4. Dezember 2010: Entscheidung im NOFV-Bereich zur 5. Spielklassenebene ab 2012/2013 geplant

  • Bekanntlich bekommt der NOFV nach dem Beschluss des DFB-Bundestag vom letzten Monat ab dem Spieljahr 20/2013 eine eigene Regionalliga.
    Anlässlich seiner Tagung am 05./06. November befasste sich der NOFV-Vorstand mit der Spielklassenstruktur im eigenen Bereich und kam zu folgenden Ergebnis:
    "Die Entscheidung zur Fortführung des Spielbetriebes der 5. Spielklassenebene in den Landesverbänden oder in überregionaler Form wird zum NOFV-Verbandstag am 4. Dezember 2010 getroffen. In Vorbereitung dieser Entscheidung werden in Verantwortung der Landesverbände Beratungen mit den betreffenden Vereinen stattfinden."
    Positiv, das die Landesverbände wie betreffende Vereine als davon unmittelbar Betroffene im Vorfeld der Abstimmung darüber erstmal selbst miteinander sprechen.


    Bin mal gespannt, wie nach diesem geplanten Meinungsbildungsprozess in 3 1/2 Wochen die Entscheidung ausfällt!

  • Im Vorfeld verschickte der NOFV Fragebögen an alle 32 Oberligisten. 24 sprachen sich für die derzeitige Lösung mit zwei Staffeln a 16 Teams aus. Drei (BFC, Zwickau und ???) plädierten für eine eingleisige Oberliga. Rostock II, Neustrelitz und Wismar wollen den totalen Wegfall! Gotha und ein weiterer, mir nicht bekannter Verein antworteten nicht.

  • Dann wäre die Verbands- oder auch Landesliga fünftklassig und diese enorm aufwerten :bindafür:

    So ist es. :bindafür:
    Die obersten Spielklassen der Landesverbände Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind gegenwärtig fünftklassig. Während die Bayernliga ab 2012 sogar (wieder) viertklassig wird, werden gleichzeitig durch Wegfall der jetzigen NRW-Liga auch die obersten Spielklassen der Landesverbände Niederrhein, Mittelrhein und Westfalen wieder fünftklassig.
    Dann sind also von den obersten Spielklassen der 21 Landesverbänden ab 2012/2013 schon mal mindestens 8 Ligen fünftklassig.
    Die angestrebte Ersetzung der jetzigen, unter NOFV-Regie stehenden Südstaffel ab 2012/2013 durch Bildung einer unter Verantwortung der 3 beteiligten Landesverbände stehenden "Mitteldeutsche Oberliga" ähnlich der jetzigen Oberliga Baden-Württemberg muss ja nicht zwangsläufig zu einer ähnlichen Lösung auch für den Raum Berlin-Brandenburg-MV fühjren!
    Ein ersatzloser Wegfall der gemeinsamen Spielklasse im Bereich Nordost-Nord bedeutet neben der Auwertung der obersten Spielklassen betreffender Landesverbände auch der endgültige Wegfall immer wieder vorzunehmender Umgruppierungen von Fünftligisten vor Saisonbeginn in ein anderen Wirkungsbereich.
    Auch wenn es zumindestens wegen den mitteldeutschen Vereinen im Nordosten zu keiner Verschmelzung der Regionalliga mit der NOFV-Oberliga kommen sollte, in MV fand sogar der aktuelle (und aufstiegswillige) Verbandsliga-Spitzenreiter aus Neubrandenburg bereits vor Vorabschiedung der RL-Reform dern Wegfall der jetzigen Nordstaffel ab übernächste Saison für akzeptabel: "Eine Regionalliga, die wirklich regional ist und viele Duelle zwischen Mannschaften bringt, die sich kennen, wäre in Ordnung. Und selbst wenn wir uns nach einem Oberliga-Aufstieg nicht für diese neue Spielklasse qualifizieren sollten und zurück in die Verbandsliga müssten, so wäre das ja die fünfthöchste Liga und nicht mehr die sechste wie jetzt.“


    Fraglich, wie die Landesverbände in Berlin und Brandenburg auf die angedachten Veränderungen reagieren?
    Bilden sie dann ebenfalls eine gemeinsame Oberliga wie die mitteldeutschen Landesverbände oder werten sie wie der Landesverband aus MV ebenfalls ihre Verbandsligen auf?

