Beiträge von Kuttenking

    "... was will uns denn der kille damit sagen ? ..."


    Das sogar Euer KWS beim Erscheinen von FCM-Fans immer sehr "blau-weiss-lastig" war und man (als HFCer) normalerweise trotzdem erschien. Also warum solltet Ihr (Du) dieses Forum wegen "Blau-Weiss-Lastigkeit" meiden? Wenn's danach ginge dürftet Ihr ja nirgendwo mehr auftauchen, denn "... Wir sind überall auf der Erde - nur für Blau-Weiss, nur für Blau-Weiss ! ..." (altes Fanlied) =)


    BWG Kille

    "... Ich wollte eigentlich gar nicht mehr im Forum schreiben, ist mir zu blau- weiss-lastig ..."


    Du warst doch trotzdem auch beim Spiel gegen den 1.FCM im "heimischen" KWS, oder? =)


    BWG Kille

    Bei Büchern die nach 1945 geschrieben wurden gebe ich Dir Recht, die sind zumeist schlecht recherchiert und beruhen fast nur auf wagen Erinnerungen oder Vermutungen. Mir geht es auch in erster Linie um alte (Magdeburger) Vereine und nicht unbedingt Verbände und eine alte Festschrift eines x-beliebigen Vereins aus den Zwanziger Jahren z.B. gibt oft genauere Auskunft über die Zustände in den Fussballvereinen dieser Zeit. Sei es das Mitgliederwesen (früher waren ausschliesslich aktive Sportler Mitglieder - ein Verein mit 500 oder 600 Mitgliedern war also ein ziemlich grosser Verein usw.) oder alte Fotos auf denen man Spielkleidung, Vereinslogos u.ä. erkennen kann - alte Bücher und Hefte helfen da schon ungemein. Selbiges gilt auch für Sammelbilderalben (z.B. "Greiling-Bilder" oder "Union-Zigaretten") vor 1945. Da finden sich oft Daten über Vereine die seit 1945 nicht mehr existieren. Da finden sich alte Erfolge, Tabellen, Statistiken, Spielernamen und -daten die sonst keiner mehr kennt, die Namen der Stadien u.s.w. - also (für mich) durchaus interessante Kleinigkeiten die man da und dort zusammenträgt. Manche widersprechen sich, da braucht man dann noch mehr Anhaltspunkte, aber nach und nach ergeben viele kleine (Informations-) Teile aus den verschiedenen Quellen ein Bild das viele Fehler in den einzelnen Quellen offenlegt und berichtigt.


    BWG Kille

    "... hä? das ist doch nur der verband für alle mannschaften (rugby und fußball) innerhalb hannovers ..."


    Da haben wir wohl aneinander vorbeigeschrieben ...


    "... somt bringt das einen in der frage um den ersten deutschen meister auch kein stück weiter ..."


    In der Frage schon, die Antwort ist das Problem ... =) denn es kommt dabei mehr oder weniger auf die Betrachtungsweise an, denn Meisterschaften werden ja eigentlich von Verbänden und nicht vom Staat (Deutschland) ausgetragen. In der 'Neuzeit' ist das nunmal nur noch der 'allmächtige' DFB und so werden als "Deutsche Meister" im allgemeinen Sprachgebrauch nur die "Deutschen Meister des DFB" bezeichnet (bestes Gegenbeispiel: die "Deutschen Meister des DFV", auch "DDR-Meister" genannt). Als der erste "Deutsche Meister" (des DFB) wird also im Allgemeinen der VfB Leipzig benannt.


    Es gab allerdings bis zur 'Gleichschaltung' aller noch existierenden Verbände 1933 durch die NSDAP, mehrere Verbände die auch "Deutsche Meister" ermittelten. Besonders der Arbeiter Turn- und Sportbund (ATSB) war ein potentieller Konkurrent des bürgerlichen DFB (nach der Einführung des 8-Stunden-Tages 1923 hatte man viel Freizeit ...). Andere Verbände die in der Zeit zwischen dem Ende des 1.Weltkrieges und 1933 noch eigene "Deutsche Meister" ermittelten waren: die Deutsche Turnerschaft (DT), die Deutsche Jugendkraft (DJK) und die Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit ("Rot Sport").


