Stahl Riesa - Grossenhainer FV 2:1 (0:1)
0:1 Torsten Marx (39.)
1:1 Philipp Schröter (48.)
2:1 Paul Kiontke (64. FE.)
Derbytime in Riesa....Nachdem das Spiel im letzten Monat gottseidank ausgefallen ist, gab's gestern Abend eine würdige Kulisse. 776 zahlende Zuschauer, darunter auch mindestens 100 Grossenhainer fanden sich in der Feralpi Arena ein und erlebten zumindest in der 2. Halbzeit ein rassiges Flutlichtspiel.
Beide Mannschaften in der Liga zuletzt nicht gerade Punktehamster aber das zählt in so einem Derby ja nicht.
Der erste Angriff war noch Stahl vorbehalten, bevor die Gäste das Spiel bestimmten. Sie kombinierten sich bis zum Stahlstrafraum, aber dort war dann meist Feierabend, da die Stahlabwehr die Gästestürmer Marx und Krüger im Griff hatte und ausser ein paar harmlose Schüsse nichts zuließ. Das Stahlspiel nach vorn war leider das übliche Trauerspiel aus keinen Ideen, schlechter Ballannahme und Fehlpässen im Aufbauspiel. Insgesamt brachte es Stahl auf 2 Schüsse Richtung Roßmüller (29. Kiontke, 37. Michann). In der 39. gab's dann einen Freistoß für die Gäste. 3 Meter vorm Strafraum und leicht rechts, trat Torsten Marx an und brachte den Ball perfekt im rechten Winkel des Hesse Gehäuses unter. Die Führung war nicht unverdient, aber irgendwie fühlte sich die Partie noch nicht nach Derby an, so blutleer und emotionslos.
Das sollte sich nach der Pause ändern. Noch in der 46. landete der Ball auf dem Querbalken des Stahltores und man konnte schon Bedenken haben, dass es nix wird mit einem Sieg. All das kippte in der 48. Minute, als die Grossenhainer den Weg über den eigenen Strafraum suchten, ein Abwehrspieler den Ball wegschlagen will und das Bein des pressenden Philipp Schröter trifft. Mirko Roßmüller kann nicht mehr reagieren und der Ball geht unter ihm ins Tor. DAS war der Wendepunkt des Spiels, denn plötzlich ging ein Ruck durch Mannschaft und Fans. Einige Fans beider Seiten übertrieben es dann später natürlich per Pyrotechnik wieder, aber ansonsten blieb's absolut friedlich!
Nun entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel in dem die Emotionen stiegen und proportional dazu auch die
. Schiri Michael Näher aus Haselbachtal hatte das Spiel aber immer im Griff und wurde in der 63. zu einem der Hauptdarsteller. Ein langer Ball wurde in den Strafraum verlängert, schien auf dem Weg ins Aus, doch der ein Grossenhainer lief dem nachlaufenden Schröter, von hinten, in die Beine. Philipp stürzte und Näher piff, doch zeigte nichts an. Er lief langsam im Bogen in den Strafraum, man sah förmlich den imaginären Rauch aus seinem Kopf qualmen, ehe er noch Richtung Linienrichter ging und mit diesem, aus einiger Entfernung, nonverbal kommunizerte, um dann auf Elfmeter zu entscheiden. Kann man geben, aber muss man nicht.
Mal sehen was die Videobilder des " Team Rabenfront " ergeben, die heute Abend online verfügbar sein sollen, so zumindest die Auskunft von Herrn Mauskewitz.
Paul Kiontke war's egal und verwandelte humorlos nach rechts. Grossenhain gab natürlich nicht auf und drückte auf den Ausgleich, aber irgendwie wirkt das alles im Endeffekt nicht zwingend und gefährlich. Allerdings lag das auch am jetzt unbedingten Willen der Küttner Elf, denn sogar ein Paul Kiontke lief jetzt weite Wege. Leider ließ die Präzision bei den Stahl Kontern meist zu wünschen übrig, doch es gab auch noch Chancen zur Erhöhung. Die Zeit schlich eher dem Abpiff entgegen, viele Fouls den Spielfluss unterbrochen. So übersah Schiri Näther einen Ellenbogenschlag gegen den eingewechselten Leo Schreiber, so dass er wieder ausgewechselt werden musste. Die größte Möglichkeit hatten die Gäste dann in der 89. Minute, als Martin Brunzel auf halbrechts auf Hesse zulief, der jedoch glänzend parierte. Ab 6 Minuten vor Schluss musste ich im Minutentakt Fragen der Umstehenden nach der Restspielzeit beantworten und immer 3-4 Minuten Nachspielzeit dazu ankündigte. Schri Näther bemüßigte sich dann in der 91. Min. 5 Minuten anzuzeigen. Grossenhain kam noch einmal gefährlich, wie kurz zuvor, doch Hesse konnte den Schuss zumindest verlangsamen, so daß Martin Magula den Ball endgültig klären könnte.Die restliche Zeit brachten wir mit 2 eigenen Eckbällen rum und nach 96:02 ertönte der erlösende Anpfiff
Fazit: Am Ende ein durchaus verdienter Sieg, aber auch ein Unentschieden wäre nicht verkehrt gewesen. Stahl mit einer deutlichen Steigerung in der 2. Halbzeit, vor allem mental und kämpferisch, aber auch spielerisch. Bei Grossenhain ist im Moment irgendwo der Wurm drin, besonders die bekannteren Namen, wie Schwitzky, Bachmann und Marx fallen im Spiel gar nicht auf. Wirkliche Chancen werden selten herausgespielt oder kläglich vergeben.
Soll uns aber egal sein, denn wir haben beide Derbys gewonnen und wenn wir in 4 Wochen in Radebeul gewinnen, können wir uns zurecht Kreismeister nennen.
Nächste Woche geht's zum Nachholspiel nach Glauchau und da sollte die Einstellung der zweiten Hälfte gezeigt werden und auch die Nachspielzeit ist in Glauchau, in den letzten Jahren, enorm wichtig. Genau wie die 3 Punkte gestern, da auch Chemnitz plötzlich gewinnt und alles weiter zusammenrückt. Der arme Steffen kriegt schon Angst, dass er nächste Saison über die LK Dörfer tilgen muss.
So, allen noch ein schönes Osterfest, auch wenn's wieder Weiß werden soll und bis demnächst in diesem Theater!
