Ich wollte jetzt eigentlich noch zum Handball-Spitzenspiel auf dem Sonnenstein gehen. Bleibe aber 600 Meter von der Halle entfernt in der Wohnung meiner Mutter, der es gerade nicht so gut geht. Also gleich das Wichtigste zum Copitzer Spiel:
VfL Pirna-Copitz gg. Handwerk Rabenstein 0 : 0.
Etwa 70 Zuschauer, darunter um die 10 Gäste. Kalt und trocken.
SR Seib anfangs eher mit einer lockeren Linie, sehr kommunikativ. Zog dann die Karten, als es nötig war. Kein unfaires Spiel, aber ein paar hektische Szenen in Hälfte zwo. Das Wortgefecht zwischen einem Gästespieler und einem einheimischen Zuschauer vorm Sprecherturm konnte ich nicht aufklären, da war ich gerade am Kiosk.
Für die 80. Minute hätte ich gern den VAR gehabt oder zumindest die Torlinientechnik. Für mich war der Kopfball von Glöß hinter der Linie. SRA Schimanski sah es anders. Der wirkte auf mich in zwei, drei Situationen nicht ganz auf der Höhe - ob er in diesem konkreten Fall recht hatte, können vielleicht die Bilder von Pirna TV auflösen. Da ich heute sofort nach dem Spiel verschwunden bin, konnte ich auch nicht mehr bei den Leuten nachfragen, die näher am "Tatort" zugange waren.
Der VfL stellte sich wieder von selbst auf. Immerhin spielten Henschel und Reck, die in der Lokalpresse noch als verletzt gemeldet wurden. Aber gerade defensiv waren erneut einige Umstellungen nötig - deshalb umso mehr ein Kompliment für die "Null" nach 93 Minuten!
"Die Tabelle lügt nicht", dafür gibt es natürlich 3 Euro ins Phrasenschwein. Nun, hier spielten 15 Punkte gegen 29 Punkte - und dieser Unterschied war auf dem Platz zu sehen. Speziell in der ersten Halbzeit war Rabenstein die klar dominierende Mannschaft. Die erste Halbchance hatten sie in der 2. Minute und auch danach spielte sich das Geschehen größtenteils in der Copitzer Hälfte ab. Auch, weil die Gäste immer wieder die "zweiten Bälle" holten und konsequent nachsetzten. Zum Glück waren sie am bzw. im Strafraum dann mit ihrem Latein doch oft am Ende. Bis zur Pause registrierte ich eine VfL-Chance, als Philipp Kreische in aussichtsreicher Position scheiterte und 4, 5 nennenswerte Gelegenheiten für die Handwerker. Einmal touchierten sie dabei die Latte des Tores vorm Kiosk. Der VfL reagierte zumeist nur, aber mit zunehmender Spielzeit stellte man die Gäste früher und konnte sie vom Strafraum fernhalten. Das ist so ein Spiel, was am Ende vielleicht 0:3 ausgeht, wenn mal ein Ball reinrutscht - aber solange dieses eine Tor nicht fällt, ist alles möglich.
Nach dem Wechsel ein ähnliches Bild, aber die Druckphasen der Gäste wurden kürzer und das schon in der ersten Hälfte auf Konter ausgerichtete Spiel des VfL zielstrebiger. Natürlich war das kein hochklassiger Landesligafußball, aber phasenweise richtig gut anzusehen. Sowohl vom spielerischen Bemühen als auch von der Intensität der Zweikämpfe. Im Laufe der zweiten Halbzeit wechselten beide Seiten durch, ohne dass sich dadurch der Spielverlauf nennenswert änderte
Drei-, viermal konnten Reck oder Kärger ihren Gegenspielern davonlaufen. Wichtige Entlastung, aber letztlich waren die beiden dann doch oft zu sehr auf sich allein gestellt (der sonst offensivere John Henschel erfüllte wieder wichtige Defensivaufgaben). Und einmal, in der 79. Minute, gab es die Chance für Reck, es sprang aber nur ein Eckball dabei heraus. Dieser wurde von Kärger getreten, von Glöß Richtung Tor geköpft und von einem Abwehrspieler herausgeschlagen. Ob auf oder hinter der Linie, muss ich hier offen lassen. Zumindest hatte ich für zwei Sekunden "Tor" gejubelt...
Danach musste ich bis zur 93. Minute weiterzittern, denn die Gäste waren mit dem Punkt nicht zufrieden. Ich war froh, als der Abpfiff kam. Gegen eine spielerisch bessere Mannschaft hat sich der VfL mit viel Einsatz und Laufbereitschaft einen Punkt erkämpft! Damit hat Copitz im direkten Duell mit Rabenstein bei 7:1 Punkten und 4:1 Toren nach wie vor klar die Nase vorn.
Trotzdem ist die Hinrunden-Heimbilanz mit 8 Punkten aus 8 Spielen nicht befriedigend. Zumal da einige durchaus glückliche Zähler dabei waren. Andererseits haben wir gegen Blauweiß, Radefeld und Kamenz jeweils mit einem Tor Differenz verloren, was in allen drei Fällen nicht sein musste. Am Ende heißt es eben doch, dass die Tabelle nicht lügt...
Kommende Woche geht es ins Erzgebirge oder auch nicht. Der Kunstrasen in Marienberg wäre ein neuer ground für mich. Ob es da punktemäßig etwas zu holen gibt, bleibt abzuwarten. Der wichtige Nachholer bei Inter ist eine Woche vor Rückrundenbeginn angesetzt. Dort werden wohl schon wichtige Weichen gestellt!