    Der bedeutenste Verband vor Gründung des DFB, war seit 1891 der Deutsche Fußball- und Cricket-Bund (nicht wenige Fußballvereine vertrieben sich in den Sommermonaten die Zeit mit Cricketspielen). Verbandszeitschrift war die "Deutsche Ballspiel-Zeitung", die die Interessen der Cricket-, Fußball- und Tennisvereine vertrat. Die gemeinsame Zeitung dokumentiert, wo der Fußball seinerzeit gesellschaftlich beheimatet war. 1894 erschien dann erstmals eine eigenständige Fußballzeitung mit dem Titel "Der Fußball".
    Da der Deutsche Fußball- und Cricket-Bund sich wiederholt gegen die Aufnahme neuer Vereine sperrte, kam es im September 1897 in Berlin zur Gründung eines Konkurrenzverbandes mit dem Namen Verband Deutscher Ballspielvereine (ein Vorläufer des heutigen Berliner Fußball-Verbandes - BFV).


    Der 'wahre' erste "Deutsche Meister" ist allerdings der Meister der ersten in Deutschland ausgetragenen Fussballmeisterschaft im Jahre 1890, der BFC Germania 1888 - Deutscher Meister des BDF (Bund Deutscher Fussballspieler). Das damals keine süddeutschen etc. Mannschaften daran teilnahmen lag nicht nur daran das es sich um eine 'kleine' (Berliner) Meisterschaftsrunde handelte - gegen Berliner Vereine, aus dem damaligen Fussball-Mekka, konnte kaum ein Gegner etwas ausrichten - sondern ganz einfach an der damals fehlenden Organisation und dem oft nicht vorhanden Interesse bzw. den finanziellen Mittel (Reisekosten, Unterkunft etc.) und durch fehlendes Profifussballertum auch der nötigen 'Freizeit' - man ging ja auch noch arbeiten und bestritt meistens nur sogenannte Gesellschaftsspiele. Der Spass am Sport stand im Vordergrund, nicht das Erringen von Erfolgen im Sinne von Meistertiteln ...


    @ Rolex: "... Hast du eine Quelle für diesen Text? ..."


    Ich beschäftige mich seit einigen Jahren mit Fussballgeschichte und weiss teilweise echt nicht mehr wo ich mir die ganzen Daten und Fakten überall angelesen und zusammengesmmelt habe. Da waren alte Zeitungen, Bücher, Internetseiten, alte Sammelbilder-Alben die immer auch gute Statistiken etc. beinhalten, u.v.m. ... ich habe tonnenweise Material zusammengetragen, was ich nach und nach durchsehe und versuche fehlende Zusammenhänge zu erstellen u.s.w. ...


    BWG Kille

    "... in der chronik von 78 läßt sich auch nichts zu der verbandsgründung finden ..."


    Da steht doch:


    "... 1900 - am 14. Mai: Gründung des Verbandes Hannoverscher Fußball-Vereine, dessen erste Meisterschaft 78 gewinnt. Der Deutsche Rugby-Verband wird gegründet ..."


    BWG Kille

    Hier hast Du ein wenig was zu lesen ... :biggrin:


