Beiträge von Ilmkreisdödel

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    Original von der Budapester
    [quote]
    Dann schreib doch nen Vereinsguide, is eh Sommerloch... :wink:


    wenn auch Sommerloch, für mich ist z. Zt. alles andere als Sommerzeit. Nach diversem Prüfungsstress schreibe ich aber gern eine Guide für Leutzsch und Dölitz.

    Wie unaufmerksam gelesen von mir... Trotzdem scheinen einige Transfers nicht so sicher zu sein (z.B. spielt Hänsel gerade beim HFC vor). Vielleicht sollte erst bei Saisonstart der aktuelle Stand eingearbeitet werden, sonst wird man ja blöde...

    Norman Struck hat am Wochenende ein Tor für den SV Babelsberg geschossen. Kann es sein, dass sein Wechsel zu Köpenick doch noch nicht so fest ist? Außerdem ist Christian Heise Abwehrspieler und nicht Torwart. Ist mir nur zufällig aufgefallen...

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    Original von BFCér
    @ chaot
    Wer das Sportsystem der DDR nicht verstanden hat aber Bayern zujubelt ist ein kleines "Arschloch welches auch mal auf der Siegerseite stehen möchte " nicht mehr aber auch nicht weniger. Ich stehe zum BFC , brauche mich nicht verrenken und werde es nie machen .
    Wir haben Israelfahnen aufgehangen und Freiheit für Kurdistan gefordert da hatten alle Verfolgten nicht mal Ahnung wo das liegt......
    wrw


    Du scheinst dir über längere Zeit nicht mehr die Verhaltensempfehlungen im Eingang zu diesem Forum durchgelesen zu haben. Diskussionsteilnehmer, die mit derartigen Kraftausdrücken und Beleidigungen um sich werfen, könnten ein gewisses Wahrnehmungsproblem bekommen. Oder können vielleicht auch sachliche Argumente ins Gespräch geworfen werden?


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    Original von BFCér
    @ chaot
    ***es ist immer wieder das gleiche , die Medien haben erreicht was sie wollten und ihr merkt es nicht einmal wie man euch lenkt***
    wrw


    Dann sollte uns der einzige Forumsnutzer mit ausreichender Medienkompetenz doch erklären wie in heutigen Tagen richtig mit Medien umgegangen wird. Aber wir Ferngesteuerten werden es wohl kaum begreifen. Nur, warum argumentierst du weiter oben in diesem Thema, dass du dich aufgrund des regelmäßigen Verfolgens der Leipziger Medienberichte doch sehr gut mit der Leipziger Situation auskennst. Auch nur ferngesteuert?


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    Original von Lokvenz
    Es ist halt schick, jahrelang auf den damals von Stadtseite begünstigten VfB zu schimpfen und heutzutage es als normal anzusehen, dass die Stadt Leipzig schnell mal ein paar hunderttausend Euro aus ihrem Firmenverbund zur Lizenzerlangung des FCS zuschießt. Das Verhältnis hat sich gewandelt und der VfB wird fallengelassen und der FCS gepusht, sodass man nüchtern feststellen darf, dass die Leutzscher sich vom unterdrückten Verein zum Liebling der Stadtoberen gemausert haben.


    Vorneweg: ich lehne deutschlandweit generell jeden Steuereuro für einen Fußballverein ab. Eine Ausnahme sind vielleicht diverse Stadionprojekte, aber das sind Vorhaben, die nicht nur einem Fußballverein zugute kommen. Wie hoch ist denn die Summe die Chemie bekommen hat und welche Quellen gibt es dafür? Würde mich sehr interessieren, bisher haben ja nur diverse Gerüchte die Runde gemacht. Du hast sicher genauere Informationen. So überraschend hat sich das Blatt nun aber auch wieder nicht gewendet, vielmehr hat die Stadt vor der Saison (und da hatte auch der VfB noch alle Chancen) angekündigt den erfolgreicheren Verein zu fördern. Aber wie gesagt: Kindergärten statt Betonschüsseln und Olympiabewerbung!


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    Original von Lokvenz


    Die Zeiten des Arbeitervereins sind m.E. auch vorbei, sowas gibt es heutzutage nicht mehr (lässt sich jedoch gut vermarkten).


