Bis zum ersten Testspiel des vergangenen Wochenendes war es diesmal ein recht weiter Weg. Ganze 560 Kilometer musste ich in reichlich 6 ½ Stunden zurücklegen, um dann endlich mein Ziel zu erreichen. Von der nördlichsten Küste Ostdeutschlands bis an den Erligtweg 4b, welcher etwa 40 Kilometer südlich von Leipzig liegt, geht das in der Urlaubszeit aber leider nicht schneller…
BSV Einheit Frohburg – SV Lichtenberg: 0:4 (0:4)
0:1 Swen Häuser (2.)
0:2 Franz Schmidt (27.)
0:3 Stephan Timmel (30.)
0:4 Kevin Heschel ( 43.)
Eingesetzte Spieler SVL: Patrick Kaulbars, Rico Wolf, Franz Schmidt, Swen Häuser, Stefan Lein, Danny Kluge, Patrick Matuschek, Kevin Heschel, Frank Uder, Toni Kokott, Benjamin Kohl, Torsten Gronwaldt, Stephan Timmel
Als ich auf dem staubigen Parkplatz in Frohburg wenige Meter neben dem Fußballplatz meinen glühenden Bremsen ihren letzten Einsatz bescherte und in einer Wolke aus herumfliegenden Strohballen und verbrannter Luft (welche vom heißen Motor zu kommen schien) ausstieg, pfiff Schiri Wolfhardt Engelmann gerade die zweite Halbzeit an. Als ich dann noch fragte wie es denn stünde, war die Antwort: 0:4. Mist! Hatte ich also doch schon etwas Ausschlaggebendes verpasst. Okay, dann freute ich mich also auf weitere Tore. Wozu hatten schließlich eben meine Reifen mit dem Asphalt so diszipliniert zusammen harmoniert..!? Aber je länger ich hinter meiner Werbebande auch darauf wartete, ein weiteres Tor wollte an diesem Tage wohl keines mehr fallen. Stattdessen verteilte der jüngste Zuschauer fleißig frisch geschälte Ananas unter den Spielern der Gäste - und weil er da nicht alles los wurde, tat er das später auch noch unter den Spielern der Gastgeber. Auf dem Spielfeld selbst kamen zumindest in der zweiten Hälfte eher die Gastgeber (in der letzten Saison Platz 12 KOL Muldental/Leipziger Land) zu ihren Chancen. In der 65. Spielminute brach Toni Frank einmal über die rechte Angriffsseite in unseren Strafraum ein, versuchte dann einen Pass auf den links mitgelaufenen Florian Schütze, doch Frank Uder (kam vom Zuger SV ins Gimmlitztal) konnte klären.. Etwa 6 Minuten später trat der eingewechselte Hannes Schellbach dann noch eine Ecke von der rechten Seite, aber Wolf und Lein klärten diese in Verbund. Viel mehr erwähnenswertes kam auf diesem nördlichen Breitengrad jedoch nicht zustande. Und so blieb es dabei: Mein Stückchen persönliche Ananas war der leckerste Eindruck, der mir an diesem Tage zum Ende hin blieb..
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Zum zweiten Test des Wochenendes war ich dann jedoch von Anfang an dabei. Wollte mir diverse Tore doch nicht schon wieder nur erzählen lassen. Und so fuhr ich auch extra zeitig los. Knapp 5 Kilometer später war ich dann da. Ohne zähfließenden Verkehr. Ohne Stau. Und auch ganz ohne Verspätung.
