation kurzzeitig außer Kontrolle geraten ließ. Nach einem Geraer Foul gab es ein wenig Geschubse mit anschließender Rudelbildung, was einige Wacker-Fans zum Anlass nahmen, ihren Helden zu Hilfe zu eilen. Die eingangs erwähnte niedrige Barriere stellte dabei kein Hindernis dar, trotzdem wurden die 5-10 Eindringlinge schnell von den Ordnern und der Polizei wieder hinter den „Zaun“ vefrachtet.


    Kaum war das geschehen, sah sich nun der Geraer Mob endlich in der Lage, der Nordhäuser Einladung zu folgen und begab sich auf kürzestem Wege in Richtung Nordhäuser Block. Schließlich blieb nach 115 Spielminuten nicht mehr allzu viel Zeit, dem Spiel noch eine Wendung zu geben. Da Team Green aber ohnehin schon im Innenraum war, brauchten diese sich nur umzudrehen, um den Vormarsch kurz hinterm Mittelkreis aufzuhalten und den Spielverderber zu geben. Pfefferspray war dabei soweit ich sehen konnte nicht in Aktion, aber einige Knüppel flogen schon ganz flott. Natürlich folgte der unvermeidliche Aufmarsch vorm Geraer Block, der bis Spielende Bestand hatte und mit den entsprechenden gesungenen Begrüßungen begleitet wurde.



    Der Schiri hatte wohl von dem ganzen Theater nun endgültig genug und bemerkte, dass das Spiel im Prinzip gelaufen war: Abpfiff ohne Extras nach handgestoppten 14:41 min der 2. HZ der Verlängerung.



    Der Rest ist schnell erzählt: Alle Schützen außer dem Wacker-Kapitän Teichmann trafen, Gera ist eine Runde weiter, Wacker bleibt „im Felde unbesiegt“ und konzentriert sich ab sofort auf den nächsten Punktspiel-Gegner am 9. 10. Um 14.00 Uhr im heimischen Albert-Kuntz-Sportpark: die BSG Wismut Gera!



    Dank der geschilderten Begleitumstände dürften der Einlass und das Drumherum in Nordhausen nicht halb so entspannt ablaufen. Dafür werden aber auch noch ein paar mehr als die in Gera anwesenden 650 Zuschauer erwartet.

    Ja, ist echt zum Ko... ! :motz:
    Gibt wohl wirklich keinen Fußballgott!
    Oder er hat heute einen ganz schwachen Tag.
    Trotzdem bleibt die Dortmunder Chancen-Verwertung unterirdisch und im Zweifel hilft das Glück/Pech (=Latte).

    Ich finde auch, dass Mannschaften, die mit der SR-Leistung unzufrieden sind, selbst entscheiden sollten, ob sie ein Spiel fortsetzen oder nicht. ;)


    Jetzt müssen sich nur noch die Regelhüter vom IFAB hinsetzen und das Maß der erträglichen Fehlentscheidungen festlegen. Wenn dieses Limit dann nach Meinung der benachteiligten Mannschaft (wahlweise auch ihres Präsidenten/Abteilungsleiters/Trainers)überschritten ist, gehen die Jungs dann einfach vom Feld und das Spiel wird dann neu angesetzt. :freude:


    Folgerichtig werden dann die umsichtigen Verantwortlichen, die somit eine Eskalation verhindert haben, am Saisonende vom BFV ausgezeichnet.


    Die SR, die es erkennbar also nicht draufhaben, werden mindestens bis zur Winterpause/Saisonende gesperrt. Dann hätten wir nicht mehr nur mehr Nachholespiele, sondern auch weniger SR dafür.:lach:

    Mittel:
    Ich kann Dich darin nur bestärken, aktuell hat MOL zwar genug SR, allerdings nur auf dem Papier. Es sind eine Reihe von Leuten selbst noch Spieler, besonders die Jüngeren. Andere haben immer wieder berufliche Termine am Wochenende, so dass der Ansetzer selbst noch am Freitag-Abend ewig telefonieren muss, um die Spieltage abzusichern. Und einige sind eben auch bis zum letzten Nachhole-Termin (gestern) nicht in der Lage, ihren jährlichen Test zu absolvieren. Da kommt jede Unterstützung recht.
    Teilweise bleiben manchmal eben nur die jeweils angesetzten SR übrig, da niemand kurzfristig einspringen kann. Erst am letzten Feitag wurde ein angesetzter Kreisliga-SR vom Landes-Ansetzer abgezogen. Da ist dann "Domino-Day" in der Ansetzungsliste.
    Insgesamt bleibt zu hoffen, dass sich alle schwachen und besseren SR-Leistungen im Laufe der Saison ausgleichen, ebenso die Fahrtkosten, die manchmal mehr schmerzen als die verlorenen Punkte.