    Im 12.Jahrhundert hält ein sehr gewalttätiges Ballspiel in England Einzug und erfreut sich grosser Popularität, besonders oft gespielt während der Shrovetide (Fastenzeit, Karneval) in den ländlichen Regionen. Die Mannschaften setzen sich aus der jeweiligen Dorfbevölkerung zusammen und sind teilweise sehr gross. Chroniken der Zeit beschäftigen sich ausschliesslich mit der Brutalität des Ballspiels bei dem es regelmässig Tote und Verletzte gibt.
    Während des gesamten Mittelalters wird Fussball aus Furcht vor sozialen Unruhen immer wieder eingeschraenkt und verboten. Da viele Menschen wenn überhaupt nur am Sonntag frei sind und dann spielen macht sich auch die Kirche, unter dem Vorwand das der heilige Sabbat geschändet wird, für ein Verbot stark. 1365 verbietet die City of London Fussball weil es das Training der Bogenschützen behindern würde. Von 1200 bis 1650 verbieten insgesamt sieben Könige das Spiel, doch beweisen schon die Anzahl der Verbote, zeitgenössische Berichte und eine Schnitzerei aus dem 14. Jahrhundert in der Kathedrale von Gloucester das die Bevölkerung das ignoriert. Die Bälle der Urzeit sind verglichen mit heute gigantisch gross. Auch in London finden Strassenspiele statt an denen sich Hunderte gleichzeitig beteiligen was zwangsläufig zu Beschädigungen führt. Im 15. Jahrhundert erreicht der Fussball auch Italien, dort bis heute Calcio genannt und noch immer jährlich nach den mittelalterlichen Regeln praktiziert wird (u.a. in Florenz).
    Während des 17.Jahrhunderts wird Fussball auch an englischen Privatschulen immer populärer. Um die nachlassende Disziplin an den Privatschulen zu bekämpfen wenden sich die Lehrkräfte dem Sport zu. Nach Cricket ist Fussball die beliebteste Sportart unter den Schülern worin die Schulen eine Chance sahen Loyalitaet und Disziplin zu lehren.
    Im 18.Jahrhundert beginnt das Rugby sich zu entwickeln.
    Mit der einsetzenden Industrialisierung Mitte des 19.Jahrhunderts wanderte die Landbevölkerung massenhaft in die Städte ab. Damit kommt vorläufig auch ein Ende selbst Fussball spielen zu können, die ursprünglich "Einfache Leute Sportart" wird nunmehr von der Elite praktiziert. Das schnell wachsende Schienennetz erlaubt den Privatschulen Freundschaftsspiele in allen Teilen des Landes gegeneinander austragen zu können. Hierbei entsteht ein neues Problem da die meisten Schulen ihre eigenen Regeln haben, während einige erlauben den Ball auch mit der Hand aufnehmen zu können wird woanders das Dribbeln mit dem Fuss bevorzugt. Diese Probleme setzen sich fort wenn Schüler ihr Universitätsstudium aufnehmen. Auch hier gibt es eine Vielfalt von Regeln.
    Um Ordnung in das Regelwerk zu bringen treffen sich 1848 interessierte Gruppen an der Universität von Cambridge wo eine Entscheidung gegen eine Ballaufnahme mit der Hand und zugunsten des Dribbelns mit dem Fuss getroffen wird. Über die nächsten 20 Jahre werden die Fussballregeln weiter verfeinert.
    Das Fabrikgesetz von 1850 sichert britischen Arbeitern das Recht auf Freizeit zu und wenig später wird am Samstag Nachmittag nicht mehr gearbeitet. Dies gestattet Arbeitern ihre eigenen Clubs oder Mannschaften zu gründen.