    Chemie als Arbeiterverein vermarktet? Wo, wann, durch wen? Wenn diverse Medien die BSG so wahrnehmen können wir uns sicher nicht dagegen wehren. Eher zeichnet sich eine „Werbung“ (eine professionelle Vermarktung gibt es nicht wirklich) mit dem Image als Kultclub oder mit einer heterogenen Fankultur aus. Über Wunsch und Wirklichkeit lässt sich natürlich auch hier trefflich streiten.

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    Original von BFCér


    In den Medien als der Kultige Gute und Verfolgte Verein dargestellt zu werden ist doch eine nicht zu verleugnende Bevorteilung....Das DSF war gestern die Krönung !


    Die Kompetenz des DSF ist durch die regelmäßige Ankündigung eines Spiels "VfB - FCB" ganz gut deutlich geworden. In der Presseschau findest du auch einen sehr sachlich recherchierten Artikel aus der FAZ (regelmäßig als die beste Print-Sportredaktion ausgezeichnet).
    http://www.nordostfussball.de/…orum/viewtopic.php?t=2425


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    Original von BFCér


    In Leipzig wird derzeit Stimmung gemacht und das pranger ich an .


    Von wem? Den Chemikern? Das ist doch super! Der Stadt? Höchstens pro Fusion und pro Stadion. Dem Kölmel? Buttert lt. LVZ auch nächstes Jahr wieder seine Scheine in den VfB.


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    Original von BFCér


    Im übrigen kenne ich Lokis , Chemiker , Leipziger BFCér und seit gestern einen eurer Hauptsponsoren und Ausrüster......Es wird von allen Seiten bestätigt . Es gibt auch nette :D Chemiekalien.


    Das ist ja schön, dass die komplett verspielten Sympathien noch vor ein paar persönlich bekannten Chemikern halt gemacht haben. Ich nehme mich und meine Kommentare (wie schon am Namen erkennbar) nicht wirklich so bierernst. Aber einige Statements schreien nach kritischem Hinterfragen.



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    Original von BFCér


    Der BFC in eurer neuen Schüssel , das schönste Stadion Deutschlands , das wäre was :) :) :)


    Na dann arbeitet euch mal hoch, wir kommen euch auf jeden Fall nicht entgegen!


    Grüße nach Berlin!

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    Original von BFCér
    Die Medien und die Politik haben es schön aufgeteilt dort die Guten da die Bösen....Berliner Verhältnisse sind dort zu erwarten.Die Bevorteilung geht weiter nur haben sich die Interessen geändert.
    wrw


    Leider ein Kommentar ohne jede Kenntnis der aktuellen Situation in Leipzig. Du scheinst weder regelmäßig Leipziger Medien zu rezipieren, noch die letzten Derbys verfolgt zu haben. Aber sicher wirst du sofort eine Vielzahl von Bevorteilungen für Chemie aufzählen können, die nicht auf Vermutungen basieren.

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    Original von Prytz
    Also lohnt sich da mal ne Fahrt hin :)


    Ob sich eine Groundhopping-Tour von Hamburg nach L- Dölitz lohnt? Vielleicht nicht immer. Ohne connewitzchaot und allen anderen Sympathisanten auf die Füsse treten zu wollen: aber nicht zu jedem Spiel geht dort wirklich die Post ab. Ich kann mich an ein Spiel (ich denke es war noch die 1. Kreisklasse) als ich eher enttäuscht von dem Support war. Eine bunte Gesellschaft ist aber auf jeden Fall. Der Ground ist für Nicht-Leipziger übrigens auch nicht wirklich einfach zu finden, am besten die Anreise vorher noch einmal von Ortskundigen beschreiben lassen.

    Ich bin interessiert, nur leider Nicht-Berliner und im Juli auch etwas im Stress. Aber eine virtuelle Zusammenarbeit sollte kein Problem sein, gerade um auch die "Nordlastigkeit" :) etwas auszugleichen. Na mal schauen was bei eurem Treffen rauskommt.

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    Original von connewitzchaot
    Ich glaube, Kassel hatte ca. 3200 Fans im Schnitt, Düsseldorf 3800.


