Energie Cottbus: Überblick einer Leidensgeschichte

Sportlich schwierige Zeiten sind auch für eine so eingefleischte Fanszene, wie sie in Cottbus Zuhause war, alles andere als einfach und stellt die Vereinstreue auf die Probe. Der ein oder andere dürfte sich da über die Jahre vom Verein und dem Sport als solchen abgewendet haben, beispielsweise um das verlorene Glück beim Glücksspiel in einem Casino mit einem Bonus ohne Einzahlung zu suchen. Viele blieben dem Verein aber auch treu und finden auch heutzutage, Jahre nach den erfolgreichsten Zeiten des Vereins, regelmäßig ihren Weg ins Stadion der Freundschaft, dem Fußballtempel der Cottbuser Mannschaft. Wir haben einmal einen Blick auf die letzten Jahre dieses Traditionsvereins geworfen.

Gründung

Zugegeben, es gibt durchaus Vereine, die schon wesentlich länger existieren. Dennoch ist die den Cottbussern ihre Historie und Tradition aber keineswegs abzusprechen. Es handelt sich um eine feste Größe in der Fußballlandschaft des Ostens in der Bundesrepublik. Gegründet wurde der Verein Energie Cottbus ursprünglich im Jahr 1963, damals noch unter dem Namen SC Cottbus. 1966 erfolgte dann die Umbenennung in BSG Energie Cottbus. Das BSG stand dabei für Betriebssportgemeinschaft. Bis zum Mauerfall spielte der Club insgesamt 21 Jahr lang in der DDR-Liga. 1990 folgte dann die erneute Umbenennung zum FC Energie Cottbus. So heißt der Verein auch seit jeher. Über die Jahre sind die Vereinsfarben stets gleichgeblieben und sind auch heute noch rot und weiß.

Erste Erfolge

Unter dem neuen Namen erfolgte ein eher holpriger Start, belegte man in der Saison 1990/91, die in der ersten Saison nach der Vereinigung des Landes war, doch nur den vorletzten Platz. Den Sprung in den Profibereich des deutschen Fußballs verpasste man somit. Nachdem auch die Fußballwelt beider ehemaliger Länder wieder zusammengeführt wurde, fand man sich in Cottbus nach der Eingliederung in der Amateur-Oberliga wieder. Seiner Zeit war dies die dritthöchste Spielklasse und somit also nicht zu unterschätzen. 2 Spielzeiten später erreichten die Cottbuser dann den zweiten Platz in der finalen Tabelle. Zu ihrem Glück konnte Union Berlin keine erforderliche Lizenz vorweisen, die ihnen als Meister den Weg in die 2. Liga und damit in den Profifußball geebnet hätte. Nun war Energie Cottbus am Zug und durfte um einen Platz in der nächsthöheren Liga spielen. Der Sprung in die zweite Liga wurde zwar nicht geschafft, nachdem man an Zwickau und Brandenburg scheiterte, etwas Gutes hatte das Ganze aber dennoch. Zu dieser Zeit wurde nämlich die heute noch etablierte Regionalliga geschaffen, in die Cottbus nun hineinrutschte. Positiv daher, weil eine Serie der Unbesiegbarkeit Einzug halten sollte. So dauerte es ganze 57 Spiele, ehe sich Energie wieder einmal geschlagen geben musste. Damit konnte die Saison 1996/97 mit überragenden 82 Punkten abgeschlossen werden. Folgerichtig ging damit auch der Meistertitel einher. Der bis dato größte Erfolg der Vereinsgeschichte war erreicht.


Das sollte aber noch einmal übertroffen werden, als auch die Ex-Bundesliga-Mannschaft aus Hannover in zwei überaus packenden Spielen hinter sich gelassen werden konnte, um die Qualifikation für die zweite Liga perfekt zu machen.


Die Saison 1996/97 war aber nicht nur in der Liga von großen Erfolgen geprägt. Energie gelang es in dieser Spielzeit nämlich darüber hinaus auch, eine noch viel größere Überraschung wahr werden zu lassen. Lediglich eine Woche nach dem Aufstiegs-Krimi gegen Hannover 96 erreichte Cottbus das Finale des DFB-Pokals. Damit war die Mannschaft erst die zweite aus dem Amateurbereich, welche diesen Sprung schaffte. Das Finale ging dann verloren, was allerdings im Vorfeld schon sehr zu erwarten war. Schließlich hieß der Gegner VFB Stuttgart, die mit namhaften Spielern wie Fredi Bobic oder Giovane Élber nach Berlin reisten und das Finale im Olympiastadion mit 2:0 für sich entscheiden konnten.

Zeit in der 1. Bundesliga

Nachdem der Aufstieg in die 2. Liga perfekt gemacht werden konnte, dauerte es noch drei weitere Jahre, ehe in der Saison 1999/00 dann der Aufstieg in den deutschen Fußball-Olymp geschafft wurde. Hier gelang es dann zwei Jahre lang die Klasse zu halten, ehe als Tabellenletzter der Saison 2002/03 der erneute Abstieg in die 2. Liga hingenommen werden musste. Es folgte ein Jahrzehnt, in dem es nach drei erneuten Jahren im Unterhaus wieder drei Jahre in der 1. Spielklasse folgten. 2009 folgte dann der erneute Abstieg als 16. in der Tabelle. Was folgte war der komplette Abstieg – nicht nur im sportlichen, sondern auch im wörtlichen Sinne. Nach vier Jahren in der 2. Liga folgte der Abstieg in die 3., ehe es zwei weitere Jahre später noch weiter herunter in die Regionalliga-Nordost ging. Nach einem erneuten kurzen Zwischenspiel in der dritten Liga in der Saison 2018/19, ging es dann wieder runter in die Regionalliga, wo sich der Verein auch heute noch befindet.

Ausblick

Über die Jahre machte sich das sportliche Geschehen natürlich auch in den Zuschauerzahlen bemerkbar. Lagen die Zuschauerzahlen während der Saisons in der ersten Liga noch bei rund 16.000 Menschen, so liegt die Zahl in der Spielzeit 2021/22 nur noch bei etwa 4.000 Zuschauern. Eine Folge, die ein sportlicher Abstieg notwendigerweise mit sich bringt. Dennoch ist der Verein keineswegs am Ende. In der Liga führen Sie mit diesem Zuschauerschnitt die Liga an. Hier zeigt sich also, dass es trotz der sportlich eher mäßigen Aussichten noch immer eine sehr treue Anhängerschaft gibt, die der Mannschaft in guten wie in schlechten Zeiten den Rücken stärkt.


Im Osten ist der FC Energie Cottbus auch heute noch eine beständige Größe, die man nicht aus dem Blick verlieren sollte. Schließlich ist in der Welt des Fußballs alles möglich, sodass auch ein angezählter Verein in wenigen Jahren schon wieder in den oberen Gefilden der deutschen Liga angesiedelt sein kann. Genau diese Wandelbarkeit ist es ja auch, die den Fußball mit all seinen Facetten zu schönster Nebensache auf der Welt macht.

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