25.Spieltag
...kommen wir nach dem Kurzbericht von KMF nun also mal zum Substantiellen ![]()
Nachdem wir vor dem letzten Auswärtsspiel der Saison eine großzügig angelegte Umleitung über Meißen im Kauf nehmen mussten und die Strecke nach Lommatzsch deshalb auf knapp 80 Kilometer anwuchs, erwartete uns am Zielort der Auensportplatz neben dem idyllisch gelegenen Keppritzbach und der kultigen „Spielstand-Anzeigetafel“ am kleinen Sprechertürmchen. Zu den Voraussetzungen: Die beiden letzten Auswärtspartien hatten wir in der Liga gewonnen (1:3 am Quellenberg in Wesenitztal, 0:3 an der Schulstraße in Dorfhain), im letzten Heimspiel vergangene Woche holten wir einen Punkt (1:1 gegen Stahl Freital). Die Hausherren ihrerseits, diese Saison noch ohne einen einzigen Heimsieg ausgestattet und insgesamt erst mit 5 Punkten (19:80 Tore) auf dem Konto, hatten nach dem Trainerwechsel Anfang Mai (Renato Kahlert von der Zweiten Mannschaft übernahm nach dem 0:8 in Copitz von Coach Steffen Kaiser) und auch aufgrund des Saisonverlaufes grundlegende Probleme, überhaupt noch eine Landesklasse-Mannschaft auf die Beine gestellt zu bekommen. Andererseits hatten wir unser bisher einziges Pflichtsiel beim Gastgeber mit 5:1 verloren (10.November 2012), ansonsten in diesem Duell jedoch eine positive Bilanz vorzuweisen (2 Siege auf heimischem Rasen). Fazit: Zumindest auf dem Blatt waren wir diesmal der haushohe Favorit..
Lommatzscher SV – SV Lichtenberg: 2:3 (2:1)
1:0 Jens Zschätzsch (3.)
1:1 Patrick Matuschek (5.)
2:1 Uwe Rennert/EM (40.)
2:2 Swen Häuser (70.)
2:3 Robert Miersch (89.)
Aufstellung SVL: Kosbab, Kluge M., Hilgenberg, Kohl, Lein, Gronwaldt, Timmel, Miersch, Erler, Kluge D. (57./Häuser), Matuschek (57./Kokott)
Pünktlich zum Anpfiff wurde es feucht von oben. Das nahende Gewitter war jedoch noch nicht so präsent vor Ort, das sich Schiri Thomas Oslizlok (SV 1910 Edelweiß Rammenau/Bischofswerda) hätte genötigt fühlen müssen, die Begegnung zu unterbrechen. Stattdessen legten die Gastgeber los wie Herr Dörfel von der Ortsansässigen Feuerwehr wenn im LSV-Sprecherturm zeitgleich der Blitz eingeschlagen hätte. Dritte Minute, LSV-Goalgetter Wolf mit dem präzisen Pass durch die Schnittstelle der Lichtenberger Abwehrreihe, Stürmer-Kollege Zschätzsch mit dem flachen Abschluss und „Kunstleder-Kollege“ Ball mit dem flinken Weg in die rechte Ecke: 1:0 (3.)!
Sein erstes Saisontor! Doch die Gäste ließen sich von diesem zeitigen Rückstand nicht schocken: Knapp 2 Minuten danach, Erler brachte eine Flanke über seine rechte Seite herein, Miersch versuchte sich am Torschuss - doch das Spielobjekt querte die Grundlinie hier noch knapp rechts neben dem Mißbach-Nichteisenmetall.
Miersch war es auch, der die fällige Ecke im Anschluss von seiner Seite quer über die ganze Abwehrreihe auf Erler herein trat, dieser mit der Flanke von links in der 5-Meter-Raum zurück und Matuschek am rechten Pfosten mit dem unhaltbaren Abschluss unter die Querlatte – Ausgleich (5.)..!
In den folgenden Minuten entwickelte sich ein Spiel, in dem die Gäste klar den Ton angaben und die Gastgeber immer wieder auf Konter lauerten.
Dabei retteten Keeper Mißbach und
- Mann Jörg Thieme (einer der wenigen Gastgeber mit Landesklasse-Niveau!) mehrfach. So etwa gegen Miersch oder Timmel (16./29.) bzw. Kluge (19.) – auf der anderen Seite sorgte „Unruheherd“ Wolf – welcher auch des Öfteren in unserer (Abseits-)Falle zu finden war - immer wieder für brenzlige Situationen rund um den SVL-Strafraum.
Doch die Defensivabteilung um Kluge M./Hilgenberg verlor in diesen Minuten weder den Überblick noch die nötige Gelassenheit.