    Respekt vor allen vor den Düsseldorfern, dass die nach Abstieg, einer sehr mäßigen Saison und einer nicht wirklich attraktiven Liga (außer Wuppertal, Fortuna Köln) noch soviele Leute anziehen


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    Original von connewitzchaot
    Aber mit einem Umzug ins Zentralstadion kommen garantiert auch wieder Neutralos zu Chemie.


    Für mich eher ein Horrorszenario, Neutralos bringen eben keine Leben in die Schüssel. Hat man beim Relegationsrückspiel leider wieder sehen müssen, dass die für Stimmung einfach nicht geeignet sind. Damit ist auch die Hoffnung verbunden, dass sportlich nun nicht auch noch ein Durchmarsch kommt. Das würde sämtliche Fanstrukturen überfordern.[/quote]

    @ Ch1207
    Das hätte ich mir als Fan eines chronisch erfolglosen Vereins bis Juni auch nicht träumen lassen, dass Chemie auch nur eine Relegation erfolgreich bestreiten kann. Jetzt gleich zwei, unglaublich.


    @ der Budapester
    Dass wir bei LOK leise waren, habe ich bisher nur von Leuten gehört, die in der Nähe der Tribüne oder seitlich gestanden haben (also so ziemlich alle, die nicht im Chemie-Block standen). Problem der fehlenden Akustik war an diesem Tag (und ich rede i.d.R. nichts schön) der barbarische Gegenwind).


    Der Heimsupport war in der vergangenen Saison leider sehr von spannendem Spielverlauf und der Anwesenheit lautstarker Gästefans abhängig (selten genug). Ich hoffe in der Regionalliga beweist du mehr "Fingerspitzengefühl" und suchst dir somit stimmungsvollere Spiele heraus :) . Hof hast du ja leider verpasst.


    @ connewitzchaot
    Ich hätte bis zu deinem Beitrag wetten können, dass Chemie den höchsten Oberliga-Schnitt hatte. Wie sah denn der Besuch in D-Dorf und Kassel aus. Ist denn Kassel wenigstens aufgestiegen?

    Keine Frage, Chemie hat in Heimspielen nur in den Spitzenspielen mit überzeugenden Zuschauerzahlen glänzen können. Die Mobilisierungsqoute von Heim-zu Auswärtsspielen macht uns aber keiner nach. In einem halben dutzend Spiele waren mehr Chemiker auf fremden Plätzen als im eigenen Stadion am Start. Wenn du die reinen Zahlen sprechen lassen willst: unter http://www.fc-anhalt-dessau.de/start.htm (Statistik) hat sich jemand die Mühe gemacht und sämtliche Zahlen in Tabellen gewürfelt.

    Was muss ein Aufstiegskandidat der Oberliga-Nordost-Süd in der nächsten Saison leisten? Einfach nur meine Statistik beachten. Denn seit der Einführung der zweigleisigen Regionalliga haben sich konstant die Vereine durchgesetzt, die die wenigsten Tore kassiert haben und den besten Heimspiel-Zuschauerschnitt haben. Also Manager aus Jena, Magdeburg und Plauen: schnell noch ein paar Abwehrspieler und Torhüter verpflichten und die Eintrittspreise senken. Dann klappt es auch mit dem Aufstieg. Vertreter der Nord-Staffel sind nicht ausdrücklich ausgeschlossen, die Bilanz der vergangenen drei Relegationsrunden lässt aber nichts Gutes für die Relegation 2004 erahnen. Gerade zwei Tore in sechs Spielen („alle“ vom BFC in einem Spiel erzielt) sprechen eine deutliche Sprache.


    Die Schatzmeister der nicht aufstiegswilligen Oberliga-Mannschaften werden Chemie nur ungern Richtung Regionalliga ziehen lassen. War doch ein Auftritt der Leutzscher immer ein Garant für ein volles, oder zumindestens ein volleres Stadion. Die in der Oberliga ausbleibenden Eintrittsgelder der reiselustigen Chemiker werden ab der nächsten Saison erstaunte Paderborner oder Kieler Kassenwarte in Empfang nehmen.