    Am 26. Oktober 1863 wird in der "Freemason`s Tavern", Great Queen Street in London die Football Association, der älteste Fussballverband der Welt gegründet. Über die Fussballregeln kann an dem Tag keine Einigung erzielt werden und erst bei der fünften Versammlung wird das Regelwerk verabschiedet. Es gibt aber bis 1878 immer noch lokale Regeln.
    Zum Ende den 19. Jahrhunderts ist der Begriff Association Football gebräuchlich für den Fussball um den Unterschied zum Rugby Football deutlich zu machen. Studenten der Universität Oxford gebrauchten damals in ihren Gesprächen gerne Abkürzungen aus Wörtern und fügten an diese die Buchstaben "er" an. So nahmen sie aus dem Wort "Association" nur die Buchstaben "soc". Zugeschrieben wird die Erfindung des Wortes "Soccer" Charles Wreford Brown der einmal gefragt wurde ob er unterwegs war um "Rugger" (Rugby) zu spielen und er antwortete: "No, Soccer".
    Die Trennung zwischen Association Football und Rugby Football in England beginnt also in den 1860er Jahren, Rugby Football ist allerdings sehr populär und bis ins letzte Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts ein ernsthafter Konkurent des Association Footballs. Dennoch, wer den heutigen Fussball kennt und in den 1860er Jahren einem Associaten Football Spiel beiwohnen könnte würde eher denken das auch dort Rugby Football oder NFL Football gespielt wurde.
    Dr. Konrad Koch vom Braunschweiger Martino-Katharineum Gymnasium will etwas gegen die zunehmenden Traegheit der Jugend tun und fuehrt 1874 "Fussball" an seiner Schule ein. Wie ursprünglich in England ist dies allerdings Rugby Football wofür er im folgenden Jahr die ersten deutschen Regeln schreibt die von den englischen Regeln abweichen. 1878 wird Deutschlands erster Fussballclub, der Deutsche Fussballverein Hannover gegründet. Auch dieser Club spielt ausschliesslich Rugby Football. 1880 wird der Football Club Bremen wird gegründet, aber auch dort wird Rugby Football gespielt. Am 15.April 1888 gründet der 17-jährige Paul Jestram in Berlin mit seinen drei Brüdern und 30 Gymnasiasten den BFC Germania 1888, heute Deutschlands ältester Fussball Club.
    Am 4.November 1890 wird in Berlin der Bund Deutscher Fussballspieler gegründet und die erste Deutsche Meisterschaft als Ausscheidungsrunde ausgespielt. Meister wird der BFC Germania 1888, die weiteren vier Teilnehmer sind BFC Vorwärts 1890, BFC Teutonia 1891, Hellas und Askania. Mehr Einzelheiten sind nicht bekannt. Angeblich soll eine zweite Meisterschaft ausgespielt worden sein aus der erneut der BFC Germania 1888 als Meister hervorging, aber auch darüber ist weiter nichts bekannt.
    Am 18.November 1891 wird in Berlin durch 15 Vereine der Deutsche Fussball- und Cricket Bund gegründet. Erstmals besteht jetzt auch in Deutschland eine Liga die im Punktsystem ihren Meister ausspielt. Der 1. Klasse gehoeren der The English FC 1890, BTuFC Viktoria 89, BTuFC Alemannia 90, der Meister des Bundes Deutscher Fussballspieler BFC Germania 1888, NFC Stern 1889, BFC Concordia 1890, BFC Vorwärts 1890 und der BFC Frankfurt 1884 an. Weitere Gründungsmitglieder die möglicherweise bereits die 2. Klasse bildeten waren Hohenzollern 1890, BFC Teutonia 1891, BFC Nordstern 1891, Columbia 1891 Adlershof, Berliner Cricket Club 1883, Deutscher FV 1878 Hannover und der Niederschöneweider Cricket Club 1891. 1892 wird The English Football Club 1890 Berlin der erste Meister des Deutschen Fussball- und Cricket Bundes und der Bund Deutscher Fussballspieler löst sich auf. 1893 wird der BTuFC Viktoria 89 Meister des Deutschen Fussball- und Cricket Bundes. Die 1. Spielklasse besteht aus 11 Clubs.
