Also wenn hier schon das Spandauer Kroppzeug rumzuwuchern beginnt, muss das mit dem Loslassen halt noch ein bißchen warten ...
Ich wollte hier eigentlich nicht mehr schreiben, weil mir ganz simpel die Lust dazu nach den beiden ersten Auftritten der Tasmanen vergangen war. Aber siehe da, was alte Feindschaften dann doch wieder an Energie freisetzen können ...
Was in der Hinrunde noch knapp 17 Spieltage benötigte, um meinen Unterstützungs-Akku zu leeren, war jetzt in der Rückrunde nach nur einem Spiel erreicht. Zu heftig war da einfach das Deja-Vu im Spiel gegen Stern 1900, wo man einfach feststellen musste, dass die Leistung der Mannschaft sogar noch schlechter war als in der Hinrunde (ja schlechter noch als bei den Debakeln gegen Füchse oder Köpenick). Ich kann mich überhaupt nicht daran erinnern, wann ich jemals ein Spiel gesehen habe, wo eine Mannschaft keine einzige Torchance über 90 Minuten vorzuweisen hatte. Aber zumindest kann ich mir jetzt ungefähr vorstellen, wie sich die Fans von San Marino so in den verschiedenen Qualifikations-Spielen fühlen müssen: Respekt auf jeden Fall denen, die dann noch weiterhin zu den Spielen kommen - ich tu mich damit immer schwerer.
Gegen Makkabi sah es zwar schon ein bisschen besser aus - aber seien wir mal ehrlich: ein echte Torchance habe ich für Tasmania auch in diesem Spiel nicht gesehen. Und so schließt sich dann für mich ein Kreis in der Kritik, die ungefähr im Hinspiel gegen Makkabi am 3.Spieltag begonnen hat und so auch hier auf den vergangenen 50 Seiten nachzulesen ist: Was aus dieser Mannschaft herausgeholt wird, ist immer noch katastrophal wenig und eine positive Entwicklung ist nicht zu erkennen. Die namhaften Neuverpflichtungen reichen einfach nicht aus, wenn nicht endlich mal die Hausaufgaben erledigt werden.
Beispiele? Beispiele:
- Makkabi schießt beide Tore unbedrängt aus dem 5-Meter-Raum von Tasmania. Eine Deckung oder Zuordnung ist nicht vorhanden. Bereits in der Hinrunde war dieses Phänomen bis zum Erbrechen zu beobachten: ein Freistoß segelt dicht vors Tasmania-Tor und nur die gegnerischen Stürmer orientieren sich vorausdenkend zum Ball hin, so dass scheinbar plötzlich drei Mann allein vor TW Ring auftauchen.
- die ganze Bewegung auf dem Platz wirkt konfus und nicht sehr systematisch. So entsteht auch permanent der Eindruck, dass der Gegner mit mindestens einem Mann mehr auf dem Platz herumläuft. Zweite Bälle oder Abpraller landen so natürlich grundsätzlich beim Gegner. Auch gegen Makkabi steht bei einer Ecke von Makkabi kein Tasmane im Rückraum, um den abgewehrten Ball zu erobern. Ich versteh das nicht, dass lernt man doch in der F-Jugend.
- das gesamte zentrale Mittelfeld ist nicht in der Lage offensive Akzente zu setzen. Das Umschalten dauert zu lange, die Pässe sind zu ungenau und schon wird aus einem eigentlich ziemlich gefährlichen Sturm ein laues Lüftchen. Hier bleiben auch die Personalentscheidungen des Trainers weiterhin rätselhaft: Gegen Stern, wo es gar kein offensives Mittelfeld gibt, wird erst kurz vor Schluss ein offensiver Mann gebracht und gegen Makkabi dieser offensive Mann beim Stand von 0:1 ausgewechselt. Auch das erinnert mich alles fatal an die Hinrunde
-Standardsituationen: Aus ungefähr 10 gefährlichen Standardsituationen (Ecken, Freistöße um den Strafraum herum) entwickelt sich nicht eine gefährliche Szene im Strafraum
etc.
Was ich damit sagen will: Wenn ein Wend genauso wenig Füsse auf den Boden kriegt wie ein Berjawi in der Hinrunde, dann kann das einfach nicht mehr an den Spielern liegen und all die oben genannten Punkte müssten doch wenigstens jetzt langsam besser werden. Dat is doch alles trainierbar!?
Und zu den guten Vorbereitungsergebnissen: Das ist auch wieder wie im Sommer. Da liefen die Vorbereitungsspiele auch ganz gut, bis Abou den Absprung in die Oberliga machte. Danach bekam der Trainer das verbliebene Loch im zentralen Mittelfeld auch nicht gestopft und all das Elend begann. Jetzt genauso: Ohne Abou und/oder einen fitten und besonnenen Boateng (er war sowohl gegen Stern als auch gegen Makkabi gesperrt) ist die Mannschaft entscheident geschwächt. Alternativen sind auch hier vom Coach (so sympathisch er mir inzwischen ist) bis heute nicht entwickelt worden.
So hängt meiner Meinung nach der Überlebensfaden von Tasmania an einem seidenden Faden, der da genauso wie in der Hinrunde heißt: Einzelspieler müssen punktuell über sich hinauswachsen und genügend Spiele für TAS entscheiden. Mit den Neuzugängen dürfte die ANzahl derer, die dafür das Potential haben, gestiegen sein. Ob das reicht ? Wer weiss ! Die Verletzten-Liste: Gramzow, Krause etc. verspricht nichts Gutes.
Aber die Spandauer kriegen wir defintiv noch mal vor die Kanone und spätestens dann bin ich auch wieder voll dabei.