    Bevor ich es vergesse: die Tabellenspitzenkletterer der Oberliga-Staffel Süd brauchen vor den Lokisten aus Leipzig-Probstheida keine Angst haben. Überlebende, die den VfB auf einen ersten Platz am Ende der Saison erlebt haben, sind schon längst in angsterregendem dreistelligen Alter. Wenn nicht plötzlich zu Beginn der nächsten Saison das Kaiserreich wieder errichtet wird, hat der Ex-Europapokal-Final-Verlierer also wieder keine Chance.
    Noch ein Grußwort an Lok-Präsident Bauernschmidt, der doch tatsächlich in der Sport-BLÖD feststellen musste, dass Chemie über Eisenach hinaus völlig unbekannt ist: Jeder Chemiker grämt sich seit dieser Aussage zutiefst über diese deutschlandweite Ignoranz. Ehrlich. Spiele gegen St. Pauli, Braunschweig und Essen werden diesen Bekanntheitsnachteil nie aufholen können, man denke nur an den bevölkerungsreichen Süden, dem bisher jeder Kontakt mit der grauen Fussballmaus aus Leutzsch fehlt. Dagegen wird der erste deutsche Meister sein jahrzehntelang hart verdientes Image gegen Halberstadt, Auerbach und Pößneck weiter pflegen dürfen. Dort sind Auslaufmodelle, zu der Lokomotiven nun einmal gehören, bestens aufgehoben. Obwohl, unbestätigten Gerüchten zufolge hat der NOFV für den Vize-Achim aus Jena ein Trostpflaster für die nächste Saison vorbereitet: Aufstieg des Carl-Zeiss um jeden Preis. Auf die Leistungen des Schiedsrichtergespanns sollten sich die Kicker von den Kernbergen aber nicht verlassen. Denn von Leipzig lernen heißt siegen lernen, die Bewerbung um eine Leichtathletik-WM und der Neubau eines Stadions liefern beste Argumente für einen Regionalliga-Auftritt!


    Welche Chancen der Regionalliga-Neuling aus Leipzig-Leutzsch in der Regionalliga besitzt, ist sehr schwer abzuschätzen. Ein eingespieltes Team und Aufstiegseuphorie sind für einen guten Saisonstart auf jeden Fall ein großer Vorteil. Der Aufstiegskampf wird wohl von etablierten Mannschaften der Regionalliga bestritten werden. Also nicht unbedingt von St. Pauli (Probleme eine Mannschaft zu finden), Braunschweig (feiern lieber den Nichtaufstieg anderer Vereine als über den eigenen Abstieg zu trauern) und Chemie (zu sehr an Siege gewöhnt). Da haben Wattenscheid, Paderborn und Essen wohl die momentan bessere Ausgangssituation. Für Chemiker, die auch in finstersten Insolvenzzeiten zu Chemie gehalten haben, wird auch die Entwicklung der Fankultur im Alfred-Kunze-Sportpark interessant sein. Die sportlich schlechten Phasen werden Feierlaune und gigantische Besuchszahlen auf eine interessante Probe stellen.

    Das Spiel
    Am 9. August, der zweite Spieltag war für Chemie gerade mit einer 0:4 Klatsche gegen die Cottbuser Amateure beendet, hatten so circa 99% der Leutzscher Anhänger die Spielzeit 02/03 schon für gescheitert erklärt. Zu unwahrscheinlich schien eine sportliche Steigerung über die gesamte Saison und zu übermächtig die Konkurrenz. Der Staffelsieg nach nur noch zwei weiteren Niederlagen sollte sich herumgesprochen haben, mit dem anschließenden Aufstieg kommt das einem weiteren Leutzscher Wunder gleich.
    Der Weg zu diesem Erfolg war trotz des 2:0 in Schönberg unglaublich steinig. Die erste Halbzeit ging nach „Punkten“ eindeutig an die Gäste aus dem Norden. Die Männer um Torjäger Neitzel zeigten eindrucksvoll, dass sie noch an den Aufstieg glaubten. Sie gewannen die Mehrzahl der Zweikämpfe und kamen mit einigen ganz gefährlichen Kontern vor das Tor des Leutzscher Keepers. Die einzige klare Chance für Chemie konnte in der 25. Minute Nemec verzeichnen, der mit einem strammen 20-Meter-Schuss aber nur die Latte traf. Einer (lt. Fernsehbildern fragwürdigen) Freistoss-Entscheidung musste in der 55. Minute für kollektive Erleichterung sorgen. Schönberg (also der Pieeet aus Leutzsch) konnte den Ball gelungen in den Strafraum zirkeln, wo Friedrich trotz Bedrängung den Ball ins Tor verwertete. Selbst dieser Spielstand konnte die Schönberger nicht schocken, sie kämpften und kämpften und … kamen noch zu zwei Chancen. Ein Schuss konnte von einem Abwehrspieler gerade noch von der Linie geschlagen werden, der Versuch eines Hackentricks wäre Eckstein fast zwischen die Beine gerutscht. Die kleinen gallischen Dörfer können wohl doch nur in französischen Comic-Heften gewinnen.