    Am 3.Juli 1893 wird die Süddeutsche Fussball Union gegründet, hat aber auf Grund der nur wenigen Vereine im Süden keine Bedeutung und löst sich 1895 wieder auf.
    1894 wird erneut der BTuFC Viktoria 89 Meister des Deutschen Fussball- und Cricket Bundes. Am 20.Oktober 1894 wird durch den FC Altona 93, FC Association 1893, FC Borgfeld 1894 und den Hamburger FC 1888 der Hamburg-Altonaer Fussballbund gegründet. Erstmals besteht auch ausserhalb Berlin`s ein anderer aktiver Verband. Desweiteren wird 1894 der Berliner Thor- und Fussballbund als Konkurent zum Deutschen Fussball- und Cricket Bund gegründet und nimmt mit sechs Mannschaften seinen Spielbetrieb auf.
    Der BTuFC Viktoria 89 gewinnt 1895 wieder die Meisterschaft des Deutschen Fussball- und Cricket Bundes. Der Berliner CuFC 1893 wird Meister des Berliner Thor- und Fussballbundes, der sich dann aber wieder auflöst. Der Hamburg-Altonaer Fussballbund nimmt 1895 mit fünf Clubs seinen Spielbetrieb auf und der SC Germania 1887 wird 1896 ungeschlagen erster Meister des Hamburg-Altonaer Fussballbundes.
    Der BTuFC Viktoria 89 wird 1896 erneut Meister des Deutschen Fussball- und Cricket Bundes in Berlin. Der BFC Hertha 1892 wird Vizemeister der 2. Klasse und steigt erstmals in die höchste Liga auf.
    Der Verband Leipziger Ballspielvereine wird am 7.Juli 1896 gegründet, aber vorläufig wird noch keine Meisterschaft ausgetragen.
    1897 wird erneut wird der SC Germania 1887 ungeschlagen Meister des Hamburg-Altonaer Fussballbundes (die Zahl der teilnehmenden Clubs hat sich auf acht erhöht) und der Abonnementsmeister BTuFC Viktoria 89 fügt seinem Trophäenschrank einen weiteren Meistertitel des Deutschen Fussball- und Cricket Bundes zu. Mit dem Allgemeinen Deutschen Sportbund ist in Berlin eneut ein konkurierender Verband entstanden, (Meister wird der BTuFC Britannia 1892) und am 11.September 1897 kommt in Berlin mit der Gründung des Verbandes Deutscher Ballspielvereine ein weiterer neuer Verband hinzu. Ein weiterer neuer Fussballverband ist 1897 der Ring Magdeburger Fussball Vereine, der sich aber kurze Zeit später wieder auflöst. Am 17.Oktober 1897 gründen acht Vereine gründen den Verband Süddeutscher Fussball-Vereine, dessen erster Meister 1899 der FC Freiburg wird.
    Am 1.April 1899 wird der Verband Bremer Ballspiel-Vereine gegründet - neun Clubs nehmen an der ersten Meisterschaft teil. Am 11.Juni 1899 gründet sich der Mannheimer Fussball-Bund.
    Am 28. Januar 1900 wird im Leipziger Mariengarten der Deutsche Fussball Bund durch 34 Delegierte, die 86 Clubs vertreten, aus der Taufe gehoben. Der 46-jährige Ferdinand Hüppe vom DFC Prag wird zum ersten Bundesvorsitzenden gewählt. Das Gros der Delegierten besteht aus noch aktiven Spielern, die zwischen 25 und 30 Jahren alt sind und die wie in der Zeit üblich auch noch Funktionen innerhalb ihrer Clubs ausüben.
    Weitere Verbandsgründungen 1900: Verband Magdeburger Ballspielvereine, Fussballverband an der Unterweser, Rheinisch-Westfälischer Spielverband, Frankfurter Associations Bund und am 14.Mai 1900 der Verband Hannoverscher Fussball-Vereine, von dem aber keine Meisterschaften ausgetragen werden und die Mitglieder alles Rugby Clubs sind ...


