Globale Weltwirtschaft - globaler Weltmarkt - globaler Wettbewerb,
das sind doch alles Vokabeln die nur dazu dienen, den unsozialen
Umschichtungsprozeß des Kapitals ein Mäntelchen umzuhängen.
Letztlich geht das Geld (das Kapital) ja nicht ins Nirwana, sondern
wird nur von unten nach oben umverteilt.
Der Gang einiger Firmen ins Ausland dient doch nicht in erster
Linie dazu, näher am Kunden zu sein. Es geht schlicht und ergreifend darum, daß in gewissen Ländern das Lohnniveau, die Arbeitsschutzauflagen, die Umweltschutzauflagen, die Steuern u.a. bedeutend günstiger für die betreffende Firma sind. Nur verkaufen möchte man die Produkte natürlich nicht am Ort der Produktion (wie auch, von den paar Kröten kann sich in China der Arbeiter nun mal keinen VW kaufen), sondern zu gewohnt fetten Preisen in Deutschland...
Und da beißt sich die Katze in den Schwanz, das kann langfristig nie funktionieren.
Sieht man einmal von ganz anderen, unerwarteten Problemen ab, welche auf eine Firma zukommen können: die Qualität stimmt nicht mehr, man muß die Transporte mit Konvois und Wachdiensten absichern wegen der Kriminalität, man muß Mafiaschutzgelder zahlen, man steht von einem Tag zum anderen vor neuen Gesetzen des Gastgeberlandes usw...
Irgendwann kommen im neuen Gastgeberland auch die Billigarbeitskräfte dahinter, daß sie eigentlich für ihre Arbeit viel zu wenig verdienen und das ganze Spiel beginnt an einem anderen Ort von neuem...
Ich zitiere eine interessante Aussage aus dem "Spiegel":
"Mittlerweile entwickelt sich der Wettbewerb zu einem Monster, der eine gefährliche Eigendynamik in Gang gesetzt hat. So ziemlich JEDE SOZIALPOLITISCHE SAUEREI läßt sich heute mit dem Verweis durchziehen, daß dies der Wettbewerbsfähigkeit diene. Mehr an Erklärung bedarf es nicht mehr. Kritisches Hinterfragen findet nicht mehr statt. Es dürfte noch spannend werden ( obwohl es für die Betroffenen Menschen ziemlich zynisch ist ), wie weit man meint mit dieser Logik gehen zu können. Denn, mit dieser Logik könnte man eines Tages auch die Wiedereinführung der Kinderarbeit, den 16-Stundentag, den britischen poor Law Act von 1846 etc. wieder einfordern. Solange es nur der Wettbewerbsfähigkeit dient. Auf diesem Altar kann man mittlerweile alles opfern. Alles nur eine Frage der Zeit, dann wird ein Tabu nach dem anderen eingerissen und mit kleinen unscheinbaren Schritten fängt es meist an. Es kann einem Bange werden wenn man sich ausmalt, wie dereinst die Gesellschaften aussehen werden, wenn man weiterhin so blindlings dieser Wettbewerbsideologie folgt. Von den ehemals sozialen Errungenschaften, die doch in einem erheblichen Maß zu einer humaneren, zivilisierteren Gesellschaft geführt haben, trennt man sich nun wieder Schritt für Schritt. Die bittere Ironie dabei ist, daß dies auch noch als Fortschrittlich verkauft wird.
Dieser Wettbewerbskapitalismus wirkt sich immer destruktiver auf die Gesellschaften aus. Aber spätestens dann müßte er kritisch hinterfragt werden. Müßte darauf geschaut werden wohin dies letztlich führt und wer denn in Wahrheit von dieser Ideologie profitiert. Das dies nicht geschieht, daß die Regierungen unfähig geworden sind ( oder waren sie es vielleicht schon immer? ) sich Alternativen zu öffnen oder zumindest zu suchen, im Interesse des Allgemeinwohls zu handeln, zeigt im Prinzip, wie krank und morsch die angeblich doch so hehren westlichen Demokratien in Wahrheit geworden sind. Längst stehen Partikularinteressen über den Interessen des Allgemeinwohls und entsprechend zeigt sich dies in Gesetzen und Verordnungen – von den angeblichen Reformen ganz zu schweigen."
Ja und noch eine saublöde Frage (hat jetzt mit Hartz 4 nix zu tun):
Wer sagt denn eigentlich, daß bestimmte natürliche Ressourcen (wie
Erdöl und andere Bodenschätze) EINEM Konzern gehören, der damit die
restliche Menschheit erpressen kann und nicht der gesamten menschlichen
Gesellschaft ?
Wer mit der Axt im sozialen Wald der Gesellschaft umhergeht, wie es derzeit die Großkonzerne unter Zuhilfenahme der Regierung tut, braucht
sich nicht wundern, wenn es mal scharfen Gegenwind gibt.