Unsere Jungs wollen die »Barone« schlagen
Da die Begegnung des amtierenden Spitzenreiters aus Magdeburg ins Wasser fällt, können die Leutzscher am Sonntag endlich die Führung im Staffelrennen übernehmen. Zwar müssen sie neben den lädierten Boltze, Seifert und Semmer auch auf eine lebende Mauer namens Köckeritz verzichten, zwar müssen Lonzens Leute die Rasenheizung auch wirklich anschmeißen, doch der erforderliche »Dreier« sollte möglich sein.
Aber Achtung! Die Kontrahenten aus dem Dresdner Norden haben eine bemerkenswerte Entwicklung hinter sich: Vereinsgründung im Sommer 1992, sächsischer Meister im Sommer 1996. Seither würfeln sie immer mal wieder die Oberliga durcheinander. Im Oktober 2002 hätten die Schützlinge des sportlichen Direktors Thomas Baron fast unseren letzten Aufstieg vermasselt. Zweifellos besitzen die Dresdner das Leistungsvermögen, jeden Gegner in dieser Klasse zu schlagen. Sie verfügen über junge und hungrige Spieler, die meistens aus dem eigenen, 1994 gegründeten Internat stammen.
Die Einrichtung ist eine interessante Sache. Dort erhalten 50 Talente die Chance, unter optimalen Bedingungen zu trainieren und sportlich zu leben. Gemäß den Konzepten des Holländers Wiel Coervers stehen keine schnellen Erfolge, sondern die Förderung und Entfaltung der individuellen Fähigkeiten jedes einzelnen Jungen im Vordergrund. Die Stichworte lauten Ballgefühl, Kreativität und Freude am Spiel - Ajax Amsterdam an der Elbe.
Die Ausbildung junger Spieler genießt einen hohen Stellenwert im Dresdner Norden, und beinahe alle Nachwuchsteams treten in der höchsten Spielklasse ihrer Altersklasse an. Aber auch die eigenen Männer profitieren von der besonderen Strategie des Vereins. In dieser Saison hatten nicht nur unsere Männer, sondern auch Halberstadt, Magdeburg und Plauen große Probleme, die Dresdner aus dem naturellem Jägerpark zu schlagen. Obwohl die »Barone« nur einen einzigen Zähler vor dem Tabellenkeller stehen, können sie jederzeit einen Favoriten ärgern, um letztendlich die Klasse zu halten.
Aus diesem Grund wurde vor wenigen Wochen auch Rico Hanke engagiert, der bereits in der letzten Auseinandersetzung im Dezember für die »Nordlichter« doppelt traf. Wenn darüber hinaus die Leutzscher verhindern können, dass Heinisch seinen siebenten Saisontreffer macht, dann haben wir gute Chancen, am Sonntag die Tabellenspitze - vielleicht für die ganze Restsaison - zu übernehmen.
Voraussichtliche Aufstellungen:
FC Sachsen Leipzig: Twardzik - Wejsfelt, Ogungbure, Baum - Garbuschewski, Kittler, Ferl, Soltau - Watzka, Breitkopf, Fischer
FV Dresden-Nord: Moritz - Dietze, Jugo, Gaunitz, Georgi - Hecht, Kostadinov, Scholze, Pfeffer - Hanke, Streiber