    BWG Kille

    Der Spartakusbund wurde 1919 nicht aufgelöst, sondern ging in der neugegründeten KPD auf. Es gab dann aber bis zum Verbot 1933 noch den "Jungspartakus-Bund". Der alte Mann wird damals wahrscheinlich als kleiner Junge oder Jugendlicher beim JSB gewesen sein.


    BWG Kille

    "... bündischer Arbeitersport hin oder her,so sehr rot war der Wedding gar nicht. Oder meinste die ganzen Braunhemden die da nach dreiunddreissig rumliefen hat der Klapperstorch gebracht ? ..."


    Ist zwar extrem Off-Topic aber trotzdem mal kurz was dazu: Man kann den Arbeitersport nicht unbedingt mit "rot" (als politisch links) gleichsetzen. Die Arbeitersportbewegung gründete sich 1893 da es damals Arbeitern zumeist nicht erlaubt war in bürgerliche Sportvereine ("Deutsche Turnerschaft" z.B.) einzutreten. Das Arbeiter sich selber organisierten hatte weniger einen politischen Hintergrund (obwohl der in späteren Jahren sehr wohl auch eine Rolle spielte) sondern rührte einfach aus dem Klassenbewusstsein des Einzelnen heraus. Nach dem Motto: "Die feinen Pinkel wollen uns nicht, dann machen wir eben unser eigenes Ding!" Und das nicht schlecht! 1910 hatte der ATB schon 160,000 Mitglieder. Die Arbeitersportbewegung spielt seltsamerweise in der heutigen Sportgeschichte kaum eine Rolle, dabei war diese Bewegung noch 1933 (bis zu ihrem Verbot) mit 800,000 Mitgliedern eine der grössten Organisationen Deutschlands und hatte fast über die gesamte Zeit ihres Bestehens mehr Mitglieder als der DFB. Dieses Zahlen gingen erst zurück als Ende der 20er Jahre der zumeist von Sozialdemokraten geführte ATSB alle Mitglieder die der kommunistischen KPD angehörten ausschloss und man so die Arbeitersportbewegung spaltete. Auf Grund dieses Verbotes wurden nämlich nicht nur KPD-Mitglieder ausgeschlossen, sondern ganze Vereine (auch mit parteilosen Mitgliedern) traten aus Protest gegen die Behandlung ihrer Sportkameraden, aus dem ATSB aus.
    Was den "Roten Wedding" anbelangt hast Du nur teilweise Recht. Sicherlich gab es schon ab 1926 einen SA-Sturm im Wedding (das Sturmlokal war in der Usedomer Strasse 9), was aber auf Grund dessen das der grösste Teil der SA aus jugendlichen Arbeitslosen bestand (im Gegensatz dazu waren beim RFB fast alles ältere, parteilose Arbeiter und ehemalige Frontsoldaten) und man dieses 'Klientel' nunmal vorwiegend in Arbeitervierteln fand, nicht weiter verwundert. Allerdings bleibt festzuhalten das die SA aus dem Wedding (ca. 60 Mann) im Allgemeinen keinen Fuss auf die Erde bekam (so wie die gesamte Berliner SA, die nur aus ein paar Hundert Mann bestand und generell gegen wirkliche Gegner anstatt der bevorzugten Opfer, einen "schweren Stand" hatte) und sich nach der "Machtergreifung" 1933 dafür auch bitter an den Weddingern rächte ... allein ca. 2000 von den Berlinern die in der Gegend um die Usedomer Strasse 9, dem Sturmlokal der Weddinger SA, wohnten, 'verschwanden' in kürzester Zeit. Tatsächlich wurden erst nach der Machtergreifung Hitlers tausende SA-Leute (vom Klapperstorch) nach Berlin gebracht (z.B. zum Fackelzug). Vorher war die Mitgliederzahl in Berlin gemessen an den Mitgliederzahlen im restlichen Deutschland verschwindend gering und auch nirgendwo in Deutschland gab es mehr Senge für die 'Braunen' als im "Roten Wedding", Prenzlauer Berg, Friedrichshain, in Mitte u.s.w. Nicht umsonst sprach sogar Goebbels (damaliger SA-Chef von Berlin) später vom "schweren Kampf um Berlin", von "kampferprobten deutschen Proletariern", als sich "arbeitslose SA-Männer" zu Fuss auf den Weg nach Nürnberg zum "Reichstreffen 1927" machten, da sie nachts aus Berlin rausschleichen mussten und auf dem Rückweg dann trotzdem am Bahnhof Teltow den Arsch vollbekamen ...


    BWG Kille

    Herzlich Willkommen! Auf'nen 19-jährigen Thüringer der den HFC und Lok 'gut findet' und uns nicht in die 'Wessiliga' lassen will sondern lieber in einer 'Ossiliga' einpferchen möchte, freut man sich in Magdeburg auch immer ... zum Fressen gern hat man solche Bratwürste da.
    :cool:


    BWG Kille

    1. Wer ist Henry ? Dein Nachbar ? Bestell mal'n schönen Gruss ... die Mannschaften die ihre Vorbereitungspiele alle verlieren sind also im Vorteil ? :rofl:
    2. Haben wir voriges Jahr in der Vorbereitung u.a. auch gegen Borussia Dortmund gewonnen (1:0) und sind 'trotzdem' aufgestiegen. :ja:


    Sicherlich soll man Testspiele nicht überbewerten, aber man wird sich doch wohl noch über den Sieg gegen einen Bundesligisten freuen dürfen ohne das phrasendreschende Fussballphilosophen Namens Henry neidvoll rumunken, oder?


    BWG Kille


    Von der Borussen-Homepage:


    25.07.2006
    Niederlage gegen Magdeburg


    Ohne die vermeintlichen Stammspieler verlor Borussia heute Abend (Dienstag) gegen den Regionalligisten 1. FC Magdeburg vor 3000 Zuschauern in Rhede 1:2. Robert Fleßers schoss das einzige VfL-Tor.


    Die Partie begann für die Borussen mit einem Paukenschlag, allerdings in die verkehrte Richtung: In der siebten und neunten Minute musste Christofer Heimeroth, der im Borussen-Tor stand, jeweils den Ball aus dem Netz holen, der VfL lag schnell 0:2 hinten. Zunächst hatte Sven Kubis nach einem Steilpass alleine vor Heimeroth keine Mühe, dann staubte Christian Prest nach einem Freistoß ab.


