Beiträge von Hafermann

    29.10.05, 18.00 Uhr:
    UC Sampdoria Genua - Internazionale FC Mailand 2:2(2:2)
    Italien, Serie A 10.Spieltag, Genova, Stadio L.Ferraris, 27.000 Zuschauer


    Nach einer kurzen Nacht und gut gefrühstückt geht es mit den von den Dresdnern georderten Leihwagen –Ford Focus– Richtung Hauptbahnhof, wo Nobbi abgeholt wird. Kurz miteinander bekannt gemacht, geht es schon los in den Süden. Ohne Zwischenfälle und mit Vignette versehen erreichen wir Italien. In der Nähe von Brescia gibt es noch eine brenzlige Situation zu meistern, da ohne ersichtlichen Grund plötzlich sämtliche Wagen eine Vollbremsung machen. Danach zweigen wir ab auf der Autostrada Richtung Genua. Auf der kurvigen und winkligen Autobahn zur Hafenstadt bekommen wir halsbrecherische italienische Fahrweise umsonst geboten. Nachfolger für Michael Schumacher scheint es im Lande der Ferraristi genügend zu geben. Genua erreicht und sofort das Stadio gefunden.


    Den Wagen auf einem Parkplatz vor dem Stadion abgestellt und dieses, das mitten in der Stadt liegt, umrundet. Voller Spannung suchten wir das Ticketbüro, denn in Italien ist momentan das wahre Chaos bezüglich der Kartenvergabe ausgebrochen und ein einheitliches System ist nirgends zu erkennen. Bei manchen Vereinen endet der Vorverkauf bereits einen Tag vorher, bei anderen wiederum Stunden vor dem Spiel und bei einigen ist der Erwerb von Tickets auch nur bei vorher bestimmten Postämtern, Banken etc. möglich, bei wiederum anderen kann man noch bis kurz vor dem Spiel Karten ordern. Bei allen aber ist eine Personalisierung der Karten obligatorisch. Wir aber haben sämtliche Homepages durchforstet und unser Englisch-Experte Nobbi hat sogar bei beiden Vereinen –Sampdoria als auch bei Treviso– angerufen um sicher zu stellen, dass wir nicht vor verschlossenen Türen stehen. Also das Ticketbüro geentert und Karten zu jeweils 22,-- plus 1,-- € Vorverkaufgebühr unter Vorlage des Personalausweises problemlos erstanden, da wir frühzeitig vor Ort waren. Die Suche nach einer passenden Unterkunft gestaltete sich da aber schon schwieriger und so beschloss man nach dem Spiel außerhalb von Genua auf dem Weg zu unserem nächsten Matchort etwas Passendes zu suchen. Nahe dem Stadion an einem freien Parkplatz neben der Straße geparkt und da es bereits nachmittags war und die Mägen knurrten eine Pizzeria gesucht, was sich gar nicht so einfach erweisen würde. Die meisten Pizzerias waren reine Abhol- bzw. Stehpizzerias. Endlich dann aber doch noch eine mit Sitzgelegenheit gefunden und sich dort mit genüsslicher Teigware und gutem Bier vollgestopft.


    Eine gute Stunde vor Spielbeginn gingen wir ins Stadion und nahmen unsere Plätze ein. Das reizvolle Stadion begutachtet und beobachtet wie nach und nach die Zuschauer mehr wurden. Leider war das Stadion nur etwas mehr als die Hälfte gefüllt. Eine Folge der Vorfälle in der letzten Saison und der rigiden Kartenvergabe. Denn den kurz entschlossenen Spielbesuchern bleibt nunmehr keine Möglichkeit mehr den Spielen bei zu wohnen, auch zum Leidwesen der Groundhopper, denen nun Doppler fast unmöglich gemacht werden.
    In einer Ecke waren die Fans von Inter untergebracht, die sich über das ganze Spiel bemerkbar machten. Auf der gegnerischen Seite boykottierten die Fans, um gegen die Kartenvergabe zu protestieren, den Großteil der 1.Hälfte. Sie kamen erst nach und nach ab der 30.Spielminute. Danach aber waren auch sie immer wieder lautstark zu vernehmen. Besonders natürlich als ihre Helden in der 6.Minute durch Diana aus abseitsverdächtiger Position in Führung gingen. In der 31.Minute fiel der Ausgleich zum 1:1 durch Gambiasso. In regelmäßigen Abständen erzielte wiederum Diana(35.) den Führungstreffer und Cordoba(40.) den Ausgleich. Der Ausgleich für Inter war den Spielanteilen und auch den Tormöglichkeiten nach schmeichelhaft, da Sampdoria den Gegner klar beherrschte. In der 2.Hälfte aber fielen die Hausherren ganz klar ab und rettete sich, da auch Inter manche Möglichkeit nicht nutzte, über die Zeit. Alles in Allem ein gerechtes Remis. Wohltuend wie in fast allen europäischen Ländern und im Gegensatz zum deutschen Fußball, wurde auch in Italien nicht geschauspielert und auch nicht jede Berührung abgepfiffen. Was sich auch in nur 3 gelben Karten ausdrückte.


