Schweiz und Liechtenstein oder...„Bier schmeckt halt viel besser, wenn Oese nicht mittrinkt“

  • „Bier schmeckt halt viel besser, wenn Oese nicht mittrinkt.“


    Märzzeit ist Reisezeit. Seit nunmehr drei Jahren machen sich ein paar Nulldreier um den Frauentag auf, neue Städte und Stadien zu besichtigen. Ging es 2013 ins wunderschöne Brüssel (Edmond Machtensstadion, FC Brussels - KV Oostende 1:2), 2014 nach Luxemburg (Stade Municipal, FC Déifferdeng 03 - CS Fola Esch 1:2), so waren in diesem Jahr gleich zwei Ziele geplant: das bezaubernde Zürich und das besinnliche Vaduz. Pünktlich zur Geisterstunde wurde ich von drei Kobolden abgeholt, die mich feistes Gespenst ins Auto warfen. Gut behütet mit Cowboykopfbedeckungen ging sie los, die wilde Hatz gen Südwesten. Einmal Anschlagen an den Rheinfällen von
    Schaffhausen, an denen schon die „Drei Männer in eine Boot“ mit Heinz Erhardt ihre Probleme hatten, weiter nach Uitikon. Dort hatte ein emsiger RP03er eine Unterkunft organisiert und dabei im wahrsten Sinne des Wortes zwar Mühen jedoch keine Kosten gescheut. Dennoch war es wohnlich und überaus ausreichend. Nach dem Auspacken und dem ersten Kochen ging es auf die Piste. Ein kurzer
    Uhrenvergleich brachte Gewissheit: „noch lange hin bis Anpfiff“. Also für schmale 6.60 Franken ein Einzelticket in die Innenstadt der größten Gemeinde der Eidgenossenschaft gebucht und erstmal geglotzt. Die Augen wurden groß und größer: 8.80 Franken (bzw. 6.30 Goten oder 7.60 Angelsachsen) das 0,4er Pils; zugeschlagen; exquisiter bekommt man es nun wirklich nicht mehr direkt am Zürichsee.
    Ansonsten ein bezauberndes Kleinod. Der Abend wiegte schon die Erde, als wir, gemeinsam mit einem Exilkleinmachnower, uns auf den Weg gen Letzigrund machten. Für lächerliche 30 CHF/Person (Umrechnungskurs am 7.3.2015 1,0554 zu 1) ergattern wir fünf Stehplatzkarten im nahezu leeren Rund. Das Leichtathletikstadion besticht durch kuriose Flutlichtmasten und eine interessante Dachkonstruktion sowie bundesdeutsch irritierende Preise. Das Pils für 5.50 CHF und die Bratwurst für 7.00 CHF erforderten ein Überdenken des Gesamtbudgets. Glücklicher- und überraschenderweise glänzte Tilly (à vergl. Exilkleinmachnower, der) mit Spendierhosen. Vielen Dank nochmal. Zum Spiel gibt es wenig bis nix zu berichten. Die Gäste aus Luzern wurden von ihren mitgereisten Fans mit einer ansehnlichen Pyroshow empfangen, es sollte nicht helfen. Beim Spiel Not gegen Elend gewann Not durch ein Tor von Caio César Alves dos Santos aus spitzem Winkel in Minute 40. Stimmung kam zu keiner Zeit auf, zu ausgestorben das
    Stadion, zu weitläufig das Gelände. Mit dem Abpfiff huschten wir noch in das Bonnie Prince Pub, um noch nen ordentlichen Batzen Fremddevisen unter das Volk zu bringen.


    07.03.2015, 17:45h, Letzigrund, Grasshopper Club Zürich vs FC Luzern 1:0 (1:0)


    Zuschauer: 4.500 (inkl. Henning, Henner, Neffi und Oese)


    Tor: 1:0 Caio César Alves dos Santos (40.)


    Grasshopper Club Zürich: Vasic, Grichting, Lang, Abrashi, Dabbur, Fedele (90. Vadocz), Ngamukol (18. Ravet),
    Wüthrich, Pavlovic, Caio (81. Ben Khalifa), Dingsdag


    FC Luzern: Zibung, Rogulj, Lustenberger, Hyka, Puljic, Thiesson, Schneuwly (83. Mobulu), Winter (46. Winter), Lezcano, Wiss, Freuler


    Bier (Carlsberg, 0,4l): 5.50 CHF


    Wurst: 7.00 CHF (Schweinsbratwurst)