    Diese Anfangsphase war ein Schock für die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes, der am Freitag bei der Saisoneröffnung auch personell eine andere Elf präsentieren wird. Augenzeuge Horst Wohlers, der als Trainer den Gegner des dritten Spieltages der U23 in der Regionalliga beobachtete, sah auf der anderen Seite einen locker aufspielenden 1. FC Magdeburg. Coach Dirk Heyne hatte seine Mannen gegen seinen Ex-Club hervorragend motiviert. Borussia hatte nur eine gute Chance in den ersten 45 Minuten: Der Freistoß von Milan Fukal aber wurde auf der Torlinie von einem Feldspieler entschärft.


    In der zweiten Halbzeit erhöhte Borussia weiter den Druck, doch Magdeburg stand mit dem beruhigenden Torevorsprung weiter gut und sicher in der Defensive. Im Gegensatz zum ersten Durchgang hatte der VfL jetzt aber eine Reihe von Chancen. Kahê verfehlte mit zwei guten Kopfbällen nur knapp das Ziel, mehr Glück hatte in der 70. Minute Robert Fleßers, als er eine Freistoßflanke von Marvin Compper per Kopf ins Netz beförderte. Jetzt spielte die Heynckes-Elf entschlossener nach vorne, aber ein zweites Tor wollte nicht mehr gelingen.


    Wohlers durfte deutlich gewarnt den Heimweg antreten, Magdeburg hatte gezeigt, dass es über eine starke Mannschaft für die Regionalliga verfügt. Und Heynckes wird auch neue Erkenntnisse gesammelt haben, dass die vermeintliche zweite Garde zwar immer besser ins Spiel kam, letztlich aber zu wenig zeigte, um diesen Gegner in dieser Phase der Vorbereitung in die Knie zu zwingen.


    Borussia: Heimeroth (46. Melka) – Fukal (46. Delura), Levels, Strasser, Compper – Kirch, Fleßers, Helveg, El Fakiri – Rafael, Kahê. Tore: 0:1 Kubis (7.), 0:2 Prest (9.), 1:2 Fleßers (70.). Zuschauer: 3000


    [Blockierte Grafik: http://www.borussia.de/MEDIA/128880,0.jpg]
    Nando Rafael spielte zunächst im Angriff, in der zweiten Halbzeit dann im Mittelfeld.

    "... Was kennst Du denn von der DHfK? ..."


    Heinz Krügel, Trainerlegende des 1.FC Magdeburg, studierte von 1970 bis 1971 an der DHfK in Leipzig, kam zurück nach Magdeburg und wurde 1971, 1974 und 1975 Deutscher Meister des DFV, gewann 1973 den FDGB-Pokal und 1974 den Europapokal der Pokalsieger.


    1976 wurde er Dank der von der SED-Bezirksleitung inzenierten Intrigen wegen "Erfolgslosigkeit" als "Objektleiter" (Hausmeister einer Kegelbahn ...) zur BSG Motor Mitte Magdeburg abgeschoben und erhielt Berufsverbot als Trainer ... Hintergrund waren seine wiederholten Weigerungen den Erfolg der Magdeburger Fussballer politisch 'auszubeuten'.


    BWG Kille

    "... gibt es über den 1.FCM ... überhaupt Bücher? ..."


    • 1.FC Magdeburg - Mein Club, 2000, ISBN 3-930794-02-0
    • Blau-Weißes Lexikon - 40 Jahre 1.FC Magdeburg, 2005, ISBN 3-9808508-5-4
    • Magdeburger Triumph im Kuip - Momentaufnahmen vom Finale im Europapokal der Pokalsieger 1974, 2004, ISBN 3-9808508-2-X
    • Blau-Weiße Legenden - Fußball-Nationalspieler des 1.FC Magdeburg 1961-1990, 2003, ISBN 3-9808508-0-3
    • Sieben Tränen muß ein Clubfan weinen. 1. FC Magdeburg - eine Fußballegende, 2001, ISBN 337801038X


    BWG Kille

    Bei dem Stadion handelt es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um das Stadion in Ostrava.
    Das muss aber nicht heissen das Ihr dort auch gegen Banik Ostrava (ehem. Ostrau) gespielt habt, sondern vielleicht gegen das nahegelegene Bohumin (ehem. Oderberg - SK Oderberg und DSV Neu Oderberg) auf Grund des Namens?
    Wie gesagt, vielleicht ein bisschen weit hergeholt und nur Anhaltspunkte, aber eventuell hilft's Dir weiter ...