SV Lichtenberg – Zuger SV: 3:0 (0:0)
1:0 Swen Häuser (47.), VL Lein
2:0 Swen Häuser (52.), VL Drechsel
3:0 Michel Drechsel (61.), VL Lein
Eingesetzte Spieler SVL: Patrick Kaulbars, Benjamin Kohl, Rico Wolf, Franz Schmidt, Swen Häuser, Björn Jäkel, Patrick Matuschek, Frank Uder, Toni Kokott, Robert Miersch, Stephan Timmel, Stefan Lein, Danny Kluge, Torsten Gronwaldt, Kevin Heschel, Michel Drechsel
Mit den besseren Chancen begannen hier die Gäste, welche bekanntlich letzte Saison aus der Kreisoberliga Mittelsachsen absteigen mussten. „Beerle“ mit der Flanke von rechts in den Lichtenberger Strafraum – Mittelstädt auf Tropschuh – dieser mit dem Querpass auf Queck – doch Kokott verhinderte dessen Abschluss (13.).. Keine 7 Minuten danach war es erneut „Beerle“, welcher diesmal einen Freistoß aus etwa 20m trat. SVL-Torhüter Kaulbars konnte sich hier erstmals richtig auszeichnen und klärte diesen zur Ecke, welche Walter im Anschluss von links herein trat. Den Abschluss von Meltke hielt Kaulbars dann aber sicher (15.).. Knapp 5 Minuten danach aber auch die Platzherren mit ihrer ersten Chance. Schmidt war es, welcher das Leder hier mit einem Heber von der Strafraumkante am hübsch geputzten Aluminium platzieren konnte. Schade Franz! Danach war jedoch viel Leerlauf in der Begegnung. Kaum einmal abgeschlossene Aktionen oder nennenswerte Chancen prägten das Bild. Knapp 2 Minuten vor dem Pausenpfiff wechselte unsere Innenverteidigung ihr Personal. Kapitän Kokott übergab die Binde an den eigentlichen Mannschaftskapitän Gronwaldt, welcher nun in die Partie kam. Wenige Sekunden danach – die Gastgeber hatten sich wohl noch nicht richtig platziert - nutzen unsere Gäste die Gunst der Stunde und überliefen in Person von „Beerle“ unsere linke Abwehrseite. Der Gästespieler war von dieser Situation selbst aber wahrscheinlich so überrascht, dass er viel zu spät den Abschluss suchte und dadurch Torhüter Kaulbars ganz stark aus kürzester Distanz klären konnte! Sauber Kauli! Pause…

Vieles neu beim SVL: Rico Wolf (am Ball), Stefan Lein, Björn Jäkel, Robert Miersch, Kevin Heschel (v.l.n.r.) machten in den Tests bisher vieles richtig. Arbeit bleibt für Neu-Coach Hennig bis zum Saisonstart dennoch genug!
Zur Halbzeit wechselte Trainer Hennig dann einmal kräftig durch. Zwar wechselte auch sein Gegenüber in dieser Phase mehrere Akteure, doch nahm das Spiel aus Sicht der Gastgeber hier gleich merklich an Fahrt auf. Lein über die linke Seite mit dem Pass in die Mitte – der mitgelaufene Häuser verwertete zum 1:0 in die kurze Ecke! Sehr guter Spielzug Männer! Ein paar wenige Sekunden danach war es erneut Häuser, welcher ZSV-Torhüter Ritter testete – doch dieser konnte das Spielobjekt erfolgreich abwehren. Ebenso auch den folgenden Nachschuss von Drechsel (49.)! Unser Sturm-Duo kombinierte sich in den folgenden Minuten aber so erfolgreich den Ball durch die gegnerischen Reihen, das es nicht lange dauerte, bis er erneut in den Zuger Maschen einschlug: Drechsel auf Häuser und der von links in die lange Ecke – Ritter hier ohne Abwehrchance: 2:0 (52.)! Aber auch Zug tauchte in dieser Phase sporadisch vor dem SVL-Gehäuse auf. Nur scheiterten sie hier spätestens am glänzend aufgelegten Torhüter der Gastgeber, welcher immer wieder mit starken Reflexen zur Stelle war. In einer der nächsten Szenen traf Drechsel zwar nur den linken Pfosten – um es reichlich 5 Minuten später aber besser zu machen: Lein schickte Drechsel mit einem gut getimten Pass lang, der überrannte die Zuger Innenverteidigung dann samt Keeper Ritter um den Ball an die Unterkante der Latte zu hämmern, von der aus er nach unten sprang und daraufhin ins Feld zurück. Nicht alle waren sich hier sicher eine Bude gesehen zu haben, doch der Linienrichter zeigte Tor an, also gab es erneut Anstoß (61.)! In der Schlussphase stand dann wieder Hüter Kaulbars im Mittelpunkt: Zuerst hielt er einen Schuss von Mittelstädt, welcher allerdings halbhoch auf den Mann kam (73.), dann mlief allerdings Johannes allein auf das Lichtenberger Tor zu, nachdem sich Gronwaldt verschätzt hatte. „Kauli“ blieb nach einem weiteren starken Reflex jedoch auch hier der Sieger und hatte somit seine Visitenkarte in Sachen Torhüter-Duell recht deutlich abgegeben!
Leider gab es an diesem Tag keine Ananas am Trassenweg.
Und so trat ich unverrichteter Dinge meinen Heimweg an.
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