    Die Fans
    Vor etwas mehr als einem halben Jahr glaubten gerade einmal 1.181 Leutzscher an den Staffelsieg und unterstützten ihre BSG gegen den VfB Chemnitz. Gegen den FC Schönberg war es vor 13mal mehr Zuschauern phasenweise nicht lauter. Für das finale Aufstiegsspiel und einer solch großen grün-weißen Menschenmasse war es im Stadion schlicht zu ruhig. Die Diablos wussten jedoch optisch den Spielbeginn sehr gelungen zu untermalen. Einzig auf die Leutzscher Ultragruppierung war auch akustisch das ganze Spiel über Verlass. Der Jubel nach Tor und Abpfiff kann locker als Selbstläufer bezeichnet werden. Wann kommt der Antrag von Chemie nur noch auswärts zu spielen, der Stimmung kann das nur gut tun. Die Schönberger waren von meinem Standort aus nicht zu vernehmen, aber Respekt für die Anreise bei der schlechten sportlichen Ausgangslage.


    Das Umfeld
    Die Offiziellen des FC Sachsen haben dem Spiel einen würdigen Rahmen gegeben. Eine putzige Blaskapelle vor Anpfiff und in der Halbzeitpause ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig. Dafür hat die Versorgung im Stadion den Umständen entsprechend gut funktioniert. Die letzten Sätze müssen einfach den tapferen Schönbergern gehören, sie wären ein würdiger Aufsteiger in die Regionalliga Nord, wenn der DFB nicht diese unwürdige Relegation angesetzt hätte. Vielleicht gibt es ja doch noch die Asterix-Fussball-Geschichte und ein Wiedersehen in höheren Gefilden.


    Die Statistik
    Tor: 1:0 Friedrich (55.)


    Zuschauer: 13.106 (ca. 100 aus Schönberg) – offiziell; tatsächlich ca. 15.000

    Warum so negativ Magdeburger? Den Heimsupport des FCM habe ich bisher zwar nur einmal miterlebt (in sportlich aussichtsloser Position in der Saison vor der zweigleisigen Regionalliga). Hat mich damals nicht sehr überzeugt, aber auswärts habt ihr mit den besten Support der dritten und vierten Liga. Wobei besonders die Geschlossenheit und Lautstärke immer wieder überzeugend ist. Besonders respektabel in Hinsicht auf die sportliche Lage.


    Also dann: nächste Saison je zweimal die gemeinsamen Freunde aus Halle und Dösen schlagen und vielleicht noch für eine Überraschung an der Tabellenspitze sorgen! :evil:

    Auch wenn das jetzt schon der dritte Spielbericht ist, ich ziehe meinen auch noch durch...


    Das Spiel
    Es gibt Spiele, bei denen ist die Anzahl der Torschüsse doch kein Ausdruck für die Überlegenheit eines Teams. Der FC Schönberg hat dafür ein weiteres Beispiel geboten, fehlte es den Kickern aus dem Norden doch einfach an der notwendigen Präzision und an dem Durchsetzungsvermögen gegen eine felsenfeste Leipziger Abwehr. Der auf die ganz wichtigen Tore spezialisierte Ronny Kujat sollte schließlich den Weg für den so wichtigen Auswärtssieg bahnen: mit einem Flugkopfball nach einer Flanke des superstarken Tom Geißler besorgte er den ersten Treffer. Etwas gegen das Nervenflattern im Rückspiel konnte Heiko Cramer vier Minuten vor dem Schluss beitragen, indem er unbedrängt fünf Meter vor dem Tor einschießen konnte. Warum Schiedsrichter Marks nach einem rüden Foul an Rietschel durch den Schönberger Torwart Schmidtke nicht auf den Punkt gezeigt hat, wird wohl alle gut postierten Zuschauer im Stadion verwundert haben.
    Der Jubel der Leutzscher Fans nach dem Abpfiff fiel nach meinem Geschmack etwas zu euphorisch aus. Auch wenn eine Heimniederlage im Alfred Kunze Sportpark so selten ist wie eine komplett zugefrorene Ostsee, so ist Fussball doch nur so genial, weil der FC Schönberg am Sonntag doch noch die Überraschung schaffen kann. Dass sich Jürgen Raab und seine Mannschaft von soviel Aufstiegstrunkenheit nicht irritieren lassen, ist wohl im Rückspiel der größte Trumpf.