    Nach dem Spiel begaben wir uns wieder zum Auto. Wir ließen erst Mal den größten Strom an uns vorbeiziehen um uns dann doch in einen Stau einzureihen. Endlich aus der verbauten Hafenstadt heraus auf die Autobahn, fuhren wir dann bei Serravalle von der Autostrada ab um dort wegen einem Nachtquartier fündig zu werden. Während Nobbi und ich das Zimmer bezogen und die Planung des nächsten Tages vorzubereiten, holten Marco und Mirko für jeden eine Pulle Bier an einem nahe gelegenem Kiosk. Auf deren Zimmer machten wir dann die Planung nunmehr fest, mangels vernünftiger Alternativen doch nach Treviso zu fahren um dem Abstiegskampf gegen Siena beizuwohnen. Übermüdet begaben wir uns dann zu Bett, nicht ohne zuvor noch die Uhren von der Sommerzeit auf die MEZ um zu stellen.




    30.10.05, 15.00 Uhr:
    FBC Treviso – AC Siena 0:1(0:1)
    Italien, Serie A 10.Spieltag, Treviso, Stadio Omobono Tenni, 5.100 Zuschauer


    Pünktlich wie die Maurer trafen wir uns abfahrbereit um 7:30 Uhr im Foyer des Hotels. Auf einer Autogrill-Raststätte holten wir dann unser Frühstück nach. Die Fahrt verlief, nach dem wir immer wieder für die Benutzung der Autobahn gelöhnt hatten, reibungslos.


    Gerade noch rechtzeitig um 11:40 Uhr standen wir, nachdem wir einen kostenlosen, versteckten Parkplatz gefunden hatten, vor den Kassenhäuschen, die um 12:00 Uhr –also 3 Stunden vor Spielbeginn– schlossen. Wie in Italien mittlerweile üblich legten wir unsere Personalausweise vor und erstanden Sitzplatz-Karten der billigsten Kategorie um jeweils 18,-- Euro. Unser Dresdner Gespann machte sich dann, da wir bei der Anfahrt an einem besser ausgebauten Fußballplatz vorbeikamen, auf den Weg dorthin.


    Nobbi und ich besahen uns die reizvolle Altstadt von Treviso, wobei wir auch dem „Dom“ einen Besuch abstatteten. Von Hunger getrieben waren wir beide dann auf der Suche nach einem Restaurant, bzw. Pizzeria. Aber wie auch Tags zuvor, war auch in der nördlichen Stadt dies nicht so leicht. Zu guter Letzt aber wurden wir dann doch noch fündig. Die guten Pizzen und das Bier einer lokalen Brauerei, auch das gibt es in Italien, entschädigten uns für die längere Sucherei.
    Danach kehrten wir zum Stadion zurück, denn es war bereits 40 Minuten vor Spielbeginn. Da Teile rund um das Stadion abgesperrt waren, mussten wir fast rund um den bescheidenen „Fußballtempel“ laufen.


    An einer Eingangskontrolle passierte mir etwas schon lange nicht mehr dagewesenes. Anders als sonst üblich wurde nämlich ich einer gründlichen Visitation unterzogen und die Sicherheitskraft bedeutete mir, dass ich meinen mitgebrachten Kugelschreiber nicht ins Stadion mitnehmen dürfe!!! Nach einigem Hin und Her gab ich dem Ordner mit einem Augenzwinkern ein Zeichen, dass ich einfach die Jacke über meine Einstecktasche des Hemdes ziehen würde und somit war auch dieses Problem gelöst. Irgendwie seltsam ist dieses Gebaren aber doch, nachdem wir beobachtet hatten, dass im Stadion Cola in Flaschen aus Plastik verkauft werden. Im Stadion nahmen wir, nachdem Nobbi seine obligatorischen Fotos geschossen hatte, auf unseren Plätzen Platz. Das Stadion ist eher ein Zweitligastadion, denn es hat nicht mal eine Anzeigetafel und auch nur ein Teil der Haupttribüne ist überdacht. Bis zum letzten Heimspiel musste der Aufsteiger auch seine Heimspiele im nahen Padua austragen. Das Stadion war nur gut zur Hälfte gefüllt. Unsere beiden Dresdner Kollegen kamen dann auch noch kurz vor Spielbeginn von ihrer Stippvisite zurück. Leider war das Jugendspiel bis zu ihrem Eintreffen auf dem anderen Ground schon zu Ende als sie diesen erreichten. Sie konnten aber in Erfahrung bringen, dass aus diesem kleinen dort beheimateten Verein der Weltklassespieler Alessandro del Piero hervorging.


