Beiträge von Günni

    Kurz und knapp:
    Habe selber etliche Jahre aktiv gespielt, aber nur auf Kreisebene, bin seit fast 35 Jahren Fan der BSG Chemie/FC Sachsen und trainiere in meinem kleinem Heimatverein die E-Jugend.

    Ich weiß, hier sind schon viele Modelle zur Sprache gekommen, von denen m.E.- einige sehr brauchbar sind, aber die meisten wohl den Haken haben, dass dabei Änderungen in den Zuordungen von Landesverbänden zu Regionalverbänden notwendig wären. Da ich nicht glaube, dass sich beim DFB in dieser Hinsicht etwas bewegen wird, bleibt wohl nur die Möglichkeit, dass innerhalb des NOFV sinnvoll reformiert wird.
    Anknüpfend an "Armeefußballer" gibt es m.E. sehr wohl Möglichkeiten für eine eingleisige NOFV-OL, die aus mehreren Gründen Vorteile hätte: die meisten sind hier schon in anderen Beiträgen erwähnt, hinzu kommt, dass man mit dieser eingleisigen NOFV-OL viel flexibler und anpassungsfähiger wäre auf, wie auch immer geartete, Reformen in den oberen Ligen.
    Bleibt also das Problem, wie kriegt man eine ordentliche "Pyramide" unterhalb der eingleisigen NOFV-OL hin.
    Ich finde, da hilft nur eines: Auflösung der sechs Landesligen und als Ersatz eine Spielklasse, die ich jetzt mal "NOFV-Liga" nenne. Die könnte so aussehen, dass sie aus 4 Staffeln zu je 16 Mannschaften besteht, deren 4 Meister dann in die NOFV-OL aufsteigen. Die Anzahl
    der von dort in die "NOFV-Liga" absteigenden Teams würde sich natürlich auch nach der Anzahl der aus Bundesebene absteigenden NOFV-Teams richten (aus Erfahrung mit der alten NOFV-Regionalliga werden das aber kaum mehr als 4 Vereine sein).Gut zu überlegen ist sicher auch, in welcher Reihenfolge man den "Schnitt" zum jetzigen Spielsystem macht, d.h. welche dieser beiden Spielklassen zuerst eingeführt wird, oder, als 3.Möglichkeit, beide gleichzeitig.
    Würde man z.B. zuerst diese sog."NOFV-Liga" einführen, könnten sich dafür aus jedem Landesverband 10 od.11 Mannschaften qualifizieren. Der Nachteil dieser Spielklasse wäre natürlich, dass es im Jahr der Einführung eine erhöhte Anzahl Absteiger in die Spielklassen darunter gäbe und evtl auch eine verringerte Anzahl an Aufsteigern von dort (beträfe bei dem Bsp.pro Landesverband ca. 5 Teams).
    Die Vorteile überwiegen m.E. aber bei weitem:
    - realistische Anzahl von Auf- u.Absteigern zur eingleisigen NOFV OL und sich den unterhalb anschließenden Spielklassen (auch in möglichen unterschiedlichen Varianten) ist gewährleistet
    -sportlich strafferer, stärkerer "Unterbau" für die NOFV-OL
    -die wesentlich bessere Möglichkeit, territorale Härtefälle für zahlreiche Vereine zu entschärfen
    Der letzte Punkt bedarf sicher einer ausführlicheren Erläuterung, weil er aus meiner Sicht ein sehr gewichtiges Argument gegen jene ist, die die Landes- bzw.Verbandsligen in ihrer jetzigen Form unbedingt beibehalten würden.
    Über deren sportliche Attraktivität lässt sich sicherlich streiten.
    Ich beschränke mich also zunächst mal auf die Landesliga Sachsen.
    Dort haben in den letzen 5 Jahren immerhin 5 Vereine des Bezirkes Leipzig auf den Aufstieg zur Landesliga zu meist aus finanziellen Gründen verzichtet, weitere Vereine sind aus den selben Gründen freiwillig abgestiegen, obwohl sie sportlich qualifiziert waren.
    Grob vereinfacht lässt sich zusammenfassen, die sportliche Attraktivität der LL Sachsen wiegt das finanzielle Risiko nicht auf. Dieses besteht weniger darin, dass man sich bessere und teuere Spieler nicht leisten kann, sondern in wesentlich höheren Reisekosten und dem Zeitaufwand für die Anreisen zu Auswärtsspielen.
    Ursache dafür ist die relativ große Ost/West-Ausdehnung Sachsens. Für Sachsen-A. und Thüringen, besonders aber in Meck.-Pom. und Brandenburg dürften die bestehenden territorialen Gegebenheiten ähnlich nachteilig sein.
    Mit einer Aufteilung der Vereine in einer aus 4 Staffeln bestehenden "NOFV-Liga auf dieser Ebene, die so ähnlich sein könnte wie die der damalige DDR-Liga in den 70/80iger Jahren, lässt sich eine günstigere Zuordnung für die meisten (zugegeben nicht für alle) Vereine garantiert erreichen.
    Lediglich die Berliner Vereine müßten dann ab u. zu über die Stadtgrenze fahren. Diese Klasse dürfte dann sportlich und finanziell auch so attraktiv sein, dass nicht mehr so viele Vereine trotz sportlicher Qualifikation verzichten.
    Die Auf- und Abstiegsregelung nach "unten" könnte so aussehen, dass die letzten 3 Teams jeder Staffel, also insg.12, absteigen und im Gegenzug aus jedem der 6 Landesverbände 2 Teams aufsteigen.
    Würde eine "NOFV-Liga" so oder ähnlich (sicher wären auch 3, vielleicht auch 5 Staffeln denkbar) eingeführt werden, wäre es m.E. konsequent und sinnvoll, aus den von mir o.g. Gründen die jeweiligen Landes-/Verbandsligen (Ausnahme:Berlin) auf 2 Staffeln aufzuteilen.
    Thüringen, Meck.-Pom. und Brandenburg hat ja bereits jetzt diese Strukturen unterhalb der Landes-/Verbandsliga.
    Nur in Sachsen und Sachsen-Anh. müßte man in diesem Fall eine Anpassung durch eine weiter Spielklassenänderung realisieren.
    Ich vermute mal, dass das größte Problem, so eine "NOFV-Liga" einzuführen, darin bestehen wird, dass sich hier die Funktionäre nicht einig sind, vor allem jene auf Landesebene blocken würden.
    Dabei muß eine solche Spielklasse ja nicht unbedingt vom NOFV geführt werden, sondern das könnte auch von einem Gremium der Landesverbände geschehen (ähnlich wie es die 5 Regionalverbände in der jetzigen Regionalliga tun).