Eintracht Emseloh - Aufbau Eisleben 11:0 (4:0).

  • Schon lange geplant, gestern endlich umgesetzt: unser Besuch bei Vitezslav Bina, der in den "nuller Jahren" weit über 100 Landesliga-Tore für unseren VfL erzielt hat. Sportlich war das alles ziemlich einseitig, aber so hatten wir (sammy und ich) einfach mal einen wunderschönen, stressfreien Tag:


    Landesklasse Sachsen-Anhalt Staffel 4 (8. Liga)
    SV Eintracht Emseloh - BuSG Aufnbau Eisleben 11 : 0 (4:0).


    Die Torschützen erspare ich mir. Vitezslav Bina erzielte das 3., 4., 5. und 7. Tor. Er führt mit jetzt 23 Saisontoren ganz klar die Torschützenliste der Staffel an.


    Auf fussball.de steht 40 zahlende Zuschauer. Gezählt waren in Spitzenzeiten bis zu 70 Leute anwesend.


    Vor dem Spiel die lange Reise für etwas Kultur genutzt, mit einem Ausflug zur Kaiserpfalz Memleben (da hatte ich etwas mehr erwartet) und zur "Arche Nebra", wo wir gern etwas länger geblieben wären. Aber die Zeit verging...


    Auf dem Parkplatz mehrere PKW mit westfälischen Kennzeichen: Wettkampftag auf der Kegelbahn.


    Gespielt wurde auf dem Kunstrasen im Friesenstadion zu Sangerhausen. Also wieder mal einen neuen ground geholt. Eine großzügige Anlage mit mehreren Plätzen, ähnlich windanfällig wie das "Willy" in Copitz. Das war aber gestern kein Thema - es war zwar kühl, aber ich hab mir im Winter schon bei bedeutend schlechterem Wetter Fußballspiele angeschaut.
    Die Gäste aus dem Tabellenmittelfeld mit 12 Spielern angereist, der Gastgeber hatte insgesamt 14 zur Verfügung. Von der ersten Minute an war klar, wer hier als Sieger vom Platz gehen würde. Lange Zeit leisteten die Eislebener aber ensthaft Widerstand. Nach einer Viertelstunde wurde die vielleicht schönste Kombination des ganzen Spiels vom Torhüter per Foul gestoppt. Gelbe Karte, Elfmeter, 1:0. Aber in dieser Phase wirkten die Emseloher insgesamt noch etwas zu umständlich. Erst in den letzten Minuten vor der Pause klingelte es dann wieder. "Bines" erster Treffer zum 3:0 mit Folgen: seinen Schuss von der Strafraumgrenze wehrte ein Abwehrspieler mitten im Strafraum klar mit der Hand ab. Den abprallenden Ball verwertete ein Kollege ins Netz. Jetzt ging die Fahne des SRA nach oben: dieses Tor konnte nicht zählen, weil der Schütze im Abseits stand, also Elfmeter, klare Sache. Aber glatt "Rot" für das Handspiel fand ich arg übertrieben, selbst wenn es regeltechnisch korrekt war. Den Elfer verwandelte Bina dann selbst, weil er ihn herausgeholt hatte - zuvor hat er weder in Pirna noch in Emseloh jemals einen seiner vielen Treffer vom "Punkt" erzielt.
    Zwei Minuten später das vielleicht schönste Tor, ein Kopfball von "Bine" nach weiter Flanke. Doch noch war nicht Halbzeit, auf der anderen Seite gerieten dann irgendwie die beiden Spieler mit der Nummer 11 aneinander. Ich habe da leider den Auslöser nicht mitbekommen. Jedenfalls hatten der Schiedsrichter und sein Assistent die Sache dann so weit beruhigt, dass das Spiel mit Einwurf für Eisleben fortgesetzt werden sollte. Doch der 11er von Eisleben namens Mohammed meckerte weiter, sah dafür Gelb und schubste nach ausgeführtem Einwurf dann seinen Gegenspieler im gegnerischen Strafraum so plump weg, dass der Schiri gelbrot zücken musste. Es ging also elf gegen neun weiter. Der Gästeanhang fühlte sich verschaukelt, obwohl rein regeltechnisch dem Schiri hier nichts vorzuwerfen war.
    Das Spiel hatte nach der Pause nicht mehr viel mit wirklichem Fußball zu tun. Schon nach 62 Minuten stand es 9:0, am Ende waren es elf Tore. Die Gäste wussten nicht so recht, ob sie nun konsequent am Strafraum stehen oder mitspielen wollten. Heraus kam so ein Mittelding - das war gegen eine Mannschaft, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten gut den Ball laufen ließ, tödlich. Dazu wurden einige der Gegentore noch durch klare individuelle Fehler aufgelegt (das elfte durch den dribbelnden Torwart). Da konnte es sich Emseloh seinerseits leisten, auch aus aussichtsreichen Positionen einfach mal zu vergeben. Wie gesagt, die zweite Hälfte war kein wirkliches Fußballspiel mehr, wie man es sich unter Wettkampfbedingungen vorstellt.
    Der beinahe schönste Teil des Tages dann in der Gaststätte mit Bina, dem anderen Tschechen Lukas Schüt und den Raev-Brüdern, also den Leistungsträgern bei Emseloh. Da wurde natürlich über alte Zeiten geplaudert, ebenso wie über die Fußball-Gegenwart. Lukas Schüt spielte einst in Most erste Liga, an das Spiel gegen Teplice vor über 12000 Zuschauern am ersten Spieltag 05/06 erinnerten wir uns beide noch.
    Emseloh ist nun zwar Spitzenreiter, aber für einen möglichen Aufstieg fehlt dem "Dorfverein" trotz eines potenten Sponsors wohl Geld und Personal. Außerdem soll der heimische Rasen eher einem Acker gleichen (den geplanten Ausflug dahin haben wir zeitlich nicht hinbekommen). "Bine" fühlt sich dort sichtlich wohl, er hat dort jetzt seinen Lebensmittelpunkt gefunden. Wir werden weiter in Kontakt bleiben!

    "Der natürliche Grundzustand des Fußballfans ist bittere Enttäuschung - egal, wie es steht!"
    Nick Hornby

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