HFC veranstaltet einen Tag des offenen Tores an der Mulde
Wie schon im vergangenen Jahr verlor der HFC in der Schlussphase das Spiel beim SV Grimma. Mit dem 5:3-Erfolg über den HFC feierten die Gastgeber vor 387 Zuschauern (darunter etwa 150 HFC-Fans) zwar erst ihren zweiten Saisonsieg, aber wie gegen Sachsen Leipzig (2:1) war es eigentlich ein unplanmäßiger. Schon in der 7. Minute gingen die Steffens-Schützlinge durch einen vermeidbaren Kopfball mit 1:0 in Führung. Stephan Haufe köpfte den Ball aus abseitsverdächtiger Position am unglücklich postierten HFC-Keeper Matthias Küfner hinweg ins Tor. Die HFC-Abwehr wirkte im Gegensatz zu den letzten Spielen sehr nervös und unentschlossen, ja teilweise sogar etwas überheblich. Auch im Mittelfeld war das Defensivverhalten einfach unzureichend. So legte „Staubsauger“ Lars Georg mit einem Fehlabspiel in der 29. Minute für Alexander Kunert auf, der SV-Spielmacher Mirko Liebich bediente. Dieser überwand einen unglücklich reagierenden Matthias Küfner zum 2:0. Bis zu diesem Zeitpunkt war von der HFC-Offensivabteilung nichts zu sehen. Mit unendlichen Querpässen und verlorenen Zweikämpfen brachten die Saalestädter den kompromisslosen und taktisch disziplinierten Gastgeber immer wieder ins Spiel. Erst nach 30 Minuten befreiten sich die Rot-Weißen etwas. Tobias Große
( konnte in der Anfangsphase auf der rechten Außenbahn überzeugen) wurde in der 36. Minute, nahe der Strafraumgrenze zu Falle gebracht und erkämpfte damit einen Freistoß für den Club. Den von Marcel Trehkopf getretenen Freistoß fälschte der beste Grimmaer, Mirko Liebich, unhalthaltbar ins eigene Tor ab. Diesem Anschlusstreffer folgten noch zwei Chancen von Koslov (40.) und dem sehr engagierten Nico Scherz (44.), die aber ungenutzt blieben.
In der Halbzeitpause hatte HFC-Coach René Müller für den leider wieder völlig enttäuschenden Alexander Gleis in den Sturm beordert. Doch das blieb zunächst wirkungslos, weil die Grimmaer erst einmal wieder eine Einladung zum Tore schießen erhielten. Artur Tews, nach seiner überzeugenden Partie gegen Völpke nicht wieder zu erkennen, ließ Mirko Liebich ziehen. Der bedankte sich dafür mit seinem zweiten Treffer (48.) zum 3:1. Eigentlich schien das Spiel nun entschieden, doch die unermüdlich ihre Mannschaft anfeuernden HFC-Fans weckte das Team erneut aus dem Tiefschlaf und konnten nur zehn Minuten später den Anschlusstreffer feiern, den Denis Koslov nach einem Große-Abpraller aus ca. 8m erzielte. Jetzt schien das Spiel eindeutig zugunsten der Hallenser zu kippen. Grimma wirkte stehend k. o. und knallte die Bälle nur noch planlos aus dem Strafraum. Robert Römer und Nico Scherz zerrten auf den Außenbahnen an den Ketten und erzielten bei den Blauen Wirkung. Die Grimmaer Abwehr schwamm immer mehr und musste, nach dem besten HFC-Spielzug der gesamten Partie, in der 74. den 3:3-Ausgleich hinnehmen. Denis Koslov hatte den nach vorn breschenden Lars Georg auf der rechten Außenbahn vorzüglich bedient, dessen scharfe Eingabe drückte Robert Römer am langen Pfosten über die Linie. Diesen wertvollen Ausgleich hatten zuvor schon zweimal Koslov (60./38.) und Nico Scherz (67.) auf den Füßen, scheiterten aber jeweils am ausgezeichnet reagierenden SV-Keeper Daniel Lippmann. Die Rot-Weißen gingen nun ein hohes Risiko und drängten auf den Siegtreffer. Doch auch der Gastgeber war wieder da und hatte durch den eingewechselten René Großmann (80.) eine große Chance zur erneuten Führung, die aber Matthias Küfner mit einer tollen Parade zunichte machte. Wenige später ging der in Halle noch als recht zahmer Angriffsspieler bekannte René Behring aggressiv in einen Zweikampf mit Tews und Trehkopf und blieb Sieger. Er erzielte in der 83. Minute die überraschende 4:3-Führung der Gäste. Der HFC spielte nun alles oder nichts und kam durch Nico Scherz (90.) noch zu einer guten Möglichkeit, den erneuten Ausgleich zu erzielen, doch die Grimmaer klärten zur Ecke. Mit einem Konter, bei dem der HFC-Keeper Matthias Küfner völlig allein gelassen nur alt aussehen konnte, markierte Markus Richter das 5:3 und damit den Endstand dieser torreichen und spannenden Partie, in der der HFC trotz unübersehbarer Schwächen in der Abwehr und in der Spielgestaltung zumindest einen Punkt verdient gehabt hätte.
STATISTIK:
SVG (blau-blau): Lippmann – Zaulich (38. Großmann), Wohllebe, Saalbach, Knoof – Haufe (70. Johne), Schober, Richter, Liebich – Kunert, Behring (88. Mähne). Trainer: Achim Steffens.
HFC (rot-rot): Küfner – Tews, Trehkopf, Friedrich (55. Quidzinski),
Gemazashvili – Große, Georg, Weniger – Scherz, Koslov, Gleis (46. Römer). Trainer: René Müller.
Tore: 1:0 Haufe (7./Kopfball), 2:0 Liebich (29.), 2:1 Liebich (36./Eigentor – nach Freistoß von Trehkopf), 3:1 Liebich (48.), 3:2 Koslov (58. – Vorlage Große), 3:3 Römer (74. – Vorlage Georg), 4:3 Behring (83.), 5:3 Richter (90.). Freistöße: 14:15 (8:9). Ecken: 1:5 (1:3). Abseits: 2:3 (2:1). Chancen: 6:7 (2:3). Zuschauer: 387. Gelbe Karten: Schober (62.) – Scherz (77.). Tews (88./alle wegen Foulspiel). Schiedsrichter: Wilske (Bretleben). SRA: Östreich, Backhaus.