  • MAZ Online


    Man sollte sich auch die Frage stellen, will und könnte man die Ligen attraktiver gestalten? Alles auch eine Frage wie man es am Ende verkauft. Ab RL läßt es sich vielleicht wirtschaften, jedoch der Rest wird wohl langfristig verhungern vor armseeligen Kulissen.


    Hier mal ein paar Bsp.
    - eigene Internetseite
    - Berichterstattung in Printmedien
    - Fernsehen (Bsp. MDR) , Bericht vom Topspiel (die 5min müßte der RBB doch haben??)
    - Ansetzungstermine+Zeiten optimieren


    Die Aufmachung bzw. Aktualisierungen der Internetseiten des NOFV sowie der Fussball-Landesverbände sind und bleiben schlechte Beispiele!! ~Traurig aber wahr~


    :versteck:

    „Ich habe nicht gesagt, dass ich der Beste bin. Ich kenne nur keinen Besseren.“ (the Special One)

  • Das wird ja sehr interessant am 4.Dezember.


    Mich würde mal interessieren, in wie weit die Landesverbände da auch die Macht haben, ihre Vorstellungen durchzusetzen. Gerade Mecklenburg-Vorpommern wird sich doch nicht im Alleingang herauslösen und eine gleichberechtigte Liga gründen können.


    Die Positionen der einzelnen Landesverbände gehen verständlicherweise weit auseinander. Im Süden spielen ganz andere Kaliber und da will man natürlich auch weiterhin Spiele, wie sie derzeit im MDR laufen, einzelne Ligen für jeden Landesverband würden niemandem Vorteile bringen.
    Brandenburg und Berlin spielen natürlich auch gerne weiter Oberliga, für die Brandenburger Clubs liegen die Berliner Oberligisten sogar meist näher, als die Konkurrenz in der Brandenburgliga. Und eine Berliner Stadtliga gibts auch schon eine Klasse tiefer.


    Nur in Mecklenburg-Vorpommern sieht das alles wieder ein bisschen anders aus. Mich erstaunt, dass sogar die TSG Neustrelitz keine Oberlliga Nord mehr möchte. Immerhin kommt ein Großteil der Spieler aus der Hauptstadt zum Training und die Reisewege halten sich im Vergleich zu Torgelow oder Wismar auch in Grenzen.
    Allerdings spielt man gerade bei den Berliner Vereinen praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dazu verliert die Oberliga durch die Bildung der neuen Nordost-Regionalliga noch mal deutlich an Substanz. Hier würde eine aufgewertete Verbandsliga mit Torgelow, Neustrelitz, Neubrandenburg, Malchow, Schwerin, Greifswald deutlich mehr hermachen, als eine scheinbar immer stärker abbauende Oberliga. Bleibt die Frage, in wie weit sich so etwas umsetzen lässt.

  • Wegen der angespannten finanziellen Lage des Regionalverbandes und den von 32 Oberligisten im laufenden Spieljahr aufzubringenden Spiel- und Verbandsabgaben in Höhe von insgesamt knapp 120.000 € hat man sich laut Medienberichten für die Beibehaltung der NOFV-Oberliga in ihrer bisherigen Form entschieden!
    Bei einer Übertragung der 5. Spielklasse auf die Landesverbände ständen diese Abgaben dem NOFV nicht mehr zur Verfügung.