    BWG Kille

    Wir wären auch ganz traurig wenn wir als Absteiger anstatt zu Spitzenspielen gegen Neugersdorf, Grimma, Halle und anderen namhaften Vereinen, nur noch gegen Lokalgrössen wie St.Pauli, Düsseldorf und Osnabrück antreten dürften.


    Kille

    Zur Information:


    Die Elbstadt-Supporter suchen noch Teams die gerne an ihrem diesjährigen Fussball-Turnier teilnehmen möchten. Bei Interesse meldet euch bitte bei den Elbstadt-Supportern im Forum >>>.


    Name des Turniers: Elbstadt Supporter Cup 2006


    Datum: 29. Juli 2006, Beginn/Treff: 10 Uhr


    Ort: Sportgelände TuS Neustadt / Zielitzerstraße


    Spielplan/Ablauf: Es wird auf Kleinfeld(Ascheplatz) gespielt. Eine Mannschaft besteht aus mindestens 8 Spielern(7 Feldspieler + 1 Torhüter).Wechsel sind unbegrenzt, das Spiel muss jedoch unterbrochen sein um einen Wechsel auszuführen. Ein Spiel dauert 20 Minuten, ohne Wechsel. Es gibt zwei Gruppen a 4 Teams, die beiden ersten jeder Gruppe kommen in die Finalrunde. In der Finalrunde geht es, sollte es nach 20 Minuten keinen Sieger geben, direkt ins 9-Meterschiessen. Der Spielplan wird am Turniertag ausgelost.


    Startgebühr: 20,-€


    Vom Verein werden Duschen sowie Umkleideräume zur Verfügung gestellt. Für Essen/Getränke zu verbilligten Preisen sowie Musik ist gesorgt.Und Pokale gibts auch ...

    @ HFC Chemie: "... Der Westen hat ... im Sport den Osten runter gewirtschaftet ..."


    Ich weiss ja nicht wie das bei Euch in Halle abgelaufen ist, aber in Magdeburg haben wir das ganz alleine geschafft - ohne fremde Hilfe ! :biggrin:
    Der FCM hatte 1990 eine Top-Mannschaft, Sponsoren kamen freiwillig und lieferten Millionen ab und nicht zuletzt waren wir auch noch im UEFA-Pokal ... Was macht die zonendödelige Vereinsführung? Lässt den Grossteil der Spieler gehen, bzw. verkauft sie noch, ohne auch nur annähernd für gleichwertigen Ersatz zu sorgen, streitet sich in der Öffentlichlichkeit mit Sponsoren ("Jägermeister"), verbrutzelt die ganzen Millionen für wer weiss was, ist zu dämlich die Vereinsimmobilien auch als Vereinseigentum eintragen zulassen (die fielen somit an die Stadt) und wundert sich am Ende der Saison das sie von der 1. in die 3.Spielklasse abgerutscht sind und es plötzlich keine Sponsoren mehr gab die freiwillig ankamen, das junge Spieler nicht mehr darum bettelten beim 'grossen FCM' spielen zu dürfen, das plötzlich nur noch ein paar Hundert Zuschauer im Ernst-Grube-Stadion saßen, weil die anderen lieber Bundesliga, erstklassigen Fussball, sehen wollten.
    Nee, nee, am Niedergang des Magdeburger Fussballs waren die Magdeburger selber Schuld ... aus Fehlern lernt man ... denn es sind die Magdeburger die den Verein jetzt selber wieder nochholen.


    BWG Kille

    "... Die Überlebensangst wäre geringer, da die Ansprüche ganz anders wären ..."


    Die Ansprüche wären mit Sicherheit andere, da der Osten das Ganze gar nicht selber finanzieren könnte, denn die Zeiten wo die Staatsbetriebe zum 'Sponsoren' verpflichtet wurden und die Spieler für 'ne Trabbi-Anmeldung gespielt haben sind nun mal vorbei und damit wären die Überlebensängste der Vereine in einer mittellosen Liga eher grösser.


    BWG Kille