Heute hat es nun auch uns erwischt. In einem Spiel, welches das Prädikat Spitzenspiel zurecht zugewiesen bekommen kann, waren wir am Ende die Unterlegenen und mußten zum ersten Mal in dieser Saison das Gefühl einer Niederlage kennen lernen.
Friedenau begann bärenstark und erzeugte durch ein enormes Tempo viel Druck. Immer wieder wurden von beiden Seiten sehr gute und scharf gespielte Bälle aus dem Halbfeld in den Rücken unserer Abwehr gebracht, wo sie dann für unsere Verteidiger auf dem glitschigen Geläuf extrem schwer zu verteidigen waren. Zu unserem Glück waren diese Bälle jedoch auch für die Stürmer schwer zu händeln, so daß Friedenau mehrmals nur knapp die Führung verpasste. Die fiel dann nach einem eher harmlosen lang und hoch in unseren Strafraum geschlagenen Ball, der aus einer Spielertraube heraus unglücklich quer zu unserem Tor prallte. Dort stand dann ein Friedenauer Stürmer, der seinem Gegenspieler im Rücken entwischte, mutterseelenallein und versenkte die Kugel zum verdienten 1:0 im langen Eck.
Fast postwendend fiel der 1:1-Ausgleich. Nach einer elfmeterreifen Situation blieb der Pfiff des Schiedsrichters aus und ein Blau-Gelber schalltete am schnellsten, nahm den freien Ball auf und verwertete diese Chance. Doch noch vor der Halbzeit waren es wiederum die Friedenauer, die zur 2:1-Pausenführung trafen. Dieser Halbzeitstand war für Friedenau natürlich hochverdient. Wenn man nimmt wieviel Friedenau in diesen ersten Durchgang investiert hatte, war die Führung sogar eigentlich zu knapp.
So änderte sich das Bild in der zweiten Hälfte dann auch grundlegend. Friedenau zollte dem hohen Tempo nun immer mehr Tribut und Blau-Gelb kam im gleichen Maße zu deutlich mehr Spielanteilen und eigenen Offensivaktionen (die in Halbzeit Eins viel zu selten stattfanden). Das wir das Spiel dennoch nicht drehen konnten lag ursächlich in zwei Situationen begründet. Die Erste war ein klasse ausgeführter Eckball, den Friedenau mit einem hervorragenden Kopfball zum 3:1 verwerten konnte. Die zweite war ein Katastrophen-Rückpass (meinerseits
), in den ein Friedenauer Spieler hineinspritzen konnte und keine Mühe hatte auf 4:1 zu erhöhen.
Dieses Tor sollte am Ende das Entscheidende sein, daher natürlich um so bitterer.
Was dann jedoch folgte spricht einmal mehr für den wahnsinns Teamgeist und die unglaubliche Moral unserer Truppe. Statt sich nun in die eigentlich unabwändbare Niederlage zu fügen, versuchte man in der Schlußphase noch einmal Alles und spielte mit aller Macht auf's gegnerische Tor. Dann stand es plötzlich nur noch 2:4. Dann, nur wenig später, stand es plötzlich nur noch 3:4. Und hätte der Schiedsrichter in den letzten Sekunden einen glasklaren Elfmeter für uns gepfiffen (über den sich auch Friedenau's Trainer nach eigener Aussage nicht hätte beschweren wollen), dann hätten wir sogar noch die Chance zum 4:4 gehabt.
Aber gut, diese Entscheidung ist nun halt gegen uns gefallen und wir werden damit leben können und müssen.
Die Gratulation zum Sieg geht an Friedenau, die auf Grund der ersten Hälfte (in der sie die "Vorzüge" ihrer Anlage perfekt genutzt haben
) auch sicher nicht zu unrecht triumphiert haben.
Für uns ist diese Niederlage mit Sicherheit kein Beinbruch. Daher wird sie uns auch nicht umwerfen. Wir haben heute halt gegen einen guten Gegner (und nicht umsonst Tabellen-Zweiten) auswärts knapp verloren. Von daher sollten wir das auch ganz schnell abhaken und uns sofort ganz und gar auf die nächste Aufgabe konzentrieren.