Eine unglückliche 2:3-Heimniederlage kassierte die Landesliga-Elf des TSV Bützow im Derby gegen den Güstrower SC (GSC). „Ich habe die ,Riesen’ nach dem Spiel zusammengezählt. Wenn wir von den fünf Stück, die wir auslassen, eine machen, nehmen wir wenigstens einen Punkt mit. Ansonsten habe ich kein schlechtes Spiel meiner Mannschaft gesehen“, sagte Bützows Trainer Mario Kuska kurz nach dem Schlusspfiff. Dennoch stand seine Truppe am Ende mit leeren Händen da und verbucht nach drei Runden drei Zähler.
Sein Gegenüber Michael Küppers sowie dessen Team kamen mit einer breiten Brust an die Warnow. Die Barlachstädter reisten als Tabellenführer an, mussten den Spitzenplatz aber trotz des dritten Sieges an den FSV Bentwisch aufgrund der schlechteren Tordifferenz abgeben, da die Rand-Rostocker in Gnoien ein 9:2-Schützenfest feierten.
Beide Mannschaften agierten zunächst sehr zurückhaltend. Keiner wollte einen Fehler machen, sodass beide Reihen versuchten, das Leder durch die eigenen Reihen zu schieben. Dadurch spielte sich das Geschehen zwischen den Strafräumen und Höhepunkte blieben aus. Doch nach knapp einer Viertelstunde war es ein individueller Fehler von Bützows jungen Flügelflitzer Jan Algner, der den Gästen zum Führungstreffer verhalf. Er agierte im eigenen Strafraum gegen einen Güstrower zu ungestüm und holte ihn von den Beinen, obwohl von diesem keine Gefahr drohte. Dem Schiedsrichter blieb nichts anderes übrig, als auf Strafstoß zu entscheiden. Michael Barachini schoss das Spielgerät aus elf Metern unhaltbar für TSV-Schlussmann André Krüger in die Maschen (14.). Dieser Treffer spielte den Barlachstädtern in die Karten. Aus einer kompakten Abwehr heraus lauerten sie immer wieder auf schnelle Gegenstöße. Mit Maurice Bohnet und Steven Licher haben sie zwei Offensiv-Akteure in ihren Reihen, die immer wieder für Gefahr sorgten. Die Bützower hingegen taten sich im ersten Durchgang schwer, die Güstrower Defensive auszuhebeln. Als es beim TSV auch einmal schnell ging, lief Philipp Keup alleine auf Florian Nack im GSC-Gehäuse zu, schob den Ball aber links am Tor vorbei. Eine weitere Gelegenheit vergab Abwehrspieler Christian Boldt, der nach einem Eckball von Stefan Kuchenbecker zur Stelle war und das Spielgerät aus sechs Metern knapp über den Querbalken setzte. Dadurch gingen die Gäste in einem kampfbetonten Derby mit einer nicht unverdienten 1:0-Führung in die Kabine.
Im zweiten Durchgang schenkten sich die Kontrahenten weiterhin nichts. Sowohl der TSV als auch der GSC trugen zu einer abwechslungsreichen Partie bei. Im Laufe der Zeit ging es immer hoch und runter. Die Bützower wollten den Ausgleich erzwingen, und die Güstrower suchten die vermeintliche Entscheidung. Doch meistens war für beide Teams spätestens an den Strafräumen Endstation. Der finale Pass fehlte hüben wie drüben. Und wenn beim TSV ein Zuspiel den eigenen Mitspieler fand, versagten ihm vor dem Tor die Nerven. Dadurch blieb es bis zum Ende spannend.
Die Schlussphase hatte es nochmal in sich. Als der GSC gegen aufgerückte Bützower durch Maurice Bohnet zum 2:0 kam (74.), gab sich die Kuska-Elf noch lange nicht geschlagen. Zunächst vergab René Röpcke gegen seine ehemaligen Teamkollegen den Anschlusstreffer und scheiterte an Nack, machte es aber nur wenig später besser und köpfte zum 1:2 (86.) ein. Die Güstrower zogen dem TSV jedoch im direkten Gegenzug den Zahn, als sie nach dem Anstoß das Leder weit nach vorne schlugen und Mario Osterloh und Philipp Winter sich nicht einig waren, wer das Spielgerät aus Gefahrenzone klären soll, sodass Licher sich in der Zeit den Ball schnappte und zum 3:1 vollendete (87.). Doch auch nach diesem Gegentreffer bewiesen die Gastgeber Moral und verkürzten in der regulären Spielzeit durch Steve Bärmlich auf 2:3 (90.). Drei Minuten gab es vom Unparteiischen noch obendrauf. Letztlich verteidigten die Güstrower den Vorsprung, sodass es aus Bützower Sicht bei der bitteren Heimpleite blieb.
„Güstrow hatte zwar etwas mehr Ballbesitz, bei den Gegentoren helfen wir aber kräftig mit. Das müssen wir unbedingt abstellen. Vorne sind wir zudem nicht effektiv genug, lassen zu viele Möglichkeiten liegen“, so die kurze Analyse von Mario Kuska direkt nach der Partie.
Dennoch können die 1952er auf diese Leistung aufbauen. Am Sonntag haben die TSV-Kicker in Mulsow schon wieder die Möglichkeit, sich für ihr Engagement mal wieder zu belohnen. Einfach wird es aber bei den heimstarken Mulsowern mit Sicherheit nicht.
TSV Bützow: Krüger, Boldt, Osterloh, Winter, Mahncke (60. Fust), Kuchenbecker, Kühn, Algner (55. Grabowski), Bärmlich, Keup, Röpcke
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