@ Kreuzberg 61
da wir ja nicht die einzigen sind die diesen Thread hier vom Thema abweichen lassen. Hier nich schnell ne Antwort
Tatsächlich? Hm, leicht vertippt. =) Das finde ich tatsächlich auch ganz interessant: Welchen Hintergrund hat das? Vielleicht weil das Osmanische Reich damals Verbündeter des Deutschen Reichs war?
Also so um 1700 war nachweislich der erste Gesandte der Osmanen in Berlin mt 15 Personen im Schlepptau...
Dann im Zuge des russisch türkischen Krieges konnte sich Bismarck als Vermittler einbringen und eine Annäherung an das Osmanische Reich erreichen ( 1878 ).
Von da an entwickelte sich eine enge wirtschaftliche, politische und militärische Zusammenarbeit. Nicht zuletzt der Bau der Berlin-Bagdad Bahn, die ja auch ein Auslöser mit für den ersten Weltkrieg war. Aufgrund dessen kamen auch viele Türken nach Berlin, die entweder eine Ausbildung erhielten oder in einer Fabrik arbeiteten.
Es gab sogar schon damals drei deutsch-türkische Zeitungen in Berlin:
Sanayi ve Tidjaret- Türkische zeitschrift für handel und Industrie (1912)
Garb - türkische Zeitschrift für technik und Wissenschaft (1913)
sowie seit 1917 die neue Trükei. die auf türkisch und in deutsch erschien. (Türkisch damals noch mit arabischen Schriftzeichen).
Das sind glaube ich mehr deutsch-türkische Zeitungen als heute. ( Ich glaube heute gibt es in Berlin keine einzige Zeitung die regelmäßig in deutsch und türkisch vermittelt)
Zitat
Original von mavi-beyaz
Gut finde ich z.b. die Beispiele wo der Name noch die deutschstämmige Herkunft ausdrückt, aber im Vereien kaum noch deutsche ( wenn überhaupt) zu finden sind . Das ist Integration und spiegelt ein Stück Weltgeschichte und Migrationsgeschichte wieder. Ausserdem arbeiten diese Vereine nebenbei quasi für die Verständigung zwischen den Kulturen.
Hm, sehe ich wie gesagt ein wenig anders. Wenn in einem ehemals deutschen Verein nur noch wenige bis keine Deutschen spielen, weiß ich nicht, was das mit Integration zu tun haben soll und wie da Verständigung zwischen der deutschen und anderen Kulturen stattfinden soll. Und das ein Verein seine deutschen Wurzeln wie den Vereinsnamen endgültig durch eine Fusion zu einem türkischen Großklub tilgen will wie der BAK, na ja.
Dieser Verein, hier BAK, spiegelt doch nun wirklich das Konglomerat der dortigen Bevölkerung wieder. Schon vor der Machtübernhame durch HAN, waren dort Migranten stark präsent, damals noch hauptsächlich jugoslawischer Herkunft. Ich finde es folgerichtig das ein Verein sich seinem Umfeld anpasst bzw. aus Personen seines Umfeldes speist. Nicht das ich den BAK nun äusserst spannend finde , aber logisch finde ich die Entwicklung schon. Und integrativ ist sie indem Sinne, das die Grenzen zwischen deutsch,türkisch, jugoslawisch verschwimmen und es um das verbindende geht. Die Freude am Fußball und am gemeinsamen feiern etc. Und das alles unter dem Dach des Berliner Athletik Klubs hört sich finde ich ersteinmal gut an.
Die Verständigung zwischen Vereinen wie Türkiyemspor und Türkgücü und Vereinen der Residenzbevölkerung findet auf zumeist auf dem Sportplatz und darum statt. Migranten haben sich durch die Gründung von eigenen Vereinen einen Freiraum geschaffen indem sie ohne Diskriminierung zusammen sein konnten (ähnlich doch bei den Frauencafes und häusern der Frauenbewegung). Dies verschafft eine gewisse Ruhe und Selbstvertruen mit dem es sich dann auch leichter wieder auf jemanden zugehen lassen kann. Und wie gesagt die o.g. Hertha 03 Kids sehe ich als gelungenes beispiel für gelebte interkulturalität.
Zitat
Original von mavi-beyaz
Vielleicht werden Vereine wie Türkiyemspor und Türkgücü je irgendwann nur noch durch den Namen an die Gründungsgeschichte erinnern....
Vielleicht wird das tatsächlich irgendwann der Fall sein. Insgesamt muß ich sagen, daß ich die meiner Jugend gesammelten Erfahrungen und daraus resultierenden Antipathien auch größtenteils überwunden habe und z.B. Türkiyemspor durchaus als "meinen" lokalen Verein ansehe, da mir dieser geografisch einfach am nächsten ist.[/quote]
Das freut mich...