    Zum Spiel von Treviso gegen Siena ist zu sagen, dass es ein reiner Abstiegskrampf war mit erschreckend schwachen Leistungen auf beiden Seiten und besonders Treviso war anzumerken, dass ihre Sturmreihen erst ganze 5 Tore erzielten und absolut Serie A-untauglich sind. Die wenigen sich gebotenen Chancen wurden kläglich verstolpert oder meterhoch über oder neben das Tor gesetzt. Die Stolperer Kioyo oder Carsten Jancker wären hier bestens aufgehoben. Dem ehemaligen Nationalspieler Chiesa war es dann in der Nachspielzeit der 1.Hälfte vorbehalten den Treffer zum 0:1 Halbzeitstand, der zugleich auch den Endstand markieren sollte, für die Gäste zu erzielen. In der 2.Hälfte wieder das gleiche Bild und die reifere, aber auch noch grottenschlechte Auswärtself, lieferte die durchdachteren Spielzüge. Das Spiel hatte auch mit Siena den verdienten Sieger. Auch hätten beide Mannschaften mit dieser Leistung in der deutschen Bundesliga beträchtliche Schwierigkeiten die oberste Spielklasse zu halten. Das Spiel selber war ziemlich fair und der Schiedsrichter kam wiederum mit nur 3 gelben Karten aus, ohne wie in Deutschland üblich von den Zuschauern genötigt und aufgefordert zu werden bereits nach 15 Minuten 8 Mal den gelben Karton zücken zu müssen.


    Nach dem Spiel begaben wir uns zu unserem Auto und machten uns auf den Weg zurück nach Deutschland. Vor dem Tauerntunnel allerdings mussten wir eine Zwangspause von ca. 15 Minuten einlegen, da der Tunnel wegen eines defekten LKW kurzzeitig gesperrt war. Danach aber ging es reibungslos –nach 2 Tankstopps– bis in die Nähe von Markt Schwaben, wo ich mich von meinen Begleitern, die diesmal einen weiteren Weg hatten zu verabschieden.

    05.11. 15:30 FC Bayern München - SV Werder Bremen(Bundesliga)
    06.11. 11:00 SpVgg Greuther Fürth - 1.FC Kaiserslautern(A-Jugend Bundesliga-Süd)
    06.11. 17:30 1.FC Nürnberg - VfB Stuttgart(Bundesliga)

    Zitat

    Original von trojanischesPferd
    ich weiß ja echt nicht warum ihr so auf dortmund rumhackt, als nächstes erwischt es schalke in liga eins, aachen in liga zwei, erfurt in liga drei und union in liga vier... und nun gute nacht, muss ins bett, es ist schon spät..


    =)


    Auch wenn es mehr als traurig ist. Aber Du scheinst nicht unrecht zu haben.

    Vorher:
    22.10. 15:30 Eintracht Frankfurt - 1.FC Köln
    23.10. 14:00 FC Kilmarnock - Celtic Glasgow(Premier League-Schottland)


    24.10. 19:45 Sheffield Wednesday - Brighton&Hove Albion(League 1-England)
    25.10. 19:45 AFC Sunderland - FC Arsenal(Carling-Cup-England)
    26.10. 19:45 Celtic Glasgow - Motherwell(Premier League-Schottland)
    28.10. 19:00 1860 München II - Bayern München II(RL-Süd)
    29.10. 18:00 Sampdoria Genua - Inter Mailand(Serie A-Italien)
    30.10. 15:00 Treviso FC - AC Siena(Serie A-Italien)

    Wir haben nur 2 internationale Stars: Ballack und mit Abstand noch Kahn.
    Alles andere ist entweder Träumerei oder Augenwischerei.


    Die anderen sind maximal nationale Klasse.
    Denn auch Podolski ist noch nicht so weit. Allerdings hat er als einziger der gegenwärtigen Nationalmannschaft außer den 2 oben genannten das Zeug ein internationaler Star zu werden.
    Wenn sich bei Schweinsteiger endlich auch Selbstkritik durchsetzt, wäre er auch ein Kandidat.
    Aber der meint jedes Mal nach 2 guten Länderspielen, er ist bereits ein Weltklassespieler und dann kommen wieder 3 schlechte Spiele.

    Zitat

    Original von Lokist
    @ Hafermann


    Wie meinen?Also ich hab damit eigentlich ausdrücken wollen,das Schalke mehr Minus als Plus hat! :wink:


    Hab ich auch so aufgefasst und wollte dies eigentlich nur unterstreichen.
    Sorry.

