"Das Chaos ist perfekt"

  • Nachfolgend ein Beitrag aus dem "Kicker".


    Am vergangenen Wochenende trafen sich in Frankfurt Vertreter von 16 europäischen Landesverbänden in Frankfurt, Anlass war der internationale Lehrgang für Schiedsrichter-Beobachter. Der allgemeine Tenor: Alle richten sich bei der Interpretation des neuen Abseitstextes an der deutschen Sichtweise, die übrigens auch von der UEFA schriftlich an ihre Mitgliedsländer weitergegeben wurde.


    Einige äußerten sich verwundert, dass sie auf ihre schriftliche Anfrage bei der FIFA, wie denn bitteschön der Weltverband die Regel genau verstehe, keine Antwort bekommen hätten. Jetzt sagt Generalsekretär Dr. Urs Linsi erstmals, dass die Erfahrungen beim U-20- WM und Confed-Cup "sehr positiv" gewesen seien.Das heißt: Wie beim Turnier in Deutschland praktiziert, sollen Assistenten im Normalfall erst die Fahne heben, wenn ein im Abseits postierter Spieler den Ball berührt hat. Dies besagt die Regel elf in ihrem ersten Teil.


    Passus zwei aber sieht einen Spieler auch dann strafwürdig im Abseits, wenn er einen Gegner "nach Ansicht des Schiedsrichters behindert, täuscht oder ablenkt". Und hierauf bezieht sich der DFB. In diesem Sinne haben der Vorsitzende Volker Roth und Lehrwart Eugen Strigel iher Schiedsrichter geschult, in diesem Sinne zeigen diese wiederum möglichst noch vor Saisonbeginn den Profivereinen eine DVD mit Lehrbeispielen, damit Spieler und Trainer wissen, wie die Regel ausgelegt wird. Alles in dem Wissen, dass die Möglichkeit besteht, dass sie vom Weltverband wieder zurückgepfiffen werden können - wenn dieser auf seine Vorgabe vom Confed-Cup deutlich beharrt. "Wenn von der FIFA die Anweisung kommt, dass wir die Regel anders auslegen müssen, dann werden wir euch noch einmal zu einem Kurz-Lehrgang nach Frankfurt holen", sagte Strigel seinen Leuten vor zehn Tagen.


    Durch Linsis Aussagen sieht der Lehrwart diesen Fall allerdings noch nicht gegeben. "Wenn ein Abwehrspieler einem im Abseits befindlichen Stürmer nachlaufen muss, dann greift dieser ins Spiel ein. Das lässt die Regel zu, und so werden wir nächste Woche in der Bundesliga anfangen zu pfeifen."

    Fußball ohne Schiedsrichter? - U N M Ö G L I C H ! -

  • ... und hier einige Reaktionen auf die vom IFAB in Kraft gesetzten "Regelpräzisierung":


    Thomas Strunz (Wolfsburg): "Das ist der Höhepunkt einer Diskussion, die am Ende ins Nichts führt. Abseits bleibt doch Abseits - man hätte den Spielern ein paar Laufwege ersparen können."


    Giovanni Trapattoni (Stuttgart): "Ich bin für die alte Regelung. Bei der neuen ist die Irritation für Torhüter und Abwehr zu groß. Außerdem ist sie für die Leute schwierig nachzuvollziehen."


    Klaus Augenthaler (Leverkusen): "Wer ist die FIFA? Haben die mal Fußball gespielt? Wir Aktiven müssen nun aufpassen, was passiert. Und in der täglichen Arbeit gegebenfalls darauf reagieren."


    Wolfgang Wolf (Nürnberg): "Die Leute, die diese Regelung eingeführt haben, müssen Feinde des Fußballs sein. Ich kann nur hoffen, dass sich weltweit Widerstand gegen diesen Blödsinn regt. Mir tun die Schiedsrichter leid, die ohnehin schon einen schweren Job haben. Man stelle sich folgendes vor: Ein Stürmer spurtet 30 Meter zum Ball, die Abwehrspieler grätschen ihn um, und erst dann darf der Schiedsrichter auf Abseits entscheiden. Wenn Herr Blatter dies begrüßt, sagt er auch Ja zu einem höheren Verletzungsrisiko."


    Kurt Jara (RB Salzburg): "Bei uns pfeift der eine so, der andere so. Nach der FIFA-Anordnung ist es so, als wenn man heute geblitzt und drei Tage später angehalten wird!"


    Ralf Loose (FC St. Gallen): "Auch nach zwei Spieltagen ist keine Linie erkennbar. Mal wird so gewunken, mal so. Das ist nicht tragbar."

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  • Zitat

    Kurt Jara (RB Salzburg): "Bei uns pfeift der eine so, der andere so. Nach der FIFA-Anordnung ist es so, als wenn man heute geblitzt und drei Tage später angehalten wird!"


    :biggrin: :lach: :rofl: :freude: :razz:



    Aber es führt ja nur zum Unverständnis der Zuschauer!
    Lass mal da 50.000 im Stadion haben,Abseits und das aber erst 3-4 Sekunden später als er im Abseits stand!


    Von den 50.000 sind 40.000 Heimfans,und wiederum von denen springen 38.000 auf,weil die mit der Regel nicht klar kommen!
    Das gibt nur Ärger!
    Und wer bekommt den Ärger in erste Linie ab?
    Die Schiedsrichter!

  • Zitat

    Original von Zero Mentality


    Von den 50.000 sind 40.000 Heimfans,und wiederum von denen springen 38.000 auf,weil die mit der Regel nicht klar kommen!
    Das gibt nur Ärger!
    Und wer bekommt den Ärger in erste Linie ab?
    Die Schiedsrichter!


    das sehe ich gar nicht mal so schlimm an, ab einer bestimmten fanzahl ist das spiel eh halbwegs abgesichert. was passiert aber in den unteren ligen, wenn es beim hochbrisanzderby kleinkleckersdorf gegen hinterwald-dodesleben zu 40m sprints kommt? evtl. gibt es nicht mal linienrichter bzw. selbige werden aus den zuschauern rekrutiert.
    da wird es wohl einige opas (*) geben die nach dem spiel in der gewaltaeter sport datei stehen 8O


    (*) das sind eh immer die schlimmsten :rofl:

  • Zitat

    Original von Uwius
    Jetzt sagt Generalsekretär Dr. Urs Linsi erstmals, dass die Erfahrungen beim U-20- WM und Confed-Cup "sehr positiv" gewesen seien.Das heißt: Wie beim Turnier in Deutschland praktiziert, sollen Assistenten im Normalfall erst die Fahne heben, wenn ein im Abseits postierter Spieler den Ball berührt hat.


    Ich verstehe nicht welche positiven Erfahrungen Dr. Urs Linse meint.

    Mir doch egal wer dein Vater ist, wenn ich hier angle wird nicht über`s Wasser gelaufen !

  • Er meint,dass es positiv ist dass die Schiedsrichter nicht "umgenietet" wurden!
    Was vielleicht der einzige positive Aspekt der ganzen Sache ist!


    Die Mickeymousekacke derer,die sich sowas einfallen lassen,muß der Schiedsrichter als kleiner Bediensteter ausbaden!


    Aber dennoch wird es sicher nicht die letzte Kontroverse gewesen sein die sich ein Pseudosportler einfallen lässt!