Und so rappelte es höchstens immer mal wieder am Himmel über der Lommatzscher Pflege. Beide Kisten selbst blieben jedoch „sauber“. 5 Minuten waren vor der Pause noch zu spielen, da setzte sich Torschütze Zschätzsch mit viel Einsatz durch und war wenige Meter vor dem Gäste-Gehäuse nur durch ein Hilgenberg-Foul zu stoppen.
Den fälligen Strafstoß verwandelte LSV-Oldie U. Rennert sicher (40.)!
Sekunden vor der Pause hatte Kluge D. noch einmal den Ausgleich auf seinem Fuß, verzog in dieser Szene jedoch rechts neben den Kasten. Und so ging es mit einem Rückstand in die verregnete Halbzeitpause hinein.. ![]()
Der Lichtenberger Anhang hatte guten Grund zur Freude. Denn: 3 Auswärtssiege in einer Saison. Das gab´s zuletzt in der überragenden 35-Punkte-Bezirksliga-Chemnitz-Saison 08/09..! Damals belegten wir am Ende jedoch nur den 11. Platz. Allerdings von 16 Mannschaften..
Die zweiten 45 Minuten waren kaum angebrochen, da zückte Schiri Oslizlok die insgesamt zweite
des Spiels. Da diese jedoch ein und demselben Spieler galt, durften die Gäste diese Partie nun für mindestens 42 Minuten in Unterzahl bestreiten.
Diese Karte (Foul Hilgenberg an Wolf in der Nähe der Mittellinie) bewerteten beide Parteien nach dem Spiel übrigens als völlig überzogen!
Doch auch mit einem Mann mehr vermochten die Gastgeber es nicht, dieser Partie ihren Stempel aufzudrücken. Ein Kluge-M-Freistoß wurde von der gastgebenden
geklärt (54.).. Zwei Hilgenberg-ähnliche Foulspiele (an Miersch/Lein) wurden nicht geahndet (50./57.).. Zehn Minuten nach dem Platzverweis wechselte Trainer Hennig dann doppelt. Für Matuschek/Kluge D. kamen Kokott/Häuser in die Partie. Da wir ein Mann weniger waren, änderte sich gezwungenermaßen auch unser System. Aus einem angedachten 4-4-2 wurde nun ein 3-4-2.
Was folgte war eine Chance der Platzherren. Doch eine Kombination über deren rechte Angriffsseite endete einmal mehr bei Wolf im Lichtenberger Abseits (62.)..
Und als Miersch Sekunden später eine Ecke von der rechten Seite herein trat, wusste Keeper Mißbach schlimmeres zu verhindern (65.).. Die taktische Ordnung auf dem Feld schwand in diesen Spielminuten zusehends. Gerade in der gastgebenden Defensive herrschte nun immer mehr das Chaos vor anstatt die von Trainer Kahlert sicher vorgegebene Disziplin. Als LSV-Linksaußen D. Thieme in der 69.Minute Gegenspieler Kohl rüde von hinten foulte, bekam er vom Schiri dafür nur den
gezeigt. Den folgenden Freistoß trat Miersch recht flach in den Lommatzscher Strafraum herein, Häuser kam als Erster mit dem Kopf ran – und konnte mit Wucht den Ausgleich herstellen (70.)!
Knapp 4 Minuten danach bot sich Stürmer Wolf eine weitere Konterchance. Kosbab war in dieser Szene zu weit aus seinem Kasten geeilt, doch ein versuchter Heber des Angreifers „hoppelte“ hier nur über die Lichtenberger Grundlinie ins Aus..
Nachdem beide Torhüter in den folgenden Minuten noch einmal gezeigt hatten weshalb sie zwischen ihren Pfosten standen, fuhren wir noch einen Angriff über Timmel und Häuser. Hüter Mißbach wehrte ab, Miersch versuchte sich im Nachschuss, Mißbach konnte erneut abwehren und Miersch versenkte in seinem zweiten Versuch zur 2:3-Führung wenige Sekunden vor dem Ende!
Danach kam nichts mehr vom Gastgeber und wir hatten wirklich den Dritten Auswärtserfolg in Serie geschafft. Unglaublich. <<<---- ![]()
P.S.: Euer Erzähler trat nun seinen Heimweg an. Aber nicht etwa über die offizielle 80-KM-Anreisestrecke. Die war ihm zwar bekannt, aber auch zu lang. Vielmehr führte ihn sein Weg zuerst ein Stück in Richtung Westen bevor er seine Route dann nach Süden einschlug. Dieser Weg führte ihn aber auch durch Gegenden, welche vermutlich nie zuvor ein Mensch gesehen hatte. Aber kürzer war´s, das allein zählte! ![]()
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