    02.10.05, 14.30 Uhr:
    FC Groningen – Willem II Tilburg 2:0(2:0)
    7.Spieltag, Eredivisie(Niederlande 1.Liga), Groningen, Oosterpark Stadion, 11.200 Zuschauer


    Frisch gemacht und einigermaßen gestärkt durch das doch etwas karge Angebot des Frühstückes im F1-Hotel in Antwerpen machten wir uns auf den Weg zu unserem neu abzuhakenden Ground in Groningen. Man musste sich beeilen um diesen Platz noch machen zu können, da der FC Groningen ab Januar 2006 seine Heimspiele im gänzlich neu erbauten Stadion Euroborg NV an der Autobahn austrägt.
    Die Fahrt nach Groningen verlief reibungslos. Nur in Groningen war die Suche nach dem Stadion schon etwas schwieriger. Denn leider war das Stadion natürlich nicht ausgeschildert und so kämmte man obwohl wir uns schon nahe am Stadion befanden Straße um Straße durch, um dann aber doch die Heimstatt des FC Groningen zu erspähen. Da macht es sich halt doch bezahlt, wenn man nicht unter Zeitdruck steht. Den passenden Parkplatz gesucht und gefunden.
    Das abgesperrte Stadion von außen umrundet und in einen Regenschauer geraten. Aber dann doch einigermaßen „trocken“ gerettet in eine nahe gelegene chinesische Frittenbude, auch so etwas gibt es(!) um eine Kleinigkeit zu speisen. Auf mein Begehr auf einen kühlen Gerstensaft, beschied mir der freundliche Chinese: no beer, da match. Na ja dann eben eine Cola.
    Etwa 1 Stunde vor Spielbeginn dann eine der raren Sitzplatzkarten auf dem überdachten Teil der Gegentribüne erstanden um danach ins Stadion zu gelangen. Dort wurde Nobbi noch einer „Leibesvisitation“ unterzogen, während ich nach diversen Komplimenten an eine weibliche Kontrolleurin unbedingt von dieser untersucht werden wollte. Leider ließ sich diese aber nicht erweichen. Das nebenan stehende männliche Kontrollorgan, das meinen Begleiter durchsucht hatte, hatte dann aber keine Lust mehr mich zu „filzen“, da ich ja unbedingt auf weibliche Sonderbehandlung gedrängt hatte.
    An dem Fanshop erstanden wir noch den obligatorischen Pin und unterhielten uns mit dem freundlichen Verkaufspersonal über die große Fußballwelt in der Niederlande und in Deutschland. Die beiden hatten ein etwas mulmiges Gefühl was ihre Zukunft in der neuen Arena anging und wir ließen sie dann mit ihrem Wehmut zurück, da wir uns ja auf unsere Plätze begaben. Dort sahen wir, dass diese uns verkauften Tickets nicht unseren Wunschvorstellungen entsprachen. Also an optimaleren Plätze niedergelassen und der Dinge geharrt.
    Das Stadion selbst war kein so neu erbauter seelenloser Kasten. Im Gästebereich hingen einige Fans des harten Kerns einige Zaunfahnen auf. Aber diese Fans ließen über das ganze Spiel nicht viel von sich verlauten. Um uns herum füllten sich die Reihen zusehends und letztendlich mussten wir dann doch wieder unsere „neuen“ Plätze räumen. Aber Glück im Unglück, nicht weit entfernt erspähten wir dann doch noch 2 freie Plätze. Dies war unsere Rettung, denn unsere ursprünglich erworbenen Karten hätten uns direkt in den Block der Groninger „Ultras“ geführt und da wäre von Sitzen natürlich keine Spur gewesen.