    Rehfelde - Seelow II 2:2 (1:1)


    In einem bis zum Schluss spannenden Spiel trennten sich beide mit dem verdienten Ergebnis, auch wenn der Endstand erst durch den Rehfelder Ausgleich in der Schlussminute (Kopfball R. Gröschel) etwas glücklich zustande kam. Das gesamte Spiel über spielten beide Teams mit hohem Einsatz und Tempo und ließen dem Gegner jeweils wenig Raum zur Entfaltung. Zum Glück fiel schon nach 13 Minuten das erste Tor durch einen schönen Frontzeck-Freistoß in den rechten Winkel, so dass Seelow gezwungen war, selbst etwas für den Ausgleich zu tun. Bei der Tabellen-Konstellation (beide ungeschlagen) hätten bei einem 0:0 zur Pause wahrscheinlich beide das letzte Risiko gescheut.
    Prägende Figur auf Seelower Seite war R. Müller, der keinem Zweikampf aus dem Wege ging und das Spiel nach vorn trieb. Er war es auch, der per Kopf aus Nahdistanz nach schöner Flanke von rechts den Ausgleich in der 29. Minute erzielte.


    Die zweite Halbzeit gestaltete sich weiter ausgeglichen, auch wenn Rehfelde mehr Spielanteile besaß. Seelow ließ sich nicht entscheidend unter Druck setzen und hatte durch einen Thieme-Freistoß (79.) von links aus spitzem Winkel in die kurze Ecke plötzlich den Sieg vor Augen. Dabei kam dem Schützen aber auch die desolate Rehfelder 2-Mann-Mauer zu Hilfe, die den Schuss unhaltbar passieren ließ. Bis zur Schlussminute rannte Grün-Weiß meist hilflos an und zog sich damit auch den Unmut der eigenen unter den offiziell 90 Zuschauern zu. Nicht unbedingt hilfreich und in der gehörten Deutlichkeit auch alles andere als ermutigend, aber wenn´s dem Ausgleich auf die Sprünge geholfen hat ...


    Nachdem ich inzwischen acht der sechzehn Kreiligisten jeweils in einem Spiel gesehen habe, würde ich beide neben Neuenhagen und Bruchmühle zu den Favoriten zählen. Zu Buckow kann ich noch nichts sagen, Müncheberg hat mich gegen Diedersdorf enttäuscht, aber die Ergebnisse stimmen bislang und der Sieg über Buckow ist ja auch erstmal ´ne Marke. Bruchmühle scheint (bei einem Spiel weniger) auch langsam in Tritt zu kommen, auch wenn jetzt erstmal wieder eine "Zwangspause" dank Altranft ansteht. Zu Lietzen kann ich nix sagen, hoffe aber auf ein Spiel gegen einen aussagekräftigen Gegner.

    Na ja, ich würde mal sagen, dass Neutrebbin einfach abgezockter gespielt hat. Insgesamt hatten sie etwa fünf Torchancen, von denen drei drin waren. Bruchmühle war eigentlich die gesamten 90 Minuten aktiver, aber im Abschluss besonders in der ersten HZ zu harmlos. Allein Finow hatte mehrere gute Gelegenheiten zur Führung. Als der SGB-Keeper zum zweiten Mal eine Flanke fallen lässt, sagt dann Hertha zum ersten Mal "Danke!".
    In der zweiten HZ stand Hertha dann sicherer bzw. ließ nicht mehr so viel von Bruchmühle zu. Trotzdem hatte erneut Finow die Riesenchance zur Führung kurz nach Beginn der 2. HZ. Aber wer sie vorne nicht macht ...
    Hertha kontert zweimal richtig gut, beim 2:1 wieder mit "Hilfe" des Keepers, der sich auf dem Weg zum Ball verschätzte und Geue so freie Bahn ins leere Tor hatte. Damit war´s eigentlich gegessen, Bruchmühle bemüht sich weiter, aber Hertha hatte es bei nachlassenden Kräften mit einem Zwei-Tore-Vorsprung leichter, die Pflichtaufgabe zu lösen.
    Besonders in der ersten HZ sah das Neutrebbiner Spiel sehr pomadig und irgendwie lustlos aus. Mit dem Führungstor hatte zu dem Zeitpunkt wohl auch niemand gerechnet. Aber wenn es der Neutrebbiner Matchplan war, so zu gewinnen, dann: "Hut ab!"

    Na ja, Pommes, ich sach mal: Wieviele gewaltbereite unter den friedlichen Fußballfans jedes Wochenende gibt es denn im Verhältnis zu den ihnen gegenüberstehenden Polizisten. Ich nehme mal an, dass der Prozentsatz der Kategorie-C-Vertreter auf beiden Seiten gleich hoch ist. Und kommt mir jetzt nicht mit dem Satz, dass Polizisten als Vertreter des Gesetzes besonders peinlich exakt desssen Buchstaben einhalten müssen, während frustrierte (Spielergebnis), provozierte (Taschentücher) alkoholisierte "Fans" wegen der eben genannten Ursachen mildernde Umstände erhalten. Nach dem Motto: "Was wir dürfen/wollen, dürfen die noch lange nicht, weil sie Bullen sind!"
    Wer schon das eine oder andere Spiel im Stadion und dem Umfeld vor- und nachher verfolgt hat, weiß doch selbst, dass der nicht sanktionierte Regelverstoß einen nicht unbeträchtlichen Teil des Reizes ausmacht. Ob das das Schwarzfahren, wildes Pinkeln, Müllentsorgung in die Umgebung oder Pöbeleien in beleidigender Form sind: Beim Fußball geht das alles, gehört das alles dazu!
    Wer sich daran gewöhnt hat, dass ihm dabei nix passiert, der wundert sich dann auch, wenn ihm jemand beim nächsten Versuch plötzlich jemand gegenübersteht, der die weitere Regelverletzung (Pyro im Block, Angriffe auf gegnerische Zuschauer o. ä.) nicht durchgehn lässt. Dass sich dabei beide Seiten im "psychischen Ausnahmezustand" befinden, der dann zu Überreaktionen führt, dürfte auch klar sein. Ebenso, wer von beiden letztendlich am längeren Hebel sitzt.

