Hier der Bericht aus der Heutigen OZ!!
Die Catic-Elf darf nach dem 1:0-Sensationssieg gegen Union Berlin wieder vom Verbleib in der Oberliga träumen. Christian Donner war der Held des Tages. Unglaublich! Der FC Anker Wismar hat die „Eisernen“ geknackt. Im Oberliga-Duell Letzter gegen Erster setzten sich die tot gesagten Hausherren gestern verdient mit 1:0 (0:0) gegen den Aufstiegsfavoriten 1. FC Union Berlin durch. Eine enorme Energieleistung – für Anker war es das vierte Spiel innerhalb von elf Tagen – machte die Sensation vor etwa 1200 Zuschauern möglich.
Wismar singt und springt: Anker knackt die „Eisernen“
Obwohl zahlenmäßig in der Mehrheit, war von den 700 Union-Fans immer weniger zu hören. Die 500 Wismarer Zuschauer feierten mit ihren Helden, die den dritten Sieg in Serie einfuhren. Minutenlang sangen, sprangen und umarmten sich Spieler und Fans. Die in dieser Saison unerreichte Zuschauerzahl von 1200 unterstreicht die Bedeutung des Spiels. Die Oberliga-Freunde können dem FC Anker dankbar sein, denn durch den Überraschungserfolg ist es an der Tabellenspitze und im Tabellenkeller wieder spannend geworden. „Jetzt wollen wir auch die letzten vier Spiele gewinnen und den Klassenerhalt schaffen“, sagt Verteidiger Daniel Schnee. Nach der Wismarer Neun-Punkte-Woche beträgt der Abstand zum „rettenden Ufer“ nur noch fünf Zähler.
Nicht Wenige wunderten sich über die neue Position von Christian „Rambo“ Donner. Den 25-Jährigen, in den letzten Wochen stets in der Defensive eingesetzt, beorderte Trainer Bego Catic in den Angriff. Ausgerechnet dieser Christian Donner knackte nach 53 Minuten die zweitbeste Abwehr der Liga. Daniel Schnee hatte am schnellsten geschaltet und schickte den neuen Torjäger mit einem weit getretenen Freistoß auf die Reise. Donner lief, schoss und jubelte. Aus spitzem Winkel hatte er Unions Schlussmann überwunden. Die Zeit des Bangens begann. „Noch so ein spannendes Spiel halte ich nicht durch“, meinte Ankers sichtlich erschöpfter Vizepräsident Heiko Moll, der wie viele seiner Vereinskollegen das Glück kaum fassen konnte.
„Bis dahin waren meine Spieler mit den Gedanken noch im Bus. Dann konnten wir den Hebel nicht mehr umlegen. Der Gegner hat stark gespielt“, sagte Christian Schreier nach seiner ersten Niederlage im siebten Spiel als Trainer bei Union. FCA-Trainer Bego Catic führt den Erfolg auf die Arbeit der letzten Wochen zurück: „Wir haben seit zwei, drei Wochen einen guten Lauf. Ich bin froh für den Verein und habe wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt.“ Begleitet wurde das Aufsehen erregendste Oberliga-Spiel der Saison von einem großen Polizeiaufgebot. „Unsere 300 Beamten haben durch ihre starke Präsenz deeskalierend innerhalb und außerhalb des Kurt-Bürger-Stadions gewirkt und somit einen ,ruhigen' Abend verbracht“, bilanzierte der Wismarer Polizeichef Joachim Arlom. Bis 22 Uhr hat es keine Zwischenfälle gegeben.
Geht es nach Ankers Trainer Bego Catic, wird am letzten Spieltag (28. Mai) eine ähnlich große Zuschauerschar in das Stadion stürmen. Dann wollen die Wismarer gegen Türkiyemspor Berlin nämlich doch noch die Klasse halten.
Das Anker-Aufgebot: Zsigry – Rosinski, Goebel (32. Schnee), Radovic, Kählert – Kolak (83. Brunsch) – Simunac, Goreta, Disic – Gashi, Donner (85. Wenzel).
Das Union-Aufgebot: Glinker – Persich, Bergner, Ruprecht – Wunderlich, Spork (70. Guentchev), Kaiser (61. Kurbjuweit), Rogoli – Benyamina, Teixeira.
SR: Tochtenhagen (Strausberg)
Tor: 1:0 Donner (53.)
Zuschauer: 1200