    Man muss sich da schon fragen wie kundenfreundlich das Verhalten eines Vereins ist, wenn man weiß, dass sich in dem Bereich der harte Kern der Einheimischen befindet und dann doch neutralen Zuschauern teure Sitzplatztickets verhökert. Die Groninger Edelfans in diesem Bereich machten sich sowohl vor als auch während des Spieles durchgängig bemerkbar und feuerten ihre Idole ständig an. Im Gegensatz zu Deutschland wurden die Namen der Spieler der gegnerischen Mannschaft bei deren Nennung nicht ausgepfiffen oder ausgebuht. Da gilt halt noch die Regel der Fairness.
    Das Spiel aber war von durchschnittlicher Qualität, denn die Mannschaft aus Tilburg beteiligte sich die ganze 1.Hälfte nicht an einem konstruktiven Spiel und so konnten sich die Hausherren sogar den Luxus eines verschossenen Elfmeters leisten(21.Minute). Vielleicht war dieser gehaltene Elfmeter aber die ausgleichende Gerechtigkeit, da die Entscheidung des Schiedsrichters auf den ominösen Punkt zu zeigen doch etwas zweifelhaft war. Aber es war nur eine Frage der Zeit wann die drückende Überlegenheit der Heimelf sich endlich in Toren auszahlen würde. In der 42.Minute war es dann soweit und Gijs Luirink erzielte den Führungstreffer, der aber davon begünstigt wurde da die modernen Torhüter ja die meiste Zeit zu weit vor ihrem Kasten verbringen. In der Nachspielzeit der 1.Hälfte fiel dann das 2:0 durch Evgeny Levchenko. Auch hier wieder der Keeper zu weit vorm Gehäuse. Die einheimischen Fans nebenan waren da natürlich völlig aus dem Häuschen.
    Nach der Halbzeitpause machten dann die Tilburger mächtig Dampf. Man fragt sich da immer wieder, warum man als Auswärtself erst immer bei einem Rückstand mit Fußballspielen anfängt? Aber nach einer guten Viertelstunde war das Aufbäumen wieder zu Ende und die Hausherren schaukelten das Ergebnis sicher nach Hause.
    Nach dem Ende ließen wir den Großteil der Zuschauer von dannen ziehen und wir fanden dann auch noch 2 herumliegende Spielmagazine. Am Auto angekommen reihten wir uns in den Abfahrtsstau ein. Mit einem kleinen gewollten Umweg aber gelangten wir aber dann doch wieder relativ schnell auf die Autobahn und fuhren gen Bremen, wo bereits das gebuchte F1-Hotel auf uns wartete. Dort eingecheckt um dann bei einem nahe gelegenen exzellenten Griechen meinen neuen Länderpunkt zu begießen und alte Hoppergeschichten aufzufrischen und neue Touren ins Auge zu fassen.
    Entspannt begaben wir uns ins Quartier, denn wir mussten ja für die Partie am nächsten Tag in Baunatal wieder fit sein.