    Link zum MDR


    Interessant, wie sich die Spielabgaben der NOFV-Vertreter in den oberen 5 Spielklassen für den Punktspielbetrieb 2010/2011 pro Heimspiel zusammensetzen:
    Hertha BSC und die Drittligisten Hansa Rostock und Dynamo Dreden müssen am meisten zahlen.
    Danach folgen Drittligist Carl Zeiss Jena, Zweitligist Energie Cottbus. Drittligist Rot-Weiss Erfurt, Regionalligist 1.FC Magdeburg, Zweitligist FC Erzgebirge Aue und die Regionalligisten Chemnitzer FC, Hallescher FC und RB Leipzig sowie die 16 Oberligisten der Südstaffel vor dem Drittligist SV Babelsberg 03 und Regionalligist ZFC Meuselwitz vor den übrigen Regionalligisten aus dem Bereich NOFV und zum Schluss die 16 Oberligisten der Nordstaffel. Hinzu kommen noch die Verbandsbeiträge von je 200 € der 32 Oberligisten.


    Seite 14 des pdf-Dokumentes


    Der Absieg von Hertha BSC und Hansa schlägt also ganz schön "ins Kontor"!


    Fragt sich nur, was der Regionalverband macht, wenn wieder ein oder mehrere NOFV-Vertreter in der Bundesliga spielen sollten und er durch den Massenaufstieg 2012 in die regionale Liga Nordost dann über kurz oder lang massive Probleme bekommen sollte, auf Dauer jeweils eine ausreichende Anzahl von Aufsteigern aus allen obersten Spielklassen der 6 Landesverbände für die NOFV-Oberliga zu finden.




    P.S. einige besondere statistische Details zur NOFV-Oberliga finden sich auf den Seiten 28 bzw. 50-55 des pdf-Dokumentes

  • Erst mal danke an Hansestädter für deine ständigen Infos zu diesem Thema. Da ich mich damit nicht so ausführlich beschäftige, ist es gut, jemanden zu wissen, der hier ein bissel aktiv ist. (ändert nichts an unserer völlig konträren Einstellung zu RBL, aber das ist hier nebensächlich)
    Wie lange das mit der zweigleisigen Oberliga gutgehen soll, ist fraglich. Wenn da noch mal die Spitzenklubs nach oben verschwinden, fehlt doch jede Attraktivität. Vom Prinzip hätte ich es besser gefunden, unterhalb der neuen RL gleich die Landesligen zu platzieren, einziger Nachteil wären die notwendigen Aufstiegsrunden. Aber es geht halt nur ums Geld, auch für den NOFV. Dabei ist dem gemeinen Fan an der Basis relativ egal, ob die Abgaben nun an den NOFV oder den SFV gehen.
    Zumindest aus Sachsen dürfte das Interesse am Aufstieg in die OL weiterhin vorhanden sein (Fortuna, Markrans, Eilenburg, Kamenz, bald RB2), zumal die Südstaffel ja zur Hälfte aus sächsischen Mannschaften besteht und die "Zugpferde" wie Zwickau, Lok, Chemie wohl nicht alle den Sprung in die neue RL schaffen werden. Abzuwarten bleibt, ob sich die ganzen zweiten Mannschaften künftig in der RL oder OL tummeln werden. Eine "Aufsplittung" wäre hier ganz nützlich.
    Für meine um den Klassenerhalt kämpfende Mannschaft müsste ich das positiv sehen, denn ab 2012 stehen mehr Plätze in der Landesliga zur Verfügung. Das Niveau der Liga wird aber weiterhin sinken, mir persönlich wäre eine attraktivere Landesliga lieber - auch auf die Gefahr hin, dass der eigene Verein den Sprung dahin verpasst.
    Für die Sachsenliga heißt das konkret: wer den mörderischen Abstiegskampf 2011 (bis zu 5 Absteiger) übersteht, dem kann 2012 eigentlich fast nichts passieren. In der Oberliga 11/12 wird es eh ein hauen und Stechen um die Plätze in der RL geben. Bleibt zu hoffen, dass da kein Verein finanziell auf der Strecke bleibt. Ich würde solchen seit Jahren solide arbeitenden Vereinen wie Bautzen, Auerbach und Halberstadt auf jeden Fall den Sprung in die neue RL wünschen!

    "Der natürliche Grundzustand des Fußballfans ist bittere Enttäuschung - egal, wie es steht!"
    Nick Hornby