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    Nach dem Aufwachen am folgenden internationalen Frauentag wurde sich zuerst zu selbigem gratuliert. Man lag sich in den Armen, herzte sich und wünschte sich das Beste, aber vor allem Gesundheit. Ein feudales Frühstück, bestehend aus Brötchen, Dinkelknäcke , dem günstigsten, was die Wurst- und Käseabteilungen zu bieten hatten sowie einem von unserem AirBnB Gastgeber Avi geliehenen Glas Schokocreme rundete diesen sonnigen Morgen ab. Doch wie mahnte schon Helge Schneider in „Praxis Dr. Hasenbein“ richtigerweise an: „Nur schnell keine Zeit verlieren“. Also wurde mit Siebenmeilenstiefeln Hennings Pferdchen „Insignia“ gesattelt und Kutscher Neffi brachte uns auf indirektem Weg gen Liechtenstein. Der sechstkleinste Staat der Welt, welcher neben Usbekistan der einzige Staat ist, der ausschließlich von Binnenstaaten umgeben ist, spielt mit seinem FC Vaduz ebenfalls in der Super League, am 23. Spieltag war der FC aus Zürich zu Gast in diesem wunderschönen Stadion. Dieses überzeugt durch extreme Nähe zum Spielfeld und wirkt, als ob es direkt in die Alpen reingeschlagen wurde. Ein Traum bei frühlingshaftem Wetter. Wir verhökerten die letzten Franken für ein Wasser, ein Bier und 4 Würste und begaben uns dann auf unsere Plätze. Ca. 1000 Schlachtenbummler aus dem 120km entfernten Zürich hatten ebenfalls die Reise in das Fürstentum angetreten, es entwickelte sich eine umkämpfte Partie mit guter
    Stimmung. Auf der Heimseite waren es ca. 15. Ultras, die versuchten, ihre vom Abstieg bedrohte Mannschaft nach vorn zu peitschen, gegen die Gästefans waren sie allerdings ohne Chance. Ohne Tore, aber mit etlichen Chancen (Neumayr, 2., Schürpf, 3., Djimsiti, 34.) auf beiden Seiten ging es zum Pausentee. Spätestens nach knapp einer Stunde klappten beide Mannschaften ihre Visiere runter, ein
    spannender Kick in wärmender Frühlingssonne nahm seinen Lauf. Verzogen erst Chermiti (58.) und Schönbächler (60.) war dann in der 74. Minute Nef zur Stelle, der unbedrängt einnicken konnte. Der eingewechselte Sutter traf vier Minuten darauf nur das linke Außennetz, doch Schürpf machte es besser. Nach feinem Pass von Niederhäusern hämmerte er die Kugel zum 1:1 unter die Latte
    (83.). Die Freude hielt aber nur drei Minuten, denn nach einem langen Ball von Koch auf Gavranovic begleitete Stahel den Schweizer Nationalstürmer und Ex-Schalker nur anstatt zu stören, es stand 1:2 (86.). Sollte es das für die abstiegsbedrohte Heimelf gewesen sein? Nein, denn nur eine Minute hatte das Geburtstagskind des Tages seinen Auftritt. Der am 8.3. 24 Jahre alt gewordene Manuel Sutter stocherte eine Neumayr-Flanke unter Mithilfe der Hand zum 2:2 Endstand über die Linie (87.). Schiedsrichter Stéphan Studer, bei welchem ich zum ersten Mal live und in Farbe den Gebrauch des Freistoßsprays erleben durfte, hatte dies übersehen. Vier Tore in 13 Minuten, sowas erlebt man ja auch nicht alle Tage, die Reisegruppe wirkte zufrieden. Das zweite Geburtstagskind kutschierte nach einem kurzen Abstecher zum Schloss Vaduz (privat, nicht zu besuchen, dafür gabs nen Nulldreiaufkleber angeleimt, bämm) die vier Freunde innerhalb weniger Minuten durch vier Länder (Liechtenstein – Schweiz – Österreich – Deutschland) und durfte erst um 19:24 zum ersten Mal am Pils nippen. Bier schmeckt halt viel besser, „wenn Oese nicht mittrinkt“.


    08.03.2015, 13:45h, Rheinpark Stadion, FC Vaduz vs FC Zürich 2:2 (0:0)


    Zuschauer: 4.216 (inkl. Henning, Henner, Neffi und Oese)


    Tore: 0:1 Nef (74.), 1:1 Schürpf (83.), 1:2 Gavranovic (86.), 2:2 Sutter (87.)


    FC Vaduz: Vaduz: Jehle; Von Niederhäusern, Stahel, Grippo, Aliji; Hasler, Muntwiler (80. Kuzmanovic), Ciccone: Schürpf, Neumayr (89. Burgmeier), Lang (68. Sutter)


    FC Zürich: Da Costa; Nef, Buff, Djimsiti; Rodriguez (83. Rikan), Kajevic, Schneuwly, Schönbächler; Chikhaoui, Chermiti (80. Gavranovic), Sadiku (68. Koch)


    Bier (Löwengarten, 0,4l): 5.00 CHF


    Wurst: 5.00 CHF (Cervelat), 6.00 CHF (Kalbsbratwurst)



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    "Man sollte immer eine kleine Flasche Whisky dabei haben,für den Fall eines Schlangenbisses - und außerdem sollte man immer eine Schlange dabei haben." W.C. Fields
    RP03

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