    03.10.05, 15.00 Uhr:
    KSV Baunatal – FSV Frankfurt 1:1(0:0)
    11.Spieltag, ODDSET-Oberliga Hessen, Baunatal, Parkstadion, 1.300 Zuschauer


    Nach einer erholsamen Nacht und einem reichlichen Frühstück machten wir uns auf den Weg gen Süden um ins hessische Baunatal zu gelangen. Es war zwar fast die gesamte Strecke Nebel, aber nicht so dicht das es beim Fahren behindert hätte. Nur die partielle Sonnenfinsternis konnte in diesen Breitengraden aus diesem Grunde nicht wahrgenommen werden.
    Zeitig erreichten wir die Gegend um Kassel und gerade noch die mehr als versteckte Ausfahrt Baunatal Nord genommen. Vielleicht ist diese Verkehrsfalle aber auch Absicht um die Produktion im nahe gelegenen VW-Werk anzukurbeln. Bei den VW-Managern und ihren weitläufigen Beziehungen weiß man ja nie.
    In Baunatal dann auch die Spielstätte gefunden und von außen halb umrundet. Nach dieser Erkundungstour setzten wir unsere Entdeckungsreise weiter fort, in dem wir das Zentrum rund um das Rathaus mit unserem Besuch beehrten. Etwas trostlos die Gestaltung um das Rathaus und die danebenliegende Stadthalle. Der absolute Höhepunkt allerdings sind zwei Skulpturen. Wobei bei der einen der Titel gar nicht benannt wurde, was der Phantasie aller Besucher anregt und der bei der anderen die vielsagende Erklärung mit dicken Lettern daneben stand: „Ohne Titel“. Man möchte gar nicht glauben für welchen Schmarrn die ansonsten klammen Gemeinden und Städte Geld zum Fenster rausschmeißen. Da waren Nobbi und ich froh, dass wir beide nichts von moderner Kunst verstehen, denn sonst hätten wir uns noch die nächsten Tage den Kopf zerbrechen müssen, was diese beiden Kunstwerke darstellen sollten.
    Aber nach dieser Exkusion stärkten wir uns mit köstlichen kulinarischen Genüssen.
    Danach war die Zeit gekommen um zum Ort des nächsten „Verbrechens“, dem Parkstadion zu gelangen. Mit Karten versorgt erkundeten wir von innen den Ort des Geschehens. Ein schönes Stadion das ja früher einen viel besseren Fußball und auch höherklassigeren Fußball zu sehen bekam als der mittlerweile gebotene. Nobbi machte noch ein paar Fotos und danach begaben wir uns auf die unüberdachte Gegengerade um der Dinge zu harren die nun auf uns zukommen sollten. Denn an diesem Tag kreuzte kein geringerer als der noch ungeschlagene und der in der Tabelle souverän führende Spitzenreiter. Es versammelten sich daher etwas mehr Zuschauer als sonst. Neben uns die Fans vom FSV Frankfurt, die 5 Zaunfahnen angebracht hatten und auch sonst sich immer wieder bemerkbar machten, während die einheimischen sich auf der Haupttribüne breit gemacht hatten.
    Die erste Halbzeit war aber von einem mehr als unterdurchschnittlichen Oberliganiveau. Es boten sich beiden Mannschaften nur einige wenige Möglichkeiten und von einem Qualitätsunterschied, spielte doch der unangefochtene Tabellenführer, konnte keine Rede sein. Obwohl bereits in der 33.Minute die Gäste durch eine rote Karte geschwächt wurden, denn der Frankfurter Kapitän Bernd Winter ließ sich zu einem unbeherrschten Ellbogencheck hinreißen und dem in anderen Situationen ungewöhnlich agierende Schiedsrichter blieb keine Möglichkeit als den roten Karton zu zücken. Aber wer meinte dieser Umstand würde den Hausherren nutzen sah sich getäuscht. Einzig der Referee sorgte immer wieder für Heiterkeit, in dem er beständig bei Freistößen die Mauer in einem Sicherheitsabstand von mindestens 12,50 Metern postierte. Wenigstens er setzte Höhepunkte. Mit einem 0:0 wurden somit die Seiten gewechselt. Aber wer hoffte, die Betreuer hätten irgendwelche Wundermittel in den Pausentee gemischt, sah sich getäuscht. Es dauerte bis zur 74.Minute bis der Gastgeber das 1:0 erzielte, begünstigt durch eine nicht ganz glückliche Figur des FSV Torhüters. Den Freudentaumel der Hausherren ausnutzend setzte der Frankfurter Renato Levy zu einem Alleingang durch die ganze Hälfte der Baunataler an, diese standen dort wie Slalomstangen. Zu guter Letzt umspielte er auch noch den heimischen Keeper und schob zum 1:1 Ausgleich ein. Die nebenan befindlichen FSV Anhänger bejubelten dieses Tor natürlich frenetisch und zündeten auch noch einen Böller. Danach hatten die Baunataler noch 2 Möglichkeiten. Eine davon machte der Frankfurter Torwart mit einer Glanzparade zunichte und die andere wurde im Nachschuss, nachdem wiederum der FSV Torwart glänzend parierte, aus 3 Metern kläglich vergeben. So endete das Spiel mit 1:1.
    Gleich nach dem Schlusspfiff verließen wir das Stadion und trafen noch zwei Anhänger des TSV 1860 die dieses Spiel als Aufgalopp genommen hatten für das abendliche Zweitligaspiel VfL Bochum gegen TSV 1860 München.
    Nun aber flugs zum Auto, denn wir hatten ja doch noch einige Kilometer abzuspulen um wieder in die heimatlichen Gefilde zu gelangen. Gänzlich ohne Stau erreichten wir nach einer kleinen Kunstpause wieder unseren Treffpunkt. Meine Utensilien wieder in meinen fahrbaren Untersatz gepackt und mich von meinem netten Begleiter verabschiedet um mich auf die letzten 200 Kilometer zu machen. Auch da lief alles reibungslos und somit fand um 21:25 Uhr der letzte Akt eines interessanten verlängerten Wochenendes einen glücklichen Abschluss.


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    Die Freiheit des Einzelnen endet am Egoismus des Anderen.

    01.10.05, 14.00 Uhr:
    SC Rot-Weiß Essen – VfL Osnabrück 2:1(0:1)
    12.Spieltag, Regionalliga Nord, Essen, Georg-Melches-Stadion, 10.300 Zuschauer


