SV Tasmania Berlin


  • BFC Preussen1 : 2 Tasmania 1.Herren
    Dritter Last-Minute-Sieg in Folge +++ Sprung auf Platz 2 in der Tabelle +++ „Kurzarbeiter“ Markus Mätschke trifft in der 89. Minute zum Sieg +++ Emre Demir trifft per Freistoß +++ Torjäger Arafa El-Moghrabi fällt mehrere Wochen verletzt aus
    Spielbericht von Vittorio Kowalski
    Kalt war es am vergangenen Sonntag beim BFC Preußen in Lankwitz. Und auf der „Tribüne“ am kleinen Kunstrasenplatz, auf dem aus unerfindlichen Gründen statt auf dem großen Naturrasenplatz gespielt wurde, auch noch ausgesprochen zugig. Insgesamt also äußerst ungemütlich. Doch nach etwa einer Stunde Spielzeit begann plötzlich und unerwartet die Sonne zu scheinen – insbesondere für die zahlreich anwesenden Tasmania-Anhänger.
    Das Spiel begann für Tasmania mit einem Schreckmoment. Kurz nach dem Anpfiff wurde der Ball verloren und bereits nach wenigen Spielsekunden kam Preußen von der linken Strafraumgrenze zum ersten Mal gefährlich zum Abschluss, den Robert Schelenz aber ohne größere Probleme parieren konnte. Es ging also flott los – aber nicht so weiter, denn dieser Torschuss sollte für lange Zeit erst mal der letzte bleiben.
    In der Folgezeit entwickelte sich ein intensives, auf engen Räumen geführtes Spiel. Tasmania agierte dabei dieses Mal mit einer Dreierkette in der Abwehr und übernahm nach etwa einer Viertelstunde die Kontrolle, ohne dabei aber Torgefahr auszustrahlen. Ähnliches galt jedoch auch für den BFC Preußen, der Tasmania zwar vom eigenen Tor weghalten, selbst aber seine Ballgewinne gegen die wie immer hoch stehende Tas-Verteidigung nicht nutzen konnte. Man könnte also sagen, dass sich die Mannschaften im Mittelfeld neutralisierten. Man könnte auch sagen, dass es bis dahin eigentlich ziemlich langweilig war. Zumindest war es nichts, was die am Spielfeldrand in Wind und Kälte frierenden Zuschauer groß hätte erwärmen können.
    Für die Tas-Anhänger aber kam es noch schlimmer. Denn nach einer guten halben Stunde wurde der agile Preußen-Rechtaußen Marcel Berner per Kopfballverlängerung von René Robben auf der rechten Seite frei gespielt, was dieser zu einer präzisen Flanke in den einigermaßen verwaisten Tas-Strafraum nutzte. Dort vollendete Christian Müller trocken ins linke Eck zum 1:0 für die Preußen (32.). Erst ab der 40. Minute spielte Tasmania dann selbst konsequenter nach vorne und kam bis zum Halbzeitpfiff noch drei Mal zu aussichtsreichen Abschlussgelegenheiten. Doch weder Philip Januschowski (2x) nochZvonimir Penava konnten den Ball im Preußen-Tor unterbringen.
    So ging es mit einem 0:1 in die Pause, in der die Zuschauer noch den schlechten Musikgeschmack des Stadionsprechers (oder wer auch immer dafür verantwortlich war) und einsetzenden Schneegriesel „genießen“ durften. Und das zusätzlich zum ohnehin schon schlechten Wetter und einem Spiel, das zwar nicht schlecht, aber doch ziemlich ereignisarm war und aus Tas-Sicht auch noch mit dem falschen Ergebnis in die Pause ging. Aber zumindest weckten die letzten Minuten der ersten Hälfte die Hoffnung, dass Tas das Ding noch umbiegen könnte.
    Doch die zweite Hälfte ging leider nicht los wie die erste aufgehört hatte. Vielmehr ging es so los wie der Großteil der ersten Hälfte lief - nur, dass Preußen seine Offensivbemühungen nun vollends einstellte. Aber auch Tas setzte noch nicht zum Sturmlauf an, sondern begnügte sich zunächst mit der Spielkontrolle. Doch das änderte sich nach einer knappen Stunde Spielzeit. Tas, nun mit Mohamed Razeek für Januschowski im Spiel, näherte sich langsam intensiver dem Preußen-Tor an. Und wurde dafür auch gleich belohnt. Nach einem Foul an Salvatore Rogoli gab es einen Freistoß für Tas aus 20 Metern Torentfernung in zentraler Position. Ein Fall für Emre Demir, der den Ball präzise ins rechte Toreck schlenzte. Das 1:1 (63.) und die Wende im Spiel – und nicht nur das: denn quasi mit Torlinienüberquerung des Balles brach auch der Himmel auf und die Sonne kam zum Vorschein.