    Die Fans
    Die Anhänger des mecklenburgischen FCS hatten zu Beginn des Spiels ein großes Spruchband mit der Aufforderung doch bitte zu kämpfen und aufzusteigen zu bieten. Im Verlauf des Spiels meldete sich eine Gruppe von 40 Schönbergern auch mit Sprechchören zu Wort, alle anderen Zuschauer munterten die Heimmannschaft mit gelegentlichem Klatschen auf. Den Leutzscher Kickern blieb das Gefühl eines Auswärtsspieles wie schon in der Endphase der Punktspielsaison weiterhin erspart. Die aus Leutzsch und dem restlichen Deutschland angereisten Chemiker verwandelten die Gästeblöcke in ein wahres akustisches Feuerwerk. Auch wenn der „Hofer Maßstab“ nicht ganz erreicht werden konnte, hat es zu einem akustischen Übergewicht gereicht. Den Test, ob Chemiker in der Lage sind auch bei schlechtem sportlichen Verlauf fröhlich zu singen, hat die Mannschaft mit 13 Siegen in Folge schlicht unterbunden.


    Das Umfeld
    Es gibt in Deutschland wohl kein Stadion wie das Schönberger Jahnstadion, dass so flexibel auf wechselhaften Zuschauerzuspruch eingerichtet werden kann. Mit Hilfe von mobilen Tribünen variierte die Kapazität zwischen 3.000 und 16.000 Zuschauern. Das erste Relegationsspiel konnte schließlich von der „festen“ Haupttribüne und drei Zusatztribünen beobachtet werden. Wobei die Stahlrohrtribünen unter Torjubel sehr gut den höchsten Seegang der nahegelegenen Ostsee simulieren können. Zumindestens für den Geschmack eines Thüringer Bergmenschens. Die Veranstalter haben sich als sehr gut vorbereitet und die Schönberger als sehr gastfreundlich erwiesen. Die Verteilung eines kostenlosen Programmheftes ist in Deutschland wohl schlicht einmalig. Genauso selten wie sinnvoll ist die optimierte Getränkeverteilung mit fliegenden Händlern, wenn da nur nicht die alkoholfreien Getränke ausgegangen wären.


    Die Statistik
    Tore: 0:1 Kujat (19.)
    0:2 Cramer (86.)


    Zuschauer: 4.827 (ca. 3.000 aus Leutzsch)



    Fragen zur innerlichen Verarbeitung (an die Schönberg-Insider)
    Was bedeutet eigentlich der Titel des Programmheftes „Maurine-Kicker“? Muss man mecklenburgische Mundart beherrschen um das zu verstehen? Gibt es außerdem eine mecklenburgische Firma, die nicht im Stadionheft oder auf der Eintrittskarte inseriert?
    Und warum hat Schönberg als Heimmannschaft in orangenen Trikots gespielt? Schiedsrichterwunsch oder Aberglaube?

    Laut Pressemitteilung des FC Sachsen werden nur 2.000 Karten an die Leipziger Fans verkauft. Ich hoffe der FC Schönberg unterschätzt hier nicht Reiselust der Chemiker. Die Schönberger haben doch Erfahrung mit dem kurzfristigen Ausbau des Stadions. Warum zu diesem Spiel nicht? Wollen die Offiziellen die Eintrittsgelder nicht oder haben sie Angst vor einem Auswärtsspiel? Ich bin gespannt wie die 2.000 Chemiker die nicht reinkommen während des Spiels beschäftigt werden.


    Wie oft hat denn Schönberg in dieser Saison 4.000 Heimfans begrüßen können?