    Als ich mich frühmorgens auf den Weg zum Treffpunkt Autohof Erlangen-Tennenlohe machte dachte ich und auch mein Begleiter Nobbi nicht im Entferntesten daran in Essen einem denk- und merkwürdigen Spiel beizuwohnen. Aber erst einmal der Reihe nach. Am besagten Autohof erst einmal meine Utensilien in das Auto von Gladbach-Fan Norbert geladen und schon ging es auf und davon. Es ging alles recht reibungslos von statten bis uns nahe dem Ziel ein umgestürzter LKW fast die Laune verdorben hätte. Aber dank der reifen fahrerischen Leistung des Gladbach-Anhängers verließen wir gerade noch zum richtigen Zeitpunkt die Autobahn um uns durch Ruhrpottstraßen wieder auf die richtige Autobahn vorzukämpfen und damit wieder staufrei unser Ziel die Hafenstraße zu erreichen. Parkplatz gefunden und eine griechische Pommesbude zwecks Stillung unseres mittlerweile aufkommenden Hungers aufgesucht. Dort sahen wir, dass sich auch einige Essener Polizeikräfte Stärkung für die kommenden Aufgaben holten.
    Danach begaben wir uns zum Stadion, löhnten für Stehplatz, holten uns am Fanshop noch einen Pin und gingen auf die Gegengerade, die schon ziemlich voll war. Die im Block nebenan untergebrachten zahlreichen Gästefans lieferten sich wie auch während des gesamten Spieles Anfeuerungs- und Schmähduelle mit den einheimischen Fans.
    Das Spiel selbst stand zwar auf keinem hochklassigen Niveau aber begann gleich mit einem stürmischen Auftakt, denn der VfL hätte schon in der 3.Minute in Rückstand liegen können, aber Michael Lorenz traf nur den Pfosten. In der 5.Minute machte es aber der Gästespieler Joppe besser und zog aus gut 20 Metern ab und markierte das 0:1. Die Gästefans waren damit kaum mehr zu halten und zündeten eine Rauchbombe. Vielleicht war dies auch die Ursache für die Szenen die sich danach abspielten, denn manchmal schien es dass der Blick des Schiedsrichters Thomas Metzen gerade in Bezug von Zücken der Karten etwas vernebelt schien. Obwohl die Essener meist überlegen waren nahm in der 2.Halbzeit das Schicksal für die spielerisch reiferen Osnabrücker seinen Lauf. In der 52.Minute gab der Schiri Schütte Gelb-Rot wegen wiederholten Foulspieles. Gleich darauf (57.Spielminute) steigerte sich der 23.Mann und zeigte Feldhoff wegen „groben“ Foulspieles die Rote Karte. Die dezimierte Mannschaft des VfL verstand es aber geschickt die Räume eng zu machen und so verpufften die ungestümen Angriffe der Rot-Weißen. Als aber die 77.Spielminute angebrochen war, meinte der Referee wieder Schicksal spielen zu müssen und schickte einen weiteren Gästespieler wegen „wiederholten“ Foulspieles mit Gelb-Rot in die Kabine. Hätte der Schiedsrichter bei den Gastgebern den gleichen Maßstab angelegt hätte er einen RWE-Spieler wegen groben Foulspieles vom Rasen schicken müssen. Aber selbst mit 3 Mann mehr auf dem Platz schien es als ob der Hausherr weiterhin nicht zählbares erreichen könnte, die spielerischen Mittel waren nämlich sehr begrenzt. Aber irgendwann ließ es sich dann doch nicht vermeiden dass ein Mann der gastgebenden Mannschaft freistand und nach 81 Minuten fiel dann doch noch der Ausgleich zum 1:1 durch Alexander Löbe.
    Danach fiel irgendwie zwangsläufig(86.), nachdem der VfL-Trainer Claus-Dieter Wollitz das eher seltener praktizierte 6-0-0 System angewendet hatte, wiederum durch Löbe der nicht mehr für möglich gehaltene Siegtreffer zum 2:1. Kurz darauf erhielt der frustrierte Spieler Enochs in der 88.Minute wegen Meckerns die Gelb-Rote Karte. Bis zum Ende kämpften die verbliebenen sechs Osnabrücker Feldspieler wacker aber deutlich angefressen weiter. Die Zuschauer waren sich alle einig, einem äußerst merkwürdigen Spiel beigewohnt zu haben und waren sich alle sicher, dass selbst gegen 9 Mann die Hausherren keinen Sieg eingefahren hätten.
    Nach dem Spiel machten wir uns zum Auto und düsten gen Mechelen nach Belgien, da wir dort ja dem Zweitligaspiel gegen Oostende beiwohnen wollten. Gesprächsstoff hatten wir dank der seltsamen Umstände des vorangegangenen Spieles ja genug. Leider musste ich mir auf der weiteren Fahrt die Kommentare meines Gladbach-Freundes anhören, da ja sein „komischer“ Verein gegen die Karnevalstruppe aus Mainz mit Mühe gesiegt hatte und mein ruhmreicher 1.FC Köln in Nürnberg leer ausgegangen war.



    01.10.05, 20.00 Uhr:
    Yellow-Red KV Mechelen – KV Oostende 0:2(0:2)
    6.Spieltag, Division II.Nationale Afd.(Belgien 2.Liga), Mechelen, Stadion Achter de Kazerne,
    6.500 Zuschauer


