1:1 in der "Stadt" oder "Der Bulle von Strehla"
Zum von der Distanz her weitesten Auswärtsspiel der Saison sollte sich mal wieder ein großer Fanbus von der Friedrichstadt in Richtung Strehla begeben. Immer schön die Elbe entlang erreichten die schwarz-roten dann nach kurzem Abstecher zum Freibad den Sportplatz der Stadt Strehla - der Fakt, dass das kleine Strehla, welches immerhin alle 2 Stunden per Regiobus nach Riesa angebunden ist, den Stadtstatus hat, wurde inzwischen akzeptiert.
Der Sportplatz.. naja. Die Bockwurst war günstig. Dass ich aber auf dem Weg zur Toilette an beiden Mannschaftskabinen und Duschen vorbei muss, hab ich bisher auch nicht erlebt. Höhe Mittellinie machte es sich der kleine DSC-Mob gemütlich und begann, das Stadion zu "beschallen". warum in Anführungszeichen? Die eher überschaubare Fanschar und strammer Gegenwind werden dafür gesorgt haben, dass nicht alle in den lautstarken Genuss unseres Liedgutes gekommen sind. Insgesamt war der support aber durchaus gelungen, auch wenn am ende eher lückenhaft.
Die erste Schrecksekunde gabs nach kanpp 2 Minuten. Kaum auf dem Platz legt Dresdens Außenverteidiger unglücklich ab und ein blau-gelber spitzelt die Kugel nur knapp neben den Kasten. Danach übernahm aber der DSC das Kommando. Strehla verlegte sich - wie schon vom Trainer gefordert - aufs Zuhauen. Selbiges hatte dann auch Mitte der ersten Hälfte Erfolg: Ein Dresdner wird klar im Strafraum gelegt. den fälligen Elfer verwandelt Steglich souverän.
Halbzeit zwei begann dann schon Sportclub-auswärts-typisch: Der Gegner kommt besser aus der Kabine. Strehla jetzt nen tick aggressiver, ohne dass aber wirklich Gefahr aufkommen sollte. Nach gut 50 Minuten erweist sich dann Strehlas Nummer 11 als toller Sportsmann. Der Ball wird ins Aus und in die DSC-Fans gedroschen. Er springt über den Zaun, rempelt erst mich persönlich an, um dann einem anderen Dresdner elegant das Bier aus der Hand und über den Pulli zu schlagen. Ganz ganz feine Sache!. Leider gelang es den Dresdnern sofort im Anschluss nicht, das ganze ausreichend zu würdigen. Ein sauberer Konter wird knapp nicht abgeschlossen. Das hätte es eigentlich sein müssen.
Und damit beginnt auch Teil 2 meines munteren Reiseberichtes: Der "Bulle von Strehla" trat in Aktion. Blaue Hose, weiße Mütze, schwarzer Kapuzenpulli, auf dem neben einer Art Strehla-Logo noch der Kampfname "Bulle" prangte, qualifizierter Hauptschulabschluss! Es passte alles. Jedenfalls war Bulle jetzt soweit, sich gegenüber den Landeshauptstädtern ausreichend artikulieren zu müssen. Oder zu können? man weiß es nicht... Forderte unter anderem einzelne dresdner auf, mal zu ihm rüberzukommen, forderte gelb rote, ecken, elfmeter, alles was so da war.....
Als ich mich dann doch mal aufmachte, ihn (und das meine ich todernst) bat, mal nen Gang runterzuschalten, oder sich zu den übrigen Strehlaern zu stellen, wurde mir dann die Faust des Bullen angeboten. Mein Einwand, dass ich ihn längst auf Foto hatte und dieses Foto im Fall einer Anzeige wegen Körperverletzung nützlich sein könnte - und dass das Vermöbeln von Journalisten im Allgemeinen auch keine gute Idee ist, wurde zähneknirschend zur Kenntnis genommen. auch wenn ich seinem Wunsch, mich ihm gegenüber als Pressevertreter zu legitimieren, dann doch nicht nachkam, war Bulle zufrieden, das Pöbeln lies sich ihm leider nicht abgewöhnen. Der ahre bulle bleibt seinen angestammten weidegründen treu und ist auf gesellschaft von gleichartigen nicht angewiesen.
Ja, auf dem Feld kam es wie es kommen musste. Der DSC versiebt noch 2 Hochkaräter, während Strehla den EINZIGEN vernünftigen Angriff des Spiels mit dem 1:1 abschließt. Am ende hätten beide Teams sogar noch den sieg erringen können, aber ne Torchande ergab sich hüben wie drüben nicht mehr.
weitere Randerscheinungen: mit dem 1:1 wurde in Strehla schwarz-gelb geflaggt. eine aktion, die zeigte, dass das elbwasser selbst kurz nach Riesa noch kontaminiert ist. Jedenfalls gabs jetzt noch ne handvoll dumme sprüche vom kleinstadtmob, nach abpfiff beeilte sich auch noch ein kindchen, um den ganzen sportplatz zu rennen, nur um uns die montur eines drittliga-verlierers vorzuführen. hast du fein gemacht, durftest auch zusammen mit bulle heimgehen und muttis kakao trinken
Ach ja: und nummer 11 in gelb-blau zeigte, dass er sich nicht nur gegenüber Gästefans nicht im griff hatte und holte sich kurz vor Abpfiff noch die rote Karte nach Tätlichkeit ab.
Fazit: auch wenn schon andere in strehla nicht gut aussahen, das waren eindeutig 2 verlorene Punkte, es gab genügend chancen, den sack zuzumachen während der gegner den willen zum punkt deutlicher zeigt und seine einzige chance reinmacht. Und zum assi-pöbel muss man keine worte verlieren. bulle ist mit dem wohnort strehla eigentlich schon genug gestraft 