Mal ein Bericht aus neutraler Sicht und des des Trainers!
Victorias Trainer Peter Flaig ist beileibe nicht zu beneiden. Auch im Spiel gegen den Tabellenvierten MSV Neuruppin ließ es seine Mannschaft an Beständigkeit über 90 Minuten fehlen.
„Nach den beiden frühen Gegentoren war meine Mannschaft wie gelähmt und schien Blei in den Füßen zu haben.“ An den vom Neuruppiner Spielführer Enrico Hinzer erzielten Treffern in der 3. und 6. Minute hatte neben seinen Vorderleuten vor allem Torhüter Christopher Ewest eine große Aktie daran. „Ewest war heute erschreckend schwach. Er hat einen rabenschwarzen Tag erwischt“, meinte Flaig.
Doch nicht nur auf ihn war die erschreckende Harmlosigkeit der Seelower in der ersten Hälfte zurück zu führen. Die erleichterte dem Gegner das Spielen immens. Die Seelower Abwehr war leicht auszurechnen und nur der Pfosten verhinderte in der Anfangsphase einen höheren Rückstand. „Einfache Fehler wurden bestraft“, ärgerte sich Flaig über die beiden Gegentreffer und die Sorglosigkeit, mit der Ewest und seine Vorderleute immer wieder für Gefahr vor dem eigenen Tor sorgten. Der Angriff der Kreisstädter wirkte dazu wie ein laues Lüftchen. Ohne Biss und kämpferisches Aufbegehren war den Gästen nicht beizukommen.
Erst in der 45. Minute kamen die Gastgeber durch Sascha Kloss zur ersten großen Möglichkeit. Der Stürmer vergab jedoch. Mit Wiederbeginn bot sich den Zuschauern seitens der eigenen Mannschaft ein völlig anderes Bild. Bereits in den ersten fünf Minuten erarbeiteten sich die Kreisstädter Tormöglichkeiten für fast zwei Siege. „Allein vier Hundertprozentige hatte meine Mannschaft auf den Füßen. Der MSV konnte von Glück sagen, dass die nicht zu Toren geführt haben“, so Flaig. Einmal mehr verdeutlichte das die derzeitige Misere der Seelower in der Chancenverwertung. „Das ist unser großes Problem. Selbst unser sonstiger Torgarant Kloss hat heute nicht sein sonstiges Leistungsvermögen erreicht.“ Andere blieben ebenfalls hinter ihrem Leistungsniveau zurück. Gute Noten verdienten sich aus Sicht von Flaig lediglich Patrick Schmidt und Rafal Krzystof Cipinski. „Beide ackern von der ersten bis zur letzten Minute, ohne dass man ihnen etwas sagen muss“, lobte der Coach.
Den Chancen nach hätten die Victorianer gut und gerne als Sieger vom Platz gehen können. Bei zwei Lattenschüssen hatte Neuruppin neben dem Unvermögen der Seelower weiteres Glück. Blieb Flaig nur noch, MSV-Trainer Jens Reckmann fair zum Sieg zu gratulieren.