    Zügig in Mechelen angekommen und auch rasch das erst wenige Straßen zuvor ausgeschilderte Stadion gefunden.
    Dieses Stadion verströmt durch seine eigenartige Bauweise –alte Bauwerke, modernisierte und neuere Tribüne (total verglaste VIP-Tribüne)– eine eigenartige Atmosphäre.
    Stehplatzkarten auf der „Haupttribünenseite“ erstanden um danach im Fanshop die unvermeidlichen Pins zu erstehen und nach einigen Fotos, die Nobbi vom Stadion geschossen hatte, in der ebenerdig angebrachten Stadiongaststätte Bons zu kaufen um ein Bierchen zu genießen. Nach dieser Sitzweil umrundeten wir das Stadion fast zur Gänze um uns dann nach anfänglicher Skepsis und angesichts der ziemlich gesalzenen Preise doch noch mit Essbaren zu versorgen. Mein Chili-Burger zu 3,-- € war zwar ziemlich fett, da wie in Belgien üblich sämtliche warm gemachten Speisen im gleichen „Rost-Fett-Sud“ zubereitet werden. Aber er war da gut gewürzt doch genießbar und im Gegensatz zu den anderen angebotenen Speisen annähernd sein Geld wert. Wir begaben uns kurz darauf auf die Gegengerade, da der Überblick von den oberen Reihen weit besser war wie der im Block der von uns erstandenen Eintrittskarten.
    Das Spiel begann im Gegensatz zu Deutschland pünktlich, nachdem zuvor noch gebührend mit Unterstützung einer Musikkapelle die Delegation bestehend aus Offiziellen und Nationalspielern aus Swaziland gefeiert wurde.
    Der Schiedsrichter mit dem originellen belgischen Namen Jerome Efong Nzolo war zufälligerweise(?) auch von schwarzer Hautfarbe. Man konnte in diesem Fall davon ausgehen, dass dieser in jedem Fall als schwarzer Mann der pfeifenden Zunft bezeichnet werden konnte. Aber an seiner Leistung gab es während des ganzen Spieles nichts zu deuteln und man konnte ihn weder wie in manchen Kreisen diese Spezies bevorzugt als „schwarze Sau“ betiteln noch mutierte er während des Spieles zum schwarzen Schaf. Also am Schiedsrichter lag es keinesfalls, dass die Gastgeber an diesem Abend leer ausgingen. Im Gegensatz zu dem Referee in Essen ging dieser Schiedsrichter auch sparsam mit gelben Karten um und brachte sich dadurch auch nicht in gewisse Nöte. Im ganzen Spiel kam er mit insgesamt nur 3 Gelben Karten aus, es geht also auch so!
    Das Spiel selbst stand auf einem hohen belgischen Zweitliga-Niveau. Wobei die Gäste aus Oostende doch erkennen ließen, dass sie letztes Jahr noch in der obersten belgischen Liga spielten. Sie waren in der 1.Hälfte dem ehemaligen Europacup-Sieger der Pokalsieger von 1988 KV Mechelen spielerisch und technisch überlegen. Dies schlug sich auch auf das Ergebnis im 1.Spielabschnitt nieder. Mit einem Doppelschlag in der 23. und 25.Minute ging der Gast auch verdient mit 2:0 in Führung. In der 2.Hälfte aber spielte fast ausschließlich der Gastgeber. Lediglich 2 Möglichkeiten konnte der Gast auf seiner Habenseite verbuchen. Der ehemalige EU-Cup-Sieger aus Mechelen wurde zwar frenetisch von seinen in den gelb-roten Vereinsfarben gewandeten Anhänger vorangetrieben. An diesem Abend aber wurden klare Möglichkeiten vergeben und es fehlte Mechelen auch das nötige Quäntchen Glück um den verdienten Punkt zu ergattern. Die von den Abwehrspielern oder vom Torwart zurückspringenden Bälle landeten allesamt beim Gegner und somit war das Schicksal der Heimmannschaft besiegelt und die überglücklichen Gäste konnten einen „Dreier“ heimfahren.
    Nach einer kleinen Odyssee durch abgesperrte Parkplätze, man wollte ja schließlich abkürzen, fanden wir uns aber an dem Wagen meines Begleiters wieder. Die Stätte der Schlacht Mechelen verlassen um ins nahe gelegene Antwerpen zu gelangen wo wir in das vorbestellte F1-Hotel eincheckten.
    Nachdem wir uns das aktuelle Sportstudio anschauten und natürlich ein gewisser anwesender Gladbach-Anhänger Norbert mir immer wieder die Tabelle vor Augen führen musste, wo die seltsame Mannschaft aus „Ost-Holland“ Mönchengladbach minimal vor meinem 1.FC Köln stand schlossen wir doch alles in allem zufrieden die Äuglein und begaben uns den schönen Träumen hin, um ausgeruht das nächste Fußballspiel am folgenden Tag in Groningen in Angriff nehmen zu können.

    Ein toller Kampf in dem beide alles gegeben haben.


    Wie Krasniqi nach dem Kampf schon sagte, er war sich nach den vorangegangenen Runden schon zu sicher und da hat eine Unaufmerksamkeit gereicht um den Kampf zu drehen.
    Die Leistung von Krasniqi ist bedeutend höher zu bewerten, wenn man sieht, wie Brewster in die Kabine geschleppt werden musste.


    Also abschließend noch einmal: Ein ganz großer Boxsport!!!


    Das würde auch unser einziger Schwergewichtsweltmeister und Idol Max Schmeling so empfunden haben.