Die erste Mannschaft aus dem Gimmlitztal hat sich vergangenen Sonntag im knapp 40 Kilometer entfernten Marbach nicht gerade mit Ruhm bekleckert um es mal vorsichtig auszudrücken! Am Sportplatz „Am Forsthaus“ - unweit der Freiberger Mulde gelegen - stolperten an diesem Nachmittag zwei Mannschaften über den „Acker von Marbach“, das es dem gemeinen Zuschauer bei seiner (lang herbei gesehnten) Sonntagsbeschäftigung schon ein wenig gruselig werden konnte..
SV 1892 Marbach – SV Lichtenberg: 3:2 (1:1)
0:1 Torsten Hauswald (9.)
1:1 Benjamin Schäfer (43.)/FE
2:1 Nils Wusterhausen (53.)
2:2 Daniel Zimmermann (63.)
3:2 Ronny Marbach (80.)
Aufstellung SVL: Siegel, Gronwaldt, Kluge, Kokott (46. Hennig), Haustein, Hauswald, Walter (75. Drechsel N.), Miersch, Matuschek, Frenzel (46. Zimmermann), Häuser
Im Spiel eins nach der Winterpause (die Rückrunde an sich hatte ja bereits im November begonnen), traten wir ohne Spieler wie Timmel, Hilgenberg F., Zahn, Drechsel M., Schneider S., Kohl, Baumgart, Ehrlich oder auch Gerlach an. Die 3 zuletzt genannten Akteure hatten den Verein aus verschiedensten Gründen bekanntlich in der Winterpause verlassen (wir berichteten). Die anderen Leistungsträger waren zum Großteil verletzt oder fehlten arbeitsbedingt. Die „heimstarken“ Gastgeber selbst – wegen eines 3-Punkte-Abzuges in der Winterpause (Schiedsrichter-Unterbestand) vor der Partie nun vom vorletzten auf den letzten Platz der Tabelle abgerutscht und mit bisher insgesamt 4 Heimsiegen (analog SVL) ausgestattet – begannen auf ihrem „tiefen Boden“ zögerlich und mit viel Respekt. Hier konnten wir uns trotz Not-Besetzung letztlich also eigentlich nur selber schlagen..
Nicht einmal 9 Minuten dauerte es dann, bis der erste Treffer fiel: Das Spielobjekt schlug nach einem 20-Meter-Hammer von Hauswald hinter SVM-Torhüter Vorwerk in die Maschen ein. 0:1! Welcher der knapp 40 anwesenden Zuschauer nun allerdings glaubte, dass der (noch-immer) Tabellenführer dieses Spiel jetzt an sich reißen würde, der täuschte sich. Die Gastgeber ihrerseits spielten weiter munter mit und kamen dadurch auch zu den insgesamt besseren Chancen. Ecke Stiebinger von links – Kopfball aus dem Gewühl heraus – Querlatte (20. Minute)! Fehler im defensiven Mittelfeld SVL – Schuss R. Wusterhausen – Parade Siegel (30. Minute)! Als Kokott dann SVM-Stürmer Marbach im Strafraum umrannte, entschied der an diesem Tag nicht fehlerfreie Schiri P. Schmidt aus Garsebach auf Strafstoß. Diesen ließ sich Schäfer nicht entgehen und nagelte das Leder zum Ausgleich in die linke Ecke – Keeper Siegel war hier leider nur fast dran! Pause…
Mindestens so grau wie das Wetter war auch dieses Spiel: Die erste Vertretung aus dem Gimmlitztal brauch sich in dieser Verfassung keine Hoffnungen auf höhere Ligen mehr machen. Wichtig wird es in Zukunft werden, unseren treuen Fans am heimischen Trassenweg alle 14 Tage etwas Kampf und Leidenschaft zu zeigen...
Als unsere Mannschaft den Acker dann zur zweiten Halbzeit betrat, blieben Kokott und Frenzel in der Kabine, dafür standen nun Hennig und Zimmermann neu auf dem Platz. Die Gastgeber ihrerseits begannen unverändert.. Keine zehn Minuten waren nach Wiederanpfiff gespielt, als SVW-„Standard-Spezialist“ Stiebinger einen Freistoß in den Strafraum trat. Das Kopfballduell dort gewann N. Wusterhausen dann recht überlegen und wuchtete den Ball somit zur Führung an Hüter Siegel vorbei in die Maschen: 2:1 (53.)! Ziemlich genau zehn Minuten später war es dann der eingewechselte Zimmermann, welcher etwa 5 Meter vor der Strafraumgrenze von den Beinen geholt wurde. Er trat zum folgenden Freistoß auch selbst an – und versenkte das Leder zu einem weiteren direkten Freistoßtor: 2:2/63.! Klasse Dinger Jungs! Aber leider reicht das nicht… Denn als wir dann alles nach vorn warfen was wir noch hatten (mittlerweile im 4-3-3-System spielend), doch keiner das erlösende Tor machte (Walter, Miersch, Zimmermann, Häuser mit Chancen) – fuhren die Gastgeber vom anderen Ende der Tabelle einen Konter, welcher saß: Nach einem Foul an Hauswald ließ Schiri Schmidt laufen, der schnelle Marbach rannte durch – und versenkte zum 3:2 – Endstand (80.). Danach kamen wir nicht mehr zurück und die Männer vom SV Marbach feierten nach Abpfiff ihr keines Volksfest…
Was sich in der Vorbereitung bereits angedeutet hatte: Wer nach solch enormem Substanzverlust in unserer Mannschaft noch immer davon spricht, der SV Lichtenberg sei in der Rückrunde nun der Gejagte, nur weil wir (derzeit) noch immer den ersten Platz in der Tabelle belegen, dieser jemand hat definitiv nicht das nötige fußballerische Fachwissen, um so etwas behaupten zu können! Wir dürfen gespannt sein, wohin uns die Reise führt. Diese Rückrunde jedenfalls wird für das letzte Aufgebot aus dem Gimmlitztal nun schwer, hart und „ekelig“ zugleich…
Stimmen: "Wir sind auf unserem Platz immer für eine Überraschung gut. Dass es gegen den Spitzenreiter ist, freut uns umso mehr. Ich muss meiner Mannschaft ein riesengroßes Kompliment machen, die über den Kampf zum Spiel gefunden hat. Ich denke, der Sieg geht für uns am Ende wohl auch tatsächlich in Ordnung." Uwe Stiebinger, Trainer des SV Marbach.
![]()