Also, zunächst einmal war die Fandemo damals nicht von Hooligans anberaumt, sondern kam damals eher aus der Ultraszene rund um Pro15:30 und Kein Kick ohne Fans.
Das Pokalfinale erschien als guter Termin, da dadurch neben den lokalen Vereinen ein Großteil der Fanszenen zweier Bundesligisten vor Ort war.
Positiv war tatsächlich, daß Fans unterschiedlichster Vereine friedlich (und lautstark!) für eine gemeinsame Sache demonstrierten. Damals nannte man beispielsweise häufig, daß anwesende BFC Dynamo- und St. Pauli-Anhänger als vermeintliche Gegensätze friedlich nebeneinander herliefen.
Durchwachsen fand ich damals die Berichterstattung. In den Berliner Medien fand es seinen Weg nur als Nebenbemerkung zum Pokalfinale, bundesweit wurde es kaum erwähnt.
Enttäuschend war aus meiner Sicht die Teilnahme. Großzügig geschätzt kamen damals max. 4000 Leute. Und das von einem Personenkreis, der sich selbst als Subkultur innerhalb der Volkssportart Nummer Eins in diesem Land wähnt. Von den Finalteilnehmern waren nicht sehr viele vor Ort (Schalke und Leverkusen, wenn ich nicht irre). Die großen Berliner Fanszenen (Hertha, Union, BFC) waren zwar vor Ort, aber auch nicht zahlreich im Verhältnis zu ihren Möglichkeiten. Von weiter entfernt kamen, mit Ausnahmen, nur wenige größere Gruppen, den meisten schien der Weg "nur für eine Demo" anscheinend zu weit. Und das trotz großer bundesweiter Werbetrommel.
Grundsätzlich war es sicherlich als Erfolg zu werten, auch wenn es keine unmittelbare Wirkung gab. Will damit nur andeuten, daß so etwas im größeren Rahmen auf die Beine zu stellen, ein nicht unerhebliches Maß an Einsatz vieler Personen mehrerer Fanszenen bedarf.
Ohne damit jetzt jemanden abschrecken zu wollen. :naja: