schöner Bericht zum Spiel aus der jungen Welt
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12.04.2005
Sport
Frank Willmann
Ball auf Hirn
Aus den Unterklasen
In den beiden Oberligen des NOFV wird heftig um den Staffelsieg gerungen. Nur die beiden Erstplazierten werden in einer Relegationsrunde den einen Aufsteiger in die Regionalliga Nord bestimmen.
In der Südstaffel zog der FC Carl Zeiss Jena bis Sonntag vergleichsweise überlegen seine Kreise. Am Samstag ließen die Verfolger Sachsen Leipzig und Plauen Punkte. Beste Vorraussetzungen möchte man meinen, zumal Staffelfavorit Jena in Magdeburg gegen einen stark ersatzgeschwächten FCM antrat. Doch wie schon in den letzten beiden Spielzeiten, bekommt Jena regelmäßig kurz vor Toresschluß Muffensausen. Nach dürftigem Spiel verloren die Thüringer vergangenen Sonntag 1:2, und haben nur noch vier Punkte Vorsprung auf Plauen. Noch sieben Spieltage stehen ins Haus, am letzten knobelt Jena in Plauen. Alles wieder offen.
In der Nordstaffel trafen am Sonntag die ersten vier der Tabelle aufeinander. Im Charlottenburger Mommsenstadion kreuzten Tennis Borussia Berlin (3. der Tabelle) und der SV Babelsberg 03 (2.) die Degen. In Neuruppin spielte der Gastgeber (4.) gegen die Hansa Rostock Amateure (1.).
Da die Hansaamateure bereits ihren Aufstiegsverzicht erklärten, kommen für die Relegation nur eine der anderen drei Bolztruppen in Betracht. Neuruppin nahm das Angebot an und schickte Hansa geschlagen mit 1:2 nach Hause.
1 469 Beobachter sahen das Spiel zwischen TeBe und Babelsberg. Die traditionell miteinander befreundeten Fanlager sangen schon vorm Anpfiff recht ordentlich. Der Umgang miteinander war gepflegt, ja ritterlich. Die erste Halbzeit plätscherte so vor sich hin, es gab einige satte Kerzen zu bewundern und die Bockwurst schmeckte ausgesprochen gut. Beide Mannschaften brachten kaum einen vernünftigen Paß zustande, obgleich jede ansatzweise einträgliche Szene von den Fans dankbar aufgenommen wurde. Immerhin wurde dreimal gelber Karton vom Schiri ausgeschenkt. In der Halbzeitpause bewunderten wir die hervorragende Musikauswahl des Stadionsprechers.
Weiter ging’s. Aber nichts passierte groß. Einschlaffußball. In der 60. Minute stolperten erst ein TeBeler, hernach ein Babelsberger über die Pille. Die Fans sangen sich zünftig einen, es war schon erstaunlich, woher sie diesen Elan nahmen. Vom Spiel konnte er bis dato nicht kommen.
Vom SV Babelsberg war in der zweiten Halbzeit nichts zu sehen, im ganzen Spiele hatten sie sich ganze zwei Halbchancen erspielt. Als die Zuschauer sich schon auf ein torloses Unentschieden einrichteten, bekam unerwartet Pantios in der 78. Minute den Ball auf den Hirnkasten und lochte ein. 1:0 für die ehemaligen Westberliner. Nun legten die Tennis Borussen richtig los und erzielten in der 83. Minute durch Fuß wirklich das 2:0. Eine schwache Babelsberger Mannschaft verlor zurecht gegen TeBe, die zumindest fünf Minuten guten Fußball boten.
In der Nordstaffel steht Babelsberg mit 56 Punkten noch immer am Platz an der Sonne. TeBe lauert mit 53 Punkten und einem Spiel weniger dahinter. Neuruppin hat 50 Punkte und noch zwei Nachholspiele. Somit ist auch in der Nordstaffel alles wieder möglich. Uns Feingeistern des effetvollen Volleyschusses stehen spannende Wochen bevor