    Auch wenn sich über die Kausalität bei dieser Koinzidenz streiten ließe (ich glaube ganz fest dran, ich weiß nur nicht, wie herum!), so war doch klar, dass aus dem bis dahin äußerst ungemütlichen Aufenthalt in Lankwitz für die Tasmanen doch noch ein äußerst schöner zu werden schien. Ebenso klar, dass jetzt auch die vollen drei Punkte eingefahren werden sollten. Der Wille dazu war den Tas-Spielern anzumerken, aber auch die Preußen wachten nun wieder etwas auf und wagten sich zumindest auch mal wieder über die Mittellinie. Dennoch war zu spüren, dass – wenn überhaupt – hier nur eine Mannschaft den Platz als Sieger verlassen würde. Dafür sprach auch die Einwechslung des eigentlich am Zeh verletzten Jokers Markus Mätschke für den glücklosen Kevin Gempf kurz nach dem Ausgleich. Mätschke sorgte schon drei Wochen zuvor beim Spiel beim Berliner SC kurz vor Schluss per Brechstange für die Entscheidung und sollte dies hier wiederholen.
    Und genauso kam es auch. Zwar bahnte es sich ob der sehr spärlichen Torchancen nicht unbedingt an, doch am Ende wiederholten sich die Ereignisse von vor drei Wochen beim Spiel gegen den BSC: wieder die 89. Minute, wieder eine Ecke von rechts, wieder Mätschke im Nachsetzen. Nur dieses Mal nicht aus dem Gewühl reingestochert, sondern technisch anspruchsvoll: nachdem der Ball zunächst per Kopf abgewehrt wurde, nahm Mätschke den quasi senkrecht herunterkommenden und damit sehr schwer zu nehmenden Ball etwa 10-12 Meter vom Tor entfernt direkt aus der Luft und versenkte ihn in die Maschen – und das quasi mit dem Rücken zum Tor! Die Tasmanen auf dem Platz und auf den Rängen lagen sich jubelnd in den Armen. Längst vergessen war da das Gefriere und das einigermaßen unansehnliche Spiel von zuvor. Und Matchwinner Mätschke durfte das Spielfeld zur Belohnung auch gleich wieder verlassen und für Yildirim Tokmak Platz machen. Sehr effektiv, der Kurzarbeitseinsatz von Mätschke an diesem Tag: reingekommen, Siegtor geschossen, wieder rausgegangen.
    Dieses 2:1 brachte Tas dann ungefährdet über die Zeit. Insgesamt kein unverdienter Erfolg, wenn auch im Zustandekommen natürlich etwas glücklich. Doch gerade in der zweiten Hälfte wollte Tas den Sieg einfach mehr als die Preußen, die in den zweiten 45 Minuten nicht einen einzigen Torschuss abgaben. So viele mehr waren es aufseiten von Tas zwar auch nicht (gefühltes Torschussverhältnis über die gesamten 90 Minuten: 4:2 für Tas), dennoch konnte der dritte Last-Minute-Sieg in Folge gefeiert werden - insgesamt sogar der fünften Berlin-Liga-Erfolg hintereinander.
    Wichtig auch, dass gezeigt wurde, dass man auch ohne den Torjäger vom Dienst Arafa El-Moghrabigewinnen kann, dessen mehrwöchiger Ausfall aufgrund eines Muskelfaserrisses natürlich trotzdem schmerzt. Aufgrund der Niederlage der Zweitvertretung des BFC Dynamo gegen die Füchse rückt Tas damit wieder auf Platz 2 der Tabelle vor. Die Ergebnisse stimmen nach dem Durchhänger im September/Oktober also wieder, auch wenn spielerisch noch nicht alles rund läuft und man derzeit öfters auch mal mit Fortuna im Bunde ist. Aber solche knappen, in den letzten Sekunden erkämpften Siege sind eh die schönsten!
    SV Tasmania: Schelenz; Ermel, Bähr, Tseke; Penava, Marjanovic, Demir, Kirli; Januschowski (60. Razeek), Rogoli; Gempf (67. Mätschke, 90. Tokmak).
    Tore: 1:0 Müller (32.), 1:1 Demir (63.), 1:2 Mätschke (89.)
    Zuschauer: 93
    Nächstes Spiel: Sonntag, 29. November (14.00 Uhr) gegen den VfB Hermsdorf im Werner-Seelenbinder-Sportpark

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    SV Tasmania Berlin......BFC Preussen 1894

    3:2 (1:1)


    Die Torschützen:
    1:0 17 Min Hakan,Cankaya
    1:1 45 Min Rene,Robben Strafstoßto
    1:2 62 Min Rene,Robben
    65 Min Okan,Isik Gelb-Roter Karte
    2:2 69 Min Mehmet Okan,Kirl
    3:2 70 Min Tolgay,Asma

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