Der Vorjahresabsteiger aus der Fußball-Bezirksliga gab nur ein kurzes Gastspiel im Kreis und schaffte gleich im ersten Anlauf den Wiederaufstieg.
Von Joachim Eichler
Es ist nicht immer die Regel, dass ein Absteiger den sofortigen Wiederaufstieg schafft. In die Reihe erfolgreicher Rückkehrer gehören nun auch die Fußballer des SV Lichtenberg. Der Vorjahresabsteiger aus der Bezirksliga schaffte gleich im ersten Anlauf den Wiederaufstieg. Es gab nur ein kurzes Gastspiel des SVL in der Mittelsachsenliga, mit einem am Ende etwas glücklichen Titelgewinn.
Um es aber gleich vorwegzunehmen: Der Kreismeistertitel geht über die gesamte Saison gesehen wohl auch verdient an die Elf von Trainer Volkmar Sacher, auch wenn es einen Tanz auf der Rasierklinge gab. Die Entscheidung im Kampf um den Meistertitel fiel erst im letzten Spiel gegen die zweite Mannschaft des BSC Freiberg und war an Dramatik und Spannung kaum zu überbieten. Erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit sicherte Abwehrspieler Toni Kokott mit seinem Treffer zum 2:2 den dringend benötigten Punkt.
Am Ende der Saison steht mit dem SV Lichtenberg auch der bereits vor Beginn der Punktspiele hoch gehandelte Top-Favorit auf dem ersten Platz. Solch eine Platzierung ist bei Absteigern nicht immer selbstverständlich. Schon deshalb erstrahlt die Leistung des SVL in einem noch helleren Licht.
Dass es für seine Männer nicht einfach werden wird, war für Trainer Sacher schon von Anfang an klar: "Gegen uns werden alle Mannschaften immer mehr als 100 Prozent Leistung aufbieten."
Bildtext: Lichtenbergs Fußballer jubeln nach einer wechselhaften Saison über Meisterschale und Wiederaufstieg.
Doch in der Hinrunde lief alles auf einen sofortigen Wiederaufstieg der Lichtenberger hinaus. Nur eine Niederlage gab es in 13 Partien, und nur der Hainichener FV war mit vier Punkten Rückstand noch auf Tuchfühlung. Doch die Rückrunde verlief alles andere als optimal. In der Winterpause hatten drei Stammkräfte (Baumgart E., Ehrlich P. & Gerlach D.) den Tabellenführer verlassen, darunter auch Torjäger Baumgart, den es nach Mulda zog. Mit Sebastian Zahn verletzte sich beim Hallenfußball zu allem Überfluss ein weiterer Torgarant schwer und fiel die komplette zweite Halbserie aus. Weitere langfristige Ausfälle durch Verletzung folgten. "Ich musste meist acht Stammkräfte ersetzten, das war schon krass", sagt Sacher. "Die Spieler aus der Zweiten mussten sich logischerweise erst an den Spielrhythmus der Liga gewöhnen. Das haben unsere Gegner ausgenutzt."
Den 32 Punkten aus der ersten Halbserie folgten so nur noch 20 Zähler in der Rückrunde. Sacher wollte bis spätestens zwei Spieltage vor Saisonende den Titel sicher haben. Daraus wurde nichts, vielmehr musste bis zur letzten Meisterschaftsminute gezittert werden. "Wir waren in vielen Partien nicht die überlegene Mannschaft, konnten unsere Spielweise nicht durchsetzen und kassierten viele Punktverluste", resümiert Sacher. "Außerdem ist man als Absteiger immer der Gejagte."
Nach dem nervenaufreibenden Saisonfinale wurde der Meistertitel kräftig gefeiert. Doch so richtig zufrieden fällt Sachers Saisonbilanz dennoch nicht aus: "Das frühe Ausscheiden im Pokal und bei der Hallenmeisterschaft passte mir überhaupt nicht. Da hatte ich mir ganz andere Ziele vorgestellt. Eigentlich sollten es drei Titel sein."
Nun gönnen sich Trainer und Spieler erstmal eine Pause, bevor ab Mitte Juli die Vorbereitung auf die neue Saison anläuft.
Eine Änderung gibt es schon zu vermelden. Der SV Lichtenberg wird in der kommenden Saison in der Landesklasse spielen. So lautet die neue Bezeichnung für die bisherige Bezirksliga.
Quelle: Freie Presse Freiberg