Nach vier Niederlagen und und 365 Minuten ohne Tor waren meine Erwartungen an das Spiel zwischen dem Halleschen FC und dem VFC Plauen natürlich minimal. Plauen nach (glücklichen) Siegen über Leipzig und Chemnitz auf dem aufstrebenden Ast.
Doch es würde ganz anders als erwartet kommen. Der VFC kriegt Anstoß und nach wenigen Sekunden hat der HFC dank eines Plauener Fouls Freistoß. Der Ball wird nach rechts zum jungen Seipel (heute mit 2 falschen Einwürfen) gespielt. Der stürmt bis zur Grundlinie, passt in die Mitte und Fährmann trifft nach 23 Sekunden zum 1:0 - unglaublich! Plauen verpennte den Start komplett. Das 2:0 nach 10 Minuten eine Kopie des ersten. Seipel marschiert über rechts und macht eine Eingabe in die Mitte, die kurz abgewehrt wird. Kunze nimmt den Abpraller und hat bei seinem Schuss Glück, dass er abgefälscht wird. Kurz darauf hatte Plauen Glück als Risch einen Gröger-Kopfball von der Linie klärte. Danach die ersten Vogtländer Lebenszeichen: Fahrenholz köpft vorbei, Zapyshnyi trifft völlig freistehend das Tor nicht. Nach einer halben Stunde bereits die Vorentscheidung, als Wojtala den Torschützen Kunze schickt. Der gibt vor Okrucky uneigennützig zu Wojtala zurück und der hat keine Mühe - 3:0! So wurden die halleschen Akteure wie selten zuvor mit Applaus und Jubel in die Kabine geschickt. Nach der Pause scheiterte Wojtala per Kopf an Okruckys Glanzparade - Edit: Laut MDR an den Pfosten, ich dachte den hätte Plauens-TW gekratzt. Auch Schulze mit einem Schüsschen und Seipel direkt vor dem Torhüter vergaben Chancen auf beiden Seiten. Römer probierte es aus aussichtsloser Position, dankbare Aufgabe für den eigentlich nicht spielberechtigten Keeper, dem vor 2 Wochen zwei Platzverweise verwehrt wurden. Doch nun legte Halle noch mal nach - Gleis mit einem Zuckerpass auf Kunze, der erneut als Vorlagengeber, dieses mal für Römer, 4:0. Anschließend verballerten Reimann und Noll noch gute Möglichkeiten für den VFC. Anschließend versenkte Gleis eine Eingabe von Noll in die eigenen Maschen. Das war es dann auch - der HFC siegt verdient mit 4:1 und ist wohl wieder lebendig und das ausgerechnet gegen Plauen!
Bei der Pressekonferenz war aus Schößler schon gar keine Aussage mehr rauszukitzeln. Aber lieber soll "Kurt" mit der Mannschaft reden, anstatt große Reden vor den Medien zu schwingen (siehe Müller). Persigehl sah die Ursache für die Pleite überhaupt nicht in den Unruhen der letzten Woche, sondern nur in den ersten 10 verpennten Minute.
Anschließend wurde Lindemann überraschend nach Jena verabschiedet. Der erfolglose sportliche Leiter legt am 30.11. sein "Amt" in Halle nieder und wird für den FCC als Scout arbeiten und Talente in Zusammenarbeit mit Holetschek & Weber suchen. Schädlich sprach von einem länger geplanten Abschied und lobte Lindemann für seine Arbeit und sprach ihm seinen Dank aus. Lindemann gab zu sich die Aufgabe einfacher vorgestellt zu haben und sprach von 4 vorliegenden Angeboten im Sommer.
Fazit: Endlich mal wieder ein gelungener Fußballnachmittag mit dem HFC, wo auch phasenweise guter Fußball gespielt (!) wurde. Die Stimmung war selten so positiv und angenehm. Sicherlich ist der Aufstieg nicht machbar dieses Jahr, aber wenigstens trägt ordentlicher Fußball zur verbesserten Stimmung bei. Schößler ist nun in der Oberliga beim HFC angekommen! Allerdings hat es Plauen dem HFC heute auch nicht allzu schwer gemacht. Auch der Schiri pfiff zu meiner Überraschung neutral. Somit hat der HFC die gestraften aus Dessau, Chemnitz und Leipzig gerächt.
Hallescher FC - VFC Plauen 4:1 (3:0)
Tore: 1:0 Fährmann (1.), 2:0 Kunze (10.), 3:0 Wojtala (33.), 4:0 Römer (74.), 4:1 Gleis (81./ET)
HFC: Küfner – Pietsch, Gleis, Gröger, Kamalla – Seipel, Wanski (65. Georg), Wojtala, Wille – Fährmann (28. Römer), Kunze (87. Endres)
VFC: Okrucky – Fahrenholz, Hujdurovic, Noll, Gillert (55. Berger) – Risch (82. Persigehl), Stiefel, Hölzel, Schulze – Reimann, Zapyshnyi
Zuschauer: 1.017 (max 200 Plauener mit "Wir sind Zapy"-Plakat bezugnehmend auf die vergangenen Ereignisse)