    Ich gebe zu, dass ich den Glauben daran schon ab Minute 70 aufgegeben hatte. Da sah es für mich nach einem grauen(-vollen) 0:0 - Kick aus, mit dem Unterschied zum Nürnberg-Spiel, dass der Vfb es zumindest versucht hat mit dem Toreschießen. Ärgerlich aus meiner Sicht war das weitgehend erfolglose und isolierte Spiel von Lasogga, für den muss wohl eine andere Marschroute ausgegeben werden. Er hatte kaum Bindung zum Team und wurde wenig gesucht. Gut fand ich dagegen den Auftritt von Torun, der sichtlich Spaß und Siegeswillen mit auf den Platz brachte. An Raffael scheiden sich bei mir erneut die Geister: Bis auf sein Tor hat er fast alle Entscheidungen, die er mit dem Ball am Fuß getroffen hat, falsch gewählt: Dribblings, Pässe, Abschlüsse, alles weitgehend lausig! Dann macht er ein Drei-Punkte-Tor und die Welt ist wieder in Ordnung!
    Letztlich ist es aber egal, wer wie die Buden macht. Wenn die Abwehr sich langsam stabilisiert und der Keeper so hält wie am Freitag, geht demnächst auch noch mehr. Wahrscheinlich aber erst wieder gegen Augsburg.

    Klosterfelde - Finow 1 : 2 (0 : 0)


    Nach einem Spiel mit völlig verschiedenen Halbzeiten setzt sich mit Stahl die genau um ein Tor bessere Mannschaft durch. Im ersten Durchgang blieb es fast durchgehend beim vorsichtigen Abtasten und Belauern, Torszenen waren rar bis auf einen Finower Torschuss ca Mitte der 1. HZ., der aber vom Union-Keeper großartig entschärft wurde.
    Die zweite Halbzeit brachte dann mit dem frühen 1:0 für Stahl (FE. 48., Jahn, nach vorherigem Foul am Schützen) endlich mehr Spannung, da sich Union auch nicht mehr lange bitten ließ und den Kampf annahm. Folgerichtig gelang den Gastgebern auch mit dem bis dahin schönsten Spielzug der Ausgleich durch D. Wetzel in der (51.)
    In den folgenden 20 Minuten gab es für die 190 Zuschauer jede Menge verbissene Zweikämpfe, bei denen die Emotionen hochgingen und von beiden Seiten ordentlich hingelangt wurde. Die Bilanz dieser Phase: 6 x Gelb (4 : 2) zwischen der 53. und 70. Minute. Kurze Zeit darauf machte Finow den Deckel drauf, als O. Gruhn in der 78. Minute eine schöne Kombination durch das Mittelfeld durch einen Schuss aus kurzer Distanz zentral vorm Tor versenken konnte. Union ließ auch danach nicht locker und versuchte alles, um den Ausgleich zu erreichen. Heute war jedoch spielerisch der Wurm drin, wie mir einige Unioner bestätigten. Offensichtlich kam das ganze Team heute nicht recht in Schwung, aber aus meiner Sicht war Finow auch ein richtig guter Gegner, der letztlich verdient gewann, weil er genau das verhinderte.

    Papzt:
    Was die vorläufige Perspektive für Hertha angeht, gebe ich Dir nach dem gestrigen Spiel Recht, dass es zunächst nur gegen den Abstieg gehen kann. Aus meiner Sicht war es so ein Spiel, bei dem beide eigentlich nichts Vernünftiges zuwege brachten, so dass ich das Gefühl hatte, wer überhaupt trifft, gewinnt.
    Was aber noch ein schlechtes Omen für mich ist: In der Abstiegssaison gab es so ein Spiel hier schon einmal gegen Köln. Daran musste ich sofort wieder denken. Wenn ein Gegner, der gar nicht gewinnen will, trotzdem drei Punkte mitnimmt, kann es eigentlich nur besser werden.
    Nächste Woche geht es zum HSV, dem das Wassser auch schon bis zum Hals steht. Wenn sie nicht gegen Hertha punkten und dann in München ranmüssen, brennt dort auch der Baum. Also Erfolgszwang besteht für beide.